Was für eine Aufregung. Leider nicht nur als Sturm im Wasserglas. Da hat sich Daniel Günther, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein und rotes Tuch für alle rechts von was auch immer, in der Sendung Lanz für eine Altersbegrenzung bei Social Media nach dem Vorbild Australiens und für mehr Selbstkontrolle der Medien insgesamt ausgesprochen. Explizit hat er NIUS, die Gedankenlatrine des bei BILD geschassten Julian Reichelt, als Beispiel für mangelnde journalistische Sorgfalt genannt.

Angestoßen durch eben jenes Beispiel brach danach ein Sturm der Entrüstung los, Günther habe eine Pressezensur gefordert. Selbst der Deutsche Journalistenverband (DJV) hatte sich in einer ersten Stellungnahme, betitelt “Schock über Zensurforderung“, dazu hinreißen lassen, in dieses Geschrei einzustimmen, inzwischen ist er zurückgerudert: In einer zweiten Stellungnahme begrüßt er eine inzwischen erfolgte, eigentlich unnötige Klarstellung Günthers zu seinen Äußerungen bei Lanz. Man darf annehmen, dass der DJV wie viele andere meinungsstarke Kommentatoren die Passage bei Lanz gar nicht angeschaut hat. Eine Klarstellung des DJV dazu hätte man auch gerne gehört.

Ich frage mich ja, warum die ganzen Güntherkritiker, von denen vermutlich viele jahrelang den öffentlich-rechtlichen Rundfunk kritisiert haben, oder die sogar beim „Lügenpresse“-Gebrülle dabei waren, Günthers Forderung nach mehr Eigenverantwortung der Medien für die Qualität ihrer Inhalte nicht unterstützt haben. Oder ging es bei ihrer Medienkritik gar nicht um die Qualität, sondern nur darum, dass sie die „Systemmedien“ als nicht rechts genug ansahen?

Wie dem auch sei. Der Vorgang ist nun ausgiebig hin- und hergewendet worden. Der Fortsetzung des Vorwurfs gegen Daniel Günther, so faktisch falsch er ist, tut das keinen Abbruch. Das Empörungspotential der Geschichte ist offensichtlich noch nicht ausgeschöpft. Ein Rechtsanwalt aus einschlägigen Kreisen, Joachim Steinhöfel, will juristisch gegen Günther vorgehen. Gestern ist eine Frist für eine Unterlassungserklärung abgelaufen. Es scheint dabei darum zu gehen, welche Meinungsäußerungen einem Ministerpräsidenten in dieser offiziellen Rolle erlaubt sind und welche nicht. Kann man machen, warum nicht. Chan-jo Jun, ein anderer Jurist, hat die Erfolgsaussichten in einem kurzen Youtube-Video diskutiert, man wird sehen.

In der ZEIT haben sich vorgestern zwei weitere Juristinnen zur Causa Günther geäußert, Elisa Hoven und Frauke Rostalski, zwei veritable Jura-Professorinnen. Nachdem nun seit Tagen darüber gesprochen wird, was Günther wirklich gesagt hat und was nicht, wundert die Sachverhaltsdarstellung der beiden dann doch sehr:

„Vergangene Woche machte sich Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther bei Markus Lanz Gedanken über die Gefahren, die mit Social Media verbunden seien. Doch dann ging er noch einen Schritt weiter und forderte auch die Regulierung klassischer Online-Medien wie Nius, die er “Feinde der Demokratie” nannte. Der Moderator war offenbar unsicher, ob er sich verhört hatte. Er fragte nach, ob man deren Arbeit tatsächlich regulieren, “notfalls zensieren und im Extremfall sogar verbieten” müsse. Günther antwortete schlicht und ohne zu zögern mit “Ja”.“

So war es aber nicht. Nachsehbar. Auf jedem Laptop mit Internetzugang. Haben auch Hoven & Rostalski den Passus bei Lanz gar nicht angesehen, sondern nur gelesen, was irgendwer darüber geschrieben hat? Gerade Jurist:innen sollten Sachverhalte prüfen, bevor sie sie kommentieren. An ihre Darstellung zum Dialog zwischen Lanz und Günther schließen die beiden einen Rundumschlag gegen eine von ihnen vernommene Tendenz zur Einschränkung der Meinungsfreiheit in Deutschland an. Das ist vermutlich die eigentliche Botschaft, die sie vermitteln wollen. Sie folgen damit einem verbreiteten rechtspopulistischen Narrativ, das sich, wie Hannah Pilarczyk gestern im SPIEGEL schrieb, offensichtlich weit bis ins „bürgerliche“ Milieu gefressen hat. Daniel Günther erhält erstaunlich wenig Unterstützung aus Unionskreisen. Der Kulturkampf lässt grüßen. Er geht tief, von der Oberfläche der Kritik am „Wokismus“ bis ins Mark der Gesellschaft, der Sozialpolitik. Die westlichen Gesellschaften durchlaufen offensichtlich eine sehr ernste Krise.

Am Ende schreiben Hoven und Rostalski:

„Wenn ein Ministerpräsident also fordert, die freie Presse notfalls zu “zensieren”, dann muss widersprochen werden – auch dann, wenn man die Art der Berichterstattung durch Medien wie Nius ablehnt.“

Wenn, dann. Wenn ein Ministerpräsident das fordert, dann muss widersprochen werden, ganz richtig. Aber eben nur dann. Selbst wenn man Nius gar nicht so anders als die taz findet, wie z.B. unsere Bundestagspräsidenten Julia Klöckner.

