Der Wissenschaftsjournalist Hinnerk Feldwisch-Drentrup twittert gerade, dass für den Homöopathie-Weltkongress 2017 in Leipzig die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit, Frau Widmann-Mauz, die Schirmherrschaft übernommen habe.

Wenn das stimmt, setzt sich damit in Deutschland die unselige Geschichte der politischen Protektion einer Pseudowissenschaft fort – und das, nachdem sich die oberste australische Gesundheitsbehörde, der National health and medical research council (NHMRC) , die amerikanische Verbraucherschutzbehörde, die Federal Trade Commission, und vor kurzem sogar die Russische Akademie der Wissenschaften eindeutig positioniert haben.

Da regen wir uns darüber auf, dass Trump in den USA der Klimaforschung den Hahn abdreht und Impfskeptiker protegiert – und hierzulande pflegen wir unseren pseudowissenschaftlichen Streichelzoo. Die evidenzbasierte Medizin mag bei uns langsam Eingang in die Gesetze finden, etwa im Leistungsrecht der Krankenkassen, bis sie auch in die Köpfe der Politiker/innen vordringt, dauert es wohl noch eine Weile.

Kommentare (59)

  1. #1 RPGNo1
    8. Februar 2017

    Aber, aber! Wer wie Frau Widmann-Mauz Politik- und Rechtswissenschaften studiert hat, kann sich nicht damit belasten, fundierte Informationen über evidenzbasierte Medizin zu sammeln oder auch nur schlichte Grundkenntnisse in Naturwissenschaften erwerben. 😉

  2. #2 ChemDoc
    8. Februar 2017

    Werden wir Frau Widmann-Mauz auch beim nächsten internationalen Astrologen-und-Wünschelrutengängerkongress als Schirmherrin sehen? Müssen?

  3. #3 Joseph Kuhn
    8. Februar 2017
  4. #4 RPGNo1
    8. Februar 2017

    Aus der Pressemitteilung: “Erfahrene homöopathische Ärzte ….”
    Wie nennt man so etwas? Ein Paradoxon? Ein Oxymoron?

  5. #5 Ulli Maas
    8. Februar 2017

    Contradictio in adiecto oder Oxymoron.
    „Ächter Heilkünstler“ und Arzt zu sein, mag ja vor 200 Jahren noch widerspruchsfrei gewesen sein.
    Aber heute?
    Heute ist es nicht mehr als ein rundes Quadrat, in das sich die 2 % der bundesdeutschen Ärzteschaft,die als „ächten Heilkünstler“ im DZVHÄ zentralvereint sind, verwandelt haben, und denen man dummerweise irgendwann die staatliche Zulassung zur Berufsausübung als Arzt verliehen hat.

  6. #6 Laie
    8. Februar 2017

    Die Auswahl der bei Wahlen auszuwählenden Parteien sind wie Säcke, dessen Inhalt – zuzüglich des erweiteren Personals-, der erst später nach Postenvergabe ersichtlich wird. Man müsste die Demokratie so erweitern, sodass Inkompetenz schneller entfernt werden könnte.

  7. #7 Sylvia H.
    Berlin
    9. Februar 2017

    Oha,
    hier wird mit offenbar großer Leidenschaft (das finde ich schon pathologisch) die genannten 2% der bundesdeutschen Ärzteschaft verhöhnt, die zusätzlich zu ihrer schulmedizinischen Ausbildung auch noch die Homöopathie aufgesattelt haben und sie zusätzlich ihren Patienten anbieten.
    Sowohl Homöopathie als auch Schulmedizin setzen ihre Mittel ein, die nie zu 100% bei allen Patienten gleich wirken. Es gibt schulmedizinische Medikamente, die in vielen Fällen eine bestimmte Wirkung haben, aber der Mechanismus, was da nun im Körper passiert, wissenschaftlich noch nicht gefunden ist. Ich denke da z.B. an Paracetamol. Manchmal wirkt’s, manchmal nicht (eigene Erfahrung). Trotzdem ist dieses Mittel anerkannt und wird millionenfach verabreicht und Ärzte, die dieses verordnen, nicht als Scharlatane verschrien.
    Ebenso gibt es in der Hömöopathie sehr wirkungsvolle Mittel, deren Wirkweise wohl noch nicht erklärbar, aber dennoch beobachtbar ist (ebenfalls eigene Erfahrung und Beobachtung). Aber wie bei der Schulmedizin ist eine 100%ige Wirksamkeit auch hier nicht garantiert. Müssen sich deshalb Kübel von Schmähungen über Ärzte ergießen, die ihre Aufgabe Patienten zu helfen genauso ernst nehmen, wie ihre rein schulmedizinisch behandelnden Kollegen? Für diese gibt es zuhauf Kongresse und teure Produktwerbeveranstaltungen von Pharmafirmen, die neben wissenschaftlichem Austausch nicht zuletzt einem großen wirtschaftlichen Zweck dienen. Ich kann mir gut vorstellen, dass hier homöopathisch behandelnde Ärzte durchaus als geschäftsschädigend gesehen werden und deshalb so verbissen gegen sie gewettert wird, denn sie greifen ja nicht unbedingt auf die teuren schulmedizinischen Medikamente zurück und die “Bewegung” könnte ja größer werden, besonders, wenn sie politische Zustimmung erfährt. Deshalb wird die Wissenschaftlichkeit der Homöopathie in Frage gestellt, dass Argument beeindruckt oft.
    Die Patienten können sich doch jederzeit für den Arzt und die Behandlung, egal ob schulmedizinisch und/oder homöopatisch, selbst entscheiden, zahlen es meist sogar privat. Den Kassen entstehen nicht unbedingt Zusatzkosten, wenn sie die Behandlung in ihren Leistungskatalog aufnehmen, denn die homöopatischen Mittel sind im Vergleich zu den schulmedizinischen Medikamenten spottbillig, bezahlt wird hier die Arbeitszeit des Arztes, der für die ausführliche Anamnese und Mittelfindung um dem Patienten zu helfen natürlich all seine Erfahrung einsetzen muss, und so soll es ja auch sein. Warum will man nicht diese homöopatisch behandelnden Ärzte sich auch mal auf einem Kongress austauschen lassen, es wäre auf jeden Fall zum Vorteil der Patienten und der Behandlungsmethode.

