Ein offensichtliches Problem mit der Entwicklung der Künstlichen Intelligenz ist, dass Schüler und Studierende ihre Hausaufgaben nicht mehr selber machen, sondern von ihrem Chatbot erledigen lassen. Manche Kollegen verzichten deshalb inzwischen darauf, Hausaufgaben überhaupt zu bewerten. Immerhin müssen die Studierenden die Lösungen des Chatbots noch selbst verschriftlichen, es gibt wohl noch keine Programme, die die Antworten automatisch in die Handschrift des Studierenden übertragen.
Aber wie gut sind die Bots wirklich?
Auch um zukünftig einen Vergleich (der Entwicklung in den nächsten Jahren mit dem heutigen Stand) zu haben, versuche ich es mal mit dem ersten Übungsblatt meiner aktuellen Analysis II-Vorlesung. (Die Aufgaben sind nicht von mir, ich halte nur die Vorlesung.)
Man sollte dort zu verschiedenen Funktionenfolgen (auf unterschiedlichen Definitionsbereichen) punktweise und gleichmäßige Konvergenz entscheiden.
Die Lösungen sind korrekt und die Erklärungen durchaus auf den Punkt, aber natürlich viel zu knapp als dass Studierende sie so abgeben könnten. Vor allem bei Aufgabe 3a) hätte man schon genauer sagen sollen, welcher Wert nicht unterschritten wird. (Für hat man .)
Man bekommt auch im Nachhinein keine ausführlicheren Lösungswege angeboten, stattdessen schlägt ChatGPT vor, „intuitive Erklärungen“ oder „typische Klausurfallen“ zu zeigen.
Fazit: Zumindest bei diesem Übungsblatt nimmt der Bot den Studierenden die Arbeit noch nicht komplett ab. Trotzdem dürfte es natürlich schon eine große Erleichterung sein, die richtige Lösung und auch den Kern der Argumentation angezeigt zu bekommen.




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