Kommentare (46)

  1. #1 NI
    15. Januar 2026

    Ist die Presse ein ideales Konstrukt oder eine konkrete Institution, die sogar vom Grundgesetz geschützt ist.? Die Pressefreiheit wird dadurch zu einem festen Bestandteil einer demokratischen Gesellschaft. Google sagt dazu:
    Freiheit ist ein philosophischer Zustand (Selbstbestimmung), Unabhängigkeit ein erreichbarer Status (keine Fremdbestimmung)
    Ist also die Presse nur frei aber nicht unabhängig ? Und wenn sie wirtschaftlich nicht unabhängig ist, dann ist sie auch nicht mehr frei.
    Wer also die Pressefreiheit stärken will, der muss die Unabhängkeit der Presse stärken.

    Das mal zum Einstieg , neben all dem Journalistengeschrei.

  2. #2 Joseph Kuhn
    15. Januar 2026

    Lanz und Storch

    Gestern konnte man bei Lanz einen hoch aufschlussreichen Dialog zwischen Lanz und v. Storch verfolgen, ziemlich am Ende der Sendung, im Video etwa ab 1.04: Frau v. Storch behauptet, was nicht war, und sie hat das, was sie behauptet, ganz offensichtlich nicht selbst gesehen, sondern aus dem Nius-Zusammenschnitt übernommen.

    Aber es scheint sie gar nicht zu stören, weil Nius mit dem manipulativen Zusammenschnitt genau das liefert, was sie unter die Leute bringen will. Witzigerweise vergleicht sie es mit dem Zusammenschnitt bei BCC zu Trump, aber nicht, um Nius entsprechend zu kritisieren, sondern nur als Versuch der Ablenkung.

    Selten läuft eine demagogisch verlogene Argumentation so offen ab. Es geht nie um die Sache, es geht immer nur um die Abwertung und Verleumdung der Gegenseite.

  3. #3 Ludger
    15. Januar 2026

    Ich habe mal versucht, die Stelle aus der Lanz-Sendung bei YouTube zu finden. Das ist mir nicht gelungen, weil YouTube mit vielfachen Kommentaren zum Thema geflutet wurde, die alle aufgerufen wurden, wenn man bei der Suche “Lanz, Günther” eingab. Die meisten Kommentare kamen von rechten Aktivisten.
    Der Link zur hier besprochenen Stelle ist im Original (noch) in der ZDF-Mediathek zu finden unter https://www.zdf.de/play/talk/markus-lanz-114/markus-lanz-vom-7-januar-2026-100 ab ca. 01:17:11 zu finden. Kurz vorher begründet Herr Günther seine Forderung nach einem AFD-Verbotsverfahren beim Verfassungsgericht. Das erklärt manche Reaktion von rechts.

  4. #4 Ludger
    15. Januar 2026

    Korrektur: ab 01:06:36
    (nicht 01:17:11)
    Günthers “ja” bezieht sich Lanz’ Frage nach einer Sperre von Sozial Media für Kinder und Jugendliche bis 16 wie in Australien.

  5. #5 Joseph Kuhn
    15. Januar 2026

    Noch jemand, der seine Infos von Nius hat?

    Sigmund Gottlieb, langjähriger BR-Chefredakteur, erklärt Günther gleich auch noch zum “Brandstifter”:

    “Der will missliebige Medien tatsächlich regulieren, zensieren und – wenn’s sein muss – sogar verbieten. So wenigstens hat er es im Talk bei Markus Lanz zu Protokoll gegeben.”

    Nein, hat er nicht. So hat es Nius zu Protokoll gegeben, die wahren Brandstifter.

    “Genauso ist er zu verstehen und nicht anders – mag er jetzt beschwichtigen, wie er will.”

    Genauso ist er nicht zu verstehen. Es sei denn, man hat zu tief ins Nius-Glas geschaut.

    Und dann folgt das politische Narrativ:

    “Günther ist keinen Deut besser als die links-grün-woke Monokultur aus Politik und Medien. Sie verengt den Meinungskorridor und will bestimmen, was man sagen darf und was nicht. Immer mehr Deutsche ziehen es daher vor, zu schweigen.”

    Herr Gottlieb, meinen Sie das ernst? Nius hat offensichtlich den Kulturkampf-Nerv vieler sog. “Konservativer” getroffen.

    Immerhin sind die Kommentare der Leser:innen dazu beim Münchner Merkur nicht genauso realitätsfremd.

  6. #6 wereatheist
    15. Januar 2026

    In einem post-truth Bewusstsein (wie man rechts neuerdings so denkt) sind alle Nachrichten Propaganda, es kommt dann nur noch darauf an, sich & die Seinen der richtigen Propaganda zu bedienen.
    Richtig ist, was den gefühlten Eigeninteressen entspricht (man erwarte da nicht zu viel Ratio).

  7. #7 Joseph Kuhn
    16. Januar 2026

    Gerüchte-Lemminge und Gerüchte-Verbreiter

    Wenn man sich im Netz umsieht, findet man erschreckend viele aus dem selbsterklärt “bürgerlichen” Milieu, die auf das Nius-Narrativ aufgesprungen sind, entweder sich selbst nicht informiert haben oder einfach das Nius-Narrativ politisch nützlich finden, von dem Medienwissenschaftler Norbert Bolz in der Welt über den Juristen Franz Josef Lindner bei X bis hin zu diversen CSU-Politikern, gerade in der Lanz-Sendung vom 15.1. z.B. der CSU-Generalsekretär Huber. Diese Lagerbildung zwischen rechtsaußen und konservativ ist mehr als bedenklich.

