„Hunger ist Mord, denn wir haben das Wissen und die Technologie, alle Menschen satt zu machen“, so der frühere Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU). Mit 40 Mrd. Euro mehr pro Jahr sei das bis 2030 möglich.

„Es ist unmoralisch, dass Öl- und Gasunternehmen aus dieser Energiekrise Rekordgewinne auf dem Rücken der ärmsten Menschen und Gesellschaften erzielen – zu massiven Kosten für das Klima“, so Uno-Generalsekretär Antonio Guterres zu den Gewinnen der Energiekonzerne infolge des Ukrainekriegs. Die größten Konzerne hätten im ersten Quartal 2022 Gewinne von ca. 100 Mrd. Euro gemacht.

„Wer einmal damit anfängt, aus edlen Motiven oder aus dem Wunsch danach, den Applaus des Tages am Stammtisch zu bekommen, Steuerrecht zu verändern, der wird den Geist nie wieder in die Flasche bekommen“, so Christian Lindner (FDP), derzeit Finanzminister.

Kommentare (69)

  1. #1 Gerald Fix
    5. August 2022

    Man kann zu der Übergewinnsteuer so, so oder auch anders stehen. Aber das Geld für Hungerhilfe ist auch ohne sie da. (Der deutsche Staat hat 2021 600.000 € an die Tafeln gezahlt, wenn ich den Jahresbericht richtig interpretiere. Ich tät mich was schämen als Staat für solche Peanuts. (Frankreich zahlt meines Wissens 15 Millionen an die restos du cœur))

  2. #2 Mausi
    Wien
    5. August 2022

    Das ist richtig drollig, Joseph: erst diesen ‘Gesundheits’-Wahn als Keiferer und Zyniker, der jeden anders denkenden Wissenschaftler in die Tonne kloppt, mittragen – und sich dann Sorgen über Hunger/Mord machen. Wie heuchlerisch ist das denn?!

    • #3 Joseph Kuhn
      5. August 2022

      @ Mausi alias Klardenker:

      Ein neuer Nick macht noch keine neuen Gedanken. Ich schalte Ihren Kommentar mal frei, weil er klassische Denkfehler enthält:

      1. Mit “Gesundheitswahn” meinen Sie vermutlich die Corona-Infektionsschutzmaßanhmen. Das sieht die Mehrheit der Bevölkerung und der Fachleute nicht als Wahn. Womit nicht gesagt ist, dass alle Maßnahmen gut begründet sind.

      2. Wenn Sie mich als “Keiferer und Zyniker” erleben, könnte das daran liegen, dass Ihnen meine Argumente und die dafür angeführten Daten nicht gefallen. Sie sollten dann auf der Sachebene dagegen argumentieren. Polemik ist erlaubt, sollte aber durch Argumente gedeckt sein.

      3. Der Topos des “anders denkenden Wissenschaftlers” ist eine seltsame Idee, die die wissenschaftliche Suche nach Wahrheit mit dem Recht auf Meinungsfreiheit vermischt. In der Wissenschaft geht es nicht um Meinungen, sondern um Wahrheit. Argumente, die falsch sind, müssen “in die Tonne gekloppt” werden, so funktioniert Wissenschaft. Wenn Sie also meinen, ich würde jemanden zu Unrecht kritisieren, sollten Sie das auf der Sachebene begründen. Wenn Ihnen nur nicht gefällt, dass ich Ihre Helden kritisiere, müssen Sie damit leben, könnten sich aber in einer ruhigen Stunde einmal fragen, warum Sie Glaubensbekenntnisse erwarten.

  3. #4 lioninoil
    5. August 2022

    Schwarze Gedanken zur Übergewinnsteuer.

    Zum Aufwärmen.
    Wenn eine Schulklasse lärmt und Papier aus dem Fenster wirft, wer ist dann Schuld, die Schüler oder der Lehrer ?

    Leichtes Training
    Auf der Preisangabe an der Tankstelle steht um 9 Uhr 1,95 €
    um 19 Uhr 1, 89 €
    Warum diese Preissprünge an einem Tag. Antwort: Gewinnoptimierung. Morgens müssen die Autofahrer tanken, deshalb ist morgens der Preis höher.
    Gretchenfrage , Ist Gewinnoptimierung moralisch verwerflich ?

    Hartes Training (ernsthaft)
    Morgens um 9 Uhr kostet die Butter 2,10 € , abends um 19 Uhr kostet die gleiche Butter 2, 39 €
    Warum ? Abends müssen die Berufstätigen einkaufen, also ist die Gewinnmaximierung schuld.
    Leute, das ist kein Witz, das ist gängige Praxis in großen Einkaufszentren.

    Angesichts solcher Praktiken wird der Ruf nach Regulierung , nach Preisregulierung laut.
    Der Staat ist gefordert. Warum duldet der Staat solche Praktiken ?
    Herr Lindner setzt auf die Selbstregulierung des Handels. Der Tankstellenkunde hat eine App, die ihm anzeigt, welche Tankstelle gerade günstig ist.
    Aber das funktioniert nur, wenn es keine Preisabsprachen zwischen den Mineralölkonzernen gibt.

    Damit kommen wir zum Kern des Problems, soll/muss/kann der Staat in das Marktgeschehen eingreifen?
    Und warum tut er das nicht ? Und damit sind wir wieder am Anfang beim Beispiel mit dem Lehrer und der Schulklasse. Wer ist Schuld ? Der Bürger hat doch seine Regierung gewählt !!
    Ist letztlich der mündige Bürger schuld ?

    Antwort : Meckern auf hohem Niveau ist das Kennzeichen der Überflussgesellschaft.
    Und Nichtstun ist das Kennzeichen von Politkern die den Kontakt zur Bevölkerung verloren haben.

  4. #5 Solarius
    5. August 2022

    …denn wir haben das Wissen und die Technologie, alle Menschen satt zu machen“, so der frühere Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU). Mit 40 Mrd. Euro mehr pro Jahr sei das bis 2030 möglich…

    Das glaube ich nicht.

    Wenn wir den Hunger besiegen wollen, der müssen wir verhindern, das wir Menschen immer mehr werden. Ich verlinke hier einmal die Bevölkerungsentwicklung einiger afrikanischer Länder:

    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/349173/umfrage/gesamtbevoelkerung-von-kenia/

    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/261548/umfrage/gesamtbevoelkerung-von-aegypten/

    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/373572/umfrage/gesamtbevoelkerung-der-dr-kongo/

    So sieht es bei vielen afrikanischen Ländern aus. Man kann nur hoffen, das sich die Statistiker in den für diese Länder angegebenen Prognosen irren.

  5. #6 MinkyMietze
    5. August 2022

    “Wenn wir den Hunger besiegen wollen, der müssen wir verhindern, das wir Menschen immer mehr werden. Ich verlinke hier einmal die Bevölkerungsentwicklung einiger afrikanischer Länder”
    Ich finde daß dazu aber auch mal gehört, darüber zu reden, wie dicht bevölkert diese Länder eigentlich sind. Und da liegt Mitteleuropa weit vorne: https://www.laenderdaten.info/bevoelkerungsdichte.php
    Und die DR Kongo mit aktuelle 39,40 Einwohner/q,m weit hinten

  6. #7 U.Hans
    Bielefeld
    5. August 2022

    “Mit 40 Mrd. Euro mehr pro Jahr sei das bis 2030 möglich.”

    Oh jeee ! Oft wird in der Hauptsache deshalb gehungert, weil irgendwo Krieg herrscht. Dabei dieses Geld leider nicht weiterhelfen.
    Insbesondere dieser russische Kleptofaschist wird weiterhin viele viele Hungertote verursachen. Allerdings konnte Herr Müller diese
    aktuelle Entwicklung damals im Aug. 2021 nicht vorhersehen.
    Verständlich 🙁

  7. #8 Alisier
    5. August 2022

    Warum ist es so anstrengend, dieses wichtige Themenfeld öffentlich zu diskutieren?
    – weil immer die gleichen Relativierer und Schuldzuweiser auftauchen, die meistens sehr schnell wissen, dass es “die anderen” sind, welche irgendwie die Hauptverantwortung tragen. Wenn sie dann noch die falsche Hautfarbe oder Religion haben ist sowieso alles klar….
    – weil die Aggressivität und Unverschämtheit der besserwissenden Universalgenies mit oder ohne Sendungsbewusstsein jede Diskussion im Keim erstickt.
    – weil Moderation immer noch falsch verstanden wird und aus Gründen angeblicher Ausgewogenheit jede noch so grenzwertige und persönliche Attacke durchgewunken wird.
    – weil moralisieren auf vielerlei Weise wichtiger genommen wird als das gemeinsame Finden von Lösungsansätzen.
    Ich sehe inzwischen kaum noch Kommentatoren, die an einer Diskussion interessiert zu sein scheinen. Irgendwann bleiben diese halt aus guten Gründen weg.
    Und ich mag es ihnen nicht verdenken.

