Gestern und vergangenen Freitag lief im ZDF die Serie „Deutscher“, in der es (kurz gesagt) darum ging, wie eine Regierungsbeteiligung einer populistischen Partei die Atmosphäre in einem Land auch schon ganz ohne neue Gesetze und Maßnahmen ändern kann.

Eines der Elemente im Film war dabei eine (nicht von der neuen Regierung, sondern dem plötzlich seine Einstellung ändernden Lehrerkollegium) beschlossene Trennung der Schüler nach „Religionszugehörigkeit“, also der Einrichtung eigener Schulklassen für Muslime.

Es ist vielleicht erwähnenswert, dass manche Mathematiker und Mathematikdidaktiker hier der Dystopie schon einen Schritt voraus sind, genauer gesagt sogar schon mehr als zehn Jahre. An der Universität Dortmund finden regelmäßig Lehrveranstaltungen statt, in denen Lehramtsstudierende darauf vorbereitet werden sollen, Mathematik auf Türkisch statt auf Deutsch zu unterrichten. Begründet wird das natürlich in stets sehr wohlformulierten Sätzen mit dem Kindeswohl (der türkischstämmigen Kinder), die sich in einer entmischten Lernumgebung besser auf die Mathematik konzentrieren könnten als gemeinsam mit deutschen Kindern. (Und – so wird es natürlich nicht gesagt, aber offensichtlich von manchem gedacht – nach dem Schulabschluß können die ja eh „zurück“ in die Türkei.) Zitat aus einer fachdidaktischen Arbeit (das sich ähnlich in einer Reihe weiterer Arbeiten findet):

Für diejenigen Lernenden, die sich in ihrer Erstsprache deutlich sicherer als in der Unterrichtssprache bewegen, kann es lernförderlich sein, die ersten Ideen zu neuen Themen in Gruppen- oder Partnerinteraktionen in der Erstsprache zu formulieren und erst danach in der Unterrichtssprache. Dies gilt sogar dann, wenn die Lehrkraft diese Erstsprache nicht spricht.

Obwohl es diese Projekte in Dortmund schon vor mehr als zehn Jahren gab und sie damals auch versuchsweise in Schulen umgesetzt wurden, findet man nirgendwo Untersuchungen, was aus den damals auf Türkisch in Mathematik unterrichteten Kindern geworden ist, ob sie es beispielsweise heute mehr als zehn Jahre später geschafft haben, eine Berufsausbildung aufzunehmen. Man will es wohl lieber nicht so genau wissen.

Kommentare (47)

  1. #1 Unbote
    27. Juni 2020

    Vor etwa 60 Jahren gab es noch Schulklassen , wo die Jungen und die Mädchen getrennt waren.
    Dann hat man eingesehen, dass es vorteilhafter ist beide Geschlechter gemeinsam zu unterrichten. Man nennt das koedukativ. Das hat sich bewährt, weil die Mädchen sich positiv auf das Klassenklima auswirken.
    In den USA waren die Farbigen von den Weißen getrennt. Jetzt werden sie gemeinsam unterrichtet.
    In Südafrika gab es die Apartheid.
    Und jetzt will man Deutsche von Immigranten beim Matheunterricht zu trennen . Es gibt keine islamische Mathematik.

    Für den Versuch der Trennung gibt es keine Entschuldigung. Wer das versucht, der versucht den Rassismus durch die Hintertür einzuführen.

  2. #2 2xhinschauen
    27. Juni 2020

    Halb OT: Gibt eigentlich pädagogisch/fachliche Gründe, warum in der gymnasialen Oberstufe nicht schon längst die Nawis auf englisch, Mathe auf französisch und Geschichte auf spanisch o.ä. angeboten werden? Um die “proficiency” zu fördern. Von mangelnden Sprachkenntnissen der Lehrkräfte jetzt mal abgesehen?

  3. #3 Julia
    28. Juni 2020

    @2xhinschauen
    Bilinguale Schulen gibt es schon lange. Zumindest in den Großstädten.

  4. #4 Beobachter
    28. Juni 2020

    @ Thilo:

    ” … An der Universität Dortmund finden regelmäßig Lehrveranstaltungen statt, in denen Lehramtsstudierende dafür ausgebildet werden sollen, Mathematik auf Türkisch statt auf Deutsch zu unterrichten. … ”

    Für Lehramtsstudierende für Grund- und Hauptschulen/Realschulen oder für Gymnasien?

    Diese Segregation wird wohl nur in Grund- und Hauptschulen, (Realschulen ?) durchführbar sein, denn der Anteil von “Migranten-Kindern” (und Kindern aus sog. “sozial schwachen Familien”) wird an Gymnasium wohl ziemlich gering sein.
    Da hat man schon vorher “sortiert”.

    Es gibt Leute (auch Stamm-Kommentatoren hier bei SB), die die Haltung vertreten, dass die Hauptschule eh der “Abfalleimer” unseres Bildungssystems sei.
    Wenn man dort Mathematik auf Türkisch lehrt, ist das m. E. sozusagen eine doppelte Segregation.
    Kein Wunder, dass es bis heute keine Untersuchungen darüber gibt, was aus diesen doppelt abgetrennten SchülerInnen geworden ist – sie werden wohl kaum eine Chance gehabt haben …

    @ Unbote:

    Du hast die “behinderten” Kinder vergessen.
    Früher hat man die gerne in “Förderschulen” (im Volksmund “Eselsschulen”) untergebracht.
    Heutzutage bemüht man sich um Inklusion –
    wie es aber damit in der praktischen Umsetzung in unserem Bildungssystem bestellt ist, wird wohl auf einem anderen Blatt stehen.

    @ 2xhinschauen:

    Warum in der gymnasialen Oberstufe nicht gleich “die Nawis” auf chinesisch?
    Der chinesische Markt ist der Markt der Zukunft, und der akademische Nachwuchs soll beizeiten darauf vorbereitet und deren “proficiency” gefördert werden.

    Privatgymnasien suchen sich ja auch schon chinesische Partnerschulen … :

    Bsp.:

    https://www.heisenberg-gymnasium.de/html/page.php?page_id=58&single_con_view=2419

    “CORONA BREMST CHINA-AUSTAUSCH
    Erinnerung an unseren Besuch in Hangzhou 2019
    … ”

    Und viele Kinder aus “sozial schwachen Familien” (mit und ohne “Migrationshintergrund”) haben zu Hause nicht mal einen PC/Drucker als Grundvoraussetzung, um an “Home-Schooling” teilnehmen zu können.

