Noch ein weiteres Gedicht von Kurd Laßwitz, das mir ebenso wie die Traurige Ballade von den eifersüchtigen Kegeln von Herrn Grassmann zugeschickt wurde („wohl vor 50 Jahren in der Mathe-Bibliothek der HU gefunden“) und das die Entstehung der Mathematik beschreibt.

Die Namen Briggs und Napier kennt heute vermutlich niemand mehr: die beiden hatten im frühen 17. Jahrhundert eine Logarithmentafel mit 30000 Logarithmen auf 14 Stellen Genauigkeit veröffentlicht, die wohl erst mit dem Aufkommen der Taschenrechner ihre Bedeutung verlor. Von Thomas Sonar gibt es ein Buch über Briggs: Der fromme Tafelmacher und auch einen kürzeren Text über die Berechnung der Logarithmentafeln durch Briggs und Napier: http://www.rechenschieber.org/sonar.pdf.

Kommentare (24)

  1. #1 Bote 19
    23. Januar 2019

    Mathematiker sind auch musisch begabt, das muss an dieser Stelle einmal hervorgehoben werden. James Chadwick, der das Neutron entdeckt hat, hat auch Gedichte zu mathematischen Gleichungen geschrieben.
    In der Mathematik wohnt eine gewisse Poesie inne !

  2. #2 Fluffy
    23. Januar 2019

    Woran liegt es wohl, dass keiner mehr die Namen Briggs und Napier kennt?

  3. #3 Thilo
    23. Januar 2019

    sorry

  4. #4 bote19
    23. Januar 2019

    Fluffy
    Der Taschenrechner hat Briggs und Napier getötet.

  5. #5 Quanteder
    23. Januar 2019

    Ich habe immer schon vermutet, das Gott ein Mathematiker ist.
    Schön ist auch zu erkennen, wie Mathematik eine Filterblase bildet und somit ihre Geistigkeit Raum und Schutz bietet.
    Bis Tag 4 ist für die Sicherheit der Filterblase gesorgt, aber ab Tag 5 flechtet Gott in die Mathematik fremde Begriffe ein, welche später dazu führen seine geliebte Mathematikblase platzen zu lassen. Gott kann sich nicht beschweren wenn ihm alles aus den Händen gleitet.
    Am Tag 6 verwirrte Gott Adam noch mehr. Hatte sich Adam gerade mit Begriffen wie Erde und Gestirne arrangiert, so wurden ihm Briggs und Napier in den Kopf gesetzt. Gott wusste was er tat, verschwieg aber Adam wie er mit Zeit umging. Zeit gehörte nicht in Adams Kopf, welcher nur so von mathematischen Gesätzmässigkeiten dröhnte.
    Es folgt des Unglücks 7.Tag: Adam Logarithmustafeln in die Hand zu geben hieß, dem Fürsten der Finsternis in seiner Welt mitzuteilen, wonach Gott trachtete. Adam allein ein Paradies zu übergeben und dabei Adam gegenüber nicht mit offenen Karten zu spielen. Die Ebenen, welche jede Seite des Tafelwerkes darstellen, zerschnitten beide Kreiskegel, welche die lichte Gotteswelt und die finstere Welt geometrisch verbanden. Betrachtete Adam auf einer Seite eine Gerade, so empfand der Fürst der Finsternis eine Veränderung in Form einer Parabel. Noch unangenehmer war dem Fürsten, wenn Adam über Hyperbeln nachdachte. Der Verwirrung in der Dunklen Welt musste Einhalt geboten werden. Der Fürst schickte die Schlange zu Eva.

  6. #6 Grassmann
    23. Januar 2019

    Wer an alten Rechenhilfen interessiert ist, kann hier
    http://www-irm.mathematik.hu-berlin.de/~hgrass/abb.pdf
    nachsehen.

