Björn Höcke hat gerade viel Medienpräsenz. Zum Wahlkampfauftakt der AfD in Cottbus kam er mit einer neuen Idee, im Grund umwerfend komisch: Er stilisiert die AfD als Nachfolgeorganisation der Bürgerrechtsbewegung in der DDR.

Höcke beim Wahlkampfauftakt der AfD in Cottbus:

“Es fühlt sich schon wieder an wie in der DDR, dafür haben wir nicht die friedliche Revolution gemacht.”

Die, die am liebsten Mauern um Deutschland ziehen würden, als Erben derer, die Mauern überwinden wollten. Das ist eher der Versuch einer feindlichen Übernahme.

Dazu kann man nur sagen: Nein, Bernd, du weisst nicht, wie es sich in der DDR angefühlt hat, du bist in Nordrhein-Westfalen geboren und in Rheinland-Pfalz aufgewachsen, und nein, du hast auch nicht die friedliche Revolution gemacht, damals hattest du noch nicht mal dein Abitur gemacht.

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Edit 14.7.2019: Bernd ist in Rheinland-Pfalz aufgewachsen, das habe ich noch ergänzt. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen.

Kommentare (38)

  1. #1 Markweger
    13. Juli 2019

    XXX

    [Edit: Kommentar gelöscht. Müll bitte woanders entsorgen. JK]

  2. #2 borstel
    13. Juli 2019

    Ach kommen Sie, Herr Kuhn, im tiefsten Inneren war Höcke wahrscheinlich bereits zum Zeitpunkt seiner Geburt ein Kind der “Zone”. Wir haben das halt bloß noch nicht erkannt, so linksliberal-extremistisch, wie wir hier sind.

  3. #3 Alisier
    14. Juli 2019

    Ohne Höcke gäbe es kein Grundgesetz und kein Verfassungsgericht.
    Das musste einfach mal gesagt werden.

  4. #4 rolak
    14. Juli 2019

    Frechheit! Das ist ja alles nur geklaut! Und zwar von da!!!eins11
    ..auch noch kackfrech den AutorenNamen kopiert, nee, wat dreist^^

    Ohne Höcke

    Das ist ja nicht nur Bernd alleine, nein, auch im Plural: Wie viele Hausmenschen hier im Rheinland wären nicht bekanntermaßen insbesondere bei den höheren Zielen ohne die ganzen Höckerchen aufgeschmissen?…

  5. #5 Joseph Kuhn
    14. Juli 2019

    Bernd der Formwandler:

    Das Rätsel erklärt sich, wenn man davon ausgeht, dass die frühere Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld eine Erscheinungsform von Bernd Höcke ist. Lengsfeld sieht bekanntlich in typisch rechtspopulistischer Paranoia überall die DDR 2.0 am Werk. Oder: Höcke hält den Sturz der SED-Diktatur 1989 für ein Werk der DDR-Nazis, die es ja auch reichlich gab.

  6. #6 bote19
    14. Juli 2019

    Der gefühlte DDR Bürger war apolitisch und hat sich mit seiner Lage arrangiert.
    Geliebäugelt hat der DDR Bürger mit dem Westen .
    Selbst in der SED hat man heimlich nach dem Westen geblickt.
    Die Unzufriedenheit im Osten kam erst auf, als die Treuhand auf ihre dilettantische Art die Firmen und damit die Arbeitsplätze in der DDR zerschlagen hat.
    Und sie kam auf, weil “die blühenden Landschaften”, die Helmut Kohl versprochen hat , nicht eintraten.
    Anleihen bei der Bürgerrechtsbewegung zu machen ist richtig, denn die hatten Ideale vor Augen, die unser Kapitalismus platt gemacht hat.
    Erinnert sei mal an Artikel 14, 2 des GG, der am liebsten verschwiegen wird.
    Was jetzt die Machtkämpfe innerhalb der AfD angeht, da sollte man sich von außen nicht einmischen. eine Einmischung verzerrt die realen Machtverhältnisse.

  7. #7 rolak
    14. Juli 2019

    DDR-Nazis

    ..wiedermal typisch, daß Derartiges nicht sofort bei der Vorfilterung ausgemerzt wird: Verleumdung! Weder in der BRD noch in der DDR gab es auch nur den Hauch von einem Nazi, in letzterer darüber hinaus auch keine Drogen jenseits von Asthmatee. Also auch nicht jenen fetten Afghanen Anfang der 80er in Zwickau.