    Tja, so ungleich sind die Chancen verteilt –
    da hat Mathematik auf Türkisch gerade noch gefehlt.

  5. #5 Thilo
    28. Juni 2020

    Es geht natürlich um Grundschulen, nicht um Gymnasien.

  6. #6 Beobachter
    28. Juni 2020

    Nachtrag:

    https://www.zdf.de/serien/deutscher

    “Was wäre wenn…?
    Die Drama-Serie DEUTSCHER erzählt von der Spaltung unserer Gesellschaft, als eine rechtspopulistische Partei mit absoluter Mehrheit gewählt wird und die Regierung übernimmt. Doch wie wirken sich diese politischen Veränderungen auf den Alltag zweier gegensätzlich denkender Familien aus? Können sie die Spaltung überwinden?”

    Die soziale Spaltung in unserer Gesellschaft ist schon so ausgeprägt, dass es dazu kaum mehr einer regierenden rechtspopulistischen Partei bedarf.
    Diese Spaltung ging bisher auch ganz ohne (z. B. AfD) vonstatten –
    z. B. Hartz IV haben wir Rot-Grün zu verdanken und die Ökonomisierung unseres Gesundheitswesens allen bürgerlichen Parteien.

  7. #7 PeterK
    Zürich
    28. Juni 2020

    Mal abgesehen von solchen schulischen Auswirkungen, ist der Plott ja mal wieder dermassen dumm gelungen, dass man sich ja nicht wundern muss, wieso deutsche Filme garantierte Flops sind. Es geht hier doch ganz klar um die AfD zu verdammen. “Schaut her, was passiert, wenn die AfD an die Macht kommt”.
    Diese dummdreiste Feindbild-Generierung. Und mit dem definieren “des Bösen”, wird implizit definiert, wer “die Guten” sind.
    Halt eben eine Zementierung der Hufeisen-Theorie. Links und Rechts sind Linke und AfD aka “die Bösen” oder “die Extremisten”; während in der Mitte, völlig unabhängig von den beiden Rändern und absolut unschuldig an der aktuellen Situation, sind die SPD, Grüne, CDU und CSU, aka “die Guten” oder “die Moderaten”.

  8. #8 Wilhelm Leonhard Schuster
    Ansbach
    28. Juni 2020

    Soziale Spaltung hat es schon immer gegeben und wird es immer geben.
    Wer hier nach Deutschland kommt, hat sich hiesigen Gegebenheiten anzupassen.
    Um hier Ruhe zu schaffen, wird es notwendig sein,
    Randalierer a la Stuttgart oder Hamburg, soweit möglich, sofort auszuweisen und in IHRE Heimatländer zurückzubringen.
    Vor ca 150 Jahren gab es in Deutschland und KuK
    eine Verfügung, daß Leute, fern ihrer Heimat, so sie Ungemach anrichteten , nach dorthin zurückgebracht worden sind.
    (Es gibt einen Schuster, nah Verwandt mit mir, der damals von Wien , heimgeschickt worden ist.
    Was er angestellt hat, ist mir nicht bekannt.
    Wird halt nahe damaligem arbeitsscheuem , “Landstreicher-Unwesen ” gewesen sein .)

    Mein persönliches “Soziales” :

    Als dummen Bauernbuben haben mich die am Heimathause vorbeibrausenden Lokomotiven ungeheuer beeindruckt.

    Ich habe zwar nicht gewußt, wie die funktionieren, aber so etwas habe ich auch bauen wollen.
    Auch habe ich vom Weißkopf Gustav gehört, der von unserm Kappelbuck aus, damals, sicher ins Altmühltal hat fliegen wollen.

    Kurz, mit 17/18 habe ich mir Startkapital für Arbeitssuche in der Stadt (München oder Stuttgart) erarbeitet. 1950 gab es dort zwar reichlich, Arbeit aber eben “absolut” keine Wohnung!

    Ich habe bei Grundig anheuern können und mit 0 Kapital, aber mit Ami Feldbettgestell und Federbett
    Geschenk meiner Eltern, bei meinem Steiners Helmut Freund, zusammen in einer Stube in Nürnberg wohnen können.
    Geerbt von meinen Eltern habe ich 0 DM.
    Von wegen Förderung durch den Staat!

    “Friß Vogel oder stirb ” , war Gängiges!

    Wenn ich an meiner Arbeitsstätte Null Leistung gebracht oder sonst irgendwie gemosert hätte, wäre ich geflogen.

    Das war damals selbstverständlich und ist es logischerweise noch heute.
    Nur gibt es heutzutage den Unterschied, daß der Zugezogene aus “Hinter dem Mond Land” wuiselt:

    Böser Rassist DER.

    Und Presse Funk und andere Hinterwäldler stimmen
    bei und geben ihm recht.
    Was ein negativer Unterschied zu mir damals!

  9. #9 Beobachter
    28. Juni 2020

    @ WLS, # 8:

    Und wohin weisen Sie denn die vielen “waschechten” Deutschen aus, die mit einigen Zuständen hier unzufrieden sind und deshalb auf die Straße gehen und friedlich demonstrieren?
    Leute, die z. B. für mehr Umweltschutz oder für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne in der Pflege auf die Straße gehen?

  10. #10 Wilhelm Leonhard Schuster
    Ansbach
    28. Juni 2020

    Beobachter, Sie sprechen hier in der Tat ein Problem an.
    hto ist so einer, der zwar die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt aber niemals Deutscher sein wird, was er mit “schickt EURE Schixen” zu den ….,
    hier dokumentiert hat.

    Mein Namens Vetter, der Schuster, in Würzburg tätig, ist auch so einer.
    Der geht soweit zu sagen (frei aus der Erinnerung):

    ” Wir (Juden?) leben in einem demokratischen Deutschland und wem selbiges nicht paßt, der kann doch (ich glaube er sagte: soll doch) auswandern .”

    Der Kissinger dessen Mutter meine Mutter kannte, hätte sich diplomatischer ausgedrückt.

    Beispiel: Das Gespräch zwischen den beiden Ex Politikern : Kissinger und dem ehemaligen Bundeskanzler Schmidt .

    Im Grunde war das “an die Gurgel gehen” zu spüren-
    aber Beide, haben Wahrheiten höflichst umschifft.

    Diplomatie eben!
    Dagegen kommt mir der Schuster wie der ” seelige” (oder unseelige) Adolf vor : ” Ab Vier Uhr wird zurückgeschossen”.

    Ausweisen kann und will der Deutsche Staat diese Leute nicht .
    Und das Bundesverfassungsgericht ist zu feige sich derartiger Auswüchse anzunehmen.

