In der Süddeutschen Zeitung kann man heute einen Kommentar von Jan Heidtmann zu den Kosten der Bergrettung des Höhlenforschers Johann Westhauser lesen. Heidtmann fragt, ob sich der Aufwand lohnt und ob man eine solche Frage überhaupt stellen dürfe. In der Tat eine heikle Frage, die sich im Gesundheitsbereich immer wieder stellt. Aber darum soll es hier gar nicht gehen. Ich bin in Heidtmanns Kommentar über eine andere Stelle gestolpert.

Er schreibt bei seinen Ausführungen über den Wert des Menschen, der 1,43 Mio. Euro für eine Frau und 1,72 Mio. Euro für einen Mann betrage (Heidtmann beruft sich dabei auf Berechnungen des Wirtschaftswissenschaftlers Hannes Spengler), der Mensch insgesamt sei ökonomisch eine Fehlinvestition: „Das Leben ist, so gesehen, ein Minusgeschäft. Kostet der Mensch für Ausbildung, Rente und Pflege doch weitaus mehr als er in seiner produktivsten Lebenszeit zwischen Anfang 20 und Anfang 60 erbringt.“

Jetzt frage ich mich, wie kann das sein? Warum funktioniert dann die Volkswirtschaft trotzdem? Wer gleicht das Defizit aus? Arbeitet Geld etwa doch? Oder ist das eine innovative Erklärung für die wachsende Staatsverschuldung? Um Rat wird gebeten.

Kommentare (29)

  1. #1 Georg Hoffmann
    20. Juni 2014

    @Joseph
    “Wer gleicht das Defizit aus? ”
    Die EZB?

    Vielleicht ist es aber auch Oswald und nicht Hannes. Der hat naemlich das Problem mit der Oekonomie des Kinderkriegens frueh erkannt.

    “Da die Ehe (in ihren verschiedenen Formen) eine wirtschaflichpolitischsoziale Form ist (und nicht eine sentimentalerotische), so vollzieht sich die Zeugung der nächsten Generation zu allen Zeiten zum großen Teil außer der Ehe.”

    Kurz, da wird outgesourced und dadurch Kosten gespart.

    • #2 Joseph Kuhn
      20. Juni 2014

      … dann ist mit der EZB sicher die Erzeugerzahlungsbehörde gemeint? 😉

  2. #3 Volker Birk
    http://blog.fdik.org
    20. Juni 2014

    Für solche Zahlenspiele gibt es einen Terminus, der der US-amerikanischen ökonomischen Fachsprache entstammt:

    Bullshit.

  3. #4 rolak
    20. Juni 2014

    Um Rat wird gebeten

    Darin liegt schon die Lösung vergraben, heißt es doch ‘Guter Rat ist teuer’ 😉

    Doch abgesehen von einem möglichen Kalkulationsfehler könnte auch ein grundlegender Fehler zu diesem Ergebnis führen – sture Monetarisierung ist nicht nur nicht machbar, sondern in ihrer Unkomplettierbarkeit auch kontraproduktiv. Da wird vieles ultranegativ – kleines Beispiel: Auf einer meiner Fensterbänke liegt ein kleiner unscheinbarer gordischer Knoten, ein löchrig ausgewaschener Sandstein, ein wenig an eine Skulptur von Moore gemahnend. Das Teil ist nicht nur völlig wertlos, schnell einstaubend und schwierig sauberzuhalten, selber ab+zu Brösel abgebend und mußte x-mal über Umzüge mitgeschleift werden – es wäre beinahe auch nur kurz gesichtet worden, da die Loire-Sandbank, an deren Rand ich es 70/71 fand, unter uns beiden wegbrach und nur gegen jede Erfahrung ein ans-Ufer-Schwimme problemlos gelang (gab ziemlichen Ärger mit den Urlaubsgruppen-Betreuern). Aber egal wie weit sein kumulierter offensichtlicher Wert im.Minus steht, durchs Ideelle ists insgesamt weit im Plus.

    Deswegen kann unsere Volkswirtschaft selbstverständlich trotzdem ihre eigenen Resourcen fressen, allerdings würde ich eher auf andere als gerade die Menschen tippen.

  4. #5 someone
    20. Juni 2014

    Was mich dann jetzt doch verwundert ist, dass der Wert von Spengler soweit abseits von dem liegt, was die verschiedenen amerikanischen Behörden berechnen.
    Je nach dem ob FDA oder EPA liegt der Wert so zwischen $6 und $9 millionen. Soweit ich das beruteilen kann nutzt Spengler den gleichen Ansatz (statistical value of life) also den Wert den wir dem Leben durch unsere Risiko etc. Entscheidungen beimessen.
    Jetzt ist die Frage, ist das Leben den Deutschen einfach weniger Wert oder sind es Unterschiede in der Berechnung?
    Ich kann den Artikel jetzt selbst nicht lesen aber ich gehe mal davon aus, dass etwa 5 mio. € mehr das ökonomische minus dann doch auffressen.

