XMasOrnament Fisch

XMasOrnament Blau-violetter Fisch.
Dieser Fisch bildet gleich zwei Farben aus der Lichtschwert-Farbskala ab.

(Der Blog-Beitrag berichtet über den Vortrag von Dr. Hubert Zitt, (Fachhochschule Kaiserslautern) im Planetarium Mannheim (Freitag, 29.11.2013, 19.30 Uhr. Lesen Sie dazu auch Physik und Technik bei Star Wars (Teil 1).

„Das Lichtschwert…mein Lieblingsthema…“ beginnt Dr. Hubert Zitt grinsend.
Auch der US-amerikanische Physiker Prof. Michio Kaku – die US- Antwort auf Harald Lesch (Hubert Zitt) – hat sich schon intensiv mit der Technologie des Lichtschwerts beschäftigt, dazu gibt es z. B. einen Film von 2009.

Hubert selbst hat seine ersten Gedanken dazu bereits 2006 formuliert, er hat also nicht bei Prof. Kaku abgeguckt. Die berühmte Waffe der Jedi-Ritter ist „eine fiktive Fechtwaffe mit einer hochenergetischen Klinge“ (Wikipedia: Lichtschwert). Es ist der Special-Effect, der die Star Wars-Saga wesentlich geprägt hat – die elegante Waffe ist zum Sinnbild der Jedi-Ritter geworden.
Zur Ausbildung eines Jedis gehört, sich sein eigenes Lichtschwert herzustellen – aus Respekt vor dem Meister sollte es möglichst eine Replik dessen Waffe sein.

Wie ist es zum Brumm-Ton des Lichtschwerts gekommen?
Als im ersten Film nach einem passenden Lichtschwert-Geräusch gesucht wurde, kam es zu einem Zufallsfund für den perfekten Sound: Eine Mischung aus einem alten Fernseher und alten Filmprojektoren.

Bild könnte enthalten: 3 Personen

Lichtschwert mit Blauer Klinge. FedCon, Bonn. (Copyright: Annika Stock)

Die Farbe des Lichtschwerts – ein Statement
Lichtschwerter gibt es in verschiedenen Farben, die Farbe wird durch einen so genannten „Adeganischen Kristall“ erzeugt. In späteren Filmen gibt es verschieden farbige Klingen, deren Farbe etwas über die Mentalität des Schwertträgers aussagt. „Rot“ steht für „böse“, „blau“ und „grün“ für „gut“.

Wie schaltet man ein Lichtschwert ein?
Wird es durch die „Macht“ eines Jedi-Ritters angeschaltet?
Das kann eigentlich nicht sein:
Luke benutzt sein Lichtschwert, als er gerade lernt, die Macht zu benutzen.
Und in „Das Imperium schlägt zurück“ nimmt Han Solo das Lichtschwert des verunglückten Luke Skywalker, um das Tauntaun aufzuschneiden.
Vielleicht knipst man es einfach nur an?

(Das wäre natürlich entmystifizierend, klappt aber den Repliken ganz ausgezeichnet, schließlich haben sie einen Ein/Aus-Schalter. Wenn nicht gerade die Batterie leer ist – BW)

Die wichtigere Frage ist: Woraus besteht die Klinge?
Die Klinge kann nicht aus Licht sein, denn dann wäre sie unendlich lang und würde nicht einfach in einer definierten Länge enden.
Außerdem kann eine Klinge nicht aus Licht sein, denn die Eigenschaften von Licht widersprechen dem.
Auch ein Laserstrahl kommt nicht in Frage, der hat ebenfalls keine definierte Länge und außerdem kann man den Strahl nicht sehen. Nur den Punkt, an dem er auf ein Hindernis trifft. Hubert Zitt demonstriert diese Ausführung mit seinem Laserpointer: „Der Laserstrahl wird höchstens sichtbar, wenn darin Staub oder andere Partikel  tanzen!“.

Huberts Theorie: Die Klinge besteht aus Plasma!
Plasma ist ein Gas, dessen Bestandteile teilweise oder vollständig in Ionen und Elektronen „aufgeteilt“ sind. Die Elektronen sind sehr energiereich.
Ein ringförmiges Magnetfeld könnte das Gas zusammenhalten.

