Seit zwei Tagen geht der Tweet des (inzwischen Ex-)Piratenpolitikers Thomas Goede durch die Medien. Er hatte bejubelt, dass am Dienstag eine Polizistin in München durch einen Schuss schwer verletzt wurde. Die Polizeigewerkschaft hat den mittlerweilen gelöschten Tweet veröffentlicht:

Tweet_Goede

Gewalt in dieser Form durch die sprachliche Entmenschlichung von Opfern zu rechtfertigen, kennt man von rechts und links. Den Älteren hier wird vielleicht die Sprache der RAF in Erinnerung kommen, den Jüngeren, wie sich Rechtsextremisten über ihre Taten äußern.

Ich weiß nicht, was Thomas Goede zu seinem Tweet motiviert hat. Ob er auch nur dachte, politische Korrektheit gehöre auf den Müllhaufen der Geschichte? In den Medien wird er mit einer zugleich nichts- und vielsagenden Rechtfertigung zitiert “Viele finden die Reaktion scheiße, aber keiner macht sich Gedanken, warum sowas entsteht. Menschen halt.“

Egal warum „sowas entsteht“, es rechtfertigt nicht, sich darüber zu freuen, was der Polizistin passiert ist. Alles hat Ursachen und natürlich kann man vieles, auch Kriminalität oder Terror, in seiner historischen Genese erklärend mit Ungerechtigkeiten in der Welt in Verbindung bringen. Die Ungerechtigkeit der Welt rechtfertigt es aber nicht, Polizisten, Banker oder Politiker als „Büttel des Systems“ zum Töten freizugeben, sozusagen zum lebensunwerten Leben zu erklären. Das ist nicht einmal gute politische Theorie, weil sie politische Aktion blind an irgendwie gebildeten Hassobjekten festmacht, sich in Aktionismus erschöpft, aber mehr noch ist es ethisch in keiner Weise zu rechtfertigen. Man muss nicht Kants kategorischen Imperativ bemühen, um zu verstehen, dass man der Menschheit im Abstrakten nicht die Menschlichkeit im Konkreten unterordnen darf, und erst recht kann man sich nicht – weder klammheimlich noch offen – auch noch darüber freuen, wenn man meint, der Kampf für die Menschheit habe ein Opfer gefordert. Selbst wer solchen kruden Thesen anhängt, könnte dann wenigstens sein Bedauern äußern. Ob Thomas Goede seinen Tweet abgesetzt hätte, wenn die Polizistin eine frühere Schulfreundin gewesen wäre? Wäre es ihm dann auch so leicht gefallen, sie als „Bullendreck“ zu entmenschlichen?

Thomas Goede ist ein politischer Idiot, der aus den Diskussionen über Gewalt als Mittel der Politik nichts gelernt hat. Vielleicht holt er es ja jetzt nach und erklärt sich dann noch einmal reflektierter.

Kommentare (60)

  1. #1 rolak
    15. Juni 2017

    politischer Idiot

    Mit der Sprache hat er es auch nicht so, es sei denn, es wäre angeberische Absicht in Sachen Wortgenese.

    Den Älteren (..) Sprache der RAF

    Allerdings, Joseph – und die hatte sich in Wort und Tat an den übelsten Aspekten des Systemes orientiert (indirektes nicht-such-Bsp), das ihr erklärter Gegner war. Extreme sind halt ununterscheidbar, wenn das Ideologische ausgeblendet wird.
    Die jahrelange Eskalation, insbesondere die allseitige sprachliche Verrohung machte die damalige Zeit gefühlt eher schauderfrostig als bleiern.

    den Jüngeren (..) Rechtsextremisten

    Wie gesagt.

    • #2 Joseph Kuhn
      15. Juni 2017

      @ rolak:

      “Mit der Sprache hat er es auch nicht so”

      Er heißt ja auch Goede und nicht Goethe.

  2. #3 Alisier
    15. Juni 2017

    Es ist schwer daneben und unerträglich, ganz ohne Zweifel.
    Allerdings ist es auch auffällig, dass sich viele besonders lautstark aufregen, die wenig dabei finden, in anderen Zusammenhängen ebenfalls Entmenschlichendes zu posten.
    Ich hätte die ganzen Hetzer, egal gegen wen oder welche Gruppe sie hetzen, egal welcher Gruppe sie grundlegende Rechte absprechen, gerne dort, wo der Pfeffer wächst.

  3. #4 Volker Birk
    https://blog.fdik.org
    15. Juni 2017

    Lieber Joseph, ich kürze mal zusammenfassend (und zustimmend):

    “Thomas Goede ist ein […] Idiot”.

