Was ist denn auf einmal los in der Homöopathie-Szene? Da werden allerorten mehr oder weniger gut getarnte Werbeartikel platziert; ein wahrlich hyperaktiver Herr Becker ploppt auf und randaliert verbal täglich auf allen Kanälen, die ihn noch nicht sediert haben; ein Bundesverband „Patienten für Homöopathie e.V.“ erwacht plötzlich aus seinem Untotenzustand und schreibt fleißig an die Politik, bevorzugt im Wahlkampf; in allen möglichen medizinischen Zeitschriften versucht man abenteuerliche Beiträge unterzubringen, manchmal mit Erfolg; man erfindet die Wissenschaftlichkeit neu und sieht in den etablierten wissenschaftlichen Standards paulfeyerabendverhunzend eine „totalitäre Ideologie“ – will aber selbst homöopathiekritische Vorträge an Hochschulen unterbinden oder zumindest – spielfeldverfehlend – das Prinzip des „ausgewogenen Journalismus“ zur guten wissenschaftlichen Praxis erklären: kein homöopathiekritischer Vortrag ohne homöopathieaffines Coreferat. Die übliche Vortragsdiskussion reicht nicht, sonst ist man nicht auf Augenhöhe, darum geht es.

Der eben erwähnte Herr Becker würde hinter alldem bestimmt eine Verschwörung vermuten. Ich glaube eher, die haben ihren Beruhigungstee zu stark verdünnt. Jedenfalls scheint es eine kontagiöse Verschränkung zu geben, quantentheoretisch natürlich, es macht mich nämlich auch ganz hippelig und ich kann nicht wie geplant noch etwas Homöopathie-Blogpause machen.

Um was geht es? Natalie Grams, ehemalige Homöopathin, jetzt Aktivistin beim Informationsnetzwerk Homöopathie und daher bei der Homöopathielobby als Verräterin besonders verhasst, ähnlich wie der vom Saulus zum Paulus gewandelte Edzard Ernst, wurde für die kommende Woche an die Uni Mainz eingeladen. Die „Hahnemann-Gesellschaft“, ein homöopathischer Ärzteverein, will das um jeden Preis verhindern, sie sieht darin den Untergang des wissenschaftlichen Abendlandes:

Screenshot_Hahnemann-Gesellschaft

Offener Protestbrief der Hahnemann-Gesellschaft

Sehr geehrter Herr Präsident Univ.-Prof. Dr. Krausch
am kommenden Mittwoch, den 14.11.2018 wird im Philosophicum P2 Frau Dr. Natalie Grams als selbsternannte „Sachkundige“ der Homöopathie eine Bühne gegeben werden, um irreführende, wissenschaftlich falsche und polemische Aussagen über ein wissenschaftliches Therapieverfahren vorzutragen.
Eine Universität, die sich den Werten und Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis verpflichtet hat, darf solch eine flache Veranstaltung nicht zulassen.
Am 06. 07.2018 fand ebenfalls auf akademischem Boden eine solche Veranstaltung durch das Institut für Bioethik an der Universität Münster statt, hier jedoch war eine Gegendarstellung des erfahrenen Arztes Andreas Holling zugelassen. Frau Dr. Grams fiel auf akademischem Boden vernichtend unter.
Im Namen der Hahnemann-Gesellschaft, der Arbeitsgemeinschaft jener Ärztinnen und Ärzte, die sich auf die Homöopathie spezialisiert haben, fordere ich Sie dazu auf, diese Veranstaltung nicht zuzulassen!
Unsere Ziele sind die Förderung von Forschung und Wissenschaft, sowie Fort- und Ausbildung in der Homöopathie. Durch solch einen einseitigen Lobby-Vortrag werden Studierende unsachgemäß informiert.
Ich bin ein Kind dieser Universität und mir wurde ein lebendiges Interesse an akademischen Fragestellungen mitgegeben. Ich werde es nicht widerspruchslos hinnehmen, dass unsere wissenschaftliche Kultur derart beschädigt wird.
Unsere Universität beteiligt sich aktiv an der wissenschaftlichen, künstlerischen, gesellschaftlichen und politischen Diskussion und leistet damit einen Beitrag zur gesellschaftlichen Weiterentwicklung.
Anstelle solch einer einseitigen Grams-Lobbyveranstaltung würde ich mich als wirklichen Expertin der Homöopathie für eine Pro-Contra-Diskussionsveranstaltung mit Frau Dr. Grams zur Verfügung stellen.
Dieser offene Brief wird ebenso an die lokalen Medien und die FAZ gegeben werden.
In tiefer Verbundenheit
Ulrike Fröhlich
Ärztin

Vorstand Hahnemann-Gesellschaft
www.hahnemann-gesellschaft.de
Sekretariat Caro Korsch
Biebricher Allee 59 – 65187 Wiesbaden
Fon 06118420303 – fax 06118420301
vorstand@hahnemann-gesellschaft.de
www.hahnemann-gesellschaft.de“

Um nicht falsch verstanden zu werden: Natürlich darf die Hahnemann-Gesellschaft Protestbriefe schreiben, ich bin auch nicht gegen Podiumsdiskussionen, obwohl das ein anderes Format ist als ein Vortrag und Homöopathen das nicht gut können. Das zeigt der Brief einmal mehr. Da wird Frau Grams schon im ersten Satz als „selbsternannte Sachkundige“ denunziert, ihr werden vorab „wissenschaftlich falsche und polemische Aussagen“ unterstellt, die Homöopathie dagegen einfach als „wissenschaftliches Therapieverfahren“ ausgegeben (wo doch sonst immer gerne eingeräumt wird, man wisse selbst nicht, wie sie funktioniert, nur dass sie funktioniere, dessen sei man sich aus Erfahrung heraus sicher), man weiß hellseherisch auch schon, dass es eine „flache Veranstaltung“ wird, gibt vor, sich für die „Förderung von Forschung und Wissenschaft“ einzusetzen, ist aber selbst Lobbyverein, zudem einer, der Anstoß an einer angeblichen „Grams-Lobbyveranstaltung“ – so wirbt man nicht für eine Podiumsdiskussion, so stimmt eine Lobby ihre Anhänger auf ein Tribunal gegen Homöopathiekritiker ein, wie es vor einem Jahr bei der „Ringvorlesung“ an der LMU München gelaufen ist.

Da interessiert mich eher, ob ein Brief mit Sätzen wie „Ich bin ein Kind dieser Universität“ oder „Frau Dr. Grams fiel auf akademischem Boden vernichtend unter“ mit Ritalin normaler aus- oder untergefallen wäre.

—-
Edit 12.11.2018: In der ersten Version schrieb ich versehentlich, Frau Grams sei nach Münster eingeladen, statt nach Mainz. Ein klarer Fall von Unterfall.

Kommentare (74)

  1. #1 rolak
    11. November 2018

    Um was geht es?

    Püha, und die ganze endlos lange Zeit bis dahin, also all die 4-6 microfortnights fragte ich mich schon “Warum bloß hat er nicht ‘unterbinden’ unterlinkt?”

    aus- oder untergefallen

    Meine Güte, wer nichts davon versteht, Joseph, sollte besser schweigen: Der ganze Satz wurde unter kompetenter Aufsicht zur Steigerung der inneren Werte und Aussagekraft fachgerecht potenziert – zum besseren Verständnis der erwartet unkundigen Leser* nur D1. Und zwar mit Recht: Seit Generationen verzapfen über 60% der Deutschen ähnliche Satzkonstrukte, eine synergetische Steigerung der KommunikationsEffektivität der Satzpotenz ermöglichend. Um- und durchgefallen, setzen!

    Ach ja, zum anderen Satz: Gezeugt in Hörsaal 3B. Ignorant!

    • #2 Joseph Kuhn
      11. November 2018

      @ rolak:

      “die ganze endlos lange Zeit bis dahin … nicht ‘unterbinden’ unterlinkt”

      Tja, das habe ich von den Krimiserien im Fernsehen gelernt: die Spannung aufbauen. 5 weitere Zeilen lang!

      “Der ganze Satz”

      Danke für die Erläuterung. Jetzt verstehe ich die satzbautechnische Leerstellenfunktion auch. Etwas fällt unter. Völlig einleuchtend. Der fragliche Satz z.B. nicht nur unter potenzierte Grammatik, sondern auch unter potenzierte Wahrheit. Dass ich das untersehen konnte.

  2. #3 RPGNo1
    11. November 2018

    Die „Hahnemann-Gesellschaft“, ein homöopathischer Ärzteverein, will das um jeden Preis verhindern, sie sieht darin den Untergang des wissenschaftlichen Abendlandes

    Spöttisch: So wie der Russischen Föderation, Großbritannien oder Spanien auch der Untergang droht?

    Im Ernst: Die Homöopathielobby sieht ob der gesteigerten öffentlichen Aufmerksamkeit und langsam ansteigenden Skepsis gegenüber ihrem “Naturheilverfahren” ihre Felle davonschwimmen sowie eine Entwicklung wie in den drei o.g. Ländern heraufdämmern. Deshalb starten sie solche hanbüchenen Aktione.
    Just my 2 Cents!