  8. #8 Udo Endruscheit
    Essen
    9. Februar 2017

    @Sylvia H:
    Dadurch, dass Sie alle abgedroschenen Argumente für das Reiten eines schon seit 150 Jahren toten Pferdes als Konglomerat aufführen, wird keines davon besser.
    – Wie ein Arzt mit wissenschaftlichem Anspruch eine Ausbildung als Homöopath auf sich nehmen und parallel zur wissenschaftlichen Medizin praktizieren kann, ist ein kaum aushaltbarer Widerspruch. Wobei ich bis zu einem gewissen Grade darin auch den Wunsch sehen kann, auch mal sprechende Medizin ordentlich vergütet zu bekommen. Das macht aber die Homöopathie nicht zu einer Methode, die nach wissenschaftlichen und ethischen Kriterien am Patienten angewandt werden kann. Sie ist eine Scheintherapie ohne spezifische Wirkung. Fragen Sie die überwältigende Mehrheit der wissenschaftlichen Welt, sie werden genau diese Antwort erhalten.
    – Paracetamol: Ein Scheinbespiel, eine Spiegelfechterei. In der Tat, der Wirkmechanismus ist nicht (vollständig) bekannt. Die Tatsache, DASS es wirkt, aber schon, nachgewiesen durch etliche Goldstandard-Studien. Genau darin liegt der Unterschied zur Homöopathie. Die beschäftigt sich zwar auch gerne mal mit ihren angeblichen Wirkmechanismen, kann aber nicht einmal einen Wirkungsnachweis als solchen erbringen.
    – Hat irgendjemand in der wissenschaftlichen Medizin jemals eine “100-prozentige Wirksamkeit” einer ihrer Mittel oder Methoden garantiert? Wüsste ich nicht. Andererseits kann ich Ihnen genug Zitate auch führender Homöopathen nennen, die genau das getan haben. Also bitte nicht Scheinargumente bringen und dabei auch noch die Seiten wechseln.
    – Ihr Versuch, das Ganze mit dunklen Interessen der bösen Pharmaindustrie und den ihr verbundenen Ärzten zu verquicken, verdient allenfalls ein Augenrollen. Die Homöopathiehersteller sind selbst alle Teile der Pharmaindustrie. Sie bedient sich aller und auch noch weiterer Marketingmittel wie alle anderen Player auf dem Markt auch. Beispielsweise hat die Globuliindustrie einen sehr großen Teil der Hebammenausbildung an sich gerissen und indoktriniert dort in wirklich perfider Weise die künftigen Geburtshelferinnen und in der Folge junge Mütter pro Pseudomedizin. Es gibt keinen Interessenkonflikt zwischen einer Pharmaindustrie auf dieser und einer Homöopathiehausmittelchenherstellung im Familienbetrieb auf jener Seite. Willmar Schwabe, wozu die DHU gehört, ist ausschließlich im Alternativmedizinischen Bereich tätig und nähert sich einem weltweiten Umsatz von einer Milliarde Euro im Jahr…
    – Haben Sie noch nicht realisiert, dass gerade die Homöopathie einen einzigartigen politischen Schutzzaun genießt, durch die Einräumung des Binnenkonsens’ und die mit dem 3. GKV-Versorgungsstärkungsgesetz, das den Krankenkassen die Tür dafür geöffnet hat, Homöopathie als Satzungsleistung anzubieten – was nahezu 80 Prozent der Kassen auch tun? Mehr “politische Zustimmung” erfahren kann die Homöopathie doch gar nicht! Das ist doch das Problem gerade in Deutschland!
    – Hören Sie auf mit dem mündigen Patienten. Dieses Argument benutzt ja gerade die Politik, um ihre Verantwortung für die Duldung von Unsinn im Gesundheitssystem zu bemänteln. Schauen Sie sich mal die Facebook-Homöopathiefangruppen an oder die Kommentare unter den z.B. von DHL geschalteten Anzeigen. Dort finden Sie einen Tsunami von Zehtelwissen, Vorurteilen, völlig falschen Ansichten, Fanatismus und mehr. Gerade das wird doch dadurch befördert, dass die Leute sehen, aha, die Zuckerkugeln gibt’s nur in der Apotheke und die Kasse zahlt die auch noch – was wollen diese Kritiker eigentlich?
    – Zum wirtschaftlichen Aspekt sei nur Claudia Witt, ehemals Homöopathie-Professorin an der Charité, mit ihrer Wirtschaftlichkeitsstudie erwähnt. Sie räumt offen ein, dass bei einer Gesamtbetrachtung keinerlei wirtschaftliche Vorteile aus einer Behandlung mit Homöopathika resultieren, wohl im Gegenteil.

