Vor kurzem gab es nebenan im Blog von Florian Freistetter einen Beitrag unter der provokanten Überschrift “Philosophie ist dumm“. Liest man das Buch „Hätten Sie mal Feuer?“, das der Wiener Philosoph Robert Pfaller und die Psychoanalytikerin Beate Hofstadler herausgegeben haben, ist man geneigt, diese Provokation als empirischen Befund zu akzeptieren.

Worum geht es in dem Buch? Für die Autor/innen ist das Rauchen ein Genuss und ein Kulturgut. Das kann man so sehen, das ist schließlich eine Seite der Medaille. Des Weiteren sprechen sie sich dagegen aus, das Verhalten der Menschen immer mehr durch Verbote oder moralische Normen zu regulieren. Auch das kann man tun. Niemand möchte unnötig in seiner Freiheit eingeschränkt werden, nicht durch Verbote und auch nicht durch sublimere Entwicklungen. Die Gesundheit war immer ein Feld für Ordnungslehren, in denen Moral, das „richtige“ Leben und Herrschaft eng verbunden waren. Das im Auge zu behalten, kann also nicht schaden.

Das Buch trägt den Untertitel „Intellektualismus, Begehren und Tabakkultur“. Philosophisch könnte man dazu sicher viel Kluges sagen. Herausgekommen ist aber, von ein paar wenigen lesenswerten Texten abgesehen, ein dümmliches Geschwafel über die Eleganz und Erhabenheit des Rauchens, zum Rauchen als sexueller Ersatzbefriedigung oder über Freuds („des Meisters“) wertvolle Worte zum Thema, gemischt mit billigster Polemik gegen die Wissenschaft. Anbei ein paar Auszüge, ich glaube, sie sprechen für sich:

„Bekanntlich ist die Tabakkultur ein unverzichtbarer Bestandteil dessen, was das Leben elegant, erotisch, liebens- und lesenswert macht.“

„Wie soll eine Welt aussehen, in der man nicht mehr rauchen darf? Wie viel Widerspruchsgeist, wie viel Glamour und Eleganz, wie viel rebellischen Intellektualismus wird diese Welt zulassen?“

„Warum können Menschen heute nicht mehr, wie vor 20 Jahren, sagen: ‚Oh bitte, rauchen Sie nur. Ich tue es zwar selbst nicht, aber ich rieche es so gerne und finde, dass es so elegant aussieht.‘“

Als szenisches Zitat: „In meinem ganzen Leben bin ich als Schwarzer niemals so unterdrückt worden wie jetzt als Raucher.“

Im Anschluss an das psychoanalytische Übertragungskonzept: „Im Diskurs über die Gefahren des Rauchens taucht genau jener Zusammenhang von Übertragung und Übertretung wieder auf. Übertragen werden gefährliche Feinstaubpartikel und eine Unzahl giftiger Stoffe.“

“Wissenschaftlich exaktes Zahlenmaterial gibt es, weil es das nicht geben kann, also nicht einmal über die gesundheitlichen Folgen des Rauchens, wie sollte es da seriöses Zahlenmaterial über die möglichen Todesfolgen des ‚Passivrauchens‘ geben! Da kann man nichts beweisen, nur etwas mit epidemiologischen und statistischen Methoden errechnen.“

“Längst geht es nicht mehr um Nichtraucherschutz, sondern um ein Totalverbot des Rauchens, um den Endsieg.“

„Rauchen bedeutete immer Freiheit.“

„Oh vergängliche Schönheit des Vergänglichen, Sirenengesang des augenblicklich Erhabenen.“

„Erhabenheit gewinnen wir, indem wir gerade im besseren Wissen um alles, was uns schaden kann, so tun, als würde uns all das nichts ausmachen.“

Die Werbeabteilung einer Tabakfirma hätte das nicht besser machen können. Ganz weit weg von der Wahrheit ist man damit wohl auch nicht: Der Druck des Buches wurde unterstützt von der Initiative „Rauchfrei(heit)!“ – und, da reibt man sich dann doch die Augen, der „Kulturabteilung der Stadt Wien (MA7), Wissenschafts- und Forschungsförderung“. Ob der Herr Professor, der das Referat Wissenschafts- und Forschungsförderung leitet, sich vorher einmal angesehen hat, was er da an Wissenschaft und Forschung fördert? Hoffentlich nicht.

Die Wiener Tabakphilosophie ist übrigens auch politisch ganz aktiv und hat eine Initiative namens “Mein Veto. Bürger gegen Bevormundung“ ins Leben gerufen – diesmal mit freundlicher Unterstützung durch British American Tobacco Austria und den Verband der Cigarren- und Pfeifenfachhändler. Das sind wenigstens klare Verhältnisse.

Kommentare (39)

  1. #1 Alexander
    9. Juni 2013
  2. #2 Joseph Kuhn
    9. Juni 2013

    @ Alexander: In der Tat, die Brachialrhetorik Kampits hatten wir hier auch schon mal.