  5. #6 Hobbes
    20. Juni 2014

    Zum einen: Solche Kalkulationen sind natürlich Blödsinn, da ja sonst die Ausgangslage für kommende Generationen immer schlechter werden müsste.

    Zum anderen natürlich arbeitet Geld auch. Investiertes Geld ist eine Risikoabschätzung was eingesetzte Güter angeht. Wenn zwei Leute jeweils ein Loch graben und sich gegenseitig den Sand hin und her werfen, verdienen sie beide Ihre 8,50€ die Stunde aber leisten nichts. Wenn diese jedoch den Sand wo anders hin schütten und neben den (gewollten) Löchern auch noch das Produkt Sand entsteht kann hier weit mehr als 17€ die Stunde an Wert entstehen.

    Es ist ein Irrglaube Arbeit hätte irgendwas mit Produktivität zu tun. Arbeit ist ein Kostenfaktor dem erst einmal kein Gewinn gegenüber steht. Der Gewinn für die Gesellschaft entsteht durch den gezielten Einsatz der Arbeit. (Sprich durch eine richtige Investition)
    Da die Menge die man Investieren kann immer größer wird und immer weniger Anteil davon menschliche Arbeit ist (Automatisierung) arbeitet die Investition (das Geld) letzten Endes sogar fast autonom.

    Nehmen wir als Beispiel einen Ingenieur der eine komplett autarke Maschine im Wert von 1Mio Euro baut. Diese Erstellt jetzt Waren im Wert von 10.000€ täglich. Was passiert jetzt wenn diese Maschine noch länger als 100Tage läuft? Wird der Wert der Maschine nachträglich erhöht? Werden die Waren nachträglich verbilligt?
    Nein, denn “Jedes Ding ist das Wert was der Käufer dafür zu bezahlen bereit ist” (mit der extremen Perversion in der “Kunst”, aber das ist ein anderes Thema).
    Den Gewinn macht jetzt Derjenige der die Maschine besitzt. Dabei hat er nicht mehr gemacht als das Risiko getragen (Investiert).
    Die individuelle Leistung steht in keinem(!) Zusammenhang zu dem gesamtgesellschaftlichen Nutzen. Das durften in der Vergangenheit alle merken die meinten die Marktmechanismen komplett kontrollieren zu können. Das führt zu sehr vielen Effekten, die auf den ersten Blick merkwürdig erscheinen (Hier waren es jetzt im weitesten Sinne Synergieeffekte) Ich finde dies immer am Eindrucksvollsten, das bei zwei identischen Gesellschaften eine mit Arbeitslosen (bis zu einem gewissen Maß) produktiver ist als eine Ohne.

  6. #7 Hobbes
    20. Juni 2014

    Die Frage zu dem Aufwand/Nutzen Verhältnis muss in diesem Fall übrigens nicht gegenüber dem Wert des Lebens von dem Höhlenforscher gestellt werden. Sondern gegenüber dem Wert den es für die Gesellschaft hat, das man weiß: “Es gibt Rettung um jeden Preis”
    Der Ausfall an Humankapital ist eher irrelevant. Denn aus kapitalistischer Sicht gibt es kein Ziel auf das hin gearbeitet wird. Somit wird eh alles verkonsumiert. (Das es überhaupt Fortschritt gibt liegt daran das wir nicht alles Hedonisten sind). Mit so einem Rettungseinsatz kauft man Vertrauen.

  7. #8 Dr. Webbaer
    20. Juni 2014

    Der betrachtende Wissenschaftler müsste hier die ‘Fehlinvestition’ gewesen sein.

  8. #9 MJ
    20. Juni 2014

    Mir ist der Uebergang vom Wert eines statistischen Lebens und den Ausgaben fuer “Ausbildung, Rente und Pflege” nicht ganz klar? Glaubt Heidtmann, dass sich der WSL so berechnet? Spengler (habe nur kurz ueber das Paper gelesen, aber wirkt nicht so)? Wenn nicht, worin besteht der Zusammenhang?