    Im übrigen. muß ein Staat, eben ca 20 % “Volldeppen”
    im Sinne : “Ich gehöre nicht zu euch” verkraften können.
    Moderne Ostvölkerschaften haben Minderheiden
    gebilligt vom ” humanen Westen” ausgerottet.
    Der Herr Prager,(Schulfreund) aus Prag, hat mir damals, 1947 erzählt:
    Die haben zwischen den Deutschen und UNS keinen Unterschied gemacht.
    Einige Leute vergessen das eben.
    Im übrigen sind nicht alle Demonstranten Volldeppen-
    obwohl ich zu Zeiten, als
    Tausende von jenen mit roter
    Fahne voraus, durch Nürnberg zogen, an deren Verstand zweifelte.

  11. #11 bote
    28. Juni 2020

    Thilo hat darauf hingewiesen, dass es um die Grundschulen geht. Dabei ist das Zauberwort die Integration für Kinder verschiedenster Herkunft. wichtig ist, dass sie ein “Wirgefühl” entwickeln. Und es stimmt. Eine Klassengemeinschaft ist nach der Ehe die stärkste Gemeinschaftsform die es gibt.
    Die Selektierung nach Begabung und Fähigkeiten, die darf erst später kommen in der Form von Schulsystemen und in der Form von Kursen. Man sollte dabei bedenken, dass wir das um den Preis der Integration machen.

  12. #12 RukasiMub
    Киев - Украина
    28. Juni 2020

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  13. #13 ralph
    28. Juni 2020

    Wir haben seit 2015 drei syrische Familien im Dorf. Die zahlreichen Kinder sprechen untereinander bestes Deutsch, ganz selbstverständlich. Sollten das türkisch stämmige Familien, welche seit Generationen hier leben nicht auch hinkriegen? Sehr viele – hoffentlich die Meisten – kriegen das ja auch hin, wachsen zweisprachig auf, was auch in kultureller Hinsicht ein Vorteil ist. Das Problem sind die anderen Eltern, die offenbar kein Interesse daran haben, dass ihre Kinder Deutsch lernen. (Vermutlich würde es schon genügen ihre Kinder nur deutschsprachige Fernsehsendungen gucken zu lassen. ) Warum das so ist, muss offen diskutiert werden können, ohne gegenseitige Schuldzuweisungen aber durchaus mit Selbstkritik auf BEIDEN Seiten. Hier liegt m.E. ein grundsätzliches Problem, denn eine sachliche Diskussion ohne Moralkeulen und Emotionen ist so gut wie unmöglich.

  14. #14 Beobachter
    28. Juni 2020

    @ ralph, # 12:

    In der Grundschule Mathematik auf Türkisch zu lehren und Lehrer dafür auszubilden (wie im realen Beispiel im Beitrag), trägt sicherlich NICHT dazu bei, dass türkische Kinder schneller/besser deutsch lernen, integriert werden und gleiche Chancen haben.

    Alle meine “ausländischen” Nachbarn (Afrikaner, Türken, Russen, Thais, …) sprechen sehr gut deutsch, besonders die jüngeren.
    Die Kinder (auch die Mädchen !) gehen z. T. in die örtlichen Sportvereine (Fußball, Handball, Hockey).

    @ bote, # 11:

    Der Anteil von “Hartz IV-Kindern/Jugendlichen” (mit und ohne Migrationshintergrund) an Gymnasien wird wohl sehr gering sein.
    (Gibt es dazu Untersuchungen?)
    Glaubst du, dass das daran liegt, dass diese Kinder weniger “begabt und fähig” sind und deshalb schon vorher aus-“selektiert” wurden und in der Hauptschule “hängengeblieben” sind?
    Oder die Schule ganz schmeißen, ohne Abschluss?

  15. #15 Wilhelm Leonhard Schuster
    Ansbach
    29. Juni 2020

    Hartz Kinder (auf Stuttgarts Straßen?)

    Cem, hat, so nebenbei, darauf hingewiesen ,
    daß die Buben, sauber, eine Ausbildung machen sollen (und können) und nicht auf Straßen rum lungern sollen.

    Untersuchungen?

    Ich könnte mir vorstellen, daß es da eine Menge
    Kinder gibt, die sich auf Kosten ihrer, anerkannt wirklich hart arbeitenden Eltern, (die natürlicherweise ihren Nachwuchs stützen) “Plus Hartz” einen schönen Lenz machen.

    Im übrigen wollen doch wohl die Meisten
    (wie Cem), nicht in die Türkei zurück.
    (Allenfalls im Alter als Rentner)

    Andere Länder andere Sitten:

    Ich habe ein schönes, intelligentes, voll deutsch angepaßtes (aber sauberes) türkisches Mädchen, sagen hören :

    Meine Eltern haben mich in der Türkei verkuppelt. In 14 Tagen, verlasse ich Deutschland und heirate den Mann. Ich freue mich schon darauf.

  16. #16 Fluffy
    29. Juni 2020

    @Beobachter #14

    In der Grundschule Mathematik auf Türkisch zu lehren und Lehrer dafür auszubilden (wie im realen Beispiel im Beitrag), trägt sicherlich NICHT dazu bei, dass türkische Kinder schneller/besser deutsch lernen

    Diese Kinder sollen besser in Mathe werden. Wenn sie besser in Deutsch werden sollen, muss man auch den Deutschunterricht auf türkisch abhalten.

  17. #17 Beobachter
    29. Juni 2020

    @ Fluffy, # 16:

    Wer in Deutschland die deutsche Sprache beherrscht, ist klar im Vorteil, und zwar in allen Bereichen – oder etwa nicht?

    Wer befürwortet, dass türkische Kinder in Deutschland in der Grundschule auf türkisch unterrichtet werden, unter dem Vorwand, sie in einzelnen Fächern “besser” machen zu wollen, betreibt eine Spaltung unseres Schulsystems und verhindert Integration.

    Warum dann nicht gleich getrennte Schulen/Schulklassen (s. o. im Beitrag) für Muslime mit türkisch als Unterrichtssprache?
    So würde man Deutsch-Kenntnisse außen vor lassen und gesellschaftliche Benachteiligungen, Migranten-“Parallelgesellschaften” und “Clanbildung” befördern.

  18. #18 Wilhelm Leonhard Schuster
    Ansbach
    29. Juni 2020

    @ 12 Rukasi

    Es reicht schon, wenn einige meinen hier Englisch
    Schreiben zu müssen – aber Rukasisch ?