  3. #3 Ludger
    9. Juni 2013

    Zitat aus dem 3. Link von Alexander #1 (http://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/728153/Oesterreich-ist-zum-Aschenbecher-Europas-geworden ):

    Besonders grotesk werden die Argumente eines Philosophen und medizinischen Laien dann, wenn er experimentelle und epidemiologische Studien als „statistisches Konstrukt“ bezeichnet und von der Anbetung der Gesundheit als religiöses Dogma spricht.

    Das hat der Autor, Univ.-Prof. Dr. Manfred Neuberger, Ordinarius für Umwelthygiene an der Med. Universität Wien, genau auf den Punkt gebracht.

  4. #4 sumo
    10. Juni 2013

    ich greife nur einen kleinen Aspekt heraus, in welchem die Autoren des Pamphletes Rauchen als ” … erotisch, liebes-und lebenswert macht…”
    Das kann ich in keiner Form irgendwie nachvollziehen, ich hatte in meiner -ich nenne sie mal Partnerfindungsphase- grundsätzlich und immer Widerwillen gegen den Geruch kalten Rauches, an Erotik habe ich da NIE denken müssen.

    Ansosnten haben die Autoren mal wieder ganz große Geschütze aufgefahren, es klingt, als wäre der Bestand des Abendlandes in Gefahr, wenn man weiter das Rauchen unterbände. Es bleibt natürlich das Dilemma, daß man mit immer mehr Regulierung immer weniger Freiheit hat, aber genau das haben sich die Raucher selbst zuzuschreiben, denn diese hatten ja jahrzehntelang Zeit, ihre jetzt eingeforderte Toleranz selbst zu zeigen und Menschen, denen rauchen zuwider ist, eben nicht zu belästigen.

  5. #5 Peer
    10. Juni 2013

    Ich bin bei nr 4. nichts macht eine Frau in meinen Augen so unattraktiv, wie eine zigarette im Mund. Insofern ist das Buch schon intolearnt – es akzeptiert keine anderen Sichtweisen (anscheinend)

  6. #6 Joseph Kuhn
    10. Juni 2013

    @ Sumo

    “als wäre der Bestand des Abendlandes in Gefahr, wenn man weiter das Rauchen unterbände”

    Ein Stück weit wirkt das wie ein Reflex auf die “Endgame-Diskussion”, die von Teilen der Tabakkontrolle in anderen Ländern geführt wird. Dabei geht es um Strategien, den Tabakhandel weitgehend zu unterbinden (z.B. durch weitere Steuererhöhungen, Werbeverbote, Rauchverbote in öffentlichen Räumen etc.), um die Raucherquoten möglichst zu minimieren, aber ich habe das im Detail nicht verfolgt. In dieser Diskussion ist die Hervorhebung des Rauchens als Kulturgut für die Tabakfreunde ein zentrales Argument, die Gesundheitsgefahren werden dabei oft einfach eingestanden und als “Reiz des Gefährlichen” romantisiert.

    In Deutschland steht eine “Endgame-Diskussion” politisch bisher nicht auf der Agenda, in Österreich noch weniger, im Gegenteil, in der Politik hier wie dort hat die Tabakwirtschaft nach wie vor viel Fürsprache. Eine solche Diskussion muss zudem von einem ausreichend breiten gesellschaftlichen Grundkonsens getragen werden. Man müsste dann in der Tat auch darüber diskutieren, warum das Rauchen Teil des Alltagslebens ist – und inwieweit das so bleiben soll, was die Entnormalisierung des Rauchens im Alltag nach sich zieht, was das biopolitisch bedeutet, also unter dem Aspekt des Zugriffs der Gesellschaft auf die individuelle Lebensführung, oder auch, ob man für die Tabakwirtschaft nicht sogar Konversionsprogramme auflegen müsste.

    Bücher wie die von Hofstadler und Pfaller zielen vermutlich “präventiv” darauf ab, eine ernste “Endgame-Diskussion” gar nicht erst aufkommen zu lassen, also der Entnormalisierung der Rauchens frühzeitig etwas entgegenzusetzen. Falls sie überhaupt so strategisch angelegt sind und nicht einfach nur Geschwafel zwischen zwei Buchdeckeln.

  7. #7 Tobey
    Dillingen Saar
    10. Juni 2013

    Ich finde Rauchen höchst unsexy. Es stinkt, es verfärbt die Wände, Vorhänge, Möbel und Haare, es verursacht viel grässlichen Abfall wie Asche oder die übrig gebliebenen Filter, es ist ungesund, macht die Lunge kaputt, erhöht das Krebsrisiko
    UND
    ES
    STINKT!
    Die Kleidung stinkt, die Haare stinken, die ganzen Räume stinken.

    Wie kann man das erotisch oder elegant finden? Das ist einfach nur widerlich!

