Ich frage mich, ob im nächsten Jahr wohl überhaupt noch Kalifornische Schweinswale da sein werden, die man retten könnte?
Oder ob wir schon wieder einer Walart nur noch beim Aussterben zusehen können.
Gerade die kleinen, küstennah oder in und vor Flussmündungen lebenden Wale sind stark gefährdet.
Küstennahe Gewässer sind von Menschen stark genutzt und beeinflußt, durch Schiffsverkehr, Fischerei und vielfältige Verschmutzungen chemischer, akustischer oder mechanischer Art. Eine Spezies oder Population von Kleinwalen, die nur an einer solchen Stelle vorkommt, ist zwangsläufig akut bedroht.
Der Chinesische Flussdelphin ist bereits ausgestorben. Der Vaquita hat wohl sein letztes Jahr vor sich.
Andere Flussdelphine wie die Amazonas-Delphine sind ebenfalls akut gefährdet. Auch Riesen wie der Nordatlantische Glattwal sind nicht gefeit gegen anthropogene Gefahren und sterben zurzeit in zu hoher Anzahl im St. Lorenz-Strom durch Schiffskollisionen und als Beifang in Fischereigeschirren.
Und dann ist da noch unser einheimischer Schweinswal, dem es in der zentralen Ostsee auch recht schlecht ergeht. Aber das ist eine andere Geschichte…

 

 

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Kommentare (8)

  1. #1 Gerhard
    2. Dezember 2017

    Bestimmt nicht populär und gern gesehen, was ich jetzt schreibe:
    All die Maßnahmen kommen mir wie Flickwerk vor, ein Flickwerk, das i.d.R. aus dem einen oder anderen Grund nicht funktioniert. Widerstände, technische Probleme, Zeit, Geld ect.
    Wir haben schon soviel zulassen müssen, wie etwa die 80 % Verlust des Insektenbestands in Deutschland. Auch das scheint plötzlich kein Thema mehr zu sein in der Presse, nachdem es im Sommer mit Macht in den Medien war.
    Ich wünsche dem Schweinswal wirklich Überlebenserfolg, aber reihum wird das eine oder andere Rettungsmanöver bei anderen Tierarten keinen Erfolg haben (können).
    Viele Grüsse

    • #2 Bettina Wurche
      3. Dezember 2017

      @Gerhard: Ich sehe es ganz genauso, Gerhard. Zumal bei uns vor der Tür das gleiche mit den Ostsee-Schweinswalen passiert, was noch wesentlich unbekannter ist. Es macht mich einfach nur noch wütend. Vor allem, wenn dann so dusselige Bemerkungen wie von CSU-Politikern zum Insektensterben kommen, die als “Gegenbeweis” ein paar zerquetschte Insekten auf dem Nummernschild ihres großen Autos in die Kamera halten. Wenn Meeres- und Walschutz in Presse und Gesellschaft auch kein Thema sein mögen, werde ich auf “meertext” und in Vorträgen weiterhin laut schreien.

  2. #3 Uli Schoppe
    3. Dezember 2017

    Hast du was zu dem Gegenbeweis? Das ist an mir vorbei gegangen. Mir wird zwar das Lachen im Hals stecken bleiben aber seis drum ^^

    • #4 Bettina Wurche
      3. Dezember 2017

      @Uli Schoppe: Die Studie zum Insektensterben hat natürlich so einigen Leuten nicht ins Konzept gepaßt, die natürlich sofort dagegen trompeteten. Ein besonders gelungenes Exemplar an Bräsigkeit war dabei “Albert Deß, ein Landwirtschaftsmeister und Agrarunternehmer, der seit 2004 die CSU im Europäischen Parlament vertritt, (wo er Mitglied im Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung ist, stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit sowie agrarpolitischer Sprecher der EVP-Fraktion), meinte wohl, besonders gewitzt rüberzukommen, als er auf Facebook ein Bild seines Nummernschilds veröffentlichte.”: Auf dem Nummernschild sind zahlreiche zerquetschte Insekten zu sehen, darunter schrieb Deß breit-bräsig: „Es gibt keine Insekten mehr?“ wo kamen die heute her? Hab ein schlechtes Gewissen. Seit meiner Fahrt sind es wieder weniger geworden aber nicht wegen unserer Landwirtschaft.”

