Restringiertes Denken
Die Homöopathie wird von naturwissenschaftlicher Seite oft als Scharlatanerie betrachtet, weil homöopathische Arzneimittel in Studien nicht besser als Placebo abschneiden und nach tradierter naturwissenschaftlicher Schulweisheit zumindest in homöopathischen Hochpotenzen kein Wirkstoff mehr enthalten sei. Sogar überdosierende Selbstversuche sollen diese Sicht der Dinge belegen. Dies kann jedoch alles nicht darüber wegtäuschen, dass die Erfahrung so vieler Menschen nun einmal eine andere ist. Nach dem Thomas-Theorem ist damit die Wirklichkeit der Wirkung soziologisch erst einmal belegt, mögen Skeptiker auch skeptisch bleiben.

Sapere aude …
Prof. Dr. Harald Walach, renommierter Psychologe, Wissenschaftsphilosoph, Gesundheitswissenschaftler, Methodenfachmann und Vorstandsmitglied der „Wer heelt hat recht-Gesellschaft“ an der Viadrina, hat schon vor einiger Zeit darauf hingewiesen, dass die Naturwissenschaften möglicherweise von einem falschen Denkansatz ausgehen und schlägt als Wirkungsmodell eine verallgemeinerte Quantentheorie vor. Auch hier sind die konkreten Inhalte, an denen man üblicherweise den Sinn dieser Theorie festmacht, entfernt, die Denkmöglichkeiten dementsprechend erweitert (oder „potenziert“).

Ich gehe davon aus, dass dieses wissenschaftsphilosophische Herangehen wegweisend ist. Versuche, die Wirksamkeit der Homöopathie mit epidemiologischen Methoden nachweisen zu wollen, sind ohnehin an ungünstigen astrologischen Konstellationen gescheitert und die Tage dieser Methoden angesichts der von Prof. Dr. Grieshaber vorgetragenen „Fundamentalkritik der Epidemiologie“ gezählt.

… im Anschluss an Heidegger
Mein Vorschlag wäre allerdings, anders als der Walachs, eine fundamentalontologische Reinterpretation des homöopathischen Wirkmodells in Anschluss an die Philosophie Martin Heideggers. Nach Heidegger ist das Sein undefinierbar. Das Sein erschließt sich über den Sinn, Sinn und Sein hängen fragend voneinander ab. Sie bilden die Grundlage dessen, was Welt ist und unser Fragen ermöglicht. Vor diesem Hintergrund wird die naturwissenschaftliche Kritik an der Homöopathie als Rückschritt hinter die Heideggersche ontologische Differenz zwischen dem Sein und dem Seienden erkennbar. Man muss hier stattdessen seinen Satz einführen, dass das Nichts nichtet, also wirkt. Wie Walach denke ich nicht, dass die Homöopathie mit einem solchen allgemeinen Modell bereits erklärt sei, es ist zunächst nur eine weitere Erweiterung der Denkmöglichkeiten.

… und Dölle
Ganz neu ist dieser Ansatz natürlich nicht. Ernst August Dölle (renommierter Psychologe wie Walach), bis 1968 Professor in Konstanz, hat ähnliche Überlegungen bereits in seiner Abhandlung „Brückenschlag zur Unendlichkeit“ (Zeitschr f Psychologie, 142: 139-193, zitiert nach Dichotomie und Duplizität, Grundfragen psychologischer Erkenntnis, Huber Verlag, 1974, S. 25) entwickelt. Dölles Substanz bürgt für die seiner – und der hier fortgeführten – Überlegungen.

Kommentare

  1. #1 Helga
    10. April 2013

    Schöne Ironie,…hoffentlich verstehens auch die Homöopathieanhänger als solche.

  2. #2 Künstler
    10. April 2013

    Wie ist denn das hier zu bewerten, ein Reader der auf Studien verlinkt, die angeblich die Wirksamkeit der Homöopathie belegen sollen und die angeblich randomisiert und doppelblind sind. Als Laie bin ich da überfordert.
    https://www.dzvhae.de/homoeopathie-presse/homoeopathieforschung.html

  3. #3 Bloody Mary
    10. April 2013

    “Fundamentalontologische Grundlegung der Homöopathie”, ist das herrlich!

    :-)

  4. #4 Ludger
    10. April 2013

    Wenn man die Vernunft verdünnt und dann heftig schüttelt, dann spürt man die Energie des Vakuums und es kommt zur Quantenheilung.

  5. #5 Joseph Kuhn
    10. April 2013

    @ Künstler: Der Zusammenhang eines Medikaments mit einer Wirkung ist nicht so eindeutig, wie der zwischen zwei gut messbaren physikalischen Größen. Die Wirkung an sich ist eher stochastischer Natur (weil abhängig von vielen Determinanten), ihre Feststellung unterliegt subjektiven Einflüssen etc. – vor diesem Hintergrund streuen die Effekte und bei hinreichend vielen Studien sind eben auch positive Studien zu erwarten. Daher ist in dieser Situation der nächste Schritt die Evidenzsynthese, z.B. durch Metaanalysen, die einen gemeinsamen Effekt über alle Studien hinweg berechnen. Die Cochrane-Organisation versinnbildlicht das in ihrem Logo, einem stilisierten Forest-Plot, der die Streuung vieler Studien um einen “wahren” Effekt herum anzeigt. Den gibt es bei der Homöopathie nicht (was die Arzneimittelwirkung angeht, das “Setting” wirkt natürlich sehr gut).

    @ Ludger: Sie wieder, Sie missionierender Oktroyant ! ;-)

  6. #6 Adent
    10. April 2013

    Ich möchte ähnliches wie Ludger vorschlagen, die Lehre der Homöopathie wird am glaubhaftesten wenn sie fortan nur noch in homöopathischen Dosen verabreicht wird. Also sagen wir mal alle 2.000 Jahre einmal darf ein HP-Mittelchen pro Patient gegeben werden. Dies würde doch die postulierte Wirkung erheblich verstärken. Es ergibt sich dann die Frage ob man mit einer derartigen Methode nicht vielleicht sogar Lahme oder Blinde heilen könnte….