  8. #8 Hermann Schulte-Sasse
    16. Januar 2026

    Das ist eine sehr treffende Einordnung der erstaunlichen Empörungswelle zu den Äußerungen von MP Günther bei Lanz. Dass der ehemalige BR-Chefredakteur Gottlieb auf dieser Welle mitreitet, ist mehr als traurig. Wie wohltuend ist dagegen der klare Kommentar von Peter Frey, langjähriger Chefredakteur des ZDF.

  9. #10 RPGNo1
    16. Januar 2026

    Kampfansage an die AfD: Die erfrischende Klarheit des Daniel Günther
    Auf einen Fernsehauftritt folgt für Schleswig-Holsteins Ministerpräsidenten die Empörungswelle. Das ist verständlich. Schließlich hat Daniel Günther viel Wahres gesagt

    https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/kampfansage-an-die-afd-die-erfrischende-klarheit-des-daniel-gunther-15136484.html

    PS: Der Talk bei Lanz wird im oben verlinkten Artikel in einen größeren Kontext eingeordnet.

    Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hat sich kritisch zu Social Media und Fake News geäußert – manchen passt das gar nicht.

    https://taz.de/Daniel-Guenther-im-Shitstorm/!6142309/

  10. #11 RPGNo1
    16. Januar 2026

    In der FAZ ist ein sehr guter Kommentar zu Günthers angeblicher skandalöser Aussager erschienen.

    „Ja“ zum Social-Media-Verbot und „Ja“ zur Pressefreiheit, das seien seine Worte gewesen, schrieb er am Montag auf Instagram. Den Kampf für die Demokratie müssten Politik und Gesellschaft gemeinsam führen, die Medien hätten besondere Verantwortung, das habe er bei Lanz gefordert und sich gegen „Fake-News und politische Kampagnen durch sogenannte ,alternative Medien‘ positioniert“. „Aktivismus, ob von linker oder von rechter Seite“, sei „kein Journalismus“. Die „Reaktionen ebendieser ,alternativen‘ Medien“ seien „das perfekte Beispiel, wie Verkürzung, gezieltes Weglassen und bewusste Falschinterpretation zur Methode geworden sind. Das hält keine Gesellschaft dauerhaft aus.“

    Quod erat demonstrandum würden wir an dieser Stelle sagen: Günther redet ein wenig ins Unreine, liefert eine Steilvorlage – und auf die fahren Nius, Springer, die Vaterlandsverräter von der AfD und leider auch der DJV ab. Dabei hätte die Runde von Lanz ein anderes Echo verdient gehabt, ging es in ihr doch um Fragen wie die, ob Europa zwischen den USA und Russland zerrieben wird und Deutschland Soldaten in die Ukraine schicken sollte, wozu sich Bundeskanzler Merz vorpreschend und sodann Bayerns Ministerpräsident nachjustierend äußerten. Doch das geht im Krawall unter.

    https://archive.is/40ewI

    • #12 Joseph Kuhn
      16. Januar 2026

      @ RPGNo1:

      “Doch das geht im Krawall unter.”

      Das war vermutlich das Ziel. Demagogische Polarisierung. Nicht Inhalte, sondern Stimmung machen. Das hat aus der Sicht von Nius auch wunderbar funktioniert. Wir freuen uns, dass Nius so schön unsere Vorurteile bestätigt hat, die freuen sich, dass sie bis weit ins “bürgerliche Lager” einen Grundsatzkonflikt um Pressefreiheit aufmachen konnten, bei dem sie Freiheit stehen und Günther für den autoritären Staat. Verrückt, aber so funktioniert Demagogie.

  11. #13 NI
    16. Januar 2026

    Ohne sich auf das Niveau von NIUS zu begeben , kurz diese Information:
    „Nius (Eigenschreibweise: NiUS; ausgesprochen wie britisch-englisch news für „Nachrichten“) ist ein 2022 gegründetes deutschsprachiges Onlinemedium, das als rechtspopulistisches und rechtskonservatives Portal im Stil von Fox News eingeordnet wird. „

    Damit wird klar, NIUS gebärdet sich kämpferisch, um seine Reichweite zu erhöhen.
    Und wenn man sich als Politiker oder Redakteur auf so eine Schlammschlacht einlässt, dann tut man das, was NIUS anstrebt, nämlich Aufmerksamkeit.

    Und damit sind wir wieder bei den Medien, die werbefinanziert sind.
    Und Jetzt die moderne Dolschstoßlegende auszugraben, die NGO – Verschwörungslegende, das toppt sogar die AfD.

    Herr Kuhn, sie haben die Situation gut charakterisiert.

  12. #14 Ludger
    16. Januar 2026

    Zitat aus der Westfalenpost (gehört zur Funke Mediengruppe) zur Aufarbeitung bei Lanz, hier mit CSU-Generalsekretär Martin Huber

    Lanz hakt nach: „Haben Sie gehört, dass Daniel Günther in irgendeiner Form die freie Meinungsäußerung infrage gestellt hat?“ – „So wurde es berichtet“, windet sich Huber.

    Dann schnappt die Falle zu. Lanz zeigt den Originalclip aus der Sendung mit Daniel Günther, aus dem ein Angriff auf die Meinungsfreiheit nicht hervorgeht. Lanz fragte dort Günther, ob man manche Medien zensieren oder gar verbieten müsste. „Ja“, antwortete dieser und konkretisierte nach einer kurzen Denkpause: „Social Media darf bis-16-Jährigen nicht mehr zugänglich gemacht werden.“ Er bezog sich also auf eine Maßnahme zum Jugendschutz, wie es sie zum Beispiel in Australien gibt.