    Alles in allem: Sie stellen die Argumentenlage in ihren Ausführungen geradezu von den Füßen auf den Kopf. Denken Sie mal drüber nach.

    Ach ja, bevor ich es vergesse: Homöopathie ist eine Scheintherapie ohne spezifische Wirkung. Nach 200 Jahren immer noch. Von Anfang an ohne Belege für ihre Wirksamkeit und ohne schlüssiges Grundkonzept. Findet der überwältigende Teil der weltweiten Wissenschaftsgemeinde nach jeder Menge Studien, Untersuchungen, Peer Reviews und Metaanalysen. Glauben Sie nicht? Ist gar keine Glaubensfrage.

  9. #9 RPGNo1
    9. Februar 2017

    @Sylvia H.
    Kennst du Natalie Grams? Sie ist eine Ärztin, die ehemals homöopathisch behandelt hat. Sie wollte eigentlich ein Buch zur Verteidigung der Homöopathie schreiben, hat dann aber während ihrer Recherchen erkannt, was für ein Schmonzes das Kontrukt ist. Lies mal das Buch “Homöopathie – neu gedacht”. Vielleicht lernst du auch noch was daraus.
    https://www.welt.de/vermischtes/article147000535/Als-waere-ich-aus-einer-Sekte-ausgestiegen.html

  10. #10 Johann
    9. Februar 2017

    Wundert es wirklich? Immerhin haben wir in der Regierung Leute, die von Fake News und postfaktischem sprechen wenn es um politisch unangenehme Randgruppen handelt, sie selbst hingegen ihre eigenen Halbwahrheit davon ausklammern. Immerhin lassen sie gerne Dinge aus, die zwar real sind, aber eben der eigenen Auffassung widersprechen. Der Schritt in die Richtung Pseudowissenschaften zu unterstützen ist daher klein. D.h. nicht, daß HP keine Daseinsberechtigung haben muß, aber man kann nicht etwas wissenschaftlich darstellen, wenn es keine Wissenschaft ist. Siehe Sylvia H. “Ebenso gibt es in der Hömöopathie sehr wirkungsvolle Mittel, deren Wirkweise wohl noch nicht erklärbar, aber dennoch beobachtbar ist” Dieser Satz kann stimmen, ist aber genau der Widerspruch zu einer wissenschaftlichen Darstellung. Wenn HP ernst genommen werden will, dann ohne eine wissenschaftliche Darstellung, denn diese fehlt.
    Persönlich bin ich HP sehr skeptisch gegenüber aufgestellt, auch wenn ich einmal eine HP besuchte, weil die Schulmedizin bei meinem Problem mit 4-5 Warzen je Finger in der Nähe des Fingernagels nicht half. HP half zwar, d.h. aber nicht, daß sie generell hilft. Und vor allem gibt es keinen wissenschaftlichen Beleg daß sie hilft. Eine Regierung sollte sich aber nur fördernd hinter erwiesene Hilfen stellen.

  11. #11 Joseph Kuhn
    9. Februar 2017

    Nachtrag:

    Frau Widmann-Mauz in einem Interview mit dem Zentralverein der homöopathischen Ärzte vor ein paar Jahren:

    Einerseits: “In leichteren Fällen nehme ich homöopathische Arzneimittel und habe damit bisher nur positive Erfahrungen gemacht.”

    Andererseits: “Trotz vieler positiver Studienergebnisse fehlt der gesicherte wissenschaftliche Beweis für die Wirksamkeit der alternativen Therapie.”

    Wie heißt es so schön zum Politikstil Trumps: feels over reals.

  12. #12 Ursula
    9. Februar 2017

    Ein Gespräch mit zwischen Nadja Hermann und Natalie Grams. Ich hab’s gerne gelesen.
    https://fettlogik.wordpress.com/

  13. #13 rolak
    9. Februar 2017


    Trotz vieler positiver Studienergebnisse

    Wie mag sie das nur meinen?
    “Die Studie konnte unsere Hoffnungen in keiner Weise stützen, doch das Mitmachen erwies sich als wirklich echt positiv, das ist doch auch ein supitolles Ergebnis!”?

  14. #14 RPGNo1
    9. Februar 2017

    “In leichteren Fällen nehme ich homöopathische Arzneimittel und habe damit bisher nur positive Erfahrungen gemacht.”

    Wie war das nochmal mit der anekdotischen Evidenz?