  8. #8 Mr. Hatunien
    10. Juni 2013

    Davon abgesehen, dass die o.g. Auszüge aus dem Buch einem die Haare zu Berge stehen lassen, wundert es mich in diesem Zusammenhang aber doch etwas, dass Herr Kuhn als Gesundheitswissenschaftler offensichtlich den Genuss von Alkohol propagiert (oder ist der Inhalt des Glases auf dem Bild Traubensaft?) – sieht ja auch irgendwie elegant aus 😉

  9. #9 G.W.
    10. Juni 2013

    Pf. bedient seit geraumer Zeit einen Publikumsgeschmack, wie so viele andere. Er hat sich halt ein Genuss-haben-und-frei-leben-wollen-Segment gesucht, so wie Precht das Alltags-Menschen-Segment, Sloterdijk das Möchtegern-Elite-Segment usw. Und die Raucher – deren auf freiem Willen beruhenden Genuß man so schön beobachten kann, wenn man sieht, wie sie Rauchpausen entgegenfiebern, oder sich vergegenwärtigt, wie viele von ihnen vergeblich eine Entwöhnung versucht haben – können sicher eine philosophische Überhöhung immer brauchen; den Drogengebrauch zum Elite-Merkmal zu deklarieren ist ja ganz allgemein unter Süchtigen eine gängige Rationalisierungsstrategie. Kommt nicht im Buch auch Nietzsche vor, der wahrhaft freie, mutige und keinesfalls von Rücksichtnahmen geplagte Mensch, ja Übermensch? Das wäre doch nur angebracht.

    Die Auslassung „Wissenschaftlich exaktes Zahlenmaterial gibt es, weil es das nicht geben kann, also nicht einmal über die gesundheitlichen Folgen des Rauchens, ………….“ deutet an, daß Pf. von moderner medizinischer Wissenschaft einzig dasjenige solide weiß und verstanden hat, daß man das Wort „wissenschaftlich“ ohne Doppel-ff schreibt. Nicht einmal die Tabakindustrie geht heute so unbedarft vor, die Folgen des Aktivrauchens in Zweifel zu ziehen, im Gegenteil, in ihren Laboratorien bringen sie selbst inzwischen gute Daten dazu. Dafür braucht es prätentiös-tumbe Abenteurer und Irrlichterierer wie Pf.

    Vollends grotesk ist, wenn Pf. schreibt „Erhabenheit gewinnen wir, indem wir gerade im besseren Wissen um alles, was uns schaden kann, so tun, als würde uns all das nichts ausmachen.“ Schöner könnte die neuromantische virtuelle „Tapferkeit“ nicht zu Tage treten, denn selbstverständlich haben wir ja die moderne Medizin im Hintergrund, falls doch etwas schiefgeht (die programmatische Infantilität erinnert mich an einen Jugendkongress vor Jahren, der unter dem Motto stand „wild und gefährlich leben“ und bei dem zugleich der Abbau der sozialen Sicherungen beklagt wurde).

    Der Gebrauch des Begriffs „erhaben“ ist köstlich. „Erhabenheit“ im Sinne Kants oder Burkes beispielsweise speist sich ja gerade aus der Wahrnehmung und nicht aus den eigenen Handlungen, sie ist nichts, das man sich selbst verleiht, genausowenig wie Heiligkeit. Pf. scheint mit „erhaben“ nur zu meinen, die Pose des Rauchheroen einzunehmen und sich also „erhaben“ zu fühlen, und das heißt über seine (profanen, nichtrauchenden) Mitmenschen erhaben, darum geht es im Pf.-Publikum. Das ist allerdings nicht besser als wissentlich mit einem zweifelhaften, nicht auf Funktion geprüften Fallschirm zu springen und dafür Respekt einzufordern. Und müssen wir jetzt jeden jugendlichen Raser, der verunfallt, bewundern statt bedauern, weil er auch auf seine Weise das Erhabene im freien Genuss der Geschwindigkeit suchte?

    Daher scheint mir Pf. auch philosophisch gesehen gewisse Defizite aufzuweisen, allerdings kann man das einem Popularprofessor und nugator habitualis vielleicht nachsehen, es ist ja ohnedies alles für den Sofortkonsum geschrieben, das nächste Buch wartet sicher schon.

  10. #10 Joseph Kuhn
    10. Juni 2013

    @ Mr. Hatunien

    “oder ist der Inhalt des Glases auf dem Bild Traubensaft?”

    Natürlich Traubensaft – vergoren.

    Zum Thema Alkohol und Gesundheit.
    http://scienceblogs.de/gesundheits-check/2013/05/11/in-vino-veritas/

    @ G.W.:

    Das Buch ist eine Aufsatzsammlung, die meisten Zitate sind nicht von Pf. Das mit den nichtvorhandenen Daten ist von Walter Wippersberg, den Text hat Wippersberg auch auf seiner Internetseite veröffentlicht. Lesen lohnt nicht. Was er zur Geschichte der Tabakforschung im Nationalsozialismus schreibt, sollte man besser ordentlich recherchiert bei Robert Proctor nachlesen.

    Das erhabene Geraune ist dagegen vom Erhabenen höchstselbst.

