Das Buch

Carlo Masala hat im letzten Jahr ein „hypothetisches Zukunftsszenario“ veröffentlicht, so die Literaturgattung laut Klappentext. 10 Auflagen gibt es schon. Das Buch beschreibt auf 119 Seiten, was geschieht, wenn Russland in der Ukraine gewinnt. In einer Art Tagebuch wird aus den Märztagen 2028 berichtet, als russische Truppen in Estland eindringen, die Stadt Narwa an der Ostsee einnehmen, und die Insel Hilumaa, die zweitgrößte Insel des Landes. Russland führt als Begründung den Schutz der russischen Bevölkerung an, die von Estland drangsaliert würde, wiederholt also das Ostukraine-Spiel. Da die Europäer nach dem Ukrainekrieg ihre eigentlich geplante Aufrüstung haben schleifen lassen, Putin war zurückgetreten und der neue russische Präsident Obmantschikow hatte Entspannungssignale gesendet, fühlt sich Russland ermutigt, zu testen, was bei so einer Provokation passiert. Dazu hatte es für den Fall einer militärischen NATO-Reaktion mit dem Atomkrieg gedroht.

Es kommt, wie es viele befürchten, dass es so kommen musste: Die USA wollen für eine estnische Kleinstadt keinen Weltkrieg riskieren, das wollten sie früher schon für Hamburg nicht, der amerikanische Präsident hat sogar Verständnis für Russlands Argumentation, und auch die Europäer sind sich nicht einig, was zu tun ist. Art. 5 des NATO-Vertrags wird nicht aktiviert. Wenn Russland gewinnt, hat Russland gewonnen.

Masalas Szenario endet mit dem Eintrag für den 30. März 2028. Obmantschikow ruft den chinesischen Präsidenten Xi an, der ihn fragt, wie es ihm gehe. Obmantschikow sagt, „es könnte mir nicht besser gehen“ – und dass Obmantschikow das Lächeln Xis nicht sehen könne. „Xi fühlt sich auf dem Höhepunkt seiner Macht. (…) Die Macht der USA ist gebrochen und die chinesische Vorherrschaft über die Welt zum Greifen nahe.“ Xi sieht, wer Zukunft hat und wer nicht.

Das letzte Kapitel

Masala entwirft ein realistisches Szenario. Aus mir unbekannten Gründen ist das letzte Kapitel der Geschichte nicht Teil des Buchs, man muss in den Buchläden extra danach fragen. Es umfasst drei Tage im Mai 2028.

1. Mai 2028
Trump hat die Wahlen am 7. November 2028 abgesagt. Er hätte sie verloren. Die Proteste in einigen Städten, von linksradikalen Woken und kanadischen Drogendealern angezettelt, wie er erklärte, hat die ICE mit großer Brutalität niedergeschlagen. Um sich ohne Wahlen die Zustimmung der Mehrheit der Amerikaner zu versichern, hat Trump nach dem NATO-Debakel um Estland noch im April 2028 Grönland besetzen lassen, King-Trump-Land, wie es nun heißt. Ländern, die das nicht anerkennen, droht er mit Strafzöllen von 5000 %. Die russische Aggression in Estland habe gezeigt, so Trump, dass er Maßnahmen zum Schutz der nationalen Sicherheit der USA ergreifen müsse, die NATO sei ersichtlich nicht dazu in der Lage. Die EU äußert Verständnis, Kanada erklärt sich bereit, den USA Überflug- und Durchmarschrechte nach Grönland zu gewähren und einen Beitritt zu den USA zu prüfen. Macron will weiter „Grönland“ sagen. Trump erklärt, Macron sei ein Trottel, der nicht mal in den Epstein-Files erwähnt würde, und er freue sich sehr, dass seine Freundin Ällis Weidel, eine richtig gute Freundin, im Herbst den Merz mit seinem lächerlichen Kleinflugzeug ablöse. Er käme gerne zu ihrer Amtseinführung nach Brüssel.

3. Mai 2028
Turksprachige und kaukasische Nationalisten haben in den Grenzregionen Russlands blutige Unruhen entfacht. Obmantschikow schafft es nicht, für Ruhe sorgen. Im Afrika wird zeitgleich sein Afrikacorps, die frühere Wagnergruppe, durch den wiedererstarkten IS aufgerieben. China kündigt an, sein Verhältnis zu den USA neu ordnen zu wollen, nach der Wiedervereinigung mit Taiwan, dem Abzug der USA aus Südkorea und der Anerkennung des chinesischen Protektorats über die Philippinen durch die USA gebe es keine Streitpunkte mehr mit den transpazifischen Freunden. Man bedauere den kurzen militärischen Schlagabtausch in Australien. Man werde Russland nicht weiter unterstützen. Modi lässt mitteilen, man habe gerade andere Sorgen als russisches Öl und droht Pakistan wegen Kaschmir mit dem Atomkrieg.

