Im neuen SPIEGEL gibt es ein Interview mit Francis Fukuyama, in dem es am Rande auch um den Mathematikunterricht in Kalifornien geht.

In New York City sind sie dabei, Schulen abzuschaffen, für die man einen Test absolvieren muss. Etwas ähnliches geschieht in Kalifornien, wo der Lehrplan für Mathematik an öffentlichen Schulen verwässert werden soll, weil schwarze und hispanische Schüler damit Schwierigkeiten haben. Ich glaube, dass dies eine verheerende Entwicklung ist, und zwar aus zwei Gründen. Zum einen, wenn man Schülern nicht Integralrechnung beibringt, raubt man ihnen die Chance, Wissenschaftler oder Ingenieur zu werden. Zum anderen hat es aber auch eine politische Folge. Die meisten meiner konservativen Freunde mögen Donald Trump nicht. Aber sie hassen die Linken noch mehr, weil die so lächerliche Pläne wie die Änderung des Mathematik-Lehrplans betreiben. Diese Art der Identitätspolitik erzeugt eine Gegenbewegung.

Der drittletzte Satz mag ja Wunschdenken sein, aber was ist dran an der Abschaffung der Integralrechnung? Ähnliche Diskussionen gibt es in den USA seit Jahrzehnten, oft unter Beteiligung von Mathematikern, die sich meist gegen die “Reformen” positionieren und dann manchmal auch ungewollt von republikanischer Seite vereinnahmt werden. Zu den aktuellen Diskussionen in Kalifornien findet man mit Google einen sehr polemischen Artikel von Svetlana Jitomirskaya und einen zurückhaltender formulierten von Monica Osborne. Die Vorschläge, um die es geht, findet man auf dieser Webseite. Ich habe zwar nicht die Stelle gefunden, wo Integralrechnung abgeschafft werden soll, aber vieles in dem Text wirkt wie ein beliebiges Zusammenwürfeln irgendwo gehörter Schlagworte. Beispielsweise gibt es einen längeren Abschnitt darüber, wie man Schülern der Klassen 9-12 komplexe Zahlen vermitteln sollte (vielleicht nicht das wichtigste Thema für diese Jahrgänge), wo über die Bedeutung visueller Darstellungen von Zahlensystemen gesprochen und diese dann aber nicht mit einem Bild der komplexen Ebene, sondern einem Venn-Diagramm verschiedener Zahltypen illustriert wird. Auch die Ideen, klassischen Mathematikunterricht durch Data Science zu ersetzen (statt letztere als Anwendung der Mathematik zu betrachten) wirken nicht sehr ausgegoren. Man könnte jetzt die einzelnen Teile des Rahmenplans durchgehen und da sicher viel zu schreiben. Andererseits würde ich doch bezweifeln, dass all das an den Schulen tatsächlich umgesetzt wird. Insofern vielleicht doch eher much ado about nothing.

Kommentare (39)

  1. #1 PDP10
    4. Dezember 2021

    Zwei Anmerkungen dazu:

    Also erstens – einerseits – wundert einen da ja gar nix mehr. Man ist ja inzwischen gewohnt, dass sich Pädagogen allerlei Unsinn ausdenken (beileibe nicht nur die linksprogressiven). Das letzte Beispiel hier in D, dass so richtig in die Grütze gegangen ist war ja dieses “Schreiben lernen nach hören”, dass man inzwischen auch wieder abschafft. Ich habe mal versucht herauszufinden, ob das, bevor man es eingeführt hat, nach wissenschaftlichen Kriterien auf Sinn und Wirksamkeit überprüft wurde. Fehlanzeige. (Allerdings habe ich von Pädagogik so gar keine Ahnung. Daher kann es gut sein, dass ich einfach nicht die richtigen Quellen gefunden habe.)

    Aber was zweites – andererseits – das hier angeht:

    Etwas ähnliches geschieht in Kalifornien, wo der Lehrplan für Mathematik an öffentlichen Schulen verwässert werden soll, weil schwarze und hispanische Schüler damit Schwierigkeiten haben. […]
    Die meisten meiner konservativen Freunde mögen Donald Trump nicht. Aber sie hassen die Linken noch mehr, weil die so lächerliche Pläne wie die Änderung des Mathematik-Lehrplans betreiben.