  9. #10 Joseph Kuhn
    20. Juni 2014

    @ MJ: Wie Heidtmann zu seiner Kosten-Nutzen-Abwägung kommt, weiß ich auch nicht. Viel mehr interessiert mich aber, wie seiner Meinung nach eine Volkswirtschaft funktionieren soll, wenn die Menschen mehr kosten als sie an Leistung erbringen. Dass wir nur dank Transfers aus anderen Ländern nicht verhungern, wird er ja nicht gemeint haben.

  10. #11 MJ
    20. Juni 2014

    @ Joseph Kuhn

    Ich bin offen gesagt voellig ratlos, worin der Widerpruch bestehen soll.

    Grund und Boden etwa hat einen intrinsischen Wert, der voellig unabhaengig davon existiert, ob wir etwas darin investiert haben oder nicht (also ob er als Ackerboden tauglich gemacht worden ist, oder Anschluss an eine Kanalisation hat oder nicht: das ist zwar relevant, aber der Wert von nicht erschlossenem Grund ist nicht null). Ebenso Atemluft: Wir haben nie auch nur einen Cent in ihr Vorhandensein investiert, aber offensichtlich hat sie oekonomischen Wert.

    Offensichtlichstes Beispiel: Klimawandel. Wir haben absolut nichts in die momentanen Temperaturen investiert – und dennoch haben weitere Treibhausgasemissionen, via Temperaturerhoehung, Kosten.

    Uberhayupt alles, was in die natuerlich vorhandene “Allmende” faellt.

    Wie man zu den WSL-Wertenkommt, scheint mir daher hoechst relevant. Spengler kommt dazu etwa ueber Versicherungsdaten. Jedenfalls ist die Vorstellung, dass ein der WSL irgendwie den monetaeren Investitionen/Ausgaben im Laufe eines Lebens entpsricht, halbwegs spektakulaer. Selbst wenn wir einem statistischen Leben keinerlei ‘intrinsischen’ Wert zumessen (also davon ausgehen, dass buchhalterisch mehr verloresn geht als die Summer der Ausgaben im Leben), rechnen Oekonomen meines Wissens nicht buchhalterisch, sondern im “utility space”, also einer konkaven Funktion rein monetaerer Werte.

  11. #12 Joseph Kuhn
    20. Juni 2014

    @ MJ: Ich fürchte, ich verstehe nicht. Weder, was der Wert der Luft mit Heidtmanns Rechnung zu tun hat noch was Ökonomen mit “utility space” meinen oder was eine “konkave Funktion rein monetärer Werte” ist. Mein Gedanke ist ganz einfach: Alles was an Werten ökonomisch realisiert wird, hängt von menschlichen Handlungen ab, davon, was Menschen tun. Wenn das nicht reicht, um die Kosten des Lebens zu decken, kann die Rechnung nicht aufgehen. Zumindest die Reproduktionskosten eines Lebens müssen erwirtschaftet werden. Wenn ich 100 Euro ausgebe, aber nur 50 Euro verdiene, bin ich pleite. Aber vielleicht mache ich da ja einen Denkfehler. Für – zu meiner Verständlichkeit gerne buchstabierte – Nachhilfe zu Heidtmanns Bilanz bin ich durchaus dankbar.

  12. #13 MJ
    21. Juni 2014

    @ Joseph Kuhn

    Gueter wie Luft zum Atmen kosten nichts, haben aber einen Wert. Ein Diamant hat einen hohen Marktpreis, aber keinen intrinsischen (als Schmuckstueck zumindest). Das eine mit dem anderen zu vergleichen, geht nicht. Ein Marktpreis gibt den relativen Mangel einer gehandelten Ware wieder, nicht ihren “Wert” in einem allgemeinen Sinne. Aber im Gegensatz zum wirtschaftlichen Output eines Menschen waehrend seines Lebens (der einen Wert in Form produzierter Waren hat), legen wir den WSL nicht am Markt fest. Sofern sich Heidtmann auf WSL-Schaetzungen beruft und sie mit dem Output im Zuge eines Lebens vergleicht, haben wir Aepfel und Birnen. Es besteht kein Widerspruch darin zu sagen, dass der “Marktwert” eines Menschen (das, was er in einem Leben produziert) geringer ist als sein WSL. Die Dinge werden nicht gleich “gemessen.”

    Das mit “Ausbildung, Rente und Pflege”-Ausgaben verstehe ich auch nicht, wie gesagt, aber davon ist im Spengler-Paper auch gar keine Rede. Wenn das nicht der Bezug (so habe ich das verstanden) ist, woher hat Heidtmann dann die Zahlen zum Vergleich und was haben dann WSL-Schaetzungen ueberhaupt darin zu suchen?

