Katzencontent ist ein vieldiskutiertes Internetphänomen. Katzenbilder sind niedlich und lösen angeblich positive Gefühle bei den Betrachter:innen aus, besonders, wenn es um Katzenkinder geht. Aber Mäusebabys gehen bestimmt auch. Hier ein Bild eines Mäusebabys, das am Straßenrand verlassen aufgefunden wurde und jetzt von einer Tierärztin mit Katzenaufzuchtmilch aufgepäppelt wird. Fell hat es schon, es kann sich schon putzen, die Augen öffnen sich gerade.

Die kleine Maus war gestern der Star bei einer Fete. Sie musste mitkommen, weil sie alle paar Stunden gefüttert wird. Außerdem bekommt sie Streicheleinheiten mit einem kleinen Pinsel.

Mäuse- oder Rattenbabys werden offensichtlich recht häufig aufgefunden, es gibt zahlreiche Einträge dazu im Internet. Wenn der Mäuserich auf dem Bild – das männliche Geschlecht wurde tierärztlich festgestellt – groß ist und wieder eine Zeit lang die Wildnis unsicher gemacht hat, kann er auch für Menschen gefährlich werden. Mäuse können Hantaviren übertragen und so virale hämorrhagische Fieber verursachen, die nicht selten schwer verlaufen.

Die Zahl der Erkrankungen ist im Zeitverlauf sehr unregelmäßig. Alle paar Jahre gibt es Erkrankungshäufungen in Abhängigkeit von der Häufigkeit des Auftretens von Mäusen. Regionale Schwerpunkte in den letzten Jahren waren immer wieder Baden-Württemberg, Niedersachsen und Ostbayern. Für diese Regionen sagt das Prognosetool beim Umweltbundesamt auch für 2023 ein erhöhtes Risiko vorher.

2021 war mit 1.740 nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) gemeldeten Erkrankungen ein typisches „Hanta-Jahr“, 2022 gab es mit 142 Meldungen dagegen recht wenig Fälle, 2023 werden es mehr, aber es wird wohl kein „Hanta-Jahr“ – 103 Meldungen gibt es Stand heute.
Etwa zwei Drittel der Betroffen sind Männer. 58 Menschen mussten 2021 aufgrund einer Hantavirus-Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden.

Im letzten Jahr gab es mediale Aufregung um Bornavirus-Erkrankungen, nach Todesfällen in Bayern. Allerdings sind Bornavirus-Erkrankungen viel seltener als Hantavirus-Erkrankungen und die Viren werden vor allem von Spitzmäusen übertragen. Die kleine Maus ist daran aber so oder so unschuldig, sie war 2022 noch nicht auf der Welt. Und wer würde ihr überhaupt etwas Böses zutrauen, ist sie nicht süß? Mindestens wie Katzencontent?

Kommentare (43)

  1. #1 Dr. Webbaer
    10. Juli 2023

    Nagetiere, auch kleine Mäuse, Dr. W hat so auch selbst beobachtet, sind Omnivoren und Predatoren, nicht so-o niedlich, wie gemeint werden könnte.

    Beim sozusagen größeren Freund der Maus, der Ratte, wird dies womöglich klarer.
    Dr. W hatte insofern häuslich mit Mäusebefall und zweimal auch mit Rattenbefall zu arbeiten, obwohl ihm zugeneigte Katzen, die auch befuttert worden sind, in sozusagen harter Zeit, im Winter, und teils dann auch (vorübergehend) häuslich aufgenommen worden sind, zur Verfügung standen.

    Einmal gab es einen regelrechten Kampf zwischen Dr. Webbaer und einer Ratte, die aus dem Hause vertrieben streng vor einer Gartentür lauerte um Wiedereinkehr zu finden, Dr. W hat diesen Kampf (knapp) gewonnen, er konnte tot treten, sich dabei vor allem vor den Bissen fürchtend, die auch Krankheitsübertragung meinen können.
    Es gab da eine Art Tanz vor der Gartentür, die Ratte versuchte die Abreisemöglichkeit nicht.

    Ansonsten sind wie gemeinte kleine Nagetiere schon recht nett, wenn sie Verwandte der Bären und Menschen sind, als Säugetiere, und idR Mausarbeit leisten und nicht sonderlich stören.
    Mit Mausefallen darf weiterhin gearbeitet werden. [1]

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

    [1]
    Anti-Mäuse-Content :

    Dr. W kann auch Rat geben, wie Mausefallen am besten zu befüllen, zu platzieren und zu warten (!) sind. – Auch welche Mausefallen eher mehr leisten und welche weniger.