    Erstmal glaube ich das ohne Belege (nicht von dir Thilo, sondern von Mr. Fukuyama) so nicht. Das klingt mir zusehr nach so einer typischen “Was haben sich die doofen Linken da wieder ausgedacht” Erzählung. Jetzt müsste eigentlich nur noch jemand mit der Verschwörungserzählung ankommen, dass die bösen linken Demokraten ganz bewusst das Volk verdummen wollen. Der müsste sich dann allerdings sagen lassen, dass Schwarze und Hispanics aus der Mittel- und Oberschicht raus zu halten eigentlich ein Anliegen der Republikaner sein sollte …

    Aber sollte das stimmen – manchmal trifft diese Erzählung in gewissem Sinne ja sogar zu – dann ist das ganz entschieden ein typischer Fall von: “Gut gemeint ist die kleine Schwester von scheisse gemacht.” (Birte Schneider aka Christine Prayon irgendwann mal in der “Heute Show”).

  2. #2 Drachenlord
    4. Dezember 2021

    Ich glaube nicht dass in CA maths gelehrt werden, wie wir es kennen

  3. #3 Drachenlord
    4. Dezember 2021

    Ah ok. Artikel überflogen. Es ist wohl tatsächlich malen nach politisch korrekten zahlen. Herzlichen Glückwunsch zum Abstieg

  4. #4 PDP10
    4. Dezember 2021

    @Drachenlord:

    Ich glaube nicht dass in CA maths gelehrt werden, wie wir es kennen

    Und wie werden “maths” deiner Ansicht nach gelehrt in CA?

    Und “wie wir es kennen”? Du kannst das sicher erklären, wie wir es kennen, nicht wahr? Oder was meinst du damit?

    (Ich habe dir übrigens neulich schon erklärt, dass es eine dumme Idee ist den Nick von jemanden zu stehlen, der gerade in den Knast wegen Körperverletzung geht. Ist das auch so einen “Math” wie wir es kennen?)

  5. #5 Drachenlord
    4. Dezember 2021

    Wie biddä?!

  6. #6 Drachenlord
    4. Dezember 2021

    @pdp10
    Der lord gommuniziart ned mit mit einfachen leuden

    Ps.
    Lol. Das Forum zeigt mal wieder seine linksfaschoide Seite

  7. #7 Drachenlord
    4. Dezember 2021

    Auf geistig benachteiligte einkloppen? Da geht dann richtig einer ab? Ja?

    Das sagt soviel aus…

    Traurige Gesellschaft.

  8. #8 Drachenlord
    4. Dezember 2021

    @pdp10

    Anhand dessen was du so an Text walls rausballerst.
    Des zeigt so viel….

  9. #9 Gerald Fix
    4. Dezember 2021

    #1
    Frau Schneider oder Prayon in allen Ehren, aber den Gut-Gemeint-Spruch kenne ich schon aus meiner Kindheit – und das ist lange her. Er geht wohl auf Gottfried Benn zurück. (Vielleicht eine Mischung aus Benn und “Nett ist die kleine Schwester von Scheiße”?)

  10. #10 stone1
    4. Dezember 2021

    @PDP10

    Also mich wundert das alles nicht mehr wirklich, ich hab einen britischen Freund (in fortgeschrittenem Alter), dessen Frau aus den Staaten stammt und aus dem was der so erzählt, reime ich mir in etwa Folgendes zusammen:

    Die Spaltung der Gesellschaft in Linke und Rechte, Progressive und Konservative, Religiöse und Agnostiker/Atheisten, sowie Schweinsrosa- und Andersfarbene ist wohl dermaßen tief, dass man sich eben solche Blödsinnigkeiten ausdenkt, weil die einzelnen Gruppen sich in ihre jeweilige Mentalität immer tiefer eingebunkert haben.

    Zumindest stelle ich mir das so vor, und am lautesten sind eben meistens die mit den extremsten bzw. bescheuertsten Positionen und Vorschlägen, die erhalten die größte mediale Aufmerksamkeit.

    Just my 2 € Cents.

  11. #11 stone1
    4. Dezember 2021

    @Drachenlord

    Für jemanden, der scheinbar hauptsächlich Ein- bis Vierzeiler schreibt, sieht klarerweise jeder Text mit mehr als einem Absatz wie eine WallOfText aus, dennoch hast Du das Wort falsch verwendet. Informier dich doch bitte nächstes Mal, wie eine Textmauer wirklich aussieht, bevor Du solch haltlose Unsinnigkeiten verzapfst. Auf 4 Kommentare hintereinander verteilt.
    Danke.