  15. #15 Hans Zauner
    9. Februar 2017

    Bei “Abgeordnetenwatch” kann man Frau Widmann-Mauz öffentlich Fragen zukommen lassen. In der Vergangenheit hat sie durchaus geantwortet (allerdings bei anderen Themen):

    http://www.abgeordnetenwatch.de/annette_widmann_mauz-778-78574.html

  16. #16 Hans Zauner
    9. Februar 2017

    follow-up #16.

    Ich habe das mal versucht. Meine Frage ist gerade in der Moderation, hier eine Kopie:

    “Sehr geehrte Frau Widmann-Mauz,

    Meine Anfrage bezieht sich auf eine Pressemeldung des “deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte”, derzufolge sie die Schirmherrschaft für den homöopathischen Weltkongress in Leipzig 2017 übernommen haben.

    1. Stimmt diese Information? Übernehmen Sie die Schirmherrschaft als Privatperson oder im Auftrag / mit offizieller Billigung des Gesundheitsministeriums?

    2. Was war Ihre Motivation für die Übernahme dieser Schirmherrschaft?

    3. Kennen Sie die Studienlage zur Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel? Wie stehen Sie dazu?

    4. Laut Ankündigung wird es auf dem “Weltkongress” unter anderem Vorträge zu folgenden Themen geben:

    ” Homeopathic treatment of autism on the children psychosocial care center”

    “Treatment of premature infant at intensive care / neontalogy”

    “Homoeopathic management of chronic renal failure across its different stages”

    “Homeopathy in epidemic diseases after earthquake in Nepal”

    ” Efficacy of constitutional homoeopathic drugs in the management of advanced cancer ”

    u.v.a.

    Welche dieser aufgeführten Anwendungsbereiche für Homöopathie sind durch Evidenz gedeckt? Finden Sie es richtig, diesen homöopathischen Ansätzen, die auf dem Weltkongress vorgestellt werden sollen, durch ihre Schirmherrschaft politische Rückendeckung zu geben?

    5. Der Gesundheitswissenschaftler Joseph Kuhn schreibt auf seinem Blog “Gesundheitscheck”: “Da regen wir uns darüber auf, dass Trump in den USA der Klimaforschung den Hahn abdreht und Impfskeptiker protegiert – und hierzulande pflegen wir unseren pseudowissenschaftlichen Streichelzoo.”

    Fühlen Sie sich durch diese Kritik angesprochen?

    6. Werden Sie Ihre Entscheidung, die Schirmherrschaft für einen Homöopathiekongress zu übernehmen, überdenken?

    Vielen Dank für Ihre Antworten,

    Mit freundlichen Grüßen,

    Hans Zauner

  17. #17 RPGNo1
    9. Februar 2017

    @Hans Zauner
    Klingt spannend. Ich hoffe doch, dass Frau Widmann-Mauz antwortet. Bekommen wir die Antworten, so sie den kommen sollten, heri auch präsentiert?

  18. #18 Hans Zauner
    9. Februar 2017

    @RPGNo1 #17

    Meine Fragen sind jetzt bei Abgeordnetenwatch veröffentlicht und wurden Fr. Widmann-Mauz zugeleitet. Falls eine Antwort kommt, sehe ich sie wohl auch zuerst dort:
    http://www.abgeordnetenwatch.de/frage-778-78574–f463029.html#q463029

  19. #19 RPGNo1
    9. Februar 2017

    @Hans Zauner
    Danke! :)

  20. #20 Norbert Schmacke
    Bremen
    9. Februar 2017

    Wer sich mal von den Endlosdebatten um die Homöopathie erholen möchte, könnte bei Anke Engelke Entspannung finden:

    https://www.youtube.com/watch?v=Bh6NagYGFLg

    Viel Vergnügen!

  21. #21 DasKleineTeilchen
    terra
    9. Februar 2017

    “Trotz vieler positiver Studienergebnisse…”

    ah, DER alte treppenwitz, “studien”, riiiight.

  22. #22 hubert taber
    9. Februar 2017

    völlig unverständlich ist dass krankenversicherer für homöopathie, bachblüten, TCM etc. bezahlen.

    da wäre einsparungspotential.

    mfg.

  23. […] 2017 in Leipzig: Unter der Schirmherrschaft des Gesundheitsministeriums? Gesundheits-Check am 8. Februar […]

  24. #24 Hans Zauner
    9. Februar 2017

    Die Vortragstitel dieser Konferenz sind durch die Bank sonderbar. Heal the world mit Hahnemann.

    Der hier schießt aber evtl. den Vogel ab:

    Mahesh Pagadala, United Kingdom
    HIV-AIDS epidemiology evidence based cure with homoeopathy.

    • #25 Joseph Kuhn
      9. Februar 2017

      Ich habe auch ein paar schöne Sachen gefunden:

      • Niurka Meneses Moreno, Switzerland: Agrohomeopathy or agrochemicals?
      • Bala Krishna Dabbir, India: Prevention of Anthrax epidemic in sheep and goats with Anthracinum 200
      • Michael Teut, Germany: Homeopathy in patients suffering from dementia – results of a retrospective case collection

      Und natürlich fehlt auch Herr Wurster nicht:
      • Jens Wurster, Switzerland: 20 years of experience in the treatment of advanced cancer stages in the Clinica St. Croce

  25. #26 RPGNo1
    9. Februar 2017

    HIV-AIDS epidemiology evidence based cure with homoeopathy.

