Der Arzt Jens Wurster und seine Behauptungen zum Thema Krebs und Homöopathie waren hier auf Gesundheits-Check schon zweimal Thema. Bei den Skeptikern habe ich gerade einen Hinweis auf einen Leserbrief Wursters in den „Badischen Nachrichten“ gefunden. Wurster schreibt dort:

„Ja, und es ist tatsächlich so, dass es mir und unserem Team in der Clinica St. Croce gelungen ist, mit Hilfe der Homöopathie und der Schulmedizin zusammen Krebspatienten, die schulmedizinisch austherapiert waren, so gut zu behandeln, dass sie auch nach zehn Jahren immer noch leben.“

Dazu gehören drei Nachfragen:
1. Woher weiß Herr Wurster, dass das Überleben der Patienten durch die Homöopathie verursacht wurde und nicht durch die konventionelle Behandlung?
2. Was ist eine Behandlung „mit Hilfe der Homöopathie und der Schulmedizin zusammen“ bei Patienten, die „schulmedizinisch austherapiert waren“?
3. Wo ist der Vergleich des Überlebens mit einer rein konventionell behandelten Patientengruppe, wo die Publikation, die das peer review überstanden hat?

Wurster weiter:

„Wenn Patienten mit Pankreaskarzinomen offiziell nach sechs Monaten sterben und mit der Chemo sterben sie sechs Wochen später, dann soll das die Therapie der Wahl sein? Wir haben hier Patienten mit Pankreastumoren, die nach zehn Jahren noch beweisbar leben und oft ist die Kombination der Schulmedizin und der Homöopathie ideal, um das Immunsystem der Patienten wieder anzuregen, damit der Tumor besiegt werden kann.“

Bauchspeicheldrüsenkrebs hat eine relative 5-Jahres-Überlebensrate von ca. 5 %. Das klingt in der Tat erst einmal danach, als ob sich da keine Chemotherapie mehr lohnt. Aber Onkologen verweisen darauf, dass eine Chemotherapie hier nicht nur mit Blick auf die Überlebenszeit in Betracht zu ziehen ist, sondern auch, weil sie das Auftreten von Krankheitsbeschwerden, die mit dem Tumor einhergehen, hinauszögern und abmildern soll, damit die Patienten in der ihnen verbleibenden Zeit eine bessere Lebensqualität haben. Man kann die Frage Wusters, ob Chemotherapie die Therapie der Wahl sein soll (was natürlich die – informierte – Entscheidung des Patienten sein muss), so verstehen, dass er davon abrät. Ganz klar sagt er es nicht, er spricht im nächsten Satz ja von der „Kombination von Schulmedizin und der Homöopathie“, sprich der Hilfsschulmedizin, aber ein Plädoyer dafür, die Chemotherapie zumindest in Erwägung zu ziehen, eine informierte Entscheidung zu treffen, ist das sicher nicht.

Auch hier drei Nachfragen:
1. Falls das mit den nach 10 Jahren noch lebenden Bauchspeicheldrüsen-Patienten überhaupt stimmt: Woher weiß er, dass sie wegen der Homöopathie oder wegen der „Kombination von Schulmedizin und der Homöopathie“ noch leben? Könnte es nicht auch nur die konventionelle Behandlung gewesen sein? Oder die Selektion der Patienten?
2. Woher weiß er, dass die „Kombination von Schulmedizin und der Homöopathie“ ideal ist, um das Immunsystem der Patienten wieder anzuregen? Wo ist der immunologische Nachweis?
3. Wurster behauptet sogar, dass mit seiner Behandlung der „Tumor besiegt werden kann“. Bei diesem aggressiven Tumor wäre das nobelpreiswürdig. Wo also ist wo die Publikation über die Erfolge der Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs durch Homöopathie, die das peer review überstanden hat?

Die fraglichen Publikationen gibt es natürlich nicht. Es gibt nur ein paar Patiententestimonials und Wursters Behauptung, Krebs, auch Bauchspeicheldrüsenkrebs homöopathisch besiegen zu können. Und interessiert das den Zentralverein der homöopathischen Ärzte? Nein! Lobbyistensolidarität geht dort über Patientenwohl. Die Patienten werden ja schon merken, was hilft – oder auch nicht.

Deswegen sind Initiativen wie die Petition gegen politisch gedankenlose Schirmherrschaften für Homöopathentreffen, das „Netzwerk Homöopathie“ oder Bücher wie das von Norbert Schmacke gegen die rechtliche Privilegierung der Homöopathie so wichtig.