  7. #7 Wolfgang
    10. April 2013

    Diese Google+ Diskussion bei der GWUP passt da ganz gut rein: http://goo.gl/PlZ0D Vor allem die Beiträge von einem gewissen “Uwe Lauster”.

    Nun, dann wäre in diesem Weltbild das http://de.wikipedia.org/wiki/Fliegendes_Spaghettimonster ja ebenfalls endlich wissenschaftlich anerkannt. Genug Leute glauben mittlerweile locker dran. Das ist längst überfällig!

  8. #8 Wolfgang
    10. April 2013

    Ich habe jetzt leider zu wenig von Walach gelesen, also könnte ich irren, aber von dem was ich gehört habe, möchte man fast meinen, dass aus Uwe Lauster die Stimme Walachs spricht. Da wurde sicher schon irgend ein Gerät an der Viadrina publiziert mit dem das möglich ist?

  9. #9 Bernd
    10. April 2013

    Also diese Homöopathie wirkt am besten bei Leuten die krank sein wollen. Die Diagnose selbst ist dabei genau so unerheblich wie das eingesetzte Mittel. Hauptsache es hilft.

  10. #10 CM
    10. April 2013

    also, wenn ich richtig google ist der Herr Lauster ein Mainzer Philosophiestudent. @Wolfgang: man muß sich nicht alles antun.

    Schöner Artikel im Übrigen.

  11. #11 Joseph Kuhn
    10. April 2013

    @ Bernd: Bei Leuten, die – aus welchen Gründen auch immer – “krank sein wollen”, hilft die Homöopathie gerade nicht. Sie hilft dort, wo Entspannung, Besinnung auf die subjektive Situation, Vertrauen in den Therapeuten, Gesundseinwollen etc. wirken – wie es auch jedes gute hausärztliche Gespräch leisten könnte, wäre denn die Zeit dafür da.

  12. #12 Bernd
    10. April 2013

    @ Joseph Kuhn
    die Darstellung was das gute hausärztliche Gespräch leisten kann unterstütze ich natürlich.

    Dennoch sollte man das “krank sein wollen’” nicht unterschätzen. Es gibt viele “Patienten” die bei einem Heilpraktiker gelandet sind um dort überhaupt irgendeine Diagnose und irgendeine Therapie zu erhalten. Auch ohne Befund bekommen sie beim Heilpraktiker eine “Diagnose” und natürlich das “passende Heilmittel” in Form von Globuli oder irgendeinem anderen Mumpitz.

    Es gibt auch mir bekannte Fälle, wo ältere Personen gezielt von Apotheken “betreut” werden. Diese Personen erhalten alle möglichen “Mittel” direkt vom Apotheker verordnet, darunter auch diverse Globuli sowie Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel. Gehandhabt wird das folgendermaßen: Wöchentlich kommt eine Mitarbeiterin der Apotheke vorbei und sortiert die 7-Tage-Pillendose neu ein. Die verwendeten Pillen sind den “Patienten” dabei nur sehr ungenau bekannt. Im günstigsten Fall wissen sie gerade noch wofür die Pillen gut sein sollen. Was es genau ist, lässt sich dagegen nicht bestimmen, da die Pillen in einem verschlossenen Schränkchen aufbewahrt werden, zu dem nur der Apotheker Zugriff hat.
    Gerade ältere Leute klagen öfter mal über Befindlichkeitsstörungen, die dann im Sinne von krank interpretiert werden. Diese Situation wird dann auch konsequent ausgenutzt. Auch ältere Menschen sind gerne mal “krank”.

    Ein anderes Beispiel wären Rückenschmerzen. Da fühlen sich viele auch “krank”, obwohl keine Diagnose vorhanden ist. Schnell landet man beim Heilpraktiker, der eine Diagnose erstellt (was auch der Wunsch des “Patienten” ist) und mit homöopathischen Mittel eine “Therapie” durchführt.

    Meiner Meinung nach gibt es sehr viele Leute die gerne “behandelt” werden wollen, weil sie auch gerne mal “krank” sein wollen. Und genau für diese Zielgruppe sind oft Heilpraktiker die ersten Ansprechpartner.

  13. [...] Zum Hahnemann-Geburtstag: Fundamentalontologische Grundlegung der Homöopathie – Gesundheits-C… [...]

  14. #14 roel
    *****
    10. April 2013

    @Bernd Du schilderst den Weg des Patienten über Heilpraktiker zur Homöopathie. Der ist natürlich möglich. Aber es ist genauso gut möglich über einen Arzt.

    Wie Claudia Graneis z.B. hier ( http://scienceblogs.de/bloodnacid/2012/10/08/gastbeitrag-homoopathie-in-der-pharmazie-eine-bestandsaufnahme-teil-1/ ) schreibt, ist das Homöopathische ArzneibuchTeil des in Deutschland gültigen Arzneibuchs.

    Zu Arzneibüchern siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Arzneibuch

    Zur gesetzlichen Grundlage des Arzneibuchs siehe hier: http://www.gesetze-im-internet.de/amg_1976/index.html

    Homöopathie ist anerkannt, wird an Unis gelehrt von Ärzten und Heilpraktikern verschrieben und von Apothekern verkauft. Ich denke, da ist das große Problem, frei nach dem Motto:
    Wenn es im Arzneibuch und Arzneimittelgesetz geregelt ist, an Unis gelehrt wird, von Ärzten verschrieben und von Apothekern verkauft wird, dann kann es doch nicht falsch sein.