8. Mai 2028
Die Schwäche der Moskauer Zentrale wird von schon lange lauernden Kräften ausgenutzt. Das Riesenland war immer nur durch Stärke nach innen und Aggression nach außen zusammenzuhalten. Jetzt kommt es auch in Zentralrussland zu Aufständen. Man munkelt, Xi habe seine Finger im Spiel und wolle Ostsibirien übernehmen, wegen des Zugangs zum strategisch wichtigen Polarmeer und um verwandte Ethnien vor den Unruhen zu schützen. Obmantschikow stürzt, die „Stunde der Raubtiere“ triumphiert auch in Moskau, das Ende der „regelbasierten Weltordnung“ macht vor Russland nicht halt. Das Riesenland bricht in Tagen auseinander. Russische Militärs der alten Schule, chinesische und US-amerikanische Kräfte sichern die Atom-Waffen des Landes. Man gibt im Pekinger Memorandum Sicherheitsgarantien für das Land, das schon nicht mehr existiert, wenn es seine Atomwaffen abgibt.

In Peking jubeln die Massen Xi bei einer öffentlichen Kundgebung auf dem Platz des himmlischen Friedens zu. Ein alter Mann, manche meinen den Dalai Lama zu erkennen, aber der würde sich doch sicher nicht nach Peking wagen, murmelt „Respice post te, hominem te esse memento”.

Der Blick in die Geschichte lässt keine Reiche von Dauer erkennen. Die Pharaonen, über Jahrhunderte gottgleiche Herrscher am Nil, haben ihre Macht verloren, das Reich Alexander des Großen ist untergegangen, ebenso das römische Imperium, das Weltreich Karls V., in dem die Sonne nicht unterging, das britische Empire, in dem sie auch nicht unterging, der deutsche Griff zur Weltmacht ist gescheitert, nun auch das Kolonialreich der Zaren. Noch ist Xis Macht ungebrochen. Aber an allem nagt der Zahn der Zeit.“

Ende.

Kommentare (38)

  1. #1 Dietmar Hilsebein
    8. Februar 2026

    [quote]”Ende.”[/quote]

    Genau. “Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei.”

  2. #2 Sebastian
    8. Februar 2026

    … und als nächstes dann bitte eine Besprechung dieses “REALISTISCHEN” Buches – noch realistischer als das von Herrn Massala – aus wikipedia zitiert:

    “Das Orakel vom Berge (englischer Originaltitel: The Man in the High Castle) ist eine Alternativweltgeschichte und Dystopie des US-amerikanischen Schriftstellers Philip K. Dick aus dem Jahr 1962. Sie spielt im selben Jahr in einer fiktiven Gegenwart, in der das Deutsche Reich und das Japanische Kaiserreich die USA besiegt und unter sich aufgeteilt haben …”

    • #3 Joseph Kuhn
      8. Februar 2026

      Sebastian:

      Masalas Buch beschreibt ein Szenario einer möglichen Zukunft, wie sie auch von anderen Sicherheitsfachleuten diskutiert wird. Er will, dass man diese Möglichkeit nicht verdrängt, damit es nicht so weit kommt. Viele haben es vor 2022 auch für völlig ausgeschlossen gehalten, dass Putin wirklich die Ukraine übernehmen will. Hätte man sich vorher auf ein solches Szenario vorbereitet, wäre es vielleicht nicht so gekommen.

      Sie scheinen jetzt Masalas Szenario für unrealistisch zu halten. Der Vergleich mit dem Buch Dicks hinkt aber. Dick wusst 1962 ja, dass das Deutsche Reich und das Japanische Kaiserreich die USA nicht besiegt haben, sein Motiv war daher sicher nicht, davor zu warnen. 1941, vor dem Angriff Japans auf Pearl Harbor und Deutschlands Kriegserklärung an die USA, war nicht so klar, was wird, zumindest was die Möglichkeit angeht, die USA aus den Einflusszonen Japans und Deutschlands zu verdrängen.

      Oder was meinen Sie?

  3. #4 Sebastian
    8. Februar 2026

    @ Joseph Kuhn

    Ich meine: Masala ist so realistisch, wie all die anderen Kriegshetzer, die ich während meiner Zeit als Sanitäter bei der Bundeswehr kennenlernen musste. “V-Fall” hieß das, die Gefahr kam schon immer aus dem Osten.

    Masala ist an der Bundeswehrhochschule, und u.a. bei der DGAP, einer Lobby der Rüstungsindustrie.

    Nein Danke! (hier starten gerade hunderte Friedenstauben! Sehen Sie sie auch?)

  4. #6 RPGNo1
    9. Februar 2026

    @Sebastian

    Kriegshetzer? Russland führt seit 4 Jahren einen hybriden Krieg gegen westliche Staaten. Die Vogel-Strauß-Taktik, die besonders gerne von Linken, BSW, AfD, sogenannten Russlandfreunden aus der SPD und einer geriatrischen Friedensbewegung gepflegt wird, die Russland mit der SU unter Breschnew verwechselt, hilft Europa nicht weiter.