  3. #4 Mathematiker
    11. November 2018

    Die Hömmophaten, also diese selbstgeschwurbelten Nichtswisser, fallen doch bei jeder Wissenschaftlichtkeit unter.Dummhieit. Und Dummheit muss Dummheit gennnt werden und verdient keine Akzeptenz.

    Ich neheme dieses Unwissen nicht mehr ernst, jeder Gläubige dieses Unwissensens kriegt von mir verbal nur noch aufs Maul. Sorry, aber man muss es so hart sagen.

    Wer etwas anderes sagt, nimmt auch “besorgte Bürger” ernst, die nur Hass, Radikalität, Gewalt und Schlamm verbreiten, sich als Opfer darstellen, wenn sie andere Menschen ermorden. Und sich als Opfer ihrer Morde sehen, Widerlich.

  4. #5 schlappohr
    11. November 2018

    Ich bin zwar kein Arzt, aber ich vermute, dass die Diagnose nicht ADHS, sondern Creutzfeld-Jakob im fortgeschrittenen Stadium lauten müsste. Jetzt ist nur zu hoffen, dass die Uni Münster auf diesen Unsinn auf die einzig angemessene Weise reagiert und die Veranstaltung wie geplant stattfinden lässt. Zwar werden dann sicher ein paar Jubelperser der Verdünnungslobby dabei sein und versuchen, den Vortrag zu sabotieren, aber da Frau Grams ja schon einige Erfahrung mit den Homöopathen sammeln konnte, bin ich zuversichtlich, dass sie sich angemessen zu wehren weiß.
    Wird es hier einen Bericht über den Vortrag geben?

    • #6 Joseph Kuhn
      11. November 2018

      @ schlappohr:

      “Wird es hier einen Bericht über den Vortrag geben?”

      Von mir nicht, weil ich nicht in Mainz dabei bin. Falls ein Zuhörer berichten will, gerne.

  5. #7 Trottelreiner
    11. November 2018

    Da interessiert mich eher, ob ein Brief mit Sätzen wie „Ich bin ein Kind dieser Universität“ oder „Frau Dr. Grams fiel auf akademischem Boden vernichtend unter“ mit Ritalin normaler aus- oder untergefallen wäre.

    Dürfte sehr von der Dosierung abhängen und davon ob die Diagnose zutreffend war. Grundsätzlich erinnert der Brief ja eher an das Verhalten von Konsumenten der etwas höherer Dosierungen von Dopaminwiederaufnahmehemmern, gerne auch intranasal…

    Ehrlich gesagt würde ich bei dem beschriebenen Verhalten ja eher auf diverse Differentialdiagnosen tippen, z.B. Psychose oder diverse Persönlichkeitsstörungen, äh, akzentuierte Persönlichkeiten, ob das jetzt eher affektiv oder schizotyp ist sei dahingestellt…

  6. […] Gesundheits-Check: ADHS-Epidemie bei der Homöopathielobby? […]

  7. #9 gedankenknick
    11. November 2018

    @rolak #1
    Dass sich der Hörsaal 3B innerhalb der Mauern der “Unsichtbare Universität” der Zauberer in Ankh-Morporg befindet, und dass es ich um einen virtuellen Raum handelt, in dem alle Vorlesungen stattfinden, auch wenn der Vortragende gerade Mittag ißt und die Zuhörerschaft den Universitätscomputer Hex parallel dazu bringen will, das Lied “Lang lebe Morpokia” zu piepsen, ist eminent, um deinen Witz zu verstehen, kann aber nicht als Allgemeinwissen vorausgesetzt werden.

  8. #10 Udo
    11. November 2018

    So langsam wird die “Gegenstrategie” der Homöopathie zu einer Art Toben in der Gummizelle.
    Podiumsdiskussionen mit Homöopathen kann und sollte man sich inzwischen sparen, sie haben den denkbar tiefsten Sinnlosigkeitsgrad. Das Publikum besteht – Respekt für die Rekrutierungslogistik – in der Regel weit überwiegend aus Homöopathie-Clacqueren (Beispiele: Berliner Wirtschaftsgespräche April 2018, Ringvorlesung München mit der Veranstaltung zu “Evidenzbasierung der Homöopathie” Juli 2017, ich könnte noch mehr aufzählen). Wie wichtig das ist, haben die Homöopathen längst kapiert und das dürfte auch hier der Hintergrund nach der Forderung zu einer Podiumsdiskussion sein.
    Es wird von der Homöopathie-Fraktion jede beliebige Behauptung vom Podium geschleudert, man befleißigt sich dabei eines Eklektiszismus, der nicht davor zurückschreckt, im Ohr des – aufmerksamen – Zuhörers die soeben geäußerten “Argumente” der eigenen Fraktion in Frage zu stellen. Mit jemand, der die Frage “Was würde Sie überzeugen, von Ihrer Ansicht abzulassen?” mit “Nichts” antwortet, ist keine für alle Seiten irgendwie nutzbringende Debatte möglich. Und die ist auch gar nicht beabsichtigt. Die Absicht ist vielmehr, das Publikum zu blenden und damit wenigstens mit dem Fazit nach Hause zu schicken “Die einen sagen so, die anderen so – das ist eben Wissenschaft”. Nein, und ganz bestimmt nicht bei der Homöopathie.
    Ja, ich stimme zu: Inzwischen ist die erklärte Absicht, die auch hinter dem wirren Brief von HahnemannDE an die Uni Mainz steckt, den diskussionsbereiten Kritiker möglichst schlecht dastehen zu lassen, egal wie. Deshalb sollte sich Frau Dr. Grams dem auch nicht aussetzen. Grundsätzlich nicht.
    Ach ja, es gibt noch eine Variante der “Podiumsdiskussion mit Homöopathen”: Das vollendete Taubenschach. So erlebt im Sommer dieses Jahres in Münster, bei zwei hintereinander gehaltenen Vorträgen zur Homöopathie mit Ansätzen zu einer Diskussion. Der Homöopath präsentierte unfassbares, tausendmal erklärtes und widerlegtes Zeug und trumpfte stets dann besonders auf, wenn er Autoritätsargumente präsentierte. Nach dem Ende der Veranstaltung sonnte sich die homöopathische Truppe (auch hier die große Mehrzahl der Zuhörer) ersichtlich im Gefühl des Erfolgs – ohne auch nur im Ansatz zu realisieren, dass sie eine Lehrstunde der Selbstdemontage hinter sich hatten. Wochenlang verbreitete man die frohe Botschaft vom “Sieg in Münster” danach noch in den sozialen Medien…

    Nein, Frau Dr. Grams hat es wahrlich nicht nötig, sich für einen weltweiten wissenschaftlichen Konsens auf Wunsch der Homöopathie-Fraktion dem Versuch öffentlicher Demontage auszusetzen. Dieser Versuch hat ersichtlich mit dem unfassbaren Schreiben von HahnemannDE bereits eingesetzt. Nein, danke.
    Ich habe übrigens bei Twitter auf die “Forderung”, Frau Dr. Grams’ Vortrag abzusetzen, mit der “Forderung” nach einer sofortigen Absetzung der Homöopathie im Gesundheitswesen reagiert.

  9. #11 NullcoManix
    12. November 2018

    @Udo:
    Podiumsdiskussionen zwischen Homöopathen und rational denkenden Menschen sind vielleicht wirklich Käse, oder Taubenschach. Für eine faire Debatte braucht es andere Diskussionspartner.

    Wie wäre es damit, den Homöopathen mit jemandem diskutieren zu lassen, der die Auffassung vertritt, ein Kruzifix an der Haustür sei die deutlich ältere und länger erprobte Heilmethode. So ein Kruzifix würde schließlich jegliches Unheil von den Bewohnern abwenden und damit im Vergleich zur Homöopathie viel ganzheitlicher wirken. Und das alles noch nachhaltig, CO2-neutral und zuckerfrei.

  10. #12 Uli Schoppe
    12. November 2018

    Eigentlich ist mittlerweile jede Diskussion mit Homöopathen oder Impfgegnern sinnlos. Die oft verbreitete Ansicht man müsse vernünftiger mit denen reden da sich sonst die Fronten verhärten ist falsch. Die Fronten sind schon verhärtet…

  11. #13 RPGNo1
    12. November 2018

    @Udo
    Danke für den eindringlichen Kommentar.

  12. #14 Uli Schoppe
    12. November 2018

    @RPGNo1 Ja die Analyse ist bestechend.

  13. #15 CM
    12. November 2018

    @all: Münster != Mainz

    abgesehen davon gewinne ich dieser Posse doch ein Gutes ab: Mal sehen wie sich “mein” Präsident schlägt (ich hoffe er ignoriert den Brief – auf eine öffentliches Statement hoffe ich angesicht seines Kalenders nicht).

