Am Freitag war ich in den Münchner Kammerspielen. Carolin Emcke, die 2016 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wurde, hat dort aus ihrem Buch „Gegen den Hass“ gelesen. Zwei Punkte davon seien hier kurz angerissen.

Der erste: Carolin Emcke hat sich viel Gedanken darüber gemacht, wo der neuerdings so offen vorgetragene Hass in den Medien und bei Demos herkommt und was ihn stabilisiert. Eine wichtige Rolle dabei spielt, so Emcke, der Verzicht auf Differenzierung. Wer differenziere, könne nicht mehr so unbefangen Gruppen hassen, die anders aussehen, anders glauben oder anders lieben. Zum Hass gehört die absolute Gewissheit, und zwar auch die absolute Selbstgewissheit. Darin liegt schon an sich ein soziales Differential, eine Verweigerung des Gesprächs in gegenseitigem Respekt und auf Augenhöhe. Das scheint mir auch bei manchen Diskussionen um „Glaubensfragen“ hier auf scienceblogs der Fall zu sein, bei den Genderdebatten ebenso wie bei Religionsfragen.

Der zweite Punkt, den ich ansprechen möchte, betrifft Emckes Überlegungen dazu, wie man dem Hass begegnen soll, was an gesellschaftlichen Ressourcen dagegen zu mobilisieren ist. Natürlich Kritik und Flagge zeigen. Aber gegen den Hass könne man nicht nur mit Kritik, auch nicht mit noch so differenzierter Kritik, angehen. Es seien auch positive Phantasien und Experimente eines guten Lebens nötig, um sichtbar zu machen, was man Schönes, Aufregendes und Erfreuliches mit seinem Leben und seiner Freiheit anfangen kann. Ich glaube, auch da hat sie Recht. Die Angst vom dem Dunkeln lässt im Hellen schnell nach.

Beides klingt in meinen Worten nicht fürchterlich umwerfend, da ist das Original entschieden besser. Ich werde das Buch wohl mal lesen. Vielleicht hat es jemand schon gelesen und kann etwas mehr dazu sagen?

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Carolin Emcke: Gegen den Hass. S. Fischer-Verlag, Frankfurt, 20 Euro

Kommentare (42)

  1. #1 RPGNo1
    15. Januar 2017

    . Es seien auch positive Phantasien und Experimente eines guten Lebens nötig, um sichtbar zu machen, was man Schönes, Aufregendes und Erfreuliches mit seinem Leben und seiner Freiheit anfangen kann.

    Der Satz klingt sehr schlicht, aber er ist richtig. Wenn man die Diskussionen in Öffentlichkeit, Medien oder auch im privaten Umfeld hört, könnte man denken, dass Deutschland kurz vor dem Untergang steht. Dabei geht es uns Deutschen, trotz mancher Schwierigkeiten, so gut wie nie zuvor.
    Aber zuviele Personen kennen nicht mehr die Geschichten unserer Eltern und Großeltern, und welche Stapazen und Nöte sie während des Krieges und dem Wiederaufbach ausstehen mussten.

    • #2 Joseph Kuhn
      15. Januar 2017

      Ich glaube, sie meint noch etwas anderes: Dass man sich mehr darum bemüht, herauszufinden, was das eigene Leben bereichern kann (nicht als sich Bescheiden mit dem kleinen Glück, sondern, wenn ich sie richtig verstanden habe, dass man nicht nur gebannt darauf schaut, was man nicht will – wobei ich jetzt nicht in eine Textexegese einsteigen will, ohne den Text vor mir zu haben).

  2. #3 RPGNo1
    15. Januar 2017

    Ach, blöd! So ist es richtig:

    Es seien auch positive Phantasien und Experimente eines guten Lebens nötig, um sichtbar zu machen, was man Schönes, Aufregendes und Erfreuliches mit seinem Leben und seiner Freiheit anfangen kann.

    Der Satz klingt sehr schlicht, aber er ist richtig. Wenn man die Diskussionen in Öffentlichkeit, Medien oder auch im privaten Umfeld hört, könnte man denken, dass Deutschland kurz vor dem Untergang steht. Dabei geht es uns Deutschen, trotz mancher Schwierigkeiten, so gut wie nie zuvor.
    Aber zuviele Personen kennen nicht mehr die Geschichten unserer Eltern und Großeltern, und welche Stapazen und Nöte sie während des Krieges und dem Wiederaufbach ausstehen mussten.

  3. #4 Johann
    15. Januar 2017

    Ich denke, Haß entsteht zur Zeit hauptsächlich durch erkennbare Fake News seitens Regierung und Medien. Ich würde wetten, wenn ehrlicher informiert worden wäre, wäre die Bereitschaft Flüchtlingen bei gleicher Anzahl zu helfen größer als sie es jetzt ist. Heute morgen im WDR 5 kam z.B. ein Bericht darüber daß Armut in Deutschland Armut produziert. Also daß immer weniger Kinder dem Niedriglohn entrinnen wenn die Eltern bereits in dem Bereich lebten. Setzt man dies zusammen mit der Nachricht zuletzt, daß die Steuermehreinnahmen für die Bildung der Flüchtlinge genommen werden soll da etwa 30% ohne Schulbildung seien (was z.B. zu den vorherigen Nachrichten, die Flüchtlinge seien überdurchschnittlich gebildet konträr ist), dann fragt man sich wann man denn endlich ehrlich informiert wird. Man hört immer nur den den Teil der Nachrichten, der gerade genehm ist. Und das produziert Haß. Haß auf Medien und Politik für Lügen was übertragen wird auf die, die nichts dafür können: Flüchtlinge. Ich wette, es gäbe weniger Probleme wenn gesagt worden wäre: Wir bekommen 1 Mio Flüchtlinge pro Jahr, wir werden viel Geld brauchen um ein Drittel davon zu schulen, damit sie nicht von Sozialhilfe leben müssen, 1 Drittel davon verfügt bereits über eine sehr gute Bildung (was auch wahr ist laut Statistikamt), es wird auch vereinzelt Straftäter kommen, aber wir werden die versuchen abzufangen. Es wird anstrengend, aber Hilfe ist richtig und wichtig. So wäre man ehrlich informiert worden und ich denke, es würden weniger AfD wählen oder zu Pegida gehen. Das ist meine Meinung dazu, denn Wahrheit hat noch nie geschadet, Halbwahrheiten oder Lügen hingegen helfen nur den radikalen Kräften und das sollte auf jeden Fall vermieden werden.

  4. #5 Moreno
    15. Januar 2017

    Die Bewertungen auf Amazon zeigen recht eindrucksvoll, dass Emckes Buch recht stark polarisiert. Die 1-Sterne-Bewertungen werfen Frau Emcke vor, Hass nur als Einbahnstraße zu erkennen.
    Hier scheint Frau Emcke wohl das Thema aus ihrem politischen Standpunkt heraus zu betrachten. Somit ist das Buch für mich uninteressant.

  5. #6 Joseph Kuhn
    15. Januar 2017

    @ Moreno:

    “Hier scheint Frau Emcke wohl das Thema aus ihrem politischen Standpunkt heraus zu betrachten.”

    Vielleicht bezieht sie auch andere Standpunkte ein?