    • #9 Joseph Kuhn
      5. August 2022

      @ Alisier:

      “Ich sehe inzwischen kaum noch Kommentatoren, die an einer Diskussion interessiert zu sein scheinen.”

      Geh einfach mit gutem Beispiel voran. 😉

  8. #10 Pollo
    5. August 2022

    Das konkrete Programm Gerd Müllers kenne ich nicht. Da er aber einen Zeithorizont nannte, bis zu dem das Welthungerproblem mit zusätzlichen 40 Mrd. Euro pro Jahr gelöst werden könne, nehme ich an, dass er nicht nur eine Art Armenspeisung wie globale „Tafeln“ oder „restos du coeur“ im Sinn hatte, sondern eher etwas Nachhaltiges.
    Gerd Müller ist CSU-Mitglied. Ich gehe daher davon aus, dass er nicht plante, den unveräußerlichen Kern des Betriebssystems unserer globalen Wirtschaftsweise anzugreifen: unbedingt aus Geld mehr Geld zu machen.
    Wann ist dieses Kern-Prinzip denn am erfolgreichsten umzusetzen, wenn nicht dann, wenn die Nachfrage größer ist, als das Angebot? Das gilt für Weizen, Öl und Gas genau so wie für Medikamente oder Masken. Alles andere ist dann doch Charity und insofern nur was für Gutmenschen, nicht für Realisten wie Lindner.

  9. #11 Pollo
    5. August 2022

    Apropos Moral: zur Zeit wird der Welthunger ja von Russland erzeugt, weil Ukraine-Weizen kaum dessen Blockaden passieren kann. Vor dem russischen Angriff mussten de regelmäßigen jährlichen Hungermeldungen aus den einschlägigen Weltgebieten allerdings noch ohne den Satan Putin auskommen. Die Vorkriegsausfuhren von Weizen aus Russland beliefen sich seit 2019 bis 2021 auf etwa 20% des Welthandels, die Ukraine exportierte etwa halb so viel. Abnehmer waren hauptsächlich die MENA-Region (Middle East and North Africa) und Afrika südlich der Sahara …
    (Quellen z.B.: Leibniz-Institut für Agrarentwicklung und Transformationsökonomien und:
    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1293852/umfrage/groesste-weizenexporteure-weltweit-marktanteil/)

    Es ist eine politische Entscheidung, den möglichen russischen Anteil zur Versorgung der Hungernden durch Maßnahmen zu be- oder verhindern (Sanktions-Druck gegen Transporteure, Banken, Versicherer etc.).
    Es gibt offenbar immer noch wichtigere (moralische?) Entscheidungskriterien, als die Sicherstellung der Versorgung auch der ärmeren Weltgegenden.

  10. #12 Holger
    5. August 2022

    bedeutt eine Übergewinnsteuer gleichzeitig eine Untergewinnentlastung?

    und zu welchem Zeitpunkt soll der erlaubte Gewinn eines Unternehmens definiert werden?
    kritisch hier ist auch die Bandbreite des dann erlaiubten Gewinns.

    • #13 Joseph Kuhn
      5. August 2022

      @ Holger:

      “Untergewinnentlastung”

      Siehe z.B. “Verlustvortrag” oder “Staatshilfen”.

      “die Bandbreite des dann erlaiubten Gewinns”

      Schwierig, fast wie beim “gerechten Lohn” 😉

  11. #14 Axel
    5. August 2022

    Die Zahl der hungernden Menschen ist in den letzten 20 Jahren gesunken. 1990/1992 hunderten über 1 Milliarde Menschen, seitdem ist die Zahl kleiner geworden. Leider steigt sie seit drei Jahren wieder an. Es ist also mitnichten, dass alle Maßnahmen ins Leere gelaufen sind. Aber Covid-19, Kriege, Bürgerkriege, Wirtschaftskrise, Armut und nicht zuletzt die Erderhitzung sorgen wieder für mehr Hungernde. Es ist ja nicht so, dass es nicht genügend Nahrung gibt. Sie ist nur nicht da, wo sie dringend gebraucht wird oder die Menschen haben kein Geld, um sich etwas zu Essen zu kaufen.
    Wenn angeblich genügend Geld vorhanden ist, um Hungernde zu ernähren, warum wird zu wenig unternommen?
    Herr Lindner und die FDP sollten beim Thema Steuern ganz leise sein, ich schreibe nur das Stichwort “Mövenpick”. Das Steuerrecht wird von der jeweiligen Regierung gerne genutzt, um Partikularinteressen zu befriedigen.
    Lebensbedrohliche Unterernährung gibt es bis jetzt nicht bei uns, aber Mangel- und Fehlernährung bei Hartz IV-Beziehern, Rentnern und Alleinerziehenden kommt häufiger vor. Statt für eine finanzielle Basis zu sorgen, dass Rentner nicht ihr Budget mit Flaschensammeln aufbessern müssen, haben wir den Tankrabatt und es wird über eine Erhöhung der Pendlerpauschale diskutiert.
    Zu Weihnachten Grußkarten von UNICEF kaufen und ein paar Münzen für Brot für die Welt in den Klingelbeutel legen, reicht für das gute Gewissen anscheinend aus.

  12. #15 tohuwabohu
    Berlin
    5. August 2022

    Die Mechanismen der Evolution sorgen dafür, dass sich die am besten angepassten Arten durchsetzen.  Der Kapitalismus funktioniert ähnlich – hier haben diejenigen, die die größten Gewinne machen und damit das meiste Kapital ansammeln, die Oberhand, denn das angesammelte Kapital können sie wieder gewinnbringend einsetzen.  Und die größten Gewinne werden heute an den Börsen z.B. mit Warentermingeschäften gemacht.  Da wird z.B. auf eine Verknappung von Gütern und die damit verbunden Preissteigerungen gesetzt, wenn die ersten Anzeichen darauf hindeuten.  Die Gewinne können bei einem verringerten Angebot weit über die (auch wachsenden) Kosten gesteigert werden.  Dazu kommt, das wir Endkunden bei einer Verknappung von Gütern, wenn möglich, zu einer verstärkten Bevorratung neigen (hamstern – wir stocken die Vorräte auch aus Angst davor nichts mehr abzubekommen und vor steigenden Preisen auf).
    Eine weltweite Einführung einer Transaktionssteuer, die Einführung einer Mindesthaltezeit für Wertpapiere (zur Entzerrung des Hochfrequenzhandels) wären mögliche Maßnahmen, doch da werden sich diejenigen, die daraus ihre Gewinne ziehen (wollen) mit allen Mitteln wehren.
    Genauso wird es auch nicht funktionieren, wenn wir die Fleischesser weltweit zur Abwehr einer Ernährungskrise auffordern, ihren Fleischkonsum zu verringern, damit die für den Futtermittelanbau verwendeten Ackerflächen für die Nahrungsproduktion genutzt werden können.  Dabei würde ein geringerer Fleischkonsum auch zu geringeren Umweltbelastungen führen.
    Selbstverständlich wäre es besser, wenn wir nicht so viele wären, aber wem sollen wir das Recht auf Leben bzw. auf Nachkommen absprechen?  Sinnvoller wäre es wohl, wenn man die Bildung verbessern könnte, denn besser Gebildete, die dadurch auch in besseren Verhältnissen leben, haben im Durchschnitt auch weniger Kinder.  Die üblichen Verfahren zur Bevölkerungsdezimierung, wie Kriege, verhungern lassen und gesundheitsgefährdende Arbeitsbedingungen oder eine unzureichende Gesundheitsversorgung lehne ich ab.
    Der §158 BGB (Sittenwidriges Rechtsgeschäft; Wucher) zeigt z.B., dass unser Staat durchaus Gesetze erlassen kann, die ein Geschäft, bei dem ein übermäßiges Missverhältnis zwischen Leistung und Preis besteht, verbieten.  Da sollte wohl auch möglich sein, eine Grenze für Gewinne zu bestimmen und darüber liegende Anteile mit einer zusätzlichen Steuer zu belegen.  Das schaffen ja auch andere europäische Staaten.