    [Hervorhebung durch mich]
    ( https://www.wp.de/kultur/tv-streaming/article410947248/markus-lanz-fuehrt-csu-und-rechtes-online-portal-nius-vor.html ).

    • #15 Joseph Kuhn
      16. Januar 2026

      @ Ludger:

      Ja, der Auftritt von Martin Huber war rein von der Sache her ein Fiasko. Nicht nur, wo es um Günther ging, auch vorher schon bei seiner Kommentierung der Konzentration von Reichtum. Aber wie oben schon angemerkt, im Kulturkampf kommt es nicht so sehr auf die Klärung sachlicher Fragen an als auf die Klärung von Zugehörigkeiten und die Etablierung von Fronten. Carl Schmitts Verständnis von Politik als der unversöhnlichen Unterscheidung von Freund und Feind lässt grüßen.

  13. #16 Ludger
    16. Januar 2026

    Die Sendung “Lanz”, um die es hier geht, ist im Original hier (etwa ab 00:30:23):
    https://www.zdf.de/play/talk/markus-lanz-114/markus-lanz-vom-15-januar-2026-100
    Dort gibt es auch als Zitat den sinnentstellenden Schnitt von NIUS, in dem der falsche Eindruck erzeugt wird, Günther wolle eine Medienzensur einführen.

  14. #17 RPGNo1
    16. Januar 2026

    @Joseph Kuhn

    Das war vermutlich das Ziel.

    Um so peinlicher, dass der DJV (bzw. dessen Sprecher) bei diesem Spiel mitmacht oder die beiden Rechtsprofessorinnen, obwohl sie alle den Originalbeitrag bei Lanz ganz offensichtlich nicht gesehen haben.
    Oder auch die ZEIT, die den Gastbeitrag keinem kritischen Lektorat unterworfen hat, denn sonst hätte ihr doch der Fauxpax der Professorinnen ins Auge springen müssen. Siehe auch entsprechende Zitate aus dem Kommentarbereich:

    Von Juristen würde ich eigentlich erwarten, dass sie sich die Aussagen, die sie kritisieren, wenigstens einmal vollständig anhören. Die Autorinnen hielten das offensichtlich nicht für nötig. Da reichte anscheinend eine von rechten Hetzportal nius zusammengeschmierte Denunziation.
    Das ist richtig peinlich und disqualifiziert die Autorinnen völlig.

    Ich habe die Sendung gesehen und sie mir nun, nach der Lektüre dieses Artikels, noch einmal angesehen. Entweder die beiden Autorinnen haben nicht verstanden, was Günther gesagt hat oder es passt ihnen einfach nicht.
    Aussagen aus den Kontext reißen, nur halbwegs korrekt zitieren und Springer-Hetze fast nahtlos übernehmen spricht dafür, dass sie Günther weder verstanden haben, noch dass ihnen das gefällt. Schön, da haben wir halt eine Meinung – wenn auch von Fakten kaum gedeckt.
    Eine Frage an die ZEIT-Redaktion: Habt Ihr Euch den Artikel mal durchgelesen und die Sendung angeschaut? Wenn ja, wie kann man dann in einem Qualitätsmedium, wie es die ZEIT war (noch ist?) so einen unseriösen Quark veröffentlichen?

    • #18 Joseph Kuhn
      16. Januar 2026

      @ RPGNo1:

      Der ZEIT-Artikel wirft viele Fragen auf. Frau Hoven hat gerade erst ein Buch “Das Ende der Wahrheit?” veröffentlicht, das sich mit Täuschungen durch Medien beschäftigt. Und dann dieser Artikel in der ZEIT, wie passt das zusammen?

      Bei Frauke Rostalski passt es schon eher ins Bild, für den Deutschen Ethikrat wurde sie von der FDP benannt, die ja bekanntlich mit jedweder Regulation von Konzernen hadert und nach der Landtagswahl 2022 auch gegenüber Daniel Günther auf Abstand gegangen ist.

  15. #19 Joseph Kuhn
    16. Januar 2026

    Irritierend: Ronen Steinke sieht es wie Nius?

    Der eigentlich sehr kritische und sorgfältige SZ-Journalist Ronen Steinke, selbst Jurist, hat sich vorgestern so zu Wort gemeldet:

    “Mit einer scharfen Medienkritik hat Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther einiges an Erregung aufgewirbelt. In der Talkshow von Markus Lanz hatte der CDU-Politiker am vergangenen Mittwoch gefordert, man solle Online-Medien stärker regulieren – wie etwa die Plattform Nius, die seit 2022 vom ehemaligen Bild-Chefredakteur Julian Reichelt geführt wird. Das seien „Feinde der Demokratie“, sagte Günther. Als der Moderator nachfragte, ob man deren Arbeit tatsächlich „notfalls zensieren und im Extremfall sogar verbieten“ sollte, antwortete der Politiker mit „Ja“.”

    Das irritiert mich doch sehr, es liest sich wie der Video-Zusammenschnitt von Nius. Hat auch Ronen Steinke die Passage nicht im Original anschaut, sondern ohne das zu tun, was dazu geschrieben?