  12. #12 rolak
    4. Dezember 2021

    Schweinsrosa

    Nicht einmal das bekomme ich hin mit meiner Lackdosen-Unverträglichkeit. Gibt nur entweder Kalkleiste oder Hummer (ja, grünlich und knatschrot).
    -#-
    Es gab da so einige erinnerte Querelen bzgl Unterrichtsstoff, obs nun zB Sexualkunde oder Informatik war, doch dabei ging es um komplett-ja/nein (S: verdirbt die Jugend, I: braucht kein Mensch), nicht um einen CinderellaSort bzgl einzelner Aspekte des Curriculums bzw einzelner unterstellter Eigenheiten der Lernenden.
    Werte ich als Wolf Rassismus im Schafspelz jedem Tierchen (nur noch) sein Pläsierchen.

  13. #13 Dr. Webbaer
    4. Dezember 2021

    Derartige Entwicklung gab es vorläuferisch bereits vor ca. 50 Jahren in der BRD, dort wurde der Beschäftigung mit der Mathematik, die Dr. Webbaer gerne auch Fähigkeitslehre nennt, abgezogen von der konkreten Sacharbeit, um die Mengenlehre ergänzt (die oft die Lehrkräfte selbst nicht verstanden), sie wurde seinerzeit aber als “sozial relevant” verstanden, durchaus auch im Sinne bestimmter revolutionärer Bewegung der “68er-“Zeit, und zudem sind Textaufgaben entstanden und schulisch durchgesetzt worden, die von der eigentlichen mathematischen Beschäftigung weggingen, ebenfalls aus “sozialen” Gründen.

    (Dr. Webbaer will im Sinne angewandter Mathematik nicht ausschließen, dass sog. Textaufgaben auch Sinn machen könnten, wie er ebenfalls nicht ausschließen will, dass die Mengenlehre, der, äh, Menge lehrernswert sein könnte – doch die (politischen) Begründungen seinerzeit waren Mumpitz.)

    Hier wird der beschrieben Vorgang sehr vorsichtig genannt (‘In den 1960er Jahren wurde es dann allgemein bekannt, dass sich die ZF-Mengenlehre als Grundlage der Mathematik eignet. Es gab sogar einen vorübergehenden Zeitraum, in dem die Mengenlehre in der Grundschule behandelt wurde.’), denkbarerweise soll er nicht näher, womöglich wiederum aus politischen Gründen, in Erinnerung bleiben.

    Hier wird so gar nicht genannt, nämlich, dass es Anwendung und Gequatsche i.p. sog. Textaufgaben in Schulen lange Zeit zuvor im Mathematikunterricht (aus guten Gründen!) nicht gab.

    (Textaufgaben sind insofern von der Mathematik weggehend, insbesondere, wenn sie nicht klar sind, dass sie Schüler irritieren und Schüler mit sog. sozialer Kompetenz bevorzugen, auch wenn diese mathematisch kaum talentiert sind.)


    Derartig Beschriebenes :

    Zum einen, wenn man Schülern nicht Integralrechnung beibringt, raubt man ihnen die Chance, Wissenschaftler oder Ingenieur zu werden. [Francis Fukuyama]

    … kann Dr. Webbaer (der auch a bisserl mathematikophob ist) nur böse so verstehen, dass Ochlokratisierung politisch angestrebt bleibt.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

  14. #14 Dr. Webbaer
    4. Dezember 2021

    @ Kommentatorenfreund ‘PDP10’ und hierzu kurz :

    Man ist ja inzwischen gewohnt, dass sich Pädagogen allerlei Unsinn ausdenken (beileibe nicht nur die linksprogressiven).
    […}
    (Allerdings habe ich von Pädagogik so gar keine Ahnung. Daher kann es gut sein, dass ich einfach nicht die richtigen Quellen gefunden habe.)

    Es gibt womöglich keinen anderen derartigen Progressivismus zurzeit.
    Gerne mal in pädagogisch aktuell verfügbares Material hineingehen, sozusagen den Blaumann anziehen, gerne auch mal Meinung aus dem Lager sog. Gender Studies zur (formal-)wissenschaftlichen Arbeit zK nehmen, danke.