  13. #14 Joseph Kuhn
    21. Juni 2014

    @ MJ: Dass Spengler mit seinem willingness to pay-Ansatz und der im Laufe eines Lebens erzeugte Nutzen Äpfel und Birnen sind, sehe ich auch so, auch dass es da widerspruchsfrei eine Differenz geben kann. Inkonsistent wird es erst, weil Heidtmann den im Laufe eines Lebens erzeugten Nutzen mit den Reproduktionskosten vergleicht und hier möglicherweise eine Datenlage vor Augen hat, in der die (nicht genannten) Reproduktionskosten mit Spenglers Wertansatz verglichen werden.

  14. #15 Statistiker
    21. Juni 2014

    Der Fehler der Herrn Heidtmann ist trivial, wird aber immer wieder benutzt, um neoliberale Thesen durchzusetzen.

    Herr H. betrachtet nur die Ausgabenseite. Ein Jahr Schulbildung kostet ca. 5.000 € pro Schüler, und die rechnet er als WEG!

    Das Geld ist aber nicht weg, es landet im Portmonnaie des Lehrers, der kauft sich davon was zum Anziehen (können Lehrer immer gebrauchen) etc…. Die Renten verschwinden auch nicht im Orkus, sondern wandern von den Rentnern wider in den Wirtschaftskreislauf und vermehren den Wohlstand.

    Wie falsch Herr H. liegen muss, sieht man sehr einfach: In der BRD haben wir ein BIP von 3E4 (30.000 €/Kopf). Mal 80 Millionen eben ca. 2,5 Bilionen Euro….

    Wenn der “Wert eines Menschen” nun nur ca. 1,5 Mio. € betrüge, läge die durchschnittliche Lebenserwartung aber nur bei ca. 50 Jahren, sprich, ich würde schon krepieren.

    Hier wird neoliberal betrogen, die “Lohnnebenkosten”, die Renten etc. nur als Ausgaben betrachtet, als “Lasten”, von denen man sich “entlasten” muss (das hatten wir schon mal in D…), aber insgesamt ist das alles hohl, ohne Sinn und Verstand und soll nur die Gesellschaftsschichten gegeneinander aufhetzen.

    Ist ja klar, die Alten leben auf Kosten der Jungen, die Hartz-IV-ler schmarotzen auf Kosten der Arbeitnehmen….. nur die Stinkreichen, die überall klauen, wie Ackermann, Höness, Zumwinkel und andere Asoziale und Konsorten, die sind gut……

  15. #16 MJ
    21. Juni 2014

    @ Joseph Kuhn

    Ach so, dann sind wir uns ja einig.. Ich hab’s so gelesen, dass er eben Spenglers WSL-Schaetzung genommen hat, dass als Ausgaben fuer “Ausbildung, Rente und Pflege” interpretiert hat, und sich dann wundert, dass sich das nicht rechnet.

  16. #17 Joseph Kuhn
    21. Juni 2014

    @ MJ: Ja, dass Heidtmanns Argumentation im Bermudadreieck von Spengler, Lebensleistung und Reproduktionskosten baden ging, ist eine plausible Erklärung. Nur dass er sich nicht zu wundern scheint, dass es sich nicht rechnet – das wiederum hat mich gewundert.

  17. #18 schrittmacherm
    21. Juni 2014

    Ja, was nun? Kostet Leben Geld oder Geld Leben? Und gibts sonst noch was neben Geld im Leben? Ja, Dienstleistung. Ach ja und deswegen lohnt es sich doch – für Andere, das Leben. Denn wer was von Geld und seiner “Erschaffung” weiß, der fragt nicht nach Rentabilität, ohne die Bedingungen ausserhalb des Bezugssstems zu betrachten und in Beziehung zum Geldkreislauf zu setzen.

    Leider ist es nämlich so, dass man als im System eingebundener das System selbst gar nicht so recht erkennen kann – also nur die eine Perspektive (auf die unmittelbaren Kontaktpunkte – ausserhalb dessen erkennt man nichts). Die ist aber nicht die einzigste.

  18. #19 Statistiker
    21. Juni 2014

    Wer schon das “einzigste” schreibt, hat wohl wenig Ahnung davon, wie gelt entsteht. Ich bin es leid, den Nachhilfelehrer für Grundschüler zu spielen, soll sich der Troll “schrittichkannnnichtschreiben” doch selbst schlau machen….

  19. #20 Thorsten Heitzmann
    22. Juni 2014

    Deine Mutter war bei Ford beschäftigt.
    Im Escort-Service.
    Auch das ist Dienstleistung.
    Im Schritt.