  16. #20 naja
    17. Januar 2026

    @ Joseph Kuhn # 19
    Das macht man heute so. Die Bischöfe haben ja auch Brosius-Gersdorf die Tauglichkeit für das Verfassungsgericht erst mal in höchster Erregung abgesprochen, ohne sich mit ihren Aussagen beschäftigt zu haben.
    Nius wird übrigens von Frank Gotthardt finanziert, laut Wikipedia mit einer zweistelligen Millionensumme pro Jahr. Dann gibt es noch etwa knapp vierstellig Abonnentenzahlen. Laut 2025 geleakter Datensätze etwa 46 Jahresabos. Ich weiß aber nicht, wie aktuell die Zahlen sind.
    Im Prinzip ist Nius das Sprachrohr eines Millionärs (früher Milliardär) und von Reichelt. Nius war sogar Jan Fleischhauer zu blöd ;-). Nius ist komplett abhängig von Gotthardt. Das kann man ruhig öfters mal “zur Einordnung” erwähnen.

  17. #21 RPGNo1
    17. Januar 2026

    . Nius war sogar Jan Fleischhauer zu blöd ;-).

    Fleischhauer ist stockkonservativer Journalist. Reichelt hingegen hingegen hat sich zu einem rechtspopulistischen Propagandasprachrohr und FakeNews-Verbreiter gewandelt, der sich mMn vor allem an den Mainstreammedien rächen will, die ihn erst hoch gehoben und dann in den tiefen Abgrund gestoßen haben.

  18. #22 Balanus
    17. Januar 2026

    @Joseph Kuhn

    Das [was Ronen Steinke schreibt] irritiert mich doch sehr,

    Mich nicht, so habe ich es nämlich auch wahrgenommen. Auf die Nachfrage von Lanz hat Günther nun mal mit „Ja“ geantwortet. Und dieses Ja bezog sich eindeutig auf die medienkritischen Aussagen, die Günther vor der Lanzschen Nachfrage gemacht hat.

    Bei dem Wörtchen „zensieren“ hätten bei Günther eigentlich die Alarmglocken klingeln müssen, aber er ist arglos in die Lanzsche Falle getappt. Knapp zwei Sekunden hat’s gebraucht, dann ist ihm das wohl bewusst geworden und er hat den Blick wieder auf die Social-Media (Verbot unter 16) gelenkt.

  19. #24 naja
    17. Januar 2026

    @ RPGNo1
    Ich weiß. Fleischhauer sollte 2023 bei NiusTV eine Sendung bekommen, hat dann aber den Vertrag aufgelöst, bevor es zu irgendeiner Zusammenarbeit gekommen ist, weil es ihm zu hysterisch war.

  20. #25 Moreno
    17. Januar 2026

    Ich hab`s mir selber angeschaut. Natürlich bejaht Günther die Frage von Lanz nach Zensur und Verbot journalistischen Inhalten über Social Media. Ab 01:12:05
    https://www.zdf.de/play/talk/markus-lanz-114/markus-lanz-vom-7-januar-2026-100

  21. #27 Moreno
    17. Januar 2026

    Auf welchen Inhalt bzw. inhaltlichen Kontext bezog sich denn die Frage?

    Markus Lanz: “Also was sie jetzt grad sagen ist im Grunde, wir müssen das regulieren, wir müssen es notfalls zensieren und im Extremfall sogar verbieten”

    Daniel Günther: “JA”

    • #28 Joseph Kuhn
      17. Januar 2026

      @ Moreno:

      Zumindest ist klar, worauf sich das “ja” bezog, das sagt Günther ja unmissverständlich nach seinem “ja”.

      Eigentlich viel interessanter als der Streit darum, was er gesagt hat, oder gemeint haben soll, oder zwischen den Zeilen in den Raum gestellt habe, ist, mit wie viel Verve und Selbstgewissheit so viele Leute ausgerechnet die Kloake Nius verteidigen, sogar zu wissen vorgeben, was Lanz und Reichelt am Telefon besprochen haben.

      Hätte es nach der Lanz-Sendung mit Daniel Günther nicht gereicht, zu sagen, “Herr Günther, wir sehen die Qualitätsprobleme bei manchen Medien, aber man sollte als Regierungschef nicht den Eindruck erwecken, die Politik sehe die Medien als Feind wie dies Trump tut, bitte stellen Sie das noch mal klar”?

      Auch interessant: Niemand diskutiert darüber, dass Günther gesagt hat, und das wirklich, die Menschen erwarteten in der Krise, dass die Parteien “an einem Strang ziehen”. Das fände ich eine Diskussion wert. Ich glaube nicht, dass es so ist. Aber vielleicht wäre es ein sinnvolles politisches Projekt? Allerdings um den Preis, dass sich die Tektonik des politischen Systems grundlegend verändern würde.

  22. #29 Romanus Nies
    Neuenstadt-Stein
    18. Januar 2026

    die Lanz Sendung kann man in der ZDF Mediathek einsehen und dabei wird klar, dass Günther natürlich am liebsten solche Portale wie Nius verbieten würde. Sonst würde das Gerede, dass das Demokratiefeinde sind, eine Gefahr usw. keinen Sinn machen. Lanz Nachfragen zeigt deutlich, dass er das auch so verstanden hat. In einem Telefonanruf bei Reichelt soll er das auch genau so gesagt haben. Dass Rechten-Hasser, Nius-Hasser und AfD-Hasser das anders darstellen möchte ist reine Heuchelei, das merkt man ja auch an den Kommentaren, die ebenso deutlich machen, dass man sich den Wünschen Günthers gerne anschließen würde. Viele haben die Sendung von Lanz gesehen. Das linke Establishment gibt immer wieder Kostproben davon, was es wirklich vorhat.