    “Somit ist das Buch für mich uninteressant.”

    In der Echokammer ist es schön gemütlich. Wobei man manchmal auch aus der Echokammer raus sollte.

  6. #7 Alisier
    15. Januar 2017

    Sich mit den Standpunkten anderer auseinanderzusetzen, gerade wenn sie mit den eigenen NICHT übereinstimmen kann sehr spannend und erhellend sein.
    Ich lese ja auch deine Posts, Moreno.
    Das Buch selber ist mir persönlich zu binsenweisheitig und jammerig. Ich kann es guten Gewissens nicht wirklich empfehlen. Die Klassiker sind da hilfreicher, aus meiner Sicht.
    Hannah Arendt ist bei dem Thema für mich immer noch das Maß der Dinge.

    • #8 Joseph Kuhn
      15. Januar 2017

      Hilf mir mal bei der Entscheidung, ob ich es lesen soll: Resultiert Deine Bewertung aus der Lektüre des Buches oder aus der Lektüre von Buchbesprechungen?

  7. #9 RPGNo1
    15. Januar 2017

    Die Amazon-Bewertungen sind sehr sprechend: 14 5-Sterne, 8 1-Sterne, kein Mittelmaß. Das Buch polarisiert.

  8. #10 Kassandra
    15. Januar 2017

    Eine wichtige Rolle dabei spielt, so Emcke, der Verzicht auf Differenzierung. Wer differenziere, könne nicht mehr so unbefangen Gruppen hassen, die anders aussehen, anders glauben oder anders lieben. Zum Hass gehört die absolute Gewissheit, und zwar auch die absolute Selbstgewissheit. Darin liegt schon an sich ein soziales Differential, eine Verweigerung des Gesprächs in gegenseitigem Respekt und auf Augenhöhe.

    Dieser Hass baut sich in Diskussionsplattformen am stärksten auf und bleibt dort auch dauerhaft bestehen, in denen zwischen bestimmten Teilnehmern immer nur dieselben Themen durchgewalzt werden. Meistens ist es dort außerdem so, dass auch eine Meinung zu diesen Themen dominiert. Die Minderheitsmeinung befindet sich dermaßen unter Dauerfeuer, dass nur diejenigen, die auf Krawall gebürstet sind und dazu einen gewissen missionarischen Eifer aufweisen, sich davon nicht in die Flucht schlagen lassen. Damit ist eine Verhärtung der Fronten vorprogrammiert, weil es auf der Seite der Mehrheitsmeinung zwar ein breites Spektrum von moderat bis fanatisch gibt, aber die Moderaten den Fanatikern ihrer eigenen Seite oft nur im Notfall widersprechen, sodass sie ziemlich ungehindert über alle etwa vorhandenen Andersdenkenden herfallen können, während der Vertreter der Minderheitsmeinung schon ein gewisse Lust am Krawall oder eine masochistische Ader haben muss, um Diskussionen unter solchen Vorzeichen dieser Art zum täglich neu in Angriff genommenen Hobby zu machen.

    Ich habe das schon bei so vielen verschiedenen Themen in ganz unterschiedlichen Diskussionsplattformen miterlebt, dass ich das für ein typisches Muster halte.

    Mich würde dazu mal interessieren, Herr Kuhn, wo Sie die Grenze sehen, bei der Sie sich verpflichtet fühlen, einzugreifen, auch wenn der Übeltäter eigentlich auf derselben Seite steht wie Sie und Sie keinen Grund haben, seinen Kontrahenten besonders sympathisch zu finden und Sie außerdem meinen, dass er in der Sache unrecht hat. Keine Fangfrage übrigens, mich beschäftigt diese merkwürdige Beißhemmung sehr, die ich auch schon bei ansonsten vernünftigen und intelligenten Menschen und auch bei persönlichen Freunden mitbekommen habe, die sich auf solchen Plattformen tummeln bzw. teils auch in verantwortlicher Position sind.

    Man sollte die Rolle der “Moderaten” in weltanschaulich homogenen Online-Plattformen einmal wissenschaftlich untersuchen, und zwar im Zusammenhang mit der Frage, wie eine Radikalisierung auf Gruppenebene abläuft. Im Zeitalter der Online-Treueschwüre an den IS und anderen Nettigkeiten, die sich aus sich radikalisierenden Gruppen heraus ergeben können, ist das ja keine ganz unwichtige Frage.

    Der zweite Punkt, den ich ansprechen möchte, betrifft Emckes Überlegungen dazu, wie man dem Hass begegnen soll, was an gesellschaftlichen Ressourcen dagegen zu mobilisieren ist.

    Dazu habe ich eine Idee, die Sie experimenthalber an Ihren Blogdiskutanten im Kleinen ausprobieren könnten: Verdonnern Sie Streithähne ab einem gewissen Ausfälligkeitspegel dazu, zehn Beiträge lang nur über ein von Ihnen vorgegebenes ganz anderes Thema und nicht mehr das strittige zu diskutieren.

    Wo nämlich dieselben Leute über verschiedenartige Themen diskutieren, etwa in Diskussionsforen von Medien, macht jeder, der nicht auf ein bestimmtes Thema fixiert bleibt, regelmäßig die Erfahrung, dass der Vollidiot vom einen Thema bei etlichen anderen Themen eigentlich genau dasselbe denkt wie man selbst, also doch ganz vernünftig sein muss. Das verändert die Kommunikation ganz erheblich. Man geht bei den Themen, in denen man überkreuz miteinander ist, künftig anders miteinander um. Man argumentiert mehr und man versucht, den anderen dort abzuholen, wo man weiß, dass er meinungstechnisch steht.

    Ob Frau Ehmckes Lösungsvorschläge ähnlich ausfallen oder ganz anders sind (und ob überhaupt konkrete Lösungsvorschläge in ihrem Buch vorkommen), weiß ich natürlich nicht. Aber meine Beobachtung ist, dass der Hass aus einem verengten, gewissermaßen “fachidiotischen” Blickwinkel kommt und nur so lange aufrechterhalten werden kann, wie man gegenüber dem Hassobjekt einen verengten Blickwinkel aufrechterhalten kann. Das ist sogar unabhängig von dem Grundgefühl des Zu-kurz-gekommen-Seins des Hassenden, das daneben auch eine Rolle spielt.

  9. #11 Joseph Kuhn
    15. Januar 2017

    @ Kassandra:

    “Mich würde dazu mal interessieren, Herr Kuhn, wo Sie die Grenze sehen, bei der Sie sich verpflichtet fühlen, einzugreifen, auch wenn der Übeltäter eigentlich auf derselben Seite steht wie Sie”

    Bei groben Verstößen gegen die Netiquette greife ich ein und lösche dann auch mal Kommentare.

    Ansonsten gibt es keinen “Algorithmus”, nach dem ich moderiere. Wenn jemand zu sehr herumtrollt oder offenkundig versucht, die Diskussion zu torpetieren, kann es sein, dass er für eine Zeit oder auch dauerhaft auf die Moderationsliste kommt, d.h. seine Kommentare werden nicht mehr automatisch freigeschaltet, sondern individuell von mir angesehen.