  13. #16 Joseph Kuhn
    6. August 2022

    Interessante Parallelen:

    Ist das Transmission Protection Instrument der Europäischen Zentralbank zur Dämpfung unerwünscht hoher Kreditzinsen für einzelne EU-Mitgliedsländer legal?

    https://verfassungsblog.de/marktlogik-ist-kein-rechtsgebot/

  14. #17 lion in oil
    6. August 2022

    Tohuwabohu,
    ein guter Überblick über den internationalen Markt.
    Ich denke schon, dass das Prinzip Moral in der internationalen Politik seinen Platz hat. Alle Länder bezahlen ihren Beitrag zur UNO und zur UNESCO. Was nicht so bekannt ist, das BIT (Bureau International du Travail) vergibt Kredite und Beihilfen an Länder mit einer negativen Handelsbilanz.
    Was man noch nicht in den Griff bekommen hat, das sind die Weltmarktpreise für Nahrungsmittel.
    Ja und der Marktpreis gestaltet sich nach Angebot und Nachfrage.
    Und hier , besonders hier , kommen die Spekulanten ins Spiel. Die treiben bewusst die Preise mit Warentermingeschäften in die Höhe, um Gewinne zu machen.
    Das Verrückte daran ist, dass es eben keinen Realwert für Lebensmittel gibt. Fallen die Ernten schlecht aus, dann steigt der Wert der Nahrungsmittel weil sie knapp geworden sind.

    Kein einzelner Staat allein kann gegen diese Spekulaten vorgehen. Die Höhe der eingesetzten Kapitalien übersteigt sogar den Staatshaushalt der USA. Hier hat die Weltgemeinschaft noch eine sinnvolle Aufgabe vor sich.

  15. #18 wereatheist
    6. August 2022

    Das Zitat von Lindner hat irgendwie was verlockendes…
    Man möchte das Verbotene mal probieren 🙂

  16. #19 PDP10
    6. August 2022

    @Solarius #5:

    Wenn wir den Hunger besiegen wollen, der müssen wir verhindern, das wir Menschen immer mehr werden. [… blafasel …] So sieht es bei vielen afrikanischen Ländern aus.

    Und wieder das altbekannte Argument. Hach ja. Nicht nur, dass man leicht sehen könnte, zB. schon mit einem kurzen Blick auf die Grafik in diesem Artikel hier, dass sich auch in Afrika das Bevölkerungswachstum seit Jahrzehnten abschwächt.

    Dass es Fakt ist, dass der Planet auch 9 oder 10 Milliarden Menschen ernähren könnte interessiert dabei natürlich ebensowenig nicht. Ebensowenig wie es ein auch oft und immer wiederholter Fakt ist, dass wir kein Ressourcen, sondern ein Verteilungsproblem haben. Wir in den Industrieländer fressen uns fett und schmeißen auch noch einen guten Teil unserer Lebensmittel ungegessen weg und exportieren auch noch einen nicht kleinen Teil mit Exportsubventionen nach Afrika um da die lokalen Märkte zu zerstören. Usw. usf. Könnte man alles wissen. Möchte man aber nicht.

    Denn die Erzählung, dass der Afrikaner halt gern schnackselt, wie das mal eine angeheiratete Gräfin sinngemäß formuliert hat (das exakte Zitat spare ich mir hier aus Gründen) ist natürlich für das einfache Gemüt viel schlüssiger und auch noch so schön rassistisch konnotiert.

  17. #20 PDP10
    6. August 2022

    @Pollo:

    Es ist eine politische Entscheidung, den möglichen russischen Anteil zur Versorgung der Hungernden durch Maßnahmen zu be- oder verhindern

    Getreideexporte standen aber nie und stehen auch immer noch nicht auf den Sanktionslisten. Das ist schlicht falsch.

  18. #21 lion in oil
    7. August 2022

    Joseph Kuhn
    “Marktlogik ist kein Rechtsgebot”
    Mit Ihrem Beitrag kommen wir zum Kern der Wirtschaftspolitik der EU.
    Ergänzend dazu, wenn man die Geldpolitik , gemeint sind die Zinsen, verändert, dann verändert sich auch die Wirtschaftspolitik der einzelnen Mitgliedsstaaten.
    Und wenn sich die Mitgliedsstaaten weiterhin sozial verhalten sollen, dann muss man ihnen Gelder zur Verfügung stellen, durch Anleihen der Zentralbanken der EU. Wenn man aber das macht, dann sinkt der Wert des EURO im Vergleich zu den anderen Währungen, etwa dem Dollar und damit werden die Rohstoffe für die europäischen Länder teurer.
    Auf diesen Zusammenhang muss man achten.
    Fazit: Moral ja, aber mit Augenmaß.

  19. #22 Solarius
    7. August 2022

    https://www.bib.bund.de/DE/Fakten/Fakt/W24-Bevoelkerungszahl-Wachstum-Afrika-ab-1950.html

    …Hach ja. Nicht nur, dass man leicht sehen könnte, zB. schon mit einem kurzen Blick auf die Grafik in diesem Artikel hier, dass sich auch in Afrika das Bevölkerungswachstum seit Jahrzehnten abschwächt…

    Ich zitiere aus dem Link von DPD10.

    …Ursache dafür sind vor allem die hohen Geburtenüberschüsse, die bis zur Mitte des 21. Jahrhundert sogar noch ansteigen und erst dann langsam zurückgehen sollen…

    Das steht so wortwörtlich im Link von DPD10

    Ich bleibe dabei: Wenn wir den Hunger besiegen wollen, müssen wir verhindern, das wir Menschen immer mehr werden.

    Sollen wir denn wirklich so viele werden, wie die Erde so gerade eben noch ernähren kann? Was, wenn es dann zu Missernten kommt? Was dann passiert, das können wir in den Geschichtsbüchern über Irland nachlesen. In Irland konnte die Bevölkerung dank der Kartoffel stark wachsen. Dann viel die Ernte aus.

    https://duckduckgo.com/?q=Irland+Hungerkatastrophe&t=vivaldi&ia=web

  20. #23 August
    Wien
    7. August 2022

    XXX

    [Edit: Kommentar gelöscht, Klardenker alias Mausi alias August alias … Argumentieren Sie sachlich oder lassen Sie es. Wir sind doch alle zivilisierte und höfliche Menschen, Sie doch auch, oder nicht? JK]

  21. #24 hto
    Gemeinschaftseigentum
    7. August 2022

    @Solarius

    Wenn (wir) der Markt wegen des Profits soviel wegschmeißen kann/muss, dann ist das doch wohl ein Hinweis wo der “Frosch” das Quaken gelernt hat!?

    Es ist noch längst nicht wirklich-wahrhaftig Grund an Überbevölkerung zu denken.

  22. #25 lion in oil
    7. August 2022

    Moral und Nettoverschuldung,
    die geringste Verschuldung aller Länder dieser Erde hat
    Norwegen 88. Platz
    Schweiz 70. Platz
    Deutschl. 44. Platz
    USA 9. Platz
    Frankreich 7. Platz
    Italien 3. Platz
    Japan 2. Platz
    Japan ist von den großen Nationen das höchst verschuldete Land.
    Ist das jetzt moralisch lebenswert oder nicht.?
    https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_L%C3%A4nder_nach_Staatsschuldenquote

    Es stellt sich sogar die Gretchenfrage , ist Ökonomie moralisch ?

  23. #26 lion in oil
    7. August 2022

    Moral und Raubbau an der Natur,

    Der IWF (Internationale Wahrungsfond) und die Weltbank vergeben Kredite . Beispiel Brasilien, das für das Abholzen des Regenwaldes veranwortlich ist.
    Brasilien liegt an 27. Stelle der verschuldeten Länder, weit hinter den USA, das an 9. Stelle liegt, mit 85 Mrd. US $ Schulden. Der Währungsfond verlangt die Rückzahlung der Schulden. Wie reagiert Brasilien, es bezahlt mit Naturkapital durch Anlegen von Plantagen.
    Wie ist das zu bewerten, lobenswert oder fatal ?
    An diesem Beispiel soll gezeigt werden, dass das Kriterium “Moral” (Zahlungsmoral ) Im Gegensatz zur Verantwortung für das Weltklima steht.

  24. #27 libertador
    7. August 2022

    @ Solarius

    Welche Maßnahmen schweben Dir vor für die Beendigung des Bevölkerungswachstums?

    Das ist die entscheidende Frage. Zu den Maßnahmen könnten gehören: Armutsbekämpfung, Zugang zu Gesundheitsversorgung insb. für Frauen, Zugang zum Arbeitsmarkt für Frauen und Hungerbekämfung.

  25. #28 RainerO
    7. August 2022

    @ libertador
    Aufpassen, bei Frauenrechten stichst du bei Solarius in ein Wespennest.

  26. #29 Solarius
    7. August 2022

    Welche Maßnahmen schweben Dir vor für die Beendigung des Bevölkerungswachstums?

    Das ist die entscheidende Frage. Zu den Maßnahmen könnten gehören: Armutsbekämpfung, Zugang zu Gesundheitsversorgung insb. für Frauen, Zugang zum Arbeitsmarkt für Frauen und Hungerbekämfung.