  4. #5 rolak
    15. Juni 2017

    zusammenfassend

    ..und imho verfälschend, Volker, denn generell dumm ist er sicherlich nicht. Und der Aspekt ‘geistig Amok’ verschwindet zu Unrecht. Ebenfalls imho.
    Falls Du eher in Richtung der alten Bedeutung von ‘Idiot’ unterwegs gewesen sein solltest, bedienst Du Dich vergleichbarer Mittel wie er.

  5. #6 Oliver Gabath
    15. Juni 2017

    Vielleicht meint er mit “sowas” ja auch die Reaktion dieser doofen Öffentlichkeit, zu mal wieder zu dämlich war, seine feinsinnigen Beobachtungen zu würdigen. War wohl einfach zu fein gemünzt. Der Prophet gilt halt nichts mehr im eigenen Land…

  6. #7 Laie
    15. Juni 2017

    Mich würde interessieren, ob dieser “Politiker”, sollte er Opfer von irgendwelchen Schlägertypen (nun egal ob in- oder ausländisch) werden, dann auch von “Bullendreck” redet, oder dann doch lieber nach Hilfe schreit und die Polizei anruft.

    Wie verblödet muss man denn sein, um derart zur Gewalt gegen die Polizei aufzurufen, die doch für die Sicherheit im Inland sorgt?

    @Alisier
    Wenn sie die Leute dorthin zurückschicken wollen, wo manche von denen herkommen, dann könnten die wieder zurückkommen. (dort wo der Pfeffer wächst). Vielleicht wäre es besser denen zuvor gutes Benehmen und Höflichkeit beizubringen?

  7. #8 tomtoo
    15. Juni 2017

    Ich hab schon wieder eine neue Produktidee. So eine Kiste vorm PC in die man pusten muss. Und die verhindert das sich bei Drogenkonsum (alle auch legale) der PC einschalted. Will mal sagen nüchtern lässt sich so ein Tweet wohl nicht erklären.

    • #9 Joseph Kuhn
      15. Juni 2017

      @ tomtoo:

      “nüchtern lässt sich so ein Tweet wohl nicht erklären”

      Das wäre sozusagen ein “neuroethisch entschuldigender” Erklärungsversuch. Ich würde Thomas Goede nicht so billig aus seiner Verantwortung entlassen. Vermutlich hat man es hier mit einer sozialisatorischen Anpassung an ein Milieu zu tun, das sich der Gefahr der Übernahme der Sprache der Unmenschen nicht immer bewusst ist. Ich kenne Thomas Goedes Umfeld nicht, aber der Tonfall klingt nach autonomer Szene. Damit will ich nicht das alte Klagelied des Linksfaschismus anstimmen, weil das wichtige Unterschiede verwischt, vor allem den, dass Linke eigentlich einen Sinn für die Verbundenheit aller Menschen und damit die Achtung jedes Menschenlebens haben sollten, das ist bei Rechtsextremen nicht zu erwarten. Mal sehen, ob man noch etwas von Thomas Goede hört, man hat ihm das Nachdenken ja nicht verboten.

    • #10 rolak
      16. Juni 2017

      Umfeld

      Ist aktuell auch besonders schwer zu finden, Joseph, nicht nur weil recht üblicher Name, sondern weil die Trefferlisten abwehren sollender Suchmuster ‘trotzdem’ zugemüllt sind von auftauchendem TweetBezogenen.
      Erstaunlich, da dochl die komplette relevante Laufbahn in wwwZeit stattgefunden hat.

      Linksfaschismus

      Diese einfachen Lösungen sind gemein verführerisch, ne?

  8. #11 Alisier
    15. Juni 2017

    @ Laie
    Wie gesagt, alle Hetzenden sind mir ein Greuel.
    Das Problem ist, dass fast alle hierbleiben würden, wenn wir sie dorthin zurrückschickten, wo sie herkommen.

  9. #12 Laie
    15. Juni 2017

    Habe mich informiert.
    Die Buchstabenfolge ACAB steht für “all cops are bastards”, und soll die Einstellung von Schwerverbrechern sein, sowie extremistsichen “politischen” kreisen.

    Daher auch sehr interessant, dass man in Deutschland inzwischen erlaubt, gegen die Minderheit der Polizei offiziell zu hetzen? laut http://www.focus.de/finanzen/recht/urteil-des-bundesverfassungsgerichts-alle-polizisten-sind-bastarde-acab-ist-nicht-immer-eine-beleidigung_id_5667912.html mit ACAB-Aufschriften.

    Ist nicht die verallgemeinernde Gleichsetzung der Minderheit aller Polizisten mit Bastarden eine Hetze?

    “Das hat das Bundesverfassungsgericht in einem am Freitag veröffentlichten Beschluss entschieden. Eine Verurteilung setze voraus, dass sich die Äußerung auf eine überschaubare Personengruppe beziehe, hieß es zur Begründung”

    D.h. wenn alle gemeint sind, ist das keine Hetze, d.h. mit anderen Worten, das was der Goede sagte ist dann auch völlig ok?