    Vera Lengsfeld

    ts ts ts, was für eine billige Ablenkung, wie offensichtlich^^ ebenso wie ‘Landolf Ladig‘ eindeutig ein Anagramm von ‘Till Ulenspiegel’. Jetzt klärt sich alles auf, ist doch auch das Datum nahe am Aprilscherz…

    Wäre schön, wenn es so einfach wäre, ne?

  8. #8 Frank
    Geburtsort
    14. Juli 2019

    Nach der „Wende“ kamen genug Pfeifen aus dem Westen in die ehemalige DDR. Es werden keine solchen Westimporte mehr gebraucht. Ich hatte damals leider genug Ganoven kennenlernen können!

  9. #9 Thilo
    14. Juli 2019

    Die Texte von Vera Lengsfeld empfehle ich jedem, der noch irgendwelche Illusionen über das Niveau des Philosophiestudiums in der DDR hatte.

  10. #10 RPGNo1
    14. Juli 2019

    Vera Lengsfeld – von der bündnisgrün-liberalen Bürgerrechtlerin zum rechtspopulistischen Aushängeschild. Ein solche Karriere muss man erstmal hinlegen.

    • #11 Joseph Kuhn
      14. Juli 2019

      @ RPGNo1:

      “Ein solche Karriere muss man erstmal hinlegen.”

      Da gibt es noch steilere Karrieren, siehe z.B. Jürgen Elsässer oder Horst Mahler.

  11. #12 Thilo
    14. Juli 2019

    Naja, ganz ursprünglich war sie ja mal in der SED.

  12. #13 fangirl
    14. Juli 2019

    “Es fühlt sich schon wieder an wie in der DDR, dafür haben wir nicht die friedliche Revolution gemacht.”
    …sagt er das als blonde deutsche Frau, die von der Disco nach hause kommt?

  13. #14 Thilo
    14. Juli 2019

    Der Gleiche, der bezweifelt, dass „ein Volk überhaupt in der Lage ist, sich selbst aus dem Sumpf wieder herauszuziehen”: “Es braucht eine starke Persönlichkeit und eine feste Hand an langer Leine, um die zentrifugalen Kräfte zu bändigen und zu einer politischen Stoßkraft zu bündeln.” (Aus seinem Buch zitiert, https://schrottpresse.org/wie-hitler-2 )

  14. #15 RPGNo1
    14. Juli 2019

    @Joseph Kuhn
    Ja, Horst Mahler. Vom Linksterroristen zum Neonazi. Das ist noch ein Stück extremer.
    Elsässer war im KB? Sehr interessant, das wusste ich noch nicht.

    • #16 Joseph Kuhn
      14. Juli 2019

      @ RPGNo1:

      Von der Sorte haben die einige in ihren Reihen. Der unsägliche Wolfgang Gedeon kommt z.B. aus der KPD/ML. Von einem Extrem ins Andere. Die biografische Konstante ist die irregeleitete, menschenverachtende Radikalität.

  15. #17 Markweger
    14. Juli 2019

    Die früheren Kommunisten haben doch Nationalität nie so verleugnet wie es hier bei uns im Westen geschieht.
    In der Hinsicht ist der Unterschied zu einer moderat nationalen Partei wie der AfD nicht so groß.

    Übrigens Merkels Verwandlung von einer SED Prpagandafukltionärin zu einer Pseudokonservativen ist da weit größer.
    Aber Merkel war ohnehin nie etwas anderes als eine skrupellose Opportunistin. So wie sich der Wind halt dreht.

  16. #18 LasurCyan
    14. Juli 2019

    Elsässer war im KB?

    Dessen Weg war ein weites Feld. Hoffendlich hinterlässt er im ‘rechten Lager’ genausoviele Flurschäden^^

  17. #19 LasurCyan
    14. Juli 2019

    Merkels Verwandlung von einer SED Prpagandafukltionärin

    Was auch immer eine ‘Prpagandafukltionärin’ ist, war Merkel in der SED, Markweger?

  18. #20 RPGNo1
    14. Juli 2019

    @LasurCyan
    Markweger ist geistig etwas unbeweglich. Da kann man Wikpedia schonmal falsch zitieren.

