Forscher sind unersättlich in ihrem Hunger nach Wissen.
Mit unstillbarer Neugier gucken sie ü-ber-all und belästigen dabei oft unschuldige Lebensformen.
Welche Vogelmutter lässt schon gern die Eier unter ihren Fittichen zählen?
Haben nicht auch Fische ein Anrecht auf Privatsphäre?
Und überhaupt.
Darum ist in den letzten Jahren vermehrt an der Tarnung von Forschungskameras gearbeitet worden, die dann ganz phäomenale neue Einblicke ins Tierleben gaben.

Robo-Penguin ist so ein Pracht-Exemplar für die pinguinverträgliche Forschung:
Ein als Küken getarnter Rover fährt durch eine Königspinguin-Brutkolonie.

Kaiser- und Königspinguine sind Großpinguine. Kaiserpinguine werden 100 bis 130 Zentimeter groß und brüten auf dem antarktischen Festland, Königspinguine bleiben mit 85 bis 95 Zentimeter etwas kleiner und brüten in der treibeisfreien Zone.
Der Rover mit Kamera ist als Küken gut getarnt, die Pinguine scheinen ihn zu akzeptieren.
Gut zu sehen ist das Treiben in der Brutkolonie: Einige Küken stehen aneinander gekuschelt – der Kindergarten.
An anderer Stelle ist zu sehen, wie ein Erwachsener ein Ei auf den Füßen, gehüllt in die Bauchfalte, umherträgt.
Eine gelungene Idee der Pinguin-Forscher des National Centre for Scientific Research in Strasbourg (dieser fransösische Aksent ist wünderbar). Auf jeden Fall scheuchen sie mit diesem Untercover-Pinguin die anderen Tiere nicht auf und bekommen bestimmt bessere Daten vom ungestörtenTreiben in einer Brutkolonie.

Königspinguine halten ihre Eier auf den Füßen un bedecken sie mit einer Brutfalte, so bleiben sie trotz eisiger Temperaturen schön warm. Die meisten Pinguinarten legen nur ein Ei, um das sich beide Eltern mit vollem Einsatz kümmern. Vögel und Vogelbrut benötigen ohnehin sehr viel Energie, Vögel in so kalter, kraftzehrender Umgebung brauchen noch viel mehr Futter.

Hier ist noch ein recht schneller Kaiserpinguin-Kamera-Roboter, der offenbar auch schnell Freundschaft schließt.

Die BBC hatte vor einiger Zeit schon mehrere als Schwimm-Kamera-Roboter in tierischer Tarnung erfolgreich eingesetzt. U. a. waren dabei die spektakulären Aufnahmen der Delphine im Drogenrausch entstanden.

Kommentare (5)

  1. #1 user unknown
    https://demystifikation.wordpress.com/tag/pinguin/
    29. Januar 2016

    Toll!
    Dass die Forscher so viele unterschiedliche Pinguinroboter haben überrascht mich. Super Aufnahmen.

  2. #2 Bettina Wurche
    29. Januar 2016

    Heute habe ich einen Beitrag über Pinguinküken im Daily Mirror gefunden: Gruppenkuscheln gegen Kälte
    https://www.mirror.co.uk/news/world-news/super-cute-penguin-chicks-huddle-7262758

  3. #3 rolak
    29. Januar 2016

    Gruppenkuscheln gegen Kälte

    Daß wir Menschen nun wirklich nicht jede gute Technik erfunden haben, war aber schon länger klar, Bettina ;‑)

    • #4 Bettina Wurche
      29. Januar 2016

      @rolak: Ja, die meisten Viecher können hemmungslos entspannen. Hinter mir auf dem Teppich liegt gerade der Nachbarskater. Tiefenentspannt. Gleich fängt er wieder an, zu schnarchen. Ganz schön schwierig, dabei konzentriert weiterzuarbeiten : )

  4. #5 Alderamin
    29. Januar 2016

    Erinnert mich an den alten Grzimek (“Ein Platz für Tiere”), der gerne Schimpansen mit Leoparden-Attrappen auf die Palme brachte, um ihr Abwehrverhalten zu testen (oder war’s Heinz Sielmann?). Hab’ lange nicht mehr solche Experimente gesehen.