Problem: Die Klinge hätte eine Temperatur von etwa 200 Millionen °C.
Der zum Betrieb notwendige Generator würde mit Energieversorgung, Kühlsystem und Magnetspulen ein ganzes Gebäude einnehmen.
Außerdem würde eine Plasmaklinge einen sehr starken Sonnenbrand hervorrufen.
Was bei einer Temperatur von 200 Millionen °C möglicherweise das kleinere Problem sein sollte.

Bis 2006 stand auf Wikipedia, dass die Klinge aus Licht besteht.
Wenige Tage nach Huberts erstem Vortrag zu diesem Thema, bei dem er seine Plasmatheorie erstmals vorgestellt hatte, stand dort auf einmal: „Plasmaenergie“.
Mittlerweile ist die Erklärung etwas allgemeiner gehalten: „Hochenergetisch“.
Inhaltliche Evolution bei Wikipedia-Artikeln!
Der Wikipedia-Eintrag zu Lichtschwertern ist übrigens sehr ausführlich und wirklich empfehlenswert.

Michio Kaku kam 2009 auch darauf, die Lichtschwert-Technologie mit Plasmaenergie zu erklären. Da er über einen ganz anderen Etat verfügt, konnte er dazu auch Experimente durchführen und daraus eine sehenswerte Sendung machen. Er hat u. a. vorgeführt, dass man mit Plasma sogar Metall durchschneiden kann.

ESOC-Mitarbeiter, SF-Fans und GAIA

ESOC-Mitarbeiter, SF-Fans und GAIA bei Weihnachtsvorlesung im Planetarium Mannheim (Photo: Robert Vogel)

Einige Fragen bleiben: Wieso sollten sich zwei Plasmaklingen gegenseitig abstoßen?

Und wie kann es zu dieser stabilen Klingenform kommen?
Hubert Zitt und Michio Kaku hatten auch hier den gleichen Vorschlag:
An den Griff müsste ein Hohlkörper aus z. B. Keramik gebaut werden, aus dem das Plasma durch Öffnungen austritt.

Dann bleibt noch die Frage nach einer ausreichend großen Energiequelle.
Hier gibt es einen Lösungsansatz aus dem Star Trek-Imperium: Die wieder aufladbare Sarium-Krellid Energiezelle!
Zum Vergleich: Ein iPhone 5 hat mit seinem Lithium-Ionen-Akku eine Betriebsdauer von 8 Stunden.
Mit Sarium-Krellid-Akku hätte es eine Betriebsdauer von 723,415 Jahren.
Im Standby-Modus käme man auf über 20 Millionen Jahre…

Michio Kaku schlägt an dieser Stelle Nanobatterien vor. Auch eine Lösung.

Aber:
Vielleicht wäre eine Klinge aus Licht doch möglich?
In diesem Jahr publizierten Ofer Firstenberg, Thibault Peyronel et al in Nature: “Attractive photons in a quantum nonlinear medium“: „Sie brachten Photonen dazu, eine Art Molekül zu bilden – ein Zustand, in dem beide eng miteinander verbunden sind und wechselwirken. Dies widerspricht nicht nur gängiger Theorie, der dabei herauskommende Effekt erinnert auch an Science-Fiction. Denn die Eigenschaften dieser Photon-Moleküle seien am ehesten mit den Laserschwertern aus Star Wars vergleichbar, erklären die Forscher im Fachmagazin “Nature”.

Es wäre nicht das erste Mal, dass die Realität die Technik in einem SF-Film einholt.

PS: Ich bedanke mich bei Hubert Zitt für die Genehmigung, über den Vortrag zu berichten.
PS 2: Ebenfalls ein dickes Dankeschön an Robert Vogel und Annika Stock für die Bilder!

Dieses Jahr findet die Weihnachtsvorlesung, die normalerweise DER Event in Zweibrücken ist, natürlich online statt:

Star Trek-Weihnachtsvorlesung – The Trouble with Humans

mit Hubert Zitt, Markus Groß, Nessi und weiteren “Talk-Gästen”

Donnerstag, 17.12.2020, 19:00 Uhr, Sternzeit: -302038,8

Livestream an 18:30 Uhr auf:  www.twitch.tv/lastgeektonight

Weitere Informationen auf: www.startrekvorlesung.de  

Kommentare (18)

  1. #1 gedankenknick
    10. Dezember 2020

    Also die Plasma-Theorie erklärt nicht die Mandalorianische Dunkelklinge. 😛

    • #2 Bettina Wurche
      10. Dezember 2020

      @gedankenknick: Ich finde, dass die Plasmatheorie insgesamt sehr wenig erklärt

  2. #3 rolak
    10. Dezember 2020

    insgesamt sehr wenig

    D’accord, schon weil unbeschränktes Plasma eher wie ein Tribble geformt ist und nicht wie so ein DackelBallon. Also bräuchte man einen FesselfeldProjektor und dann..