    Das grenzt schon an fahrlässige Körperverletzung und geht in die gleiche Richtung wie die Homöopathen ohne Grenzen, die die Ebolaepidemie in Afrika heilen wollten.

  26. #27 Joseph Kuhn
    9. Februar 2017

    “Mahesh Pagadala, United Kingdom
    HIV-AIDS epidemiology evidence based cure with homoeopathy”

    Wer sich’s antun will: http://www.youtube.com/watch?v=5GLZOs_uPm4

    Interessant sind aber auch die Behandlungsansätze in seiner “Homoeopathy Super Speciality Clinic” in Indien, z.B. bei Haarverlust: “Dr. MAHESH PAGADALA’s Homoeopathy treatment aims to give the best treatment by stimulating the genetic code with the right Homeopathic remedies.” Oder bei Wirbelentzündung: “Correct Homeopathic medicines stimulate the genetic code to enhance and boost the immune responses for removal of on-going inflammatory changes.”

  27. #28 echt?
    9. Februar 2017

    Geld frisst Hirn. Wer als Arzt so seine Patienten betrügt, dem sollte man die Approbation entziehen.

  28. #29 anderer Michael
    9. Februar 2017

    Ich ( Facharzt für Innere Medizin) habe nie Homöopathie angewendet oder Anwendung erlebt. Es war etwas exotisches, was mich nicht interessierte und nichts anging. Nahm es jemand ” Naja schadet nicht”. Fragten mich Patienten, wollte ich sie nicht verunsichern, und hatte meinen Standardsatz : kein Wirksamkeitsnachweis, was nicht automatisch bedeutet, dass dieser irgendwann nicht doch gefunden wird. Abgeraten habe ich aber doch mit Verweis auf die persönlichen Kosten oder ausgebliebene erwiesene Therapien. Durch die vielen Beiträge zu diesem Thema habe ich meine Meinung geändert.

    Ich fühle mich von meiner Ärztekammer, deren Zwangsmitglied ich bin, ver……. oder nett gesagt auf den Arm genommen.! Ich habe keine Lust mit meinen Zwangsabgaben Homöopathie zu protegieren.

    Frau Sylvia H.
    Natürlich dürfen Ärzte, die Homöopathie anwenden, sich treffen und Reden halten. Das Recht nimmt ihnen niemand. Wenn Sie die Themen lesen, wie Herr Zauner sie dargestellt hat, kommt Ihnen so etwas nicht komisch vor?
    Es gibt sovieles Menschen, die wegen chronischer Niereninsuffizienz leiden, gäbe es ein effektives homöopathisches Medikament , es wäre weltweit in Massen in Anwendung. Oder denken sie an autistische Kinder. Das kann einfach nicht wahr sein, dass eine Staatssekretärin solche Thesen (1)” beschirmt”.

    1. Mir lag ein komplett anderes Wort auf der Zunge

  29. #30 Alisier
    9. Februar 2017

    Ich bringe das Beispiel dann auch hier noch mal:
    Würden Menschen wirklich der Homöopathie vertrauen, gäbe es längst homöopathische Verhütungsmittel. Dass die keiner verlangt und nutzt spricht Bände.
    Ich vermute ja, dass die meisten Menschen, die Homöopathie nutzen, genau wissen, dass da nichts drin ist. Sie würden es aber doch soooo gerne glauben.
    Kirchen und Religionen gibts ja fast 400 Jahre nach Spinoza auch immer noch.
    Aber das Thema war die Ministerin. Ich denke, sie schielt einfach nur auf ihre Wählerschaft. Mehr ist da nicht.

  30. #31 user unknown
    https://demystifikation.wordpress.com/2017/01/24/skeptiker-u-sozialwahlen/
    10. Februar 2017

    Weiß jemand, ob eine Liste, die zu den Sozialwahlen antritt, sich gegen Homöopathie ausspricht?

    Ich hatte Kontakt zu mit der verdi-Liste, und die haben gesagt, es sei die gemeinsame Linie der ganzen Liste, sich FÜR Homöopathie auszusprechen.

    • #32 Joseph Kuhn
      10. Februar 2017

      @ user unknown:

      Bei den Sozialwahlen finden ohnehin oft nur sog. “Friedenswahlen” statt, d.h. man verzichtet auf eine echte Wahlhandlung, sondern einigt sich voher. Das spart zwar Zeit und Geld, ist aber natürlich aus naheliegenden Gründen immer wieder in der Kritik.

      Was verdi angeht: Wenn’s beruhigt: Ich bin auch als Verdi-Mitglied in einer Vertreterversammlung (bei der bayerischen Landesunfallkasse) und halte nichts von einer homöopathischen Unfallprävention.

  31. #33 pederm
    10. Februar 2017

    @ Joseph Kuhn
    Ist ehrenwert, danke, aber beruhigt nicht wirklich.

  32. #34 tomtoo
    10. Februar 2017

    Vitamin B Mangel ? Politik empfiehlt Homöopatisches Ersatzmedikament.

  33. #35 Joseph Kuhn
    10. Februar 2017

    Updates:

    1. Gestern hat das Informationsnetzwerk Homöopathie einen offenen Brief ans BMG geschrieben und dazu aufgerufen, von der Schirmherrschaft abzusehen.

