A bird dropping spider – probably Arkys curtulus (Wikipedia)

 

Vogelkacke-Mimikry, Fäkalsäckchen und anderes Wissenswerte rund um den Vogelklecks

Die tropische Spinnenarten Celaenia excavata, Arkys curtulus und Mastophora ahmen den Umriss einem Vogel-Häufchen nach und tarnt sich so äußerst geschickt durch den Schockeffekt. Weltweit ist zur Zeit kein Tier bekannt, dass sich von Vogelexkrementen ernährt.

Auch für die Stubenreinheit des Nachwuchses der Nesthocker-Fraktion hat die Natur eine ideale Lösung gefunden.
Die noch nicht flüggen Küken vieler Vogelarten setzen ihre Exkremente in kleinen Säckchen ab, so dass die Eltern einfach das Bündel nehmen und aus dem Nest werfen können.
So bleibt, bis die Kleinen flügge sind, das Nest zumindest von Fäkalien verschont. Sauber ist es sicherlich auch ohne Fäkalien nicht, denn in Vogelnestern wimmelt es von Parasiten.

Viele Vogelarten, gerade Pinguine, Greifvögel und einige andere Arten, spritzen die Exkremente mit hoher Geschwindigkeit und erheblicher Reichweite aus der Kloake. Dieses Video zeigt einige Pinguine beim Hochgeschwindigkeits-Nicht-Ziel-Schießen:

1 / 2

Kommentare (27)

  1. #1 Gerhard
    25. Januar 2018

    Volltreffer zu letzt, sowas ist Schicksal 🙂
    Ich frage mich, wieso der Vogel nicht aus der Schußlinie ging. Der Übeltäter hat ja sein Vorhaben gut genug angekündigt.

    Danke für den Artikel ! Informativ.

    • #2 Bettina Wurche
      26. Januar 2018

      @Gerhard: Das habe ich mich auch gefragt. Schließlich verklebt Kot das Gefieder. Gerade das Pinguingefieder mit seinen Spezialanpassungen ist in seiner Funktionalität die Lebensversicherung dieser Vögel in einer extremen Umgebung. Aber vielleicht löst der Kot sich im Meer ganz schnell?

  2. #3 rolak
    26. Januar 2018

    was auch immer

    Nun, angesichts jenes Angesichts wohl deutlich höhenstrukturierte Flatschen mit auffälligen, dunklen Flecken.

    Weiß-Violett. Kein neuer KarnevalsVerein, sondern die typische KlecksFärbung in der Gegend der Arbeitsstätte. Die Grundlage, rote Beeren der dort kilometerlang angepflanzten Hecken, wird bevorzugt bei ‘besonders kalt’ gefuttert und verzieren dann indirekt die Baum±2-PKW. Besonders dekorativ auf weiß-, silber- und gelb-Varianten 😉
    Ansonsten (farblich und jahreszeitlich) gibts dafür erfreulich wenig ExtraDeko.

    Schnell noch ein DankGebet, daß Kühe nicht fliegen können.

    • #4 Bettina Wurche
      26. Januar 2018

      @rolak: Ja, diese Beerenmahlzeiten ergeben wirklichh tolle Farben. Das tiefe Violett dürfte auf rotem Lack glücklicherweise weniger Schaden als auf weißem Lack anrichten : ) Wir sollten auch dankbar sein, dass in Europa heute keine großen Vögel mehr in freier Wildbahn existieren:

      Ich möchte nicht wissen, wie die Darmentleerung bei einer Diatryma ausgesehen haben mag.

  3. #5 RPGNo1
    26. Januar 2018

    Poesie über Vogelscheiße (bei diesem Post darf man es ja frei heraus verkünden) – Wunderbar! 😀

  4. #6 Alderamin
    26. Januar 2018

    In Schweden hat mir mal ein Geschäftspartner erzählt, dass eine Vogelart (die er mangels Kenntnis des englischen Namens einfach mal als “Shit-birds” bezeichnete) die Bäumen auf den kleinen Schäreninseln zum Absterben bringen. Ich nehme mal an, er meinte die dort zahlreich herumlungernden Kormorane. Deren Exkremente scheinen wohl besonders scharf zu sein.

    Da lob ich mir die Wellensittiche, die nur kleine, runde, gut trocknende und mit dem Finger greifbare Krümelchen produzieren.