    Ja, Dr. Webbaer hat auch ‘Maurice, der Kater’ (‘The Amazing Maurice and His Educated Rodents’ e-sprachig) von Terry Pratchett gelesen und (sozusagen, immer auch philosophisch) durchgearbeitet, Terry hatte ja etwas zu sagen, wir machen auch u.a. Looky hier :

    -> https://en.wikipedia.org/wiki/The_Science_of_Discworld

  2. #2 echt?
    10. Juli 2023

  3. #3 Dr. Webbaer
    10. Juli 2023

    ‘Mäuserich’ war nice, es liegt hier eine sog. Sexusmarkierung vor, wie bspw. auch bei Enterich oder Kater(ich).

    Wir vergleichen auch mit der Sexusmarkierung ‘-in’, bspw. so :

    -> https://de.wikipedia.org/wiki/Sexus#Sexus-Zuweisung_gemäß_Genus

    Der Sexus ist eine grammatische Kategorie, er oder sie konkurriert nicht mit dem biologischen Sachverhalt, der in etwa meint, dass es beim Menschen und weitergehend beim Säugetier genau zwei Geschlechter gibt, männlich und weiblich, und so nicht gewechselt werden kann, auch es keine so gemeinten Zwitterwesen gibt.

    Wir unterscheiden also zwischen Genus, Sexus und allgemeiner Befindlichkeit, die womöglich ablativ auch soziales Geschlecht genannt werden darf.

    Derartige Suffices, Relativierungen und Abstraktionen sind schon wichtich (mittelniederdeutsch), damit sich der wie hier gemeinte Primat auch bestmöglich und zukünftig zurechtzufinden vermag.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

  4. #4 zimtspinne
    10. Juli 2023

    wenn Mäusecontent mit Katzencontent konkurriert, wird das hakelig. Wenn man sich dann entscheiden müsste. Muss man ja zum Glück nicht.

    Aufgefundene Mäusebabys haben ganz gute Überlebenschancen, nicht ganz so gut wie Feldhasenbabys. Allgemein liegt die Überlebensrate auf Wildtierauffangstationen aber nur so bei 50%, für Kleinkatzen (wie Luchs, europ. Wildkatze zB) sieht das eher schlecht aus, für Eichhörnchen auch.

    Vielleicht halten Männer ja seltener Katzen, haben es mit mehr Mäuseplage zu tun, basteln dubiose Mäusefallen, werden dann gebissen und man möchte es fast schon Strafe Gottes nennen, stecken sich dabei mit dem Sin-Nombre-Virus an… aber nein, das tun wir natürlich nicht, schadenfroh sein. Nein!

    https://www.coliquio.de/wissen/Patientenfall-Kasuistik-100/loesung-tierkontakt-100

    • #5 Joseph Kuhn
      10. Juli 2023

      @ zimtspinne:

      “Vielleicht halten Männer ja seltener Katzen, haben es mit mehr Mäuseplage zu tun, basteln dubiose Mäusefallen, werden dann gebissen”

      So wird es sein. Die Jagd auf wilde Tiere war angeblich schon immer Männersache. Früher Mammuts, heute Mäuse.

      “stecken sich dabei mit dem Sin-Nombre-Virus an”

      Das sollte in Deutschland nicht vorkommen. Wenn ich mich nicht vergoogelt habe, gibt es diesen Hantavirentyp bei uns nicht, er ist in Nordamerika heimisch.

  5. #6 Dr. Webbaer
    10. Juli 2023

    Mäuse werden idR ca. zwei Jahre alt, ihre Tragzeit ist gering, gelebt wird omnivorisch, auch selbstverzehrend, kannibalistisch.

    Die Maus ist ein Schadtier, Ihre Lebensdauer beträgt maximal fünf Jahre.
    Sie ist nicht klug, ihr Gehirn, sparsam bemessen, erlaubt so nicht.
    Dr. W hat so x-fach häuslich wie auch in freier Natur beobachtet, sie wiegt bis zu ca. 30 Gramm, kann sich nicht veränderndes Subjekt nicht als Jäger erkennen, die Katze lebt von dieser Einsicht, Dr. W hat auch Katzen in ihrem diesbezüglichen Jagdverhalten beobachtet.