  15. #15 Künstler
    10. April 2013

    @ Joseph Kuhn
    Danke, wieder ein Stückchen schlauer. Jetzt verstehe ich auch besser warum ein Homöopathie-Kritiker (habe leider den Namen vergessen, Buch-Titel war, glaub ich, Die Homöopathielüge) darauf drängt, dass die HP nicht scientabel ist, da sie gegen Naturgesetze funktionieren soll, ohne dass die Außerkraftsetzung dieser begründet wird.

    Wie dem auch sei, vor zehn bis 20 Jahren hatte ich mehrfach Kontakte zu Homöopathie und kann sagen, dass sie bei mir hervorragend funktionierte. Dumm ist nur, dass sie nur eine einzige Wirkung hatte und das war die Leerung meines Geldbeutels.

  16. #16 Wolfgang
    10. April 2013

    “[...] frei nach dem Motto: Wenn es im Arzneibuch und Arzneimittelgesetz geregelt ist, an Unis gelehrt wird, von Ärzten verschrieben und von Apothekern verkauft wird, dann kann es doch nicht falsch sein.”

    Ein Laie sollte sich nicht damit beschäftigen müssen, ob der Arzt ihn legal betrügen darf. Skandalöse Zustände in unserem Gesundheitssystem.

  17. #17 Panagrellus
    10. April 2013

    Auf meinem Blog hat der Homöopath Alois Hinterbrenner heute noch ein weiteres Fundamentalprinzip diverser Naturheilverfahren beleuchtet. Er nennt es den “kurativen Nominalismus” – Hauptsache, es klingt irgendwie wohlklingend und heilend, dabei gerne auch physikalisch. Quantum, Boson, Photon etc..
    Er erklärt das hier:
    http://panagrellus.de/?p=450

  18. #18 Dr. Webbaer
    10. April 2013

    Ohne dieser kritischen Würdigung der Homöopathie und der beteiligten Kräfte ernsthaft widersprechen zu wollen:
    ‘Wer heilt, hat recht.’ ist die Basis der Erfahrungswissenschaft der Medizin. Die Homöopathie rechtfertigt sich in diesem Sinne dadurch, dass sie als nicht für jeden klar esoterisch angelegt den Placebo-Effekt sozusagen optimiert.
    Vermutlich besser als Klosterfrau Melissengeist zu trinken, um gesund zu bleiben. [1]

    MFG
    Dr. W

    [1] von homöopathischen Dosen einmal abgesehen

  19. #19 klauszwingenberger
    10. April 2013

    @ Dr. Webbär:

    Besser als eine Spirituose mit 80 vol.% Alkohol zu trinken allemal.

  20. #20 Dr. Webbaer
    10. April 2013

    Da stand im Artikel witzigerweise: ‘Wer heelt, hat recht’.

    Vermutung: Es war entweder gemeint ‘Wer heilt, hat recht.’ oder ‘Wer hehlt, hat recht.’ – wobei sich der hiesige Inhalteträger nicht durch den direkt geäußerten Vorhalt des Hehlens exponieren wollte.

    Oder war es gar ein Bezug auf den Heel-Verlag?

    MFG
    Dr. W

  21. #21 Thomas J
    10. April 2013

    meine Güte Webbi… du bist doch stäääändig im Netz unterwegs. Google sagt dir nix?

  22. #22 Dr. Webbaer
    10. April 2013

    Meinen Sie das hier:
    -> http://de.wikipedia.org/wiki/Biologische_Heilmittel_Heel
    ?

    Warum wird dann im Artikel auf das hier:
    -> http://scienceblogs.de/gesundheits-check/2013/03/03/der-unernst-der-wissenschaft-oder-die-unendliche-geschichte-mit-dem-kozyrev-spiegel-fortsetzungsfolge-3/
    verwiesen, ganz ohne “Heel-Bezug”?

    MFG
    Dr. W (der meint nun folgen zu können)

  23. #23 Maro
    10. April 2013

    Fuer mich gilt nur noch der Satz “Wiederstand ist Volkes Pflicht” wenn es um Homoeopathie und all die anderen Voodo Medizin geht.
    Nach einem nun 20 JAhre andauernden Kampf hat es ein Verwandter von mir geschaft sich mit dem Dreckszeug umzubringen. Ooh ja ich habe nun wirklich den ersten Fall wo dieser Zuckerkram zu einem Todesfall wurde. 1991 Diabetis Diagnose und dann nach “Beratung” die Ueberzeugung entwickelt Insulin ist erfunden vom Teufel und alles andere ist viel besser. Danach jedes Jahr zwischen 6000 -8000euro in Zucker investiert. Das Ergebniss waren natuerlich, Erblindung, Herzinfarkte, Schlaganfaelle und all die anderen netten Sachen aber immer war es natuerlich NICHT die Diabetis sondern irgend eine ganz anderer Grund….. natuerlich hilft dagegen nur noch mehr Zuckergeruempel. UNFASSBAR was in den einzelnen Sachen so an Zucker drin ist. Natuerlich hat ihn keiner gezwungen das Zeug zu nehmen aber wie toll die einzelnen “Heilsvoodo Doktoren” mit allen Mitteln versucht haben ohne Ruecksicht auf Verluste ihren Dreck zu verkaufen kann ich recht schoen veranschaulichen. Zuerst wird die helfenden Medizin verteufelt um darauf aufbauend Zucker zu verkaufen. Es mag ja sein das es bei praktisch allen anderen Kranheiten nichts ausmacht aber bei Diabetis ist das Voodo Zeugs toedlich. Vor allem weil der Betreffenden da es ihm Jahr fuer Jahr dreckiger geht natuerlich immer mehr in sich reinwirft. Ich fuer meinen Teil lasse keine Diskussion um dieses Voodo an mir vorbeigehen ohne den Satz ” Wer toetet hat bestimmt nicht recht” einzubringen. Sogar mit persoehnlicher Fallschilderung. Oh Joy.