    Man stelle sich vor, mit derselben Begründung würde man sagen, alle Moslems/Deutsche etc. wären irgendwas, z.B. dümmer als die Polizei erlaubt.

    Irgendwie blicke ich nicht durch.

    @Alisier
    Oder umgekehrt, vielleicht auch 50%50%?

  10. #13 Primergy
    15. Juni 2017

    @Laie
    Äquivalent dazu, dass Soldaten als Mörder bezeichnet werden dürfen. Das erinnert mich an eine Szene, als ich als Grundwehrdienstleistender spätnachts und alleine auf einen Bahnhof stand und ein Trupp von Punks um die Ecke kam. Die haben mich auch direkt gefragt, ob ich ein Mörder sei. Als Sanitäter hat mich das aber eher belustigt und am Ende haben wir alle zusammen ein Bier getrunken 😀

    Anyway, meine persönlich Meinung ist, dass man als Vertreter der Exekutivgewalt solche Kollektiv-Beleidigungen wegstecken können muss.

  11. #14 Laie
    16. Juni 2017

    Die Piraten sollten den Goede, sofort ausschliessen, egal wo und wie er “kulturell” geprägt wurde, solche persönliche Einstellungen sind nicht zu tolerieren.

    Man darf solche Einstellungen nicht tolerieren, da dies auf die Bürger oder neue Bürger eine gewisse negative Signalwirkung hätte.

    Denn das Thema Gewalt und Moral, wie auch persönliche Einstellungen, Gewaltaufrufe aber auch stattgefundene Gewalttaten sind Gegenstand vieler aktuell geführter Debatten, ob und in wie weit man mit der kulturellen Herkunft oder religiösen Moral bzw. Sozialisation Strafrabatte erteilen soll.

    Viele sind gegen diese Strafrabatte, wie sie auch immer wieder erteilt werden, da dies Parallelgesellschaften produziert und fördert.

    Man stelle sich eine ähnliche Vorgehensweise vor, falls das Ehepaar aus den USA wäre, dann müsste man den Mann für zum Tod durch die Giftspritze verurteilen, weil die Sozialisation dort halt auch anders ist, und das Strafausmass dort ja so drastisch ausfallen müsste.

    Da die Piraten den Goede nicht mit sofortiger Wirkung ausgeschlossen haben, sondern sich auf einen Strafrabatt durch eine “Sorgfaltspflicht” für ihn berufen, sind sie damit unglaubwürdig.

    • #15 Joseph Kuhn
      16. Juni 2017

      @ Laie:

      “Da die Piraten den Goede nicht mit sofortiger Wirkung ausgeschlossen haben, sondern sich auf einen Strafrabatt durch eine “Sorgfaltspflicht” für ihn berufen, sind sie damit unglaubwürdig.”

      Thomas Goede ist selbst ausgetreten. Wer hätte ihn eigentlich “mit sofortiger Wirkung” ausschließen sollen? Ein Partei-Standgericht? An die Wand stellen und fertig? Wenn Sorgfalt für Sie unglaubwürdig ist, sind Sie mir unheimlich.

  12. #16 anderer Michael
    16. Juni 2017

    Primergy
    Nein. Niemand muss individuell oder kollektiv Beleidigungen hinnehmen ( ich wollte zuerst “wegstecken” schreiben, aber irgendetwas in meinem Gedächtnis sagt mir , ist nicht in Ordnung? ??? ), es sei denn , er / sie hat es verdient , wie der besagte Herr Goede und die durchaus charmante freundliche Betitulierung durch den Herrn Kuhn ist ein (ge)rechtfertigender Umstand.

    Alisier
    Willst du mich etwa herausfordern und mir meinen ehrenhaft 1.Platz in der Disziplin ” sinnloses Moralisieren ” streitig machen? Ich sehe das als Affront und kreuze mit dir die Klingen. :-) .

  13. #17 rolak
    16. Juni 2017

    Niemand muss individuell oder kollektiv Beleidigungen

    Strohmann, aM, Laies unqualifizierte, hetzende Pauschalverurteilung aufnehmend. Das BVerfG hat eben entschieden (speziell zB für ACAB und ASSM), daß solche Äußerungen generell durch die Meinungsfreiheit abgedeckt sind und somit keine Beleidigungen sind. Selbst wenn sie noch so intensiv als solche wahrgenommen werden.

  14. #18 Karl Mistelberger
    16. Juni 2017

    > #9 Joseph Kuhn, 15. Juni 2017
    > Damit will ich nicht das alte Klagelied des Linksfaschismus anstimmen, weil das wichtige Unterschiede verwischt, vor allem den, dass Linke eigentlich einen Sinn für die Verbundenheit aller Menschen und damit die Achtung jedes Menschenlebens haben sollten, das ist bei Rechtsextremen nicht zu erwarten.