    Mäuse werfen zeitnah, nach vielleicht drei Wochen, die Jungen werden früh geschlechtsreif und sind nicht nett, ein besonderer Sozialismus sozusagen, ist nicht festzustellen.
    Sich gegenseitiges Fressen liegt vor,

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

    • #7 Joseph Kuhn
      10. Juli 2023

      @ Webbär:

      “Die Maus ist … ist nicht klug”

      Zumindest sind von ihr keine relevanten Beiträge zur Analytischen Philosophie, zur Stochastik oder zur Astrophysik bekannt.

      “ihr Gehirn, sparsam bemessen, erlaubt so nicht.”

      Mit solchen kausalen Spekulationen sollte man angesichts mancher Menschen mit 1,5 kg Hirn und trotzdem überschaubarer kognitiver Fähigkeiten vorsichtig sein.

  6. #8 Robert
    Nahierdoch
    11. Juli 2023

    Das Gehirnvolumen des Neandertalers war auch größer als das des modernen Menschen; den Computer erfand er dennoch nicht. Ich allerdings auch nicht, und ich würde mich andererseits mit der Mammutjagd ziemlich schwer tun.

    Nennen wir es “an den Bedarf angepasst”?

  7. #9 Neumann
    11. Juli 2023

    Sind Mäuse gefährlich ?
    Diese Frage lässt sich bejahen.
    Wenn man 50 Mäuse in einer Scheune mit Getreide hat, dann vermehren die sich.
    Nach einem Monat beträgt die Population etwa 200, das 4 -fache, nach weiteren zwei Monaten steigt sie auf 3000 Mäuse an,das 60 – fache , nach weiteren 100 Tagen auf 5000 Mäuse, also das 100-fache. Dann stagniert die Population, weil der Lebensraum zu eng wird.

    Die Katzen freut das, den Bauern weniger.

  8. #10 Alisier
    11. Juli 2023

    Da das Thema Natur und Gefahren, reale und eingebildete, zu meinen Leib- und Magenthemen gehört ein kurzer Einwurf:
    Hantaviren werden meines Wissens in Deutschland hauptsächlich von Rötelmäusen übertragen und diese sind meist dort wo es (noch) ausgedehnte Buchenwälder gibt. Das ist erstmal ein Fakt.
    Mäusearten gibt es einige, von der Spitzmaus (die keine “echte” Maus ist) war im Post ebenfalls die Rede und von Fledermäusen und Flughunden als Virusträger haben viele seit den letzten Ebolaausbrüchen und nach einer weltweiten Viruskrise sogar die meisten inzwischen gehört.
    Dazu fallen mir zwei Dinge ein:
    Geht man ins Netz und sei es nur um seine Mails zu checken, sieht man seit Jahren die Tendenz Natur als zunehmend gefährlich und sogar feindselig darzustellen (“Die zehn giftigsten Tiere”, “Eichenprozessionsspinner auf dem Vormarsch”, Mücken könnten auch bei uns tödliche Krankheiten übertragen”, “Zecken und FSME” usw.)
    Wir sind, und da können wir uns auf den Kopf stellen und es trotzdem nicht ändern, Teil der Natur und auf funktionierende Ökosysteme angewiesen. Die “Weg mit dem ganzen Kroppzeug, damit wir endlich unsere Ruhe haben!”-Position nimmt inzwischen dennoch breiten Raum ein, und es hat Gründe warum ich mir bei Exkursionen öfter Eichenprozessionsspinnerraupen über den Arm laufen lasse oder Hornissen auf den Handrücken nehme. Die Naturferne nimmt aktuell enorm zu und die Ängste ebenfalls, Ängste, die in den allermeisten Fällen jeder Grundlage entbehren.
    (Disclaimer: ich unterstelle Dir, Joseph, nicht im Geringsten mit Deinem Post Ängste schüren zu wollen.)
    Zum zweiten, und da wird es dann etwas haariger: dass Menschen dadurch verletzt und infiziert werden weil es Tiere (oder auch Pflanzen, siehe Heracleum mantegazzianum) gibt, ist eine Tatsache. Dass man Bären in freier Wildbahn ungern begegnet dafür habe ich ebenfalls Verständnis.
    Aber: wenn ein sehr, sehr kleiner Prozentsatz der Menschheit befürchten muss durch Kontakt mit anderen Arten zu Schaden zu kommen, so ist das kein Grund für eine generelle Kriegserklärung, mit der ich mich erst gestern durch die Vernichtung eines ganzen Wespenvolks in einem naturnahen Gebiet wieder konfrontiert sah. So gehts dann eben auch nicht.