    • #16 Joseph Kuhn
      12. November 2018

      @ CM:

      Mainz und Münster:

      Danke, da war Mainz vernichtend unterfallen. Habe es geändert, zur Verhütung der Fehlerfortpflanzung und weiteren Unterfallens.

  14. #17 schlappohr
    12. November 2018

    @UIi Schoppe

    “Eigentlich ist mittlerweile jede Diskussion mit Homöopathen oder Impfgegnern sinnlos”

    Der Eindruck drängt sich auf: genauso gut könnte man versuchen, einem Felsblock das Lesen beizubringen.
    Aber andererseits ist die wissenschaftliche Diskussion das einzige Mittel, um den gerade wieder einmal aufblühenden Mystizismus entgegenzutreten. Es geht letztlich um die Vermittlung von Wissen und Erkenntnissen und das Aushebeln des Unsinns mit den Mitteln der wissenschaftlichen Methode. Es erinnert mich an das alljährliche Ausrupfen des Löwenzahns auf meiner Wiese: Mühevoll und scheinbar sinnlos, weil er im nächsten Jahr wieder blüht. Aber ohne diese Aktion habe ich bald eine reine Löwenzahnwiese.
    Vielleicht setzt sich irgendwann einmal global die Erkenntnis durch, dass die wissenschaftliche Methode mit all ihren Fehlern und Irrungen das Beste ist, was wir haben und damit das Maß aller Dinge ist. Aber bis dahin müssen wir wohl dem Löwenzahn wohl geduldig immer wieder aufs neue zu Leibe rücken.

  15. #18 roel
    12. November 2018

    @Uli Schoppe “Eigentlich ist mittlerweile jede Diskussion mit Homöopathen oder Impfgegnern sinnlos.”

    Das “eigentlich” ignoriere ich mal.

    Christian J. Becker setzt sich gerade vehement für Globuli ein. Er bezeichnet sich selbst als Globuli-User.

    Joseph Kuhn hat ihm die Möglichkeit zur Diskussion hier im Blog gegeben. Christian J. Becker hat diese Chance nicht ergriffen. Aber er schießt weiter mit Unterstellungen, Denunziationen und Lügen gegen die “Skeptiker” und gegen diejenigen, die zwar pro Homöopathie sind, aber nicht engagiert genug – im Sinne von Christian J. Becker.

    Mit ihm macht eine Diskussion kaum keinen Sinn.

    Nun scheint die Hahnemann Gesellschaft zu den gleichen Mitteln zu greifen, wie Christian J. Becker. Ulrike Fröhlichs Argumentation hat Joseph Kuhn oben schon auseinander genommen. Ulrike Fröhlich fordert eine Diskussion, genauso wie zuvor Christian J. Becker. Ihr geht es nicht um eine Diskussion, sondern eher um eine Demontage von Natalie Grams.

    Mit ihr macht eine Sachdiskussion ebenfalls keinen Sinn.

    Aber es gibt genügend andere, die zwar Homöopathie praktizieren oder anwenden und doch überzeugt werden können. Christian J. Becker und Ulrike Fröhlich schießen gegen die selben Feindbilder. Und da sind an prominenter Stelle ehemalige Homöopathie Praktizierende, die jetzt über Homöopathie aufklären. Also ist nicht jeder so festgelegt wie Becker und Fröhlich.

    Daher denke ich machen Diskussionen Sinn.

  16. #19 borstel
    12. November 2018

    Diese Hahnemann-Gesellschaft, von der ich zuvor nichts gehört hatte, hat, wenn ich richtig gezählt habe, ganze 54 Mitglieder (alles Ärzte) auf ihrer Site stehen. Die Mehrzahl offenbar privat tätig (keine Kassenzulassung). Sie folgen den Leeren eines Julius Mezger (der es immerhin zu einem WP-Beitrag gebracht hat). Welche Relevanz diese kleine Sekte haben soll (zum Beispiel im Vergleich zum DZvhÄ mit seinen erheblich mehr Mitgliedern), erschließt sich mir nicht. Wahrscheinlich sind diese Krakeeler schwer begeistert, daß ihnen die PR-Nulpe aus Hamburg eine Bühne bietet.

  17. #20 RPGNo1
    12. November 2018

    @borstel
    54 Mitglieder? Wow, was für ein gewaltiger Verein.

    Aber vielleicht ist es bei der Hahnmann-Gesellschaft wie bei den Hunden. Die kleinsten haben die größte Klappe.

  18. #21 roel
    12. November 2018

    @borstel

    “Welche Relevanz diese kleine Sekte haben soll (zum Beispiel im Vergleich zum DZvhÄ mit seinen erheblich mehr Mitgliedern), erschließt sich mir nicht.”

    Der Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte e.V. hat 1988 den Hahnemann Gesellschaft e.V. gegründet. Zur Relevanz kann ich noch nicht viel sagen, ich denke da aber eher genauso wie du.

    Siehe auch: https://www.psiram.com/de/index.php/Deutscher_Zentralverein_hom%C3%B6opathischer_%C3%84rzte_e.V.

  19. #22 knorke
    12. November 2018

    @3 RPGNo1
    Sehr richtig. Wie ein verwundeter Bär werden ihre Methoden dadurch aber nicht weniger gefährlich. Und während solche Selbstdarstellungen manchmal sehr gut geeignet sind, sich selbst zu diskreditieren, besteht auch immer die Gefahr (grade in Zeiten sozialer Medien, wo prinzipiell erst geschrien wird und dann erst gedacht – wenn überhaupt) dass der, der am meistenund lautesten PR- und Lobby-Arbeit betreibt, dabei am besten davonkommt. Kann das ja auch verstehen: Da sind Existenzen bedroht. Wäre eine Gesellschaftliche Errungenschaft, wenn der Gesetzgeber da dann doch endlich mal zur Vernunft kommt. Verrückt, dass man das über eine Methode sagen muss, die seit spätestens Ende des 19. Jhd. keinen Platz mehr in der Behandlung kranker haben dürfte.

  20. #23 Captain E.
    12. November 2018

    So konsequent, wie die Verfasserin des Protestbriefs ihre Erzfeindin als “Frau Dr. Grams” tituliert, den vorgeschlagenen “Experten” oder auch sich selber als schlichte “Andreas Holling” bzw. “Ulrike Fröhlich” nennt, drängt sich die Vermutung auf, dass beide gerade eben keinen Doktor gebaut haben.

    Da kann man nur hoffen, dass das Sekretariat des angeschriebenen Prof. Dr. Krausch mit Verweis auf das “lebendige Interesse an akademischen Fragestellungen”, die “wissenschaftliche Kultur” und dem Interesse an “wissenschaftlichen, künstlerischen, gesellschaftlichen und politischen Diskussionen” betont, im Vortrag von Dr. Grams einen wertvollen “Beitrag zur gesellschaftlichen Weiterentwicklung” zu sehen, der selbstverständlich wie geplant stattfinden wird.

  21. #24 Joseph Kuhn
    12. November 2018

    Update:

    Unser GPRGAZ (der, dessen Namen keiner kennen muss) hat auf seinem Internetblog einen Brief einer “Dr. med. Gisela Etter Kalberer, Präsidentin UNION Schweizerischer komplementärmedizinischer Ärzteorganisationen”, wiedergegeben, in dem diese ebenfalls gegen den Vortrag von Frau Grams in Mainz wütet. Ich weiß nicht, wer Frau Kalberer ist, aber wer jemand anders als “eine akademisch unqualifizierte Rednerin” denunziert, sollte man wenigstens selbst einiges an Publikationen vorzuweisen haben – fein wäre es aber auch dann natürlich nicht.

    In ein Glashaus kann man reinsehen, z.B. bei Pubmed oder google scholar, ich fürchte, da fällt Frau Etter Kalberer aus der Bachtelstrasse 9 vernichtend unter.

    Mit ihren Briefen zeigen die hyperaktiven Homöopathielobbyisten vor allem eins: dass es Ihnen nicht um Wissenschaft geht, sondern um persönliche Verunglimpfung ihrer Kritiker. Frau Grams als Abtrünnige scheint ihnen ein besonderer Dorn im Auge zu sein.

    Wäre Frau Etter Kalberer deutsche Ärztin, wäre das übrigens ein Fall für die zuständige Ärztekammer. In § 29 der deutschen Muster-Berufsordnung der Ärzte heißt es aus gutem Grund: “Unsachliche Kritik an der Behandlungsweise oder dem beruflichen Wissen einer Ärztin oder eines Arztes sowie herabsetzende Äußerungen sind berufswidrig.”

  22. #25 borstel
    12. November 2018

    @Captain E.:
    Haben sie beide auch nicht, wobei das jetzt nicht zwangsläufig gegen ein Expertentum sprechen würde (immerhin ist Natalie Grams ja auch nicht zu einem Thema im Bereich Homöopathie promoviert worden, und ich selbst kenne einige Ärzte, die zu Themen promoviert haben, welche später mit ihrer Berufstätigkeit nichts zu tun hatten).