Kommentare (29)

  1. #1 Alisier
    12. Februar 2016

    Zu 1: Er weiß es einfach! PUNKT!
    Zu 2: Zusammen halt. Was ist daran so schwer zu verstehen?
    Zu 3: Das ist doch wieder typisch für die Homöopathiefeinde: Vergleichen und Peer-reviewen bis der Arzt kommt. Wurster hingegen hat geholfen! Gepriesen sei der Mann!
    Zu den restlichen Fragen: erstens fragst du immer dasselbe, und zweitens hilft Reden nicht und Argumentieren schon gar nicht.
    Homöopathen sind Praktiker und helfen wo Not am Mann ist. Dafür hätten sie in der Tat den Nobelpreis verdient!
    Wetten, dass du etwas sehr Ähnliches als Antwort bekommst, wenn die üblichen Verdächtigen hier auftauchen? Und auch wetten, dass vermeintlich starke Auftritte ohne Argumente ihre Claqueure blitzschnell finden? Ich weiß immer noch nicht genau, wie man diesen speziellen Fundamentalisten wirklich beikommt. Subversion pur, gänzlich unverdünnt, scheint mir das einzig probate Mittel zu sein.

  2. #2 rolak
    12. Februar 2016

    Zu den drei Fragen:

    1) Für uns GrobMaterialisten prinzipiell unbegreiflich: aus höheren (Sphären, Dimensionen, Schwingungen, SeinsStufen, <name it>)[bitte Passendes ankreuzen, apropos: von höheren Wesen]. So wie Steiners Rudi mit seiner kandiert-kaschierten Chronik.

    2) Das ist ein wohlerprobtes Prinzip: Mit meinen zwei GleitwirbelPaaren durfte ich nicht an der GeracStudie teilnehmen, da nicht austherapiert. Soll heißen, die schon Ende der 70er dank ärztinempfohlenem inoffiziellem Alternativmittelchen erst reduzierten, dann völlig abgesetzten offiziellen Medikamente (damals Palladon und irgendein MegaMuskelRelaxans) hätten ja noch gewirkt, lästige Nebenwirkungen bis zum Verlust der räumlichen Orientierungsfähigkeit hin oder her. So kannst Du Dir vielleicht vorstellen, daß das Ergebnis ‘kein Effekt’ bei den wissentlich mit StandardTherapie wissentlicher Unwirksamkeit Behandelten hier kaum überraschte.
    Ganz im Gegensatz zum Heranziehen dieser Studie mit hochsignifikantem ‘nicht besser als Placebo’-Ergebnis als Begründung für die real existierende Kostenübernahme. btw: Das und anderes wie zB die Seralini-Studie sind doch der klare Beleg dafür, daß Zombies ein objektiv reales Phänomen sind!

    3) Irrelevant (Zugegeben, nur eine Übersetzung von Alisiers Vorlage)

    die nach zehn Jahren noch beweisbar leben

    Das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen: Es gibt also auch solche, bei denen nicht beweisbar ist, daß sie noch leben?

    Zu den drei Nachfragen: Siehe zu 1) der Fragen.

    • #3 Joseph Kuhn
      12. Februar 2016

      @ rolak:

      Die “beweisbar Lebenden” als homöopathische Spielart von Schrödingers Katze? Mir bleibt bei Wurster zunehmend das Lachen im Hals stecken, weil ich nicht mehr daran glauben mag, dass er nicht weiß, dass er Leute belügt. Der Mann hat immerhin studiert, setzt sich seit Jahren mit Kritik auseinander, ich glaube, das ist bei ihm keine naive Gutgläubigkeit an die Wirksamkeit der Homöopathie. So abgedreht wie der Virenleugner Lanka scheint er allerdings auch nicht zu sein, also bleibt eher der Typ Markus Termin: das Geschäft geht vor, vielleicht gepaart mit einer Abwehr kognitiver Dissonanz. Aber darüber kann man nur spekulieren, die Leute gewähren ja keinen Einblick in ihr Innenleben, ihre Fragen, ihre Zweifel. Seine Formulierung mit den “beweisbar Lebenden” spiegelt methodisch auf jeden Fall die Einseitigkeit seines Blicks wider, wie seine Patiententestimonials, die beweisbar Toten kommen ebenso wenig vor wie der Rest, der zu einer sauberen Wirkungsforschung gehört. Fast hätte ich gesagt, das ist die homöopathische Version der Doppelblindheit, aber das passt nicht zum einseiten Blick.

