Heute ist der 90. Geburtstag des bekannten Physikers, und aus diesem Anlaß will ich auf eine kuriose Diskussion in der Münchner Kommunalpolitik hinweisen.

Es geht um einige Münchner Straßen, die ein Feynman-Diagramm bilden.

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(Quelle: superberti)

Der Platz befindet sich in München-Lehel, Nähe Isartor. Die Bezeichnung als Feynman-Platz ist nicht offiziell und entsprechende Schilder sollen inzwischen überklebt worden sein.

Dies gab Anlaß zu einer lustigen kommunalpolitischen Diskussion, deren Protokoll man hier findet.

Auszüge:
K: […] Etwa 2 Monate später bekam ich einen Bescheid von der Bezirksverwaltung, ich müsse das Schild wieder wegnehmen, weil sonst Missverständnisse auftreten könnten, wenn ein Unfall passiert und jemand den Krankenwagen holt. Jetzt sind aber so viele Schilder bei uns wegen Parklizenz und Einbahnstraßenregelung, auch die Straßennamen sind manchmal 3-fach hintereinander angegeben, so dass mein Schild, glaube ich, nicht zu dieser großen Verwirrung hätte beitragen können. […]
S: […] Auch ich bin ein großer Fan von Richard Feynman. Allerdings wage ich fast
schon zu behaupten,dass der München-Bezug, der üblicherweise bei Ehrungen,durch eine Benennung eines Platzes oder einer Straße, vorliegen muss, bei ihm nicht direkt gegeben sein dürfte. […]
K: Der München-Bezug ist auch vorhanden, denn gegenüber der Kanalstraße wohnt die KarlValentinFrey, die man auch im Übrigen auch mit F, e und y schreibt, also nur 20 Meter von dem Schild entfernt.
S: Gut.

Kommentare (13)

  1. #1 blugger
    11. Mai 2008

    1. Habe ich nun ein Ausflugsziel für Morgen und werde mir das Schild und den Straßen/Kanalverlauf genau ansehen
    2. Gibt es wohl kaume eine/n Naturwissenschaftler/in, der/die nicht Feynman-Anhänger/in ist. Insofern stünde ein Feynman-Platz jeder Stadt der Welt gut.
    3. Schnell in alternative Reiseführer aufnehmen, dann kann’s nicht mehr so leicht weg.

  2. #2 Helmut D. Bernhardt
    11. Mai 2008

    Mit der Erfordernis des München-Bezuges kann es bei der Landeshauptstadt München wohl nicht so genau genommen werden, wurde doch bereits beschlossen, die bisherige Meiserstraße in Katharina-von-Bora-Straße umzubenennen. Die Frau Martin Luthers war ihrer Lebtag nicht in München und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sie in München wesentlich mehr Anhänger hat als Professor Feynman. Worin besteht in diesem Falle der München-Bezug?

    Weitere Beispiele ließen sich nach einigem Suchen wohl noch finden …

    Außerdem verabscheue ich derart lange Straßennamen sowieso!

    Gruß

    H.D.B.

  3. #3 Rank zero
    12. Mai 2008

    Die Absurditäten werden ja noch etwas bunter durch die merkwürdige Tatsache, dass Feynmans Geburtsjahr auf der Tafel um zehn Jahre vorverlegt wurde.

  4. #4 Thilo Kuessner
    12. Mai 2008

    War mir natürlich auch schon aufgefallen. Vielleicht macht es doch Sinn, daß man in Deutschland Schilder erst genehmigen lassen muß 🙂

  5. #5 Gustav Kröger
    1. Juni 2008

    Mea Culpa,
    als ich das Messingschild in Auftrag gab, musste es wieder mal schnell gehen
    und ich habe den Druckfehler nicht gemerkt. Genau so schnell war aber das Foto in Wikipedia gestellt. Der Fehler ist längst korrigiert.

    Das Messingschild ist übrigens nicht das beanstandete Schild, sondern nur das hinweisgebende. Und Karl Valentin (Fey) wohnte wirklich um die Ecke. Das Argument hat letzlich den Ausschlag gegeben, dass der Antrag auf Anerkennung bei der Bürgerversammlung durchging. Da bediene ich mich auch gerne eines weiteren Querdenkers.

    Aktuell ist der Antrag in Bearbeitung (seit Nov. 07) und ich harre der Dinge.

    MfG Gustav Kröger

  6. #6 Gustav Kröger
    1. Juni 2008

    Mea Culpa,
    als ich das Messingschild in Auftrag gab, musste es wieder mal schnell gehen
    und ich habe den Druckfehler nicht gemerkt. Genau so schnell war aber das Foto in Wikipedia gestellt. Der Fehler ist längst korrigiert.

    Das Messingschild ist übrigens nicht das beanstandete Schild, sondern nur das hinweisgebende. Und Karl Valentin (Fey) wohnte wirklich um die Ecke. Das Argument hat letzlich den Ausschlag gegeben, dass der Antrag auf Anerkennung bei der Bürgerversammlung durchging. Da bediene ich mich auch gerne eines weiteren Querdenkers.

    Aktuell ist der Antrag in Bearbeitung (seit Nov. 07) und ich harre der Dinge.

    MfG Gustav Kröger

  7. #7 Gustav Kröger
    1. Juni 2008

    Mea Culpa,
    als ich das Messingschild in Auftrag gab, musste es wieder mal schnell gehen
    und ich habe den Druckfehler nicht gemerkt. Genau so schnell war aber das Foto in Wikipedia gestellt. Der Fehler ist längst korrigiert.

    Das Messingschild ist übrigens nicht das beanstandete Schild, sondern nur das hinweisgebende. Und Karl Valentin (Fey) wohnte wirklich um die Ecke. Das Argument hat letzlich den Ausschlag gegeben, dass der Antrag auf Anerkennung bei der Bürgerversammlung durchging. Da bediene ich mich auch gerne eines weiteren Querdenkers.

    Aktuell ist der Antrag in Bearbeitung (seit Nov. 07) und ich harre der Dinge.

    MfG Gustav Kröger

  8. #8 alex
    6. Juni 2008

    1918, NOT 1908 !

  9. #9 Bianca Castafiore
    24. November 2010

    Ist denn der Antrag jetzt – immerhin 3 Jahre später – noch “in Bearbeitung”?

    Immerhin ist das Schild nach wie vor in überklebtem Zustand zu sehen, und wie man an diesem Link https://tinypic.com/r/sos5jd/7 sehen kann, finden immer noch einzele Jünger Feynmans ihren Weg zu diesem Platz und hinterlassen Devotionalien…

  10. #10 Thilo
    25. November 2010

    @ Bianca Castafiore:

    Ich habe bei Herrn Kröger nachgefragt, habe aber bisher keine Antwort bekommen.

  11. #11 Bianca Castafiore
    28. November 2010

    Danke; ich bin gespannt…

  12. #12 Maitol
    17. September 2011

    Hallo,
    wie ist denn der Status ein ³/4 später?

  13. #13 Maitol
    17. September 2011

    ³/4 Jahr; tzt wie schnell die Jahre verloren gehen