  5. #7 RPGNo1
    9. Februar 2026

    Was Xi angeht. Er begeht den gleichen Fehler wie so viele Autokraten vor ihm und konzentriert die Macht immer mehr auf sich. Er vertraut niemanden und wittert selbst in leisester konstruktiver Kritik Hochverrat. Partei und Volksarmee, die Stützen der Herrschaft, sind vor seiner Paranoia nicht sicher, wie man an den Säuberungsaktionen in deren Spitzen in den letzten Jahren sieht. Drängende Probleme, wie die Überalterung der chinesische Gesellschaft oder die zunehmend abflauende Wirtschaft, werden ignoriert. Stattdessen versucht Xi nach klassischem Diktatorenvorbild mit geplanten außenpolitischen Erfolgen (wie eine “Wieder”vereinigung mit Taiwan) abzulenken.

  6. #8 Staphylococcus rex
    9. Februar 2026

    Was bedeutet eigentlich: “wenn Russland gewinnt”? Im Augenblick läuft zwar die russische Kriegsmaschinerie auf vollen Touren, der Flaschenhals in der russischen Kriegsführung sind die Personalreserven an Soldaten.

    Es gibt eine alte Regel, “der Krieg ernährt den Krieg”, mit den Ressourcen eines frisch eroberten Gebietes wird der nächste Landstrich erobert. Alexander der Große, Dschingis Khan und Hitler (in den ersten Kriegsjahren) haben danach gehandelt. Deshalb ist es auch so wichtig, die Ukraine jetzt zu unterstützen. Wenn die Ukraine fällt (und dabei ist es egal, ob Putin die Ukraine zu 100% oder “nur zu 80%” erobert), dann hat dies zwei für Westeuropa sehr unangenehme Konsequenzen. Einerseits wird Westeuropa von einer Flüchtlingswelle überrollt, gegen die die Welle von 2014 harmlos war, andererseits kann Putin die Ressourcen der eroberten Gebiete nutzen, um seiner Kriegsmaschinerie neuen Schwung zu verleihen. Dann, und nur dann wird ein Angriff auf das Baltikum realistisch.

    Nach meiner rein persönlichen Einschätzung ist dies genau der Grund, warum Putin trotz der hohen Kosten für sein Land diesen Krieg in die Länge zieht und genau aus diesem Grund sollte die EU alles in ihrer Macht stehende tun, die Ukraine jetzt zu unterstützen. Jeder Euro, der jetzt der Ukraine als Unterstützung gegeben wird, spart in der Zukunft ein Vielfaches an Folgekosten.

    Was Xi betrifft, da lief vor einiger Zeit irgendwo auf den dritten Programmen (3Sat, Arte?) eine mehrteilige Doku über seinen Werdegang. Xi war das Kind eines Parteibonzen, welcher in der Zeit der Kulturrevolution in Ungnade fiel und Xi wurde durch die Repressalien jener Zeit wesentlich geprägt. Offensichtlich hat er daraus die Schlussfolgerung gezogen, dass er unangreifbar werden muss, um eine Wiederholung zu vermeiden. Ich halte Xi für intelligent genug, um zu verstehen, dass persönliche Unangreifbarkeit nur möglich ist, wenn man selbst zum Autokraten wird.

  7. #10 Oliver Gabath
    9. Februar 2026

    @#7 (RPGNo1):

    Interessanter Punkt. Der unblutige Sturz Chruschtschows durch Breschnew zeigt, dass autokratische Systeme mit Personenkult auch erzwungene Personalwechsel überleben können. In gewisser Weise ähnelt das China von heute sogar der Sowjetunion von 1964: Von außen betrachtet unbesiegbar, riesig, mit gewaltiger Bevölkerung, starker Industrie und starkem Wachstum, aber mit ähnlichen Problemen wie sich verlangsamendem Wachstum, Demographie und Bürokoratisierung, um nicht zu sagen Apparatisierung beschlagen.

    Die Zukunft wird, wie’s aussieht, viel zu interessant für meinen Geschmack.

  8. #11 Sebastian
    9. Februar 2026

    @ Joseph Kuhn

    kommentiert habe ich nur, weil ich das Buch “The High Castle” von Philip K. Dick so hübsch im Zusammenhang fand.

    Der Rest Ist unschön. Vor allem ein rechter Dauer-Kommentator, der zum Umfeld der keinen Widerstand duldenden GWUP-Sekte gehört: Von der kann Putin noch was lernen!

    Sorry, wenn nicht “mehr” von mir kommt, mehr als genug kommt dafür ja von anderen. Historische Analysen Hilfsausdruck.