  3. #4 Anderer Michael
    12. Februar 2016

    In seinem Leserbrief verweist er auf eine Studie über die Lebensqualität.
    Orginalzitat von Wurster: “Unsere Studie mit dem Tumorzentrum Freiburg, die schon eine höhere Lebensqualität bei Patienten mit fortgeschrittenen Tumorerkrankungen mit der Homöopathie belegen konnte, war schon ein bedeutender Schritt (siehe hierzu: Rostock et al. BMC Cancer 2011, “http://www.biomedcentral.com/1471-2407/11/19

    Ich habe diese gelesen , zwei Zitate daraus.
    1
    Abstract

    120 patients of HG and 206 patients of CG met our criteria for matched-pairs selection. Due to large differences between the two patient populations, however, only 11 matched pairs could be formed. This is not sufficient for a comparative study.
    Conclusion

    In our prospective study, we observed an improvement of quality of life as well as a tendency of fatigue symptoms to decrease in cancer patients under complementary homeopathic treatment. It would take considerably larger samples to find matched pairs suitable for comparison in order to establish a definite causal relation between these effects and homeopathic treatment…..

    2
    Methods
    ….All patients received the normal standard of care offered in each place without any experimental intervention or interference with the treatment plan. The homeopathic clinics offered a constitutional homeopathic treatment according to the principles of classical homeopathy accompanying or following conventional cancer treatment. ….”

    Ich ergänze: der Vergleich zwischen den beiden Gruppen(beide Gruppen bekamen eine übliche medizinische onkologische Behandlung ( !) eine Gruppe zusätzlich(!) homöopathische Begleitbehandlung)fand nach 3 Monaten und einem Jahr statt. Untersucht wurden “fatigue” ( ungefähr chronisches Müdigkeitssyndrom), Angst/Besorgnis und depressive Verstimmung.
    Vergleicht man die Aussage Herrn Wursters mit den Ergebnissen der zitierten Studie erschließt sich mir wenig, strenggenommen keine Übereinstimmung.

    • #5 Joseph Kuhn
      12. Februar 2016

      @ Anderer Michael:

      Mit der Rostock-Studie hatte sich Norbert Aust in seinem Homöopathiekritik-Blog schon vor mehr als 2 Jahren beschäftigt:
      http://www.beweisaufnahme-homoeopathie.de/?p=461
      Und mit Wursters Aussagen dazu vor gut einem Jahr:
      http://www.beweisaufnahme-homoeopathie.de/?p=2152

      Immerhin spricht Wurster in Bezug auf diese Studie im Leserbrief nur von der Lebensqualität und nicht mehr, wie andernorts, vom Überleben. Seine Überlebensbehauptungen stehen gewissermaßen ganz studienbefreit im Raum.

  4. #6 Alisier
    12. Februar 2016

    Es ist ja auch feinstoffliches Überleben: selbst wenn die Leutchen tot sind, leben sie…irgendwie….und überhaupt, noch nie was von Seele gehört, ihr Ungläubigen?
    Es ist außerdem erwiesen, dass jede Chemotherapie die Seele tötet! Jawoll! Oder hat jemand eine Studie, die das Gegenteil beweist? Na also.

  5. #7 Alisier
    12. Februar 2016

    Es ist aus meiner Sicht ein Taktikwechsel angesagt: wenn Menschen auf echte Argumentation pfeifen, muss man irgendwann ganz anders vorgehen, um wenigstens Teilen der breiten Öffentlichkeit klar zu machen, was da eigentlich läuft.

  6. #8 rolak
    13. Februar 2016

    ganz anders vorgehen

    MachbarkeitsStudien gibts ja schon, Alisier.

    noch nie was von Seele gehört?

    Ja aber sicher doch! Gilt allerdings auch für den Großen Grünen Arkelanfall.