  23. #31 RPGNo1
    18. Januar 2026

    @Moreno

    Gratuliere, du bist Nius & Co. auf den Leim gegangen. Angesichts deiner oft bewiesenen Vorliebe für rechte Propaganda ist das allerdings auch kein Wunder.

    Lanz fragt: „Wir müssen es regulieren, notfalls zensieren, und im Extremfall sogar verbieten?”

    Günther: „Ja.”

    An dieser Stelle werden die irreführenden Videos dann abgeschnitten. Aber es geht weiter:

    Lanz: „Darüber reden wir?”

    Günther: „Social Media darf… bis 16-Jährigen nicht zugänglich gemacht werden.” [sic]

    (Günther erklärt dann, wie es in Australien umgesetzt wird.)

    https://www.volksverpetzer.de/faktencheck/rechte-medien-guenther-fake/

    • #32 Joseph Kuhn
      18. Januar 2026

      @ RPGNo1:

      Die “Erklärung” in manchen Ecken des rechten Sumpfes für diese Passage lautet: Das “Ja” wäre die spontane Antwort Günthers auf einen Fragenkomplex zur Regulierung bzw. zum Verbot von Nius & Co, dann sei ihm bewusst geworden, dass das Probleme gibt und er sei schnell umgeschwenkt auf das Social-Media-Verbot für Jugendliche.

      Man kann sich immer alles zurechtlegen, wie man es braucht. Auch nicht schlecht finde ich, auch irgendwo zu lesen, nicht Nius habe die Passage zusammengeschnitten, sondern das ZDF. Demnach müsste das ZDF irgendwas nachgedreht haben, weil sonst ja die Gesamtlänge der Sendung nicht mehr stimmen würde. Aber wirf der Meute einen Knochen hin und sie springt darauf los.

      Auch nett: Natürlich wurde Lanz “von oben” gezwungen, Günther zu verteidigen. Der Klassiker des Narrativs, die Medien würde durch Telefonanrufe von Politikern gesteuert.

  24. #33 Uli Schoppe
    18. Januar 2026

    Wir leben wirklich in interessanten Zeiten.
    Das es einmal soweit kommt das ich einem CDU Politiker an die Seite springen muss das er gerade nicht der Zensur das Wort redet …
    Schliesslich sind es gerade die Konservativen in der CDU die schon mal gerne mit Zensur und Verbot liebäugeln.
    Mal davon ab: Die persönliche Meinung, dass man solche Portale wie nius am liebsten verboten sehen würde stände ihm in einer Demokratie sogar zu. Die hätte ich übrigends auch.
    Die entscheidende Frage ist ob man Demokrat genug ist damit fertig zu werden.
    Die Äusserungen von Huber oder Storch verraten eigentlich mehr darüber wo sie in dem Fall stehen würden und wie sie das handhaben würden als ihnen lieb sein dürfte.

  25. #34 Moreno
    19. Januar 2026

    @ RPGNo1 #31, @JK #32,

    Habt Ihr euch eigentlich mal die Mühe gemacht, nachzusehen, worum es im australischen Social Media Gesetz überhaupt geht? Es geht um Schutz von Kinder und Jugendlichen bis 16 Jahren im digitalen Raum.

    Hier die Kernbotschaften der australischen Regierung.
    – Schutz der mentalen Gesundheit (deutlich häufigster Grund)
    – Verhinderung von Cybermobbing und Online-Belästigung
    – Schutz vor sexueller Belästigung und Grooming
    – Reduzierung von schädlichen Inhalten (Gewalt, Essstörungen, Suizid-Inhalte, extreme Beauty-Filter usw.)
    – Weniger Suchtgefahr und exzessiver Bildschirmkonsum

    In der besagten Lanz-Sendung war Jugendschutz in Deutschland überhaupt nicht das Thema. Weder wurden fragwürdige Tiktok-Trends besprochen, noch wurde Cybermobbing bei Kindern erörtert. Die Frage ob wir eine Einschränkung von Social Media Inhalten für Kinde und Jugendliche nach australischen Vorbild zum Jugendschutz überhaupt brauchen wurde inhaltlich in keiner Wiese diskutiert. Hier wäre erstmal auch kein Daniel Günther gefragt, sondern Kinderpsychiater, Soziologen oder Pädagogen.

    Daniel Günter sprach aber über den Schutz von “unserer Demokratie”. Er schwadroniert von einem AfD-Pateiverbotsverfahren und dem Einfluss der US-Tech-Konzerne über Social-Media. Beim Thema Social Media sprach er über die Berichterstattung welche die Politik beeinflusse. Als Beispiel nennt er den Fall Brosius-Gersdorf, deren politisches Scheitern er auf die Berichterstattung und das Teilen u.a. von NIUS-Inhalten in Sozialen Medien zurückführt. In Bezug auf NIUS sagt er, dass das Gegner UND Feinde der Demokratie sein. Und man müsse sich zusammenreißen und sich mit zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammenschließen, sonst würde man die Demokratie in Deutschland in den nächsten 10 Jahren nicht wiedererkennen.

    Dann kam ja daraufhin die besagte Frage von Lanz nach Zensur, Regulation und Verbot die Daniel Günther voll bejahte.

    Jetzt so zu tun, als meinte Daniel Günther ja nur die Einschränkung von Social Media nach australischen Vorbild zum Schutz der Jugend, ergibt im Kontext der vorausgegangenen Inhalte aus der Sendung überhaupt keinen Sinn.

    • #35 Joseph Kuhn
      19. Januar 2026

      @ Moreno:

      “Habt Ihr euch eigentlich mal die Mühe gemacht, nachzusehen, worum es im australischen Social Media Gesetz überhaupt geht?”