    • #12 Joseph Kuhn
      9. Februar 2026

      @ Sebastian:

      In der Sache kommt man weiter, wenn man zur Sache kommentiert. Kritik an der GWUP sollte man dort anbringen, wo sie hingehört, bei der GWUP. Hier ging es um das Buch von Masala und den von ihm präsentierten hypothetischen Ablauf.

  9. #13 Staphylococus rex
    9. Februar 2026

    Noch ein paar Worte zu Xi, soweit ich dies aus der Ferne einschätzen kann, funktioniert China teilweise nach etwas anderen Spielregeln als Westeuropa. Durch die kunfuzianischen Traditionen und die Tradition des Kaisertums spielt direkte Mitbestimmung (westliche Demokratie) dort eine geringere Rolle. Das heißt aber nicht, dass die alten oder neuen Kaiser frei schalten können. Sie müssen auch liefern: Wohlstand und Sicherheit für ihr Volk. Etwas blumig wird dies mit dem Begriff “Mandat des Himmels” umschrieben. In ihrer langen Geschichte haben die Chinesen schon mehrere Dynastien verschlissen, welche ihre Pflichten nicht erfüllte haben und somit das Mandat verloren haben.

    Ich halte Xi für intelligent genug zu wissen, dass er trotz faktischer Alleinherrschaft sich diesen Regeln beugen muss. Deshalb auch die exzessive Kontrolle der sozialen Medien und des öffentlichen Raumes, einerseits um Widerstand früh zu ersticken, andererseits um auf bedrohliche Entwicklungen adäquat zu reagieren. Deshalb auch in der Spätphase der Covid-Epidemie der plötzliche Schwenk weg von den absoluten Eindämmungsmaßnahmen.

    Der Preis für die eigene Macht sind die Säuberungen im Umfeld, dadurch gehen wichtige Beratungs- und Rückkopplungfunktionen verloren. Und das ist in schwierigen Zeiten #7 eine große Bürde.

  10. #14 Sebastian
    9. Februar 2026

    @ Joseph Kuhn

    Das Buch von Carlo Masala: selbst wenn ich es gelesen hätte, wie sollte ich ein endgültiges Urteil darüber fällen? Dazu wäre es erforderlich, über sehr weitreichende Hintergrundinformationen zum Ukraine-Krieg zu verfügen – die haben wir – wir! – aber alle nicht.

    Zur öffentlichen Person Masala, zur Kriegshetze, die er verbreitet, habe ich mich ganz kurz geäussert: recherchieren Sie doch mal zur “DGAP”, das ist interessant. Mitarbeiter der DGAP werden regelmässig in der Tagesschau als unabhängige Experten interviewt, zitiert. Ist mir irgendwann mal aufgefallen, spätestens als ich die Nazi-Villa von Werner March (Erbauer des Olympiastadions Berlin), in der die “DGAP” residiert, gesehen habe … eindrucksvolles Gebäude: https://de.wikipedia.org/wiki/Gebäude_der_Jugoslawischen_Gesandtschaft_in_Berlin

    Joseph Kuhn: “Kritik an der GWUP sollte man dort anbringen, wo sie hingehört, bei der GWUP.”

    Kritik an einer totalitären Sekte bringt man bei der totalitären Sekte an. Klingt nach einem sehr aussichtsreichen Vorgehen!

    • #15 Joseph Kuhn
      9. Februar 2026

      @ Sebastian:

      Mein Rat wäre, wenn man nichts zu einem Blogthema zu sagen hat, außer Leute zu beleidigen, dann sollte man es lassen.

  11. #16 Sebastian
    9. Februar 2026

    @ Joseph Kuhn: “Mein Rat wäre, wenn man nichts zu einem Blogthema zu sagen hat, außer Leute zu beleidigen, dann sollte man es lassen.”

    Danke für Ihren Rat! Darauf wäre ich nie gekommen!

    Im Gegenzug ein Rat von mir: Wenn sich aus einem “Blogthema” (eventuell) andere Gesichtspunkte entwickeln, sollte man sie (vielleicht) nicht “aus Prinzip” ignorieren, abwerten, niedermachen.

    • #17 Joseph Kuhn
      9. Februar 2026

      @ Sebastian:

      Ich habe mich bemüht, auf Ihre Kommentare sachlich zu antworten. Zwischen Leute zu beschimpfen und “andere Gesichtspunkte entwickeln” ist viel Raum. Nutzen Sie ihn.

  12. #18 RainerO
    9. Februar 2026

    XXX

    [Kommentar gelöscht. Bitte den GWUP-Streit woanders austragen. Danke, JK]

  13. #19 Sebastian
    9. Februar 2026

    XXX

    [Kommentar gelöscht. Bitte den GWUP-Streit woanders austragen. Danke, JK]

  14. #20 RPGNo1
    9. Februar 2026

    XXX

    [Kommentar gelöscht. Bitte den GWUP-Streit woanders austragen. Danke, JK]

  15. #21 Oliver Gabath
    9. Februar 2026

    @#14 (Sebastian)

    Ich nehme an, das Argument ist, dass die Rüstungsindustrie über die DGAP Lobbyarbeit betreibt? Tut sie. Und das jahrzehntelang erfolglos.

