Vor kurzem hatte ich hier Peter Gøtzsches Buch über Impfungen in einer 7-Zeilen-Rezension vorgestellt. Das Format wird natürlich einer inhaltsreichen Rezension nicht gerecht, dazu wären mindestens acht oder neun Zeilen nötig, aber mit all seinen Verkürzungen scheint es phantasie- und diskussionsanregend zu sein, also für einen Blog vielleicht gar nicht so verkehrt.

Daher gibt es hier einen zweiten Durchlauf: Gerd Glaeskes kleines Potpourri „Auf Kosten der Patienten?“. Gerd Glaeske ist Arzneimittelversorgungsforscher, von 2003 bis 2010 war er Mitglied im Sachverständigenrat im Gesundheitswesen und er schreibt seit vielen Jahren in der Zeitschrift „Dr. med. Mabuse“. Die Zeitschrift ist eines der wenigen populärwissenschaftlichen Foren für Medizinkritik, wenn auch zuweilen mit etwas zu viel Sympathie für die Alternativmedizin, und hat gerade ihre 250. Ausgabe hinter sich gebracht. Das Buch macht kritische Kommentare Glaeskes zur Pharmaindustrie und zum Umgang mit Medikamenten in „Mabuse“ aus den letzten 10 Jahren noch einmal zugänglich.

Die einzelnen Kommentare sind kurz, schnell zu lesen, Schlaglichter. Auch wenn Gerd Glaeske eher zeitlose Beiträge ausgewählt hat, sind manche Bezüge natürlich Geschichte – wer weiß z.B. noch etwas mit dem Namen Rösler anzufangen? Dem Entstehungshintergrund geschuldet ist es keine systematische Abhandlung, sondern so etwas wie ein Lesebuch zum Herumschmökern. Sozusagen Aufwärmlektüre, wenn man noch vor Peter Gøtzsches oder Ben Goldacres dicken Büchern über die Pharmaindustrie zurückschreckt. Auch dieses Buch könnte ich mir gut als alternative Auslage zu bunten Illustrierten für das Wartezimmer in Arztpraxen vorstellen, aber das werden vermutlich nicht alle Ärzt/innen so sehen.

Kommentare (15)

  1. #1 Ludger
    28. April 2021

    Keine Einwände, Euer Ehren.

  2. #2 Alisier
    28. April 2021

    Ich finde den Vorschlag, interessante und informative Bücher in Wartezimmern auszulegen, absolut fahrlässig.
    Wenn die Patienten sich in Coronazeiten festlesen, und dann Raum und Zeit vergessen, steigt das Infektionsrisiko sicher exponentiell. Mindestens! 😉

  3. #4 Alisier
    28. April 2021

    Waaaaaah…..?
    Was für eine fiese Photoshopgemeinheit vom Spiegel. Das sollte Beatrix Adebar nicht so einfach hinnehmen.
    Und diese Komparsen: welches Gruselkabinett bietet denn sowas an?

  4. #5 PDP10
    28. April 2021

    Oder über die Wirtschaftsexperten der Union.

    Tja, der kleine Philipp. Also der Andere. Nicht Rösler. Noch so ein “Hoffnungsträger” …

    Wie sagte der Sträter noch über den?

    “Ich mein, der ist Zwölf! Wieso trägt der den Anzug von Heinz Sielmann?!?”

  5. #6 PDP10
    28. April 2021

    also für einen Blog vielleicht gar nicht so verkehrt.

    Ich wollte schon fragen, ob das jetzt ne Serie wird 🙂

  6. #7 hto
    30. April 2021

    Ist das Vorkommen von Myokardentzündungen durch BioNTech bei Dir schon mal angekommen (israelische Studie).

  7. #8 Alisier
    30. April 2021

    @ hto
    Wenn ich das richtig verstanden habe, wurde der Verdacht ausgeräumt.
    Die Anzahl der Myocardentzündungen liegt wohl nicht über den statistisch zu erwartenden Fällen ohne Impfung.
    Aber vielleicht hat jemand andere Informationen. Ich bin auf jeden Fall froh, den Stoff nächste Woche zu bekommen.

  8. #9 RPGNo1
    30. April 2021

    @hto, Alisier

    Der aktuelle Standpunkt ist, dass es keinen kausalen Zusammenhang zwischen Impfung und Herzmuskelentzündung gibt. Die EMA prüft allerdings trotzdem nach.

    https://www.n-tv.de/panorama/EMA-prueft-Faelle-von-Herzmuskelentzuendung-article22523357.html

    Zwei Faktoren erschweren der Studie zufolge den Nachweis des Auslösers einer Herzmuskelerkrankung: Myokarditis verlaufe oft ohne Komplikationen, entsprechend seien in den zurückliegenden Jahren nur wenige Fälle gemeldet worden; und könne durch eine Vielzahl von Viren verursacht werden – also nicht nur durch das Coronavirus.

    https://www.fr.de/wissen/corona-biontech-nebenwirkungen-impfstoff-herzmuskelentzuendung-studie-nebenwirkung-israel-90476052.html

  9. #10 Hoimrdengr
    1. Mai 2021

    Bellen da nur getroffene Hunde oder sind Glaesekes Ausführungen zur Demenzmedikation eventuell auch etwas einseitig?
    https://www.doccheck.com/de/detail/articles/31539-demenzreport-eine-persoenliche-kritik

  10. #11 Ursula
    27. Juli 2021

    Meine Frage passt hoffentlich themenmäßig so halbwegs hierher.
    Gibt es eine Gegenüberstellung, von starken bis lebensgefährlichen, bzw. sogar tödlichen unerwünschten Impfreaktionen bzgl. der derzeit verimpften Coronaimpfstoffen und anderen üblichen Impfstoffen.
    Ich habe den Eindruck, dass die Impfreaktionen derzeit bei den Coronaimpfstoffen übertrieben in den Vordergrund gerückt werden.
    Würde es bei anderen Impfungen in der Masse verimpft viel anders aussehen?

  11. #12 stone1
    28. Juli 2021

    @Ursula

    Mit den Zahlen aus den beiden Artikeln müsste sich deine Frage, die ich mir auch schon so ähnlich gestellt hab, zumindest grob einschätzend beantworten lassen.
    https://www.cdc.gov/coronavirus/2019-ncov/vaccines/safety/adverse-events.html

    Und Vergleichszahlen, FSME-Impfung:
    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6942698/

    Bin selber zu faul und noch kaffeelos… 😉

  12. #13 Ursula
    28. Juli 2021

    @stone1
    Danke!
    Das könnt was werden, mir geht es eh nur eine grobe Einschätzung. Aber derzeit wird den Menschen z.T. soviel Angst vor den Corona Impfungen gemacht, dass sogar ich mich dem nicht ganz entziehen konnte, bevor ich mich am Sa. das zweite Mal pieksen ließ, und sowas ärgert mich!
    Ich bin seit gestern voll Schwung und Elan wieder seit längerem, guten Kaffee hab ich auch intus.
    Kann so bleiben!

  13. #14 Joseph Kuhn
    28. Juli 2021

    @ Ursula:

    In Bayern läuft eine Studie, die das untersucht: https://www.covako.org/. Man kann noch mitmachen.

  14. #15 Ursula
    28. Juli 2021

    @Joseph
    Sehr interessant!
    Danke!