    Bildung fehlt hier. Und zwar für Männer und für Frauen. RainerO hat recht. Ich bin für Gleichberechtigung. Bildung ist meiner Meinung nach entscheidend für eine niedrigere Geburtenrate.

    Ist Armut ein Grund für eine hohe Geburtenrate oder ist eine hohe Geburtenrate ein Grund für Armut? Ich würde sagen, die Kette beginnt bei geringer Bildung:

    Geringe Bildung => hohe Geburtenrate => Armut und Hunger.

    Vielleicht ist auch Religion ein Grund für eine hohe Geburtenrate? In Europa war es früher so.

    https://www.grin.com/document/136686

    …Diese „Hexenhebammen“[5] hätten als einzige im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit ein umfangreiches Wissen über Verhütung und Abtreibung besessen. Dieses geheime Wissen war nach Meinung der beiden Autoren der alleinige Grund, warum diese Frauen systematisch von Kirche und Staat verfolgt und verbrannt wurden…

    Wenn die beiden Autoren recht haben, dann hat also die katholische Kirche das Wissen über Verhütung bekämpft. Das gleiche kann man hier in diesem Artikel über “weise Frauen” nachlesen. Ich zitiere aber nicht noch einmal:
    https://ptaforum.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-102012/die-geschichte-der-weisen-frauen/

    Im folgenden Link findet man zwei Vorschläge:
    https://www.planet-wissen.de/gesellschaft/sexualitaet/verhuetung_liebe_ohne_folgen/index.html

    …Während es in den reichen bürgerlichen Familien als schick galt, nur wenige Kinder zu haben, setzten die Bauern in den Dörfern aus ganz anderen Gründen Verhütungsmittel ein: Sie wollten ihr Erbe nicht stückeln und unter vielen Nachkommen aufteilen…

    1.) Es war schick, nur wenig Kinder zu haben.
    2.) Das Erbe sollte nicht zerstückelt werden.

    Der Frieden fehlt noch in der Liste. Wer eine große Armee haben will, braucht eine große Bevölkerung.

    Ob eine Rentenversicherung hilfreich ist? Kann es tatsächlich sein, das manche Menschen die Kinder zur Altersvorsorge haben?

  27. #30 Solarius
    7. August 2022

    In meinem Beitrag #22 habe ich über Irland geschrieben. Hier war die Kartoffelfäule die Ursache für eine Million Hungertote. Aber auch Vulkanausbrüche können für Hunger sorgen. 1816 war das “Jahr ohne Sommer”. Hauptursache war laut dem folgenden Wikipediaartikel der Ausbruch des Vulkans Tambora im Jahr 1815:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Jahr_ohne_Sommer

    …Die niedrigen Temperaturen und anhaltenden Regenfälle führten in Teilen Europas hingegen zu katastrophalen Missernten. Hungersnöte brachen aus. In der Zentralschweiz war die Hungersnot besonders groß, nach Beschreibungen des Frühmessers Augustin Schibig verzehrten die Leute „die unnatürlichsten, oft ekelhaftesten Sachen, um ihren Heißhunger zu stillen“. In Ybrig, in Rothenthurm in der Altmatt und in den Berggegenden „haben die Kinder oft im Gras geweidet wie die Schafe, auch Wiesenblumen waren begehrt“.[9] Kreis-Medizinalrat Johann Nepomuk Sauter aus Konstanz empfahl als Not-Nahrungsmittel Graswurzeln und Isländisches Moos. Der Konstanzer Braumeister Birkenmayer riet, Brot mit Biermalz zu strecken. Der Konstanzer Archivar Joseph Kastell berichtete, dass in den Ostschweizer Kantonen Hungrige unreifes Obst, kleine Schnecken sowie Blätter und gebrühtes Gras aßen.[13]…

    So etwas kann jederzeit wieder passieren.

  28. #31 Joseph Kuhn
    7. August 2022

    Übergewinnsteuern in Europa:

    Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cbergewinnsteuer

    Wissenschaftliche Dienste des Bundestags WD 4 – 3000 – 074/22: https://www.bundestag.de/resource/blob/905070/0119730bb5bd9cd35f7ac7e6014d8e27/WD-4-074-22-pdf-data.pdf

  29. #32 hto
    manipulativ-schwankende "Werteordnung"
    7. August 2022

    @Solarius: “So etwas kann jederzeit wieder passieren.”

    Für die Menschen in der “Dritten Welt” passiert das im Rahmen des “freiheitlichen” Wettbewerb immer wieder – Und klar, wenn die Versorgung aufgrund profitorientierter Ausfälle (Lager voll, weil es nicht lohnt zu verkaufen, oder …) auch bei uns drastisch schlecht werden, dann müssen die zuerst und noch übler darunter leiden!?

  30. #33 Herr ɟuǝs
    Irrland
    7. August 2022

    Trump will nach seiner Wiederwahl das Bildungsministerium abschaffen laut CPAC
    rechtskonservativ am Samstag, das läßt endlich hoffen für die USA 😉

  31. #34 Solarius
    7. August 2022

    In meinem Beitrag #30 habe ich über den Vulkan Tambora geschrieben. Sein Ausbruch im Jahr 1815 verursachte ein Jahr später das “Jahr ohne Sommer”. Im 6. Jahrhundert gab es einen Vulkanausbruch, der vier oder fünf mal größer war als der Ausbruch des Tambora. Steht hier:

    https://www.wissenschaft.de/astronomie-physik/das-dunkle-zeitalter-hat-ein-gewaltiger-vulkanausbruch-die-kaelteperiode-im-6-jahrhundert-verursacht/

    …„Dieser Ausbruch war mit Sicherheit der größte in der überlieferten Geschichte, vier- oder fünfmal größer als der Ausbruch des Tambora im Jahr 1815“, glaubt Wohletz. Er geht davon aus, dass die Erde als Folge des Ausbruchs von einer 150 Meter dicken Wolkenschicht umgeben war. Die Sonneneinstrahlung wäre dadurch auf 50 Prozent herabgesetzt worden…

    Der Ausbruch (oder alternativ ein Kometeneinschlag, genau weiß man es noch nicht) hat dann auch die Völkerwanderung in Gang gebracht.

    Solche Ausbrüche kommen offenbar häufiger vor, als man es sich wünscht. Und sie sind keine Theorie. Nein. Sie sind Realität. Solche Ausbrüche passieren wirklich. Und es wird wieder passieren. Es wird wieder Missernten geben. Wir haben jetzt ein paar Jahre Glück gehabt. Aber so wird es nicht bleiben.

    • #35 Joseph Kuhn
      7. August 2022

      @ Solarius:

      “Missernten”

      Sie müssen nicht auf Kometeneinschläge und Vulkanausbrüche warten. Für Missernten, auch hier in Deutschland, wird zunehmend der Klimawandel sorgen. Aber der ist ja Ihrem Idol Trump zufolge nur eine chinesische Erfindung, die auch noch für ein paar Grundstücke mehr am Strand sorgt. Nur nebenbei, aber das hat mit dem Thema hier nichts zu tun, müsste jemand dem “extrem stabilen Genie” auch mal erklären, dass ein steigender Meeresspiegel tendenziell zu weniger Küstenlinie führt.

      Hier bei Oxfam oder hier bei der Welthungerhilfe können Sie schnell etwas über Ursachen für Hunger in der Welt heute nachlesen. Demnach scheinen im Moment weder Kometeneinschläge noch Vulkanausbrüche oder Raubzüge von Aliens eine besondere Rolle zu spielen.

      Und noch ein bisschen Lindner zur Übergewinnsteuer. Er sagt, “hohe Gewinne entstehen oft bei Pionieren, die zuvor über Jahre mit hohen Risiken investieren”. Das mag so sein, wenn die Pioniere nicht kaputtgehen oder kaputtgemacht werden.

      Lindner führt als Beispiel die Windenergie an. Chuzpe hat er ja, wenn man sich die Haltung der FDP zur Windenergie anschaut. In der aktuellen Diskussion geht es allerdings um die Ölmultis und somit gewiss nicht um Gewinne von Pionieren, die mit hohem Risiko investiert haben. Er sollte solche Diskussionen besser den Profis überlassen.

  32. #36 RainerO
    7. August 2022

    über Ursachen für Hunger in der Welt

    Es sind eindeutig die überpriviligierten Frauen, die zu viele Kinder in die Welt setzen. Und diese werden dann auch noch widerrechtlich den unterdrückten Erzeugern weggenommen. Nur Trump wird das beheben können. Beißt sich halt mit dem um sich greifenden Abtreibungsverbot, das seine (vormals)GOP immer mehr durchdrückt. Ein Verhütungsverbot wird auch schon andiskutiert. Vielleicht kann uns Solarius mal den geistigen Spagat vorführen, den man benötigt, um das alles unter eine rote Kappe… äh, einen Hut zu bekommen.