  11. #11 G.W.
    10. Juni 2013

    @Joseph Kuhn

    Nun, als Herausgeber ist Pf. für die Auswahl der Autoren verantwortlich und deckt insofern alle Texte als überhaupt in irgendeinem Sinne diskutabel. Wer „exakte Daten“ zum Risiko des Aktivrauchens vermisst, ist sicher nur unter crackpots diskutabel.

    Pf. versteht es auf geschickte Weise, so in seinem letzten Buch zur “Lebensführung” 2011, auch solche Leser auf die Leimrute zu locken, die sich sonst als „kritisch“ verstehen. Das erfolgt ganz einfach, indem er die emotionale Opposition gegen die moderne (neoliberale) Leistungs- und (Selbst-)Optimierungsgesellschaft ausnutzt. Diese zerstöre angeblich den „Genuss“. Faktisch allerdings ist es so, daß wir heute, verglichen mit den – realistisch wahrgenommenen – Möglichkeiten früherer Generationen, in einer Gesellschaft leben, die den „Genuss“ zum Einen zum Fetisch erhoben hat und zum Anderen über nie zuvor in dieser Breite vorhandene Möglichkeiten der Realisierung verfügte. Bei unendlichem Erwartungshorizont bleibt allerdings Genuss immer ein Desiderat, und das nutzt Pf.

    Der m.E. bemerkenswerteste Satz, den Sie listen, ist eben der über das „Erhabene“, auf den ich näher eingegangen bin. In seiner Interpretation von „erhaben“ demonstriert Pf. auf wunderbare Weise genau das, was er an der modernen Gesellschaft zu kritisieren vorgibt: die Herrlichkeit eines Ego, das sich selbst sowohl „erhaben“ fühlen als auch machen und seinen Genuss mit möglichst wenig Aufwand maximieren möchte.

    Pf. ist mir in seinen Büchern als typisch modern-opportunistischer, d.h. pseudo-kritischer Wellenreiter unangenehm aufgefallen, und ich habe mich über die Naivität positiver Rezensionen zunächst gewundert, später dann nicht mehr. Es ist halt das, was sich in den Buchhandlungen unter „Wellness, angewandte Philosophie, leicht verdauliche und gut bekömmliche Gesellschaftskritik, Lebensberatung, Sinngebung, Selbstfindung“ für „Anspruchsvollere“ usw. auf Kosten sowohl der seriösen Philosophie als auch der Wissenschaft immer mehr ausgebreitet hat.

  12. #12 para
    10. Juni 2013

    Man sollte ja meinen das sich Intellektualismus und Rauchen widersprechen– allerdings lesen sich Zitate und (Presse-)Artikel als wären sie vor Jahrzehnten geschrieben und nun aus der Versenkung zur allgemeinen Belustigung wieder aufgetaucht.

  13. #13 Hans
    10. Juni 2013

    #7 Tobey

    Ich finde Rauchen höchst unsexy. Es stinkt, es verfärbt die Wände, Vorhänge, Möbel und Haare, es verursacht viel grässlichen Abfall wie Asche oder die übrig gebliebenen Filter, es ist ungesund, macht die Lunge kaputt, erhöht das Krebsrisiko
    UND
    ES
    STINKT!
    Die Kleidung stinkt, die Haare stinken, die ganzen Räume stinken.

    Wie kann man das erotisch oder elegant finden? Das ist einfach nur widerlich!

    Ganz meine Meinung. Das hätte ich nicht besser zusammenfassen können.
    Wäre vielleicht noch zu sagen, das ich es schön fände, wenn die Tabakindustrie eher heute als morgen aus der Welt verschwinden würde.

  14. #14 Joseph Kuhn
    10. Juni 2013

    @ G.W: Ich kann nur zustimmen. Hier ist noch ein schönes Beispiel vom Erhabenen selbst:

    “So wird das in der perspektivischen Illusion gefangene Ich schließlich paranoid: Es muss den Anderen unerbittlich und überall verfolgen und sein Glück total vernichten. Dieser paranoide Zug kennzeichnet auch die aktuellen Rauchverbotsinitiativen: Sie zeichnen sich durch die missionarische Sehnsucht nach totaler Vernichtung eines verhassten Kulturelements aus.”

    Ein Glück, dass Leute wie Grieshaber nicht in ihrer perspektivischen Illusion gefangen sind, sonst könnte man sie mit ihren Phantasien von einer wissenschaftlichen Weltverschwörung oder der wilden Idee, der Provider von Scienceblogs würde von der WHO kontrolliert, am Ende noch für paranoid halten. Aber das hat uns der Pfaller ja jetzt erklärt. Nichtraucherschutz ist Paranoia. Ein wahrhaft erhabener Gedanke.

  15. #15 verbannt
    10. Juni 2013

    Erotisch, ein Mund der nach Aschenbecher riecht? Nicht wirklich! Kann als Ex-Raucher den Geruch von Zigarren oder Zigarillos noch am ehesten ertragen. Zigaretten sind einfach nur wüärx, riechen ekelhaft nach Chemie.