  7. #7 Björn
    24. Januar 2019

    Natürlich kenne ich Napier, und von Briggs habe ich zumindest gehört. 🙂

    Meine Buchempfehlung dazu:
    “e: The Story of a Number” von Eli Maor

  8. #8 Frank
    Bellem
    24. Januar 2019

    Buchtipp, in:
    Ian Stewart
    Welt-Formeln
    17 mathematische Gleichungen, die Geschichte machten
    Kap. 2 “Eine praktische Abkürzung”

    Ist die Geschichte der Logarithmen gut beschrieben.

    Gruss an alle Freunde dieses Blogs.

  9. #9 zimtspinne
    25. Januar 2019

    Ganz falsch. Der Teufel schuf die Mathematik. Und diejenigen, welche damit gut können, haben alldieweil ihre Seele an Luzifer verkauft.
    Wer besonders gut, also sozusagen mühelos und intuitiv, mit Zahlen und Formeln herumjonglieren kann, ist womöglich sogar direkt mit dem Teufel verwandt^^

  10. #10 Grassmann
    25. Januar 2019

    Das Buch von 1890, was ich gerade mit Vergnügen lese, ist auch in Antiqua lesbar, und zwar hier:
    http://freeread.com.au/%40rglibrary/KurdLasswitz/Seifenblasen.html

  11. #11 Beobachter
    25. Januar 2019

    zu # 9:

    Manche Menschen können besonders gut mit “Zahlen und Formeln” umgehen –
    manche mit Buchstaben und Worten –
    manche mit Pinsel und Farbe –
    manche mit Nadel und Faden –
    usw. …
    schön, dass es diese vielen Begabungen, Talente und Interessen gibt.

  12. #12 zimtspinne
    26. Januar 2019

    jaja, im Chor singen muss man ja auch nicht unbedingt (könne), aber Mathe braucht man leider doch hin und wieder und es bleibt trotz Verstehens im Einzelfall ein Buch mit sieben Siegeln. Es fehlt das Vertrauensverhältnis.
    Dafür kann ich ganz gut pinseln…. 😀

  13. #13 zimtspinne
    26. Januar 2019

    edit/
    können

  14. #14 bote19
    26. Januar 2019

    Beobachter,
    Nadel und Faden war gut !
    Unsere Weblady hat manchmal eine scharfe Zunge, und sie kokettiert gern mit ihren Fähigkeiten und Nichtfähigkeiten.

  15. #15 Beobachter
    26. Januar 2019

    Wer Mathematik zumindest für den erforderlichen Hausgebrauch beherrscht (also zählen kann und nicht abwiegen muss … 😉 ; siehe Lindemann und Co.), ist bestimmt nicht des Teufels.
    Und ebenso sollte es zur Alltagskompetenz gehören, dass man(n) sich einen Knopf annähen kann.
    Beides erfordert keine besondere Begabung und fachlichen Höchstleistungen und kein besonderes “Vertrauensverhältnis” zur Materie.

    Es gibt allerdings Leute, die unseren Jüngsten schon in den Kitas das Programmieren beibringen wollen, bevor sie sich selbst die Schuhe zubinden können.
    Das halte ich für einen ziemlich verfehlten Ansatz … 🙂

  16. #16 bote19
    26. Januar 2019

    Genau genommen beruhen alle unsere Fähigkeiten auf Begabungen. Sie sind angeboren. Wer glaubt, dass sich alles erlernen lässt, der irrt.
    Wer nicht abstrahieren kann, der versteht eine Differentialgleichung nicht.
    Wer nicht mit einer Axt umgehen kann, der kann keinen Baum fällen.
    Schon bei Kitakindern kann man die verschiedenen Begabungen erkennen.
    Und wenn das Kind das Glück hat , auf jemanden zu treffen, dier die Begabung erkennt, dann lässt sich etwas daraus machen.
    Gerade in der Musik und im Sport ist das wichtig.