    @roel: Danke für die Infomation! Eine amüsante (allerdings nicht besonders weiterhelfende) Anekdote am Rande, was geschieht, wenn wir dzvhä und Hahnemann-Gesellschaft googeln: Als erstes Ergebnis kommt doch tatsächlich: https://www.dzvhae.de/hahnemann-gesellschaft-in-liquidation/!

  23. #26 knorke
    12. November 2018

    @24 JK Vermutlich deswegen hat man wohl jemanden aus der Schwitz wüten lassen, den Einfallsreichtum beim Schlammwerfen überrascht mich stets aufs Neue, ob Homöopathen oder nicht.

  24. #27 borstel
    12. November 2018

    Hach, der Blödibecker, welch Vergnügen, seinen Schrott zu zerpflücken, d.h. einfach unkommentiert stehen zu lassen, reicht auch schon
    Da schreibt angeblich ein Heilpraktiker: “Z.B. wird immer wieder darauf bestanden, es gäbe keine wissenschaftlichen Studien zur Homöopathie, was nicht stimmt”,
    eine andere beharrt auf „Die Universität Mainz bietet seit 1477 ein fundiertes Studium der Humanmedizin an…” (das coolste Autoritätsargument ever. Da meine Universität, an der ich studiert habe, nur knapp 300 Jahre alt ist, heißt das jetzt was genau?),
    Ärztlicherseits (wo hat Blödibecker nur die vielen Briefe her?) wird sich jetzt mal ordentlich Luft gemacht:
    “… insofern pure Behauptungen darstellen auf emotional fragwürdige Weise ein in der Ärzteschaft und bei viele Patienten anerkanntes Verfahren auf üble Weise zu diskreditieren…”
    “Der letzte Ärztetag hat sich mit seinem Präsidenten Dr. Montgomery FÜR die Homöopathie ausgesprochen – das sollte auch Ihre Universität nicht ignorieren.” Ah ja, ein Standesgremium, welches sich nicht überwinden konnte, eine Empfehlung zur Aufhebung der ZWB Homöopathie in der MWBO abzugeben, definiert mit Mehrheitskonsens den wissenschaftlichen Standard.
    Schöner noch eine Variante des Whatabout, die noch nicht einmal stimmt: “Kein anderes schulmedizinisches Medikament kann auf eine 200 jährige Anwendung zurückblicken.”
    Am schönsten aber der sprichwörtliche Griff in das ungeputzte WC von Villeroy und Boch: “… eine Dame, welche meines Wissens weder Ärztin ist…”

    Beste Abendunterhaltung! Ich mache mir noch ‘ne Tüte Popcorn fertig!

    • #28 Joseph Kuhn
      12. November 2018

      @ borstel:

      Bitte Bezeichnungen wie “Blödibecker” usw. vermeiden. Man sollte sich nicht auf sein Niveau herunterziehen lassen, weil er einen sonst dort mit seiner Erfahrung schlägt, wie es so schön heißt. Taubenschach scheint der neue “Fachbegriff” dafür zu sein 😉

  25. #29 RainerO
    12. November 2018

    @ borstel
    Lachen kann ich über dieses widerliche Subjekt schon lange nicht mehr.
    Ich bewundere die Angepatzten für ihre Gelassenheit, die schon seit einiger Zeit justiziablen Äußerungen einfach zu ignorieren.
    Man kann den Amoklauf dieses …Herrn einfach ignorieren, aber nicht die quasi Duldung, oder sogar Befürwortung durch maßgebliche Teile der Homöopathie-Lobby.

  26. #30 Joseph Kuhn
    12. November 2018

    Update:

    Gerade hatte ich noch den Brief von Frau Etter Kalberer kommentiert, jetzt hat ihn der GPRGAZ (der, dessen Namen keiner kennen muss) doch glatt aus dem Netz genommen. Womöglich wegen einer Nachfrage: https://twitter.com/saschwar2/status/1062018742975164418

    Haben die Schweizer den Brief potenziert oder hatte ihn der GPRGAZ (der, dessen Namen keiner kennen muss) wirklich erfunden? Ich würde ihm ja inzwischen alles zutrauen. Aber die Frau Etter gibt es, den Verband auch, würde er sich das wirklich trauen?

  27. #31 borstel
    12. November 2018

    Da ich gerne auf womöglich rhetorisch gemeinte Fragen antworte: Keine Ahnung, aber das schlimme ist ja, daß ich es ihm zutraue.

  28. #32 Diaphanoskopie
    12. November 2018

    Den Brief der Hahnemanngessellschaft ist doch ein historisch sehr akurates reinactment der hahnemannschen Raubeinigkeit, wenn es um seine Kritiker ging. Da bleibt man seinen Vorbildern treu: “Macht’s nach aber macht’s genau nach!”

    Eine Bitte am Rande: Es täte der Diskussion gut, wenn Anlehnungen an psychische Erkrankungen vermieden werden. Man kann sich im Rahmen des “normalen” psychischen Erlebens ausreichend disqualifizieren.

  29. #33 maike
    13. November 2018

    Blogs, wie dieser, welche sich der Wissenschaftlichkeit verschrieben haben und über esoteriosche Konstrukte wie Homöopathie aufklären sind meiner Meinung sehr wichtig und leider auch nötig. Wenn ich in einem solchen Blog dann allerdings eine Verwendung von Begriffen, wie in diesem Fall ADHS lese, als Beleidigung lese, dann erschreckt mich das schon sehr. Als ich die Überschrift gelesen habe, habe ich mich gefragt, was die Homöoptahen denn jetzt mit ADHS haben. Beim lesen stellt sich heraus, dass es in keiner Weise um AHDS oder psychische Störungen im allgemeinen geht, sondern dass diese ausschließlich als Beleidigung verwendet werden. Die Verwendung ADHS und hyperaktiv in diesem Zusammenhang ist vor allem stigmatisierend für Menschen, die darunter leiden. Ein Mensch verbreitet mit hoher Geschwindigkeit homöopathischen Unsinn, also muss er ADHS haben, denn wenn man ADHS hat, macht man solchen Unsinn. Vielleicht sollte man einfach ein wenig Ritalin schlucken, dann verzapft man unter Umständen weniger Scheiß. Das ist die Nachricht, die bis zu einem gewissen Grad darin steckt. Ich denke nicht, dass das die Nachricht ist, die vermittelt werden soll. ADHS ist eine reale Störung, unter der Menschen leiden. Hyperaktivität kann ein Symptom davon sein und Ritalin ist eine mögliche Therapie. In diesem Artikel werden eindeutig Dinge verurteilt, die in homöopathischen Kreisen passieren (zurecht meiner Meinung nach), Teil dieser Verurteilung ist die Zuschreibung von ADHS, denn welcher “normale” Mensch würder sowas denn sonst schon machen. ADHS ist aber in keinster Weise ein hinreichender oder überhaupt ein eindeutiger Grund für ein solches Verhalten. Menschen mit ADHS und psychischen Störungen im allgemienen, sehen sich leider noch immer einer starken Diskriminierung ausgesetzt. Dieses Bild wird auch von der öffentlichen Verwendung von entsprechenden Begriffen geprägt. Gerade in einem wissenschaftlichen Umfeld ist es denke ich umso wichtiger, auf eine konkrete Wortwahl zu achten und Menschen mit psychischen Störungen oder auch anderen Erkrankungen, Behinderungen etc. nicht mehr zu stigmatisieren. So werden Vorurteile gefördert und Menschen ausgeschlossen.

    Meiner Meinung nach sollten solche Artikel ohne Stigmatisierung und die Förderung von Vorurteilen auskommen.
    Für eine kurze Einführung, was ADHS eigentlich ist, wie es sich auswirkt und woher es kommt, reicht schon der mit vielen Quellen versehene Wikipediartikel aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivit%C3%A4tsst%C3%B6rung

  30. #34 rolak
    13. November 2018

    Das ist die Nachricht, die bis zu einem gewissen Grad darin steckt.

    Nein, maike, das ist die Nachricht, die Du darin siehst – und das muß keineswegs daran liegen, daß etwas davon darin steckt.

    Die Verwendung ADHS und hyperaktiv in diesem Zusammenhang ist vor allem stigmatisierend für Menschen, die darunter leiden.

    Nö, ich fühle mich überhaupt nicht stigmatisiert.

    Für eine kurze Einführung…

    Willst Du damit alle hier Schreibenden als unwissend stigmatisieren?

  31. #35 Joseph Kuhn
    13. November 2018

    @ maike:

    “Meiner Meinung nach sollten solche Artikel ohne Stigmatisierung und die Förderung von Vorurteilen auskommen.”

    Das ist völlig richtig. Menschen mit psychischen Störungen werden häufig noch immer stigmatisiert und natürlich will ich niemanden mit ADHS stigmatisieren oder auf Kosten von Betroffenen billige Witze machen. Ich hoffe, das nehmen Sie mir ab.