    Dieser Satz dokumentiert einen Fall von selektiver Amnesie:


    “Wir sagen natürlich die Bullen sind Schweine. Wir sagen, der Typ in Uniform ist ein Schwein, kein Mensch… Und natürlich darf geschossen werden.”

    Nur zur Erinnerung: When asked, “So the whole idea is flawed?” Landau replied, “Of course.”

  15. #19 Karin
    München
    16. Juni 2017

    @ Mistelberger:

    Selektive Amnesie des Kommentators nach flüchtiger Lektüre des Blogs, siehe dort den Hinweis auf die RAF. Oder gar nicht gelesen und nach Goede-Art einfach den Kommentar rausgehauen?

  16. #20 RPGNo1
    16. Juni 2017

    Bis eben habe ich mich gefragt: Wer ist Thomas Goede?
    Josephs Antwort, der ich vollumfänglich zustimme:

    Thomas Goede ist ein politischer Idiot, der aus den Diskussionen über Gewalt als Mittel der Politik nichts gelernt hat.

  17. #21 Laie
    16. Juni 2017

    @Joseph Kuhn
    Danke, immerhin hat er selbst die richtige Konsequenzen gezogen und kann sich dann in seinem erlernten Beruf als Logistiker widmen, um sich in einer arbeitsteiligen Gesellschaft ebenso einzugliedern und mitzuarbeiten, wie es auch Polizisten und andere Berufsgruppen tun.

    Habe etwas schlampig die eigene Quelle gelesen, die Piraten haben sich schon eindeutig distanziert mit “„Die getätigten Aussagen verstoßen derart gegen alles, wofür wir stehen, dass keiner der anderen Listenkandidaten weiterhin in dieser Zusammensetzung kandidieren will“, so Körber weiter. ”

    Wobei es doch reichen müsste das schwarze Schaf zu verbannen (d.h. Wiedereintritt auf alle Zeiten zu verbieten), es gibt ja keine Sippenhaft!

  18. #22 roel
    16. Juni 2017

    Hier eine Zusammenfassung von der Piratenpartei Brandenburg: https://www.piratenbrandenburg.de/2017/06/ausfall-auf-twitter-zusammenfassung/

    “Nun ermittelt der Staatsschutz gegen den Potsdamer. Bei der Polizei sind nach Angaben eines Sprechers bis Mittwochnachmittag neun Strafanzeigen eingegangen. Strafbar gemacht haben könnte Goede sich unter anderem wegen der Billigung von Straftaten. Eine endgültige Bewertung nehme jedoch die Staatsanwaltschaft vor.”

  19. #23 anderer Michael
    16. Juni 2017

    Strohmann Rolak. Das BVG entscheidet nicht über meine Meinung. Zudem manche Entscheidungen zum Haareausraufen sind, später umgeändert werden. Ein Fall ist mir bekannt, wo ein Amtsrichter eine Entscheidung eines Bundesgerichtes offen als wirklichkeitsfremd ignorierte und sein Urteil hat Bestand.
    Also was soll’s. Argumentum ad verecundiam

  20. #24 tomtoo
    16. Juni 2017

    “”Das wäre sozusagen ein
    “neuroethisch entschuldigender” Erklärungsversuch. Ich würde Thomas Goede nicht so billig aus seiner Verantwortung entlassen”””

    Im Zweifelsfall für den Angeklagten.

    Evtl. wars ja nicht nur der Champus.
    Angenommen die Person kann denken. Und wäre dieser grausigen, abstoßenden Meinung, würde sie sie nicht öffentlich äussern oder ? Bleibt nur ,das Denken war abgeschaltet oder ?

    • #25 Joseph Kuhn
      16. Juni 2017

      @ tomtoo:

      “Angenommen die Person kann denken. Und wäre dieser grausigen, abstoßenden Meinung, würde sie sie nicht öffentlich äussern oder ? Bleibt nur ,das Denken war abgeschaltet oder ?”

      Meine Vermutung habe ich oben ja geäußert. Solange er sich nicht erklärt, kann man nur herumspekulieren: vielleicht pure Dummheit, vielleicht der Champus, vielleicht eine Botschaft an das eigene Milieu, vielleicht war er mit den Piraten einfach fertig und das Ganze war sein Abschiedscoup, vielleicht …
      Was auch immer: jedenfalls nicht akzeptabel.

  21. #26 Alisier
    16. Juni 2017

    @ anderer Michael
    Es geht nicht um sinnloses Moralisieren, sondern um Arschtritt, wem Arschtritt gebührt.

