Die Epidemie hat bekanntlich auch international immer wieder mal Überraschungen zu bieten. Manche asiatischen Länder, wie Vietnam, Thailand, Südkorea oder auch Japan, wurden lange als Vorbilder hochgehalten, weil sie ihre Fallzahlen gut im Griff hatten – oder im Griff zu haben schienen. Dann sind im zweiten Halbjahr 2021 auch dort die Fallzahlen in die Höhe geschossen. Möglicherweise weil die Maßnahmen gegen die Delta-Variante weniger gut wirksam waren, oder warum auch immer.

Schweden, das Traumland aller Querdenker, hatte mehr als ein Jahr lang, bis über den Winter 2020/2021, deutlich mehr Sterbefälle als Deutschland. Dafür bietet es jetzt ein beneidenswertes Bild. Den Querdenkern sei allerdings dazu gesagt, dass das mit der besseren Impfquote in den höheren Altersgruppen zusammenhängen könnte – also einer Perspektive, die viele Querdenker vehement bekämpfen. Bei den Über-60-Jährigen sind in Schweden mehr als 90 % vollständig geimpft. Ob das mit der jenseits des Großraums Stockholm niedrigen Bevölkerungsdichte und einem insgesamt vernünftigen Verhalten der Bevölkerung reicht? Oder ist die aktuelle Situation in Schweden auch wieder nur eine Momentaufnahme? Man wird sehen.

Hier im Blog gab es schon mehrfach den Blick nach Großbritannien, zuletzt Mitte Oktober. Our World in Data macht es einfach. In Großbritannien hatten die Fallzahlen schon im Sommer das Niveau erreicht, das wir jetzt haben:

Die Hospitalisierungen lagen seit diesem Anstieg der Fallzahlen in Großbritannien auch beständig deutlich höher als in Deutschland, aber es schien ein Plateau erreicht mit einem ziemlich parallelen Verlauf hier wie dort:

Bei den Fällen, die auf der Intensivstation behandelt werden, bewegt sich Großbritannien ebenfalls auf einem Plateau, während bei uns gerade die Zahlen steil nach oben gehen. Ob in Großbritannien einfach nicht mehr ICU-Betten für Covid-19-Fälle verfügbar sind, während wir uns erst auf das – in Deutschland viel höhere – Intensivbetten-Maximum zubewegen? Oder werden die Hospitalisierungen doch auch in Großbritannien durch hohe Impfquoten der Älteren, also der Hauptrisikogruppe für schwere Verläufe und Tod, gedeckelt?

Der Trend bei den Sterbefällen könnte für die Impfthese sprechen:

Kommentare (42)

  1. #1 Dieter Kief
    14. November 2021

    https://www.dropbox.com/s/9kwo95r6js5otmh/UK.Weeks.41-45_12Nov2021.pdf?dl=0

    Diese Zahlen legen den Schluss nahe, dass die Impfung in GB nicht wie gewünscht wirkt.

  2. #3 Ludger
    15. November 2021

    @Dieter Kief
    Eigenartige Zitierweise.
    Es gibt eine wöchentliche Übersicht der UK Health Security Agency. Davon hat ein Jose Gefaell oder so ähnlich eine Grafik gemacht und als PDF bei linkedin gepostet. Dieses PDF wird über Dropbox verbreitet.
    Dabei kann man einfach auf die Seite der UK Health Security Agency verlinken: https://assets.publishing.service.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/1032859/Vaccine_surveillance_report_-_week_45.pdf und dort folgendes lesen:

    Interpretation of data
    These data should be considered in the context of the vaccination status of the population groups shown in the rest of this report. In the context of very high vaccine coverage in the population, even with a highly effective vaccine, it is expected that a large proportion of cases, hospitalisations and deaths would occur in vaccinated individuals, simply because a larger proportion of the population are vaccinated than unvaccinated and no vaccine is 100% effective. This is especially true because vaccination has been prioritised in individuals who are more susceptible or more at risk of severe disease. Individuals in risk groups may also be more at risk of hospitalisation or death due to non-COVID-19 causes, and thus may be hospitalised or die with COVID-19 rather than from COVID-19.
    The vaccination status of cases, inpatients and deaths should not be used to assess vaccine effectiveness because of differences in risk, behaviour and testing in the vaccinated and unvaccinated populations. The case rates in the vaccinated and unvaccinated populations are crude rates that do not take into account underlying statistical biases in the data.