  7. #9 Alisier
    13. Februar 2016

    Erstens rolak: wie kannst du die Phantasiewelt eines Schriftstellers mit Gottes Offenbarung vergleichen(obwohl da über Seele eigentlich gar nix drinsteht)? Und zweitens hast du auch Recht.
    Der Versuch, manchen Verwirrten an diesem Orte ihr Verhalten zu spiegeln und sanft und leise ins Absurde zu überführen ist es sicher wert gewagt zu werden.
    Mir wird dem Ernst und der Seriosität, wenn man es mit offensichtlichen Knallchargen oder aber einer Knallchargenargumentation zu tun hat, viel zu viel Bedeutung beigemessen.
    Um nicht falsch verstanden zu werden: einem Arzt, der qua Autorität Menschen ins Verderben zu stürzen droht, konsequent und argumentativ sauber entgegenzutreten ist wichtig und nötig. Gläubige anderen Kalibers darf und sollte man aber auch mal gnadenlos und für alle nachvollziehbar ins eigene Messer laufen lassen.
    Und wenn wir dabei fast alle was zu lachen haben, ist es umso besser.
    Interessant ist, dass verwirrten Seelen jeder Art oft komplett der Humor abgeht. Sie können nicht lachen, schon gar nicht über sich selbst. Das kann man trefflich nutzen, um aufklärend in vielerlei Art zu wirken.

  8. #10 rolak
    13. Februar 2016

    vergleichen

    Heißen Dank, Alisier, daß Du so elegant auf eine ungemein häufige Fehlschaltung im Hirn emotional betroffener Menschen aufmerksam machst (für unaufmerksame Mitlesende: Diese ‘Auswahl’ umfaßt die ganze Menschheit, wenn auch nicht jeden Menschen jederzeit): Den ichsachma passiven DeppenSyllogismus:

    · A wird Eigenschaft E attestiert
    · B wird Eigenschaft E attestiert
    → A wurde mit B verglichen

    Merke: Bei GefühlsAufwallung wird auch der gefühlte Kontext größer. Surreal groß. Haut zusätzlich in die humorverlustige Kerbe.

    gar nix drin

    Jawatten? Mogelpackung? Oder meinst Du ausschließlich Johannes´ Trip? Ansonsten ja Gen 2.7, die Ursache des ‘Gesundheit!’ beim Niesen…

  9. #11 Ludger
    13. Februar 2016

    aus o.a. Leserbrief von Dr. Wurster:
    “Wir haben hier Patienten mit Pankreastumoren, die nach zehn Jahren noch beweisbar leben […]”

    Die Bezeichnung “Tumor” wird zwar im Jargon häufig synonym zu “bösartiger Tumor” (entsprechend “Malignom” verwendet, bedeutet vom Wort her aber nur “Schwellung” oder “Raumforderung”. Die Benutzung des Begriffes “Tumor” im Zusammenhang mit der Überlebenszeit ist unerträglich unpräzise. Aber wer will sich schon seine schönen Ergebnisse mit präzisen Formulierungen vermiesen?
    Beispiel:

    “Inselzelladenom” aus Wikipedia: ( https://de.wikipedia.org/wiki/Inselzelladenom )
    “Tumoren mit fehlender hormoneller Aktivität (klinisch stumm) werden in manchen Fällen als bloßer Zufallsbefund bei etwa einer von hundert Obduktionen gefunden.”

  10. #12 Alisier
    13. Februar 2016

    Tschuldigung rolak, ich habe natürlich auf die Unsterblichkeit der Seele bezug genommen. Eine nicht klar definierte Seele kommt natürlich vor, aber der Glaube an eine Unsterblichkeit derselben ist nach Karl Barth und auch Luther ( und der Zeugen Jehovas) heidnisch bis zum Anschlag.
    Nicht dass ich mich da einmischen möchte, aber auch bei dem Thema wäre befreiendes Lachen und Kopfschütteln eher angesagt als Köpfe einschlagen.
    Auch da

  11. #13 rolak
    13. Februar 2016

    Köpfe einschlagen

    Das war (wohl) von keinem von uns auch nur in der Nähe des Möglichen gedacht worden, Alisier, manchmal lasse ich den Klugscheißer raushängen und die fürs Mitreisen passenden Brotkrumen für andere Mitlesende fallen ;‑)

    Das mit der unsterblichen Seele erschließt sich nicht aus ewiger Herrschaft Christi im Himmel bzw ewiger Verdammnis? Hätte ich jetzt so angenommen bis behauptet.
    Das wäre ja auch schon fast wieder ontopic, vom (gegenüber dem Belegten) ewigen Wassergedächtnis bis zur ewiglich unumstößlichen WursterWahrheit.