  22. #27 roel
    16. Juni 2017

    @Joseph Kuhn “Was auch immer: jedenfalls nicht akzeptabel.”

    Ich kenne Thomas Goede nicht. Aber was wäre, wenn er unter frontotemporalen Demenz leidet? Wie würdest du das dann beurteilen?

    (Siehe hier http://scienceblogs.de/gesundheits-check/2017/06/09/nerven-fuer-die-moral-neuroethik/#comment-60396 Beispiel Herr Förster) Die Frage passt wohl auch dort besser hin.

  23. #28 Alisier
    16. Juni 2017

    Naja, roel……..”er ist einfach hirnamputiert” zu sagen ist jetzt auch nicht sooo einfühlsam…..

  24. #29 Laie
    16. Juni 2017

    @Alisier, #11
    Leider gibt es auch diese Fälle. Mir selbst ist ein Fall bekannt, er ist schon ca 2 Jahre her, wo ein Einheimischer hier über das freiwillige Ableben eines nach Deutschland wollenden Flüchtlings genau gleich verächtlich äußerte, und zwar in genau der obigen Sprache wie Goede, genau dieselbe Geisteshaltung.

    @rolak
    Unterlassen sie ihre dämliche Hetze und Unterstellungen!

  25. #30 Alisier
    16. Juni 2017

    @ Laie
    rolak liest sehr genau mit, nicht nur hier. Er unterstellt nicht, er stellt fest.

  26. #31 Joseph Kuhn
    16. Juni 2017

    @ roel:

    “Aber was wäre, wenn er unter frontotemporalen Demenz leidet?”

    Dann wäre er krank und für seinen nach wie vor nicht akzeptablen Tweet nicht verantwortlich zu machen, bzw. nicht vollumfänglich. Verantwortung übernehmen kann man ja nur für das, was im Bereich der eigenen Verhaltensspielräume liegt. So funktioniert auch die verminderte Schuldfähigkeit im Strafrecht. Dass er das gegenüber der Staatsanwaltschaft geltend machen wird, ist allerdings nicht anzunehmen.

    Man kann das jetzt in der Tat in eine Grundsatzdiskussion über Willensfreiheit überführen, die dann besser im Blog nebenan aufgehoben wäre, aber ich glaube, im Prinzip ist klar, wie zu verfahren wäre.

  27. #32 roel
    16. Juni 2017

    @Joseph Kuhn Danke, das sehe ich auch so.

  28. #33 anderer Michael
    16. Juni 2017

    Ist schon erstaunlich. Goede hat sich unmöglich benommen. Irgendwie sind wir uns da einig. Die Piraten haben richtig gehandelt.
    Trotzdem können wir nicht eine Meinung haben, sondern reiben uns rhetorisch auf. Die Polizistin hat einen Kopfschuss erlitten, vielleicht wird sie lebenslang unter Folgeschäden leiden. Ist doch egal, was irgendein Gericht sagt oder der Spiegel .Den Tritt auf ihr Leben hat die bedauernswerte Polizistin bekommen. Und ein Typ jubelt darüber. Darum geht’s.

  29. #34 tomtoo
    16. Juni 2017

    @aM

    Sind wir uns ja einig. Und jetzt ?

  30. #35 tomtoo
    16. Juni 2017

    @aM

    Nachtrag. Lass uns mal hoffen das Sie schnell wieder gesund wird. Noch besser wenn der tweeter auch wieder gesund wird.

  31. #36 Alisier
    16. Juni 2017

    Vielleicht haben einfach alle notorischen Tweeter mächtig einen an der Waffel. Und sollten dringend von allen politischen Ämtern ferngehalten werden…

  32. #37 Oliver Gabath
    16. Juni 2017

    .Den Tritt auf ihr Leben hat die bedauernswerte Polizistin bekommen. Und ein Typ jubelt darüber. Darum geht’s.

    Und wie. Deshalb würde ich auch gar nicht so viel darüber sinnieren, ob und in welcher Weise Goedes Äußerungen justiziabel sind. Vor Gericht und auf Hoher See ist man in Gottes Hand – da kann viel bei rauskommen.

    Interessanter ist für mich, wie sie ethisch bewertet werden – da scheinen zumindest wir hier im Wesentlichen einer Meinung zu sein. Ich sehe auch keinen menschlichen Standpunkt, von dem aus man die Tat (wie Börne sagt: “Mord, Totschlag – darüber mag ein Gericht entscheiden”) irgendwie rechtfertigen kann.

    Deswegen pflichte ich Dir auch völlig bei, Michael – sich rethorisch daran aufzureiben kommt über Schattenboxen nicht hinaus. Was müssen Freunde und Angehörige empfinden, wenn sie Kommentare wie den Goede lesen…

  33. #38 Joseph Kuhn
    16. Juni 2017

    @ anderer Michael:

    “Trotzdem können wir nicht eine Meinung haben, sondern reiben uns rhetorisch auf.”