    Merkel war weder Mitglied der SED noch einer der Blockparteien. […] Während ihrer Tätigkeit für die Akademie der Wissenschaften engagierte sie sich in ihrer FDJ-Gruppe. Nach eigenen Angaben war Merkel dort als Kulturreferentin tätig. Zeitzeugen, die der Merkel-Biograf Gerd Langguth befragt hat, sprachen davon, sie sei für „Agitation und Propaganda“ zuständig gewesen.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Angela_Merkel#Akademie_der_Wissenschaften_in_Ost-Berlin_(1978%E2%80%931989)

    • #22 Joseph Kuhn
      14. Juli 2019

      @ Moreno:

      Das gibt es bei amazon z.B. auch mit Trump. Intelligenter war aber eine Aktion zu Hitlers “Mein Kampf”, u.a. ebenfalls als Klopapier in Szene gesetzt.

      Der Wendeheld aus Lünen wird jetzt übrigens von den eigenen Leuten aufgefordert, sich bei den nächsten Vorstandswahlen zu bewerben. Die eine Hälfte will ihn wirklich als Parteichef, die andere Hälfte will ihn scheitern sehen. Wie es auch kommt, der Weg zum eigenen Klopapier ist noch weit.

  19. #23 borstel
    14. Juli 2019

    Ja und? Salvini mag ich auch nicht. Außerdem, ist Italien nicht das Land, in dem es auch Weinflaschen mit Mussolinis Konterfei zu kaufen gibt oder gab?

    Aber um etwas konstruktiver zu werden: Wenn Sie, Moreno, Toipapier mit Ihrem Konterfei produzieren sollten, dann werde ich Sie sofort unterstützen und es nicht nur käufich erwerben, sondern es auch genußvoll verwenden!

  20. #24 LasurCyan
    14. Juli 2019

    Nach eigenen Angaben war Merkel dort als Kulturreferentin tätig.

    Kulturreferentin? In der FDJ? Schwer vorstellbar, dass Merkel das behauptet hat. Vermutlich war sie einfach in der WandzeitungsRedaktion.

    Markweger ist geistig etwas unbeweglich.

    Weiss ich nicht genau, RPG#1. Fehlgeleitet ist er aber definitiv. Die Chance auf Verbesserung der Misere geht nur über FaktenKonfrontation. Wenn da überhaupt was zu machen ist..

  21. #26 LasurCyan
    14. Juli 2019

    Eher nicht:

    Verstehe, Joseph. Das ist schon ein starker Marker für RealitätsVerweigerung. Aber ‘Aufgeben’ ist auch keine Option. Naja, Prognosen sind schwierig..

  22. #27 lueki01
    14. Juli 2019

    Interessierter Laie, mit dem Thema weder verwand noch verschwägert
    ————————————————————————–
    @ Joseph
    http://www.markweger.at, ich habe mir mal angetan ein paar der Beiträge zu lesen.
    1. selbst für mich als absolutem Laien auf diesem Gebiet: Grausam
    2. In den Beiträgen taucht erstaunlich oft der Begriff “einfältig” auf …
    Ein Schelm wer böses dabei denkt ?

    Grüße aus dem schönen Rheinland
    Rolf

  23. #28 Chemiker
    15. Juli 2019

    Herr Kuhn, #25 war unfair. Jetzt leide ich zugleich an Augen­krebs, Gehirn­verkno­tung und Brechreiz.

  24. #29 Chros
    15. Juli 2019

    Bis grade dachte ich der Bernd hätte das beste Dope.
    Dann war ich auf dem Robert seiner toller Website.
    Wie…schlecht…

  25. #30 Markweger
    15. Juli 2019

    Also wer die Dinge nicht versteht sollte sie halt einfach nicht lesen.
    Das ist besser so, es bewirkt sonst nur Emotionalität.

  26. #31 Joseph Kuhn
    15. Juli 2019

    Worte des Wendehelds aus Lünen?

    In diesen Zeiten weiß man nicht mehr, wer wer ist und wer was gesagt hat.

    War es Bernd, der 1989 gesagt hat …
    – Mr. Gauland, break down this wall between rightwings and extremists,
    – niemand hat vor, einen antifaschistischen Schutzwall zu bauen,
    – wir werden sie jagen, Merkel, die Flüchtlinge und die Weicheier im AfD-Bundesvorstand, oder
    – der Tag wird kommen, an dem wir Höcke-Kritiker wie Uwe Junge im Namen des Flügels zur Rechenschaft ziehen?