    Ansonsten, denkbarerweise ist hier DER Drachenlord kommentarisch emergiert, Dr. Webbaer folgt ihm, manchmal nur, gerne, er hat einen bestimmten Humor und ein bestimmtes Niveau, dem sich nicht allgemein verweigert werden soll, wie einige finden.


    Zum (nur) gut Gemeinten vielleicht noch, Dr. Webbaer will sich hier kommentarisch nicht viel mehr einbringen, ist es schlicht (“schlecht”) so, dass das (nur) gut Gemeinte der stärkste Gegner des Richtigen ist.
    Denn wie kann einem Falschen, aber gut Gemeinten widerstanden werden, wenn es doch das Sittliche auf seiner Seite fühlt, weiß?


    -> https://www.dietrich-bonhoeffer.net/zitat/604-dummheit-ist-ein-gefaehrlich/ (‘Dummheit ist ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit.’)

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

  15. #15 Thilo
    4. Dezember 2021

    Zur Mengenlehre an Schulen könnte man viel sagen, ich hatte es mal auf https://scienceblogs.de/mathlog/2020/07/13/historische-darstellung-einer-gescheiterten-unterrichtsreform/ versucht. Und ich glaube übrigens nicht, dass hier DER Drachenlord aktiv ist.

  16. #16 Dieter Kief
    5. Dezember 2021

    Verpflichtende Unterrichts-Normen, die den “erwachten” (= woke) Idealen folgen und die liberalen Normen und den Individualismus herabsetzen, werden in den USA auf der Ebene der Bundesstaaten zunehmend in Gesetze gegossen. Francis Fukuyama phantasiert nicht, er beschreibt.

    Der Vorgarten der “Pflanzschulen der Dummheit” (Jean Paul) ist – auch – in den USA leider viel größer, als manche hier denken.
    Näheres dazu hier:

    https://fee.org/articles/woke-educators-release-letter-declaring-objective-math-a-form-of-white-supremacy/#0

    Bari Weiss hat diese Dinge nicht umsonst auf ihrem Blog, übrigens. Und sie ist weiß Gott sehr gut vernetzt in den USA. Sie hat übrigens die New York Times verlassen, weil der Druck der “Erwachten” in der Redaktion dieser Zeitung ihr ein vernünftiges Arbeiten erst verleidet und dann zunehmend unmöglich gemacht hat.

    Hier ein Insider, der noch einen Aspekt zu der Malaise hinzufügt: Den ethnischen Gruppenegoismus, der unter dem Schutz der “Erwachten” seiner Beobachtung nach den Multikulturalismus der Unis von innen heraus erodiert – kann gegoogled werden

    article/squeezed-to-zero-how-the-woke-and-the-chinese-are-destroying-academic-mathematics/?highlight=race+and+mathematics+and+stem

    Und hier ein Beispiel wie “erwacht” die Vereinigung der Amerikanischen Mathematiker argumentiert – ein Anlass zu Staunen!

    https://somethinghappeninghere.wordpress.com/2020/10/11/according-to-the-mathematics-association-of-america-2-2-5/

    Kommentierte einer die Geisteshaltung dieser Mathematiker-Vereinigung – “Exakt so rational wie die Quadratwurzel aus Zwei” – : – gut gegeben, wie mir scheint.

  17. #17 PDP10
    5. Dezember 2021

    @Thilo:

    Und ich glaube übrigens nicht, dass hier DER Drachenlord aktiv ist.

    Das glaube ich auch nicht. Es sei denn, im Knast gibts neuerdings Internet. Aber der Drachenlord hier gibt sich alle Mühe genau so einen Unfug zu verbreiten, wie das Original.

    Der Hinweis, dass man den Nick von so jemand lieber nicht klauen sollte, war denn auch nur als freundliche Warnung gemeint.

  18. #18 PDP10
    5. Dezember 2021

    @Dieter Kief:

    Und hier ein Beispiel wie “erwacht” die Vereinigung der Amerikanischen Mathematiker argumentiert – ein Anlass zu Staunen!

    https://somethinghappeninghere.wordpress.com/2020/10/11/according-to-the-mathematics-association-of-america-2-2-5/

    Zum Staunen bringt mich höchstens, wie man etwas mit Absicht missverstehen kann, weils einem nicht in den Kram passt. Interessant ist auch, dass in deinem Link natürlich nicht das Statement der MAA verlinkt ist. Dafür muss man dem ersten Link folgen, der allerdings genau das gleiche merkwürdige Narrativ wiedergibt, dass der Autor deines Links nur abschreibt.