    Manchmal gibt es auch “Ermahnungen” meinerseits, zuletzt mit Blick auf Holger Gronwaldts Kommentarstil zu Ihren Gunsten, falls Ihnen das nicht aufgefallen sein sollte.

    “Verdonnern Sie Streithähne ab einem gewissen Ausfälligkeitspegel dazu, zehn Beiträge lang nur über ein von Ihnen vorgegebenes ganz anderes Thema und nicht mehr das strittige zu diskutieren.”

    Da sich keiner daran halten würde und wir auch nicht in der Grundschule sind (“Schreibe 10 mal an die Tafel …”), werde ich dem Vorschlag nicht folgen.

  10. #12 Holger Gronwaldt
    15. Januar 2017

    @Joseph,

    Darin liegt schon an sich ein soziales Differential, eine Verweigerung des Gesprächs in gegenseitigem Respekt und auf Augenhöhe.

    Zu einem Gespräch sollte man immer bereit sein. Ob damit Respekt und Augenhöhe verbunden sein müssen, ist m. E. schon eine andere Frage. Respekt gegenüber Personen: unbedingt ja, Respekt gegenüber Einstellungen, nun, da muss man differenzieren. Wenn jemand rassistisch daherkommt oder religiös verblendet, dann kann ich so etwas nicht respektieren und da besteht dann auch keine Augenhöhe.

    Respekt ist für mich mehr als Toleranz und insofern kann ich etwas, das ich nicht toleriere, auch in keinem Fall respektieren. Ich kann bestenfalls versuchen, nachzuvollziehen, wie eine Person, die eine in meinen Augen nicht zu tolerierende Einstellung hat, zu dieser gelangt ist. Dann gebietet mir vielleicht der Respekt vor der Person, mit ihr einen Ausweg aus dieser Einstellung zu finden.

    Michael Schmidt-Salomon hat dazu in “Die Grenzen der Toleranz” recht interessante Ausführungen gemacht. Er unterscheidet zudem zwischen Toleranz und Akzeptanz, sagt aber auch: “Wir alle müssen damit leben, dass unsere Auffasungen von anderen nicht akzeptiert, sondern als “irrational”, “inhuman” oder “gottlos” verworfen und daher bloß geduldet werden. Wer nicht in der Lage ist, diese Last zu ertragen, beweist damit nur, dass ihm das für die offene Gesellschaft erforderliche Maß an Toleranz fehlt.” (Die Grenzen der Toleranz, S. 82)

    Bedeutet für mich: wer in einer Diskussion über ein kontroverses Thema einen Angriff auf die eigene Meinung als einen Angriff auf die eigene Person missdeutet, besitzt nicht die ethische Reife, sich an solchen Diskussionen überhaupt zu beteiligen.

    Oben ist von Hass auf Gruppen die Rede, “Gruppen hassen, die anders aussehen, anders glauben oder anders lieben”. Das ist mir zu undifferenziert. Ich denke, da muss man unterscheiden, ob die Eigenschaft der Gruppe, die ich ablehne, ein Charakteristikum des einzelnen ist (dunkle Hautfarbe, sexuelle Orientierung, etc.) oder ob sie eine Einstellung (Rassismus, Faschismus, Islamismus, Kreationismus) bedeutet. Bei ersterem ist das Gefühl Hass Ausdruck der eigenen Unzulänglichkeit und Mangel an Akzeptanz, bei letzterem kann und darf sich der Hass nur auf die Einstellung, nicht aber auf den Träger der Einstellung beziehen. So hasse ich A. Gauland oder F. Petri nicht als Person sondern nur das, was sie als politische Einstellung transportieren. Auch deren Anhänger hasse ich nicht, ich halte sie lediglich zum großen Teil für dumm, nicht zuletzt deshalb, weil diese Leute völlig undifferenziert Ausländer hassen.

    Möglicherweise mag es schlechter Diskussionsstil sein, wenn man solchen Leuten (oder Ignoranten, die auf religiösem Gebiet unterbelichtet sind, sich aber trotzdem in Diskussionen einmischen) ein wenig ruppig begegnet, doch ich persönlich habe nicht immer die Geduld, völlig unqualifizierte Meinungen mit Samthandschuihen anzufassen.

  11. #13 Holger Gronwaldt
    15. Januar 2017

    @Kassandra,

    Ich habe das schon bei so vielen verschiedenen Themen in ganz unterschiedlichen Diskussionsplattformen miterlebt, dass ich das für ein typisches Muster halte.

    Wenn Du Dich öfter als Vertreter einer Minderheitsmeinung in Foren findest, könnte es aber auch daran liegen, dass Du zwar eine Neigung hast, “wider den Stachel zu löcken”, aber nicht die Qualität von Argumenten vorbringen kannst, mit der Du andere überzeugen kannst. Nur mal so als Denkanregung.

    Ich würde die Auswahl der Blogs und die Frage, zu welchen Themen ich dort jeweils mitdiskutiere, von ein paar Kriterien abhängig machen. Bei “Eike” habe ich z. B. längst aufgehört, mich generell zum Thema Klimawandel zu äußern, da die dort Versammelten tatsächlich mehrheitlich einer Verschwörungstheorie aufgesessen sind und jeden Unfug sofort für bare Münze nehmen, der die seriöse Klimaforschung in den Dreck zieht. Außerdem werden dort Beiträge, die allzu peinlich für die Admins des Blogs sind, häufig kommentarlos gelöscht.

    Es reizt mich aber durchaus von Zeit zu Zeit, einzelne Kommentatoren direkt anzusprechen, wenn sie Dinge äußern, die faktisch nicht haltbar sind (da mischen sich die Admins dort dann nicht so häufig ein), besonders gerne solche, die Klima und Kreationismus in einen Topf werfen.

    Gegenmeinungen reizen mich Grundsätzlich, da ich der Meinung bin, dass ich mir meine Meinung nur auf Grundlage hinreichenden Information bilde (und allein schon deshalb zu vielen Themen eher keine Meinung habe, weil ich mich dort nicht genügend kompetent fühle, Dinge zu beurteilen. Deshalb bin ich auch nur auf einer sehr überschaubaren Anzahl von Blogs unterwegs.). Treffe ich aber auf einem Gebiet, das ich mir selbst erarbeitet habe, auf Gegenmeinung, reizt es mich natürlich, den Fehler zu finden, den die Gegenseite zu ihrer m. E. irrigen Meinung veranlasst hat. In aller Regel schaffe ich es auch dann, solche Fehler zu finden, anderenfalls bin ich auch durchaus bereit, meine Position zu ändern, wenn ich auf bessere Gegenargumente stoße, die ich nicht entkräften kann. In den weitaus meisten Fällen scheitern die Meinungsgegner aber schon an den unbestreitbarfen Fakten, auf denen sie ihre “Argumente” aufbauen, so dass ich da relativ leichtes Spiel habe, sie zu widerlegen.

    Das hört sich jetzt vielleicht ein bisschen großkotzig an, ist aber meine bisherige Erfahrung. In Blogs, in denen nicht-ideologisch verfahren wird, also anders, als z. B. bei Eike, z. B. wie hier, ist es ja auch nicht so, dass man gegen eine Mehrheitsmeinung antreten muss, gegen die man keine Chance hat sondern es wird häufig genug offen diskutiert und wer die besseren, auf nachvollziehbaren Fakten beruhenden Argumente hat, bringt auch dann die Mehrheit auf seine Seite, wenn er vorher in der Minderheitsposition war.