    (Wir sind aber schon lange von Wellensittich auf Hauskatze umgestiegen, und die gehen netterweise aufs Katzenklo; vorbildlich!)

    • #7 Bettina Wurche
      26. Januar 2018

      @Alderamin: Das hört sich tatsächlich nach Kormoranen an. Eine der Inseln im Plöner Seeist die Schlaf- und Bruinsel der Kormonare, dort stehen nur noch Baumskelette. Ja, Wellis sind da einfach eine andere Nummer : ) Deren Kot riecht ja auch wirklich nicht schlimm.

  5. #8 Petra
    26. Januar 2018

    Toller Artikel! Mit dem Vogelkot habe ich jedenfalls weniger Probleme als mit den Hinterlassenschaften von Nachbars Katze im Garten. Guano frei Haus.

    • #9 Bettina Wurche
      26. Januar 2018

      @Petra: Es kommt immer ´drauf an, was der Vogel gefressen hat. Pflannzenfresser produzieren ehr nicht so übel ätzenden und riechenden Kot, dafür aber mehr. Wie etwa Gänse – auf Borkum haben wir an deren Übernachtunsgplätzen am Strand Kothaufen bestaunt, bei denen wir eher einen Strauß als Verursacher vermutet hätten. Da aber auf Borkum keine Straße leben, ware es wohl die Gänse : ) Vögel, die auch Fleisch oder Fisch fressen, produzieren wesentlich ätzenderen Kot, der auch wesentlich strenger riecht. Im Vergleich zu Katze ist das aber auch von der Menge her einfach weniger.

  6. #10 stone1
    26. Januar 2018

    Schnell noch ein DankGebet, daß Kühe nicht fliegen können.

    rofl, ymmd @rolak

  7. #11 RPGNo1
    26. Januar 2018

    @Bettina Wurche

    Ich möchte nicht wissen, wie die Darmentleerung bei einer Diatryma ausgesehen haben mag.

    Ich überlege gerade: Vögel sind die direkten Nachkommen von Raubdinosauriern (Maniraptora). Wie groß mögen denn deren Kotmengen gewesen sein bzw. wie weit sind die Ausscheidungen wohl gespritzt? Unter den Deinonychosauria und den Oviraptorosauria gab es ziemlich große Exemplare (Utahraptor, Gigantoraptor).
    Bei denen hätte ich nicht in der Nähe stehen mögen, wenn sie ein Bedürfnis überkam. 🙂

    • #12 Bettina Wurche
      26. Januar 2018

      @RPGNo1: Nicht alle Vögel spritzen den Kot heraus, einige setzen ihn auch einfach ab. Von Dinso sind ja einige fossile Kotballen erhalten, versteinerter Kot heisst Koprolith. Und über T. rex ist bislang folgendes bekannt: “Das 7100 Gramm schwere Objekt mit den Maßen 44 mal 16 mal 13 Zentimeter entpuppte sich als versteinerter Kotballen eines T. rex (siehe Bild auf Seite 46 oben). Dieser Koprolith ist der erste eindeutige eines Theropoden. Er ist mehr als doppelt so groß wie das größte bisher beschriebene solche Fossil eines Raubtiers.” https://www.spektrum.de/magazin/die-wahrheit-ueber-tyrannosaurus-rex/825859
      Der Spektrum-Artikel ist großartig : )
      PS: Der Koprolith ist ja versteinert, also nicht mehr flüssig. Der Kotballen ist sicherlich zunächst ein- und getrocknet, hat also mit der Flüssigkeit beträchtlich an Volumen eingebüsst. Das bedeutet, dass er frisch noch etwas größer gewesen sein dürfte. Ich habe tatsächlich bis heute keine aktuopaläontologische Publikation zum Volumenverlust von Kotballen gelesen, das dürfte interessant sein.

  8. #13 Aginor
    26. Januar 2018

    Schöner Artikel!

    Einfach mal über die interessanten Aspekte von Vogelkacke oder ähnlichem reden können. Das macht für mich unter anderem den Spaß an der Biologie aus. 😀

    Bitte immer weiter so!