    Interpretation der Daten
    Diese Daten sollten im Zusammenhang mit dem Impfstatus der Bevölkerungsgruppen betrachtet werden, die im Rest dieses Berichts dargestellt werden. Im Kontext einer sehr hohen Durchimpfungsrate in der Bevölkerung ist selbst bei einem hochwirksamen Impfstoff zu erwarten, dass ein großer Teil der Fälle, Krankenhausaufenthalte und Todesfälle bei geimpften Personen auftreten würde, einfach weil ein größerer Anteil der Bevölkerung geimpft ist als ungeimpft und kein Impfstoff zu 100 % wirksam ist. Dies gilt insbesondere, weil die Impfung vorrangig bei Personen durchgeführt wird, die anfälliger sind oder ein höheres Risiko für eine schwere Erkrankung haben. Personen in Risikogruppen können auch einem höheren Risiko ausgesetzt sein Krankenhausaufenthalt oder Tod aufgrund von Ursachen, die nicht mit COVID-19 zusammenhängen, und können daher eher mit COVID-19 ins Krankenhaus eingeliefert werden oder daran sterben als an einer mit COVID-19 und nicht an COVID-19.
    Der Impfstatus von Fällen, Patienten und Todesfällen sollte nicht zur Bewertung der Wirksamkeit des Impfstoffs herangezogen werden, da sich die geimpften und ungeimpften Bevölkerungsgruppen in Bezug auf Risiko, Verhalten und Tests unterscheiden. Bei den Fallraten in der geimpften und ungeimpften Bevölkerung handelt es sich um grobe Raten, bei denen die den Daten zugrunde liegenden statistischen Verzerrungen nicht berücksichtigt werden
    Übersetzt mit http://www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

    Durch die Zitierweise über Dropbox sollten wohl solche lästigen Statements aus dem Original unterschlagen werden.

  3. #4 Christian Meesters
    15. November 2021

    @Dieter Kief
    Schnellschüsse wie die verlinkte Graphik und die Suggestivfrage verleiten zu Interpretationen, die vielleicht nicht hinreichend sind.

    Wissenschaft ist immer langsamer als Desinformationskampagnen. Hier eine Zusammenfassung der Zahlen von September in UK. TL;DR: Geimpfte landen sehr viel weniger häufig im Krankenhaus und sterben noch seltener in Relation als die Ungeimpften.

  4. #5 Folke Kelm
    Schweden, in einem der Covid-freien Landkreise
    15. November 2021

    Schweden muss man in der Tradition des Landes verstehen. Die schwedische Bevölkerung ist gerade auf dem Land in sehr hohem Grad durchgeimpft. Bei uns im Kreis liegt die Impfrate bei den über 60 jährigen bei 96% und höher. Das liegt auch daran, dass die Interpretatipn des Wortes “Empfehlung” in Schweden und im Rest von Europa grundsätzlich verschieden ist. Wenn das schwedische Gesundheitministerium eine Empfehlung ausspricht nimmt der normale Schwede das als Imperativ.
    Die geringe Bevölkerungsdichte und die schwedische Gewohnheit ab Herbst sowieso jegliche sozialen Kontakte einzustellen und erst einmal in Winterschlaf zu gehen tun ein übriges.

  5. #6 Triceratops
    15. November 2021

    “Die geringe Bevölkerungsdichte”

    Es hört nicht auf. Es hört einfach nicht auf.

    Ist hier zufällig jemand, der was von Psychologie versteht und erklären kann, warum die Gläubigen derart realitätsresistent sind?

  6. #7 RPGNo1
    15. November 2021

    @Triceratops

    Der Kommentator @Folke Kelm lebt und arbeitet in Schweden. Er wird sicher wissen, wovon er spricht. Was man u.a. daran erkennt, dass er in seinem Kommentar Gebiete mit hoher Bevölkerungsdichte (z.B. Stockholm) ausgenommen hat.

    https://www.businessinsider.de/politik/deutschland/keine-vierte-welle-trotz-aehnlicher-impfquote-warum-es-in-schweden-besser-laeuft-als-in-deutschland-b/

  7. #8 Triceratops
    15. November 2021

    Schweden ist ungefähr genauso urbanisiert wie Deutschland (und die Länder rundrum). Auch auf dem Land leben die Leute nicht mit einem Abstand von 1km zum nächsten Menschen.
    Und der große fast unbesiedelte Teil im Norden, welche Rolle spielt das, ob die Dörfer 10km oder 50km voneinander entfernt sind?

    Faktisch, im Hinblick auf die Übertragungsmöglichkeiten von Krankheitserregern, ist die Bevölkerungsdichte für die meisten Einwohner in Schweden die gleiche wie in Deutschland. Der Artikel des Businessinsiders bestätigt das im Großen und Ganzen (auch wenn der Autor das offenbar selbst nicht bemerkt).