    Die politischen Rahmenbedingungen haben sich etwa im Februar 2022 geändert. Fällt zeitlich mit dem russischen Angriff auf die Ukraine und dem unaufhörlichen Säbelrasseln aus Moskau zusammen.

    Das ist keine besonders komplexe Sachlage.

  16. #22 Staphylococcus rex
    9. Februar 2026

    Nur ein paar Randbemerkungen:

    “General Obmantschikow” klingt seltsam. Wörtlich übersetzt ist Obman = Betrug (oder Täuschung), also ein kleiner sprachlicher Wink mit dem Zaunpfahl.

    Sowohl Russland als auch China haben historisch ihre Kolonien nicht in Übersee, sondern an ihren Landesgrenzen gesammelt. Bei der Frage, was ist in einem Vielvölkerstaat ehemalige Kolonie und was ist Kernland, möchte ich mich nicht zu weit hinauslehnen.

    Ob China ganz Ostsibirien übernehmen will, weiß ich nicht, aber historisch gehörte die äußere Mandschurei mal zum chinesischen Einflussgebiet:
    https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84u%C3%9Fere_Mandschurei

    Ein Krieg um das Baltikum birgt auch für ein aufgerüstetes Russland erhebliche Risiken und macht nur Sinn, wenn dabei eine Landbrücke zur Kaliningrader Exklave geschaffen wird. Das bedeutet einerseits, dass innerhalb kurzer Zeit ein außerordentlich großes Truppenkontingent im Baltikum konzentriert werden muss. Dass bedeutet andererseits, dass eine “Rest”-Ukraine zu diesem Zeitpunkt zu schwach sein muss, um eine zweite Front zu eröffnen. Ein lang anhaltender Waffenstillstand in der Ukraine ohne Erreichen der Kriegsziele ist das Eingeständnis eines Verzichts auf eine Expansion im Baltikum.

    • #23 Joseph Kuhn
      9. Februar 2026

      @ Staphylococcus rex:

      “General Obmantschikow”

      Obmantschikow ist in Masalas Szenario der Nachfolger Putins, kein General. Masala lässt ihn aus dem “Finanzsektor” kommen, mit Studium in Großbritannien und einigen Jahren Tätigkeit bei Ernst & Young in Dubai, etikettiert als “jung, charismatisch und weltoffen”. Mit dieser Beschreibung fügt er sich in das Bild eines vorgetäuschten Kurswechsels, der Name ist der von Ihnen angesprochene Zaunpfahl.

      “Ein Krieg um das Baltikum birgt auch für ein aufgerüstetes Russland erhebliche Risiken und macht nur Sinn, wenn dabei eine Landbrücke zur Kaliningrader Exklave geschaffen wird.”

      Im Szenario reflektiert die russische Führung die Risiken und legt die Provokation daher so an, dass sie keine massive Reaktion der NATO bzw. der USA erzwingt. Im Nordmeer wird auch eine kleine Insel symbolisch mit der russischen Flagge besetzt, ohne dass dort Soldaten stationiert werden. Es geht darum, zu zeigen, dass die NATO nicht jeden Meter Territorium verteidigt – und damit letztlich ein Papiertiger sei.

      Man kann darüber spekulieren, wie realistisch das alles ist, diesen Raum der Unsicherheit will Masala aufmachen, so verstehe ich das Buch zumindest.

      Aber nach meinem Empfinden folgt die Geschichte zu sehr dem im Buch beschriebenen russischen Plan, vielleicht abgesehen von der kleinen Ironie mit Xi am Ende. Ich glaube nicht, dass Machtentfaltungen immer so planmäßig verlaufen. Schließlich kann nicht nur Russland destabilisieren, das haben auch andere immer wieder getan und auch Russland hat viele verletzliche Flanken. In der “Stunde der Raubtiere” nimmt die Unberechenbarkeit für alle zu. Dummerweise leiden die “kleinen Leute”, also wir, unter den meisten Szenarien, die sich Weltenlenker und solche, die sich dafür halten, in solchen Situationen ausdenken.