  12. #14 Kassandra
    15. Januar 2017

    Manchmal gibt es auch “Ermahnungen” meinerseits, zuletzt mit Blick auf Holger Gronwaldts Kommentarstil zu Ihren Gunsten, falls Ihnen das nicht aufgefallen sein sollte.

    Es IST mir aufgefallen. Auch wenn Herr Gronwaldt zum Zeitpunkt Ihrer Rüge schon etliche Beiträge lang dabei war, unbeantwortbar große Textmengen auszustoßen, in denen er sich immer gravierender im Ton vergriff. Wäre ich wirklich ein schutzbedürftiges Sensibelchen gewesen, dann wäre ich zu dem Zeitpunkt, als Sie eingriffen, schon längst totgeredet und zu Brei zerstampft gewesen.

    Zum Glück bin ich nicht schutzbedürftig. Trotzdem danke.

    Da sich keiner daran halten würde und wir auch nicht in der Grundschule sind (“Schreibe 10 mal an die Tafel …”), werde ich dem Vorschlag nicht folgen.

    Kein grundsätzliches Problem damit, auch wenn ich meine Idee gut finde, die Grundidee problemlos modifizierbar ist und es nicht schwierig wäre, alles mal auszuprobieren und wieder einzumotten, falls sie sich nicht bewähren sollte.

    Was Sie nicht erwähnt hatten, ist, ob Sie meiner zugrundeliegenden Analyse zur Kommunikation in Diskussionsplattformen zustimmen oder nicht. Wenn Sie das nicht tun, wäre es natürlich auch nicht besonders logisch, darauf fußende Empfehlungen aufzugreifen.

    Vielleicht hat jemand ja einen anderen Vorschlag, wie Sie ansonsten konstruktiv mit Verweigerung von Augenhöhe und Respekt zwischen Diskussionsteilnehmern umgehen können, aber ich bezweifle, dass es einen gibt, der nicht in der einen oder anderen Form von Ihnen verlangen würde, von Ihrer Autorität als Blogautor weniger sparsam als bisher Gebrauch zu machen.

  13. #15 Holger Gronwaldt
    15. Januar 2017

    @Kassandra,

    , in denen er sich immer gravierender im Ton vergriff.

    Finde ich ein bisschen witzig, das ausgerechnet aus Deinem Mund zu hören, denn Du bist mir z. B. mit solchen “Nettigkeiten” begegnet:

    Träumen Sie was Schönes, vielleicht davon, wie Sie mich in einem Paralleluniversum, in dem Sie und Ihresgleichen die Macht haben, als Ketzer verbrennen würden, wenn Sie die Gelegenheit nur bekämen.

    oder

    Aber dann belästigen Sie mich bitte nicht wieder mit unfundierten Behauptungen … denn gegen militante Unwissenheit diskutiere ich nicht an.

    Ich will es mal bei den beiden Beispielen belassen und dazu nur bemerken, dass diejenige, die im Glashaus sitzt, nicht mit Steinen werfen sollte und sich erst recht nicht beim Blogmaster ausheulen sollte, nur weil sie der Diskussion argumentativ nicht gewachsen ist.

    Das kann ja zum Glück jeder, den es interessiert, im Nachbarthread nachlesen, wer von uns beiden mit unfundierten “Argumenten” sich informationsresistent im Kreis gedreht hat.

    Ich gebe ja gerne zu, dass ich manchmal in der Sache etwas schärfer formulieren und auch kein Blatt vor den Mund nehme, aber wer mich aus einer dümmlichen Position heraus angreift, muss halt mit Gegenwind rechnen.

  14. #16 Holger Gronwaldt
    15. Januar 2017

    @Kassandra,

    Vielleicht hat jemand ja einen anderen Vorschlag, wie Sie ansonsten konstruktiv mit Verweigerung von Augenhöhe und Respekt zwischen Diskussionsteilnehmern umgehen können,

    Auch wenn Du ihn wahrscheinlich nicht hören willst, ich hätte da einen:

    Respekt kann man nicht einfach verlangen, den muss man sich shcon verdienen, z. B. durch vorhergehende Recherche, bevor man Behauptungen aufstellt, die faktisch nicht haltbar sind. Und man sollte natürlich die Fähigkeit besitzen, logisch argumentieren zu können, wenn man sich auf eine Diskussion mit jemandem einlässt, der eine Gegenmeinung vertritt und diese auch schon logisch begründet hat. Sonst hat man schon von vornherein verloren und kann sich nur noch beim Blogmaster ausheulen, dass man ungerecht behandelt wird.

    Wäre ich wirklich ein schutzbedürftiges Sensibelchen gewesen, dann wäre ich zu dem Zeitpunkt, als Sie eingriffen, schon längst totgeredet und zu Brei zerstampft gewesen.

    Ich hatte nicht vor, Dich “zu Brei zu zerstampfen”, aber schön, wenn Du wenigstens jetzt einsiehst, dass DU argumentativ auf ganzer Linie verloren hast und nur noch am Stil der Diskussion rummäkelst.

    Ich will es aber jetzt dabei bewenden lassen, also bitte provoziere nicht weiter.

    Schönen Abend noch!

  15. #17 Joseph Kuhn
    15. Januar 2017

    @ Kassandra:

    “Was Sie nicht erwähnt hatten, ist, ob Sie meiner zugrundeliegenden Analyse zur Kommunikation in Diskussionsplattformen zustimmen oder nicht.”

    Die Diskussionen verlaufen hier auf dem Blog je nach Thema sehr unterschiedlich, sowohl was den Stil und die emotionale Grundtemperatur angeht als auch das fachliche Niveau der Kommentare. Aber das ist ein weites Feld, ich habe nicht vor, im Moment darüber intensiver nachzudenken.

    “… der nicht in der einen oder anderen Form von Ihnen verlangen würde, von Ihrer Autorität als Blogautor weniger sparsam als bisher Gebrauch zu machen.”

    Jeder darf an Moderationsleistungen von mir verlangen, was er will, aber ob ich dem nachkomme, entscheide ich ganz alleine. Der Blog ist mein Privatvergnügen und soll auch ein Vergnügen bleiben. Das ist hier also etwas anderes als z.B. ein professionell moderiertes Forum einer Tageszeitung.

  16. #18 Holger Gronwaldt
    15. Januar 2017

    @Kassandra,

    habe ich gerade erst bewusst gelesen, deshalb doch noch einen kurzen Kommentar dazu:

    aber ich bezweifle, dass es einen gibt, der nicht in der einen oder anderen Form von Ihnen verlangen würde, von Ihrer Autorität als Blogautor weniger sparsam als bisher Gebrauch zu machen.

    Nun, vom Blogmaster etwas zu “verlangen”, finde ich ein bisschen dreist. Jeder von uns – ja, auch DU! – ist hier nur Gast und als solcher hat man sich dem Blogmaster gegenüber entsprechend zu benehmen, sonst fliegt man zu Recht raus.