    • #9 Joseph Kuhn
      15. November 2021

      @ Triceratops:

      Sprechen Sie bei der Bevölkerungsdichte Deutschlands von Brandenburg oder von Nordrhein-Westfalen? Und wenn Sie meinen, die Bevölkerungsdichte in Schweden spielt gar keine Rolle, will ich daraus auch kein Konfliktthema machen, das war ja eh nur als zusätzlicher Faktor zur Impfquote angeführt. Sie können gerne bessere Erklärungen beibringen, deswegen diskutieren wir hier ja.

  8. #10 Folke Kelm
    Schweden. In Vorbereitung des Winterschlafes
    15. November 2021

    @Triceratops

    Wie RPG schreibt leb ich hier und kann Dir wirklich sagen, dass Urbanisierungsgrad gar nichts mit der Mentalität der Leute zu tun hat, und die ist wirklich verschieden. Hier hält man den sozialen Abstand, weniger in der Stadt, aber auch dort ist das zu sehen.
    Artikel in Zeitungen nehmen nie Rücksicht auf eben diese Unterschiede, weder deutsche Zeitungen, die diese schwedischen Eigenarten nicht verstehen, noch schwedische, die sich einfach nicht vorstellen können dass es anderswo anders sein könnte.
    Wenn man sich anschaut, wo Anfangs die vielen Opfer herkamen findet man übrigens auch in den schwedischen Verhältnissen der Altenpflege gute Erklärungen.
    Wie gesagt, mittlerweile sind in den Ländlichen Gebieten Schwedens so gut wie alle geimpft, und man sieht Empfehlungen hier als Gesetz und hält sich dran.
    Wenn Du schaust, wo die Leute nicht geimpft sind, kannst Du auch gewisse Gesetzmässigkeiten erkennen. In den Städten gibt es tatsächlich Enklaven mit niedriger Impfquote. Für viele gibt es auch hier Erklärungen mit oft politischem, ethnischem oder religiösem Hintergrund.
    Die Hospitalisierung in unserer Region im Süden ist übrigens, auch wenn wir im Landkreis gerade null Fälle haben, durchaus grösser als Null, aber betrifft so gut wie ausschliesslich Ungeimpfte.

  9. #11 noch'n Flo
    Schoggiland
    15. November 2021

    @ Folke Kelm:

    Ich war im Sommer auf Gotland, dort hatte ich irgendwie den Eindruck, dass die Pandemie an der Insel komplett vorbeigegangen wäre.

    Masken? Wozu denn…
    Abstand? Braucht keiner…

    Und wenn man dann noch von Einheimischen erfährt, dass sie regelmässiges Testen für besser halten als Impfen, kommt man schon ein wenig ins Grübeln.

  10. #12 HerrXYZ
    15. November 2021

    Erste und wichtigste Regel in Diskussionen: realitätsfremd und ideologisch sind immer die anderen. Ich selber bin unideologisch, rein faktenbasiert, deshalb der Hüter der objektiven Realität und somit das Maß aller Dinge. Kann mal ein Psychologe erklären, woher diese Selbstüberschätzung kommt?

  11. #13 Folke Kelm
    Schweden, aber nicht Gotland
    15. November 2021

    @ noch ‘ n Flo
    Gotland? Sommer? Und da bist du nicht bei mir vorbeig’schaut?
    So was aber auch. Aber Gotland im Sommer ist nicht repräsentativ.
    Komplett leeres Rathaus bei uns, weil alle, aber wirklich auch alle im Homeoffice sind eher schon. Wobei, Masken sind generell nicht sehr populär hier.

  12. #14 HD
    16. November 2021

    “Ob in Großbritannien einfach nicht mehr ICU-Betten für Covid-19-Fälle verfügbar sind, während wir uns erst auf das – in Deutschland viel höhere – Intensivbetten-Maximum zubewegen?”
    Diese Theorie wird doch durch die angegebene Graphik des zeitlichen Verlaufs klar widerlegt: Demnach waren Anfang 2021 im Maximum ca. 4000 Intensivbetten mit Covidfällen belegt, also im Verhältnis zur Bevölkerungszahl nur wenig unter dem deutschen Maximum. Außerdem habe ich für das UK z.B. auf der BBC noch nichts von Triagefällen oder völlig überlasteten Intensivstation gelesen, während Bayern schon einzelne Intensivpatienten nach Norditalien ausgeflogen hat. Anscheinend schafft es das UK also 4000 seiner 9000 Intensivbetten für Covidpatienten zu “reservieren”, während bei uns im letzten Winter schon 6000 von 26000 Betten die Grenze waren.