    • #11 Joseph Kuhn
      11. Juli 2023

      @ Alisier:

      Danke für die Ergänzungen. Ängste wollte ich natürlich keine schüren. Dafür eignen sich Mäusebabys grundsätzlich nicht. Glaube ich jedenfalls.

  9. #12 Alisier
    11. Juli 2023

    @ Neumann und andere
    Es geht eben in diesem Falle NICHT um Hausmäuse und andere direkte Nahrungskonkurrenten aus der großen Mausfamilie, sondern um Mitglieder einer der unteren Stufe der Nahrungskette, ohne die es Eulen z.B. gar nicht geben könnte.
    Und zu den Ratten eine absolut empfehlenswerte Doku, die für einen Perspektivwechsel hilfreich sein könnte:
    https://www.arte.tv/de/videos/100821-000-A/stadtratten/
    Wir haben z.B. aktuell wesentlich größere Probleme mit den großen Mengen an von uns ausgebrachtem Rattengift in Böden und Flüssen als mit den Ratten selbst, die zum Ökosystem Stadt längst dazugehören.

  10. #13 Neumann
    11. Juli 2023

    Alisier,
    wie Herr Kuhn schon angemerkt hat, es geht nicht um das Schüren von Ängsten, es geht um eine realistische Einschätzung.
    In Australien denkt man anders, hier ist schafft die Realität Ängste.
    https://www.google.com/search?client=firefox-b-d&q=m%C3%A4useplage+australien#fpstate=ive&vld=cid:81996b4b,vid:Q_gXuMrebhA

  11. #14 naja
    11. Juli 2023

    Ich habe überhaupt nur durch meine Katze mit Mäusen zu tun. Die bringt die zum Glück immer ins Badezimmer, wo ich die Katze einfach aussperren und die Maus leicht fangen kann.
    Die Mäuse sind meistens lebendig und äußerlich unversehrt. Ich bringe die dann wieder raus.
    Bitte nehmt mir nicht die Illusion, dass die dann noch ein langes erfülltes Leben haben und noch ihren Enkeln erzählen, wie sie mal von ner Katze gefangen wurden und das überlebt haben.

  12. #15 Alisier
    11. Juli 2023

    @ naja
    Sie werden ncht nur ein langes, erfülltes Leben haben und viele flauschige Enkelchen, sondern der große Mausgott wird Dich reich belohnen wenn Du dereinst in den ewigen Käsegründen aufgenommen werden wirst.
    Denn das ist längst nicht jedem vergönnt.

  13. #16 Alisier
    11. Juli 2023

    @ Neumann
    Den Unterschied zwischen halbwegs funktionierenden Ökosystemen und ökologisch auf der Kippe stehenden Agrarsteppen wie in Australien nicht zu machen scheint, hoffe ich zumindest, nicht nur mir wenig sinnvoll zu sein.
    Die katastrophale Lage in Teilen Australiens fiel nicht vom Himmel: sie ist größtenteils menschengemacht.
    Zu verstehen was dort passiert ist bleibt wichtig damit wir manche Fehler hier nicht wiederholen.

  14. #17 Fluffy
    11. Juli 2023

    Die Maus ist ein Schadtier … ist nicht klug, ihr Gehirn, sparsam bemessen, erlaubt so nicht.

    So ein Quatsch. Falls es dazu überhaupt eine Frage gibt, so lautet die Antwort 42 !

    [Ford Prefect]

  15. #18 Neumann
    12. Juli 2023

    Gesundheitsrisiko Mäuse
    Aus dem Leben gegriffen. Wir hatten einen Gartenschuppen und jedesmal , wenn ich ihn aufräumte, bekam ich schon am Abend einen Schnupfen und am nächsten Tag hatte ich Anzeichen einer leichten Erkältung. Unser Nachbar sagte uns, das käme von dem Mäusekot. Wieder einen Tag später waren die Symptome verschwunden.

    Also, wir machten dem Spuk ein Ende und bauten den Schuppen ab. Damit die Mäuse nicht wieder eindringen können, haben wir Bodenplatten aus Stein verlegt. Darauf setzten wir einen Fertigschuppen aus Metall und Schluss war mit der Gefahr sich mit irgendwelchen Viren zu infizieren.