    Ich habe nichts am Verhalten des Blogmasters zu bemängeln und seinen Einwand gegen mich kann ich zum großen Teil nachvolziehen und versuche sogar, ihn zu beherzigen, wasmir bei Dir allerdings etwas schwer fällt. :-)

    Die Tatsache, dass Du von ihm etwas “verlangst”, zeigt nur, wie unselbständig und unausgegoren Du bist. Kannst Dich selber nicht wehren und weinst Dich dann bei ihm aus, als wäre es der Rockzipfel Deiner Mammi! “Heul doch!”, bin ich glatt versucht zu sagen, aber das verkneife ich mir lieber.

  17. #19 Kassandra
    15. Januar 2017

    Jeder darf an Moderationsleistungen von mir verlangen, was er will, aber ob ich dem nachkomme, entscheide ich ganz alleine. Der Blog ist mein Privatvergnügen und soll auch ein Vergnügen bleiben. Das ist hier also etwas anderes als z.B. ein professionell moderiertes Forum einer Tageszeitung.

    Wie käme ich auch dazu, etwas von Ihnen zu verlangen? Es bedeutet lediglich, dass sich die Anfälligkeit für entgleisende Kommunikation wahrscheinlich nicht verändern wird, was mich persönlich auch nicht sonderlich stört. Aber ein interessantes Forschungsfeld wären Mob-Bildungen und ihre Rahmenbedingungen in Diskussionsplattformen meiner Meinung nach wirklich.

  18. #20 Alisier
    15. Januar 2017

    @ Joseph Kuhn
    Teil, teils. Ich habe das ganze Buch noch nicht durchlesen können, bin ca. auf Seite 50 hängengeblieben. Wenn ich durch bin, schicke ich dir gerne meine Sicht des Ganzen.

  19. #21 Joseph Kuhn
    15. Januar 2017

    @ Alisier:

    “Wenn ich durch bin, schicke ich dir gerne meine Sicht des Ganzen.”

    Dein Stimmungsbild von dem Buch würde mich interessieren. Bei der Lesung hatte Carolin Emcke viele nachdenklich machende Dinge gesagt, auch wenn mich ihr nicht uneitler Starhabitus anfangs vom Zuhören etwas abgelenkt hat. Ich habe bisher nichts von ihr gelesen.

    @ Kassandra:

    “Aber ein interessantes Forschungsfeld wären Mob-Bildungen und ihre Rahmenbedingungen in Diskussionsplattformen meiner Meinung nach wirklich.”

    Unbedingt. Vermutlich gibt es das auch schon, man müsste mal bei den Medienwissenschaften nachsehen.

  20. #22 DH
    15. Januar 2017

    Carolin Emcke – Buchbesprechungen folgend – sagt auch , “Hass ist ungenau”.
    Richtig , nur wie genau sind die selbsternannten Vertreter der Vernunft?
    Seit langen Jahren haben wir es da mit aggressivem Gepöbel und der Selbstverständlichkeit zu tun , alle Kritiker des vorherrschenden mainstreams als rechts zu verunglimpfen.
    Einigermaßen verwunderlich , eigentlich sogar verschwörungstheoretisch , gibt es doch kein einziges Thema , wo Kritik immer nur von einer Seite kommt.

    Auch inhaltlich gilt es als ausgemacht , wer die Guten und wer die Bösen sind.
    Daß viele Rechte einigermaßen widerliche bis paranoide Vorstellungen haben , heißt doch nicht automatisch , daß die andere Seite nicht mehr über Inhalte diskutieren muß , weil sie , auf welch wundersamen Weg auch immer , ihr eigenes , glorreiches “Ende der Geschichte” gefunden hat.

    Gerade in den Bereichen der Diskriminierungsfragen brauchen wir dringend eine inhaltliche Neuaufstellung.

    Und ein recht aktuelles Beispiel war die Wahl Trumps – ohne solche Personen für erstrebenswert zu halten , aber was da so an Analysen geboten wurde , war einfach nur unterirdisch , ein Feuerwerk an “korrekten” Vorurteilen und eingefahrenen Denkweisen , die es in ihrer ganzen Anlage tatsächlich schaffen , noch tumber und eindimensionaler daherzukommen als die weiß Gott einfach gestrickten Vorstellungen der neuen Rechten.
    Not gegen Elend , Emcke mag ja guten Willens sein (oder auch nicht), aber ihre eigene Einseitigkeit trägt nur zur Verschärfung bei , wer davon profitiert , braucht nicht erwähnt zu werden.

  21. #23 rolak
    16. Januar 2017

    bei den Medienwissenschaften

    Vielleicht doch eher bei den Psycholog*en, Joseph, könnte besser sein. Zumindest gut, gibts doch von Le Bon über Reich bis zum Aktuellen ein reges Forschen und Postulieren.

    • #24 Joseph Kuhn
      16. Januar 2017

      @ rolak:

      “Reich”

      Halten wir ihm zugute, dass er durch die Gnade der frühen Geburt zum Internet nichts gesagt hat. Ich will gar nicht anfangen darüber zu spekulieren, ob er Internetforen als umgekehrte Orgonengergie-Akkumulatoren gesehen hätte und die Fakebook-Rechenzentren als außerirdische Kommandostrukturen.

    • #25 rolak
      16. Januar 2017

      [zugute:] Gnade der frühen Geburt

      Bzgl meines Kommentares eher das Timing des späten Wandels, Joseph. Ähnlich wie bei Tesla gibt auch bei ihm einen Lebensabschnitt bevor und einen nachdem sein Käse zu weit vom Cräcker gerutscht war. Und noch diese Problemzone, das allmähliche Abgleiten.

      Die MdF ist imho allerdings klar dem ‘bevor’ zuzuordnen, Deine Extrapolation ins Jetzt (aka ‘weit nachdem’) klingt jedoch wie nicht allzu weit entfernt vom aus technischen Gründen nicht realisierten Original.

  22. #26 Ishmael
    16. Januar 2017

    Die rechtskonservative “Sezession” hat Emcke vor ca. vier Wochen einen Dialog angeboten. Keine Reaktion. War wohl zuviel Hass…

  23. #27 roel
    *******
    16. Januar 2017

    @Ishmael “Die rechtskonservative “Sezession” hat Emcke vor ca. vier Wochen einen Dialog angeboten.”
    Hast du hierfür einen Link?

    “Keine Reaktion.”
    Und hierfür eine Bestätigung.

  24. #28 Ishmael
    16. Januar 2017

    roel, Neuland?

  25. #29 roel
    *******
    16. Januar 2017

    @Ishmael Einfach nur die Frage nach einem Link und einer Bestätigung. Ich schaue mir das gerne im Original an.

  26. #30 Hans Zauner
    16. Januar 2017

    Zum Hass gehört die absolute Gewissheit, und zwar auch die absolute Selbstgewissheit.

    Ich bin kein Hass-Experte und auch kein Psychologe, aber ich bin mir nicht sicher, ob das stimmt.

    Entsteht Hass nicht vielleicht im Gegenteil oft aus einer existentiellen Verunsicherung?

    Schönes Beispiel in der Wochenend-SZ: Die Wandlung von Ludwig Thoma, kurz vor Torschluss, vom liberalen Satiriker zum rechtsradikalen, antisemitischen Hetzer, der im “Miesbacher Anzeiger” zum Mord am polit. Gegner aufrief.