    Auch die (Zweit-)Impfquote der Bevölkerung ist im UK nicht mehr höher als in Deutschland. Es könnte höchstens sein, dass dort die Verteilung der Impfungen auf die Altersgruppen vorteilhafter ist als in Deutschland.

    Letztlich vermute ich, dass sich das “britische Wunder” von einer im Gegensatz zu Kontinentaleuropa stabilen Coronalage trotz Wintereinbruch und praktisch keinen Einschränkungen nur durch eine einsetzende natürliche Herdenimmunität der Ungeimpften 4 Monate nach dem “Freedom day” erklären lässt (und vermutlich das viel schnellere Boostern als bei uns). NL und DK haben vermutlich zu knapp vor dem Winter geöffnet, sodass die “Durchseuchung” noch nicht zum Tragen kommen konnte.

    • #15 Joseph Kuhn
      16. November 2021

      @ HD:

      “Es könnte höchstens sein, dass dort die Verteilung der Impfungen auf die Altersgruppen vorteilhafter ist als in Deutschland.”

      Es könnte nicht sein, es ist so. Steht im Blogbeitrag, mit Link zum Nachsehen.

      “durch eine einsetzende natürliche Herdenimmunität der Ungeimpften”

      So etwas wie eine Herdenimmunität, was immer angesichts des Erkenntnisstands zur erreichbaren Immunität bei SARS-CoV-2 darunter zu verstehen sein mag, wird “doch durch die angegebene Graphik des zeitlichen Verlaufs klar widerlegt” 😉

  13. #16 Beobachter
    16. November 2021

    @ HD, # 14:

    ” … Außerdem habe ich für das UK z.B. auf der BBC noch nichts von Triagefällen oder völlig überlasteten Intensivstation gelesen, … ”

    Wie gesagt: “(Intensiv-) Betten pflegen keine Patienten” – auch nicht in Großbritannien.

    Hier ein Blick dorthin aus “pflegepolitischer” Sicht:

    https://aktuelle-sozialpolitik.de/2021/11/14/leiharbeit-in-der-pflege-auch-in-england/

    “Großbritannien: Der Markt regelt das (nicht). Personalvermittler für Pflegekräfte treiben ihre Preise für den Verleih von Pflegekräften nach oben
    … ”

    Wenn auch dort die Intensivstationen nicht völlig überlastet wären und man nicht händeringend nach qualifizierten Pflegekräften suchen würde, würde es wohl kaum zu solchen Entwicklungen in der Pflege-Leiharbeits-Branche kommen.

    Außerdem wird (in DE) schon im Vorfeld Trage angewandt bzw. selektiert, nämlich schon dann, wenn entschieden wird, welcher Covid 19-Patient im Krankenhaus von der “Normalstation” (Isolierstation) auf die Intensivstation verlegt wird bzw. werden muss/kann (wg. der fehlenden Pflegefachkräfte).
    Und auch dann, wenn entschieden wird, ob derzeit notwendige, dringliche Operationen bei Patienten mit anderen lebensbedrohlichen/schwerwiegenden Erkrankungen (z. B. Krebserkrankungen) durchgeführt oder verschoben werden (müssen).

    Die “Corona-Krise” “boostert” den seit langem bekannten Pflegenotstand und eine profitorientierte, privatisierte Gesundheitswirtschaft.

  14. #17 Dieter Kief
    16. November 2021

    XXX

    [Edit: Kommentar gelöscht. Das ist hier keine Querdenker-Link-Abwurfstelle und ich habe keine Lust, jeder schrägen Querdenkergrafik nachzugehen. Manches davon, z.B. die Studie von Subramanian/Kumar, war zudem erst vor kurzem hier Thema. JK]

  15. #18 Staphylococcus rex
    16. November 2021

    @HD #14, ich habe da gewisse Zweifel an der Behauptung, das britische Gesundheitssystem käme mit Corona gut zurecht:
    https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/129029/Gesundheitssystem-vor-Kollaps-Millionen-Briten-warten-auf-Behandlung

  16. #19 Mutant77
    16. November 2021

    Es ist wirklich erstaulich mit viel Energie versucht wird, genau die eine Sichtweise als bewiesen darzustellen und andere Fakten ignoriert werden.

    Ich möchte aber hier nur die Urbanisierung der Schweden mal darstellen. Entgegen der für diese Diskussion völlig unbrauchbaren Bevölkerungsdichte, ist die schon erwähnte Urbanisierung eher ein Grad dafür, wie eng die Menschen zusammen leben. Und da ist Schweden bei 87%, deutschland sind es nur 77%, sie sit dort also deutlich höher.
    https://de.wikidark.org/wiki/Liste_der_L%C3%A4nder_nach_Urbanisierung

    Was aber die Kurven zeigen ist, dass egal welche Maßnahmen in einem Land getroffen werden, die Kurven sind immer sehr ähnlich. Schlussfolgerungen müssen andere treffen.