  16. #19 Fluffy
    12. Juli 2023

    Dieser nette interessante Beitrag regt durchaus zu einigen Fragen an, und zwar nicht unbedingt, ob Mäuse dumm sind, weil sie nur ein kleines Gehirn haben.
    Ich finde es schon interessant, dass ein Anstieg der Mäusepopulation mit einem signifikanten Anstieg von Hanta-Viren-Infekten bei Menschen einhergeht. Da frage ich mich zum Beispiel, wie die Übertagung erfolgt? Ich sehe ja durchaus hin und wieder einige Mäuse in meiner Umgebung, komme aber mit ihnen praktisch nie in Kontakt. Da sehe ich ja viel öfter Eichhörnchen, wobei ich ehrlicherweise nicht weiß, ob es nicht immer nur ein und dasselbe Eichhörnchen ist.

    Wenn jetzt die oben beschriebene Maus aufgepäppelt und in Freiheit gesetzt wird, kann das nicht der Auslöser einer explosionsartigen Vermehrung werden und damit auch der Gefahr von Infektionen führen?
    Wissenschaftlich ausgedrückt, kann diese Maus nicht der Kippunkt (alte Schreibweise) zu einer Hanta-Virus-Epidemie werden? Wie kann der Mensch dem begegnen?

  17. #20 Alisier
    12. Juli 2023

    @ Fluffy
    Die Frage ist immer welche Mäuse genau die Viren übertragen.
    Da Rötelmäuse nicht durch Küche und Keller laufen, sondern, wie schon erwähnt, an bestimmte Ökosysteme gebunden sind und dort auch von den spezialisierten Beutegreifern reguliert werden, dürften wie bisher eher Landwirte und in Forsten Aktive zu den (wenigen) Infizierten gehören.
    Genau deswegen ist es auch irreführend irgendwelche Horrorvideos von Hantaviren nicht übertragenden Hausmausplagen zu posten.
    Ökosystemdynamiken mit ihren vielen verschiedene Nischen bewohnenden Mausarten zu verstehen und zu interpretieren erfordert einige Kenntnisse und vor allem Nüchternheit, die nicht unbedingt jedem zu jeder Zeit gegeben ist.

  18. #21 Dr. Webbaer
    12. Juli 2023

    Dieser nette interessante Beitrag regt durchaus zu einigen Fragen an, und zwar nicht unbedingt, ob Mäuse dumm sind, weil sie nur ein kleines Gehirn haben. [Kommentatorenfreund ‘Fluffy’]

    Die Größe des Gehirns korreliert anscheinend mit der Verständigkeit, in der Tier-Theorie oder Tier-Ethik oder Tier-Modellierung oder Tier-Philosophie gibt es derartige Überlegungen, die zB die kleine Maus herabsetzen, weil sie der Ratte i.p. (kleinerem) Hirn nachrangig ist.

    Dr. Webbaer hat dazu etwas geschrieben, das hier nicht veröffentlicht worden ist, was aber vermutlich an seiner nicht mehr immer stabilen Internetverbindung liegt.
    Bäume, die Antennen behindern, können wachsen.

    Auch zwischen Mann und Frau gibt es wie gemeinte Differenzen, die vielleicht zehn Prozent ausmachen.
    Worauf Dr. W abär nicht abheben möchte, sondern auf die grundsätzliche Idee, dass Hirn zwar hilft, aber auch herumzutragen ist, so dass sich letztlich eine Abhängigkeit zu den Schwerkraftsverhältnissen ergibt.

    Auf dem Mond sozusagen wäre verständigeres Leben möglicher (ein derartiger Komparativ existiert nicht, korrekt), aber leider dann ohne Atmosphäre dann doch nicht.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

    PS :
    Zum Glück ist nun terrestrisch die sozusagen endgültige Lösung gefunden worden, die einerseits verteilte Anwendung von sog. Intelligenz meint und andererseits die Nicht-Bewegung wie gemeinter erkennender Subjekte, die dann ubiquitär werden und geeignete Robotik wahlfrei und bedarfsweise zeitweise nutzen können.
    Philip K. Dick hätte so nicht besser entwickeln können.