    2. Heute bei den Skeptikern: Kommentar von Natalie Grams, dass die Ankündigung der Schirmherrschaft nicht mehr online sei.

    Vielleicht war’s das schon?

  34. #36 gedankenknick
    10. Februar 2017

    @Hans Zauner & @RPGNo1:
    Und mir wurde mal geRATHen, HIV im Süden Afrikas mit hochdosierten Multivitaminprodukten zu heilen… Erst Knoblauch, dann Multivitamine, dann Zuckerperlen; selbst die Werthaltigkeit als Nahrung nimmt mit fortschreitenden Therapie-Ideen ab… *duck&cover*

  35. #37 Hans Zauner
    10. Februar 2017

    Post von Frau Widmann-Mauz. Den konkreten Fragen weicht sie natürlich aus, wie nicht anders zu erwarten war. Und “Dialog” könnte man auch führen, ohne diese pseudomedizinische Veranstaltung durch eine Schirmherrschaft aufzuwerten.

    Die Übernahme dieser wie anderer Schirmherrschaften über Ärztekongresse und sonstige medizinische Fachveranstaltungen in meiner Funktion als Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit bringt zum Ausdruck, dass dem wissenschaftlichen Diskurs in der Gesundheitsversorgung ein hoher Stellenwert zukommt. Die Tatsache, dass es auch in Deutschland Patientinnen und Patienten gibt, die in Ergänzung zur Schulmedizin auf komplementärmedizinische Methoden zurückgreifen, belegt die Notwendigkeit eines wissenschaftlichen Dialogs auch mit der Fachärzteschaft, die homoöpathische Behandlungen anbietet. Dabei ist klar, dass Patientenwohl und Patientensicherheit oberstes Richtmaß aller Behandlungsmethoden ist.

    http://www.abgeordnetenwatch.de/frage-778-78574–f463029.html#q463029

  36. #38 Joseph Kuhn
    10. Februar 2017

    @ Hans Zauner:

    Frau Widmann-Mauz bemüht die erwarteten Grußwort-Schablonen: wissenschaftlicher Diskurs, Dialog, Patientenwohl. Dass sie die Fragen nicht konkret beantwortet, mag man als Zeichen dafür lesen, dass ihr immerhin die Brisanz der Sache bewusst ist und sie eine klare Positionierung gerne vermeiden möchte.

    Nachdem die Pharmaindustrie anlässlich Heckens und Gassens vorlauter Infragestellung der Homöopathie als Kassenleistung im letzten Herbst zu verstehen gab, dass sie bei dem Thema auch ein Wörtchen mitzureden hat und sich auch die Krankenkassen für die Homöopathie stark machen, ist ohnehin klar, wie die politischen Kräfte bei dem Thema verteilt sind. Politisch ist es allemal klüger, sich nicht mit der Homöopathielobby anzulegen, wobei das Frau Widmann-Mauz als Homöopathienutzerin selbst wohl ohnehin nicht in den Sinn käme.

    Schade, einen Moment lang hatte ich ja gehofft …

  37. #39 Hans Zauner
    10. Februar 2017

    Sorry, ich weiß es ist sinnlos, aber ich will jetzt doch mal diese Antwort ein wenig zerpflücken.

    Das ist nur eine Antwort auf meine Punkte 1 und 2, den Rest der Anfrage hat Widmann-Mauz ignoriert. Ich hätte mich sehr dafür interessiert, ob unsere parlamentarische Staatssekretärin meint, man könne Autismus, Nierenleiden, HIV und Krebs mit Homöopathie behandeln.

    wie andere Schirmherrschaften über Ärztekongresse und sonstige medizinische Fachveranstaltungen

    Wir reden hier aber nicht über eine medizinische Fachveranstaltung. Es sei denn, man zählt auch Astrologentagungen und Einhornchanneling-Sitzungen zu dieser Kategorie.

    …wissenschaftlichen Diskurs in der Gesundheitsversorgung …

    Auch wissenschaftlicher Diskurs findet dort nicht statt. Siehe oben analog.

    …belegt die Notwendigkeit eines wissenschaftlichen Dialogs auch mit der Fachärzteschaft…

    Wie will Frau Widmann-Mauz denn als Schirmherrin diesen Dialog führen oder anstoßen? Kritische Wissenschaftler nehmen an der Tagung ja offenbar nicht teil? Ganz abgesehen davon, dass Schirmherren in erster Linie politisches Gewicht verleihen und die Veranstaltung eben “beschirmen”, wie der Name schon sagt – die Message eines solchen Ehrentitels ist: “Die Politik findet toll, was ihr da macht.”
    Für den kritischen Dialog gibt es andere Formate, die wesentlich besser geeignet sind.

    Dabei ist klar, dass Patientenwohl und Patientensicherheit oberstes Richtmaß aller Behandlungsmethoden ist.

    Diese Aussage beisst sich sehr mit dem Programm der Konferenz. Siehe Beispiele weiter oben im Thread.