    • #20 Joseph Kuhn
      16. November 2021

      “genau die eine Sichtweise”

      Welche noch mal genau?

      “und andere Fakten ignoriert werden”

      Welche noch mal genau?

  17. #21 HerrXYZ
    16. November 2021

    @20 “Was aber die Kurven zeigen ist, dass egal welche Maßnahmen in einem Land getroffen werden, die Kurven sind immer sehr ähnlich.”

    Kommt darauf an, welche Karten man sich anschaut. Diese monokausalen Vergleiche Deutschland gegen Schweden finde ich “etwas” ermüdend.
    In der Großstadt, in der ich lebe, sind die Maßnahmen in den Stadtteilen zwangsläufig identisch. Die Urbanisierung unterscheidet sich zwischen den Stadteilen auch eher marginal. Trotzdem gibt und gab es während der ganzen Pandemie massive Unterschiede in den Inzidenzen zwischen den Stadtteilen (zu manchen Zeiten in etwa: 20 vs 300).
    Woran das liegt, kann ich auch nur mutmaßen. Ich vermute finanzielle Verhältnisse, Beschäftigungverhältnisse (Home-Office möglich?), Mobilität usw. Definitv kann ich aber anhand meiner Stadt sagen, dass es mehr Faktoren als “Maßnahmen” oder “Urbanisierung” gibt. Gibt’s ja auch Untersuchungen zu, solche Fakten werden aber leider oft ignoriert. 😉

  18. #22 Beobachter
    16. November 2021

    zu # 21:

    Ja, “es gibt mehr Faktoren als “Maßnahmen” oder “Urbanisierung”” – und “solche Fakten werden leider (immer noch) oft ignoriert”.

    In einer Großstadt wie z. B. Hamburg gibt es große Unterschiede in den Inzidenzen zwischen den Stadtteilen – zwischen Blankenese und Veddel liegen Welten.
    Dazu:

    https://taz.de/Corona-und-soziale-Ungleichheit/!5771211/

    “Die geteilte Stadt
    Die Pandemie legt soziale Ungleichheiten offen: Arme sind stärker betroffen. Über den Alltag in einem reichen und einem armen Stadtteil in Hamburg.
    … “

  19. #23 Synercon
    16. November 2021

    ich habe da gewisse Zweifel an der Behauptung, das britische Gesundheitssystem käme mit Corona gut zurecht

    Ich habe keine Zweifel. Ich weiß, dass das britische Gesundheitssystem mit Corona, wie mit allen anderen Krankheiten, nicht so richtig zurecht kommt.

    Das britische System ist nicht so gut wie das deutsche, was in unseren MSM über die Jahre immer wieder mal berichtet wurde.

    Zur Illustration ein paar Zahlen in diesem Artikel
    https://www.ottonova.de/pkv-erklaert/wissen/gesundheitssystem-uk

  20. #24 Triceratops
    16. November 2021

    Ich nehm das mal als Einstieg.

    “Und wenn Sie meinen, die Bevölkerungsdichte in Schweden spielt gar keine Rolle …“

    Das sind wir im Bereich Naturwissenschaft und Technik so gewohnt. Das steckt einfach drin.
    Wenn irgendwo irgendwas ist das wir nicht verstehen, da müssen wir das Problem einkreisen. Bis wir den Faden gefunden haben, an dem man ziehen kann.

    Überall. Ich finde richtig gut auf diesem Portal die Artikel zu den (aus unserer Sicht) verschlüsselten Inschriften in Pisa. Hingehen, angucken, Analogien suchen, Hypothese aufstellen und diese diskutieren.

    In Sachen Corona, logo, ist die gleiche Systematik angebracht.
    Wie viele Kranke/Verstorbene gibt es in den anderen Ländern?
    Wie erfassen die die Daten?
    Was ist dort schon immer anders als bei uns?
    Was machen die in Corona-Angelegenheiten anders als wir?
    Vielleicht ergibt sich irgendwas, eine Korrelation.