    Tja, dann können auch ganz andere Feldformen genutzt werden. Meine Güte, schon Dick Seaton hat in der Skylark-Serie der 40er vermittels projizierter Energiefelder aus irgendwelchen SternKernen nen RiesenEimer voll Neutronium rausgeknipst und zu Linsen für den nächst­leistungs­stärkeren Projektor geformt. Dagegen ist doch die Projektion des ‘fernen’ Endes eines LaserResonators ne Kindergarten­Übung. Volle Energie im ResonatorBereich, keine Auskopplung – es sei denn, die Projektion würde gestört aka zustechen und volle Kraft voraus und reinbrutzeln.

    Außerdem brauchen die Dinger doch keinen Akku, der Kristall fungiert bekanntermaßen, auch noch eine gewisse Zeit nach der letzten Aktivierung durch Jediöses, als energetische Brücke in diese eine ExoDimension, die **insert random techbabble**

    Aber ‘The Trouble with Humans’: schick, schick, die Formulierung.
    ~·~
    Die Ornamentchen dreh ich mir, falls nötig, in ihre natürliche Hängeposition. Diesmal siehts kaum widerstehlich danach aus, als würde aus einem der üblichen, wenn auch nicht farbüblichen TannenzapfenTeile unten ein Fisch rausmorphen…
    Mal abgesehen von der wieder konsequent saisonal gestyleten HängeÖse^^

  3. #4 RPGNo1
    10. Dezember 2020

    Mace Windu hat ein lila Lichtschwert und Rey (Skywalker) konstruiert sich ein gelbes. Die “Imperial Knights” aus dem Expanded Universe haben weiße Klingen.

    Im MMORPG “Star Wars The Old Republic” (siehe meinen Avatar) gibt es eine herrliche Auswahl exotischer Kristalle mit entsprechenden Farbkombinationen: silber, gold, schwarzviolett, türkisblau, um nur ein paar zu nennen. 🙂

    • #5 Bettina Wurche
      10. Dezember 2020

      @RPGNo1: Mein Lichtschwert kann 7 Farben – ohne dafür umständlich die Kristalle zu wechseln. Violett und gelb gefallen mir allerdings nicht.

  4. #6 rolak
    10. Dezember 2020

    Farbkombinationen

    Eben. Der übliche NebenEffekt beim transdimensionalen EnergieTransport: das meditationsfixierte KontemplationsFixpünktchen kann nicht genau fokussiert werden. Und analog zu Beugung etc pp folgt daraus ein spektraler Split des FokusSymbolbildes. In diesem Falle ist das Ziel ‘Gut gegen Böse’, das Symbolbild entstammt uralten, meist staubigen Filmen: Weißer Hut, Schwarzer Hut. Was bekanntermaßen sämtliche Farben umfasst, ergo q.e.d.

  5. #7 Haarigertroll
    10. Dezember 2020

    Da hat übrigens jemand vor kurzem ein “echtes” Lichtschwert gebaut: https://youtu.be/xC6J4T_hUKg

    Mit dem Parieren einer anderen Klinge klappt’s damit wohl nicht so ganz und auch die Energieversorgung ist ein bisschen ausbaufähig, aber beeindruckend aussehen tut das Ding allemal!

    • #8 Bettina Wurche
      10. Dezember 2020

      @Haarigertroll: Ich kenne mittlerweile eine ganze Reihe vonLeuten, die ihre Lichtschwerter selbst bauen und programmieren, das ist ausgesprochen beeindruckend. An manchen Unis gibt es das als Workshop, gerade in den Ingenieursstudiengängen bietet sich das ja an. Die Idee finde ich klasse, schließlich sind das frickelige Arbeitsgänge vom Drehen bis zur elektronischen Feinarbeit. Und man hat am Ende ein schönes Werkstück.