  19. #22 Staphylococcus rex
    12. Juli 2023

    @Fluffy, ich kann da etwas beruhigen. Erstens ist Maus nicht gleich Maus, die meisten Hantaviren sind auf eine oder wenige Arten als Wirt angewiesen (zu Details müßte ich mich auch erst einmal belesen). Zweitens werden die Viren meist mit Urin (oder Stuhl?) ausgeschieden und werden beim Einatmen von infizierten Stäuben auf den Menschen übertragen. Der typische Hanta-Virus-Patient in Deutschland hatte einige Tage vorher in seinem Schuppen oder seiner Scheune gearbeitet. Wer in einer Endemieregion wohnt, kann z.B. bei derartigen Tätigkeiten eine FFP2-Maske tragen. Drittens haben Mäuse so viele Nachkommen, weil die meisten bereits sehr früh Teil der Nahrungskette werden. Wenn sich eine Handaufzucht plötzlich sich in freier Wildbahn wiederfindet, würde ich immer auf den Jäger wetten.

    Details siehe auch:
    https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Hantaviren.html

  20. #23 Alisier
    12. Juli 2023

    Nachtrag:
    Seewisvirus und Asikallavirus, die von Spitzmäusen Fledermäusen und Maulwürfen beherbergt werden können sind wohl nicht so leicht auf Menschen übertragbar.
    Und Brandmäuse als Reservoir für das Hantavirus scheinen für die Infektion bei Menschen keine größe Bedeutung zu haben. Das Puumalavirus, mit dem wir es hier hauptsächlich zu tun haben ist bei uns dann doch an die Rötelmaus gebunden.
    Und die ist, wie jetzt mehrfach erwähnt, eine Art mit der kaum jemand von uns sehr oft Kontakt hat.
    Nochmal: zuhause laufen die nicht rum. Die muss man draußen in bestimmten Waldformen suchen.

  21. #24 Alisier
    12. Juli 2023

    Noch etwas zu meiner Person:
    bereits als Jugendlicher war ich an Untersuchungen diverser Mauspopulationen beteiligt, und habe deswegen seit der Zeit ordentlich Antikörper gegen die Puumalvariante des Hantavirus aufgebaut, wie später festgestellt wurde.
    Und davon wussten wir damals nichts. Ist aber auch keinem von uns was passiert.

  22. #25 Alisier
    12. Juli 2023

    @ Neumann (Alfred E. ?)
    Ja, gute Idee!
    Wir reißen die Städte ab und brennen die Wälder nieder, denn dann gibts keine Ratten und keine Rötelmäuse mehr!
    Heureka!
    Und all das, damit eingebildeten Viren und Krankheiten der Garaus gemacht wird…..

  23. #26 Neumann
    12. Juli 2023

    Mäuse sind ein sehr wichtiger Teil in der Nahrungskette.
    Der allseits geachtete Storch ernährt sich von ihnen. Der Bussard ist sogar nach der Maus benannt.

    Worum es geht, Mäuse sind kein Spielzeug, der Bauer hält sie mit Katzen ich Schach, und der Städter , der muss sich eher vor dem Waschbär hüten, wenn der mal auf den Dochboden gelangt ist, hört man es nachts tappsen.
    Und… er frisst auch Mäuse.

  24. #27 Alisier
    12. Juli 2023

    Wenn der Städter erst mal anfängt Mäuse zu fressen, dann liegt freilich schon einiges im Argen….
    Robert, bist Du das?
    Vom Duktus und vom Inhalt her würde es mal wieder passen.

  25. #28 naja
    12. Juli 2023

    @Neumann
    Oder sie haben eine leichte Hausstauballergie. Oder im alten Schuppen hats geschimmelt.
    Haben Sie die Symptome nach dem Aufräumen denn jetzt nicht mehr?

    A propos Viren, in Polen gibt es laut Zeit und anderen Portalen ein “merkwürdiges Katzensterben”. Auch von reinen Hauskatzen. Vermutet wird H5N1 durch Rohfleischfütterung. Also das Virus direkt zum geliebten Haustier über unsere Geflügel Mastbetriebe, wenn es sich bewahrheitet. Mehr Perversion auch in der Bewertung unserer Mittiere kann man sich fast nicht ausdenken.

  26. #29 Neumann
    12. Juli 2023

    Das Eintagesfieber war der Hinweis, dass es sich um Viren handelt. Jetzt ist das alles Geschichte. Unsere Nachbarskatze liebt Mäuse und Vögel.