  24. #24 rolak
    10. April 2013

    Wie Walach denke ich nicht

    So sehr ich auch geneigt bin, bzgl des Vergleichziels zuzustimmen (bei allem außerhalb von PR, Wunschweltbild und beißreflexiger Verteidigung), so sehr sträubt es mich, Joseph, dieses zugegebenermaßen stark verkürzende Gesamtzitat auch nur annähernd in die Nähe von ‘könnte evtl vielleicht zutreffen’ zu rücken.

    eine weitere Erweiterung der Denkmöglichkeiten

    Und zwar so weit erweitert und sich immer weiter ausstülpend, daß von nirgendwo aus mehr der Kern des Ganzen erahnt werden kann – nämlich eine Erklärung, also etwas Rationales, Objektives zu finden. Und weil diese Dehnung ad lib so schön an die kosmologische dark energy erinnert, sei es gestattet, solch Agieren des sich wissenschaftlich nennenden Armes vom <Glauben> als ‘Die dunkle Seite der NaWi-Macht’ zu bezeichnen.

  25. #25 Joseph Kuhn
    10. April 2013

    @ Webbär:

    “Da stand im Artikel witzigerweise: ‘Wer heelt, hat recht’.”

    Na so was. Den Zusammenhang mit dem Kozyrev-Spiegel verstehe ich übrigens auch nicht. Aber irgendwie hängt sicher alles mit allem zusammen.

  26. #26 Wolfgang
    10. April 2013

    “Ooh ja ich habe nun wirklich den ersten Fall wo dieser Zuckerkram zu einem Todesfall wurde.”
    Der erste Fall? http://whatstheharm.net/index.html Gut, in Verbindung mit Diabetes geht es natürlich noch schneller, wenn man sich ordentlich Zuckerkügelchen rein schraubt. Wobei es da schon wirklich viele Kügelchen bräuchte, um genug Zucker für einen Effekt zusammen zu bekommen. Kürzlich gab es mit Steve Jobs ja wohl auch noch einen mehr als bekannten Fall, wo dieses “nichts tun” zum Tode führte. Ich möchte die Grauziffer gar nicht kennen. Wer oder wessen Hinterbliebene gibt schon gerne zu, dass er nicht zum Arzt gegangen ist, weil er eine Huschi Pfuschi Therapie vorgezogen hat?

  27. #27 threepoints...
    11. April 2013

    @ Bernd
    10. April 2013

    Also diese Homöopathie wirkt am besten bei Leuten die krank sein wollen. Die Diagnose selbst ist dabei genau so unerheblich wie das eingesetzte Mittel. Hauptsache es hilft.

    -> tja, da ist schon einiges dran. Manche Menschen sind gefangen in ihrer selbstkasteiung, wodurch sich Unwohlsein und Missempfindungen zu wirklichen Beschwerden ausformen. Das sie dann in der angeboten Hilfeleistung meinen eine gefunden zu haben, ist leider traurig – aber wahr. Anfangs wirkt es ja sogar – aber immer weniger, womit man sich dann aber zwangsweise zufrieden gibt.

  28. #28 Adent
    11. April 2013

    @Webbaer
    Ich bin überrascht, sie unterstellen Joseph Schreibfehler wenn ihr Ironiedetektor nicht anspringt? Tststststs.
    Im übrigen passt der ursprüngliche Satz: “Wer heilt hat Recht” noch viel weniger da HP noch nie irgendwas geheilt hat. Wer das Gegenteil behauptet müßte da mal einen Beleg für bringen und zwar ausnahmsweise mal keinen anekdotischen al la (bei mir hats aber geholfen), sonst sind die natürlich immer willkommen (Achtung Ironie).

  29. #29 Dr. Webbaer
    11. April 2013

    Adent, es wird halt oft bei den Skeptikern oder Aufklärern in die Kerbe gehauen, dass bereits die nackte Aussage ‘Wer heilt, hat recht.’ falsch sei, denn die Medizin sei sozusagen derart evidenzbasiert und verstanden, dass wie oben meinende “Empiristen” Idioten seien.

  30. #30 Dr. Webbaer
    11. April 2013

    Schon ein in diesem Kontext kurzer memorierender Blick auf Heideggers-Wikipediaeintrag – http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Heidegger#Die_Seinsfrage – ist schon grausig. Hat der Mann eigentlich irgendetwas geleistet?

    MFG
    Dr. W

  31. #31 Martin
    11. April 2013

    Wie steht die verallgemeinerte Quantentheorie zur verallgemeinerten Relativitätstheorie?

  32. #32 Wolfgang
    11. April 2013

    @Webbaer: “Wer heilt hat recht” ist in jedem Fall eine blödsinnige Aussage. Das hat nichts mit Skeptiker oder nicht Skeptiker zu tun. Wenn jemand nachweisen kann, dass er heilt, dann hat er so oder so recht, dass er heilt. Wenn es jemand nicht nachweisen kann wie die Homöopathen, dann haben sie eben nicht recht. So einfach ist das. Deshalb wird der Spruch im seriösen Umfeld auch nicht verwendet. Im Schwurbler Umfeld wird er taktisch als Rabulistik / Tautologie verwendet, um Kritik von vorne herein auszuschließen.

  33. #33 YeRainbow
    http://yerainbow.wordpress.com/
    11. April 2013

    WAS? ich habs nicht als Ironie verstanden.
    Erfahrung von Heilung?

    jaja. ich erfahre täglich, wie die Sonne aufgeht.
    Mittags seh ich sie über den Zenit wandern.
    Abends seh ich sie untergehen.

    Tägliche Erfahrung. Nie andere Erfahrung gemacht.
    Und – dreht sich die Sonne um die Erde?

  34. #34 threepoints...
    11. April 2013

    @ Dr. Webbaer
    11. April 2013
    Zitat:
    “… ist schon grausig. Hat der Mann eigentlich irgendetwas geleistet?”