    (Kurzversion online hier:
    http://www.sueddeutsche.de/bayern/schriftsteller-wie-ludwig-thoma-vom-linksliberalen-zum-rechten-hetzer-wurde-1.3333119 ,aber die Langstrecke “Der Hetzer vom Tegernsee” in der gedruckten Zeitung lohnt sich sehr).

    1. Weltkrieg, polit. Umwälzungen, private Enttäuschungen waren wohl einfach zu viel, und irgendetwas ist durchgebrannt. Und dazu vielleicht das andere Milieu an den Tegernseer Kartl-Tischen im Vgl. zu Schwabing.

    Jedenfalls sehe ich zu Thomas Radikalisierung durchaus Parallelen zu heute, wenn man sich den “Miesbacher Anzeiger” z.B. als frühen Vorläufer der “Jungen Freiheit” denkt. Und radikalisierte Publizisten, die bisher noch halbwegs moderat waren, aber plötzlich gefährlich wirres Zeug reden, findet man heute auch genug…

  27. #31 roel
    *******
    16. Januar 2017

    @Hans Zauner “Ich bin kein Hass-Experte” Ich auch nicht, das ist ein Gefühl, welches ich nicht habe.

    Ich musste auch erst nachdenken und nachsehen, um den Satz mit der Gewissheit richtig einzuordnen. In meinem Sprachgebrauch hatte ich Gewissheit etwas anders verstanden. Ein Blick in wikipedia zeigt was gemeint ist: “Der Ausdruck Gewissheit bezeichnet alltagssprachlich meist die subjektive Sicherheit bezüglich bestimmter, für gut gerechtfertigt gehaltener Überzeugungen, die sich z. B. auf natürliche oder moralische Sachverhalte beziehen können.”

  28. #32 Joseph Kuhn
    16. Januar 2017

    @ Hans Zauner:

    Ja, völlig richtig. Dass Hass aus Verunsicherung entsteht, hat sie auch gesagt, und dass Ursache und Gegenstand von Hass oft nicht identisch sind. Meine beiden Punkte aus der Lesung sind sehr “punktuell”.

    @ Ishmael:

    Ich würde auch nicht jedes “Dialog”-Angebot annehmen. Manchmal geht es um Inszenierungen, bei denen einem eine ungute Rolle zugedacht ist, aus der man nicht so einfach wieder herauskommt.

    Die Tabakindustrie hat z.B. lange Zeit gerne “Dialoge” mit Wissenschaftlern und Behörden rund um das Thema Gesundheit angeboten. Ziel war, sich als seriöser Partner in der Diskussion um angeblich offene Fragen zu den Gesundheitsgefahren des Rauchens zu präsentieren – obwohl man intern längst so gut wie alles über diese Gesundheitsgefahren wusste.

  29. #33 DH
    16. Januar 2017

    @Hans Zauner

    Hochinteressante Parallele. Über Thomas persönliche Motive zu urteilen , ist natürlich schwierig.
    Aber es wäre schon einen Gedanken wert , einen weiteren Vergleich zu ziehen.
    Damals wie heute hat sich im liberalen Bereich eine Klientel breitgemacht , die sehr liberal zu sein scheint , wenn sie untereinander ist , aber gleichzeitig eine bemerkenswerte Armenverachtung , ein stringentes Klassendenken an den Tag legt und auch sonst keine anderen Meinungen mehr zuläßt.

    Im Kern werteliberale Vorstellungen werden da sehr viel aggressiver angefeindet als rechte Ideen.

    Auch heute reagieren nicht wenige darauf mit einer rechten Gegenreaktion , das ist fragwürdig , die Wut dahinter ist aber verständlich.
    Der im Wortsinn exklusive Pseudoliberalismus wird damals wie heute unterschätzt als wichtiger Motor der Rechten.

  30. #34 Dr. Webbaer
    17. Januar 2017

    Der Schreiber dieser Zeilen wird einen Teufel tun hier 20 Euronen zu investieren.

    Sondern anzumerken, dass ‘Hass’ und weitergehende Psychologisierung (in der Regel: anderer) wie auch andere unterstellte Emotionalisierung (in der Regel: eben anderer) nicht in der Lage ist den politischen Diskurs sinnhaft zu begleiten.

    Es darf sich an dieser Stelle womöglich gefragt werden, ob ‘Hass’ (der seinem Wesen nach sinnhafter Auseinandersetzung vorbeugt, wenn er bestimmend wird) oder die Unterstellung von Hass, die sehr schwierig zu belegen ist, per se sehr schwierig zu belegen ist, es kann ja schlecht “hineingeschaut” werden, in Individuen und Gruppen von Individuen, schlimmer ist.

    Dem Schreiber dieser Zeilen ist dies unklar:
    Wenn jemand anderen Hass und derartig zwingend folgende Fehlleitung unterstellt, muss er nicht besser sein, wenn er “nackt” oder rein spekulativ derart unterstellt, als ein genuin Hassender.

    Oder?


    Opi Webbaer kannte noch die Zeit, in der politisch anders Meinenden nicht auf der “Psycho-Schiene” versucht worden ist beizukommen, sondern das Argument gesucht worden ist.
    Herr Dr Joseph Kuhn, ein, äh, ebenfalls älteres, äh, Kaliber, mag hier womöglich beispringen.

    Bonmot:
    Nur der Psychologe weiß, was psychologisch nicht geht!

    MFG
    Dr. Webbaer

  31. #35 Laie
    18. Januar 2017

    Hass, so verstehe ich den Begriff, ist die Bereitschaft jemandem nicht zu mögen bis hin zu schaden. Die Frage ist immer, woher der Hass kommt, und ob er eine berechtigte Grundlage hat oder nicht, z.B. weil man Opfer wurde, und den Täter dann hasst?

    Grundsätzlich ist Hass jedoch abzulehnen. Wenn nun jemand Opfer durch eine Hasshandlung wird, wie z.B. durch intensive Religionsausübung eines stark Gläubigen, der das tut, was sein “Prophet” als Vorschrift für “Ungläubige” fabulierte, so könnte dies im Opfer auch einen Hass auf die Gläubigen dieser Religion hervorrufen.

    Der Lösungsansatz kann aber nur bedeuten, den Kreislauf zu durchbrechen, und den falschen Propheten und den daran Gläubigen bei der Überwindung ihres Glaubens zu helfen.

    Fehlt es nicht an Angeboten, den Hasserfüllten – durch Lesen schändlicher brutaler Taten eines Prophesens, auf moralische Abwege gelangt zu sein?

    Ich vermute stark, die auf den Abwegen wandelnden wären ohne dieser negativen textuellen Einflüsse wahrscheinlich wirklich ganz nette Menschen – so wie das die politsch sehr korrekten gut meinende Menschen stets behaupten.

  32. #36 Dr. Webbaer
    18. Januar 2017

    @ Laie :

    ‘Hass’ ist vor allem privatim zu bearbeiten. – Diese Einschätzung gilt für jegliche Emotionalität, der der Bär oder Mensch anheimfällt.