  33. #37 PDP10
    8. August 2022

    @RainerO:

    Vielleicht kann uns Solarius mal den geistigen Spagat vorführen, den man benötigt [..]

    Wenn er sich da mal nicht einen Hirnmuskelriss zuzieht. Also lieber nich …

  34. #38 PDP10
    8. August 2022

    Tja. Die Moral, die Moral. Beispielsweise der Märkte.

    Wenn Märkte wirklich frei sind – und das heißt nicht in allem frei, sondern eingehegt durch strenge Regeln, die beispielsweise Mono- oder Oligopole verhindern, sind sie zumindest fair.
    Fairness ist durchaus ein moralischer Aspekt. Ausserdem eine wichtige, wenn auch nicht hinreichende, so doch notwendige Voraussetzung für Freiheit. Die Sorte von Freiheit, die auch die Freiheit der Anderen berücksichtigt und sich nicht absolut setzt. Denn Fairness fordert den Anderen genauso zu behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte.

    Soviel zu dem oben zitierten Satz von Herrn Lindner:

    „Wer einmal damit anfängt, aus edlen Motiven oder aus dem Wunsch danach, den Applaus des Tages am Stammtisch zu bekommen, Steuerrecht zu verändern, der wird den Geist nie wieder in die Flasche bekommen“

    Man möchte ihm ja wirklich manchmal eine knallen, wenn er solche Sätze sagt (nicht, dass ich das wirklich tun würde. Ich bin ein friedlicher Mensch) und wenn er dann so ramdösig da steht – nach der Ohrfeige – möchte man ihm ins Ohr flüstern: “Möööövenpiiiick!“.

    Ich glaube es hackt! Was für ein Schmierlappen!

  35. #39 Stephan
    8. August 2022

    #3
    “anders denkender Wissenschaftler”, was ist denn das? Einer, der mit dem Arm denkt?
    Oder meinen Sie “andersdenkende Wissenschaftler?

  36. #40 Stephan
    8. August 2022

    @17
    Doch, es gibt einen Realwert für Lebensmittel (so wie für jede Ware): das ist die Arbeitszeit, die zu ihrer Produktion drinsteckt.
    Der Preis ist eine andere Kategorie. Er wird zwischen Konsumenten und Produzenten ausgehandelt, u.a. auch über Spekulation.

  37. #41 Stephan
    8. August 2022

    #19
    Ernähren vielleicht, aber nicht mit Energie versorgen.

  38. #42 Stephan
    8. August 2022

    #21
    Der Wert des Euros sinkt nicht, es sinkt der Preis.

  39. #43 Stephan
    8. August 2022

    #34
    Warten wir doch einfach die Folgen der deutschen und europäischen Mißernte dieses Jahres ab.
    Und des nächsten.

  40. #44 uwe hauptschueler
    8. August 2022

    Wenn es gelänge einen Virus herzustellen, der die Fruchtbarkeit von Menschen reduziert, sollte man ihn freisetzen?

  41. #45 Jolly
    8. August 2022

    @uwe hauptschueler

    Wenn es gelänge [ein] Virus herzustellen, [das] die Fruchtbarkeit von Menschen reduziert, sollte man [es] freisetzen?

    Wenn ein Computervirus gemeint war, wäre die urspüngliche Fassung richtig.

    (Ist mir auch schon passiert, wurde dankenswerterweise von @noch’n Flo damals auf meinen Fehler aufmerksam gemacht.)

    Dass Verschwörungstheoretiker etwas Ähnliches Bill Gates zum Vorwurf machen, spricht dafür, dass man so etwas besser nicht entwickelt und schon gar nicht freisetzt. Die Vorstellung das könnte passieren, sorgt für Empörung bei Vielen.

    Aber, wie so häufig, es gibt auch andere Ansichten. Stichworte wären hier der Antinatalismus und das Voluntary Human Extinction Movement. Beide gehen da sogar ins Extrem.

  42. #46 hto
    8. August 2022

    @uwe Hauptschüler

    Na das wäre doch mal wieder etwas für die “leidenschaftlichen” Statistiker hier: Wie oft haben virale Kinderkrankheiten bei ungeimpften Erwachsenen zur Unfruchtbarkeit geführt?! 😉

  43. #47 RainerO
    8. August 2022

    @ uwe hauptschueler
    Freisetzen für alle? Oder wenn es nach Solarius ginge nur bei den “gerne schnackselnden Afrikanern”? Wer entscheidet?
    Das als Büchse der Pandora zu bezeichnen, ist fast noch untertrieben. Ganz schnell wäre man dann zurück in absolut dunklen Zeiten mit ihren Zwangssterilisationen “unwerten Lebens”.

  44. #48 rolak
    8. August 2022

    was ist denn das?

    Jmd, der andere Gedankengänge verfolgt als Andere. Jmd, der mit dem Arm denkt (oder wie Jupp mit dem Knie), wäre jmd, ‘der mit etwas Anderem denkt’. Und die von Dir so penibel differenzierten Schreibweisen sind äquivalent.

    Realwert=Arbeitszeit

    m( Mal ganz abgesehen davon, daß Du eher ‘Lohnstückkosten‘ beschreibst: Nein.

    aber nicht mit Energie versorgen

    Weil Dein Vorstellungsvermögen versagt? Oder gibt es einen realen Grund?

    Der Wert des Euros sinkt nicht

    Aber selbstverständlich doch.

    deutsche(..) Mißernte dieses Jahres

    Sportliche Prognose.

    Apropos Sport: Bei jedem Versuch, jmd nicht diskussionsfähigen korrigieren zu wollen, gegen die Pumpe zu laufen – eine starke Leistung!

  45. #49 lioninoil
    8. August 2022

    XXX

    [Edit: Kommentar gelölscht. Sie haben Zeit für eine Pause zum Nachdenken und zur Auffrischung der Themendisziplin. Danke. JK]

  46. #50 uwe hauptschueler
    8. August 2022

    Ohne Verhütung liegt der minimale Pearl-Index bei 30 und der maximale bei 85. Q.:Wikipedia
    Sollte ein Virus, der mit geringen Nebenwirkungen, den Pearl-Index auf 20 reduzieren würde, bekämpft werden?
    @Jolly

    Virus das, auch der…

    Q.: Der Große Duden

    • #51 Joseph Kuhn
      8. August 2022

      @ uwe hauptschueler:

      “Sollte ein Virus …?”

      Eine Frage, die an die Gedankenwelt mancher Querdenker erinnert: “Die Eliten möchten mit einem Impfstoff, der …”

      Eigentlich ging es hier aber um die Frage, ob die Kriegsgewinne mancher Branchen nicht ziemlich unmoralisch sind und daher höher besteuert werden sollten – vor allem, wenn immer mehr Menschen hungern und dem mit vergleichsweise wenig Geld zu begegnen wäre.

      Man könnte gegen diese Verknüpfung einwenden, dass es noch unmoralischer ist, in diesen Zeiten so viele Lebensmittel wegzuwerfen, allein in Deutschland ein Drittel der Lebensmittel, meint das Umweltbundesamt. Aber vielleicht fehlt hierzulande – Herr Solarius, was meinen Sie – auch nur Bevölkerung für den Verbrauch der Lebensmittelproduktion?

      Die FDP bleibt jedenfalls standhaft: Eine “Übergewinnsteuer wäre das Ende der Sozialen Marktwirtschaft”, sagt sie. Dass die “Soziale Marktwirtschaft” anderweitig wirklich bedroht ist, z.B. von unanständig geringen Löhnen in manchen Branchen, schlechten Arbeitsbedingungen, Steuer”optimierung” usw. – scheint der FDP weniger Sorgen zu machen.

  47. #52 RainerO
    8. August 2022

    @ uwe hauptschueler
    Das Verschieben des Torpfostens verändert an den grundsätzlichen Problemen dieses “Lösungsansatzes” kaum etwas.

  48. #53 PDP10
    8. August 2022

    Ob man endlich mal aufhören könnte, diesen Quatsch von der Überbevölkerung als Wurzel allen Übels immer wieder zu wiederholen (der Club of Rome hat der Menschheit damit echt keinen Gefallen getan)? Insbesondere wenn es um Nahrungsmittelknappheit und Hungersnöte geht? Das hat ganz andere Ursachen.
    Jede/r, der/die in der Lage ist das Internet zu bedienen kann leicht jede Menge Studien finden, die erstens zeigen, dass der Planet auch 9 oder 10 Milliarden Menschen ernähren kann und das das Ganze kein Knappheits- sondern ein Verteilungsproblem ist. Zum Hundertstenmal! Meine Güte!

