Das Verhältnis zwischen Individuum und Gemeinschaft bzw. Gesellschaft beschäftigt nachdenkliche Menschen seit Jahrhunderten. Es ist eines der Grundprobleme der politischen Philosophie und der daran angedockten Wissenschaften wie der Soziologie oder der Sozialpsychologie. Und es wird immer neu verhandelt, seit wir ewige, weil gottgegebene Normen für unsere Lebensführung nicht mehr als solche anerkennen und säkulare kollektivistische…

Harald Walach hat mit zwei Mitstreitern vor kurzem einen Artikel über die Corona-Impfung veröffentlicht, der einiges an Aufsehen erregt hat. Die Kritik richtet sich im Kern darauf, dass die Autoren leichtfertig mit Verdachtsmeldungen zu Impfkomplikationen umgehen und dass sie nicht verstanden haben, was die number needed to vaccinate für die bevölkerungsmedizinische Bewertung von Impfungen bedeutet,…

Jeder kennt den Witz mit dem Mann, der auf einem Platz in der Stadt ausdauernd in die Hände klatscht. Gefragt, warum er das tue, sagt er, er vertreibe Löwen. Worauf man ihm antwortet: Aber hier gibt es doch gar keine Löwen und er erwidert: Na eben, wirkt doch. Auf diesen Nenner bringt Markus Gabriel, einer…

Vor ein paar Tagen habe ich hier im Blog Harald Walachs Privatevaluation der Infektionsschutzmaßnahmen kritisiert. Harald Walach ist für mich ein psychologisches Phänomen, weil ihm, ähnlich wie Christof Kuhbahnder, sicher nicht das methodische Know How fehlt, um mit Daten vernünftiger umzugehen als er es tut. Gestern hat er seine „Evaluation“ noch einmal verfeinert, was die…

Ist die Erde flach? Dass gesellschaftlich vorhandenes Wissen nicht vor individueller Dummheit schützt, ist eine banale Erkenntnis. Darauf beruht schließlich unser ganzes Bildungssystem. Es will die Kluft zwischen dem, was Einzelne wissen und dem, was wissbar ist, kleiner machen. Weniger banal ist dagegen die Erkenntnis, dass selbst individuelles Wissen um das, was „man“ weiß, nicht…

Was können wir wissen? Vor ein paar Tagen hatte ich hier eine Ifo-Analyse zur Frage der Übersterblichkeit durch Corona thematisiert. Eine Analyse, die enorme mediale Aufmerksamkeit bekam – und die bis heute nicht veröffentlicht ist. Das ist seitens des Ifo keine gute wissenschaftliche Praxis und seitens der Medien, die offensichtlich eine Pressemitteilung ungeprüft übernommen haben,…

Angesichts der Diskussionen um verfehlte Vergleiche von Corona und Influenza, um Wodargs Grafiken oder das Verschwinden von Effekten in Durchschnitten geht mir gerade wieder das Thema „Fehler“ durch den Kopf. Natürlich sind nicht alle falschen Aussagen einfache Fehler, aber ab und zu sollte man schon Hanlon’s Law zu seinem Recht kommen lassen. Zumindest nehme ich…

Was sich wissenschaftlich bewährt Wissenschaft hat in der Regel zwei Brücken zur Welt. Die eine: Sie versucht, die Welt besser zu verstehen und stützt sich dabei – sofern es sich um empirische Wissenschaften handelt – in der Theoriebildung auf Beobachtungen. Die andere: Sie stellt aus dem, was sich als Theorie gebildet hat, Mittel bereit, um…

Eine These Nebenan bei Mathlog geht es gerade um eine Rede des Wikimedia-Deutschland-Chefs Abraham Taherivand bei der re:publica letzte Woche. Taherivand: „‘Freies Wissen‘ ist Wissen, das frei ist von Meinungen in einer Welt, die von Meinungen zunehmend destabilisiert wird.“ Ich will diesen Satz einmal als Aufhänger für den darin markierten Gegensatz von Meinung und Wissen…

Wer kennt ihn nicht, den Shakespeare-Satz, dass es mehr Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, als sich unsere Schulweisheit träumen lässt. Das ist so, gar keine Frage. Fragen sollte man sich aber, ob es deswegen vernünftig ist, an Elfen, Marsmenschen oder den Pumuckl zu glauben. Wilhelm von Ockham hat schon vor 700 Jahren die Einsicht…