    -> Das fragt man sich immer, wenn man in den Lorbeeren anderer sitzt. Alles um einem herum ist eben einfach (-> Sein…!) und also was solle die Frage…!?
    Das stereotype Bild von Philosophen ist aus fast jeder Perspektive mit Kritik versehen.
    Das wird durch den Automatismus der individuellen (Hochspezialisierung) Lebenweise erzwungen.
    Bezüglich psychologischer Bedingungen der Gesundheit ist die Aussage gar nicht so blöd, wie man oberflächlich konstatieren könnte. Das Subjekt empfindet die “Krankheit” – wie wolle man das objektivieren?

  35. #35 Dr. Webbaer
    11. April 2013

    Heidegger nervt den Schreiber dieser Zeilen halt seit mindestens vier Jahrzehnten, wenn man nichts versteht, ist es schlecht, wenn man etwas versteht, ist es grausig.
    Ganz anders dagegen bspw. Popper…

    MFG
    Dr. W (der sich nun gerne ausklinkt)

  36. #36 threepoints...
    11. April 2013

    @ WB

    “wenn man nichts versteht, ist es schlecht, wenn man etwas versteht, ist es grausig.”

    -> Das war bei mir als Kind auch schon so…
    Zum Thema unliebsame Wahrheiten (an)erkennen.

  37. [...] Science-Blog Gesundheits-Check gratuliert mit einer “fundamentalontologischen Grundlegung der [...]

  38. #38 sax
    11. April 2013

    …dass das Nichts nichtet, also wirkt

    danke für diesen Lacher :-)

  39. #39 Eso-Policier
    www.esopolice.wordpress.com
    11. April 2013

    Die Homöopathie soll gefördert werden. Noch wichtiger ist, Naturheilkunde und Esoterisches Heilen (gemäß C. G. Jung) zu fördern. Z. B. können Krampfadern mit der Linsermethode ohne Operation zerstört werden. Zudem kann man durch Traumdeutung viele Unglücksursachen erkennen. Mehr dazu auf meinem Blog.

  40. #40 G.W.
    11. April 2013

    @Martin #31. Eine gute Frage.

    Zunächst einmal gibt es eine Schwache Allgemeine Relativitätstheorie als Spezifikation der Verallgemeinerten Schwachen Sinnhaftigkeit. Sie handelt von gekrümmten Begriffs- bzw. Wortbeziehungen in der inneren Raumzeit, Schwarzen Löchern der sog. Erkenntnis, dem Verbot nackter Singularitäten bzw. kosmischer Zensur (die wir ja beim Umgang mit dem kozyrevschen Passivrauchen handgreiflich erleben konnten) usw. und beschreibt dies mittels eines ultraschwachen Formalismus. So sind beispielsweise die klassischen Tensorindizes völlig frei, der Krümmungstensor ist selbst gekrümmt, und es gibt isomorphe Abbildungen in nahezu beliebige, zufällige Wortfolgen; das Anwendungsspektrum ist also bemerkenswert breit. Bei entsprechend verallgemeinerter Metrik wird somit fast alles, selbst das auf den ersten Blick Aberwitzige, in der Raumzeit möglich, wie uns nicht zuletzt die Beobachtung der Adepten der Theorie bestätigt.

    In jedem Fall gilt eine tachyonenhafte Logik mit multivalenter Extension, welche klassische Beschränkungen überwunden hat; man kann sich der Wahrheit eben von vielen Seiten nähern, auch von jenseits. Das mit den tachyonischen Schlüssen einhergehende Problem ist, wie bekannt, die intellektuelle Instabilität der Theorie. Derzeit ist noch ungelöst, wie man den Absturz ins negativ Unendliche verhindern kann. Andererseits ist der Eingang in das Unendliche das Höchste, was wir hoffen können. Unterdessen wurde beschlossen, das Problem für nichtexistent und folglich gelöst zu erklären.

    Dem überlagert sich die zentrale Frage der Vereinigung mit der Schwachen Quantentheorie oder auch nicht, es ist nun einmal eine unsagbare Superposition. Hier gibt es Fortschritte oder Rückschritte (äquivalent, da alles Eins im Sinne des berühmten Platon alias Plotin ist). Gesichert ist die in maximal schwachen Sinn verallgemeinerte Unschärferelation: je mehr ich selbst mir zu wissen zuschreibe, desto weniger wissen andere. Ich muss also genügend von mir überzeugt sein, um andere widerlegt zu haben. Analog: je valider nach meiner Meinung die eigene Studie, desto weniger valide die anderen usw. Je valider ein fremdes Argument erscheint, desto geringer der sog. Wahrheitsgehalt, und umgekehrt. Argumente sind immer unscharf und relativ, hier liegt, das will ich nicht verheelen, die Quanten-Synthese tief im Griesbrei verborgen und man muss sich das gründlich einlöffeln. Jedenfalls passt dazu das attraktive Verfahren, das Ausbleiben einer Gegenrede als Bestätigung zu werten (Sie wissen sicher, dass z.B. noch nie Geophysiker in ihren Journalen den Hohlerdeexperten widersprochen haben und diese daher den state of the art repräsentieren).

    Eine neuere Anwendung ist die Modern Revised Simplified Epidemiology (MRSE). Adepten ihres schwach tertiär quantisierten Umfeldes führen beispielsweise an, dass noch nie auf einem Totenschein „verstorben an Passivrauchen“ stand (ja nicht einmal bei einem Aktivraucher, und das will etwas heißen oder auch nicht, aber das alles unterdrückt die WHO). Es wäre eine typische, old-fashioned deterministisch-monokausale Zuschreibung. Zu Recht wird dieses Denken den konventionellen sog. Epidemiologen vorgehalten, die von sich allerdings behaupten, ganz anders, nämlich probabilistisch-multifaktoriell zu arbeiten. Das alles ist nur bei oberflächlicher Betrachtung widersprüchlich.

