Auf Jeju, Koreas beliebtester Ferieninsel, findet diese Woche der im 4-Jahres-Rhythmus von der IUCN organisierte Weltnaturschutzkongress statt. Das Ereignis kommt in der Presse, auch hier in der koreanischen, kaum vor, weshalb ich es wenigstens hier erwähnen will ūüôā

Wohl als Teil der Öffentlichkeitsarbeit zum Kongress hat die IUCN am Montag eine Liste der (nach einer Umfrage unter 8000 Wissenschaftlern) 100 hinsichtlich ihrer (für den Menschen) Nutzlosigkeit meistgefährdeten Arten vorgelegt, unter dem Titel “Priceless or worthless?”.
Platz 1 belegt die Madagassische Schnabelbrustschildkröte:

Platz 2: der Pescado-Stummelfußfrosch, der ist so selten, daß nicht mal Wikipedia ein Foto hat. (Es gibt aber ein Bild beim Guardian.)
Platz 3: der Nördliche Spinnenaffe:

Kommentare (16)

  1. #1 rolak
    12. September 2012

    Zwei Anmerkungen zu dem Stummelfu√üfrosch (der ulkigerweise im Englischen ‘toad’, also Kr√∂te/Unke ist):
    Eine Bildersuche mit g* √ľber den lateinischen Namen ergibt einiges an Bildmaterial (ja, mir ist klar, da√ü die kaum einbindbar sind).
    So besonders stummelf√ľ√üig sieht er ja nicht aus, gibt es da vielleicht eine Erkl√§rung?

    Sprache wird doch immer verwirrender — ist doch das Herkunftsadjektiv der Schnabelbrustschildkr√∂te augenscheinlich √ľblich, w√§hrend der Duden ausschlie√ülich die auch mir bekannte Variante kennt.

  2. #2 Thilo
    12. September 2012

    Hallo, ich frage mich auch, warum der Stummelfu√üfrosch Pescado hei√üt. Ich wei√ü nicht, ob der nach dem Flu√ü benannt ist ( laut Wikipedia flie√üt der in Argentinien, w√§hren die Kr√∂te in Ecuador beheimatet ist) oder nach Pescado, dem spanischen Wort f√ľr Fisch (macht auch nicht wirklich Sinn)

    Mir ist unklar, warum Dein Kommentar im Spamfilter steckte, manches hakt hier noch nach dem Umzug.

  3. #3 Thilo
    12. September 2012

    Okay, meine Frage beantwortet sich mit Blick in die englische Wikipedia: Rio Pescado bezieht sich nat√ľrlich eindeutig auf den Flu√ü.

  4. #4 rolak
    12. September 2012

    /mir ist unklar/ Ehrlich gesagt h√§tte mich angesichts des erratischen Verhaltens von dem Teil der Software jede andere Antwort verwundert. Was mich besonders erstaunte war der Umstand, da√ü nach dem Abschicken sang und klanglos der weiterhin unkommentierte post angezeigt wurde statt des schon des √∂fteren zu sehenden ‘…in Moderation’.

    Nu ja, vielleicht stellt der Duden eine besonders subversive site dar…

  5. #5 Anhaltiner
    13. September 2012

    warum kann man dieses Artikel nicht √ľber den Feed aufrufen?

  6. #6 rolak
    13. September 2012

    Tach Anhaltiner, ein Verhalten des feeds, da√ü mir heute morgen schon auffiel: Ab und zu ist mehr oder weniger kurzfristig in der √ľbergebenen url der Name der jeweiligen blogs durch das generische ‘blogs’ ersetzt. Meiner einer konnte schon wieder √ľber diesen Weg nach hier kommen.

  7. #7 para
    13. September 2012

    Ich kann zwar verstehen was die Leute meinen, wenn sie von “worthless” schreiben

    (…) all species have an inherent right to exist.‚ÄĚ

    man also eigentlich die intrinsische Werte betonen will, aber beim besten Willen nicht, warum man eine solche falsche Formulierung wählte.
    Ich kann auch verstehen das man den akademischen Nutzen (Taxonomie, Verhaltensbiologie, Evo…) ausklammert, weil man eben “Nicht-Wissenschaftler” ansprechen will, jedoch w√§ren dann noch immer Werte wie z.B. √Ąsthetik (wird sogar zur Ernennung von Welt-Erbest√§tte herangezogen) – sind ja nun nicht alles h√§√üliche Viecher und Erlebniswert, als das Geld was Leute daf√ľr ausgeben die Viecher zu sehen (ob in einer Doku oder live) v√∂llig vergessen wird.

  8. #8 Stefan
    13. September 2012

    Zum Thema Wert von Arten. Ich habe vor einiger Zeit vernommen, dass es √Ėkonomen g√§be die einige Tierarten anhand ihres √∂konomischen Nutzens einsch√§tzen. Jede Tierart bekam dann einen Preis zugeordnet. Ich habe ebenfalls geh√∂rt, dass manche dies f√ľr ein ad√§quates Mittel halten auszuw√§hlen f√ľr welche Arten man sich mehr einsetzen sollte.