    Trotzdem bin ich bei der kompletten Ablehnung nicht mehr dabei. Wenn Leute ihre Gesundheit ruinieren wollen, bitteschön. (Neulich einen Artikel gelesen über die hohe Häufigkeit von Geschlechtskrankheiten bei Homosexuellen – das wird alles von der Gesellschaft bezahlt! Skiunfälle auch. Da könnte man schließlich auch das Verursacherprinzip anwenden)

    Das es immer noch Kippen-Automaten gibt, kann ich mir nicht erklären. Muss etwas mit der Freiheit und dem Genuss des Rauchens zu tun haben!

    Man sollte halt Drogen generell in speziellen Shops verkaufen (das ist jetzt ot). Ich finde z.b. den Anblick von Leuten, die harten Alk im Supermarkt kaufen, auch nicht in Ordnung. Oder Alk an der Tanke – wtf? Oder wenn sich jemand an der Kasse über meine Sachen beugt, und noch ne Schachtel Kippen aus der Maschine holt, und die fällt dann auf meine Einkäufe – da muss ich mich schon zusammenreissen.

    Es sollte räumlich getrennt werden. Extra Geschäfte für Drogen. Aber verbieten sollte man so wenig wie möglich/nötig.

  16. #16 Joseph Kuhn
    11. Juni 2013

    Ich habe den Leiter des Referats “Wissenschafts- und Forschungsförderung” der Stadt Wien, Prof. Ehalt, gebeten, zur Förderung des Buches durch sein Referat Stellung zu nehmen, auch mit Blick auf wissenschaftsvernebelnde (o.k., das Wortspiel ist etwas verbraucht) Tendenzen des Buchs, etwa Wippersbergs epidemiologische Verirrungen.

    Er hat, das muss man ihm zugute halten, sehr schnell geantwortet, hier ist die Antwort:

    “Sehr geehrter lieber Herr Kuhn,
    wenn ich Ihr schönes Autorenfoto – in der Wachau oder im südsteirischen Hügelland? – richtig deute, dann machen Sie ebendort Reklame für Alkoholkonsum. Oder ist es gar ein Glas Coca Cola, das Sie in Händen halten – da wäre die Gesundheitsgefährdung noch größer. Bei Ihrem Beitrag ist mir das bekannte Zitat von Pascal eingefallen, alles Unglück kommt daher, dass jemand nicht ruhig (und ohne Zigaretten, Zigarren und Alkohol) in seinem Zimmer bleiben kann. Aber Scherz beiseite.
    Robert Pfaller ist international anerkannter Kulturphilosoph, der eindrucksvolle, auch zum Widerspruch auffordernde Bücher verfasst hat. Und die Kulturabteilung der Stadt Wien fördert kritische Auseinandersetzung mit allen für die Wissenschaft interessanten Entwicklungen und mit allen Phänomenen, Ausdrucksformen und Fragen des Alltäglichen, die ja sehr oft sehr kontroversiell sind. Die Kulturabteilung ist keine Zensurbehörde, sondern eine innovationsfördernde Institution. Wir und auch ich persönlich gehen davon aus, dass eine gute, d.h. eine demokratische Welt aus mündigen BürgerInnen besteht, die die Fähigkeit haben, für sich und solidarisch mit den Anderen Entscheidungen zu treffen.
    Um die Kulturen der Offenheit und Demokratie zu fördern, sind Publikationen wie das von der Stadt Wien unterstützte Buch von Robert Pfaller wichtig. Niemand wäre damit gedient, wenn eine Kulturförderungsabteilung als Kunst- oder Kulturzensuramt agieren würde. Schlimm wäre es auch, wenn ein fundamentalistischer Druck auf Kultur und Kulturschaffende etabliert wird, der sehr bald nicht nur Förderungsbeträge für Forschungen und Bücher, sondern wohl auch das Denken von Gegenpositionen unter Sanktion stellen möchte.
    Mit freundlichen Grüßen
    Hubert Christian Ehalt

    Dass eine Kulturabteilung keine Zensurbehörde sein soll und dass in einer demokratischen Gesellschaft die Bürger/innen ihre Angelegenheiten selbst regeln sollen, darauf wird man sich schnell einigen können. Aber ein Satz dazu, warum wissenschaftszersetzende Darstellungen und das Bestreiten vorhandener wissenschaftlicher Evidenz ausgerechnet durch ein Referat mit den Namen Wissenschafts- und Forschungsförderung unterstützt werden, wäre doch auch schön gewesen. Ob mit anderen “kontroversiellen” Büchern auch so nett verfahren wird?