    Es braucht nämlich gerade das eigene starke deterministisch-monokausale Denken, um dieses Denken bei anderen, die es nicht zeigen, aus der Welt zu schaffen, das sagte schon Galileo Heisenstein, nicht anders als Hörbigus Dänigeller an der Hyperfeynmanstruktur schwach gequantelter eiszeitlicher Kornkreise beobachtete, und das ohne Veryzok-Legeips. Auch Hegel meinte ja mit Heidegger, dass nicht nur das Seyn das Nichts sei, sondern vor allem das Nichts das Seyn: im verallgemeinerten Vakuum ist alles möglich und insofern alles real, als nicht alles gleichzeitig real sein kann, und alles irreal, da alles gleichzeitig ist, oder wie auch immer (man bemerke die global skalierte, mental fraktalisierte, verbal dynamisierte Spiegelung der Ultraschwachen Quantenfeldtheorie).

    Alle scheinbaren Widersprüche heben sich, und man erhält ein in schwachem Sinn konsistentes Gesamtbild, wenn man nur die Verallgemeinerte Unschärferelation und die moderne, nicht nur multivalente, sondern auch superunscharf symmetrisierte (Fachterminus: hyperfuzzy) Logik korrekt anwendet. Zunächst mag man gar nicht glauben, wie viel das Vakuum uns geben kann. Doch dann erfährt man, wie Gedanken völlig inkohärent aus dem Nichts kommen, sich dann verblüffend kohärent anordnen, als seien sie oder andere weltweit miteinander verschworen gewesen, und dann bei näherer Befragung (Messung) in ganz unwahrscheinlich erscheinende Antworten kollabieren. Andere mögen sich angesichts der Antworten an den Kopf greifen, wir aber sind gehalten, sich selbst treu zu bleiben usque ad finem.

    Als weiterer Vorteil könnten Softwareeinsatz und geistiger Aufwand reduziert werden. Excel-Tortengraphiken reichen, höhere Mathematik und Statistik braucht es nicht, und persönliche Erfahrungsberichte sind Experimenten grundsätzlich überlegen wegen der quantenrelativistischen Verschränkung, welche durch Ein- oder Ausblenden der Wahrnehmung das jeweils gewünschte Ergebnis garantiert. Es wäre auch ein Beitrag zur Demokratisierung, wenn man das Niveau wie beschrieben signifikant anheben und jeden Leser eines qualitativ hochwertigen Boulevardblattes oder Teilnehmer eines Fumitantenstadls als vollwertigen Epidemiologen bzw. Wissenschaftler akzeptieren würde, ohne zu ungebührlichen geistigen Anstrengungen zu nötigen (notabene: Nötigung ist strafbar).

    Das könnte auch Vorbildcharakter z.B. für die Theoretische Physik und die Mathematik haben. Warum wurde nicht über das – mit Steuermitteln! – angeblich „nachgewiesene“ Higgs-Boson per gebührenpflichtiger Leser- und Zuschauerumfrage abgestimmt? Die Unterscheidungsfähigkeit der Worte Higgs und Hicks reicht doch dafür. Und warum sollen nur sog. Mathematiker, unter der sinistren Kontrolle der WMO und des DMFZ, z.B. über den Beweis der Poincaré-Vermutung urteilen, die doch der gesunde Menschenverstand selbst in einer verrauchten Kneipe klar sieht, oder des Satzes von Fermat, den man, ggf. unter Zuhilfenahme eines Taschenrechners, auf einem Bierdeckel für praktische Zwecke hinreichend nachrechnen kann?

    Vielleicht konnte ich damit in verallgemeinerter Form die schwache Richtung – wohin auch immer – eines konsequent kulturrevoluzzionären Fundamentalkikerikizismus andeuten. Wenn nicht, auch gut. Vom Holismus zum Heelismus, vom theoretisch Monokausalen zum intellektuell Menopausalen usw. Alles ist nun einmal so überlagert, mit oder ohne Mao oder die unzähligen wiedergeborenen Kleopatras. Aber das ist ja gerade das Essenzielle und zugleich Belanglose, die radikale coincidentia oppositorum, wie es zur Nikolaus-Zeit heißt, wenn auch Knecht Ruprecht mit dem Krebs (Cryfftz) da ist, der uns ggf. mit seinen verschränkten Scheren die Ohren kneift, und dann doch ein Maoam (Himbeergeschmack) gibt oder einen raschen Spiegelblick auf Kleopatra werfen lässt, als sie während der Würmeiszeit in Surinam für einen Tag mit einem bosonischen Rollmops verschränkt war (wir haben keine Angst vor dem Prosaischen, wenn es nur der Wahrheit dient).

    Nehmen Sie diese Ausführungen als mittelstark gekrümmten Quantensprung in das fundamentale Spinn-Netzwerk einer verallgemeinerten wissenschaftlichen Raumzeit, in der beide, Zukunft und Vergangenheit, spirituell zusammenfallen oder -brechen, dann sind Sie am schwächsten beraten und folglich am stärksten der Wahrheit superponiert. In jedem Fall lohnt es den Mut zu haben, das Schwache zu denken und komplementär das Denken zu schwächen. Da liegt die Zukunft, und möglicherweise konnte ich Sie ermutigen, sich selbst an dem Projekt der Generalized Unified Relativistic Kwantum Epidemiology (GURKE) zu beteiligen.

  41. #41 Joseph Kuhn
    11. April 2013

    @ G.W.: Ich hoffe, es ist nichts Ernstes? ;-)

  42. #42 Ludger
    12. April 2013

    @ GW
    Endlich mal ne kognitive Wellenfunktion mit Strahlkraft!

  43. #43 klauszwingenberger
    12. April 2013

    Oder ein neuer Sokal?

  44. #44 Sine T.
    http://goo.gl/8ibQI
    12. April 2013

    Ist Zynismus jetzt der Ersatz für die verpönten Absolutsätze?

  45. #45 armin_k.
    12. April 2013

    Homöopathie?
    Ich bin doch nicht abergläubisch!