    Inwieweit man den Lesern die Fähigkeit zutrauen sollte, eine offenkundig nicht stigmatisierend gemeinte, metaphorische Formulierung zu verstehen, oder ob damit doch immer eine Stigmatisierung einhergeht, könnte man einmal gesondert diskutieren.

    Einen früheren Beitrag speziell zu ADHS habe ich mit Blick auf die Medien z.B. mit “Hyperaktive Berichterstattung mit Aufmerksamkeitsstörungen” betitelt. Wäre das aus Ihrer Sicht dann auch stigmatisierend? Und sollte man auch Formulierungen vermeiden wie “das deprimiert mich”, oder “das ist schizophren”?

    Es wird dazu sicher unterschiedliche Meinungen geben, vielleicht muss ich meine auch ändern. Aber bisher vertraue ich in die Fähigkeit der Leser/innen, eine metaphorische von einer stigmatisierernden Formulierung unterscheiden zu können. Mir ist auch gar nicht klar, ob die eingeforderte “medical correctness” hier am Ende nicht selbst stigmatisierend ist, indem sie psychische Störungen als etwas ganz Besonderes behandelt, über das man eigentlich nicht wie über andere Beschwerden sprechen darf. Jemandem “Hals- und Beinbruch” zu wünschen, sieht man ja auch nicht als stigmatisierend, oder, was mancher bei diesem Beispiel vielleicht denkt, einen “hinkenden Vergleich” als behindertenfeindlich.

    Wie gesagt, das könnte man einmal diskutieren. Empirisch ist das Phänomen der Stigmatisierung psychischer Störungen übrigens sehr differenziert zu betrachten, abhängig von kausalen Zuschreibungen, Gewaltassoziationen und anderem, dazu gibt es inzwischen einiges an empirischer Forschung.

    Herr Becker: Nehmen Sie Ihre Chance wahr. Das Thema sollten Sie mit dem Gefühl für paradoxen Humor in Ihrem Prangerblog vermarkten: “Homöopathiekritiker beleidigt in menschenverachtender Weise psychisch Kranke”. Sie sollten aber nicht schreiben “beleidigt Verrückte”, das wäre nämlich wirklich diskriminierend.

  32. #36 noch'n Flo
    Schoggiland
    13. November 2018

    @ maike:

    Was ein Sinnbild ist, weisst Du aber schon?

    Nebenbei: weder meine Frau, noch mein Jüngster fühlen sich durch den Artikel stigmatisiert.

  33. #37 Diaphanoskopie
    13. November 2018

    Der Unterschied zu “Hals und Beinbruch” ist unter anderem, dass Menschen mit Frakturen in unserer Gesellschaft nicht Stigmatisiert sind, sondern mit Empathie rechnen können. Jemandem “Hals und Beinbruch” zu wünschen in eine Form, jemandem viel “Glück” zu wünschen und damit positiv konnotiert. Ob das auch so ist, wenn man jemandem “Manie und Psychose” wünscht, wäre einen Versuch werde. Psychische Erkrankungen werden häufig abwertend benutzt und auch im Titel wird ADHS nicht wertschätzend gemeint (zumindest verstehe ich das nicht so). Wenn der Titel nicht zu Stigmatisierung beiträgt, nutzt er Vorurteile, die bei vielen Menschen zu dem Thema bestehen. Das kann man machen, die frage ist, ob es nicht bessere Alternativen gibt. “Hyperaktive Berichterstattung mit Aufmerksamkeitsstörungen” finde in deutlich passender, weil “Hyperaktiv” ein Verhaltensbeschreibung ist und in dem Fall etwas mit dem Thema zu tun hat. ADHS hat aber nichts mit den aktuellen Aktivitäten der Homöopathielobby zu tun.

    “Das deprimiert mich” ist zum einen eine Selbstoffenbarung und eine Beschreibung des eigenen Emotionalen Zustandes, das passt meiner Ansicht nicht als Begründung.
    “Das ist Schizophren” ist etwas anderes. Meist möchte man damit ja ausdrücken, dass etwas widersprüchlich ist (warum kann man das nicht einfach so schreiben). Im psychiatrischen Sinne meint man eigentlich eine Dissoziation, somit ist es auch noch falsch benutzt. Man möchte natürlich nicht nur ausdrücken, dass etwas “schizophrenes” Widersprüchlich ist, sondern auch, dass es unverständlich ist, somit wird auch hier ein Begriff benutzt um etwas abwertend zu beschreiben. Das unterstützt Stigmatisierung.

    Mir geht es nicht darum die Nutzung von Worten zu verbieten, sondern darum, achtsamer mit Sprache umzugehen und sich zu fragen, ob man etwas anders ausdrücken kann, wenn einem ein ableistischer Begriff in den Sinn kommt und der gerade gut zum emotionalen Zustand passt (ich bin zumindest mit Emotionsregulation beschäftigt, wenn ich lese, was “GPRGAZ (der, dessen Namen keiner kennen muss)” o verzapft). Der Vorteil ist, dass man auch andere Worte mal wieder nutzt 🙂

    Warum mache ich hier so ein Fass auf? Aufgrund eigener Erfahrung: In meiner Arbeit mit Jugendlichen in einer psychiatrischen Tagesklinik (na, was kommen da für Assoziationen?) haben wir die letzten Therapiestunden oft damit verbracht, wie man sich verhalten kann, wenn man wieder in die Schule geht. Sagt man, dass man in der “Klappse” war? Wie reagiert man, wenn man aus dem Grund massiv abgewertet wird? Auf der Akutstation waren Jugendliche, die einen Suizidversuch überlebt haben, schnell damit beschäftigt, sich um die Reaktion ihrer MitschülerInnen zu sorgen, anstatt sich mit den Gründen für die eigene Verzweiflung auseinanderzusetzen.

    Danke an Joseph Kuhn für seinen offenen Umgang mit der kritischen Rückmeldung von @maike (und dafür, diese Flut an SocialMediaTerror gesammelt und geordnet darzustellen. Das ist gut für meine Emotionsregulation)

  34. #38 roel
    13. November 2018

    @maike Ich verstehe, was du meinst und hatte beim Lesen ähnliche Gedanken. Aber, ich kenne die Zusammenhänge und verstehe die Bezüge im Text. Das kann man nicht von jedem erwarten. Ich gehe nicht davon aus, dass Joseph Kuhn beleidigen wollte. Aber ich denke, deine Kritik ist durchaus verständlich. Zwischenzeitlich hat Joseph Kuhn auch geantwortet und hoffentlich Missverständnisse beiseite geräumt.

    @Joseph Kuhn Ich würde mich über eine Diskussion über Stigmatisierung und vielleicht auch Ableismus und Disableismus freuen.

    @rolak “und das muß keineswegs daran liegen, daß etwas davon darin steckt.”

    Nein, das muss es nicht, kann es aber.

    “Nö, ich fühle mich überhaupt nicht stigmatisiert.”

    Das ist doch gut. Aber, was sagt das jetzt genau aus?

    “Willst Du damit alle hier Schreibenden als unwissend stigmatisieren?”

    Ich denke, das war nicht maikes Absicht.

    @noch’n Flo

    “Nebenbei: weder meine Frau, noch mein Jüngster fühlen sich durch den Artikel stigmatisiert.”

    Dann geht es ihnen wie rolakund wir haben jetzt 3 Anekdoten. Vielleicht melden sich ja noch weitere zu Wort.

    Ich denke rolak und du seit schon ziemlich abgehärtet gegenüber Beleidigungen, Stigmatisierungen, Ableismus, alleine schon durch die Diskussionen bei Meister Proper, aber man kann nicht davon ausgehen, das jeder so ist.

  35. #39 schlappohr
    13. November 2018

    Der Psiram-Eintrag von CJB ist wirklich aufschlussreich. Ein Werbefachmann ohne den Hauch einer medizinschen Vorbildung fängt am 11. August plötzlich an, aus allen Rohren auf die Gegner einer nachwieslich nutzlosen Behandlungsmethode zu schießen. Dazu ist er sich auch nicht zu schade, seine (eigentlich lobenswerte) Einstellung gegen den Rechtsextremismus zu instrumentalisieren.
    Wer mag da der Auftraggeber sein? Welche Gelder mögen da geflossen sein? Welche Dinge dürfen da keinesfalls ans Tageslicht kommen, dass man sogar eine Prangerseite einrichtet, und in guter alter Hexenjagdmanier jedem, der den Hauch einer Kritik erkennen lässt, mit dem juristischen Scheiterhaufen droht?
    Wir sollten alle versuchen, auf diese Prangerseite zu gelangen, ebenso wie auf der AfD-Seite. Ein besseres Statement gegen die Geistesfinsternis gibt es nicht, und es wäre interessant, die Reaktion der Veranstalter zu beobachten, wenn plötzlich die Hälfte Deutschlands freiwillig am Pranger steht. Aber ich vermute, die passen schon auf, dass nicht jeder Hanswurst wie ich da mitmachen kann, sondern nur die wirklich Werbewirksamen.