      Ja, im Zusammenhang damit, wie man auf die gesundheitlichen Folgen von Social Media für Jugendliche reagieren soll.

      “In der besagten Lanz-Sendung war Jugendschutz in Deutschland überhaupt nicht das Thema.”

      Falsch. Es wird explizit von Günther angesprochen, etwa bei Minute 1:09, vor dem jetzt vieldiskutierten Passus.

      “Hier wäre erstmal auch kein Daniel Günther gefragt, sondern Kinderpsychiater, Soziologen oder Pädagogen.”

      Die “Kinderpsychiater, Soziologen oder Pädagogen” wurden längst gefragt. Dass zu viel Social Media Kindern und Jugendlichen nicht guttut, ist unter Fachleuten schon lange durch. Darüber, ob ein Verbot unter 16 der richtige Weg ist, kann man streiten. Und natürlich ist da die Politik gefragt, wer sonst. Beim Klimaschutz sind auch nicht nur die Klimaforscher gefragt, beim Nichtraucherschutz nicht nur die Mediziner, beim Tempolimit nicht nur die Unfallforscher.

      Die Fachleute sind für die Fakten zuständig, nicht für die politischen Konsequenzen. Das sollte man sich immer wieder bewusst machen. Leseempfehlung dazu: Alexander Bogner: “Die Epistemisierung des Politischen”.

  26. #36 RPGNo1
    19. Januar 2026

    Der rechte Sumpf sollte sich mal das Prinzip von Ockhams Rasiermesser klarmachen. Ich weiß, das ist eine frommer Wunsch.

    1. Von mehreren möglichen hinreichenden Erklärungen für ein und denselben Sachverhalt ist die einfachste Theorie allen anderen vorzuziehen.
    2. Eine Theorie ist einfach, wenn sie möglichst wenige Variablen und Hypothesen enthält und diese in logischen Beziehungen zueinander stehen, aus denen der zu erklärende Sachverhalt folgt.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Ockhams_Rasiermesser

    • #37 Joseph Kuhn
      19. Januar 2026

      @ RPGNo1:

      “Der rechte Sumpf sollte sich mal das Prinzip von Ockhams Rasiermesser klarmachen.”

      Der rechte Sumpf verfolgt eine eher entgegengesetzte Strategie: Unkontrolliertes Wachstum der Lügen, “flooding the zone with shit”. Wie jeder Krebs zerstört das das gesunde Gewebe (das die Rechten als den wahren Krebs sehen).

  27. #38 Staphylococcus rex
    19. Januar 2026

    Aufgrund meiner “Youtube-Allergie” habe ich mir den entsprechenden Passus nicht angeschaut, kann mich also nicht zu dem äußern, was Daniel Günther genau gesagt hat. Unabhängig davon steht die Frage, ob eine Reglementierung von Social Media auch für Erwachsene Sinn macht.

    Bei Kindern und Jugendlichen ist es eher der pausenlose Konsum von Inhalten, der suchterzeugend und gesundheitsgefährdend ist. Weniger sind es nach meiner Einschätzung die konkreten politischen Inhalte.

    Nach meiner Einschätzung zeigen auch Erwachsene bei Social Media ein Suchtverhalten, allerdings spielt hier die politische Richtung eine entscheidende Rolle. Vor einhundert Jahren gab es noch den Spruch von “Religion als Opium des Volkes und als Opium für das Volk”. Ich möchte hier auch an einige Phrasen aus der Bergpredigt erinnern:
    “Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.”
    “Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.”
    “Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich.”

    Genau diese Bedürfnisse bedienen die rechten Portale im Internet. Die aktuellen Zeiten mit all ihren Zumutungen sind eine Herausforderung für uns alle. Die rechten Portale leisten Beihilfe zum Selbstbetrug, sie liefern einfache Erklärungen für komplexe Probleme. Sie bieten ihren Anhängern die bequeme Nische einer Opferrolle, damit diese ihren Zorn auf andere projezieren können. Mit der Möglichkeit die eigene Wahlstimme einer rechten Partei mit einem disruptiven Programm zu geben bieten diese Portale sogar einen scheinbaren Ausweg aus der eigenen Machtlosigkeit.

    Irgendwann werden all die Wutbürger von der Realität wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, aber das kann noch sehr lange dauern und bis dahin können rechte Parteien und Gruppierungen noch sehr viel Schaden anrichten.

    Ich bin ein großer Anhänger der Rechtsstaatlichkeit und deshalb kein Freund einer “lex AfD”. Ich bin aber sehr dafür, die bestehenden rechtlichen Möglichkeiten auszunutzen. Im StGB §186 und 187 (Üble Nachrede und Verleumdung) gibt es durchaus die Möglichkeit, rechte Portale in ihre Schranken zu weisen. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum und Behauptungen, die in Trumpistan von der “Meinungsfreiheit” gedeckt sind, können in Deutschland durchaus strafrechtlich relevant sein.

    Mich wundert es eher, dass all die Abmahnanwälte, die früher jeden Urheberrechtsverstoß gesucht haben, den § 186 noch nicht für sich entdeckt haben, da für die üble Nachrede bereits die fahrlässige Weiterverbreitung falscher Inhalte ausreichend ist.