    Aber ach. Wenn wir die Erhebungen der letzten Monate vor unserem geistigen Auge Revue passieren lassen – es hat noch keiner ein Ende eines Fadens gefunden, an dem man ziehen kann.
    Ob mit oder ohne Maske, ob mit oder ohne Ausgangssperre, ob mit oder ohne Verbot von Massenversammlungen – es haben sich keine Korrelationen finden lassen, die den Namen verdienen und auf deren Basis man was entscheiden könnte.
    Schlimmer, es zeigt sich immer deutlicher, dass selbst das Impfen allenfalls kurzzeitig eine Änderung im Infektionsgeschehen bringt. Bei uns ist 70% der Population „immunisiert“ – der Krankenstand und das Geschnatter ist wie vor einem Jahr mit 0% Immunisierung.
    Mit einem Unterschied: Heute sind die Ungeimpften daran schuld.

    Im Gegensatz zu Söder und Göring-Eckart bin ich in medizinischen Sachen der totale Laie. Trotzdem möchte ich gern in die Runde fragen, hat das wirklich Sinn krampfhaft irgendwelche Korrelation zu postulieren, wo doch jeder weiß, dass die nicht existieren?

    Um auf die Eingangsfrage zurückzukommen … Nein, ich meine nicht, dass die Bevölkerungsdichte keine Rolle spielt. Deshalb habe ich das auch nicht behauptet.

    Kann es sein, dass die Nerven blank liegen?

  21. #25 RPGNo1
    17. November 2021

    Weil Schweden seitens der Coronamaßnahmen-Kritiker immer wieder gerne als DAS leuchtende Vorbild hingestellt wird, an dem wir uns im vergangenen Jahr gefälligst hätten orientieren sollen.

    »Schweden war im ersten Jahr der Pandemie ein Nettoexporteur des Sars-CoV-2-Virus in unsere nordischen Nachbarländer.« Das sagte John Pettersson von der Universität in Uppsala am Dienstag dem schwedischen TV-Sender SVT.
    […]
    »Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Schwedens Eindämmungsstrategie einen Einfluss auf die epidemiologische Situation im Land und in der gesamten nordischen Region hatte«, heißt es in der Studie. Man müsse allerdings berücksichtigen, dass Schweden – wie auch Dänemark – ein Transitland sei.

    https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/coronavirus-wie-schwedens-corona-politik-seine-nachbarlaender-beeinflusste-a-53549d9d-6331-4ec1-b003-2e187fe67b03

  22. #26 noch'n Flo
    Schoggiland
    17. November 2021

    @ RPGNo1:

    Für wen oder was ist denn Schweden ein Transitland?

  23. #27 Falko
    17. November 2021

    Das ist schon ein eigen Ding, dieses Schweden. Ein Troll, ein Dunderklumpen, den man nicht zu fassen kriegt.

    Zuerst gab es ein Schweden, das mit seinem Sonderweg gescheitert ist. Krachend. Wie stolz haben wir uns auf die Schulter geklopft ob unserer weisen Regierung, dank deren kluger Führung wir so gut durch die Pandemie gekommen sind.
    Dann kam dieser (Triggerwaring!) Marcel Barz und hat anhand dieses Schweden aufgezeigt, dass die staatlichen Corona-Interventionen offenbar keinen Einfluss auf die Sterberate haben.
    Und hast Du nicht gesehen, innert weniger Wochen wurde aus dem sonderwegsgescheiterten ein sonderwegfreies Schweden, das nach nochmaliger Inaugenscheinnahme im Grunde doch die gleichen Interventionen hatte und sterberatetechnisch gesehen gar nicht mal viel anders ist als wir.

    Dann hatten wir das Schweden mit der viel geringeren Bevölkerungsdichte. Kein Wunder, dass die keine Corona-Probleme haben. Auf dem Weg zum nächsten Opfer laufen sich die Virusse erst Blasen an die Füße und verhungern dann elendglich.
    Doch als dann einer rauskramte, dass in epidemiologischer Sicht die Bevölkerungsdichte gar noch höher ist als hier (Schweden liegt mit 87:77 in Führung), das was so unheimlich, dass alsogleich der Vorschlag kam, man solle dieses Schweden doch endlich ignorieren.

    Hätten wir es nur getan. Denn jetzt erfahren wir auch noch via Relotiusbote, dass das undichtbesiedelte und ähnlichwiedeutschlandintervenierte Schweden das Virus in die Nachbarländer („meist in Richtung Finnland“) nettoexportiert.

    Ein Mysterium, dieses Schweden. Ein Troll, ein Dunderklumpen, den man nicht zu fassen kriegt.

    • #28 Joseph Kuhn
      17. November 2021

      @ Falko:

      “Ein Troll, ein Dunderklumpen, den man nicht zu fassen kriegt.”