    Das geht jetzt wieder leicht in Richtung performativer Selbstwiderspruch, aber ich sehe das anders: Wir sind doch praktisch alle einer Meinung und reiben uns ausnahmsweise mal nicht rhetorisch auf. Oder ist mir ein Streitpunkt entgangen?

    Schade, dass Thomas Goede abgetaucht ist. Vielleicht hat ihm das sein Anwalt empfohlen, aber mich hätte schon interessiert, was er inzwischen über seinen Tweet denkt.

    @ Alisier:

    “Vielleicht haben einfach alle notorischen Tweeter mächtig einen an der Waffel.”

    Hoffen wir, dass es nicht auf alle notorischen Blogger und ihre notorischen Kommentatoren zutrifft.

  34. #39 tomtoo
    16. Juni 2017

    Da ist man doch ausnahmsweise mal nahezu einer Meinung. Ich sehe das als positiv an.

  35. #40 Alisier
    16. Juni 2017

    @ Joseph Kuhn
    Da würde ich doch teilweise die Hoffnung fahren lassen: immerhin streben sie keine politischen Ämter an, oder irre ich mich da?

  36. #41 Rudi
    16. Juni 2017

    Natürlich darf dem Mitenschen nicht, wie im Tweet geschehen, derart die Menschlichkeit abgesprochen werden. Auch Polizei Beamte sind Menschen und der konkreten Beamtin wünsche ich gute Besserung.

    Daher finde ich die Reaktion meiner Partei (Zurückziehen der Landesliste und Beendigung der Mitgliedschaft) sehr passend.

    Was in meinen Augen nicht genug thematisiert wird, ist das Handeln einzelner staatlicher Vertreter, das den Bürgern zum Objekt staatlichen Handelns macht und so junge Menschen in der “ACAB” Haltung bestärkt.

    • #42 Joseph Kuhn
      16. Juni 2017

      @ Rudi:

      “Was in meinen Augen nicht genug thematisiert wird …”

      Es gibt viele Dinge, die Anlass zu Kritik am Staat und seinen Bediensteten geben, aber die lebensgefährliche Verletzung der Polizistin ist ganz sicher kein Anlass, solche Dinge zu diskutieren, das klingt immer nach “selbst schuld”. Davon abgesehen hat Thomas Goede nicht einmal diesen unpassenden Versuch gemacht, er hat sich nur in dummer und unvertretbarer Weise darüber gefreut, dass die Polizistin angeschossen wurde. Darüber sollte er nachdenken und wenn ihm das Nachdenken hilft, sich darauf zu besinnen, was Menschlichkeit bedeutet, sollte er sich – aufrichtig – entschuldigen. Dann kann man das auch wieder zu den Akten legen, schließlich hat er nicht geschossen. Aber so lange er das nicht macht, wird ihm sein Tweet als menschlicher Makel anhaften.

      Über alles, was an berechtigter Kritik am Staat oder an der Polizei vorzubringen ist, ist in anderem Kontext zu reden.

  37. #43 Rudi
    16. Juni 2017

    @ Joseph Kuhn

    Ich freue mich schon Ihre Kritik zu einer anderen Zeit zu lesen.

    • #44 Joseph Kuhn
      16. Juni 2017

      @ Rudi:

      “Ich freue mich schon Ihre Kritik zu einer anderen Zeit zu lesen.”

      Was Kritik an Staat und Politik angeht: Sie können mit dem Lesen anfangen, im Blog hier gibt’s schon Einiges, gedruckt auch.

      Wird der Vorfall bei den Piraten zum Anlass genommen, noch einmal systematisch – und öffentlich – über solche Positionen zu diskutieren, oder ist für die Partei die Sache mit der Distanzierung von Thomas Goede und seinem Parteiaustritt erledigt?

  38. #45 DH
    16. Juni 2017

    Für politische Korrektheit gibt es keine auch nur ansatzweise genaue Definition, daher sind die Deutungen extrem unterschiedlich, aber das hier würde ich nicht damit in Verbindung bringen.
    Hier geht es um eine menschenverachtende Äußerung, dagegen etwas zu sagen, hat nichts mit politischer Korrektheit zu tun.

    • #46 Joseph Kuhn
      16. Juni 2017

      @ DH:

      “dagegen etwas zu sagen, hat nichts mit politischer Korrektheit zu tun”

      Wenn man unter politischer Korrektheit versteht, dass man bedenkt, was man sagt, schon. Wenn man darunter versteht, dass man nicht sagt, was man denkt, nicht, bzw. nur taktisch.