  6. #9 knorke
    10. Dezember 2020

    @Haarigertroll
    Abgefahren: Die Energieversorgung erinnert stark an das was man in Star Wars Legends für die Zeit vor der Old Republic finden kann: Kabel und Generator sind extern verbaut. Ich würde sagen das war also Absicht um besonders authentisch zu sein. 🙂

  7. #10 Haarigertroll
    10. Dezember 2020

    @Bettina: Da hab ich dann wohl zur falschen Zeit oder an der falschen Uni studiert… Bei uns gab’s das leider nicht!

  8. #11 gedankenknick
    10. Dezember 2020

    @Haarigertroll
    Interessante Werkzeugwand, die da im Hintergrund zu sehen ist. Spontan sind mir aufgefallen:
    – 4x 40mm HE-Infantriegranaten
    – kleine Version von Thors Hammer Mjoelnir
    – etwas, was wie eine selbstgebaute Realgun bzw. ein Gaußgewehr aussieht
    – ein Katana

    Die Energieversorgung scheint etwas von den Prototypen der Kettenschwerter und Energieschwerter der ImperialenArmee sowie der SpaceMarines bei Warhammer40K zu haben. Die nutz(t?)en auch eine Art Batteriegürtel bzw. -rucksack. 😉

    @Bettina Wurche
    Frau Wurche besitzt ein Lichtschwert? Die meinige – also die liebste Frau aller Zeiten – würde mir nen Vogel zeigen, wenn ich mit sowas “spielen” würde… *vormichhinkicher*

    @rolak
    Solange nicht Oktarin als Farbe dabei ist, ist alles um grünen Bereich.

  9. #12 rolak
    10. Dezember 2020

    etwas, was wie

    Falls sich Deine Gedanken um das Teil bei :34, ganz links, ganz oben knickten: yep, that’s a real gun, a coilgun. Sollte jedermensch im Handschuhfach haben.

    *kicher*

    Ja wie, ihr habt ein Lichtschwert und nen Vogel? Wie dekadent^^

    Oktarin

    Nee, auf der Rundwelt gibts nur Mandarin – doch hattense auf der Scheibenwelt überhaupt nen WildenWesten™? Nu, vielleicht dient ja Cohen, der Barbar, als Ersatz – vor dem Glitzern seiner neuen TrollDiamantZähne muß man sich ja sehr wohl in acht nehmen und schwupps käme Oktarin auf den Tisch des Hauses.
    ‘käme’, wohlgemerkt.

    • #13 Bettina Wurche
      10. Dezember 2020

      @rolak: Wilder Westen in der Scheibenwelt? Grandiose Idee. Deine schrägen Anmerkungen kannst Du gern mal als Meertext-Gast-Artikel bringen…

  10. #14 RPGNo1
    10. Dezember 2020

    @gedankenknick

    Ich habe erst gegrübelt, was denn eine Realgun sein soll. Bis der Groschen gefallen ist. Du meinst eine Railgun. 🙂

  11. #15 gedankenknick
    10. Dezember 2020

    @coilgun; @RPGNo1
    Ich meinte natürlich nicht “realgun”, sondern “railgun” – zu deusch ein “Schienengewehr”. Bei der fließt durch das Geschoss, welches zwischen zwei “Stromschienen” liegt, beim Beschleunigen ein Strom. Wohingegen die “coilgun” – zu deutsch meist eben “Gaußgewehr” betitelt, das Geschoss mittels elektromagnetischer Felder beschleunigt. Von der Außenansicht her kann man die beiden Systeme nicht immer leicht unterscheiden, da beide mit ziemlicher Spulentechnik daher kommen…

  12. #16 gedankenknick
    10. Dezember 2020

    @rolak

    ja wie, ihr habt ein Lichtschwert und nen Vogel? Wie dekadent^^

    Nein. Wir haben weder Lichtschwert noch Vogel. Nur Katze, Hund und Pferde. Da es aber weder Meerkatze noch Seehund noch Seepferdchen sind, haben die alle auf dem Meertext-Blog nicht wirklich was verloren… 😉

  13. #17 Uli Schoppe
    10. Dezember 2020

    @gedankenknick

    ich habs gewusst, die dekadenten Athotheker können sich sogar Pferde leisten! 😉

    *duck´n´run* scnr XD

  14. #18 gedankenknick
    10. Dezember 2020

    @Uli Schoppe
    Die Pferde (ge)hören meine(r) Frau. Finanziell wie auch akustisch. 😉