  36. #40 roel
    13. November 2018

    @ Diaphanoskopie

    “Mir geht es nicht darum die Nutzung von Worten zu verbieten, sondern darum, achtsamer mit Sprache umzugehen und sich zu fragen, ob man etwas anders ausdrücken kann, wenn einem ein ableistischer Begriff in den Sinn kommt und der gerade gut zum emotionalen Zustand passt”

    Ich denke, das ist ein sehr guter Ansatz. Viele reagieren vielleicht etwas zu schnell oder denken sich bei der Wortwahl nicht sehr viel, oder wollen absichtlich beleidigen. Bei Joseph Kuhn habe ich diesen Eindruck nicht. Es sollte möglichst vermieden werden genauso wie GPRGAZ mit Beleidigungen, Mordabsichtunterstellungen, Denunzierungen usw. zu argumentieren. Und ich denke, vieles was jetzt als rege Akivitäten der Homöopathielobby auffällt, kommt genau aus 2 Quellen. Die eine (GPRGAZ) eckt überall an und verhält sich zumindest irgendwie gestört, so dass ich den Titel des Beitrags und die Verweise durchaus verstehen kann.

  37. #41 roel
    13. November 2018

    @schlappohr “Dazu ist er sich auch nicht zu schade, seine (eigentlich lobenswerte) Einstellung gegen den Rechtsextremismus zu instrumentalisieren.”

    Es ist wirklich erstaunlich. Da kommt jemanden nach jahrelanger Mitgliedschaft in einer Burschenschaft, plötzlich die Erkenntnis, dass diese rechtsextrem ist. Und dann klagt er gegen genau diese Burschenschaft. Dreht sich also um 180 Grad.

    Anderen, die eine solche Kehrtwende vollzogen haben, wirft er unlautere Motive vor. Das ist schon seltsam.

    Was auch befremdlich anmutet, ist sein permanenter Vergleich der Skeptiker mit Nazis.

    Die Homöopathie scheint ihm im wörtlichen Sinne heilig zu sein, so dass er nicht einmal auf Angriffe gegen die Führungsriege des DZVhÄ verzichtet und denen mit Klage droht.

    Ich denke kein Vergleich ist ihm zu dreckig, keine Unterstellung zu schade, um seine gefühlten Gegner anzugreifen. Vor Gericht würde er immer scheitern. Schauen wir mal, was passiert.

  38. #42 noch'n Flo
    Schoggiland
    13. November 2018

    @ roel:

    man kann nicht davon ausgehen, das jeder so ist

    Tue ich auch gar nicht, mich störte lediglich, dass maike für sich in Anspruch nahm, für alle ADHSler zu sprechen.

  39. #43 maike
    13. November 2018

    @ Joseph Kuhn Danke für die ausführliche Antwort. Ich nehme Ihnen sofort ab, dass es nicht die Absicht war, zu stigmatiseren oder Vorurteile zu fördern. Das habe ich auch damit “Ich denke nicht, dass das die Nachricht ist, die vermittelt werden soll.” versucht zu sagen, beim Lesen ist mir dann aufgefallen, dass das nicht so deutlich war, wie ich beim Schreiben dachte. Ich schließe mich der sehr differenzierten Antwort von Diaphanoskopie an und würde gerne noch einmal den Punkt unterstützen, dass es meiner Meinung nach einen Unterschied macht, ob die genutze Metapher positiv konnotiert ist oder eher negativ (z.B. abwertend).

    Ich stimme zu, dass das Phänomen der Stigmatisierung sehr differenziert betrachtet werden muss. Hier geht es allerdings auch darum, inwiefern Sprache das Denken beeinflusst und so Vorurteile fördern/verstärken/den Abbau dieser verhindern kann. Es gibt linguistische Studien, die zeigen, dass Sprache in der Regel sowohl beim Sender als auch beim Empfänger Auswirkungen auf das Denken hat (Quellen kann bei Bedarf nachreichen, habe sie gerade nicht zur Hand).

    Ich schließe mich roel an, dass ich mich über eine “Diskussion über Stigmatisierung und vielleicht auch Ableismus und Disableismus freuen” würde.

    @noch’n Flo Es tut mir Leid, falls ich den Anschein erweckt habe, für alle ADHSler zu sprechen. Das war nicht meine Absicht und ich werde in Zukunft versuchen, das vorsichtiger zu formulieren. Wenn ich sage “Menschen mit ADHS”, dann meine ich nicht alle Menschen mit ADHS und werde versuchen, das zukünftig deutlich zu machen.

  40. #44 roel
    13. November 2018

    @maike

    “Es tut mir Leid, falls ich den Anschein erweckt habe, für alle ADHSler zu sprechen.”

    Das ist mir so nicht aufgefallen. Aber Texte können verschieden aufgefasst werden, sieht man an deinem Eingangskommentar. Bis dahin, hatte keiner Stigmatisiertung (oder ich meine vielleicht eher Ableismus ) angesprochen.

  41. #45 ChemDoc
    13. November 2018

    Die Krankheit, unter der die Verdünnungsschüttler leiden, ist eine Angststörung, die man “Peniaphobie” nennt – die Angst vor Armut.
    Ein Trost: unter Chrematophobie, der Angst vor Geld, leiden sie nicht!

  42. #46 borstel
    13. November 2018

    Nebenbei, ist das Mietmaul aus der Herbertstraße (oder wo er sonst wohnen mag) vielleicht ein Reptiloid?

  43. #47 RPGNo1
    13. November 2018

    https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/panorama/grams-vortrag-hahnemann-gesellschaft-macht-mobil/

    Dr. Ulrike Fröhlich: “Ich habe an der Uni Mainz studiert, wir haben eine super fachliche Ausbildung mit Naturwissenschaften und wissenschaftlichem Denken genossen, wir sind offen für Forschung und wissenschaftlichen Diskurs, aber das können wir nicht durchgehen lassen.“

    Bruahahahahahaha! 😀

  44. #48 tomtoo
    13. November 2018

    “..wir sind offen für Forschungi..,aber…”

    Muhahaha^2

  45. #49 borstel
    13. November 2018

    Und einen Formfehler hat es auch: Ohne jetzt weiter drauf rumreiten zu wollen, aber die Dame ist nicht promoviert (hätte der Redaktion mal auch auffallen können).

  46. #50 rolak
    13. November 2018

    Ich denke, das war nicht maikes Absicht.

    Hat auch keiner behauptet, roel, es sollte maike nur vor Augen führen, daß sie genau dieselben respektive analoge Schemata in der Kommunikation nutzt, die sie am Text oben bemäkelt.

    was sagt das jetzt genau aus?

    Daß maikes generelle Aussage schon bei mir zerbröselt.

  47. #51 RainerO
    13. November 2018

    Mir scheint, Frau Fröhlich hat nur in der fünften Jahreszeit in Mainz studiert. Oder sollte diese Aussage gar kein Witz gewesen sein?

  48. […] Meinen Blogbeitrag vorgestern über die aktuelle Konjunktur homöopathischer Lobbyaktivitäten hatte ich mit der Überschrift „ADHS-Epidemie bei der Homöopathielobby?“ betitelt. Einige Leser/innen sahen darin einen stigmatisierenden Umgang mit dem Thema, da der Titel eindeutig mit einer Diagnose – ADHS – gegen die Homöopathielobby polemisiert. Ich persönlich sehe das zwar als metaphorischen Sprachgebrauch, nicht ganz medical correct, doch ohne stigmatisierenden Unterton, aber natürlich kann man das auch anders wahrnehmen. Daher will ich das Thema des sensiblen Sprechens über psychische Störungen bzw. die Verwendung von Begriffen aus diesem Diagnosespektrum im Alltagsleben einmal zur Diskussion stellen. Trägt jede solche Begriffsverwendung eine stigmatisierende Last? Oder kann umgekehrt gerade auch eine übersensible Rücksichtnahme ein Stigma transportieren, weil man psychische Störungen damit doch wieder zu einem ganz besonderen Thema macht? Wie kontextabhängig ist ein stigmatisierender Sprachgebrauch und wie viel Stigma setzt sich eventuell kontextunabhängig durch? Wie sehen Sie beispielsweise Formulierungen wie „das ist doch paranoid“ oder „das ist doch schizophren“? Wie gehen Sie mit Betroffenen in Ihrem Bekannten- oder Familienkreis um? Wie soll man in Blogs mit Kommentatoren umgehen, die erkennbar unter einer psychischen Störung leiden, diese vielleicht sogar explizit ansprechen, und mit ihren Anliegen die Diskussion „stören“? Darf man sie moderieren oder trägt man damit zu ihrer Stigmatisierung bei? Ein Problem, das auch viele von Tagungen zu diesem Thema kennen, wenn sich Betroffene auf unkonventionelle Art und Weise einbringen. Nachdenkliche – und sensible – Kommentare sind gefragt! […]

  49. #53 Joseph Kuhn
    13. November 2018

    Update:

    Frau Fröhlich zelebriert in ihrem Interview in Apotheke adhoc genau das Wissenschaftsverständnis, dass die Homöopathen schon bei der Ringvorlesung an der LMU München an den Tag gelegt haben: “Ich gehe zu dem Vortrag und habe rund 35 Ärzte im Umkreis Mainz, Wiesbaden und Frankfurt informiert. Ich habe sie gebeten, dazuzukommen”. Sie machen eine Empörungsarena daraus. Da kann man Frau Grams nur gute Nerven wünschen.