  39. #47 DH
    16. Juni 2017

    @Joseph Kuhn

    Aus meiner Sicht ist pK eher die Übertreibung dessen, was man in der Tat bedenken sollte (liegt hier eindeutig nicht vor), und an manchen Stellen die Aufstellung von Dogmen, die von vorneherein unhaltbar sind (hat nichts zu tun mit diesem Fall).
    Der Fall zeigt ganz gut, warum es bei dem Thema pK zu so vielen Mißverständnissen kommen kann, die Interpretation von “politisch korrekt” ist eben von Mensch zu Mensch höchst unterschiedlich.

  40. #48 Laie
    16. Juni 2017

    Für die Piraten muss man feststellen, dass es reicht wenn einer einen Mist baut, es dann die anderen (vermutlich) ausbaden müssen. Daher teile ich auch die Ansicht von Joseph Kuhn zur Gänze, eine eindeutige Distanzierung zu Goede ist notwendig.

    Unabhängig davon sind selbstverständlich auch Einzelfälle aus der Polizei, wo es ein Fehlverhalten gibt, ebenso ein Thema, das im Falle eines Falls zu diskutieren gibt. Nur hat das im gegenständlichen Fall gar keine thematische Verbindung, Rechtfertigung oder Grund zur Relativierung.

    Mich stört noch immer die Zulassung von ACAB, da es eine Verallgemeinerung ist, die ja höchstens auf Einzelfälle stimmen könnte.

    Das Zurückziehen der Landesliste ist der falsche Weg, es reicht ja aus, das schwarze Schaf zu streichen und zu ersetzen und sich von dem ordentlich zu distanzieren.

  41. #49 Joseph Kuhn
    16. Juni 2017

    Das Thema aus der Beschäftigtenperspektive als Arbeitsschutzproblem gefasst:

    – DGB: http://www.dgb.de/themen/++co++eba2ebec-f1bf-11e5-9049-52540023ef1a und speziell mit Blick auf die Polizei: http://www.auchmensch.de/
    – DBB: https://www.angegriffen.info/

  42. #50 anderer Michael
    17. Juni 2017

    Herr Kuhn
    “dass Linke eigentlich einen Sinn für die Verbundenheit aller Menschen und damit die Achtung jedes Menschenlebens haben sollten,”
    Das gilt in dieser Absolutheit in keinem Fall für Linksextremisten und Rechtsextremisten, aber für die, die man früher als rechts und heute als konservativ bezeichnet , analog zu den Linken.

  43. #51 Pia
    Berlin
    17. Juni 2017

    Ob der Goede auch so geschrien hätte, wenn der Amerikaner die Tante/Schwester/Tochter erwischt hätte?
    Oder ihn selbst?
    Meistens hört an diesen Stellen äußerst rasch die Gesinnung auf und zeigt die “Natur”.
    Schwerwiegende Inhaber solcher Abspaltungsreaktionen gehören behandelt und nicht in Ämter gesetzt.

  44. #52 Laie
    17. Juni 2017

    @Pia
    Das ist eine interessante Frage. Tochter muss ausgeschlossen werden, da der Queerkopf aufgrund seines Alters und seiner Eigenangabe, siehe Link oben von mir, für Nachwuchs nicht in Frage kommt.

    Wäre er selbst betroffen, oder gar seine Tante oder Schwester, dann würde sich vielleicht in seiner Gedankenwelt etwas quer stellen, oder die verqueerte Gedankenwelt einen Widerspruch empfinden, darüber kann man aber nur spekulieren. Er könnte sich selbst als Queerdenker verstehen, womöglich haben aus seiner Sicht alle anderen unrecht, eine Interessante psychologische Frage. Solange noch genug Psychologen da sind, kann man sie damit beauftragen, das zu untersuchen.

  45. #53 Heinz
    Köln
    17. Juni 2017

    Es ist immer wieder erfreulich, wenn sich Mitglieder gleich mit der eigenen Partei liquidieren. Da fällt dann das Schmalspur-Dünnbrett-Programm weniger auf.
    War es ein parteilicher Schachzug? Wurde Goede für seinen Neurolapsus direkt durch den Steuerzahler finanziert? Wenn ja, wie hoch?

    • #54 Joseph Kuhn
      17. Juni 2017

      “Es ist immer wieder erfreulich, wenn sich Mitglieder gleich mit der eigenen Partei liquidieren.”

      Im Kontext hier eine nicht unbedingt gelungene Wortwahl.

  46. #55 Karl Mistelberger
    19. Juni 2017

    > #19, Karin, München, 16. Juni 2017
    > Selektive Amnesie des Kommentators nach flüchtiger Lektüre des Blogs, siehe dort den Hinweis auf die RAF. Oder gar nicht gelesen und nach Goede-Art einfach den Kommentar rausgehauen?