    ‘Hass’ ist natürlich insofern schlecht, weil es ein zu hassendes Objekt gibt, das idR ein Subjekt, ein Mitbär oder Mitmensch ist.
    Niemand sollte Personen hassen und dies publik machen. Dies gilt gerade auch für besondere Exponenten wie bspw. den “Führer” oder “Charly” (Manson) oder die Sportsfreunde vom sog. Islamischen Staat.

    Privatim darf natürlich gehasst werden noch und nöcher.
    >:->

    MFG
    Dr. Webbaer

  33. #37 Frank Hill
    Jena
    18. Januar 2017

    Vorab: Dieser Beitrag kann und will keine vollständige Rezension sein. Einmal reichen zwei Leseabende (länger hat die Buchhandlung das Buch nicht „zur Ansicht“ hergegeben) für ein Buch mit 240 Seiten, selbst wenn es so gut und mit so viel vervre geschrieben ist wie das vorliegende, nicht annähernd hin, um alle Seiten mit der gebotenen Gründlichkeit zu lesen und selbst wenn reichen sie doch aus, um auf alle Aspekte dieses Buches einzugehen. Wohl aber reichen sie hin, um einen generellen Eindruck zu bekommen. Und der Eindruck ist: Es ist ein zwar umfangreicher Essay, aber es ist nur ein Essay. Mit viel Empathie und der leicht bebenden, femininen Erregung geschrieben, die man (leider) in philosophischen Werken in dieser Form sehr selten findet. Das ist schön. Friedrich Engels beherrschte diese Kunst ebenfalls.

    Daher hier nur auszugsweise und recht willkürlich Dinge, die mir beim Querlesen sofort aufgestoßen sind. Bemerkenswert an diesem Buch ist schon das Inhaltsverzeichnis. Ein Inhaltsverzeichnis ist etwas, was man normalerweise zur Kenntnis nimmt, wenn man ein Buch das erste Mal aufschlägt, sonst aber nicht weiter beachtet. Hier ist es anders, hier ist das Inhaltsverzeichnis bereits Programm. Das ist eine zweischneidige Sache: Man findet programmatische Inhaltsverzeichnisse kaum in wissenschaftlichen Werken und auch selten in der Belletristik. Oft deuten sie auf eine gewisse Überambitioniertheit des Schreibenden hin, weshalb man sie eigentlich eher in schlecht lektorierten geisteswissenschaftlichen Qualifikations- und Streitschriften oder in Erstlingswerken erwarten würde. Hier haben wir es aber durchaus mit einer poeta laureata, immerhin der Trägerin des „Friedenspreises des deutschen Buchhandels“, zu tun Das macht misstrauisch.

    Um es vorab zu sagen: Das Misstrauen erwies sich als berechtigt. Zwar wird die solide philosophisch Grundbildung der Autorin im Buch immer deutlich- das ist erfreulich, aber, leider, für das Thema zu wenig. „Hass“ ist eben keine philosophische, sondern eine psychologische Kategorie- und hier wird die mangelnde Fachkenntnis und die mangelnde Exaktheit der Autorin schmerzlich deutlich. Vor allem fehlt mir die Differenzierung der Negativ- wie auch der Positivgefühle: Vom leichten Unbehagen über Zorn, Wut, Hass auf der einen, freundlichem Interesse, Sympathie. Zuneigung, Liebe auf der anderen Seite hat die menschliche Emotionalität mehr zu bieten, spiegelt sie sich in mehr Facetten als nur die Dualität von Liebe und Hass. Es fehlt mir auch weitgehend die Differenzierung in animalische und intellektuelle Zu- und Abneigung: Es ist ein Unterschied zwischen dumpfem und luzidem Hass, limbischer Wut und intellektueller Empörung und, nebenbei, auch zwischen dem, was ältere Poeten und Theologen so gern „himmlische oder irdische Liebe“ nennen.

    Was mir noch aufgefallen ist: Trotz der viel versprechenden Kapitelüberschrift „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ fehlt beim Thema „Hass“ weitgehend die Differenzierung in Individual- und Massenphänomene. Dabei ist sie essentiell! In dem Punkte war Canetti vor einem Menschenalter schon deutlich weiter. Emcke scheint das irgendwie instinktiv zu spüren. Bereits in ihrem Vorwort (das als Leseprobe im Netz allgemein zugänglich ist) schreibt sie: „…sind Individuen als Individuen erst einmal unkenntlich gemacht, bleiben nur noch unscharfe Kollektive als Adressaten des Hasses übrig…“. Das ist nicht falsch, aber unzulässig generalisiert: Hass muss sich nicht zwangsläufig auf Großgruppen wie “… die Juden, die Frauen, die Ungläubigen,die Schwarzen, die Lesben, die Geflüchteten, die Muslime oder auch die USA, die Politiker, der Westen, die Polizisten, die Medien, die Intellektuellen…“ (ebenda) richten. Hass kann sich auch gegen Kleingruppen, auch gegen Einzelpersonen richten. Die Entindividualisierung des „Hassers“ hingegen scheint Frau Emcke wesentlich weniger problematisch zu sein: Warum und wie ein Individuum zum „Hasser“ wird, scheint ihr wenig untersuchenswert.

    Die Autorin scheint überhaupt wenig über Hass als psychisches Phänomen zu wissen, wie sie schon in den ersten Sätzen des Vorwortes offenbart:
    “Manchmal frage ich mich, wie sie das können: so zu hassen. Wie sie sich so sicher sein können. Denn das müssen die Hassenden sein: sicher. Sonst würden sie nicht so sprechen, so verletzen, so morden.(…) Um zu hassen braucht es absolute Gewissheit.“
    Nein, Frau Emcke: Man kann als Individuum sehr wohl auch zweifelnd, auch ver-zweifelnd (nicht „verzweifelt“, das ist ein Anderes) hassen. Man kann auch als Teil einer Hassmasse an seinem Tun zweifeln und dennoch keine Alternative zum Hass sehen. Wer die Wahrheit dieser Aussage noch nicht am eigenen Leibe (oder besser: An der eigenen Seele) erleben musste, kann das auch bei Canetti, besser und schmerzfreier, nachlesen.

    Genau so frag – würdig ist ihr Postulat „Gehasst wird ungenau. Präzise lässt sich nicht gut hassen. Mit der Präzision käme die Zartheit, das genaue Hinsehen oder Hinhören, mit der Präzision käme jene Differenzierung, die die einzelne Person mit all ihren vielfältigen, widersprüchlichen Eigenschaften und Neigungen als menschliches Wesen erkennt.“
    Hierin liegen zwei Irrtümer:
    Einmal kann das individualpsychologisch falsch sein: Ein Objekt des Hasses kann dem Hasser auch umso verhasster werden, je genauer er es kennt. Die Autorin geht implizit davon aus, dass jeder Mensch bei genauerem Hinsehen gut und liebenswert ist. Diese Prämisse ist rührend, aber sie ist falsch.
    Zum anderen negiert sie den Masseneffekt: Wenn man schon „unscharfe Kollektive“ als Objekt des Hasses postuliert sollte man sich auch darüber klar sein, dass man dann vergleichsweise eine Art Thermodynamik entwickelt: Das Verhalten eines Kollektivs von durchaus individuellen Teilchen ist exakt vorhersagbar, selbst wenn man von der Individualität jedes Teilchens absieht. Mehr noch: Die Abstraktion von der Individualität auf die Kollektivität ist zwingend, um gültige Aussagen über das Verhalten eines Kollektivs erhalten zu können.