    Frau Fröhlich weiter: “Das Niveau der Veranstaltung stört mich. Es hat keine wissenschaftliche Grundlage”. Da muss ich sagen, wenn dem so wäre, wäre die Augenhöhe mit der Homöopathie doch gegeben. Die hat schließlich wirklich keine wissenschaftliche Grundlage. Dieses Niveau kann Frau Grams gar nicht unterlaufen, oder unterfallen.

  50. #54 tomtoo
    14. November 2018

    Sehr heftig mit welcher Aggression hier Wissenschaft untergraben werden soll, und Zucker-Voodoo an nicht informierte zu Geld gemacht werden soll.

    *Gänsehaut*

  51. #55 Trottelreiner
    14. November 2018

    @roel:

    Dann geht es ihnen wie rolakund wir haben jetzt 3 Anekdoten. Vielleicht melden sich ja noch weitere zu Wort.

    Um da jetzt mal der Anekdoten 4 zu machen, ich fand den Vergleich etwas, ähm, unpassend, vor allem weil bezüglich des Themas schon genug falsche Vorstellungen unterwegs sind, weswegen ich dann ja halb scherzhaft die Differentialdiagnosen vorgeschlagen habe, das ich damit andere psychiatrische und neurologische Syndrome stigmatisiere ist mir klar, aber

    a) können wir uns wohl darauf einigen daß eine Diagnose mit einer narzisstischen PS bei den Herren Homöopathen durchaus naheliegt

    und

    b) bedeutet leicht selbst gekränkt sein nicht daß man selbst nicht schnell kränkend wird, aber das passt ja gerade zu meinem etwas merkwürdigen familiären Durchsetzungstraining…

    Erinnert mich bitte daran daß eine z.T. genetisch determinierte Normvarianten zu haben eigentlich nicht bedeutet daß die eigenen Eltern nicht doch spinnen….

    Wobei da eventuell noch hineinspielt das ich gerade meine Winterdepression genieße[1] und ansonsten meine, ähm, crusty-Phase[2] reaktiviere…

    [1] Wirklich. Dank Tageslichtlampe hält sich die Symptomatik bis jetzt in Grenzen, “Devil’s Creek” und “Lotus Gait” von Propagandhi rufen gewisse eigene Erfahrungen in den guten schlechten alten Tagen wach, falls ich “The Cure” und “Deine Lakaien” heraushole werde ich aber über ein Antidepressivum nachdenken…
    [2] “Du sprichst so schnell, und trotzdem ist dann alles überkorrekt…” Naja, passt ja irgendwie. Wenn ich wieder ökologisch Bewegte mit der Sauerstoffkatastrophe konfrontiere übertreibe ich es aber wohl…

  52. #56 rolak
    14. November 2018

    abgehärtet gegenüber Beleidigungen, Stigmatisierungen, Ableismus

    Sorry fürs Antwortsplitting, roel, das hatte ich gestern abend übersehen; evtl weil es nicht mehr im an mich Adressierten stand, hauptsächlich allerdings wegen mal wieder aufgetretener Übermüdung. Keine Ahnung, was genau Du damit sagen wolltest, doch ‘abgehärtet sein gegen X’ und ‘X nicht mehr wahrnehmen können’ haben völlig verschiedene Bedeutungen. ‘Abgehärtet sein’ heißt nur ‘wahrnehmen, sich aber nicht mehr so stark daran stören wie noch ehedem’. Dh wenn ich wie oben schreibe “ich fühle mich überhaupt nicht stigmatisiert” nehme ich keine allgemeine oder direkt an mich gerichtete Stigmatisierung wahr – was bei Josephs überspitzter Formulierung selbstverständlich auch generell unmöglich ist, da AD(H)S nicht epidemisch auftreten kann (naja, zumindest keine Möglichkeit der Übertragung entdeckt wird).

    Um es mal zu verdeutlichen: Mit ausreichend Eifer kann alleine aus diesem Kommentärchen eine Diskriminierung entnommen werden gegenüber Menschen mit Leseschwäche, Narkolepsie, soziopathischen Zügen und evtl sogar noch mehr.

    Und weiter in der Verdeutlichung: Stigmatisierung bezeichnet eine Diskriminierung Betroffener durch direktes Adressieren, es ist also an einem einzigen Haar herbeigezogen, durch Josephs Titelung andere als potentiell vorhandene AD(H)Sler in der Homöopathie-Lobby stigmatisiert zu wähnen – was maike in ihrem zweiten Kommentar ja auch schreibt (Sender/Empfänger). Da scheint es mir wesentlich naheliegender, aus der Liste der (möglichen) Fehlinterpretationen von maikes erstem Kommentar ‘derailing als Lobbyarbeit’ zu wählen.

  53. #57 rolak
    14. November 2018

    Hachjeh, zwei Schluck Kaffee reichen heute wohl nicht – ‘zumindest keine Möglichkeit’ bitte ersetzen durch ‘zumindest solange keine Möglichkeit’. *grummel*

  54. #58 roel
    14. November 2018

    @rolak

    Ich denke bei diesem Thema ist es ähnlich wie bei Mobbing, Diskriminierung, Sexuelle Belästigung, bei denen auch die Sensibilisierung bei vielen zunimmt. Was früher als Witz abgetan wurde, wird heute z.B. als Mobbing erkannt. Was ehemals als flotter Spruch daher kam, kann heute als sexuelle Belästigung empfunden werden. Ähnlich, meine ich, kann der Vergleich von Verhaltensweisen mit Krankheiten aufgefasst werden.

    Ich erhoffe mir aus der Diskussion ( http://scienceblogs.de/gesundheits-check/2018/11/13/stigma-psychische-stoerung/ ) neue Erkenntnisse.

    “was bei Josephs überspitzter Formulierung selbstverständlich auch generell unmöglich ist, da AD(H)S nicht epidemisch auftreten kann (naja, zumindest keine Möglichkeit der Übertragung entdeckt wird).”

    Die Unmöglichkeiten der Formulierungen sind egal. Ich denke, wenn ich die Schimpfworte aufliste, die in sich unmöglich sind, landet der Kommentar in der Moderation. Aber z.B. mit Pol…schweine, sind Menschen gemeint und das sind unmöglich Schweine. Sie benehmen sich auch nicht so.

    Wenn man sich das Verhalten von GPRGAZ (der, dessen Namen keiner kennen muss) anschaut, sieht man, dass er auf jeden Fall auffallen will und auf jeden Fall Gesprächsthema sein will – egal wie. Das macht er durch Falschbehauptungen, Denunzierungen, Beleidigungen, Nazivergleiche, Unterstellungen, unterstellte Mordabsichten, durch egal was – er erfindet einfach etwas. Vorzugsweise als Tweet oder Blogeintrag und meistens mit Retweets auf seinen (mittlerweile 6?) Twitteraccounts. Und ich denke solch ein Verhalten kann mann tatsächlich als krankhaft bezeichnen.

  55. #59 Dr. Hans-Werner Bertelsen
    14. November 2018

    Warum sollte man einem Kasperl-Theater zuschauen, wenn nebenan der Blockbuster läuft? Aufmerksamkeit ist eine wertvolle Ressource. Diese sollte man sich nicht rauben lassen, sondern sich auf die Aufklärung konzentrieren. Und die Aufklärung läuft doch wunderbar, (besser noch: sie wirkt besser als ein Placebo!) sonst müssten keine Kasper-Puppen aus dem Hut kriechen.

    Bis dato wurden noch immer nicht die ärztlichen Honorare, die im Zusammenhang mit der Zuckerkugel abgerechnet werden, thematisiert.

    Der Umsatz mit der Kugel beträgt 90 Mio / a.

    Der Honorarumsatz dürfte diese Summe um ein Vielfaches überschreiten.

    Keine Ablenkungen mehr.

    Konzentration auf das Wesentliche…

  56. #61 schlappohr
    15. November 2018

    @ Dr. H.W. Bertelsen

    Alles Interpretationssache. Es gibt z.B. einen handfesten Beweis für die Existenz von Ufos: 60% der Amerikaner haben sich in Umfragen für die Existenz von Aliens ausgesprochen. Folglich sind 90Mio Umsatz doch ein eindeutiges Indiz für die Wirksamkeit der Homöocalypse(*). Überhaupt, das dauernde Gerede über Wirksamkeit und Studien nervt allmählich. Homöopathie ist ein Wirtschaftsfaktor, und da gibt es keinen Grund, mit irgendwelchen Fakten herumzuhampeln. Das ist auf die Dauer geschäftsschädigend, genau wie Klagen gegen die Diesel-Malware von VW. Deswegen wurden die in EU auch alle abgewiesen.