  17. #24 RainerO
    9. Februar 2026

    XXX

    [Kommentar gelöscht. Bitte den GWUP-Streit woanders austragen. Danke, JK]

  18. #25 Sebastian
    9. Februar 2026

    XXX

    [Kommentar gelöscht. Bitte den GWUP-Streit woanders austragen. Danke, JK]

  19. #26 Staphylococcus rex
    9. Februar 2026

    Bei einer guten Geschichte ergibt sich alles Weitere aus der Grundannahme. Bei der Geschichte von Carlo Masala plagen mich dagegen einige kognitive Dissonanzen.
    1) Putins Trauma ist der Zerfall der UdSSR. Deshalb will er die Ukraine zurück und sein “Lebenswerk” mit der “Heimkehr” des Baltikums abrunden. Ein jung-dynamischer Ökonom, der erst nach dem Zerfall der UdSSR geboren wurde, hat andere Prioritäten. Einen Krieg mit der Nato zu riskieren für ein Trauma, dass er nicht erlitten hat, das verstehe ich nicht.
    2) Ein Herrscher/Autokrat in Russland braucht eine starke Hausmacht, Putin war Oberstleutnant beim KGB und hatte gute Verbindungen zum Petersburger Machtzirkel. Ein Außenseiter ohne Rückhalt beim Geheimdienst oder Militär würde sich keine Woche an der Macht halten. Deshalb und wegen der Motivation hatte ich angenommen, dass der Nachfolger Putins ein General sein muss, der möglichst auch vor 1975 geboren sein muss.
    3) Narva ist zwar nur eine kleine Stadt mit etwas über 50000 Einwohnern, aber durch ihre Grenzlage sollte sie gut verteidigt sein. Selbst ein Handstreich bei der Eroberung dürfte ein ziemliches Blutbad hinterlassen, welches den Hamas-Überfall vom 7.10.23 deutlich in den Schatten stellt. Die Grenze von einer Provokation zu einem Krieg ist da sehr schnell erreicht und überschritten. Ab wieviel Toten ist eine Provokation als Kriegserklärung zu werten und entwickelt eine unkontrollierbare Eigendynamik?
    4) Ein Autokrat der militärisch stark genug ist die NATO zu demütigen soll keine zwei Monate später durch einen Aufstand in der Peripherie gestürzt werden? Entweder seine Militärs verweigern ihm vorher die Gefolgschaft oder er hat genügend Truppen, periphere Aufstände blutig niederzuschlagen. Das Eine schließt das Andere zur gleichen Zeit aus.
    5) Die meisten Großmächte verschwinden nicht spurlos, sie verlieren lediglich ihre Kolonien und werden auf ihr Kernland zurechtgestutzt. Der Kaukasus war aus russischer Sicht immer schon ein Unruheherd, den Verlust des Kaukasus kann Russland verschmerzen. Russland hat bereits fast alle Kolonien verloren, den Rest betrachte ich zwar als anfällig für Aufstände (im Sinne einer Palastrevolution), aber nicht für Abspaltungen. Im Übrigen betreibt China in seinen Randkolonien eine aggressive Assimilierungspolitik und die nichtrussischen Völker in Sibirien werden sehr genau überlegen, bevor sie sich darauf einlassen.

    • #27 Joseph Kuhn
      10. Februar 2026

      @ Staphylococcus rex:

      Die Punkte 4 und 5 Ihrer Liste würden allerdings meine Fortschreibung der Geschichte betreffen, nicht Masalas Buch. Bei den ersten drei Punkten gebe ich nur zu bedenken, dass es, wenn man das Buch ernstnimmt, nicht darum geht, jede einzelne Szene kritisch zu hinterfragen, sondern darüber nachzudenken, ob das Gesamtszenario plausibel ist. Das ist es leider. Aber, siehe die Fortsetzung, die Geschichte kennt viele Fälle, in denen die siegreichen Feldherren die Mahnung des Sklaven, der sie beim Triumphzug begleitete, nicht beachteten.

  20. #28 RPGNo1
    10. Februar 2026

    Carlo Masalas Buch ist ein Gedankenexperiment. Ein Denkanstoß, dass wir über den Tellerrand hinausblicken sollen, um ein ein oft bemühtes Klischee zu verwenden.

    Seine Überlegungen, dass ein eventueller “liberaler” bzw. “technokratischer” Nachfolger Putins mit Versprechen von Reformen, Entspannung westliche Politiker einlullen könnte, sind nicht von der Hand zu weisen. Es gibt in Deutschland genug Politiker, die sich nach einer solchen vorgeblichen Gelegenheit sehen, siehe die Ereignisse um den konspirativen “Petersburger Dialog” vom letzten Jahr, wo relativ bekannte Namen wie Stegner, Pofalla, Platzeck, Hoffmann und Holthoff-Pförtner teilgenommen haben.

    https://www.tagesschau.de/investigativ/kontraste/deutschland-russland-treffen-baku-100.html

  21. #29 Staphylococcus rex
    10. Februar 2026

    @ Joseph Kuhn, wir alle sind keine Hellseher, und Vorhersagen über die Zukunft sind nun einmal mit Unsicherheiten behaftet. Unabhängig von konkreten Details in Masalas Erzählung sind wir uns wahrscheinlich einig, dass ein autokratisch regiertes Russland immer eine Bedrohung für seine Nachbarn darstellen wird. Ein Regierungsschef mit postkolonialen Phantomschmerzen ist da sicher ein zusätzlicher Risikofaktor und Warnhinweis. Und den Preis für die postkolonialen Phantomschmerzen Putins zahlen nun einmal die einfachen Leute auf beiden Seiten der Grenze bzw. der Front.