    Schlussendlich: Das gesamte Buch krankt am Mangel genau der Präzision, die die Autorin von den „Hassern“ im gesamten Text einfordert. Da ist es nur noch ein Schönheitsfehler, dass die Fallbeispiele mit klar verteilten Rolle durchgespielt werden: Die Hasser sind in toto männlich und/oder rechts und/oder xeno- bzw. homophob, die Opfer des Hasses – nun ja, eben die üblichen Verdächtigen. Als gäbe es keinen „linken“ Hass, nicht den Hass und die Verachtung der Mu’men auf die kafir, kein- ach, lassen wir es. Sicher, ein Bemühen um Allgemeingültigkeit und eine gewisse Ausgewogenheit ist dennoch zu spüren, es gibt Ausnahmen von der oben kritisierten Regel, aber das wirkt aufgesetzt und halbherzig.

    Insgesamt: Das Buch ist politisch korrekt und es mangelt ihm nicht an gut gemeinter Intention (und, nebenbei, an Gemeinplätzen). Schade, dass es sichtlich unter dem Einfluss der Aktualitäten mit recht heißer Nadel zusammengestrickt wurde. Schade im doppelten Sinne: Einmal um die vergeudete Eleganz der Sprache und dann um das Potential, das im Thema und in den unbestrittenen Fähigkeiten der Autorin, es zu behandeln, liegt. Bei etwas mehr Sorgfalt und etwas mehr Literaturarbeit an Stelle der Emotionen hätte es ein Standardwerk werden können. So ist es leider nur eine relativ preiswerte Zierde für jeden gutmenschlichen Bücherschrank geworden.

    Ich habe mein Ansichtsexemplar inzwischen zurückgegeben.

  34. #38 Laie
    18. Januar 2017

    @Dr. Webbaer,

    da kann ich teilweise zustimmen, teilweise aber nicht ganz.
    Ich finde es gut, wenn Menschen, die hassen die public machen, damit dann mögliche Opfer sich schützen können.

    Angenommen eine Religion verführt Menschen ungläubige zu hassen, dann ist es doch gut, wenn diese Gläubigen das auch vorher sagen. Eine Religion war auch der Glaube an einen “Führer”, völlig unbegreifliche Kurzreligion.

    Hasserfüllte Religionen, wie jene an den “Führer”, oder an einen Propheten, der gerne Köpfe abschnitt, sind abzulehnen, ebenso deren Befürworter.

    Hat man endlich die eine Kurzreligion überwunden, so scheint es nun, sich einen ebenso unsinnigen Ersatz dafür hereinzuholen. Man weiss ja auch, wie schwer es ist, stark Gläubige von ihrem Glauben abzubringen, wenn die sonst nichts im Leben haben, abgesehen von geistigem Wirrwarr.

  35. #39 Struppi
    19. Januar 2017

    Die meisten dieser Menschen wisse nicht woher sie kommen, bzw. woher wird diese Freiheiten, die wir mittlerweile geniessen dürfen überhaupt kommen. Bis in die 80’er hinein war die soziale Kontrolle durch Wertkonservative Gesinnung in D spürbar. In ländlichen Gebieten auch durchaus mit körperlich. Wer optisch als Aussenseiter erkennbar wurde auf offener Strasse angegriffen. Oder wer sich in eine Kneipe mit überwiegend solchen Publikum wagte war schnell Anfeindungen ausgesetzt.

    Das kam aus der Mitte der Gesellschaft und waren die Auslöser für die Veränderungen seit 68. Dazu gehört auch die, wie Toleranz und Offenheit in die Öffentlichkeit gelangte. Dazu gehörte der Mut von Pädagogen, Politiker und Journalisten diesen Menschen eine Plattform zu geben, sie zu Wort kommen lassen und sie reden zu lassen.

    Es ist absurd, dass ausgerechnet die Leute die von diesem Mut zur Toleranz gegenüber Aussenseiter profitiert haben, nun von Hass sprechen und den Dialog verweigern.

    Was auffällt ist, dass es in der Öffentlichen Meinung immer Häufiger “eine” Wahrheit gibt, die keinen Widerspruch zuläßt. Sei es der Klimawandel oder “Genderfragen”. Es scheint ein Narrativ zu sein, dass etwas so ist, was m Detail gar nicht so eindeutig sein kann, wie es dargestellt wird, weil eben viele Dinge komplex sind. Und jeder Versuch diese Details zu Hiterfragen wird mit aller Gewalt unterdrückt oder diffamiert.
    Mein Eindruck ist, dass es genau diese absolutistischer Anspruch der Öffentlichkeit bzw. der Journalisten die diese darstellen, eine zunhemendere Unzufriedenheit erzeugen.

    Dabei geht es nicht mal immer um “grosse” Themen, sondern auch Details, wie z.b. das bei Streiks heutzutage immer erzählt wird, wie doch die Bevölkerung leidet oder dass “Ersparnisse” (sprich Kürzungen) in sozialen Bereichen ein Vorteil für alle wäre.

    Meine Meinung fehlen heutzutage die “Flügel” sowohl in der Politik, als auch in den Medien. aber auch der Mut zur Toleranz gegenüber anderen Meinungen, die ist mittlerweile bei einem Punkt angelangt der Besorgnisserregend ist. Und da sind solche Bücher, die von “Hass” sprechen, wenn es um Meinungen geht, die genau falsche Richtung.

  36. #40 Laie
    23. Januar 2017

    @Struppi
    Lassen sich Tatsachen durch wiederholte Messergebnisse verifizieren, dann kann das Messergebnis im Rahmen der Messungenauigkeiten als wahr angenommen werden. Wer beim Klimawandel noch Zweifel hat, kann das ja an der Venus sehen, was alles nach oben möglich ist. Physiker können das sogar ausrechnen.

    Bei Gender, so habe ich mir sagen lassen, gibt es fast unendlich viele Geschlechter, daher auch fast unendlich viele Wahrheiten. Ich frage mich aber immer, woher man die fast unendlich vielen grammatikalischen nun auch gleichsetzend dem biologischen Geschlecht/Artikel für gender-gerechte Ansprachen und Benennungen herholen könnte? :)

    Erfindergeist ist wohl gefragt?

  37. #41 Kendra M
    24. Januar 2017

    Die Frau Ehmcke, die jüngst noch folgende, absolut hassfreie Nachricht an den kleinen Sohn von Donald Trump adressierte:
    https://twitter.com/C_Emcke/status/822477121872416770

    Interessant, wie Moral entwertet wird, wenn man den Feind damit treffen kann.

  38. #42 RPGNo1
    24. Januar 2017

    @Kendra M
    Der Tweet von Frau Emcke ist verfehlt, korrekt.
    Weitaus interessanter sind jedoch die ganzen Antworttweets: “Linke Antidemokraten”, “Rassist”, “Faschist”, “aufhetzen”, “Hassapologetin”, “linkes Lesbengut”, “cunt”, “Klapse”, “Sterilisieren lassen”
    Wer ist hier wohl hasserfüllt? Hm!