  28. #39 Ludger
    19. Januar 2026

    @S.rex

    Aufgrund meiner “Youtube-Allergie” habe ich mir den entsprechenden Passus nicht angeschaut, kann mich also […]

    In diesem Fall ist eine Allergie gegen “flooding the zone with shit” nachvollziehbar. Ich wollte das Original zwischen dem ganzen Shice auch nicht suchen.
    Das Original gibt es in der Mediathek beim ZDF:

    https://www.zdf.de/play/talk/markus-lanz-114/markus-lanz-vom-7-januar-2026-100

    ab etwa 01:06:36

  29. #41 Staphylococcus rex
    20. Januar 2026

    Um nicht permanent im eigenen Saft zu schmoren, finde ich es durchaus okay, gelegentlich die Webauftritte der anderen Seite anzuschauen. Während Corona habe ich z.B. gelegentlich auf der Seite von Wolfgang Wodarg nachgeschaut (PS: wer dort nicht hinschaut, hat nichts wesentliches verpaßt).

    Mein Versuch das gleiche bei Nius zu tun ist allerdings bereits an der Datenschutzerklärung gescheitert. Fast 1000 Anbieter von Cookies auf meinen Rechner zu lassen, das war mir die Neugier doch nicht wert. Selbst wenn man manuell dort Einstellungen ändert, alles sieht gleich grau aus. Das sagt zwar noch nichts über die redaktionellen Inhalte von Nius aus, aber die Datenschutzeinstellungen sind für mich ein absolutes KO-Kriterium, dort einen digitalen Fußabdruck zu hinterlassen. Besonders spannend finde ich an der Datenschutzerklärung, dass 934 Anbieter Daten sammeln, man in den detaillierten Auflistungen aber maximal bei 738 Anbietern die Einstellungen manuell ändern kann.

  30. #42 naja
    21. Januar 2026

    Für alle die youtube aus Gründen vermeiden möchten gibt es auch die Option NewPipe.

  31. #43 Balanus
    22. Januar 2026

    @Joseph Kuhn

    Martin Rücker auf Übermedien
    Lesenswert:

    Ja, irgendwie schon. Auch die Kommentare dazu.

    Es ist schon erstaunlich, wieviel rechten Staub Günther aufgewirbelt hat mit seinem spontanen, etwas unbedarften „Ja“ auf Lanzens „denkbar unpräzise“ (ÜM, ich würde ja eher sagen: verfängliche) Fragestellung.

    Das haben beide, Lanz und Günther, gut hingekriegt…
    (aber nur Lanz hat davon profitiert)

    • #44 Joseph Kuhn
      23. Januar 2026

      @ Balanus:

      “verfängliche”

      Das kann ich mir auch gut vorstellen. Vielleicht sollte da Markus Lanz noch mal nachdenken, was seine Motivation bei dieser Frage war.

      “nur Lanz hat davon profitiert”

      Auf irgendeine Weise haben vielleicht alle Beteiligten von der Geschichte profitiert: Nius & Co. konnten sich bei ihrer jeweiligen Gefolgschaft alternativfaktisch als Verfechter von Freiheit und Wahrhaftigkeit inszenieren, die Mainstream-Medien hatten tagelang Futter und Daniel Günther hat deutlich gemacht, dass in der CDU nicht jeder für den trumpistischen Kurs von Spahn steht. Und ich habe von alldem wieder was gelernt 😉

  32. #45 RPGNo1
    5. Februar 2026

    Das Onlineportal Nius ist mit seiner Beschwerde gegen Schleswig-Holsteins Ministerpräsidenten Daniel Günther (CDU) gescheitert. Nius habe “keinen Anspruch auf vorläufiges Unterlassen und Widerruf von Äußerungen, die Daniel Günther im Rahmen der ZDF-Talkshow Markus Lanz Anfang Januar 2026 getätigt” habe, teilte das Gericht mit. Der Beschluss ist noch nicht rechtskräftig.

    Das Gericht sieht keine Verletzung des Neutralitäts- und Sachlichkeitsgebots. Günther habe die Äußerungen nicht als Ministerpräsident und Teil der Landesregierung, sondern in seiner Funktion als Parteipolitiker getätigt. Seine Aussagen seien dem Land daher nicht zurechenbar, hieß es.

    https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-02/nius-daniel-guenther-klage-verwaltungsgericht-schlewsig-holstein

    Julian Reichelt wird mit mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit mit einer wütenden Tirade auf Nius gegen das Urteil anstänkern.

  33. #46 Ludger
    6. Februar 2026

    Dazu in der ZEIT ( https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-02/daniel-guenther-medien-journalismus-kritik-markus-lanz-gerichtsverfahren-nius/seite-2 )

    Der Bonner Verfassungsrechtler [ Prof. Dr. Klaus Ferdinand Gärditz ] sagt: “Grundsätzlich darf Politik ihre Linien politisch vertreten.” Im Fall Kemmerich hatte er die damalige Bundeskanzlerin vor dem Bundesverfassungsgericht vertreten. Und weist im Gespräch mit der ZEIT darauf hin, wer der Treiber hinter dieser Rechtsprechung ist: rechte und rechtsradikale Kräfte, allen voran die AfD. “Die jüngere Bundesverfassungsgerichtsrechtsprechung zum Neutralitätsgebot von Amtsträgern wurde durchweg von der AfD initiiert”, sagt Gärditz.
    Unter Politikern hat das zu einiger Verunsicherung geführt, die nun auch Daniel Günther zu spüren bekam. Jemand wie er muss auf der Hut sein, genau abwägen, wie und wo er sich womöglich zu weit in den politischen Meinungskampf begibt. Ein Effekt, der einer offenen demokratischen Debatte nicht förderlich ist. Der AfD hingegen schon.

    (Der Artikel ist leider hinter einer Bezahlschranke)