    Aber egal … hier das eigentliche Statement der MAA für die, die sich eine eigene Meinung bilden wollen:

    https://www.mathvalues.org/masterblog/anti-science-policy-censure-of-discourse-on-race-and-racism

    Das ist von Anfang Oktober 2020. Wir erinnern uns: Die Präsidentschaftswahlen in den USofA waren am 3. November 2020.

    Es geht im wesentlichen darum, dass die Trump Administration in 2020 allen möglichen Regierungsinstitutionen und anderen von der Regierung geförderten Institutionen und Organisationen Fördermittel für Aufklärungsprogramme über Rassismus und Diskriminierung gestrichen hat. Mit teils abenteuerlichen Begründungen. Zb. das solche Programme Unamerikanisch seien. Wo bzw. wie war da nochmal Orwell?

  19. #19 PDP10
    5. Dezember 2021

    … oder war’s McCarthy?

  20. #20 Dieter Kief
    5. Dezember 2021

    #18 PDP10 – Die Vereinigung der US-Mathematiker hat ausdrücklich die Critical Race Theory gutgeheißen. Der von mir verlinkte Tyler Durden auf Zerohedge belegt das mit Zitaten. – – – “In Opposition to President Trump’s recent executive actions to ban the use of Critical Race Theory training in the federal government, the MAA said that critical race theory “is an established social science inquiry which is grounded in decades of scholarship”.

    Hier ist nun ein Mann, der – ähnlich wie wie Francis Fukuyama, – sieht, dass Denkschulen wie die Critical Race Theory gegenaufklärerische akademische Irrwege darstellen, nämlich der von Durden ebenfalls zitierte David Randall:

    National Association of Scholars Director of Research David Randall told Campus Reform that legitimate scholarship “dedicates itself to the search for truth.”However, “Critical Race Theory denies that the search for truth is possible, and seeks power instead. Scholarship judges arguments. Critical Race Theory judges who makes the arguments. You can be a scholar or an adherent of Critical Race Theory; you cannot be both.”

    Wer mehr über diese Dinge wissen will, lese, was der liberale Historiker Niall Ferguson über Irrlehren wie die Critical Race Theory dem Schweizerischen Monat in dessen Oktoberausgabe gesagt hat. Er hält diese “erwachten” illiberalen Irrlehren wie die CRT für überaus destruktiv – und für gefährlich. – Hier trifft er sich mit der in #16 oben verlinkten Barri Weiss.- Die Vereinigung der US-Mathematiker hat sich aufs gesellschaftpolitische Parkett begeben, und macht dort eine unglückliche Figur.

    Niall Ferguson schrieb unlängst über die destruktiven Folgen der CRT in den USA in der MAIL-online:

    “But it would be a downright lie to claim that Critical Race Theory (CRT) — which holds that ‘systemic racism’ is inherent in Western society — is not being widely taught in schools. In fact, so influential are such ideas that more or less every school, college and corporation in the land is currently working on its so-called ‘Diversity, Equity and Inclusion’ strategy.To many, it seems that America’s once meritocratic society is seeing a perverse restoration of racial divisions, as if disparaging today’s white kids for their ‘privilege’ will somehow right past wrongs.”

    Fazit: Nicht alles, was Trump abgelehnt hat, ist schlecht. So funktioniert die Welt nicht.

  21. #21 Rene Grothmann
    Ingolstadt
    5. Dezember 2021

    Offenbar wird in den USA nicht mehr vernünftig miteinander geredet. Die Rhetorik folgt einem uralten Muster: Man unterstellt der verhassten Gegenseite unsinnige Positionen und macht damit jede konstruktive Auseinandersetzung unmöglich. Das politische und soziale System der USA ist komplett verfahren, das Schulsystem unsinnig, und der Hass riesig. Es hat keinen Sinn, darüber von hier aus zu rechten. Wir sollten hier unseren eigenen Weg gehen, und unsere eigenen Problem lösen.

  22. #22 Thilo
    5. Dezember 2021

    Zumindest können die dortigen Diskussionen uns ja als abschreckendes Beispiel dienen, wie man es nicht machen sollte.