  46. #46 Jeeves
    12. April 2013

    @webbaer, wg. Heidegger:
    Der hatte einen Bruder und der hat im Alter mal ein bisschen über seinen spinnerten Bruder geplaudert… (leider hab ich keine Quelle zur Hand; ich les’ so viel und zuviel).

  47. #47 Jeeves
    12. April 2013

    @ #40 G.W.
    Liest den ellenlangen Kommentar wirklich jemand?
    Und: wieso?

  48. #48 Theres
    12. April 2013

    @Jeeves
    Den langen Kommentar sollte man lesen, weil er richtig gut ist :D

  49. #49 G.W.
    12. April 2013

    @Sine T. #44. Sicher nicht. Bitte sehen Sie sich die folgenden Absolutsätze an.

    Nimmt man die Schwache Quantentheorie ernst, erkennt man, dass sie auf ein breites Spektrum von Alltagsphänomenen anwendbar ist. Nur ein Beispiel:

    Homöopathie & Esoterik haben das Ganze aus Körper und Geist im Blick. Sie zielen auf integrative spirituelle Erleichterung, die man einerseits passiv erfährt, andererseits aber aktiv suchen muss. Man muss sich ja nicht nur öffnen, sondern auch auf das Heilende zugehen, kurz: man muss glauben und glauben wollen. Der Operator der spirituellen Erleichterung in der entsprechenden Algebra sei „EsubS“ genannt.

    Andererseits erfährt man dabei eine finanzielle Erleichterung, die jedoch in der Regel weniger aktiv gesucht als passiv erfahren wird; der Operator sei „EsubF“ genannt. Man erahnt schon durch die unterschiedliche Gewichtung von Aktivität und Passivität die komplementären Aspekte der Erleichterung in Analogie zu Welle und Teilchen, Impuls und Ort usw. Das reicht ja bis zu den Erzeugungs- und Vernichtungsoperatoren der Quantenfeldtheorie und den Virasoro-Operatoren der String-Theorie; dies nur, um Ihnen die tiefe Einbettung der Theorie in die neuere Physik anzudeuten.

    EsubS und EsubF kommutieren nicht und haben daher eine Unschärferelation zur Folge. Das Produkt der Unschärfen von EsubS und EsubF ist immer mindestens gleich dem Heelschen Wirkungsquantum hsubH. Das bedeutet: will man die spirituelle Erleichterung genauer, d.h. intensiver erfahren, darf man sich nicht um die finanzielle kümmern. Verfolgt man die finanzielle genau, bleibt die spirituelle unbestimmt und im Diffusen. Es ist somit klar, dass Kritiker, die immer nur das homöopathisch-esoterische Geschäft im Blick haben, nie das Eigentliche erfahren können. Der Homöopathie & Esoterik sich Anheimgebende jedoch kümmern sich idealiter nicht um das Mammonöse. Dahin gehört auch, dass es zu beiden Operatoren – da sie nicht kommutieren – keinen gemeinsamen Satz von Eigenvektoren und somit keine gemeinsame Basis im Hilbertraum gibt. Somit passt wirklich alles zusammen. Der Nicht-Homöopath kann den Homöopathen nicht verstehen.

    Es deckt sich beispielsweise auch mit den Erfahrungen der sog. Spielsucht. Der höchste Genuss tritt nur dann auf, wenn man nicht daran denkt, dass man sich finanziell ruiniert. Rückt das Finanzielle sehr konkret und dringlich in den Vordergrund, verflüchtigt sich der Genuss und ist nicht mehr angebbar.

    Diese Beispiele unterstreichen die Fruchtbarkeit der Schwachen Quantentheorie, welche auf praktisch sämtliche Erfahrungen des Alltags anwendbar ist. Mehr noch: sie gibt konkrete Ratschläge. Zum Beispiel, nur ja nicht auf das Geld zu achten, wenn man echte spirituelle Erleichterung sucht. Das Ausmaß der finanziellen Erleichterung darf keine Rolle spielen! Mir scheint, das hört sich absolut vernünftig und ausbaufähig an.

  50. #50 Adent
    16. April 2013

    @G.W.
    Könnte man nicht sogar sagen, je höher die finanzielle Erleichterung desto tiefgehender die spirituelle Erfahrung? Oder ist die monetäre Spendabilität nicht ganz so kausal mit dem spirituellen Zuwachs verknüpft? Was ein wenig verwundert ist die durchaus hohe Finanzkraft so manches spirituellen Führers, die dieser in der Regel durch seine Adepten erlangt, wie passt dieses in die Unschärferelation? Müßte dann nicht der Guru einen enormen spirituellen Verlust oder brain drain in Richtung seiner Jünger erleben wenn der Finanzvektor so eindeutig in seine Richtung zeigt?
    Sie sehen, ich habe das Ganze System noch nicht durchschaut, mögen sie helfen?

  51. #51 michael
    16. April 2013

    > Müßte dann nicht der Guru

    Das zeigt doch gerade die unendliche Barmherzigkeit und Mildtätigkeit des Gurus, dass er so großzügig seine Spiritualität anderen zur Verfügung stellt.

  52. #52 G.W.
    17. April 2013

    @Adent #50

    Meine Analyse bezog sich auf die subjektive Wahrnehmung des Rezipienten und den doppelten Charakter der Erleichterung. Selbstverständlich ist es möglich, dass jemand glaubt, durch maximale finanzielle Opfer auch maximale spirituelle Erleichterung zu erfahren. Nur empfindet er gerade dann den Aspekt der materiellen Erleichterung nicht mehr, sie ist der spirituellen zuzurechnen. Diese ist somit in der Empfindung maximal bestimmt und die materielle minimal, und die Unschärferelation bleibt in Hinsicht auf das Heelsche Wirkungsquantum erfüllt.