    Wer soll, oder kann, selbiges schon lesen!
    Also bitte auf Deutsch wiederholen, wenn Sie hier was zu sagen haben wollen.
    Vielleicht kann der Herr Dr. Webbaer (in Kurzform) übersetzen?
    Fluffy, die Imame bringen den Kindern schon bei
    wie sie mit “ungläubigem” (lol) Mathe oder Deutsch Unterricht umzugehen haben.

    Und ich muß gestehen, daß deren Unterricht, offenbar,
    weit besser, denn jeder Deutschunterricht ist.
    (Im übrigen hat sich die Türkei aus dem Kriege heraushalten können.)

    Im “Deutschunterricht” lernen sie doch nur:

    Die Deutschen sind urböse und haben sämtliche Länder Europas, in IHREM Weltbeherrschungswahn
    des bösen Hitler überfallen .

    Von wahren geschichtlichen Ereignissen und ihren Gründen, keine Spur!
    Selbst in der Bundeswehr sind positive Anklänge an die Kameraden “Faschisten” Wehrmacht ,- kameradschaftlich (per Denunziation) zu verfolgen. (lol)

  19. #19 Beobachter
    29. Juni 2020

    Lesenswerter Artikel zum Thema:

    https://www.deutschlandfunkkultur.de/boom-der-privatschulen-die-mittel-und-oberschicht-setzt.976.de.html?dram:article_id=441357

    “Boom der Privatschulen
    Die Mittel- und Oberschicht setzt sich ab
    … ”

    ” … Soziale Trennung beginnt mit dem Wohnort … ”

    ” … Beschleunigte Segregation in ostdeutschen Städten … ”

    Studie zur sozialen Segregation:

    https://www.wzb.eu/de/pressemitteilung/arm-und-reich-jung-und-alt-immer-seltener-tuer-an-tuer

    ” … Bildung ist käuflich … ”

    Wie gesagt, so weit sind wir in Deutschland heute schon – ganz ohne regierende rechtspopulistische Partei … !

  20. #20 Fluffy
    29. Juni 2020

    Beobachter #17:
    Blödsinn
    Du hast Witz an der Sache nicht verstanden.
    Willst du nicht, dass das Grundschulkind besser in Mathe wird, oder willst du dich mit ihm unbedingt mal auf deutsch unterhalten? Eine didaktische Nachhilfe in der Muttersprache ist sicher förderlich.
    Ich kenne die Umstände an der Uni Dortmund nicht im Detail, aber meine Kritik würde ansetzen mit der Frage, warum nur türkisch? Aus Gründen der Gleichstellung und eines ebenfalls relativ hohen Anteil von Kindern mit diesem Migrationshintergrund würde ich auch polnisch, russisch etc erwarten, ja fordern, schließlich tun sich auch gerade Unis mit der gendermäßigen Gleichstellung so prinzipiell hervor.

  21. #21 Tante Tulli
    29. Juni 2020

    Von welchen Lehrern sprechen wir hier? Von denen, deren Vertrag mit Schuljahresende ausläuft und die nach den großen Ferien einen neuen Vertrag abschließen können für die nächsten 10 1/2 Monate?
    Und wie gut kann ein Matheunterricht sein, wenn der Lehrende nicht ganz trittfest durch eine für ihn fremde Sprache stolpert?

    Die Idee ist ja nicht schlecht, aber ich zweifele doch sehr, daß das dafür nötige Geld investiert wird.

    Schule ist Ländersache, und da ist ja noch nicht mal Geld für Wartung der Bausubstanz vorhanden.

  22. #22 Fluffy
    29. Juni 2020

    Das ist off Topic. Wir reden hier von einer Didaktikausbildung an der Uni. Ja, fremdsprachiger Unterricht sollte am besten immer von Muttersprachlern gegeben werden.

  23. #23 Beobachter
    29. Juni 2020

    @ Fluffy, # 20:

    Blödsinn !

    Hab eh schon dran gezweifelt, ob du überhaupt ernst meinst, was du hier vertrittst und ob es nicht doch “Satire” ist.

    Ich will, dass alle Grundschulkinder in Deutschland deutsch können, sich untereinander und die Unterrichtssprache Deutsch verstehen, gern in die Schule gehen und lernen (und so auch die Leistungen besser werden), unabhängig von ihrer (auch sozialen, siehe # 19) Herkunft gut integriert sind und die gleichen Chancen haben – auch für ihr zukünftiges Leben, denn die Grundschule ist für alle Kinder das (Bildungs-)Fundament.

    Was soll die von dir geforderte Aufspalterei, Trennung in Nationalitäten und Unterrichtssprachen?
    Und das schon in der Grundschule?

    Hast du auch nur 1 Gedanken daran verschwendet, wie deine m. E. Schnapsidee überhaupt praktisch umsetzbar wäre, wenn man tatsächlich wollte?
    Wo sich viele Grundschulen eh in einem maroden baulichen Zustand, es bröselt, schimmelt und reinregnet, es an Grundschullehrern mangelt, die Klassen viel zu groß sind, sich man mit schlecht ausgebildeten Quereinsteigern behilft usw. etc.?
    Und das alles auch noch zu Corona-Zeiten …!

    Und da forderst du fachlich UND fremdsprachlich (türkisch, russisch, polnisch etc.) gut ausgebildete Grundschullehrer?!

    Selbst wenn deine Schreibtisch-Theorie gut wäre (was sie nicht ist), wäre sie in der Praxis nicht umsetzbar.

    https://www.augsburger-allgemeine.de/politik/Wie-marode-sind-deutsche-Schulen-id42733306.html

    https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2019/september/lehrermangel-in-grundschulen-bis-2030-groesser-als-bislang-erwartet/#:~:text=Der%20Lehrermangel%20in%20Grundschulen%20wird,26.300%20Absolventen%20f%C3%BCr%20das%20Grundschullehramt.&text=Neue%20Sch%C3%BClerzahlprognose%20zeigt%2C%20dass%20es,geben%20wird%20als%20bisher%20angenommen.

    https://www.hessenschau.de/gesellschaft/land-wirbt-um-noch-mehr-quereinsteiger-an-grundschulen,lehrer-grundschulen-100.html

    Und das von dir angesprochene “gendermäßige” Fass machen wir besser erst gar nicht auf …

  24. #24 Beobachter
    29. Juni 2020

    @ Fluffy, # 22:

    Realität und Praxis sind für dich “off Topic”?
    Und “Didaktikausbildung an der Uni” und Theorie auf dem Papier sind “on Topic”?

    Arme Kinder – die das alles, in der Praxis, ausbaden müssen … !