      https://www.riffreporter.de/flugbegleiter-insektenschwund-studie-reaktionen/

      Wenn ich daran denke, dass solche geistigen Tiefflieger, Populisten und Agrarindustriearschkriecher Deutschland im EU-Parlament vertreten und dafür auch noch ein fettes Salär einstreichen, dann reagiere ich schon etwas gereizt. Ich erinnere mich nicht, jemals von einem CSU-Politiker irgendwas inhaltlich Durchdachtes, logisch Tragfähiges gehört zu haben. Als Naturwissenschaftlerin norddeutscher Herkunft scheint mir da eine grundsätzliche Bräsigkeitsakzeptanz zu fehlen.
      Dieser Kommentar ist nun doch mal recht persönlich geworden, aber manchmal bleibt mir einfach die Sachlichkeit weg.

  3. #5 tomtoo
    4. Dezember 2017

    Was uns Trockennasenaffen bei unserem wirtschaftlichem Streben in den Weg kommt , hat halt Pech gehabt. Elefanten, Nashörner, Gorillas , Wale, Insekten, Vögel usw. Auch vor der eigenen Art machen wir keinen halt , kommt sie wirtschaftlichen Interessen in den Weg , da sind wir konsequent.

  4. #6 Uli Schoppe
    4. Dezember 2017

    Ich kann verstehen das man sich da aufregt. Das ist j zum Teil an Dreistheit nicht zu schlagen. Von Trump lernen heist siegen lernen oder so ^^

  5. #7 Laie
    5. Dezember 2017

    Würden mehr Menschen (in Machtpositionen) vernünftig handeln (z.B. die chinesische Tiermafia) … nein das geht nicht, sonst wäre dort nicht die Macht.

    Was kommt ist traurig, aber erst wenn die Lebensgrundlage der Mächtigen zerstört sein wird (dann wird schon ziemlich alles kaputt sein) gibt es ein “natürliches” Regulativ. Nicht dass ich das für gut befinde, nur es sieht ganz so danach aus – alternativlos.

    Bei uns versagt die EU, bzw. jene die dort Macht haben – siehe Insektensterben und generelle Abnahme der Biodiversität.

    Wäre es technisch und biologisch sinnvoll und machbar, alle lebenden Exemplare des Wales schonend einzufangen, um sie in eine geschützte Bucht mit umzusiedeln – wo sie überleben könnten?

    • #8 Bettina Wurche
      5. Dezember 2017

      @Laie: Geld- und Machtgier und Vernunft schließen sich in der Regel aus.
      Das Einfangen der letzten Vaquita-Exemplare und ihr Überleben in einem Reservat sehe ich etwas ambivalent. Als Biologin bin ich nicht ganz überzeugt, ob man mit 30 Tieren einen Bestand erhalten kann. Auch wenn in Zoos solche Arterhaltunsgmaßnahmen auch mit sehr wenigen Tieren bisher schon so einige Male geklappt haben (ich glaube, der Wisent ist dafür ein gutes Beispiel). Da der Vaquita selbst keine Zielart der Wilderer ist, könnten die im Reservat lebenden Tiere tatsächlich eine gute Überlebenschance haben. Sie wären dann in freier Wildbahn ausgestorben, aber als Art und Genpool erst einmal gesichert.
      Man könnte sich allerdings auch fragen, wozu man die letzten Tiere nun retten sollte: Es ist nicht anzunehmen, dass sich in Mexiko die Situation dahingehend verändern wird, dass Tiere (und auch Menschen) wieder einer sicheren Zukunft entgegensehen. Und was bringt es für eine Art, sie dauerhaft nicht in einen natürlichen Lebensraum entlassen zu können?
      Ein weiteres Problem scheint beim Vaquita zu sein, dass die Tiere extrem scheu sind und die Interaktion mit Menschen für sie noch stressiger zu sein scheint, als für so einige andere Walarten. Wale können nicht, wie andere Wildtiere, mit einem Betäubungsgewehr betäubt werden, um die Fangaktion zu verschlafen – sie würden im Meer versinken. Das wird im nächsten Jahr als zentrale Frage für die Durchführung des Rettungsprojekts zu klären sein.
      Insgesamt halte ich persönlich es für besser, die letzten Kalifornischen Schweinswale wenigstens irgendwie zu retten, auch wenn es erst mal im Reservat ist. Dann haben wir zumindest alles versucht und rein theoretisch die Möglichkeit, auf bessere Zeiten zu warten oder die Kleinwale möglicherweise woanders anzusiedeln.