  23. #23 user unknown
    https://demystifikation.wordpress.com/
    6. Dezember 2021

    Man unterstellt der verhassten Gegenseite unsinnige Positionen und macht damit jede konstruktive Auseinandersetzung unmöglich.

    Das ist die um Ausgleich bemühte Position, dass zu einem Streit immer zwei gehören und die Wahrheit wohl in der Mitte liegt, aber die Wahrheit liegt nicht immer in der Mitte.

    Die CRT geht ja davon aus, dass das System rassistisch ist und will das System deswegen zerstören, ist also a priori gar nicht an einer konstruktiven Lösung interessiert.

    Für die Mitläufer mag das meistens nicht zutreffen, aber die Mitläufer bestimmen nicht die Richtung, in die sich das bewegt.

  24. #24 PDP10
    6. Dezember 2021

    @Dieter Kief:

    belegt das mit Zitaten

    Du sollst keine Zitate lesen, sondern die Stellungnahme der MAA und dir eine eigene Meinung bilden.

  25. #25 Dr. Webbaer
    6. Dezember 2021

    Herr Dieter Kief,
    wie von Ihnen beschrieben, ist ja allgemein bekannt, der Schreiber dieser Zeilen ist selbst (philosophischer) Konstruktivist, mag es demzufolge überhaupt nicht, wenn in den Formalwissenschaften der Wahrheitsgedanke ablehnt wird – woanders geht dies schon und ist wohl begründet.
    (Naturwissenschaftlich sollte aus diesseitiger Sicht von empirisch adäquaten Theorien geredet werden, nicht Wahrheit behauptet werden.
    Geisteswissenschaftlich ist dies ohnehin klar, der Schreiber dieser Zeilen mag dort gar den Gedanken mit dem sozusagen ewigen Diskurs, der neomarxistischer Art ist.)
    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

  26. #26 Dr. Webbaer
    6. Dezember 2021

    @ Kommentatorenfreund ‘PDP10’

    Aus diesseitiger Sicht wird so, Zitat :

    Critical race theory, referenced in recent Executive statements by the President of the United States, is an established social science inquiry which is grounded in decades of scholarship. It is misguided, at best, to reduce this theory to the race-blaming of white people and to define it and the discussion of systemic racism as a “divisive concept. [(Ihre) Quelle]

    … die in diesem Kommentariat beigebrachte Einschätzung von Herrn Dieter Kiel belegt.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer (der die “Mathematical Association of America” insofern klar politisch unterwegs zu sehen hat – no problemo hier, dieser Weg wird mittlerweile ‘woke’ genannt, eine besondere Befugnis von wie gemeint organisierten Formalwissenschaftlern, eine besondere politische Kompetenz gibt es abär nicht)

  27. #27 Matthias
    SC, USA
    7. Dezember 2021

    Selbst in den USA lebend, kann ich durchaus bestaetigen, dass sich “die Linken” permanent selber in the Fuss schiessen mit ihren pseudo-PC-Ideen. Ich mag die Reps ja auch nicht, aber es muss nicht wundern, wenn die die naechste Wahl wieder verlieren wegen so’m (und anderen) Mist. Scheinbar gefaellt’s ja auch vielen Californiern nicht mehr in CA. Scheintbar hat auch sogar Herr Obama himself gesagt, dass die Linke den ganzen woke-Schmarren schnellstens wieder ablegen soll, wenn sie bei der naechsten Wahl eine Chance haben will. Das hier ist zwar jetzt vielleicht nicht unbedingt “woke”, aber es haut mMn in dieselbe Kerbe. Schade drum.

  28. #28 hwied
    7. Dezember 2021

    Cool bleiben !
    Wer die Differentialrechnung verstanden hat, der versteht dann auch die Integralrechnung.
    Und bevor wir jetzt sorgenvoll nach Kalifornien blicken, wie sieht es bei uns aus .
    Die Unis beschweren sich über das niedrige Niveau unserer Abiturienten. Mit recht.

    Und jetzt Butter bei die Fische.
    Im Kurzschuljahr 1966/67 waren bei den Abituraufgaben in unserem Bundesland keine Integralaufgaben.
    Bei den Pisa Studien gab es keine Integralaufgaben.

    Wer nicht Ingenieur werden will, der braucht keine Integralaufgaben.

    Und wer sie braucht, der kann sie nachlernen.