  25. #25 naja
    29. Juni 2020

    Man könnte fast auf die Idee kommen, dass es doch ne bessere Idee geben müsste. Sowas wie: Man sorgt dafür, dass türkische* Kinder bei Grundschuleintritt schon etwas Deutsch können. Aber da versagt die Integration offensichtlich von beiden Seiten.
    Anders gesagt: Was für ein Armutszeugnis, dass Familien inzwischen vermutlich in der vierten Generation hier leben, und es absolut keinen Wert hat, dass diese Deutsch lernen..

    * oder deutschtürkische, turkdeutsche, deutsche…mit türkischem Migrationshintergrund.

  26. #26 Beobachter
    29. Juni 2020

    Die soziale und bildungsmäßige Segregation fängt schon beim Wohnort/der Wohngegend an, an dem/in der man aufwächst (siehe # 19).

    Und unlängst gab es Diskussionen zu Forderungen aus der Politik, Kinder mit mangelnden Deutsch-Kenntnissen später einzuschulen –
    das heißt, eh schon benachteiligte Kinder noch mehr zu benachteiligen:

    https://www.tagesschau.de/inland/deutschkenntnisse-grundschule-101.html

    Viele Eltern halten unser öffentliches Bildungssystem für eine “Katastrophe” und lassen ihre Kinder private Einrichtungen besuchen –
    angefangen von der KiTa bis zum Gymnasium.
    Das muss man sich finanziell leisten können – wie das Leben/Wohnen in einer “guten” Wohngegend.

    https://www.hessenschau.de/gesellschaft/warum-sich-immer-mehr-eltern-fuer-privatschulen-entscheiden,boom-privatschulen-104.html
    (sehr lesenswert ! )

    Der große Rest muss nehmen, was er kriegen kann –
    falls er überhaupt etwas kriegt (z. B. eine bezahlbare Mietwohnung).

    Zu den Kosten für eine “bessere Bildung”:

    https://www.besser-bilden.de/privatschule/kosten-privatschulen/

    Das alles mit steigender Tendenz …
    Auch hier eine zunehmende Spaltung unserer Gesellschaft … – mit all ihren Folgen.

  27. #27 Herr Senf
    29. Juni 2020

    #12 Rukasisch ist offtopic, Mub kann gelöscht werden!
    Macht den ganzen Text Werbung für sein ukrainisches Autogeschäft.

  28. #28 Fluffy
    29. Juni 2020

    an Beobachter #23

    Hab eh schon dran gezweifelt, ob du überhaupt ernst meinst, was du hier vertrittst und ob es nicht doch “Satire” ist.

    Was du vielleicht als Satire empfindest ist das wahre Leben, auch wenn es nicht deinen Vorstellungen entspricht. Soviel Satire könnte ich gar nicht, wie das Leben in echt ist.

    Was soll die von dir geforderte Aufspalterei, Trennung in Nationalitäten und Unterrichtssprachen?

    Das denkst du dir gerade aus.
    Wenn ich einem Kind in Mathe helfen will, dann immer noch am besten in seiner Erstsprache. Und was willst du? Dass alle mit dir deutsch reden.

    Hast du auch nur 1 Gedanken daran verschwendet, wie deine m. E. Schnapsidee überhaupt praktisch umsetzbar wäre, wenn man tatsächlich wollte?

    lol Für die Lufthansa sind doch auch 10Mrd da, Die Autoindustrie hatte ihre Abwrackprämie…
    Im übrigen sind nach meinem Gefühl die meisten Ausländerkinder sprachlich ganz gut drauf. (s.o.) Am ehesten sehe ich Probleme bei den Kindern von den armen Schweinen die im Schlacthof arbeiten.

    Kurz, was das Gendern betrifft, eine Uni-Ausbildung in Didaktik für nur türkische Mitbürger halte ich schon für diskriminierend. Also, wer A sagt, muss auch B sagen (m/w/d).

  29. #29 Beobachter
    30. Juni 2020

    @ Fluffy, # 28:

    ” … Im übrigen sind nach meinem Gefühl die meisten Ausländerkinder sprachlich ganz gut drauf. … ”

    Also, warum machen die das an der Dortmunder Uni mit ihrer Mathematik auf Türkisch statt auf Deutsch für Grundschüler dann überhaupt?

    Völlig unnötig.
    Mit dem Geld, was diese Uni-Lehrveranstaltungen kosten, könnte man locker ein paar neue Toilettenräume (m/w/d) mit mehr und neuen Handwaschbecken (Corona ! und Hygienestandards !) in deutschen Grundschulen bezahlen und dort auch gleich Schimmel, Bröselputz und undichte Dach-Stellen beseitigen.
    Das wäre doch mal sinnvoll angelegtes Steuergeld !

    Zur Erinnerung (siehe auch # 23):

    https://www.augsburger-allgemeine.de/politik/Wie-marode-sind-deutsche-Schulen-id42733306.html

  30. #30 Fluffy
    30. Juni 2020

    Also, warum machen die das an der Dortmunder Uni mit ihrer Mathematik auf Türkisch statt auf Deutsch für Grundschüler dann überhaupt?

    Wie so ein kleines Wörtchen (doppelter Dumminitiv!) statt doch sehr sinnverändernd sein kann. Sie, die Dortmunder, tun es ja zusätzlich, aber eben wahrscheinlich nur auf türkisch. Von Segregation kann hier noch keine Rede sein.
    Ich habe den oben genannten Film bzw. Serie nicht gesehen und kann zu Details nichts sagen, stelle mir aber folgende Fragen.

    * Es handelt sich um eine künstliche Produktion als Fiktion, also keine Doku. Was ist die Absicht der Produzenten?
    * Einfach nur Unterhaltung mit ein bisschen Drama wie in einer Krankenhausserie?
    * Soll eine Botschaft vermittelt werden? In welche Richtung?
    * Warnung vor einer gefährlichen Entwicklung.
    * Antizipation einer mögliche Perspektive?
    * Schon mal die Bekanntmachung mit und Gewöhnung an perspektivischen Szenarien?
    * Hat diese Serie Wahlkampfpotential?

  31. #31 foobar407
    30. Juni 2020

    Eine Anekdote von mir. Ich befand mich in der Grundschule in einer Integrationsklasse. Der Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund betrug ca. 90%. Davon war ca. die Hälfte türkischstämmig, der Rest kam aus der ganzen Welt.

    Für den Mathe-Unterricht gab es eine zweite Lehrerin zusätzlich zur Klassenlehrerin. Der Unterricht fand in deutsch statt, aber die zweite Lehrerin hat türkisch mit den türkischen Schülern gesprochen um ihnen zu helfen.

