Zum Weiterlesen zur rosa Quallenflut in Norwegens Fjorden:

A pink sludge is taking over Norway’s coast

https://www.iflscience.com/plants-and-animals/what-purple-slop-taking-over-norways-coast-0

https://www.bbc.com/news/blogs-news-from-elsewhere-34787415

Eine invasive Rippenqualle im Schwarzen Meer:
https://link.springer.com/article/10.1023%2FA%3A1011823903518#page-1

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Kommentare (13)

  1. #1 Fliegenschubser
    30. November 2015

    Ich musste spontan an den rosa Schleimfluss des Bösen aus Ghostbusters 2 denken 😉
    Ansonsten: Krass, was da so abgeht. Woraus bestehen diese Quallen, wenn man das Wasser weglässt? Also wenn man den Quallenwust trocknen würde, könnte man mit den Resten was anfangen?

  2. #3 Fliegenschubser
    30. November 2015

    Vielen Dank für Antwort. Ja, sowas in der Art dachte ich mir schon. Allerdings hatte überlegt, ob getrocknete Quallen auch eine Verwendung abseits von Nahrung haben könnten. Vielleicht reichern die ja irgendwelche Minerale oder Salze an. Oder man nimmt getrocknete, fermentierte und geraspelte Quallen als Würzpulver 😀

    • #4 Bettina Wurche
      30. November 2015

      @Fliegenschupser: Deine Frage ist gar nicht trivial. Schließlich drehen die wachsenden Quallenbestände die Spirale der Fischbestände noch weiter nach unten. Die einzig logische Reaktion wäre, die Glibbertiere aufzuessen, schließlich sind sie wertvolle Biomasse.
      Die meisten Menschen und Tiere essen heute “Lebensmittel”, die derartig hochgradig verarbeitet sind, dass sie äuérlcihe nichst mehr mit dem Ausgangsstoff und inhaltlich nichts mehr mit dem vorgegeben Lebensmittel zu tun haben. Wenn Sägespäne zu Erdbeeren im Joghurt werden und wir pflanzenfressende Kühe mit ihren geschredderten Artgenossen füttern, wenn wir Fleischabfall in Formschinken bringen und Fischabfälle zu Crabsticks werden, sollten eigentlich auch Quallen zu kulinarischen Sensationen gemorpht werden können.
      Habe ich aber noch nicht probiert.
      Quallen werden oft im gleichen Atemzug wie Algen genannt, die ich sehr lecker finde. Vor allem in der Bretagne gibt es viele Algenlebensmittel, da sind sie enttabuisiert. Im Sushi ja auch.

  3. #5 Fliegenschubser
    30. November 2015

    Was du über heutige “Lebensmittel” sagst, ist wahr und ein bisschen traurig. Grundsätzlich spricht nichts dagegen Quallen zu essen. Ich würde es auf jeden Fall probieren, wenn ich die Gelegenheit hätte. Gegen Algen spricht auch nichts, genau wie gegen Insekten. Dem Mitteleuropäer ist das meist wohl (noch) zu exotisch, aber z.B. in Südostasien seit Jahrhunderten Alltag. So schlimm kanns also nicht sein.

  4. #6 BreitSide
    Beim Deich
    30. November 2015

    Die norwegischen Fischer erhalten jetzt einen Vorgeschmack vom Ozean der Zukunft.

    So prophetisch wie wahr und wie traurig.

    Und dann wird uns immer erzählt, wie gesund doch Fisch sei und wieviel wir davon essen sollten 🙄

    Da passt das persönliche Wohl mit dem Allgemeinwohl überhaupt nicht zusammen.

  5. #7 Dampier
    30. November 2015

    Gruselig …

    Wie groß ist den so ein Globster, haben die da jetzt nur so nen Klumpen gefischt, oder muss man sich das als Riesenteppich vorstellen?

    Neben dem Wasser bestehen Quallen auch aus Collagen, das sollte zumindest den Magen füllen.

    Wird das nicht auch in der Kosmetikindustrie etc. gebraucht?

    @BreitSide

    Und dann wird uns immer erzählt, wie gesund doch Fisch sei und wieviel wir davon essen sollten

    Das ist ja auch im Prinzip richtig. Irgendwo gab’s ne Website, wo man sich über die Fischbestände informieren kann und auch sehen kann, was man noch mit gutem Gewissen essen darf (Greenpeace? MSC?). Muss mal sehen ob ich die wiederfinde …

    Da passt das persönliche Wohl mit dem Allgemeinwohl überhaupt nicht zusammen.