    Mal abgesehen davon: Wie bitte könnte man denn eine Reduktion der “Überbevölkerung” im globalen Maßstab in überschaubaren Zeiträumen, also sagen wir mal in 2 oder 3 Generationen, erreichen? Kleiner Hinweis an die Hobby-Statistiker: Die meisten Kinder, die heute geboren werden, werden im statistischen Mittel auch im globalen Süden in 60 oder 70 Jahren noch leben. Im globalen Norden auch noch in 80 Jahren. Dh. die Weltbevölkerung wird auf jeden Fall bis zum Ende des Jahrhunderts weiter wachsen. Wenn auch abgeschwächt. Sie wird um die Jahrhundertwende wahrscheinlich ein Plateau erreichen bei ca. 10 Milliarden Menschen. Und daran wird sich auch nichts ändern. (Alle die davon träumen, dass man die Weltbevölkerung in überschaubaren Zeiträumen – beispielsweise bis zum Ende des Jahrhunderts – spürbar reduzieren könnte, können also eigentlich, wenn sie ehrlich sind, nur von einem Massenmord in unvorstellbaren Ausmaß fantasieren.)

    Das Bevölkerungswachstum dagegen schwächt sich schon von ganz alleine in allen Regionen der Welt ab. Im globalen Norden ist heute sogar schon ein negatives Wachstum die Regel. Wollte man dieses Wachstum aktiv weiter abschwächen gäbe es auch da Lösungen (wie auch schon in wirklich, wirklich vielen Studien dazu gezeigt haben): Nämlich Bildung (vor allem für Mädchen und Frauen), stabile gesellschaftliche Verhältnisse die einen mittleren Wohlstand ermöglichen usw. – wobei wir beim mittleren Wohlstand wieder beim Verteilungsproblem wären.

    Und damit wieder bei der Moral, die ja Thema des Artikels oben ist.

    Die wirtschaftlichen Folgen aufgrund der kaputten Lieferketten durch die Pandemie und den globalen Auswirkungen des Ukraine-Kriegs zeigen uns gerade jetzt wie in einem Brennglas, wie billig wir hier in den Industrieländern Jahrzehntelang aufgrund von Ausbeutung in anderen Weltregionen leben konnten – in der Sprache der Ökonomie: wie sehr wir unsere Kosten externalisiert haben.

    Hmmm … ob es in der Ökonomie manchmal doch um Moral geht? Interessanter Gedanke … 😉

  49. #55 PDP10
    9. August 2022

    hmmmpf … Fehlerteufel du nervst.

    “(wie auch schon in wirklich, wirklich vielen Studien dazu gezeigt haben wurde)”

  50. #56 PDP10
    9. August 2022

    @rolak:

    Apropos Sport

    Der war gut … 😉

    (Ich bezweifel allerdings, dass unser Mackie Verbesser den Schneid hat das zu honorieren. Er kommuniziert ja auch sonst nicht und trägt nichts bei. Außer dem, was in seiner Ausgabe des Duden von 1953 steht.)

  51. #57 uwe hauptschueler
    9. August 2022

    Verteilungsproblem

    In Venezuela sind Verteiler an der Regierung.

    2016 wurden Lokalkomitees geschaffen, um die Versorgung mit
    Grundnahrungsmitteln zu verbessern. [87] Sie sollten gemäß den
    Worten des Präsidenten die Spekulanten und Kriminellen des
    „parasitären Kapitalismus“ ausschalten, förderten jedoch die
    Günstlingswirtschaft und öffneten dem Diebstahl Tür und Tor. [88]
    Das System erreichte nicht alle Menschen, [89] zudem wurde der
    Erhalt der Pakete an das Carnet de la Patria geknüpft, das dem Staat
    soziale Kontrolle erlaubt wie beispielsweise die Belohnung von
    Wählern, [90] auch wer „schlecht über Maduro redet, geht leer
    aus“. [91]

    Q.:Wikipedia
    Früher oder später, meist früher, wirtschaften die Verteiler vor allem in die eigene Tasche.

    • #58 Joseph Kuhn
      9. August 2022

      @ uwe hauptschueler:

      „Verteilen“ ist nicht gleichbedeutend mit Zuteilen durch eine unfähige oder gar korrupte Bürokratie.

      Auch Märkte sollen Verteilungsprobleme lösen und sie tun das mal besser, mal weniger gut.

      Das Versagen korrupter Bürokratien ist kein Beleg für ein allgemeines Staatsversagen, so wie umgekehrt dysfunktionale Märkte, mit oder ohne Korruption, kein Beleg für ein allgemeines Marktversagen sind.

  52. #59 Hans
    9. August 2022

    So, so, unmoralisch sei es, dass die Mineralölunternehmen (die dafür was leisten) Geld verdienen. WIRKLICH UNMORLAISCH IST, dass Politiker, die nichts leisten und uns nur unterdrücken und schikanieren über 50 % alleine an direkten Steuern an jedem Mineralölprodukt rauben. Um die 30 % Steuern beim Kaffee. Strom sind zu ca. 60 % Steuern und andere staatliche Zwangsabgaben. DAS ist unmoralisch.

    Und selbst das ist es ja nichtmal. Das sind ja nur die direkten Steuern einer einzigen Ebene. Da kommen ja noch die indirekten Steuern dazu und die direkten und indirekten Steuern anderer Ebenen, die auf den Preis unterwegs aufgeschlagen werden müssen. Weil der Produzent, der Großhändler, die Transportunternehmer dazwischen usw. werden ja auch gezwungen Steuern auf alles und jedes zu zahlen, die sie irgendwie wieder einnehmen müssen, um sie überhaupt zahlen zu können.

    Und die Inflation natürlich. Der Staat verursacht Inflation. Der Staat WILL Geldentwertung, damit wir uns gezwungen sehen, unser Geld auszugeben, weil er mit jeder Transaktion Umsatzsteuer kassiert. 2 % pro Jahr gilt als Zielmarke (natürlich nach dem manipulierten Warenkorb berechnet, tatsächlich sind das um die 8 % pro Jahr).

    http://www.oqgc.com, der Finanzteil und das Recht des Stärkeren von Wir Menschen, was falsch läuft und wie wir es besser machen können. Da sieht man mal, was und wer moralisch ist und woher die ganze Scheiße kommt und wie wir da raus kommen. Politiker sind nämlich das Problem, nicht Mineralölgesellschaften.

  53. #60 PDP10
    9. August 2022

    @Hans:

    WIRKLICH UNMORLAISCH IST, dass Politiker, die nichts leisten und uns nur unterdrücken und schikanieren über 50 % alleine an direkten Steuern an jedem Mineralölprodukt rauben. Um die 30 % Steuern beim Kaffee. Strom sind zu ca. 60 % Steuern und andere staatliche Zwangsabgaben. DAS ist unmoralisch.

    Verstehe: Steuern sind der Grund allen Übels und Politiker sind korrupt und wollen uns “unterdrücken” (mit den Steuern, nehme ich an … oder so).

    Ob man mit der Besteuerung von Kraftstoffen und der KfZ-Steuer wohl die Infrastruktur finanziert, die Autofahrer nutzen? Und Speditionen, die unserer Güter des täglichen Bedarfs durch die Gegend fahren? Und Handwerker, die auch mit allerlei Fahrzeugen unterwegs sind? Vom öffentlichen Nahverkehr gar nicht zu reden.

    Und wie man überall sehen kann (von Schlaglöchern bis maroden Autobahnbrücken, von der Schieneninfrastruktur ganz zu schweigen) reicht das noch nicht mal oder wird in die falsche Richtung gelenkt. Unter anderem geht man davon aus, dass alleine die Bundes- und Landesstraßen plus Autobahnen einen Sanierungsbedarf von ca. 33 Milliarden Euro haben, den wir schon seit Jahren vor uns her schieben.

    Alles in allem sind Steuern auch sonst keine so schlechte Sache. Wie wollte man sonst die Kosten decken, für alles was ein Land wie unseres so ausmacht: Kindergärten, Schulen, Universitäten, öffentliche Verwaltung etc. Ausserdem Unterstützung für die, die ihren Lebensunterhalt nicht selbst bestreiten können – aus welchen Gründen auch immer, also Empfänger von Grundsicherung, Empfänger von Wohngeld, die nur in Städten Arbeit finden in denen sie sich eine Wohnung eigentlich nicht leisten könnten, Rentner/innen, die 40 Jahre lang gearbeitet haben aber trotzdem nur einen Witz von Rente kriegen …

    Und jenseits der puren Daseinsvorsorge sind da natürlich noch Einrichtungen die zum Teil oder ganz von den Kommunen getragen werden wie Schwimmbäder, Sportplätze (und ich meinen nicht die Bundesliga-Stadien), Theater, Konzertsäle usw.