    In der Praxis sah es dann so aus, dass es eine Aufgabenliste für die ganze Unterrichtsstunde gab, und ich nach 10min fertig war. Danach durfte ich den anderen Schülern bei ihren Aufgaben helfen. Für mich selbst war das Niveau also unterirdisch. Ob das etwas den türkischsprachigen Schülern gebracht hat, kann ich schwer sagen, aber eigentlich haben alle auch deutsch gesprochen.

    Was ich von Bekannten und Freunden erfahren habe, kann man ein Kind ohne Deutsch-Kenntnisse durchaus in die erste Klasse einer ganz normalen Grundschule schmeißen. Kinder, die in Integrationsklassen oder -schulen gesteckt wurden, leiden unter einem geringen Niveau und auch schlechteren Deutsch-Kenntnissen.

    PS: Meine alte Schule hat mittlerweile einen privaten Sicherheitsdienst engagiert um die Sicherheit der Lehrer und Schüler zu gewährleisten.

  32. #32 Beobachter
    30. Juni 2020

    @ Fluffy, # 30:

    Was soll dein an den Haaren herbeigezogenes Ausweichmanöver?

    Mir geht es um die Segregation von Schülergruppen in der Realität und nicht um den Film/die Serie, den/die ich, so wie du, nicht gesehen habe.

    Und ich habe aus dem Beitrag zitiert:

    ” … Es ist vielleicht erwähnenswert, dass manche Mathematiker und Mathematikdidaktiker hier der Dystopie schon einen Schritt voraus sind, genauer gesagt sogar schon mehr als zehn Jahre. An der Universität Dortmund finden regelmäßig Lehrveranstaltungen statt, in denen Lehramtsstudierende darauf vorbereitet werden sollen, Mathematik auf Türkisch statt auf Deutsch zu unterrichten.
    … ”

    Man macht diese Lehrveranstaltungen an der Dortmunder Uni (schon mehr als 10 Jahre!), damit Lehrer an der Grundschule Mathematik auf Türkisch statt auf Deutsch unterrichten sollen/können.
    Das finde ich wie gesagt und wie schon begründet falsch, weil es zur Segregation türkischer Kinder (schon in der Grundschule !) führt.

    Integration geht m. E. anders.
    Und es gibt keine Untersuchungen zu diesem Dortmunder Projekt bzw. wie es sich auf die Schüler ausgewirkt hat (siehe letzter Abschnitt des Beitrags).

    Stelle dir besser Fragen zur Realität (z. B. zu unserem Bildungssystem) statt zu einem Film/einer Serie, den/die du nicht gesehen hast …

  33. #33 Fluffy
    30. Juni 2020

    Mir geht es um die Segregation von Schülergruppen in der Realität und nicht um den Film/die Serie, den/die ich, so wie du, nicht gesehen habe.

    Beobachter, Ich bin mir jetzt nicht mehr im Klaren, ob du für oder gegen die Segregation bist? Im Film wird doch schließlich eine Fiktion gezeigt und keine Realität.
    Bei dem Dortmunder Projekt weiß ich auch nicht, lernen die Lehramtsstudierenden (man beachte die genderkorrekte Bezeichnung) jetzt Mathe oder Türkisch?

  34. #34 Beobachter
    1. Juli 2020

    @ Fluffy, # 33:

    ” … Im Film wird doch schließlich eine Fiktion gezeigt und keine Realität. … ”

    Eben, deshalb stelle ich lieber Fragen zur Realität und nicht zu einem (ungesehenen !) Film.

    Wenn du immer noch nicht mitbekommen hast, wofür und wogegen ich bin, dann waren alle meine Kommentare hier (bei dir mit deiner selektiven Wahrnehmung) für die Katz´ – Gott sei`s geklagt …

    Tja, und wie sie an der Dortmunder Uni eine Mindestteilnehmerzahl für ihre Lehrveranstaltungen “Mathematik auf Türkisch” zusammenkriegen, weiß ich auch nicht.

  35. #35 Wilhelm Leonhard Schuster
    Ansbach
    1. Juli 2020

    Thema :Segretation (und “Sekruden” Sonderkomando)

    Die rotbetuchte Frau Verteidigungsminister tut ihr möglichstes, um den Frieden in der deutschen Wehr (und Gesellschaft) aufrecht zu erhalten. lol (Dümmer, gehts nimmer!)
    Das Sonderkommando “Wahlvolk” wird dankbar sein ?
    Wie ich schon mal anmerkte, die 15 % winken, gerechterweise, aus der Ferne .

  36. #36 Uli Schoppe
    1. Juli 2020

    Ich will Euch mal ein Beispiel aus dem realen Leben bringen, Corona hat ja auch eine nicht negative Seite ^^ Ich habe eine Iraner als Azubi der faktisch akzentfrei Deutsch spricht. Ich habe den 2 Jahre lang für eine faule Sau gehalten. Als wir wegen Corona die Schichten auseinander gezogen haben und ich als Mitglied der Betriebsleitung mal Zeit hatte mich auf der Spätschicht mit dem zu beschäftigen kommt dann raus das der zwar die Sprache irgendwie beherscht aber gar nicht kann.

  37. #37 Uli Schoppe
    1. Juli 2020

    +n

  38. #38 Uli Schoppe
    1. Juli 2020

    Und den Schreibfehler im letzten Satz, gechenkt 🙂

  39. #39 Fluffy
    1. Juli 2020

    @uli scoppe
    Das hab ich in mehrerlei Hinsicht nicht verstanden. Er ist dein Azubi und findest nach zwei Jahren mal Zeit dich mit ihm zu unterhalten? Und er beherrscht die Sprache und kann sie nicht??
    Ist das jetzt was besonderes, oder irantypisches?

  40. #40 Beobachter
    2. Juli 2020

    @ Uli Schoppe:

    Das alles habe ich auch nicht verstanden (siehe # 39), besonders das mit der Sprache:

    ” … das der zwar die Sprache irgendwie beherscht aber gar nicht kann.”
    ???

    Und warum hast du diesen iranischen Azubi für eine “faule Sau” gehalten??

    Außerdem kann ich auch ein Beispiel aus dem RL beisteuern:
    Ich saß 3 Jahre lang während einer Erwachsenen-Fortbildung neben einem Iraner, der sprach sehr gut Deutsch, war sehr intelligent, höflich und zurückhaltend.
    Und hat wie ich und alle anderen Teilnehmer die Fortbildung erfolgreich beendet.

    Ist das nun was Besonderes oder für irgendwas “typisch”?