    Aber die Mäuse sind auch erfinderisch. Wir haben unser Haus isolieren lassen. Und jetzt fand ich einen handtellergroßen Haufen Styropor unter der Wand. Die findigen Mäuse haben doch tatsächlich einen Gang zwischen Hauswand und Isolation herausgebissen.
    monsieur A.
    Ein deja vu ist ein Zeichen von Phantasie und Gesundheit ! Ein sehr reicher Bekannter aus Cannes heißt übrigens Robert.

  27. #30 Neumann
    13. Juli 2023

    @naja
    Nachtrag, es ist schon sonderbar, dass es keine genaue Definition von Fieber gibt. Die eine Seite behauptet, ab 38 Grad hat man Fieber, eine andere Seite behauptet, bis 38, 5 Grad spricht man von erhöhter Temperatur.

    Nochmal zum Eintagesfieber. Das gibt es laut Internet nicht. Bei mir waren es immer erhöhte Temperatur mit Unwohlsein, wenn ich den Schuppen aufgeräumt habe. Und das dauerte höchstens 1 Tag.
    Ihr Verdacht mit Allergie ist also auch möglich.

    • #31 Joseph Kuhn
      13. Juli 2023

      @ Neumann alias …

      Einmal mehr die Bitte, erst mal zu googeln, bevor Sie was raushauen. Zum Stichwort „Fieber“ hätten Sie dann z.B. das gefunden: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Fieber, und auch was zu „Eintagsfieber“.

  28. #32 Dr. Webbaer
    13. Juli 2023

    Hoffentlich ist Dr. W weiter oben nicht allzu sehr angeeckt, ja, Mäuse sind iO, sie teilen auch die Säugetierhaftigkeit und Dr. W webverweist gerne auch so :

    -> https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Sendung_mit_der_Maus

    -> https://www.youtube.com/watch?v=U8nyhA48xP8

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

  29. #33 Neumann u.a.
    16. Juli 2023

    #31
    Der Link hat keine Klarheit geschaffen, weil die Fieber-Symptome in einem Grenzbereich verblieben waren.
    Seit die Mäuse verschwunden sind, sind die Symptome auch nicht mehr aufgetaucht.

  30. #34 Fluffy
    17. Juli 2023

    @Neumann u.a.
    Zuertst mal, was bedeutet u.a.?
    Googel sagt:

    u.a. Bedeutung: und andere, unter anderem, abgekürzt: u. a.
    Bei Aufzählungen steht vor der Abkürzung u. a. kein Komma, richtige Schreibweise nach DIN Norm u. a. mit Leerzeichen zwischen den Buchstaben.

    Ich persönlich ziehe unheimlich anstrengend vor.

    Zur Fieberfrage hilft natürlich auch ein Blick in die Fachliteratur.
    In dem Fachbuch “Saiäns Fiktschen nähert sich der Experte Franz Fühman im Kapitel “Der Haufen” auf philosophische Weise einem sehr ähnlich gelagerten Problem.
    Also, wer lesen kann, ist klar im Vorteil.

  31. #35 Neumann u.a.N.
    17. Juli 2023

    An den Rechtschreibgläubigen,
    u.a. heißt und andere (Namen).
    Du musst nur etwas Phantasie walten lassen.

    Wenn Herr Kuhn eine Statistik über den Hantavirus einfügt, dann weißt du, wofür sein Herz schlägt, für Statistiken.
    Meiner Ansicht nach muss man Statistiken mit Gefühlen aufpeppen, und Herr K. macht das mit der Bemerkung, dass die kleine unschuldige Maus Frederic zum Zeitpunkt der Statistik noch gar nicht geboren war.

    Wir wollen ihr wünschen, dass sie nicht in einem Labor ihr kurzes Leben vorzeitig beenden wird.