    Gruß
    Aginor

    • #14 Bettina Wurche
      26. Januar 2018

      @Aginor: Na klar : ) Als Biologe hat man immer genügend spannenden Gesprächsstoff. Bei Tischgesprächen sollte man allerdings auf mögliche mit am Tisch sitzenden Nicht-Biologen mit zarten Gemütern etwas Rücksicht nehmen. Unser Schülerpraktikanten hat letzte Woche beim Mittagessen (=Arbeitsgruppenbesprechung + Socializing) ein wenig irritiert geguckt.
      Zu Studienzeiten haben wir so aber schnell in der überfüllten Mensa einen Tisch für uns gehabt : ))

  9. #15 Alderamin
    26. Januar 2018

    @rolak

    Schnell noch ein DankGebet, daß Kühe nicht fliegen können.

    Sagt wer?

    • #16 Bettina Wurche
      26. Januar 2018

      @Alderamin: Das hat mir auch zu posten in den Fingern gejuckt : )

    • #17 rolak
      26. Januar 2018

      Das gildet nich! (genausowenig wie für mich und hinter mich) Einerseits sinds da die Mitfahrenden, die in Verdacht geraten würden und außerdem gilt der Pegasus ja auch nicht als ordinärer Zossen.

  10. #18 RPGNo1
    26. Januar 2018

    @Bettina Wurche
    Danke für den Link zum Spektrumartikel. Sehr lehrreich.

    Was die Darmentleerung bei Dinos angeht: Ich hatte meine Auswahl bewusst auf die unmittelbaren Vorfahren der Vögel, also die Maniraptora eingeschränkt.
    Und zuletzt: Meine Frage zum Dinokot war auch ein wenig scherzhaft gemeint, weil mir nämlich eine Filmszene aus Jurassic Park in den Kopf kam: Der niesende Brachiosaurus und sein Nasenrotz. 🙂 Vielleicht hätte ich doch besser den Zwinker-Smiley setzen sollen.

    • #19 Bettina Wurche
      26. Januar 2018

      @RPGNo1: Ach soooo… zu den Maniraptoren habe ich leider keinen Koprolithe gefunden.

  11. #20 Alderamin
    26. Januar 2018

    @Bettina

    Ich sehe, Du folgst auch dem Rainer auf Twitter. Den kenne ich früher aus Aachen, der war bei uns im Astronomie-Verein (und hat mich überhaupt mit dem Verein zusammen gebracht). Hab’ ihn neulich mal auf einer Astronomie-Börse in Essen getroffen. Ihr scheint ja öfters zusammen rumzuhängen. Schönen Gruß, wenn Du ihn mal wieder siehst.

  12. #21 wereatheist
    27. Januar 2018

    Lieblingswitz des amerikanischen Autors Kurt Vonnegut (leider schon tot):
    “Q: What is the white stuff in bird poop?
    A: That’s bird poop, too.”

  13. #22 tomtoo
    27. Januar 2018

    Das ist aber mal hübsch aufgearbeitete shyse.

    Danke Bettina ! ; )

  14. #23 Dampier
    28. Januar 2018

    Vogelscheiße und Weltpolitik:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Guano_Islands_Act

    Dieses nach wie vor gültige Gesetz besagt, dass jeder US-Staatsbürger, der eine unbewohnte und von niemandem beanspruchte Insel entdeckt, auf der es eine bestimmte Sorte von abbauwürdigen Vogelexkrementen gibt, sie für die Vereinigten Staaten annektieren darf.

    • #24 Bettina Wurche
      28. Januar 2018

      qDampier: rofl – der ist gut. Ist das vielelicht auch ein Grund, warum Buzz Aldrin so unbedingt zum Mars will? lol

      • #25 Dampier
        31. Januar 2018

        Der Guano Islands Act als Auslöser der interplanetaren Expansion? Das wäre vielleicht mal ‘ne Trilogie wert.

  15. #26 Dampier
    31. Januar 2018

    Einer Bekannten von mir hat mal ein Pelikan ins Auge geschissen. Das ist weit weniger lustig als es klingt …

    Der schönste Vogelschiss war, als wir in Brasilien eine verfallene Kirche erkundeten und eine riesige weiße Eule flog vom Querbalken auf und hinterließ ein riesiges weißes Z in der Luft, das dann mit lautem Klatschen den Steinboden traf.

    • #27 Bettina Wurche
      2. Februar 2018

      @Dampier: Vogelschiss ins Auge – und dann Pelikan-size – hört sich wirklich übel an.