  41. #41 Beobachter
    5. Juli 2020

    Lesenswerter, kurzer Artikel zu einem Bildungs- und Sprach-Projekt –
    türkischstämmiger (kurz vor dem Abschluss stehender) Lehrer gibt Nachhilfe/unterrichtet Deutsch und Englisch in “Brennpunkt”-Schulen:

    https://leute.tagesspiegel.de/mitte/unter-nachbarn/2020/07/01/130002/?utm_source=TS-Leute&utm_medium=link&utm_campaign=leute_newsletter

    ” … Er ist hier als Kind türkischer Einwanderer geboren und aufgewachsen. Er selbst hatte Glück, wie er selbst sagt, weil seine Mutter gut integriert ist und sich um seine Bildung bemühte. Andere bekommen weniger Unterstützung. … ”

    ” … Dass er selbst Migrationshintergrund hat, sei dabei ein großer Vorteil. „Die können mich nicht verarschen“, sagt er und lacht. Dass er nun Deutsch studiert, konnten viele erst nicht glauben. „Das ist sehr ungewöhnlich für jemanden mit türkischen Eltern“, sagt er. … “

  42. #42 Uli Schoppe
    6. Juli 2020

    @Fluffy Ich finde die Unterstellung das ich mich zwei Jahre lang mit meinem Azubi nicht unterhalten hätte jetzt nicht nett 😉 Es ist einfach so das ich noch einen Haufen anderer Aufgaben habe und so lange wie ich nur über Tag da war geht mir zB jeder Aussendienstler auf den Nerv wenn er kann 😉 Wenn man Alltagsgespräche mit meinem Azubi (Das klingt nach Junge aber der ist mitte 20 aber das ist eine andere Geschichte) führt ist das wirklich problemlos möglich. Fachlich hat der echte Probleme, hat aber nie was gesagt. Das ist imho kein irantypisches Problem sondern wie unsere Sprachkurse funktionieren. Da muss man aber erst mal drauf kommen ^^

  43. #43 Beobachter
    7. Juli 2020

    @ Uli Schoppe, # 42:

    Vielleicht kann man mit “deinem iranischer Azubi Mitte 20” zwar problemlos “Alltagsgespräche” führen, aber weniger gut Fachgespräche mit irgendwelchen Fachtermini, weil er deutsches Alltagsgeschwätz mittlerweile besser versteht als anspruchsvollere (Fach)Gespräche, in die ihn als vermeintliche “faule Sau” und sog. Ausländer sowieso niemand miteinbezieht.

    Vielleicht wird er am Arbeitsplatz “Alltagsgespräche” mit deutschen Vorgesetzten wie z. B. “Los Alter, gib Gummi !” gewöhnt sein und sie verstehen … – und dann ruhig sein und den Mund halten.

    Vielleicht ist auch alles ganz anders.

    Sicher ist nur, dass du hier üble Klischees bedienst (siehe # 36).

  44. #44 Fluffy
    9. Juli 2020

    @#42
    Das war jetzt schon hinter meinem Horizont verschwunden. Die Email Benachrichtigung funktioniert ja leider nicht. Wenn es hier ein Missverständnis gab, lag es wohl an der Kürze deines Beitrags. Was ich durchaus mehr schätze, als so manchen ellenlangen Text, der nicht viel aussagt.
    Bis denne

  45. #45 Adam
    Berlin
    14. Juli 2020

    Eine schwierige Angelegenheit, weil sie mehr als nur eine Dimension hat, oft aber nur auf eine reduziert wird: “Du bist hier in Land X, da spricht man X-isch!”

    Als wir in den frühen 80ern nach DE flohen, weil es in PL lebensgefährlich wurde, war ich ein kleiner Bub und konnte selbst meine Muttersprache noch nicht wirklich gut – welcher 6jährige beherrscht diese auch fliessend – geschweige denn eine Fremdsprache. Dann auch noch Deutsch! Wisst ihr, wie sich Deutsch für einen Polen anhört? Wie Schläge eines Hammers auf einen Amboss! Ich dachte, ich wäre bei Barbaren angekommen. Das müssen solche sein, denn ihre Sprache klingt so. Wenn ich ganz viel Glück habe, fressen sie mich nicht gleich.

    Meine Eltern bestanden darauf, dass ich sofort Deutsch lerne, am besten gestern und schickten mich in die Schule. Der Junge ist doch schlau, der wird das schon hinkriegen! Ah, und wie ich das hinkriegte. Ich bekam zum Ende des ersten Schultages einen Heulkrampf. Ich verstand niemanden, niemand verstand mich, ich wusste nicht worum es geht.

    Wenn da statt dessen Aliens wären, die mir mittels kryptischen Symbolen die große vereinheitlichte Theorie erklären wollten, hätte es denselben Effekt gehabt. Nur dass die Aliens mich wohl nicht ausgelacht hätten – im Gegensatz zu den deutschen Kids. Kinder können grausam sein. Sie verstehen kein “… der kommt aus einem anderen Land und kann das momentan nicht verstehen …” Für die bist du dann einfach zurück geblieben, jemand, über den man lachen kann.

    Sehr erbaulich für einen Sechsjährigen: Du verstehst nix, du wirst ausgelacht und eigentlich ging es ja um ganz was anderes, um Mathe-Grundlagen. Tja, kannste vergessen. Während die anderen langsam aber sicher das Erlernte wiederholen, bist du noch damit beschäftigt heraus zu finden, WAS zur Hölle man dir da beigebracht hat! Aber auch das nur mit der einen Gehirnhälfte, während sich deine andere damit beschäftigt nicht noch negativer aufzufallen, würdest dich am liebsten in Luft auflösen. Das war nur der erste Tag, wie soll der Rest werden? Du denkst an Selbstmord, mit sechs.

    Drei Jahre später, ein Satz aus dem (ausgeschriebenen) Zeugnis: “Adam beherrscht Deutsch nahezu perfekt, besser sogar als seine deutschen Mitschüler – was ihm aber den Neid dieser einbringt, wodurch er in den Pausen oft in Streit gerät”. Netter Euphemismus, tägliche Prügeleien waren angesagt. Erst war ich ein Problem, weil ich die Sprache nicht konnte, dann wurde ich zum Problem, weil ich sie zu gut konnte. “Streber”, “Schleimer”, “Pollacke” waren noch die nettesten Dinge, die man zu hören bekam. War man in der Schule schlecht, hatte man durchaus Aussicht auf Freunde. “Bist ja doch einer von uns (gröhl)!”. War man gut, machte es die Lehrer stolz – aber es gab wieder Prügel. Man hätte auch eine Münze werfen können, um das zu entscheiden. Absurd.