    Die Sprache im von mir verlinkten Artikel ist eindeutig (es geht hier nicht primär um die RAF, sondern die APO):

    “Die Bundesregierung ist Totengräber und Mörder der Demokratie zugleich. Die demokratischen Studentenschaften in der Bundesrepublik und in Westberlin werden die faschistischen Tendenzen in der Bundesrepublik bekämpfen und die Regierung sowie ihre Hintermänner zum offenen Kampf auf die Straße zwingen!”

    Roter Faschismus! Die roten Faschisten werden von der Presse gerne durch Tarnbezeichnungen wie “Linksautonome” verniedlicht:

    http://www.bz-berlin.de/berlin/friedrichshain-kreuzberg/randale-rigaer-strasse-autos-barrikaden-brennen

    Es gibt auch nach dem Verständnis einiger Leute keinen Antisemitismus, sondern nur Antizionismus. Antizionisten finden es abscheulich, wenn die IDF Angreifer auf Zivilisten erschießt. Deren oft tödliche Attacken mit Messern, Autos und Sprengstoff sind in ihren Augen ein legitimes Mittel des Widerstands.

    Der rote Faschismus unterscheidet sich durch nichts wesentliches vom rechten Faschismus. Wenn der Autor des Beitrags kommentiert: “Damit will ich nicht das alte Klagelied des Linksfaschismus anstimmen, weil das wichtige Unterschiede verwischt, vor allem den, dass Linke eigentlich einen Sinn für die Verbundenheit aller Menschen und damit die Achtung jedes Menschenlebens haben sollten, das ist bei Rechtsextremen nicht zu erwarten.” hat er eine selektive Wahrnehmung und Erinnerung.

  47. #56 Michel du Bois
    19. Juni 2017

    @Joseph Kuhn #31:

    Es gibt Korrelationen:
    http://www.apa.org/monitor/2014/02/criminal-mind.aspx
    http://blogs.discovermagazine.com/intersection/2011/06/13/liberals-are-from-the-acc-conservatives-are-from-the-amygdala/

    Vielleicht ist Goedes Amygdala einfach nur verkümmert oder sonstwie geschädigt.

    Gruß aus der Pfalz.

  48. #57 Laie
    19. Juni 2017

    Sowohl eine Unterfunktion als auch Überfunktion der Amygdala sind problematisch, hier gilt: der goldene Mittelweg im Sinne einer normalen Funktionsweise ist wichtig.

  49. #58 Joseph Kuhn
    19. Juni 2017

    @ Michael du Bois:

    “Es gibt Korrelationen”

    Korrelationen sind der Sumpf der Hirnforschung, nicht ihre Gipfel.

    @ Karl Mistelberger:

    “Wenn der Autor des Beitrags kommentiert … hat er eine selektive Wahrnehmung und Erinnerung.”

    Die Wiederholung macht es nicht besser. Ein Versuch der Erläuterung: Wenn Sie von einem Katholiken und einem Atheisten mit der Pistole bedroht werden, ist beides erst mal gleich unangenehm und wenn geschossen wird, ist es für Sie egal, ob Sie katholisch oder atheistisch erschossen werden. Aber an den Katholiken könnten Sie appellieren, er solle ans 5. Gebot denken. Das wird beim Atheisten nicht helfen, da müssen Sie sich was anderes einfallen lassen.

    Rechtsextreme verfolgen grundsätzlich eine ausgrenzende Ideologie, ihnen geht es auch im hehren Ideal nicht um die Menschheit, sondern bestenfalls um die Volksgemeinschaft. Dass Linksextreme, obwohl ihre ideologische Grundfärbung anders ist, trotzdem ausgrenzend denken können, ist Gegenstand des ganzen Blogbeitrags.

  50. #59 Clemens M.
    19. Juni 2017

    Linksextreme als Ausgrenzende (vielleicht nicht nur die Extrem, die anderen nur moderater, wenn es um die eigenen Feindbilder geht?), das funktioniert aber auch gerade deshalb, weil es dafür auch Toleranz gibt, bzw. auch eine gewisse Hilflosigkeit des Staates.
    Da versucht man den Steinwerfern, die immer wieder Polizisten attackieren mit dem Ziel Verletzungen herbeizuführen,, so bei zu kommen:
    http://www.tagesspiegel.de/berlin/rigaer-strasse-in-friedrichshain-asphaltieren-gegen-stein-attacken/19952494.html

  51. #60 Dr. Webbaer
    20. Juni 2017

    Es ist doch schön, dass es in solchen Fragen Konsens gibt, Dr. Webbaer distanziert sich an dieser Stelle gerne streng von dem (nicht nur : politischen) Idioten, der in London mit dem Automobil in eine Menschengruppe von Muslimen gerast ist.