    Ich kann mich aber nicht mehr an Einzelheiten erinnern, oder von welchem Institut oder woher auch immer das kam.
    Wei√ü jemand vielleicht mehr dar√ľber?

  9. #9 para
    13. September 2012

    @Stefan

    Stark vereinfacht, es ist m√∂glich den Geldwert einer Art zu berechnen, indem man schaut wieviel Geld Leute ausgeben um z.B. ein Tier zu sehen. Das kann man direkt machen, indem man fragt oder eben indirekt, indem man nur beobachtet wer was wof√ľr ausgibt..
    Wenn z.B. Familie Blubber sagt, sie fahren f√ľr ‚ā¨1200 nach Afrika um einen L√∂wen zu sehen, kann man sagen das ein L√∂we schonmal 1200‚ā¨ wert ist. Wenn man das √ľber einen Zeitraum von z.B.einem Jahr macht- bekommt man am Ende raus wieviel Geld L√∂wen wert sind, nur weil sie *da* sind und gesehen werden. Dem werden dann die Kosten (Schutz, Gehege, Ranger, Ersatzzahlung wenn L√∂wen Haustiere fressen…) gegen gerechnet.
    Schlie√ülich kann man dann noch aufteilen: Geld was direkt in der Region gelassen wird (Eintritt f√ľr Parks, Hotelkosten) und Geld, welches Touristen im eigenen Land lassen z.B. die Reisekosten. Am Ende l√§sst sich dann sagen das L√∂wen [f√ľr die Zielregion X, f√ľr das Herkunftsland Y] einen Wert von “Z” haben . F√ľr eine allgemeine √úbersicht zu dem Thema ist die Homepage der a href=”https://www.cbd.int/”> cbd (convention on biological biodiversity) geeignet- da im Suchfeld “economic value” eingeben und man findet recht viele Arbeiten √ľber das “wie”, “wie viel” etc.

  10. #10 para
    13. September 2012

    cbd -Link als Nachtrag…

  11. #11 Rainer M.
    13. September 2012

    @para: Ich sch√§tze mal, dass viele der 100 genannten Arten auch unter diesem Aspekt schlecht abschneiden. Wer fliegt schon nach Madagaskar, um Schnabelbrustschildkr√∂ten in “freier Wildbahn” zu erleben? Diese Art erlangt tragischerweise erst dann einen monet√§ren Wert, wenn sie gesammelt und an verantwortungslose Terrarianer verscherbelt wird; um den Preis ihres Aussterbens in der Natur.
    Oder die “Seychelles sheath-tailed bat”, f√ľr die es offenbar nicht mal einen deutschen Namen gibt. Selbst wenn es Touristen gibt, die wegen der Natur auf die Seychellen kommen, dann wegen der einmaligen Vogelwelt oder der Korallenriffe, aber nicht um ein, zwei Dutzend kleiner schwarzer Flederm√§use in einer dunklen H√∂hle zu sehen.
    Ich weiss auch nicht, wie man Menschen davon √ľberzeugen kann, dass Tier- und Pflanzenarten auch dann einen Wert haben, wenn man sie weder besitzen noch in freier Natur mit ihnen “auf Tuchf√ľhlung” gehen kann, oder wenn ihre Verschiedenartigkeit oder Einzigartigkeit nur f√ľr den erkennbar ist, der sich lange Zeit mit ihnen besch√§ftigt. H√§sslichkeit ist kein Problem, das finden viele Leute faszinierend. Aber unscheinbar, wie die Sidamolerche, das ist t√∂dlich.
    Das ganze Dokument kann man √ľbrigens hier als pdf runterladen.

  12. #12 para
    15. September 2012

    @Rainer M.

    klar, das Löwenbeispiel ist ja auch nur eine Methode um einen Wert zu ermitteln- gibt da ja noch mehr.
    Ich halte es schlicht weg f√ľr eine sehr dumme Idee den Eigenwert einer Art (der es immerhin ins Bundesnaturschutzgesetz geschafft hat, gleich in ¬ß1 Satz 1) hervorzuheben, indem man den direkten Wert f√ľr Menschen abspricht.
    Die Liste f√ľr sich ist reine Willk√ľhr, streng genommen m√ľsste sie Wirbellose-Dominierend sein, weil diese Gruppen schlicht weg auch die meisten Arten stellen. Hinzu kommen dann solche Sachen wie der Buckelwal, dessen Kot (allgemeim, Kot von Gro√üwalen) wichtige N√§hrstoffeintr√§ge in K√ľstenregionen einbringen, was wiederum Phytoplankton ben√∂tigt, auf dass wiederum z.B. Krill angewiesen ist, den wir dann tonnenweise abfischen. Selbst wenn das Kotbeispiel zu abwegig ist, w√§re dann noch immer der Waltourismus.

  13. #13 para
    15. September 2012

    Nachtrag.
    Beim √ľberfliegen fiel mir auf das der Buckelwal erst am Ende zu den “geretteten” gez√§hlt wird. Ob der nun auch als “worthless” z√§hlt, sei mal dahingestellt, in dem Kontext jedoch liegt der Verdacht nahe.

  14. #14 Rank zero » Blog Archive »
    19. September 2012

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  15. #15 Elliott
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    3. Januar 2013

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