  38. #40 anderer Michael
    10. Februar 2017

    Positiv ist wenigstens zum Teil, dass die Frau Staatssekretärin nicht offen für die Homöopathie Stellung nimmt.Das kann politische Vorsicht sein mit dem Ziel , sich nicht festzulegen oder vielleicht doch Skepsis ( glaube ich eher nicht).
    Ansonsten finde ich es sehr gut, Herr Zauner, dass Sie diese Anfrage getätigt haben. :-)

  39. #41 tomtoo
    10. Februar 2017

    Ja vielen Dank Herr Zauner !

  40. #42 anderer Michael
    10. Februar 2017

    Ich hoffe, dass die Frau Staatssekretärin auf diesen Blog nachliest,um die Reaktionen zu erkunden.
    Dann appelliere ich an die Frau Staatssekretärin ihrer Verantwortung gerecht zu werden, und bei ihrer Schirmrede bzw dem obligatorischen Grußwort den Diskurs und die Belege für die Heilungen bei den von Herrn Zauner genannten Erkrankungen offensiv einzufordern.

  41. #43 Joseph Kuhn
    10. Februar 2017

    @ Hans Zauner:

    Danke für das Kommentieren der Antwort von Frau Widmann-Mauz. Ich hatte auch kurz überlegt, ob ich etwas tiefer in die Textexegese einsteigen soll, habe dann aber lieber den ZDF-Krimi geguckt. Meine etwas bequemliche Reaktion auf ihre Ignoranz.

    @ anderer Michael:

    Frau Widmann-Mauz wird den Blog hier bestimmt nicht lesen. Auch die Antwort in Abgeordnetenwatch ist ziemlich sicher nicht von ihr persönlich, sondern von ihrem Büro, vielleicht hat sie sie gesehen und abgezeichnet.

  42. #44 Laie
    10. Februar 2017

    Wenn das nun so ist, warum gehen dann nicht einige engagierte Wissenschafter dort hin, oder bauen vor der Tagung medienwirksam ein paar Stände auf, um eine Wirkung zu erzielen?

    Ich weiss schon, man müsste dafür auch Zeit haben. Jedoch ist das doch in einer Demokratie wichtig, die Standpunkte dort zu vertreten, wo es angebracht ist, anstatt vom bequemen Sofa her seinen Unmut in ein bequemes Blog-Fensterchen zu schreiben. Das liest ja keiner.

  43. #45 anderer Michael
    11. Februar 2017

    Laie

    Das ist nicht verkehrt. Aber auf diesem Kongress werden keine unschlüssigen Durchschnittsmenschen gehen , um sich sachlich ausgewogen informieren zu wollen. Das ist geballte Selbstdarstellung und Propaganda. Das Problem ist , das eine teuer bezahlte parlamentarische Staatssekretärin ihrer Verantwortung nicht gerecht wird und anstatt einen kritischen Diskurs offensiv einzufordern ,sich als prominentes Aushängeschild anbiedert. Wenn ich die Dame wäre, würde ich auch die Schirmherrschaft übernehmen. Meine Eröffnungsrede wäre nett , höflich ,aber sachlich. Zum Beispiel: Wer bei schweren Erkrankungen Heilung verspricht, wissentlich , dass es keinen Beweis dafür gibt und nach wissenschaftlichem Verständnis auch kein positiver ( sondern nur negativer ) Beleg möglich ist, trotzdem Heilung verspricht und dafür viel Geld nimmt, ist kriminell und dafür gibt es in Deutschland das Strafgesetzbuch. Ich meine, so ein Satz ist höflich, sachlich und der Situation angemessen. Die Dame ist Juristin, die könnte das viel fundierter rüberbringen.

  44. #46 RPGNo1
    11. Februar 2017

    @qHans Zauner
    Danke für die treffende Analyse zur Antwort der Staatssekretärin.

  45. #47 Joseph Kuhn
    13. Februar 2017

    Ein paar Hunde bellen, die Karawane zieht weiter. War da was? Aus dem Establishment der evidenzbasierten Medizin, aus der Forschungselfenbeintürmen der Hightech-Biomedizin, aus den heiligen Tempeln der akademischen Vernunft: Kein Wort zur Schirmherrschaft einer Staatssekretärin für den organisierten Aberglauben. Nicht einmal ein Windhauch im Wasserglas. In anderen Fällen ist es auch nicht besser, leben wir nicht in herrlich toleranten Zeiten? Und in ein paar Wochen werden wir uns in Berlin wieder wunderbar über die gesundheitlichen Folgen sozialer Ungleichheit unterhalten, wie nun schon seit 20 Jahren. Wo kämen wir auch hin, wenn wir Fakten ernstnehmen würden? Da feiern wir doch lieber im Feuilleton das postfaktische Zeitalter.

  46. #48 Laie
    14. Februar 2017

    @anderer Michael, (derzeit #45)

    Dass die Dame Juristin ist, kann sogar ein Nachteil sein (Dinge richtig zu sehen).

    Aus der Praxis (der Probleme der realen Welt) weiss man, für jedes technische Problem (das nicht einfach oder hinreichend gut zu lösen ist) gibt es (fast) immer eine juristische Lösung (die somit falsch ist).

    Positionen in der Politik sollten nach meiner Meinung mit Fachpersonal besetzt sein, und Juristen sind nicht vom Fach.