    Und welchen Wert sollten die diversen Forrest Gump’s schon haben, ausser das diese als Bio-Müll zu Humus werden.
    Als Teil des Biomüll-Systems.

  20. #21 Statistiker
    22. Juni 2014

    Herr Kuhn will eben nicht lernen, Herr Heitzmann. Herr Kuhn fühlt sich wohl, wenn er unter dem Deckmantel einer “Wissenschftlichkeit” beleidigen udn diffamieren kann. Das ist der einzige Lebensinhalt dieses radikalen, ultrakonservativen Diffamisten.

    • #22 Joseph Kuhn
      22. Juni 2014

      “der einzige Lebensinhalt”

      “Es ist mir alles ein Rätsel … ” (Kling, Die Känguru-Chroniken, S. 255)

  21. #23 Thorsten Heitzmann
    22. Juni 2014

    Ich meinte das Post von “schrittmacherm”.
    Und perfide diffamieren ist eher deine Triebfeder.

    Übrigens wird Geld in der Druckerei und Prägeanstalt “gemacht”.
    Das nennt sich “Geldhoheit des Staates”.

  22. #24 Bruno
    2. Juli 2014

    @Hobbes
    Es ist ein Genuss dieser klaren Argumentation zu folgen. Dieser kann ich mich nur anschließen.

  23. #25 Chemiker
    3. Juli 2014

    Auch wenn es nur als Beispiel angeführt wurde, der Fall des Höhlenforschers. Darf man bei Rettungsaktionen denn von Kosten sprechen? Welche Kosten entstehen denn überhaupt? Wenn es sich bei dem Rettungspersonal nicht um “on-demand” Retter handelt, die nur bei Bedarf auch bezahlt werden, fallen diese schon einmal weg, denn die bekommen ihr Geld auch für das “auf der Wache sitzen”. Bleiben Spritkosten für die Fahrzeuge, denn gewartet werden sie auch in der Halle, Kosten für sowas wie Haken, Seil und co. (was bestimmt auch zum Teil wiederverwertet wird), Einmalrettungskrempel (Verbandmaterial, Medis…) und n bissl Essen für die Retter. Alles in allem sicher keine Million Euro (die eben nicht *ohnehin* ausgegeben werden würde)?

  24. #26 Dr. Webbaer
    3. Juli 2014

    @ Chemiker :

    Auch wenn es nur als Beispiel angeführt wurde, der Fall des Höhlenforschers. Darf man bei Rettungsaktionen denn von Kosten sprechen?

    Diesen Fall hat Ihr Kommentatorenfreund auch vor Augen, die Kosten könnten aus zivilisatorisch primitiver Sicht prohibitiv wirken, das rein Wirtschaftliche meinend, nichtsdestotrotz sollte aus Sicht des Schreibers dieser Zeilen bewusst von hohen Kosten geschrieben und gesprochen werden, auch weil bei Nicht-Rettung allgemein-zivilisatorische Kosten entstehen würden, die weit höher wären, die die bekannte Zivilisation selbst in Frage stellen könnten.

    Insofern wäre das Monetäre klar niederrangig.

    Nur der Vollständigkeit wegen angemerkt: Anders sähe es aus, wenn bspw. derartige Handlungen stattfinden:
    -> http://www.spiegel.de/politik/ausland/historischer-gefangenenaustausch-gilad-schalit-ist-wieder-in-israel-und-wohlauf-a-792390.html
    -> http://www.bild.de/politik/ausland/bowe-bergdahl/bergdahl-time-magazine-36290076.bild.html (rein spaßeshalber einmal die bundesdeutsche BILDung zitierend)

    HTH
    Dr. W

  25. #27 Meva
    7. Juli 2014

    Mir stellt sich vielmehr die Frage, wie viel Eigenleistung in Heidtmanns Artikel steckt (zynisch: ob der überhaupt etwas wert ist), denn Format.at hat einst das chilenische Grubenunglück 2010 zum Anlass genommen, nach dem ökonomischen Wert des Menschen zu fragen. Spenglers Schätzung tauchte da ebenfalls auf.
    http://www.format.at/articles/1036/525/277289/wie-mensch
    Zufälle gibt’s.

  26. #28 hubert taber
    7. Juli 2014

    @ # 26 :
    …”die die bekannte Zivilisation selbst in Frage stellen könnten.”…

    es gibt nur einen weg von der barbarei zur dekadenz.
    und der führt über die zivilisation.

    mfg.

  27. […] war vor kurzem hier auf Gesundheits-Check Diskussionsthema. 1,72 Mio. Euro für einen Mann und 1,43 Mio. Euro für eine Frau wurden dabei […]