    Putin hat ein Alter erreicht, wo er u.U. auch “von Gott abberufen” werden kann. Bei den aktuellen Machtverhältnissen im Kreml wage ich keine belastbare Vorhersage, welche politische Richtung ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin vertritt.

    Nur mal so als Gedankenexperiment, sollte es zu einem Kollaps von Putins Machtapparat kommen, könnte die Zukunft theoretisch auch so aussehen:” Die ersten freien Wahlen nach langer Zeit in Russland werden überraschend von Katharina Vernaja gewonnen. Zu Putins Zeiten eilte ihr der Ruf als Oligarchenflüsterin voraus. In Geheimverhandlungen war hatte sie vorher Kontakt mit der Exilopposition aufgenommen. Ihr ist es dadurch gelungen, ein Zweckbündnis der Oligarchen und der demokratischen Opposition zu schmieden. In ihren Wahlkampfauftritten auf Tik-Tok ließ sie zudem durchblicken, dass ein weit entfernter Vorfahr dem Adelshaus Anhalt-Zerbst angehörte. Das Wahlprogramm war weitgehend innenpolitisch geprägt mit den Versprechen Rechtsstaatlichkeit, Korruptionsbekämpfung und Infrastrukturprogrammen.” 😉

    • #30 Joseph Kuhn
      10. Februar 2026

      @ Staphylococcus rex:

      Ja, die Zukunft ist offen. Sie kann dystopisch enden, oder sich zum Guten wenden und ein Stück weit tragen wir dafür auch selbst Verantworung.

      Ihre Fortschreibung ist sozusagen der andere Pol alternativer Zukünfte, dem gegenüberliegend, wovor Masala warnt. Die Frage ist, worauf soll sich Politik vorbereiten? Die Frage stellt sich übrigens auch da, wo wir beide uns etwas besser auskennen, bei der pandemic preparedness.

      Es ist keine triviale Frage, zum einen, weil man sich nicht auf alles vorbereiten kann, auch nicht was Pandemien angeht, zum anderen, weil anders als bei der pandemic preparedness die Vorbereitung auf ein friedliches oder auf ein aggressives Russland nicht ohne Einfluss auf Russland bleiben dürfte.

  22. #31 Sebastian
    10. Februar 2026

    soll mir keiner vorwerfen, ich habe keinen Einsatz gezeigt – und mache den kleinen Umweg über Hugendubel, und tue was ich immer tue, wenn ich ein Buch testlese:

    ich schlage es irgendwo auf, der Zufall ist mein Meister, er sagt mir, WIE jemand schreibt.

    Und denke sofort: “Kann man das lesen? KANN man das lesen? Kann …”

    Ich will das sicher nicht weiter lesen, lege “Wenn Russland gewinnt” nach anderthalb Seiten weg. Rekordverdächtig.

    Was habe ich gelernt? Dass Rüstungsbarone Privatjet fliegen. “Gulfstream 650”. Die mit den “ovalen” Fenstern: warum schreibt Masala das? Um authentisch zu wirken? Oder um anzudeuten, dass er weiß, wie ein Privatjet von innen aussieht? Jemand, der dazugehört?

    Auf dem Cover von “Wenn Russland gewinnt” ein Aufkleber mit “SPIEGEL BESTSELLER Platz 1”:

    es reicht, das abzuliefern, was die Leute wollen, um richtig erfolgreich zu werden – das tun auch all die anderen Bücher, die neben Masala zum Verkauf liegen: Sarrazin, Steingart, die rechte Großfamilie der Krisengewinnler – wenn es keine richtige Krise gibt, schreiben sie sie groß …

    “RPGNo1, 10. Februar 2026
    Carlo Masalas Buch ist ein Gedankenexperiment. Ein Denkanstoß, dass wir über den Tellerrand hinausblicken sollen …”

    was hat RPGNo1 da gelesen? Muss ein anderes Buch gewesen sein, als das, das ich in der Hand hatte.

    Das letzte Buch, das den Zufallstest bestanden hat, war:

    “Weiter als Weltreiche und langsamer”, von Ursula K. Le Guin, in: “Der Tag vor der Revolution: 25 Science-Fiction-Storys“ – noch nicht zu Ende gelesen, kein abschliessendes Urteil, aber: „lesbar“, „interessant“ „öffnend”

  23. #32 Fjord Springer
    11. Februar 2026

    @Sebastian

    “Ich will das sicher nicht weiter lesen, lege “Wenn Russland gewinnt” nach anderthalb Seiten weg. Rekordverdächtig.”

    Das ist ungefähr genauso tragfähig wie ein Arzt, der sagt; Ich habe den Patienten gesehen und gegrüßt. Kein Krebs.