    Ob das alles wohl Geld kostet? Ja. Und das kommt woher?

  54. #61 PDP10
    9. August 2022

    @uwe hauptschueler:

    In Venezuela sind Verteiler an der Regierung.

    Um es nochmal anders zu formulieren als Joseph Kuhn:

    Der Begriff “Verteilungsproblem” hat mit “Umverteilung” erstmal nichts zu tun. In der Ökonomie bezeichnet man das etwas vornehmer als Allokationsproblem. Dabei geht es darum, wie Ressourcen möglichst effizient genutzt und verteilt werden.
    In einem zweiten Schritt geht es aber auch um die Kosten, die für die Nutzung von Ressourcen anfallen. Und da muss man konstatieren, dass wir in den Industrieländern viele Kosten für unseren ganz normalen Konsum schlicht und ergreifend externalisiert haben. Jedenfalls seit Jahrzehnten, wenn nicht sogar seit Jahrhunderten.

    Es fängt ganz simpel an. Beispielsweise beim billigen Schnitzel vom Aldi (das ist ein Klischee, ich weiß). Die Produzenten externalisieren einen Teil der Kosten der Massentierhaltung hier im Inland indem die Gülle zB. auf Felder als Dünger verklappt wird und den Nitratgehalt der Flüsse erhöht – was uns alle schädigt. Ein Teil der Kosten wird allerdings auch im Ausland externalisiert. Nämlich indem die lieben Tierchen mit Soja gemästet werden, dass in Brasilien und anderswo da angebaut wird, wo vorher Regenwald war.

    Ein anderes Beispiel: Europäische Agrarkonzerne lassen in Nordafrika Kartoffeln anbauen. Wegen des Klimas da kann man uns auch wenn Kartoffeln hier gar keine Saison haben mit frischen Kartoffeln (teils sogar in Bio-Qualität) versorgen. Allerdings braucht der Kartoffel-Anbau in diesen Regionen ungefähr zehnmal soviel Wasser wie hier in Europa. Also in Regionen in denen Wasser sowieso knapp ist. Und das alles nur, damit wir auch im Mai Kartoffeln in Bioqualität beim Aldi kaufen können.

    Die Arbeitskräfte sind dort billig. Das Land ist dort billig und um die Wasserknappheit schert sich da auch niemand, wenn man nur eine Regierung findet, die korrupt genug ist.

    Das ist unter anderem mit “Verteilungsproblem” gemeint. Wir zahlen nicht die wahren Kosten für unseren Konsum sondern externalisieren sie.

    Bei der billigen Energie, die wir bisher vorwiegend von Diktaturen bezogen haben ändert sich das gerade und plötzlich müssen wir die wahren Preise für alles mögliche zahlen. Hätten wir diese Preise schon immer Gezahlt hätten wir das Problem gar nicht. Unser Wohlstand hätte sich gerechter auf die Welt verteilt.

  55. #62 RainerO
    10. August 2022

    @ PDP10
    Man kann davon ausgehen, dass Hans das alles weiß. Dürfte ihm nur ziemlich egal sein. Die Hansens dieser Welt brauchen ein einfaches Feindbild, um Struktur in ihr verpfuschtes Leben zu bringen und andere für ihr Unglück verantwortlich machen zu können.
    Dann gibt es halt auch noch die Hansens, die die Mineralölgesellschaften für alles verantwortlich machen, weil die ohnehin alle Politiker gekauft haben. Wer hat denn dann Recht? Vermutlich Hans.

  56. #63 Dirk Freyling
    Erde
    10. August 2022

    Vergessen »Sie« Ideologien, politisches Kalkül und »Ihre« „gefühlte Wirklichkeit“, die biologisch-mathematisch begründete, natur- und umweltfreundliche Wahrheit ist:

    Eine Reduktion der Weltbevölkerung durch stark verminderte Reproduktionsraten ist u.a. der effizienteste „Klimaschutz“. Sie ist die erste und wichtigste Maßnahme für ein sozialeres und umweltfreundlicheres (zukünftiges) Leben auf der Erde. Siehe zur Orientierung exemplarisch
    The climate mitigation gap
    https://iopscience.iop.org/article/10.1088/1748-9326/aa7541/pdf

    education and government recommendations miss the most effective individual actions: Reproduction and the carbon legacies of individuals https://www.biologicaldiversity.org/programs/population_and_sustainability/pdfs/OSUCarbonStudy.pdf

    Zur Erinnerung: Um 1800 betrug die Weltbevölkerung mal gerade eine Milliarde Menschen.1950 betrug die Weltbevölkerung ca. 2,5 Milliarden, 2010 ca.7 Milliarden, 2022 ~8 Milliarden. Die Prognose für 2040 liegt bei 9 Milliarden (!!!).

    Es wird in den nächsten Jahrzehnten zu einer Industrialisierung mehrerer Milliarden schon existierender und mehrere Milliarden „neuer“ Menschen insbesondere in Asien und Afrika kommen. Auf diese Entwicklungen hat der „Westen“ kaum Einfluss. Viele dieser (neuen) Menschen werden zukünftig motorisiert sein und möchten technische Errungenschaften des Alltags besitzen, die allesamt bei der Herstellung und dem Betrieb Energie benötigen.

    Derzeit wächst die Erdbevölkerung um ~ 220.000 Menschen pro Tag, meist in sehr ärmlichen Verhältnissen, nahezu ohne Perspektive auf ein „normales“ Leben im Sinne einer existentiellen Grundversorgung. Das macht jährlich weitere ~ 80 Millionen potentielle „Verbraucher“, zu den derzeit rund 8 Milliarden.

    Was wird wohl ein armer Mensch aus dieser Region gegen sein Fahrrad „eintauschen“, wenn er denn eins hat(te) und zu wirtschaftlichen „Erfolg“ gekommen ist? Ein elektrisch betriebenes Zweirad? Wohl kaum. Er wird sich ein benzinbetriebenes Mofa/Moped zulegen. Wogegen wird er sein motorisiertes Zweirad „eintauschen“, wenn er das denn wirtschaftlich kann? Höchst wahrscheinlich gegen ein gebrauchtes Auto, möglicherweise aus importierten europäischen Alt-Beständen. Hier fast verschrottet, wird es auf einer holprigen Straße irgendwo in Afrika noch lange nicht nur CO2 ausstoßen.
    Oder ist “Ihre” Prognose, dass die arme, ungebildete, sich stetig stark vermehrende Landbevölkerung Afrikas für immer auf dem Land verbleibt und freiwillig auf Mobilität und Konsumgüter verzichtet?

    In Afrika südlich der Sahara kann jede zweite Frau, die eine Schwangerschaft verhindern möchte, nicht verhüten. Dadurch bekommen Frauen dort im Durchschnitt ein Kind mehr, als sie sich wünschen. Dabei ließe sich durch eine andere Verhütungspolitik das rasante Bevölkerungswachstum in der Region deutlich verlangsamen.

    Wer auch immer, wer diesbezüglich „etwas bewegen will“, muss mit vorliegend rational begründeter Meinung „dahin gehen wo es kulturell-religiös wehtut“. Verklickern »sie« den armen, meist irgendwie religiösen Menschen die einfache Parole: Sex ja, Reproduktion nein! Sollten »sie« das nicht ergebnisorientiert erfolgreich schaffen, können »sie« so viel Energie sparen wie »sie« wollen, »ihre« Bemühungen werden anderenorts milliardenfach überkompensiert.

    Fazit: CO2, wenn überhaupt, ist ein Folgeproblem. Mit Sicherheit ist menschengemachtes CO2 jedoch erst einmal von der Anzahl der Verursacher abhängig. Dann darauf zu hoffen, dass auch weiterhin weite Teile einer stetig wachsenden Weltbevölkerung in Armut freiwillig wenig produzieren und wenig konsumieren will und Schwellenländer „grüne“ Technologie (die dort meist gar nicht existiert) favorisieren, kann nur darauf zurückzuführen sein, dass diese »Wunsch- und Fantasie-Denker« von der realen Welt wenig bis nichts gesehen haben. Darauf zu hoffen, dass aus dem deutschen Energiedesaster (keine Zwischenspeicher der hochsubventionierten vermeintlich „regenerativen“ Energieanlagen, bereits jetzt horrender Stromkosten weder Rohstoffe noch Ladestationen noch notwendige Infrastruktur…) in den nächsten Jahren eine „blühende“ alternative Energiewirtschaft entsteht, der hat den Schuss nicht gehört.