    Zu den politischen Zuständen in Kalifornien kann ich nichts sagen, das kann man erst wenn man direkten Kontakt nach dorthin hat.

  29. #29 hwied
    8. Dezember 2021

    Dr. W.
    Der Ochlokratisierung kann mit chlorfreien Möbeln begegnet werden.
    Ansonsten , so scheint mir wird hier an den realen Zuständen vorbeigeredet.
    In unseren Großstädten in D haben wir mittlerweile 70 % Schüler mit Migrationshintergrund. Die gilt es zu integrieren, um jeden Preis. Auch um den Preis der Integralrechnung. (mal überspitzt formuliert.)

    Die Schule hat neben der Wissensvermittlung auch einen Erziehungsauftrag und jetzt noch die Verpflichtung die Schüler mit Migrationshintergrund zu integrieren.
    Den Schulen in Ca wird das nicht anders gehen. Die Latinos sind in der Mehrheit und das Bildungsniveau ist sichtbar niedrig, zumindest in Südkalifornien. In San Diego ist das so.

  30. #30 HelmutK
    8. Dezember 2021

    Und was ist mit Differtialgleichungen? Wurden in meinem Elektrotechnikstudium nicht behandelt. In der klassischen Physik spielen die aber eine wesentliche Rolle. Die Lösung wie sich bei gegebenen Anfangsbedingungen die zeitliche Entwicklung eines Systems ergibt, bsw. der Pendelschwingung, ist ein bekanntes Beispiel für eine DGL. Im Rebhahn gibt es dazu auch interessante Betrachtungen, wie sich das System bei “was wäre wenn” entwickeln würde. Bsw. was wäre wenn eine dritte Zeitableitung in die DGL eingefügt würde (-> Determinismus, Endbedingungen).

  31. #31 hwied
    8. Dezember 2021

    Helmut K,
    Die Integralrechnung ist nur der Aufhänger für ein ineffektives Schulsystem. In den Staaten kannst du studieren wenn du z.B. in Sport gut bist.

    Es geht auch nicht um die Integralrechnung, wenn eben ein Großteil der Schüler die Anforderungen nicht mehr erfüllt oder erfüllen kann, dann müssen Reformen her.
    Dass das politisch ausgeschlachtet wird, das ist schlimm genug. Da ist die ganze Nation gefordert.

    Bei uns ist das etwas besser aber trotzdem ungenügend. Als Beispiel: In einer bekannten Hochschule gab es 800 Anmeldungen für D , 600 Anmeldungen für M , 6 Anmeldungen für PH und nur 4 Anmeldungen für CHemie.
    Ohne weiteren Kommentar.

  32. #32 uwe hauptschueler
    9. Dezember 2021

    Einer meiner Lehrer lästerte gerne über einen Hochleistungssportler, der Schüler bei seiner Frau war mit den Worten:

    Mit Singen, Hüpfen und Beten das Abitur gemacht.

    Früher™ war hier nicht alles besser, heute auch nicht. Was man als Hauptschüler in Mathematik lernt ist nicht berauschend. Etwa 30% der bundesdeutschen Bevölkerung haben einen Hauptschulabschluss als höchsten Bildungsgrad.

  33. #34 hwied
    9. Dezember 2021

    Uwe Hauptschüler,
    das war ein äußerst eingebildeter Lehrer. Wenn er glaubt, dass geistige Fähigkeiten höher zu bewerten sind als körperliche oder künstlerische Fähigkeiten.

    Thilo,
    deine mathematische Kürze in Ehren, die Zusammenfasung in #33 befähigt uns dann als Sachberater für Schulfragen in den Staaten und auch in Deutschland.

    Wenn ich das richtig überblicke, dann soll die Mathematik in Richtung „data science path“ gehen.
    Warum ? So umschifft man die Schwierigkeiten die der Hochschulmathematik nun mal innewohnen.

    Eine ähnliche Entwicklung gab es in Deutschland, als man die Ingenieurschulen in den 70igern abgeschafft hat und die Wissensvermittlung auf die Fachhochschulen übertragen hat. Die Abgänger hatten dann ein Diplom FH , ihr Können war aber nicht mehr mit denen der Ingenieurschulabgänger zu vergleichen.
    Das hatte fatale Folgen. Die derart ausgebildeten „Ingenieure“ wussten zwar den theoretischen Hintergrund technischer Lösungen, sie konnten aber z..B. keine Zahnräder mehr berechnen. Das Grundlagenwissen wurde vernachlässigt und der Beruf des Ingenieurs wurde immer unattraktiver, weil theoretischer.