  24. #33 vincent
    11. Februar 2026

    “Das letzte Buch, das den Zufallstest bestanden hat, war:”

    Geh weider! Da interessiert es mich weitaus mehr, welche Form die Fenster der Privatjets von Rüstungsbaronen haben.

  25. #34 Sebastian
    11. Februar 2026

    @ Fjord Springer @ vincent

    ich hab das nicht geschrieben, damit es irgendwem gefällt – ihr dürft das gern so scheisse finden, wie ihr wollt, auch so scheisse, wie ich “Wenn Russland gewinnt”.

    “Weiter als Weltreiche und langsamer”, von Ursula K. Le Guin habe ich gerade zu Ende gelesen. Passt.

    Passt vor allem auch in die Kategorie “woke”, das Phantom, an dem sich die GWUP abarbeitet, seit Jahren. Aber noch nicht so lange, wie es die Erzählung von Ursula K. Le Guin gibt: 1971, https://en.wikipedia.org/wiki/Vaster_than_Empires_and_More_Slow

    Für “vincent”, Fan von Privatjets – soll ich mir den kaufen: https://www.youtube.com/watch?v=xgUTnQ6QtlI&t=1s

    @ Joseph Kuhn Ursula K. Le Guin hab ich als “Maßstab” in meinen Kommentar eingefügt, damit klar ist, was mir gefällt.

    • #35 Joseph Kuhn
      11. Februar 2026

      @ Sebastian:

      “Ursula K. Le Guin hab ich als “Maßstab” in meinen Kommentar eingefügt, damit klar ist, was mir gefällt.”

      Nichts für ungut, mir ist eigentlich egal, was Ihnen gefällt und was nicht. Carlo Masala wurde hier nicht für den Literatur-Nobelpreis vorgeschlagen, es ging um die Frage, wie realistisch ist sein Szenario, wie wahrscheinlich, wie ausweglos oder auch, was bedeutet es langfristig.

      Sie haben sich jetzt mit Ihren Vorlieben ausführlich genug präsentiert, und fangen wieder mit der GWUP-Sache an. Sie scheinen da unter einer Fixierung zu leiden, wie Sie sie der GWUP vorwerfen. Den Kommentar habe ich nochmal durchgelassen, weil er zumindest Reste von Masala enthielt. Den nächsten von Ihnen, in dem auch nur das Wort “GWUP” vorkommt, schalte ich nicht mehr frei.

  26. #36 Krycha Zagrycha
    An der Ostseeküste
    10. März 2026

    @ Staphylococcus rex: „Obmantschikow“ ist schon gut getroffen. Eponyme dieser Art liegen ganz in der Tradition russischsprachiger Literatur. Eigentlich ist es eher schwer, bedeutende russische literaturwerke zu benennen, die sich _keiner_ sprechenden Deonomastik bedienen. Fast mehr als in der griechischen Mythologie. 🙂

    Spontane Beispiele:
    Der vernünftige Freund Razumichin (von rasum ‚Verstand‘), der abgestürzte, schmierige Säufer Marmeladow (Erklärung wohl überflüssig), der philosophierende Doppelmörder Raskolnikow (von der radikalen christlichen Rasskolniki-Sekte) von, natürlich, Dostojewski, der auch den Fürsten Myschkin (Mäuslein) und Tausende eponyme Figuren erschuf.
    Der General klingt wiederum wie der Tschitschikow von Mykola Hohol (besser als Nikolai Gogol bekannt).
    Auch moderne russische Literatur war nicht frei davon, wenn ich etwa an Michail Bulhakow denke, aber auch an populäre Autoren wie die Brüder Strugazki oder der herrliche Pastiche-Meister Kir Bulytschow.
    Selbst einige russische Schriftsteller gaben sich selber sprechende Künstlernamen: Maxim Gorki („der Bitrere“) bis Daniil Charms (doppeldeutig).
    Passt gut.

  27. #37 Joseph Kuhn
    17. März 2026

    Der Irankrieg und die Ukraine

    Hoffentlich schreibt Trump nicht gerade das Kapitel “Wie Russland gewinnt”: https://www.fr.de/politik/wegen-iran-krieg-eu-kommissar-warnt-vor-ukraine-katastrophe-94221230.html

  28. #38 Staphylococcus rex
    18. März 2026

    Es gibt hier noch einen möglichen Effekt: Sollte es doch zu einem Regimewechsel im Iran kommen (danach sieht es derzeit nicht aus), dann gibt es sehr viele Angehörige des alten Unterdrückungsapparates, die fürchten müssen, für ihre Verbrechen während der letzten Proteste zur Verantwortung gezogen zu werden.

    Wenn sich in einem Gedankenexperiment 100 000 dieser Milizen ihr Asyl in Russland an der ukrainischen Front verdienen müssen, dann hätte dies aus meiner Sicht sehr wohl Konsequenzen für den Frontverlauf.