      Passt das nicht eher auf Sie, als auf Schweden? Unter wie vielen Nicknames waren Sie jetzt schon hier? Das scheint ein beliebtes Spiel bei Ihresgleichen zu sein. Vielleicht, um den Eindruck zu erwecken, Sie seien viele? Und einer aus Ihrer community hat sogar den Nick eines Kommentators hier gekapert. Aber gut, Kinderkram, geschenkt.

      “Doch als dann einer rauskramte, dass in epidemiologischer Sicht die Bevölkerungsdichte gar noch höher ist als hier”

      Die Bevölkerungsdichte Schwedens ist nicht höher als hier. Sie reden wirr. Sie meinen den Urbanisierungsgrad. Und dann denken Sie mal darüber nach, was ein hoher Urbanisierungsgrad in dünn besiedelten Ländern bedeutet und warum ich im Blogbeitrag den Ballungsraum Stockholm erwähnt habe.

      “Marcel Barz”

      Dem würde ich an Ihrer Stelle vertrauen, der gehört zu Ihrem Team. Das zeichnet ihn auf jeden Fall gegenüber all den Epidemiologie-, Virologie-, Immunologie- und sonstigen Systemprofessoren aus.

      Gibt es eigentlich irgendetwas, was Sie zum Thema sagen wollten, außer Ihr Revier zu markieren?

  24. #29 RPGNo1
    17. November 2021

    @noch’n Flo

    Für wen oder was ist denn Schweden ein Transitland?

    Warum stellt du mir die Frage und nicht den Erstellern der Studie?

    Aber ich nehme eine Ost-West-Bewegung an: Finnland, Polen, Russland und die baltischen Staaten auf der einen Seite und Norwegen, Großbritannien, Niederlande, Belgien auf der anderen. Natürlich nicht über Land, sondern per Fähre auf dem Wasser.

  25. #30 RPGNo1
    17. November 2021

    @Falko

    Zum einschlägig bekannten Herr Barz wurde bereits alles gesagt. Ein IT’ler, der keine Ahnung von Statistik hat, und gerne auch bei seinen Querdenkerfreunden abschreibt.

    https://scienceblogs.de/gesundheits-check/2021/09/11/die-pandemie-in-den-rohdaten-als-osterei-versteckt/

  26. #31 Falko
    17. November 2021

    XXX

    [Edit: Kommentar gelöscht. Gehen Sie mit Ihrer Propaganda bitte woanders hin, empfehle die Achse des Guten oder so was. JK]

  27. #32 PDP10
    18. November 2021

    Schweden, Schweden … hmja. Kann man so sehen. Kann man aber auch anders sehen. Oder auch nicht.

    Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus (COVID-19) je Million Einwohner in ausgewählten Ländern (Stand: 15. November 2021):

    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1111794/umfrage/todesfaelle-mit-coronavirus-covid-19-je-millionen-einwohner-in-ausgewaehlten-laendern/

    Schweden: 1478
    Deutschland (trotz der miesen Corona-Politik): 1167

  28. #33 uwe hauptschueler
    18. November 2021

    Ursachen und Verursacher zu finden ist sehr spekulativ.
    Wegen der Karnevalveranstaltungen am 11.11. beobachte ich z.Z. die kölner Werte. Die 7-Tagesinzidenz ist in der letzten Woche von 213 auf 252 gestiegen. München verzeichnet im gleichen Zeitraum einen Anstieg von 124 auf 695.
    Q.htttps://ww.corona-in-zahlen.de/landkreise/sk%20münchen/
    htttps://ww.corona-in-zahlen.de/landkreise/sk%20köln/
    Vielleicht besitzen Kölner ein (Karneval-) Gen, das vor Korona schützt.

    So haben Forscher bereits fünf Genvarianten identifiziert, die einen schweren Verlauf begünstigen.

    Q.htttps://ww.scinexx.de/news/medizin/genvariante-verdoppelt-sterberisiko-bei-covid-19/
    Will sagen: Eindimensionale Ursachenzuschreibungen bringen es nicht.
    Kennt jemand die Impfquoten in Köln + München?

  29. #34 UMa
    18. November 2021

    @uwe Hauptschüler
    Für Köln und München nicht, aber für NRW und Bayern. In NRW sind 85,8 Prozent der Erwachsenen wenigstens einmal geimpft, in Bayern nur 78 Prozent.
    Wenn ich meine Schätzung der Genesenen, auch der unentdeckten, dazu nehme, sind in NRW 7,5 Prozent der Erwachsenen weder geimpft noch genesen, in Bayern dagegen 13 Prozent.