    Jahre später: Ich sehe, wie sich Grüppchen bilden. Da hinten sind die Türken, die bleiben unter sich. Hier die Serben, dito. Da die Bosnier, ebenfalls. Dazwischen tingeln die Deutschen. Jeder spricht seine Sprache, Annäherung gibt es so gut wie keine, verschworene, pseudo-elitäre Alpha-Männchen-Gesellschaften, egal woher sie kommen, Einheimische inklusive. Integration, anyone? Ou en francais, s’il vous plait?

    Jahrzehnte später: Rückblickend muss ich passen. Ich habe nicht den Schimmer einer Ahnung, was nun besser gewesen wäre, Lernen des Themas in einer Sprache, die ich kann. Oder Lernen des Themas UND Lernen einer Sprache, die ich nicht kann. Mich integrieren und dennoch für so manche der ewig Fremde bleiben, sei es weil zu schlecht, sei es weil zu gut. Oder sich nicht integrieren, in geschlossene Subkulturen und -gruppierungen abzusteigen, mich einzuigeln und sich dann über eine zerrissene, fremdenfeindliche Gesellschaft beschweren, deren dysfunktionaler Teil unter Anderem auch ich selbst geworden wäre – und meine eigenen Landsleute mit ihrer reaktionären, nationalistischen, homophoben Partei ebenfalls, bedingt durch klerikale Gehirnwäsche (denn selbst der Vatikan ist nicht so katholisch, wie Polen). Viele Wege, nicht alle be- oder gar erleuchtet.

    Worum geht es also wirklich? Um Sprachen? Um Lernen? Um Können? Um Integration? Nein, das glaube ich nicht. Ich denke, es geht um dasselbe, worum es bei Borussia Dortmund und Schalke 04 geht: Da bin ich und dort sind die ANDEREN – die sind die Feinde und damit ist meine Welt wieder heile. Wieder die gute, alte Scheibe. Da kann ich beruhigt schlafen, alles ist wohl geordnet.

    Wie gesagt, ein Thema mit vielen Facetten. Kaum reduzierbar auf nur eine Dimension. Es sei denn, man will das. Ich habe den Eindruck, dass viele das einfach so wollen. Denn nur EINE Dimension macht die Sache simpler. Zwar falsch, aber simpler. Und viele Menschen wollen genau das sein: simpel. Doch die Welt ist nicht simpel, weil wir Menschen es auch nicht sind.

    Egal woher wir kommen.

  46. #46 Wilhelm Leonhard Schuster
    Ansbach
    26. Juli 2020

    “Du bist hier im Land X , da spricht man X-isch”

    Ist eigentlich selbstverständlich.

    Adam beschreibt die natürlichen und “selbstverständlichen” Probleme die dabei auftreten.

    Leute wie Adam, werden sich wahrscheinlich Zeit Ihres Lebens irgendwie, ihrer, nun nicht mehr: so “ganz fremden Umgebung”, anpassen.

    (Und nie Radau wie in Hamburg , Stuttgart ,Frankfurt oder Anderswo geschehen, machen.)

    Grundsätzlich gibt es natürlicherweise 2 Möglichkeiten:

    Man paßt sich den X.ischen Gegebenheiten an, oder eben nicht .(Weil man :was eigenständig
    ” besseres oder besonderes” ist.

    Beispiel: Der Thekly (er hätte Baldur in Person von Aussehen und Gehaben her, sein können) ,sagte :

    ” Ich bin stolz darauf, Jude zu sein.”

    (Der Schuster, der Steiner und der Thekly sind beim “Ratz”, als “Rauswurf-Kandidaten” zuförderst gehandelt worden.-Den Thekly , ca 15 Jahre alt, hat es, nach ca 3/4 des 1.Schuljahres, tatsächlich erwischt.)

    Der Schuster und der Helmut Steiner haben berühmte Boxkämpfe gegeneinander geführt.
    Wie auch der Lahms -Zwetschger und der Zippi.

    Der Anner Helmut, hat da immer interessiert zugeschaut, beobachtet und sich selten in Streitereien eingemischt. Aber auch “Gaudiosen”, veranstaltet mit rührendem Kochlöffel,vom Lahms-Zwetschger und dem Hammerschmied, wie Alle, mit allgemein grölendem Gelächter quittiert.

    Nach 3 Jahren gemeinsamer “Leiden” , bei Ratz in der Schule, fragt mich der “Anner Helmut”
    (nicht mein Spezi Steiner,) ob mir nichts besonderes “bei IHM” aufgefallen wäre.

    Nun , ich analisierte wahrheitsgemäß, so wie ich es erlebt, sein Verhalten :
    ” Nun mir scheint Du hast dich immer irgendwie so verhalten als ob Du nicht zum Laden gehörst, hast aber doch auch: alle Gaudi toleriert und bist guter Kamerad, allwege: gut am rande “Beobachtender” gewesen.”
    (So oder ähnlich , der Helmut, so er noch lebt kann mich korrigieren.)

    Nun sagt er : Du hast gut beobachtet, Ich habe dies niemandem gesagt, bisher, nur Dir: Ich bin Jude!

    Und ich war Paff! (Zeit: 1950)

    Was ich in der “Abschlußzeitung” über den Helmut ohne dies Wissen , geschrieben habe, weiß ich nicht mehr.

  47. #47 Beobachter
    12. August 2020

    Segregation, Privatschulen und Einkommen:

    https://taz.de/Privatschulen-mit-mehr-Anmeldungen/!5702126/

    “Privatschulen mit mehr Anmeldungen
    Wer kann, zahlt viel für Bildung
    Eltern schicken ihre Kinder immer häufiger auf Privatschulen. Das zeigt eine Erhebung des Statistischen Bundesamts.
    … ”

    ” … Und: Je höher das Einkommen der Eltern, desto mehr wird auch für die Privatschule ausgegeben.

    Es ist also nicht verwunderlich, dass die meisten Privatschüler*innen aus Akademikerhaushalten kom­men – und weniger Kinder mit Migrationshintergrund an privaten Schulen vertreten sind.

    Was dadurch entsteht, bezeichnet man als creaming effect: Kinder aus bildungsnahen und ökonomisch gesicherten Haushalten konzentrieren sich an Privatschulen, während staatliche Schulen eher zum Auffangbecken für Schüler*innen aus bildungsfernen und oft nicht-akademischen Haushalten werden. Klassische Segregation also.
    … ”

    Info:

    Statistisches Bundesamt, PM, 10. August 2020:

    https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bildung-Forschung-Kultur/Schulen/_inhalt.html