    Es ist also alles konsistent und die Schwache Quantentheorie vermag alles zu erklären. Nach bisheriger Auffassung spricht das zwar gegen sie, weil sie damit zugleich nichts erkläre, das gilt jedoch nur vor dem Paradigma der quantitativen Prüfbarkeit usw. Der postgalileische Paradigmenwechsel aber geht zu einem qualitativen, quasi-hermeneutischen Verständnis. Es ist eine reverse kopernikanische Wende und da kehren sich die Wertungen selbstverständlich um. Mittels des vor Galilei beliebten aristotelischen Telos lässt sich bekanntlich alles auf der Welt zwanglos und leicht begreiflich erklären, ohne zu lästigen, überholten Maßstäben wie Verifizierbarkeit oder Falsifizierbarkeit greifen oder unangemessene Forderungen an das Denkvermögen stellen zu müssen. Homöopathie & Esoterik sind durch und durch teleologisch und somit Vorreiter des neuen, postszientifischen Denkens. Es wäre hoffnungslos der Vergangenheit verhaftet, gegen sie einwenden zu wollen, dass sie zugleich Ausdruck einer anthropomorphen Vorstellungswelt und schlichtgewirkten postmodernen Neoromantik seien.

    Der spirituelle Donor als eigenes System sowie die Interaktion zwischen Donor und Rezipient sind getrennte Probleme, die ebenfalls durch die Schwache Quantentheorie erfasst werden. Die Interaktion kann man sich als eine Art kurzzeitiger kohärenter Überlagerung zwischen Donor und Rezipient vorstellen. Der spirituelle Kontakt führt über das Feld zu einer zeitlichen Veränderung der Koeffizienten der Superposition (analog z.B. einer Larmor-Präzession und den Vorgängen, die man bei der Orientierung von Vögeln im Magnetfeld auf Basis einer relativ langlebigen, abgeschirmten Spin-Superposition annimmt). Das wäre im Endeffekt ohne Bedeutung, wenn das Feld nicht asymmetrisch bzw. in gegebener Richtung orientiert wäre; auch stellt es ein im Vergleich zum Felde des Rezipienten unendlich großes Reservoir dar, dominiert somit. Das führt dann beim Zerfall der Superposition, der nach endlicher Zeit spontan erfolgt, u.A. zu einer Asymmetrie des Füllungszustandes der Geldbörsen in bevorzugter Richtung, analog den Spins. Aus anderer Perspektive entspricht dem Donor ein immer vorhandenes Quantenfeld, das sich umso stärker materiell bzw. finanziell realisiert, je stärker es spirituell wirkt. Die Schwache Quantentheorie ist in jedem Fall hermeneutisch anpassungsfähig und kann immer passend gewählt werden. Ein tieferes Verständnis lässt sich allerdings nur in beliebigen Anwendungen erreichen, und ich ermuntere Sie zum Selbststudium.

    Meines Erachtens ist sie ein trans- und postrationales Projekt, welches das unermessliche Gebiet der menschlichen vanitas in zukunftsträchtiger und vorteilhafter Weise sowohl explorieren als auch exploitieren kann. Deshalb die gegenwärtige Erweiterung in GURKE (siehe #40), ein vom BMTEQ (Bundesministerium für Telepathische Epidemiologie und Quantenheilung) geförderter SFB (Sonderfabulationsbereich). Dass GURKE an mindestens zwei Orten, mal so mal so, simultan geschieht und sich irgendwie fruchtbar ergänzt, ist übrigens ein schöner Beleg der Nichtlokalität und Kontextabhängigkeit der Quantentheorie.

  53. #53 Erich Franz Xaver Bliemel
    70176 Stuttgart
    29. Mai 2013

    Ist in Fachkreisen eigentlich der Ernst August Dölle noch bekannt und das grundlegende Werk “Herrmann, Theo W. (Hrsg.): Dichotomie und Duplizität. Grundfragen psychologischer Erkenntnis. August Dölle zum Gedächtnis. Bern Verlag Hans Huber 1974″ ? Ich kenne in der Fachliteratur kein besseres Beispiel für Wissenschaftssatire.
    Joseph Kuhn ist auf diesen Wissenschaftler-Spaß wohl reingefallen und schreibt:
    “… und Dölle
    Ganz neu ist dieser Ansatz natürlich nicht. Ernst August Dölle (renommierter Psychologe wie Walach), bis 1968 Professor in Konstanz, hat ähnliche Überlegungen bereits in seiner Abhandlung „Brückenschlag zur Unendlichkeit“ (Zeitschr f Psychologie, 142: 139-193, zitiert nach Dichotomie und Duplizität, Grundfragen psychologischer Erkenntnis, Huber Verlag, 1974, S. 25) entwickelt. Dölles Substanz bürgt für die seiner – und der hier fortgeführten – Überlegungen.” Köstlich!

  54. #54 Joseph Kuhn
    30. Mai 2013

    @ Erich Franz Xaver Bliemel:

    “Joseph Kuhn ist auf diesen Wissenschaftler-Spaß wohl reingefallen”

    Hm. Eigentlich könnte ich Ihnen jetzt erzählen, dass ich den alten Herrn Dölle noch persönlich kennengelernt habe, es muss wohl am 1. April 1975 oder kurz nach Einbruch der Dunkelheit gewesen sein, aber bevor daraus weitere Verwirrungen entstehen, möchte ich die Sache doch lieber richtigstellen:

    http://scienceblogs.de/gesundheits-check/2013/03/02/der-ernst-der-wissenschaft/

    Und zur Sicherheit: Die Sache mit der fundamentalontologischen Grundlegung der Homöopathie müssen Sie auch nicht ganz so ernst nehmen. Obwohl …

  55. [...] auf Scienceblogs ist die Homöopathie ein Dauerthema, auch auf Gesundheits-Check, z.B. hier oder hier. Auch das Buch „Die Homöopathie-Lüge“ von Christian Weymayr und Nicole Heißmann wurde hier [...]