    Tumor

    Für den Quack sind mehrdeutige Begriffe das, was für den Wahrsager und Propheten schwammige Formulierungen sind, Ludger: Die Grundlage des Geschäfts.

  12. #14 Dr. Webbaer
    13. Februar 2016

    Was ist eine Behandlung „mit Hilfe der Homöopathie und der Schulmedizin zusammen“ bei Patienten, die „schulmedizinisch austherapiert waren“?

    Vermutlich ist das Palliative gemeint, auch wenn oft von palliativer Therapie die Rede ist, liegt keine Therapie im Sinne einer Heilungsanstrengung vor.

    Ansonsten natürlich Respekt vor den Bemühungen sich mehrfach aufklärerisch-kritisch mit Herrn Wurster und seinen Aussagen auseinanderzusetzen, Frage:
    Sind diese Aussagen das Bemühen wert?

    Ach so, es geht hintergründig ‘gegen die rechtliche Privilegierung der Homöopathie’, OK, diese gilt es zu verhindern und hier darf bis muss auch ein wenig Energie und Zeit investiert werden.

    MFG + danke für Ihre Arbeit,
    Dr. Webbaer

    • #15 Joseph Kuhn
      13. Februar 2016

      “Sind diese Aussagen das Bemühen wert?”

      Ja. Ein Arzt soll nicht mit unbelegten Behauptungen Hoffnungen bei todkranken Menschen wecken.

      “Ach so, es geht hintergründig ‘gegen die rechtliche Privilegierung der Homöopathie’”

      So ist es. Das ist einer der zentralen Punkte, um die es auf der Metaebene im Bemühen um eine evidenzbasierte Medizin in Abgrenzung zu einer behauptungsbasierten Medizin geht. Wenn die Homöopathie angeblich so toll wirkt, dass selbst der Bauchspeicheldrüsenkrebs “besiegt” wird, wie Wurster sagt, braucht sie doch nicht durch den “Binnenkonsens” geschützt zu werden. Es sei denn, die Homöopathen vertrauen selber nicht darauf, dass Wirksamkeitsnachweise in guten Studien erbracht werden können.

  13. […] Wurster, die Dritte, Gesundheits-Check am 12. Februar […]

  14. #17 Michel
    13. Februar 2016

    Ich denke Herr Wurster ist genauso “durchgeknallt” wie Lanka. Nur kann sich eben ein Arzt nicht so ausleben, wie ein Pseudobiologe. Das hätte dann doch juristische Konsequenzen.

  15. #18 Dr. Webbaer
    13. Februar 2016

    Es gibt wohl auch in der Schweiz gewisse Zulassungsbeschränkungen, insofern kann der Kollege nicht entscheidend aus sich heraus gehen.

  16. #19 illuminati
    BeimJK
    14. Februar 2016

    Wird ihnen das nicht langsam langweilig Herr Kuhn, jetzt verwursten sie ihren Lieblingshomöopathen schon zum dritten mal.
    Ist ja auch eine Liebesbezeugung, würd ich meinen.

  17. #20 Roland B.
    14. Februar 2016

    “Ein Arzt soll nicht mit unbelegten Behauptungen Hoffnungen bei todkranken Menschen wecken.”
    Früher hätte ich das unterschrieben. Jetzt ist meine Mutter gestorben, da macht man sich Gedanken, wie man jemandem Krankheit und Sterben erleichtern möchte. Bei ihr spielte es keine Rolle, ob man ihr irgendetwas erzählt hätte, sie fiel in eine Art Wachkoma.
    Abr ich denke jetzt, daß man manchen Menschen vielleicht die letzten Wochen oder Tage erleichtert, wenn man ihnen etwas vorlügt, sie nicht mit der Wahrheit in Depressionen treibt und ihnen damit vielleicht das letzte bißchen Spaß, die letzten vielleicht halbwegs schönen Tage raubt.
    Ich weiß es nicht. Und natürlich sollte man ihnen nicht vorlügen, daß sie wieder gesund werden und noch Jahrzehnte leben. aber wenn sie wissen, daß es nicht mehr lange dauert, wenn sie alles geordnet haben, warum dann nicht ein wenig dadrüber hinwegtäuschen, wie schnell der Tod kommen wird?