    Das Bild mit dem Glas Wein ist übrigens nicht aus Österreich, sondern aus La Palma. Selbstverständlich macht es keine Werbung für Alkohol, sondern erinnert an die uralte kulturelle Funktion des Alkohols und warnt, das ist sicher unübersehbar, demzufolge vor Alkoholmissbrauch. 😉

  17. #17 Mr. Hatunien
    11. Juni 2013

    Die uralte kulturelle Funktion des Tabakgenusses gibts auch bei wikipedia zu lesen.
    Es bleibt zu hoffen, dass dem Alkohol bald ebenfalls zu Leibe gerückt wird, Rauchen ist ja in der Gesellschaft inzwischen ziemlich “out”, was ich so mitbekomme.
    Warum gibt es eigentlich auf Bier- und Schnapsflaschen keine Totenköpfe, riesige schwarz-weiße Warnhinweise, Bilder von missgebildeten Kindern deren Mütter während der Schwangerschaft getrunken haben, Bilder von misshandelten Kindern betrunkener Väter???

  18. #18 Manfred Neuberger
    Wien
    11. Juni 2013

    Die Tabakindustrie manipuliert die öffentliche Meinung nach Plan (http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/die-verwandlung-von-wissen-manipulieren-und-desorientieren-1.903784). Da sie selbst ihre Glaubwürdigkeit verloren hat, bedient sie sich dabei käuflicher Personen und Institutionen (http://www.who.int/tobacco/resources/publications/Tobacco%20Industry%20Interference-FINAL.pdf). Österreich wird so lange in den Klauen der Tabakindustrie bleiben, bis ein mutiger Politiker diese korrupten Kollaborateure durch ein besseres Transparenzgesetz bloßstellt.

  19. #19 para
    11. Juni 2013

    @Mr. Hatunien

    Die uralte kulturelle Funktion des Tabakgenusses gibts auch bei wikipedia zu lesen.

    Die kulturelle Funktion ? Dann mal her mit einem Artikel- “steht irgendwo bei Wiki” ist da zu schwach. Was für eine kulturelle Funktion soll es denn sein – natürlich auf unsere Kultur bezogen ?

    Warum gibt es eigentlich auf Bier- und Schnapsflaschen keine Totenköpfe, riesige schwarz-weiße Warnhinweise (…)

    Weil Rauchen generell aktiv und passiv schädigt, Alkohol jedoch nicht. Abgesehen davon, man muss schon blind durch die Welt rennen wenn man die Kampagnen gegen übermäßigen Alkoholkonsum (z.B. “kenn dein limit”) nicht sieht.

  20. #20 Alexander
    11. Juni 2013

    Aber ein Satz dazu, warum wissenschaftszersetzende Darstellungen und das Bestreiten vorhandener wissenschaftlicher Evidenz ausgerechnet durch ein Referat mit den Namen Wissenschafts- und Forschungsförderung unterstützt werden, wäre doch auch schön gewesen.

    Ja! Aber vielleicht liest Herr Ehalt ja hier mit und findet noch ein wenig Zeit, das zu erläutern?

  21. #21 para
    11. Juni 2013

    So nebenbei…

    Die Kulturabteilung ist keine Zensurbehörde, sondern eine innovationsfördernde Institution.

    Setzt man da tatsächlich nicht fördern mit Zensur gleich ? Zumindest würde er nur nach der Dichotomie, was nicht gefördert wird, muss verboten werden, einen Sinn ergeben.
    Wie gutmütig muss man sein, wie extrem müssen Sinn und Worte verdreht werden um aus diesem Satz etwas anderes zu lesen ?

  22. #22 Joseph Kuhn
    11. Juni 2013

    @ Alexander: Den Punkt hatte ich in meiner Anfrage an Herrn Ehalt explizit angesprochen, da ist er vermutlich bewusst ausgewichen, die Förderung von Wissenschaftsignoranz durch ein Wissenschaftsreferat zu rechtfertigen, wäre ja in der Tat etwas heikel. Wobei: Indirekt geht er sogar darauf ein. Er verwehrt sich gegen “fundamentalistischen Druck”, der das “Denken von Gegenpositionen unter Sanktion stellen möchte”. Ob Rauchen die Gesundheit gefährdet, kann man eben so oder so sehen, exaktes Zahlenmaterial gibt es schließlich nicht, Wippersberg hat’s gesagt. Vielleicht sollte Grieshaber die Neuauflage seines Buchs auch in Wien fördern lassen, dort hat man noch ein Herz für unkonventionelles Denken.

    @ para: Nichtfördern = Zensieren? Gut beobachtet. Solche Argumentationsfehler findet man in “Ausreden” oft, z.B. wenn gängige Denkbilder benutzt und zusammenmontiert werden, statt wirklich über eine Sache nachzudenken. Auch der Hinweis auf das Glas Wein, mit dem augenzwinkernden “erwischt”, gehört in diese Rubrik: Wenn die Andern nicht so genussfeindlich und asketisch sind, wie man sie immer darstellt, dann muss das doch ein Widerspruch in deren Haltung sein. Paradox. Psychoanalytiker könnten dazu bestimmt Einiges sagen 😉

    @Mr. Hatunien: Um nicht missverstanden zu werden: Alkoholmissbrauch ist einer der wichtigsten verhaltensbedingten Risikofaktoren für viele Erkrankungen und vorzeitige Sterbefälle. Auch Alkohol kann zu Fremdgefährdung führen, Sie haben Beispiele genannt. Ein interessantes Beispiel ist Alkohol im Straßenverkehr. Kaum jemand rebelliert dagegen, dass Alkoholkonsum hier jenseits der bekannten Promillegrenze verboten ist und der mündige Bürger “in seiner Freiheit” eingeschränkt sei.