    Die europäische Fleischindustrie, insbesondere die deutsche, produziert exportorientiert und verkauft beispielsweise „Geflügelreste“ nach Afrika, mit dem Ergebnis, dass es sich in Afrika nicht lohnt eigene Geflügelfarmen zu betreiben.

    Ob Kaffeemaschine, Auto, Drucker, Smartphone, … die meisten Massen-Produkte sind willentlich so hergestellt, dass sie nur eine sehr begrenzte Lebensdauer besitzen. Das ist kein lokales sondern ein marktwirtschaftlich gewolltes globales Streben nach Gewinn mittels umweltschädlicher Produktionsvorgaben. Diese Liste lässt sich leider ohne Mühe verlängern.

    Ob einem das gefällt oder nicht, subventionierte Wind- und Solarenergie sind in Deutschland Totgeburten, da von Tag eins an, die Zwischenspeicher fehl(t)en. Ohne das parallele Energiesystem aus fossilen Brennstoffen und/oder Kernenergie gäbe es zu keinem Zeitpunkt Windräder, die Strom ins Netz einspeisen könnten. Das ist kein moralisches sondern ein technisches Problem.

    Gehen »sie« davon aus, dass in Deutschland in absehbarer Zeit keine E-Autos in signifikanten Mengen fahren werden. Es fehlt schlicht die (Strom-)Infrastruktur. Der neue Berliner Flughafen oder der Ausbau des Internetnetzes geben uns eine Vorstellung davon, was es finanziell und zeitlich bedeutet, wenn in Deutschland Bauvorhaben durchgeführt werden (sollen).

    Weltweit ist ein Kohleausstieg nicht in Sicht. Die 120 größten Kohlekonzerne haben 1.400 neue Kraftwerke in 59 Ländern in Planung oder schon im Bau.

  57. #64 uwe hauptschueler
    10. August 2022

    @PDP10
    Mit “Verteilungsproblem” ist das Allokationsproblem gemeint.
    Was machen Nordafrikaner falsch, wenn sie Kartoffeln anbauen? Welches Nahrungsmittel wäre effektiver? Woher haben Sie die Daten über den länderspezifischen Wassereinsatz beim Kartoffelanbau?
    Fehlallokation habe ich schon selber beobachtet. Auf meinem Weg zum Billigbäcker bin ich öfters an einer Ausgabestelle der Tafeln vorbeigekommen. Nicht wenige der dort Anstehenden waren besser gekleidet als ich, waren tätowiert oder gepierct oder rauchten. Diesen Leuten die Lebensmittel zu subventionieren, halte ich für eine Fehlallokation.
    Ägypten und Äthiopien streiten sich um die Verwendung des Nilwassers. Dass sich in beiden Ländern die Bevölkerungen deutlich vermehren und deshalb das Wasser knapp wird, ist eine üble Behauptung

  58. #65 Herr Senf
    auf dem Boden
    10. August 2022

    virtueller Wasserverbrauch: das wenigste Wasser verbraucht die Tomate 😉
    der Wasserbedarf bei Kartoffeln ist in Afrika “nur” 3mal höher als in Europa

    für “1 Tag kein Fleisch essen” kann man “1 Jahr duschen”

  59. #66 hto
    Globales Gemeinschaftseigentum ...
    11. August 2022

    @uwe Hauptschüler
    Wenn vernünftig globalisiert werden könnte und Produktion immer am effektivsten Ort stattfinden würde (also in einem globalen Gemeinschaftseigentum ohne wettbewerbsbedingte Symptomatik), dann gäbe es das Wasserproblem AUCH nicht, weil die Kostenfrage für Wasserentsalzungsanlagen nicht gestellt werden müsste.

  60. #67 Herr ɟuǝs
    Fakefield
    11. August 2022

    … welches Wasserproblem?
    die jetzigen Dürreperioden werden doch bald durch den Anstieg des Meeresspiegels ausgeglichen, dann gibt es weniger Sand und auch wieder mehr Regen …

  61. #68 PDP10
    13. August 2022

    @uwe hauptschueler (#64):

    Fehlallokation habe ich schon selber beobachtet. Auf meinem Weg zum Billigbäcker bin ich öfters an einer Ausgabestelle der Tafeln vorbeigekommen. Nicht wenige der dort Anstehenden waren besser gekleidet als ich, waren tätowiert oder gepierct oder rauchten. Diesen Leuten die Lebensmittel zu subventionieren, halte ich für eine Fehlallokation.

    Das ist keine Fehlallokation, sondern bloß deine persönlichen Ressentiments. Das Allokationsproblem betreffend der Tafeln ist, dass es sie gibt.

    (Hast du schon mal mit den Leuten geredet, die da anstehen? Könnte lehrreich sein.)

    Was machen Nordafrikaner falsch, wenn sie Kartoffeln anbauen?

    Nicht die Nordafrikaner bauen Kartoffeln in Nordafrika an, sondern wie gesagt Agrarkonzerne.

    Und zwar in Weltgegenden “wo durch aufwändige künstliche Bewässerungsmethoden für ein Kilogramm Kartoffeln im Schnitt 407 Liter Wasser benötigt werden. In Deutschland hingegen gibt es ausreichend Wasser. Dennoch pflanzen die Bauern weniger Kartoffeln an und das nur, weil sie nicht das ganze Jahr über schöne Kartoffeln liefern können und die Abnahme nicht garantiert ist. Dabei sehen Lagerkartoffeln zwar schrumpelig aus, schmecken aber immer noch besser als importierte Ware. Und sie enthalten auch weniger Giftstoffe.”

    Zitat von hier.

    Welches Nahrungsmittel wäre effektiver?

    Maniok, Hirse, Yamswurzeln und noch hundert andere die an die Klimabedingungen in Afrika besser angepasst sind und die Nahrungsmittelknappheit in diesen Weltgegenden effektiver beheben könnten als ausgerechnet Kartoffeln, (die die Leute da gar nicht kaufen können, weil sie nach Europa exportiert werden.)

    Woher haben Sie die Daten über den länderspezifischen Wassereinsatz beim Kartoffelanbau?

    Siehe oben.

    Ich verstehe ehrlich gesagt auch die implizite Abwehrhaltung und die Klagen angesichts der Fakten nicht so ganz. Dir nimmt ja niemand was weg. Es ist ganz simpel so, dass wir hier im Überfluss leben, weil wir andere Weltgegenden ausbeuten und von diesem Überfluss auch noch einen guten Teil wegschmeißen. Intelligenter (auch ökonomisch gesehen), wäre es, wenn wir weniger von dem Überfluss wegschmeißen würden weil wir die Kosten, die wir heute externalisieren tragen müssten. Mit dem Nackensteak vom Aldi für 3 Euro das Kilo wärs dann zwar vorbei, aber ansonsten würde sich für uns nicht viel ändern. Für die Weltgegenden in die wir unsere Kosten externalisieren allerdings sehr wohl.

    Ägypten und Äthiopien streiten sich um die Verwendung des Nilwassers.

    Ich weiß.

    Dass sich in beiden Ländern die Bevölkerungen deutlich vermehren und deshalb das Wasser knapp wird, ist eine üble Behauptung

    Wo habe ich das behauptet?

  62. #69 uwe hauptschueler
    14. August 2022

    @PDP10
    Ihre Erwiderung besteht nicht aus Fakten, Mehrzahl, sondern aus nicht belegten Behauptungen. Ihre Quelle gibt nicht viel her.

    Faktum [lat.] das;-s, …ta u. …ten: [nachweisbare] Tatsache, Ereignis.

    Q.: DUDEN Das Fremdwörterbuch

    in Agypten und Israel, wo durch aufwändige künstliche Bewässerungsmethoden für ein Kilogramm Kartoffeln im Schnitt 407 Liter Wasser benötigt werden.

    Ihre Quelle
    Der einzige Wert Ihrer Quelle, Herkunft unbekannt.

    Maniok, Hirse, Yamswurzeln und noch hundert andere

    die wachsen in der Wüste auch nicht ohne Bewässerung. Wenn Sie diese Kulturen für geeigneter halten können Sie bestimmt Angaben zum Wasserbedarf machen.

    Kartoffeln, (die die Leute da gar nicht kaufen können, weil sie nach Europa exportiert werden.)

    Von den erzeugten Kartoffeln wurden in Ägypten 60%, in Algerien 87% und in Morokko 80% selber konsumiert.
    Q.: http://www.toffi.net/anbau_afrika.htm

    Was meinen Sie, wenn ich untätöwierte Nichtraucher in der Warteschlange vor den Tafeln anspreche, wie werden die antworten? Ein Obdachloser, den ich meine Meinung vorgetragen habe, hatte da keine Einwände.