    Wie man in Deutschland das Problem von Mindestniveauanforderung und Schulorganisation löst sollte bekannt sein.
    Wir haben zum einen die sprachlichen Gymnasien und die naturwissenschaftlichen Gymnasien.
    Dann haben wir noch eine zusätzliche Binnendifferenzierung in Grunkurse und Leistungskurse.
    Und last but not least haben die Schulen bei den Abitursaufgaben die Möglichkeit auszuwählen und die Lehrkräfte auch noch mal um ihren Gegebenheiten gerecht zu werden.

    Fazit: den Weg den Ca begehen will, der ist gar nicht notwendig. Organisatorisch kann man die Integralrechnung im Schulcurriculum beibehalten , durch ein Kurssystem dann aber den tatsächlichen Gegebenheiten Rechnung tragen.

  34. #36 hwied
    11. Dezember 2021

    Thilo, Danke für den Link,
    Nur einen Punkt herausgegriffen, der die Organisation und Durchführung des Faches Mathematik betrifft.
    “…researchers now know that students experience stress on timed tests that they do not experience even when working on the same math questions in untimed conditions.”
    Da stimme ich vollkommen zu, man kann Mathematik auch spielerisch und mit Freude beibringen.
    Jeder Lehrer weiß das nur hat sich das noch nicht in der Schulverwaltung herumgesprochen.
    Da werden Lehrer wie Schüler ständig mit Tests bedrängt, die Schulverwaltung will halt auch etwas Bestätigung, ein Erfolgserlebnis für die Presse.
    Es gab schon öfters Vorschläge ganz auf Benotung zu verzichten, dieser Vorschlag hat sich nicht durchgesetzt, weil (meine Meinung) viele Schüler erst unter Druck arbeiten und der andere Typ Schüler bei Druck schlechtere Leistungen erbringt.
    Fazit: Die Abitursaufgaben nur noch zur Hälfte bewerten, die andere Hälfte soll die Jahresleistung sein.

  35. #37 Thilo
    11. Dezember 2021

    So war das zu meiner Zeit.

  36. #38 Kein Mediziner
    11. Dezember 2021

    “Erstmal glaube ich das ohne Belege … so nicht”

    Ich bewundere so was. Ehrlich.
    Das Netz ist voll mit Belegen; die seit Jahren in verschiedenen Foren verlinkt und diskutiert werden.
    Und trotzdem (oder gerade deshalb?) gibt es immer noch welche, die sind Glauben fest.

    Wie lebt man das?

    https://eu.usatoday.com/in-depth/news/education/2021/12/07/math-racist-schools-teaching-methods-inclusive/6136092001/

  37. #39 hwied
    bei Kaffee und Kuchen
    12. Dezember 2021

    Kein Mediziner,
    In den USA wird ein Faktum politisiert, das es real gibt und auch wieder nicht gibt. Die CRT.
    Um nicht noch mehr Verwirrung zu schaffen, ein Blick auf deutsche Schulen, wo auch viele Nation alitäten und unterschiedliche Kulturen zusammenkommen.
    Um einige aufzuzählen,
    1. Deutsche, Österreicher
    2. US-Amerikaner.
    3. Türken
    4. Italiener
    5. Griechen
    6. Afghanen, Syrer , sonstige Nordafrikaner
    7. Albaner, Serben, Kroaten
    8. Chinesen
    9. Farbige
    10. Sonstige
    In der Rangordnung liegen die ersten Fünf ganz vorn ,, in den schulischen Leistungen nicht.
    In den schulischen Leistungen liegen die Griechen und Chinesen vorn.
    In der Rangordnung ganz hinten liegen Farbige, Albaner, Afghanen.
    In den schulischen Leistungen liegen die …….hinten.

    Daraus abzuleiten, die einen seien dümmer als die anderen, das wäre noch dümmer. Meiner Meinung und Erfahrung nach liegt es an der kulturellen Einstellung zur Bildung.
    Bildung hat bei Griechen einen hohen Stellenwert. Bei ………weniger.
    Chinesen sind diszipliniert und zielstrebig.
    Dabei belasse ich es.