  18. #21 Joseph Kuhn
    14. Februar 2016

    @ Roland B.:

    Schwierig. Das gutgemeinte “Schonen” kann den Sterbenden auch mit seiner schweren Situation alleine lassen und z.B. das Abschiednehmen verhindern oder erschweren. Der Palliativmediziner Gian Domenico Borasio erzählt in seinem Buch “Über das Sterben” eine kuriose Geschichte, bei der sich ein Sterbender und seine Ehefrau – beide wissen Bescheid – gegenseitig “schonen”, weil sie meinen, der jeweils andere könne nicht mit der Situation umgehen und dann ganz erleichtert sind, als der Hausarzt dieses Schweigen durchbricht. Das wird individuell sehr verschieden sein. Ganz sicher ist das “Schonen” der Todkranken aber nicht das Motiv, das Herrn Wurster beim Propagieren der Homöopathie als rettendem Strohhalm umtreibt.

    @ illuminati:

    Interessante Logik. Und mein “Lieblingshomöopath” ist Herr Wurster gewiss nicht.

  19. #22 Adent
    14. Februar 2016

    @Illuminati
    Interessant, du kommentierst jetzt schon zum Xten Male sinnbefreit, ist das dein Lieblingsthema?

  20. […] gibt Homöopathen, etwa den Buchautor Jens Wurster, der mit dieser Methode gegen Tumore und Metastasen angehen will. Die US-Autorin Kate Birch spricht […]

  21. #24 Dr. Webbaer
    15. Februar 2016

    @ Roland B. :

    Und natürlich sollte man ihnen nicht vorlügen, daß sie wieder gesund werden und noch Jahrzehnte leben. aber wenn sie wissen, daß es nicht mehr lange dauert, wenn sie alles geordnet haben, warum dann nicht ein wenig dadrüber hinwegtäuschen, wie schnell der Tod kommen wird?

    An der Frage ist was dran, Bob Marley hat sich bspw. zuletzt so beraten lassen, Steve McQueen ähnlich.

    “It depends.” – Hier wird es schnell privat und soll auch so bleiben.
    Was halt nicht geht, ist die Bewerbung von ‘behauptungsbasierter Medizin’ in diesem Zusammenhang.

    Ansonsten, die einen so, die anderen so, viele lassen sich belügen, versuchen zu verdrängen, andere stellen sich, wollen alles wissen, empfinden teilweise die schlechte Nachricht und damit auch den Tod als Befreiung, der er ja auch ist.

    MFG
    Dr. Webbaer

  22. #25 2xhinschauen
    16. Februar 2016

    >> “Hilfsschulmedizin”
    >> “behauptungsbasierte Medizin”
    Brüller! Josepf, darf ich fragen, ob das deine Wortschöpfungen sind? Ich würde die gerne im passenden Kontext benutzen dürfen.

    • #26 Joseph Kuhn
      16. Februar 2016

      @ 2xhinschauen:

      Ja, sind selbsterschüttelt, Du kannst sie gerne weiternutzen. Wobei davon auszugehen ist, dass andere diese Derivate auch schon erzeugt haben, sind ja eigentlich naheliegend.

  23. #27 illuminati
    BeimJK
    16. Februar 2016

    Interessante Logik. Und mein “Lieblingshomöopath” ist Herr Wurster gewiss nicht.

    Was sie machen, ist ja auch eine Werbung für Jens Wurster und seine Arbeit, und das ist eben ein zweischneidiges Schwert, für ihre Agenda.

    Interessant, du kommentierst jetzt schon zum Xten Male sinnbefreit, ist das dein Lieblingsthema?

    Interessant und sinnbefreit passen überhaupt nicht zueinander Adenti, entscheide dich mal.
    Unlogik ist mir zuwider.

  24. #28 Joseph Kuhn
    17. Februar 2016

    @ illuminati:

    In Kommentar #19 hatten Sie mir noch eine “Liebesbezeugung” gegenüber Wurster unterstellt, jetzt mache ich also “Werbung” für ihn. Sie haben eine eigenartige Auffassung von Werbung.

    Haben Sie in der Schule die Kritik Ihres Lehrers an Ihren Fehlern auch als Werbung verstanden, weiterhin Fehler zu machen? Mit Ihrer Art zu argumentieren sollten Sie eine leitende Funktion in der Gesellschaft für homöopathisches Denken übernehmen.

  25. […] Eine scharfe Reaktion auf „Der Glaube an die Globuli“ gibt es von dem homöopathischen „Krebsheiler“ Jens Wurster – den Sie allerdings schon in den Anmerkungen Ihres Buches als „unbelehrbar“ bezeichnen. […]