  30. #35 UMa
    18. November 2021

    Nachtrag: Von den Seiten der Städte.
    Köln 808535 Erstimpfungen auf 1083498 Einwohner 74,6 Prozent.
    München 992389 Erstimpfungen auf 1488202 Einwohner 66,7 Prozent.
    Diesmal Kinder eingeschlossen.

  31. #36 rolak
    18. November 2021

    Köln .. 74,6%

    Man bemüht sich 😉

    Am 11.11. hatte ich frei und unternahm wie üblich zu diesem Termin ‘extra was Anderes’, heuer Kino, schön leer, starke Doku. Aus der Bahn und auch sonst auf den Wegen zeigte sich, die Pandemie mal nicht mitbedacht, ein ungemein friedliches und geschmeidiges Karnevalsgeschehen, grandios.

    Mit Pandemie im Gesamtpaket sah man eine Katastrophe…

  32. #37 KG
    20. November 2021

    Wenn man Großbritanien erwähnt sollte natürlich nicht unerwähnt bleiben, dass die Infektionsrate unter den Geimpften mittlerweile höher ist als unter den ungeimpften, bei allen Gruppen über 30 Jahre Quelle: https://assets.publishing.service.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/1025358/Vaccine-surveillance-report-week-41.pdf Seite 13

    • #38 Joseph Kuhn
      20. November 2021

      @ KG:

      Ja, diese Daten führen in der Querdenkerszene regelrecht zu Erregungszuständen, im Glauben, man habe jetzt die ganzen Studien zur Impfeffektivität widerlegt. Der Kommentator Dieter Kief darauf ja schon in Kommentar #1 verwiesen. Komischerweise interessieren die Raten zu Hospitalisierung und Tod im Vergleich geimpft/ungeimpft dann wiederum nicht mehr.

      Aber gut, mich hat das erst einmal auch irritiert und der Fußnotenapparat unter der Tabelle ist nicht überzeugend. Ich habe daher einen renommierten Epidemiologen in England gefragt: Er sagt, der Nenner sei schlicht Murks und nicht brauchbar.

      Ist es nicht seltsam: Da nörgelt die Querdenkerszene an allem herum, was das RKI macht, aber so was wird dann ganz unkritisch aufgenommen – weil es ins eigene Weltbild passt. Viel Freude weiterhin beim “Selberdenken”.

  33. #39 RPGNo1
    20. November 2021

    @Joseph Kuhn

    Ja, diese Daten führen in der Querdenkerszene regelrecht zu Erregungszuständen, im Glauben, man habe jetzt die ganzen Studien zur Impfeffektivität widerlegt.

    Ein Besipiel dazu ist das britische Überseegebiet Gibraltar mit einer Impfquote von nahezu 100 %.

    https://www.spiegel.de/ausland/gibraltar-corona-neuinfektionen-trotz-hoher-impfquote-woran-das-liegt-a-60756224-0f37-4edd-912c-32d9fe3ba43a

  34. #40 KG
    20. November 2021

    “Aber gut, mi[ch] hat das erst einmal auch irritiert und der Fußnotenapparat unter der Tabelle ist nicht überzeugend. Ich habe daher einen renommierten Epidemiologen in England gefragt: Er sagt, der Nenner sei schlicht Murks und nicht brauchbar“
    Ja gut worauf sollte man sich dann verlassen?
    Wer erhebt bessere Daten?

    [Edit: Schreibfehler im Original korrigiert, JK]

  35. #41 Arthur Dent
    21. November 2021

    Ich stimme dem Dinosaurier überwiegend zu, mit einer kleinen Ausnahme: Es gibt da einen Faden, an dem wir alle zusammen ziehen können. Es ist so einfach wie unbegreiflich, dass wir das nicht längst tun.

    Infektionen kann man vor allem dadurch vermeiden, indem man die Abstandsregeln einhält. Das ist sogar noch effektiver, als der BioNtech-Impfstoff beim ursprünglichen Virus.

    Mehr Infektionen erhöhen das Risiko weiterer ‘variants of interest’ wie sie in Kolumbien beobachtet wurde. Wir sollten eher nicht versuchen das gesamte griechische Alphabet durchzumachen.

    Eigenverantwortung heißt der Faden, an dem wir ziehen müssen. Aus mysteriösen Gründen scheinen wir das aber nicht zu begreifen.

  36. #42 RainerO
    21. November 2021

    @ Arthur Dent

    Eigenverantwortung…

    Der von den Politikern gebetsmühlenartige vorgetragene Appell an die Eigenverantwortung ist doch schon voriges Jahr krachend gescheitert. Warum sollte das inzwischen besser klappen?
    Die “mysteriösen Gründe”, die den Faden liegen lassen sind u.a. verantwortungsloser Egoismus und Hedonismus.