  23. #23 Alexander
    11. Juni 2013

    Peter Kampits, ehemaliger Dekan der Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft, wurde am 5. Oktober 2011 das Goldene Ehrenzeichen des Landes Wien verliehen.
    […]
    Christian-Hubert Ehalt, Professor am Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, beschrieb das Wirken Kampits’ mit Hilfe eines wissenschaftlichen Alphabets von “A wie Alaska bis Z wie Zeit für Studierende”. Er marschiere unverkrampft durch die Philosophie und setze sich für die Freiheit des Individuums ein, so Ehalt über den Ehrengast.

    http://medienportal.univie.ac.at/uniview/uni-intern/detailansicht/artikel/preise-und-auszeichnungen-2/

    Aus irgendwelchen Gründen fällt mir gerade diese Geschichte ein: Ich war zu Besuch im Süden Bayerns und der Gastgeber hat vorgeschlagen, doch einen Tagesausflug nach Salzburg zu unternehmen. Als wir am Grenzschild vorbei fuhren, sagt er: “So, ab hier beginnt der Balkan!”

    • #24 Joseph Kuhn
      11. Juni 2013

      … eine geistige Melange. Da kann man auch mal zusammen mit der Rauchfreiheits-Lobby (http://www.rauchfreiheit.at/) ein Buch fördern.

  24. #25 Alexander
    11. Juni 2013

    @Joseph Kuhn: Wenn das der Herr M. hört, dann gründet er sofort ein “Bündnis für unverkrampfte Erhabenheit” 😉

  25. #26 Dr. Webbaer
    12. Juni 2013

    Man wird ähnliche Begründungen für den Spaß am Marathonlauf, am Schweinshaxenverzehr und am Hören lauter Rockmusik antreffen, wenn man diesbezügliche Unterstützungsrede analysiert.

    Der hiesige Inhalteträger, der den Bembeln nicht abgeneigt scheint, darf hier Verständnis haben.

    Rauchen ist natürlich extra-ungesund, so wie wie Extremsportarten und die Völlerei. Allerdings hält sich der gesamtgesellschaftliche Schaden jeweils in Grenzen.

    MFG
    Dr. W

  26. #27 Dr. Webbaer
    12. Juni 2013

    PS: Warum verweisen Sie, Herr Dr. Kuhn, eigentlich auf diesen Tiefpunkt, der Schreiber dieser Zeilen kennt Sie ansonsten doch als geistig reges wie gebildetes Individuum, als angemessenen Vertreter der Traditionslinken (vs. Gefühlslinken).

  27. #28 Erik
    12. Juni 2013

    Warum können Menschen heute nicht mehr, wie vor 20 Jahren, sagen: ‚Oh bitte, rauchen Sie nur. Ich tue es zwar selbst nicht, aber ich rieche es so gerne und finde, dass es so elegant aussieht.

    Warum? Weil es stinkt. Vor allem kalter Rauch, ich könnte jedes Mal wieder Bröckchen husten, wenn ich einen Raucher-PC reparieren darf. In diesen hat sich der Dreck meistens schon zentimeterdick aufgeschichtet, sodass an Arbeiten ohne vorheriges Ausblasen nicht zu denken ist. Falls sich die Arbeit überhaupt noch lohnt, weil die Bauteile, mollig warm eingepackt in kalten Rauch, schon durchgebrannt sind.

    Bei E-Zigaretten mache ich allerdings gern eine Ausnahme.

    Grueße
    Erik

  28. #29 Alexander
    15. Juni 2013

    Apropos “unverkrampft” 😉

    http://legacy.library.ucsf.edu/action/document/page?tid=zvw70a99

    “durch wissenschaftliche Forschung”! Jaja! 😉

  29. #30 Alexander
    20. Juni 2013

    “Pop-philosophische Beliebigkeiten eines Austro-Epikureers”

    http://derstandard.at/1371170041643/Pop-philosophische-Beliebigkeiten-eines-Austro-Epikureers

  30. #31 Joseph Kuhn
    21. Juni 2013

    Auch nett:

    Die Initiative “Mein Veto! Bürger gegen Bevormundung.” wurde maßgeblich von den Philosophen Robert Pfaller und Franz Wuketits entwickelt. Sie hat sich dem Kampf gegen “Mentholzigarettenverbot”, “Alkoholverbot an öffentlichen Plätzen” und anderer “Bevormundungen” verschrieben. Besonderer Erfolg: Es konnte der zweitgrößte Zigarettenkonzern der Welt als Unterstützer gewonnen werden (British American Tobacco), außerdem der Verband der österreichischen Brauereien. Internationale Journale loben das Engagement der Professoren: “In der Initiative „Mein Veto“ – Bürger gegen Bevormundung“ lassen sich ehrenwerte Professoren vor den Karren der Tabak- und Bierindustrie spannen” (format.at)