    (*) Aus deinem der Twitterlinks aus #60. Gefällt mir so gut, dass ich den Begriff klauen musste.

  57. #62 Pure Love
    15. November 2018

    Ich kann es gar nicht in Worte fassen was grade in meinem Kopf vorgeht, deshalb nur der Link. Es ist unglaublich welche Züge das angenommen hat. 🙁
    https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/panorama/polizeischutz-bei-homoeopathie-vortrag-vortrag-von-natalie-grams/

  58. #63 roel
    15. November 2018

    @Pure Love Apotheke adhoc greift die Wortwahl von GPRGAZ auf. Er hat seinen Tweet allerdings etwas korrigiert.

    Ein Skeptiker hat unglücklicher Weise etwas von die Hahnemannler “so richtig rund zu machen” geschrieben. GPRGAZ und Apotheke adhoc machen daraus “so richtig platt zu machen”.

    Rundmachen bedeute tadeln, naßregeln
    Plattmachen bedeutet u.a. umbringen.

    GPRGAZ hatte den Kommentar wohl falsch im sinne von plattmachen verstanden. Apotheke adhoc hat es dann anscheinend von ihm falsch übernommen.

    Jedenfalls gab es keinen Polizeischutz für Homöopathen. Der war ja auch nicht nötig.

    Allerdings war Polizei vor Ort, anscheinend aufgrund der im Vorfeld von GPRGAZ & friends aufgebauten Drohkulisse.

  59. #64 RPGNo1
    15. November 2018

    GPRGAZ und die Hahnemänner/-frauen ticken jetzt völlig aus, weil sie trotz ihrer niederträchtigen Kampagne gegen Natalie Grams nicht den Erfolg verbuchen können, den sie sich anscheinend erhofft haben.
    https://blog.gwup.net/2018/11/14/drohungen-und-beleidigungen-wenn-homoeopathen-ploetzlich-auf-opfer-machen/#comment-536924316

  60. #66 Hans
    15. November 2018

    Die zunehmende Aggressivität und Faktenverleugnung der Homöopathen haben langsam Ähnlichkeit mit den Zuständen in der Chemtrail-Szene. Das hat vermutlich auch ähnliche Gründe.

  61. #67 Pure Love
    15. November 2018

    Entschuldigung das war ein bisschen wenig Kontext bei meinem Post, das abschicken war sogar eher ungewollt.
    Ich vermute das GPRGAZ jemanden bei Apotheke adhoc gut kennt, es ist ja nicht das erste mal das man ihm dort eine Bühne bietet.
    https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/politik/ex-docmorris-sprecher-kaempft-fuer-homoeopathie-neuer-bachelor-studiengang/
    Hier noch ein Erlebnisbericht von gestern Abend.
    https://twitter.com/krabbencutter/status/1062836992864587776
    In der Hoffnung nicht im Spamfilter zu laden, aber aller guten Dinge sind drei, noch ein Link 😉
    https://twitter.com/teumessos/status/1062604066780598272
    Ich denke man kann deutlich erkennen für wen die Polizei da war.
    Ich finde es sehr erschreckend mit welchen Mitteln mittlerweile die Homöopathie verteidigt wird, allerdings habe ich die leise Hoffnung, dass sich mit diesen Methoden schwerer neue Jünger finden lassen.

  62. #68 Joseph Kuhn
    17. November 2018

    Passend zur Diskussion über medical correctness:

    In der Heute-Show wird das Ähnlichkeitsprinzip der Homöopathie erklärt so erklärt: Doktor bekloppt, Patient bekloppt: https://blog.gwup.net/2018/11/16/video-homoeopathie-in-der-heute-show/

  63. #69 Joseph Kuhn
    17. November 2018

    Und passend zum Titel:

    Die spezielle Form der Hyperaktivität, die im Moment bei den Homöopathen umgeht, scheint wirklich ansteckend zu sein. Jens Behnke, bei der Carstens-Stiftung zuständig für “Forschung und Lehre” (den naheliegenden Billigwortwitz habe ich mir verkniffen), leidet wie der GPRAZ auch unter verschwörungstheoretischer Spekulatitis: https://twitter.com/JensBehnkeDE/status/1063078120683700224

    Die Kundenliste von Ludger Wess berechtigt zwar zur Feststellung, dass er bei bestimmten wissenschaftlichen (und vielleicht auch journalistischen) Publikationen einen Interessenkonflikt offenlegen sollte, aber von seiner Mitgliedschaft bei gwup darauf zu schließen, dass dies auch die Einstellung von Frau Grams zur Homöopathie beeinflusst, folgt vermutlich aus der in der Homöopathie geläufigen Übertragbarkeit von Information durch geistartige Kräfte, oder stellt ein Verschränkungsphänomen nach Walachs verallgemeinerter Quantentheorie dar.

    Ob Herrn Behnke sich mal seine “Kundenliste” angeschaut hat? Wie mag sich wohl die Tatsache, dass er von der Carstens-Stiftung bezahlt wird, auf die Glaubwürdigkeit seiner Aussagen zur Homöopathie auswirken? Für die Antwort muss man keine absonderlichen UmdieEckeWirkungen bemühen.

  64. #70 rolak
    17. November 2018

    Spekulatitis

    Erst ADHS und jetzt auch noch das!!1 Unter dieser speziell gen Jahresende verstärkt auftretenden Sonderform der akuten DiabetesGefahr leiden Milliarden!

    Zum zum Titel: Das Gezwitscher wurde hier bei Erreichen von “Tochtergesellschaft” beidhändig abgewürgt, anders als vorsätzlich irreführend ist eine solche Bezeichnung einer freien Vereinigung ohne eigene Rechtsform oder gar -persönlichkeit nicht zu bezeichnen. Oder alle jemals von mir Bespendeten sind jetzt Tochtergesellschaften und werkeln ausschließlich in meinem Sinne.
    Hätte was ;•) jedoch mit gruseligem Beigeschmack…

    Gegen ‘Übertragbarkeit von Information durch geistartige Kräfte’ im allgemeinen ist ja gar nichts zu sagen, Joseph, ist doch eine korrekte Umschreibung von ‘Gespräch’, wenn über die DenkKrücke ‘Geist’ hinweggesehen werden kann.
    Nur brauchts halt an jedem Ende der Leitung ein -äh- geistbestücktes Wesen, irgendwelche thumben bis nurmehr hypothetischen Winzmoleküle bringens nicht.

  65. #71 RainerO
    17. November 2018

    … aber von seiner Mitgliedschaft bei gwup darauf zu schließen, dass dies auch die Einstellung von Frau Grams zur Homöopathie beeinflusst, …

    Cool, Sippenhaftung! Bin ich als GWUP-Mitglied jetzt auch automatisch Wess-Groupie und teile all seine Ansichten?
    Man muss schon ein außergewöhnlich schlichtes Gemüt haben, um sich so etwas zurechtzuzimmern. Eine andere Interpretation dieses Verhaltens wäre Bösartigkeit. Aber darf ich das Herrn Behnke unterstellen, nur weil er im Chor mit dem GPRAZ singt?

    • #72 Joseph Kuhn
      17. November 2018

      @ RainerO:

      “Bin ich als GWUP-Mitglied jetzt auch automatisch Wess-Groupie und teile all seine Ansichten?”

      Noch schlimmer. Du kommentierst hier und teilst daher auch meine Ansichten. Die sind aber bei manchen Themen (kritische Glyphosatstudien) anders als die von Wess. Du bist also binärmental (um eine neuerliche Diskussion um das Wort “schizophren” zu vermeiden).

      “Aber darf ich das Herrn Behnke unterstellen, nur weil er im Chor mit dem GPRAZ singt?”

      Normalerweise gilt Hanlon’s Law, aber in dem Fall lohnt diese Vorsicht wohl nicht.

  66. #73 RainerO
    17. November 2018

    Also dumm ist der Behnke wohl eher nicht.
    “Binärmental” klingt zwar putzig, gemeint war aber eher “bimental”, oder?*
    Außerdem bin ich “polymental”, da ich auch auf psiram kommentiere und deren Betreiber sind sich bei einigen Themen nicht einmal untereinander einig.

    *Binärmental würde ich persönlich nehmen. “0” oder “1” würde mir ja unterstellen, dass ich zumindest an einer Stelle (hier oder bei der GWUP) ohne Verstand agiere.

  67. #74 RPGNo1
    17. November 2018

    Ich interpretiere die Verbalinjurien und das VT-Geraune von Behnke (und damit im erweiterten Maß auch die der Hahnemänner und -frauen bzw. der gesamten Homöopathiefraktion) als akute Panikreaktion. Denen geht, ganz platt gesagt, der Arsch auf Grundeis. Sie wollen mit allen Mitteln verhindern, dass es in Deutschland die gleichen Entwicklungen wider die Homöopathie geben kann wie in Australien, Russland, England, Spanien, USA ….