  47. #49 Hans Zauner
    15. Februar 2017

    Vermutlich als Reaktion auf die Kritik: Grandiose Programmänderung beim Homöopathenkongress! Viele Veranstaltungen firmieren jetzt als “Dialog” :

    http://www.lmhi-congress-2017.de/programmueberblick/?lang=de

    Das Wörtchen wurde irgendwann in den letzten Tagen hinzugefügt, wie mir beim Vergleich meines Screenshots vom Wochenende auffiel.

    Vermutlich um die Widmann-Mauzsche Rechtfertigung zu stützen.

    Inhaltlich bleibt aber wohl alles beim alten, zumindest bzgl. der 6 Epidemiologie-Vorträge, die nach wie vor im Programm sind.

  48. […] Frau Widmann-Mauz, hat wie berichtet in unguter deutscher Politikertradition die Schirmherrschaft für den Homöopathiekongress 2017 in Leipzig übernommen. Im Kongressprogramm gibt es auch einige Vorträge, die sich mit Homöopathie bei […]

  49. #51 Joseph Kuhn
    20. Februar 2017

    Update:

    In Kommentar #37 hat Hans Zauner die Antwort von Frau Widmann-Mauz auf seine Fragen gepostet. Den gleichen Textbaustein hat auch das Informationsnetzwerk Homöopathie auf seinen offenen Brief bekommen. Traurig, wenn man sich nicht einmal mehr die Mühe macht, individuell zu antworten. Da wird die “die Notwendigkeit eines wissenschaftlichen Dialogs auch mit der Fachärzteschaft, die homoöpathische Behandlungen anbietet” beschworen und man ist nicht einmal in der Lage zum Dialog mit Leuten, die interessiert nachfragen. So kann man auch zur Politikverdossenheit beitragen.

  50. #52 RPGNo1
    20. Februar 2017

    Reines “copy-und-paste”, um unangenehme Fragen abzuwehren. Traurig, in der Tat.

  51. #53 Joseph Kuhn
    21. Februar 2017

    Update:

    Hans Zauner hat im Laborjournal online einen Beitrag zur Schirmherrschaft von Frau Widmann-Mauz und ihrem Antwortverhalten geschrieben:
    http://laborjournal.de/editorials/1205.lasso

  52. #54 Hans Zauner
    23. Februar 2017

    Die Grußworte sind online:

    http://www.lmhi-congress-2017.de/grussworte-2/?lang=de#ECH

    Widmann-Mauz meint, beim Kongress gehe es um die Grenzen der Alternativmedizin.

    Hélène Renoux, President of the European Committee for Homeopathy (ECH), scheint allerdings keine Grenzen der Homöopathie zu kennen. Aus ihrem Grußwort:

    The major current health issues will be addressed from the homeopathic viewpoint, proving that Homeopathy is a relevant answer to all these various challenges : severe infectious diseases, severe behavioural disorders such as autism or aspergers syndrome, epidemics and palliative oncological emergencies to mention just a few.

  53. #55 RPGNo1
    23. Februar 2017

    Was Frau Hélène Renoux ablässt, kann ich nur noch als Aufruf zur vorsätzlichen Körperverletzung ansehen.

  54. #56 Hans Zauner
    23. Februar 2017

    Interessant finde ich diesen Satz im Grußwort von Frau Barbara Klepsch, sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz:

    Die Zukunft des Gesundheitswesens darf nicht mit den Methoden der Vergangenheit bewältigt werden.

    Meint sie damit die Homöopathie? Und falls nein, warum nicht und was sonst?

  55. #57 Hans Zauner
    23. Februar 2017

    Nachtrag #56

    Der Satz mit den “Methoden der Vergangenheit” hat mich doch so sehr verwirrt, dass ich im Büro von Frau Klepsch nachgefagt habe, was sie denn damit meint – die 200 Jahre alte Homöopathie etwa?

    Ihre Referentin schrieb mir gerade:

    Sehr geehrter Herr Zauner,

    dieser Satz ist eine Bekräftigung für die vorherigen Aussagen: dass die Homöopathie Bestandteil der medizinischen Versorgung ist, dass also die Schulmedizin ohne alternative Ansätze nicht mehr vorstellbar ist.

  56. #58 RPGNo1
    23. Februar 2017

    … dass die Homöopathie Bestandteil der medizinischen Versorgung ist, dass also die Schulmedizin ohne alternative Ansätze nicht mehr vorstellbar ist.

    Diesen Satz muss man sich ganz langsam auf der Zunge zergehen lassen, um ihn zu begreifen!

    Vielen Dank, Frau Staatsministerin, für den Schuss in den Rücken. Hurra für Homöopathie, Bioresonanz, Schamanentum und sonstigen Esoheilquatsch. Ihr habt soeben erneut den offiziellen Segen der Politik erhalten.
    Ich möchte kotzen! :(

  57. #59 Joseph Kuhn
    24. Februar 2017

    Das ist ja haarsträubend. Ministeriell beglaubigter Aberglaube.

    Nebenan gibt es auch etwas Neues zum Haareraufen: http://scienceblogs.de/gesundheits-check/2017/02/19/wie-die-dak-die-homoeopathie-erklaert/#comment-55346