    Oder war es Jan Böhmermann? Man weiß es nicht. Unstrittig ist jedenfalls, dass auch der sächsische AfD-Chef Urban Gefallen an dem Topos gefallen hat, die AfD vollende die friedliche Revolution von 1989.

    Ob dieser Geist von 1989 der AfD Sachsen Forderungen ins “Regierungsprogramm” diktiert hat wie z.B. “die Abiturientenquote senken” oder “Kleingartenwesen und Kleintierzucht erhalten”? Man weiß so vieles nicht.

  27. #32 shader
    15. Juli 2019

    Unglaublich, wie viele DDR 2.0-Metaphern ich im Netz in den letzten Jahren gelesen habe. Natürlich von Leuten, die nie die DDR selbst erlebt haben. So wird auch gerne die Energiewende mit zentraler Planwirtschaft gleichgesetzt. Ich bin dann immer wieder aufs Neue erstaunt.

  28. #33 Wetterwachs
    15. Juli 2019

    Wahlkampfspruch „Vollende die Wende“
    Damit ist wohl gemeint, dass Deutschland erst dann ordentlich gewendet ist, wenn nach Schritt eins, – der Überw(i)endung der DDR, jetzt Schritt zwei angegangen wird – die Wende vom linksgrün versifften durchvolkten Unrechtsstaat BRD zu einem Zustand, der Deutschland wirklich gebührt. Ungefähr so, wie es heute aussehen könnte, wenn das Tausendjährige Reich nicht nach 12 Jahren kaputt gemacht worden wäre.

  29. #34 Wetterwachs
    15. Juli 2019

    noch zu #33:
    dann könnten die Gauland-Nachfahren die Zeit zwischen 1945 bis 1989 und der Machtübernahme als ‘Vogelschiss” in der glorreichen deutschen Geschichte bezeichnen.

  30. #35 LasurCyan
    15. Juli 2019

    Gerade bin ich über einen fast zwei Jahre alten Text gestolpert: ‘Ostdeutsch, maskulin‘ von Peter Richter. Spannende Sicht eines Ostdeutschen von aussen >

    Der Osten hat gezeigt, dass er näher an Polen und Tschechien und Ungarn liegt als an Göttingen oder München; er liegt auch näher an Frankreich und Belgien und Brexit-Britannien und den USA, er ist, wenn man so will, normalisierter als der wie eine Insel der Konsensseligen wirkende Rest des Landes. Es hat schließlich nie jemand behauptet, dass es da, wo die Avantgarde hinreitet, besonders erfreulich ist, geschweige denn gemütlich.

  31. #36 RPGNo1
    20. Juli 2019

    Wie schön ist doch Selbstbetrug.

    AfD-Chef Jörg Meuthen hat den rechtsnationalen “Flügel” seiner Partei zu einer klaren Distanzierung von extremistischen Tendenzen aufgerufen. […] Der “Flügel” sei eine ganz normale Parteiströmung, “dezidiert nationalkonservativ, aber auf dem Boden der Verfassung”.

    https://www.spiegel.de/politik/deutschland/afd-chef-fordert-vom-hoecke-fluegel-abgrenzung-zum-extremismus-a-1278219.html

  32. #37 bote19
    20. Juli 2019

    RPG
    Sogar die Rechtskonsevativen in BW sehen die Tätigkeit von Höcke mit Sorgen und fürchten einen Imageverlust für ihre Partei.
    Meuthen hat auf die Frage, ob er gegen Höcke sei, sinngemäß geantwortet, er ist einer von uns aber er polarisiert.

  33. #38 shader
    22. Juli 2019

    “Meuthen hat auf die Frage, ob er gegen Höcke sei, sinngemäß geantwortet, er ist einer von uns aber er polarisiert.”

    Allein diese Bemerkung hat wohl dazu geführt, dass der Parteivorsitzende Meuthen in seinem Kreis nicht als Mitglied des kommenden Parteitages gewählt wurde. Auch dort gibt es wohl viele Anhänger des Flügels, denen selbst diese moderate Kritik nicht gefällt. Meuthen hat damit kein Stimmrecht bei den Vorstandswahlen.