    Quelle: http://www.univie.ac.at/philosophieforum/viewtopic.php?f=2&t=2944

  31. #32 Alexander
    21. Juni 2013

    Beim Kampf gegen ein Verbot von Mentholzigaretten sind die “Freiheitskämpfer” aber spät dran:

    http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/rauchen-eu-staaten-beschliessen-schockbilder-fuer-zigaretten-a-907162.html

    Dass Franz M. Wuketits sich als Tabaklobbyist engagiert enttäuscht mich sehr! Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, einige seiner Bücher mal genauer anzuschauen …

  32. #33 Joseph Kuhn
    21. Juni 2013

    hatte mir eigentlich vorgenommen, einige seiner Bücher mal genauer anzuschauen

    Davon würde ich mich wegen dieser Sache auch nicht abhalten lassen. Auch Ropohls technikphilosophische Bücher sind lohnende Lektüre. Beim Thema Tabak haben die Herren halt einen mentalen Aussetzer.

  33. #34 Ropohl
    1. Juli 2013

    Danke für die Blumen, Herr Dr. Kuhn. Aber im nächsten Satz offenbaren Sie mit erstaunlicher Offenheit Ihr intellektuelles Niveau: Wer anders argumentiert als Sie, hat “einen mentalen Aussetzer”! Haben Sie noch nie etwas von fairer Diskussionskultur gehört???

    • #35 Joseph Kuhn
      1. Juli 2013

      Faire Diskussionskultur? Doch, habe ich schon von gehört. Fangen Sie einfach mal damit an.

  34. #36 Earonn
    11. Juli 2013

    Interessant vor allem diese heftigen Reaktionen und großen Geschütze, obwohl das Rauchen ja nicht einmal verboten, sondern lediglich unattraktiv gemacht und eingeschränkt werden soll.

    sumo (#4) hat schon darauf hingewiesen: die meisten Rauchverbote (Restaurant, Krankenhaus, Bus…) wären gar nicht nötig, wenn es nicht so viele Raucher geben würde, die ohne Rücksicht auf andere auch da rauchen, wo sie stören oder gefährden.

    Und erinnert sich noch jemand an die Raucherabteile im Zug? Regionalexpresse waren oft ganz übel: zu Stoßzeiten voll besetzt und man hatte dann die Wahl, entweder im Gang zu stehen oder im Raucherabteil zu sitzen und hinterher zu stinken wie ein Ascher…

    Aber vergessen wir bitte auch nicht die vielen vernünftigen Raucher, die schon früher im Restaurant nicht und in deiner Wohnung nur nach Anfrage geraucht haben und sich auch jetzt nicht beschweren, sondern eben dort rauchen, wo sie nicht stören oder gefährden. Die, kurz gesagt, rücksichtsvoll handeln.

  35. #37 Alexander
    8. Dezember 2013

    Nicht alle Briefschreiber bleiben so höflich. Eine in Wien spontan gegründete Bürgerinitiative “Adults for Adults,” zu Deutsch: Erwachsene für Erwachsene, rückt die Tabakrichtlinie in die Nähe der Euthanasiepolitik der Nazis:

    “Wenn Sie die Frage zum Thema machen, welche Kosten Menschen durch ihre Krankheiten verursachen, dann könnte es sehr schnell geschehen, dass die Öffentlichkeit ihrerseits beginnt, nach weiteren zu kostspieligen oder unrentabel gewordenen Menschen zu suchen und über Möglichkeiten von deren Entsorgung nachzudenken. Das haben wir in der Vergangenheit doch bereits erlebt. Wollen Sie wirklich mit diesem Feuer spielen?”

    Unterschrieben ist das Pamphlet von dem Wiener Philosophie-Professor Robert Pfaller. Doch wer sich die Mühe macht, im Internet nach den Sponsoren der Initiative zu suchen, stößt, versteckt hinter einem Dutzend Einzelspendern, schließlich auf BAT, auf British American Tobacco, den zweitgrößten Zigarettenkonzern der Welt.

    http://www.deutschlandfunk.de/eu-tabakrichtlinie-unter-druck-der-lobbyisten.724.de.html?dram%3Aarticle_id=271371

  36. […] Denkens sehr gut auf den Punkt bringt. Ungewollt, natürlich. Mühlauer beschreibt, was derzeit in seinen Kreisen wohl Mode ist: einen angeblichen oder tatsächlichen Trend zur Verhaltenssteuerung durch „Nudges“, kleine […]

  37. […] soll es auch in Österreich ein Rauchverbot in der Gastronomie geben. Dabei geht es, glaubt man Wiener Kaffeehauskreisen, um nichts weniger als den Untergang des Abendlandes, oder zumindest der Kultur des Alpenlandes. Es […]