  17. #17 Beobachter
    27. Januar 2019

    zu # 16:

    ” … Wer glaubt, dass sich alles erlernen lässt, der irrt … ”

    Wer glaubt, dass sich nichts erlernen lässt, der irrt.

    Begabungen nicht zu erkennen und zu fördern ist ebenso sträflich wie die Möglichkeiten/Chancen zu nehmen, zu lernen.

  18. #18 bote19
    27. Januar 2019

    Beobachter 17
    sehr richtig, die allgemeinbildenden Schulen sollten die brachliegenden Talente optimal fördern. Die Realität sieht leider anders aus.
    Noch vor 20 Jahren gab es Arbeitsgemeinschaften, die sich die Schüler frei auswählen konnten. Heute , durch den Lehrermangel, muss man froh sein, dass der Pflichtunterricht erteilt werden kann.

    Aber jetzt noch mal zu Laßwitz, das scheint ja ein Sexist gewesen zu sein.
    In der 8. Strophe heißt es : Und das törichte Weib (Eva) sprach zu Adam: Dividiere und die Gleichung wird gleich viel einfacher werden.
    Welcher Mathematiker ist je mit der Charakterisierung “töricht” versehen worden?

  19. #19 Beobachter
    27. Januar 2019

    zu # 18:

    Tja, die eine Hälfte der Menschheit hat es wohl seit “Adam und Eva” und bis heute besonders in der Wissenschaft/den Wissenschaften schwerer als die andere Hälfte – bzw. es wird ihr schwerer gemacht.

    Ein gewisses männliches Überlegenheitsgefühl scheint in den Wissenschaften/im Wissenschaftsbetrieb auch heute noch ziemlich “normal” zu sein.
    Wen wundert`s, bei den vielen “Fachmännern” allerorts …
    Und das deutsche Frauenwahlrecht ist ja auch erst 100 Jahre alt !

    Es kommt mir öfters wie ein “männliches Gewohnheitsrecht” vor, und es muss nicht unbedingt und immer bewusster “Sexismus” sein – hoffe ich mal …

  20. #20 bote19
    27. Januar 2019

    Kurt Laßwitz
    dem lieben Gott wird ja so einiges angelastet, Erdbeben, Seuchen und jetzt noch die Logaritmen.
    Dein Kollege Kronecker ist da anderer Meinung, der sagte, “die ganzen Zahlen hat der liebe Gott gemacht, alles andere ist Menschenwerk”.
    Dieser Meinung bin ich auch.

  21. #21 Laie
    2. Februar 2019

    @bote19
    Auch die ganzen Zahlen konvergieren mit zunehmender Grösse zur Unhandbarkeit, weder in endlicher Zeit abzählbar noch aufschreibbar. Die sind wohl vom Teufel gemacht, weil auf dem 1.Blick sind sie ganz harmlos! 🙂

  22. #22 bote19
    2. Februar 2019

    Laie
    Die Idee mit dem Teufel hast du wohl gehabt, weil du dich so oft verrechnest.
    Dass Adam der erste Mathematiker gewesen sein soll ist eine schamlose Übertreibung von Laßwitz und seiner Mathelobby.
    Du kannst 20 Kinder haben ohne bis 20 zählen zu können. Das reicht doch wohl als Gegenbeweis.

  23. #23 Quanteder
    2. Februar 2019

    #22
    Dann hat Gott nur die 1 erschaffen, welche seit seiner Erfindung immer wieder nur kopiert wird.
    Beim Schöpfungsprozess der 1 wurde ihm gewahr, das er niemals sein Kind beim Namen werde nennen können. Nur Menschen können Dinge beim Namen nennen.

  24. #24 Laie
    3. Februar 2019

    @bote19
    “Genesis der Mathematik” ist ja eine Art “Transponierstück”.
    Beim Transponieren können Fehler entstehen, wie im Computer, denn der tut sich permanent verrechnen. Das passiert mir nicht, mit Zettel und Bleistift.