    Wenn man sich informiert, schon 😉

  6. #8 rolak
    1. Dezember 2015

    Wg räumlicher Nähe ins Blaue geschossen: Ist das evtl eine Folge der Übernahme der Gegend durch die Königskrabben?

  7. #9 yeRainbow
    WWW.yeRainbow.wordpress.com
    1. Dezember 2015

    kleiner Abstecher zu den “pflanzenfressenden Rindern”.
    da hat die Biologin leicht danebengegriffen…
    zwar fressen die pflanzenmaterial. sie ernähren sich aber von den Eiweißen der bakterienkulturen, die sie in ihrem Magensystem mit dem pflanzenmaterial ernähren…
    auch bezüglich Tiermehl sind die Bestimmungen derzeit völlig anders.

    wollt’s nur am Rande klarstellen.

    • #10 Bettina Wurche
      1. Dezember 2015

      @yeRainbow: Nein, da hat die Biologin nicht daneben gegriffen. Es ging um die Aufnahme der Nahrung – Rinder u. a. Wiederkäuer nehmen pflanzliches Material auf. Die Nahrungsverarbeitung und der Verdauungszyklus der Rinder war von mir nicht angesprochen, denn sie haben mit dem Artikel nichts zu tun. Schön, wenn sich die Bestimmungen da geändert haben.
      Für die Fütterung von Schweinen und Hühnern wird nach wie vor Fischmehl eingesetzt. Das ist für die Tiere eine gute Proteinquelle, hat aber über die Gammelfischerei leider einen erheblichen Impact auf die marinen Nahrungsketten.

  8. #11 Alderamin
    1. Dezember 2015

    @Fliegenschubser

    Grundsätzlich spricht nichts dagegen Quallen zu essen. Ich würde es auf jeden Fall probieren, wenn ich die Gelegenheit hätte.

    Dürfte ich mal in China probieren: fritierte Quallen. Hatten die Konsistenz von Weißkohlblättern. Es blieb beim einmaligen Probieren, da waren die Gänsezungen deutlich besser…

    @Bettina

    Täuscht mich der Eindruck oder nehmen die Quallen überall zu? In der Ostsee bei einer Fährüberfahrt nach Schweden war das ganze Hafenbecken voll von den Viechern, in Schottland und Schweden verstopfen sie den Kühlwasserzufluss von Kernkraftwerken, und ich las neulich auch mal was von einer Quallenplage in Südspanien; dahin sind wir in meiner Kindheit immer in Urlaub gefahren, ich hab’ damals nie auch nur eine einzige Quallen gesehen. Könnte das an der Überfischung der Meere liegen?

    • #12 Bettina Wurche
      1. Dezember 2015

      @Alderamin: Absolut richtig! Quallen gehören zum Plankton, sie werden überwiegend durch Wind und Strömungen verdriftet. Darum sammeln sie sich manchmal in an Küstenabschnitten, an denen man sie sonst eher nicht sieht. Und manchmal “blühen” die Bestände durch ein kurzfristig gutes Nahrungsangebot auf (Bloom). Dann sieht man auf einmal auffallend viele Quallen, während sie sonst eher vereinzelt waren. So etwas kann schon irritieren, ist aber meist nicht langfristig.
      Das hat sich in den letzten jahren massiv verändert: Solche massenhaften Auftritte von Quallen sind sehr viel häufiger geworden.
      Das hat u. a. mit der Einschleppung neuer Arten zu tun, damit, dass durch die Überfischung ökologische Nischen durch die Quallen neu besetzt werden konnten, die gleichzeitig weiter die Fischbestände dezimieren (sie fressen die Jungfische), der Klimawandel kommt noch dazu. Diese Publikation von 2007 sagt es schon im Titel aus:
      Attrill, MJ; Wright, J; Edwards, M. 2007 Climate-related increases in jellyfish frequency suggest a more gelatinous future for the North Sea. Limnology and Oceanography, 52 (1). 480-485.
      Ich kann dazu gern mal extra einen Artikel bringen.

  9. #13 Alderamin
    1. Dezember 2015

    @Bettina

    Ich kann dazu gern mal extra einen Artikel bringen.

    Unbedingt. 😉