  32. #36 Herr ɟuǝs
    kein Fan
    17. Juli 2023

    Auf Zypern können jetzt die Mäuse ungestört auf den Tischen tanzen.
    Katzen kriegen auch Corona – 300.000 ! verendet 😉 ist ja wie Plage

  33. #37 Alisier
    18. Juli 2023

    @ Mr mustard
    Nur damit Alfred E. das nicht wieder aufgreift und seinen nach Ihnen benannten Stoff dann auch noch dazu gibt, und selbst wenn es nur ein launischer Einwurf Ihrersaeits war:
    (Haus)Katzen spielen in Ökosystemen, selbst im Ökosystem von Städten, kaum bis gar keine Rolle. Nur weil man die Tiere manchmal mit Mäusen und Vögeln im Maul herumlaufen sieht, heißt das nicht, dass sie den Einfluss von ins System integrierten einheimischen Beutegreifern auch nur zu winzigsten Teilen erreichen können.
    Holzwege bei der Beobachtung und Beurteilung von Zusammenhängen führen nirgendwohin oder ins erkenntnistechnische Verderben.
    Das Alfred E. und anderen notorischen Nichtschnallern mit überbordendem Mitteilungsbedürfnis ins Poesiealbum geschrieben.

  34. #38 nager
    nagerhöhle
    21. Juli 2023

    ein bekannter ist krank geworden. es wurde immer schlimmer, so dass er ins krankenhaus kam. auch dort wurde es immer schlimmer innerhalb kürzester zeit. die nierenwerte waren so schlecht, dass diese quasi nutzlos war. weiß nicht mehr genau, auf jeden fall hatte man das gefühl, dass diese person es nicht machen würde. zumglück hat man die ursache, Hantavirus, schnell genug rausgefunden und konnte dementsprechend gegenmaßnahmen einleiten und die genesung war schnell und vollständig.
    wie kam es dazu? derjenige, ein mann, hatte vor kurzem, nach dem winter, den gartenschuppen ausgefegt, natürlich ohne mundschutz, und es waren dort auch mäuse/ratten(kot). hantavirusverlauf ist natürlich nicht immer so, aber das wissen kann ja nichts schaden.

  35. #39 Dr. Webbaer
    23. Juli 2023

    Nur weil man die Tiere manchmal mit Mäusen und Vögeln im Maul herumlaufen sieht, heißt das nicht, dass sie den Einfluss von ins System integrierten einheimischen Beutegreifern auch nur zu winzigsten Teilen erreichen können.

    Katzen vertilgen Mäuse vergleichsweise gerne, sie sind sozusagen ihre grundsätzliche Nahrungsquelle in freier Wildbahn, sie sind Karnivoren.
    Sie vertilgen, benötigen dann sicherlich täglich nicht mehr als fünf der gemeinten kleinen Nagetiere, jagen aber auch aus Vergnügen, oder aus Gewohnheit oder aus Langeweile, wie immer dies genannt werden darf.
    Tiere jagen und töten auch aus Gründen, die nicht die Kompensation ihres Energiehaushalts meinen.
    Außerdem sind Hauskatzen oder in der Nähe des Hauses beschäftigte Katzen, die insgesamt mehrere tausend wie gemeinte Nagetiere jährlich zu erlegen in der Lage sind, auch gefürchtet, von Mäusen eben, die Katzengeruch registrieren und insofern Abreisebemühungen verstärken und Anreisebemühungen beenden könnten.
    Krankheitsübertragungen durch Mäuse gibt es.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

  36. #40 zimtspinne
    23. Juli 2023

    @ Joseph

    gibt es positive Nachrichten von der Handaufzucht-Maus?

    • #41 Joseph Kuhn
      24. Juli 2023

      Ich habe keine Infos. Vermutlich genießt die Maus inzwischen ein wildes Leben und träumt manchmal seltsame Träume von freundlichen Menschen, die keine Kriege führen, einander nicht im Mittelmeer ertrinken oder in Dürreregionen verhungern lassen.

  37. #42 zimtspinne
    23. Juli 2023

    @ Senfer

    Auf Zypern können jetzt die Mäuse ungestört auf den Tischen tanzen.
    Katzen kriegen auch Corona – 300.000 ! verendet ist ja wie Plage

    Weshalb nochmal genau setzt du hinter dem qualvollen, unheilbaren* Leiden der felinen infektiösen Peritonitis (FIP) einen Smilie?

    Ist das besonders unterhaltsam und lustig?
    Betrifft vor allem immungeschwächte Tiere ohne medizinische Versorgung.

    Mal ganz davon abgesehen, dass dein Artikel aus einer altbekannten, meist tödlich verlaufenden und damit ziemlich gefürchteten Infektionskrankheit etwas “Neuartiges” macht, das gar nicht existiert, außerhalb von clickbait.

    Schäm dich eine Runde. ^^

  38. #43 zimtspinne
    23. Juli 2023

    edit/
    hinter den