Zusammenhänge haben es uns angetan. Wer Zusammenhänge versteht, kann vielleicht Einfluss auf den Lauf der Dinge nehmen. Und viele Dinge sehen aus, als ob sie zusammenhängen. Spielcasinos leben zu einem Teil davon, dass ihre Gäste glauben, das System hinter den scheinbar zufälligen Ereignissen erkennen zu können. Religionen bieten umkehrt als Service unsichtbare Zusammenhänge als Deutungen für oft zufällige Schicksalserfahrungen an. Und in der Esoterik weiß man sogar, dass alles mit allem zusammenhängt. Irgendwie. Vor ein paar Wochen hat Harald Walach, früher Professor an der Viadrina in Frankfurt/Oder, einen Artikel positiv kommentiert, der Glyphosat als Erklärung für die Entwicklung vieler Erkrankungen anbietet, weil der Trend bei der Glyphosatanwendung mit dem der Häufigkeit der Diagnosen parallel läuft. Jetzt präsentiert er eine eigene Studie, die die internationalen PISA-Ergebnisse mit dem Fischverzehr erklärt.

Vielleicht ist da ja was dran, schließlich gibt es viele Hinweise aus Beobachtungsstudien* auf einen Zusammenhang zwischen Omega-3-Fettsäuren und Intelligenzentwicklung. Aber kann man, um dem nachzugehen, so vorgehen wie es die Autoren tun? Die Studie selbst steckt hinter der Paywall. Soweit man es aus Walachs Beschreibung nachvollziehen kann, haben die Autoren einige wenige Merkmale, die sie für alle Länder hatten, mit den PISA-Ergebnissen korreliert und kommen zu dem Ergebnis:

„Der mittlere PISA-Wert korreliert signifikant mit r = .85 mit der Verbreitung des Internets, mit r = .76 mit dem Bruttosozialprodukt, mit r = .28 mit dem Stillen und mit r = .57 mit dem Fischkonsum eines Landes.“

Dann rechnen die Autoren mit den Variablen ein Regressionsmodell. Glauben wir mal, dass sie das korrekt gemacht haben (z.B. was eine mögliche Kollinearität zwischen BIP und Internetverbreitung angeht), und heraus kommt:

„Die beiden einzigen Variablen aus unserer Sammlung, die die Schwankung in den PISA-Werten aufklären, sind die Internetverbreitung und zusätzlich der Fischkonsum.“

Der Fischkonsum spiele dabei „eine signifikante Rolle und erklärt nochmals 5% der Schwankung“, oder, so im abstract der Studie, „an additional 4% of the variance“. Vielleicht auch nur 3 %, 2 % oder gar nichts?

Um die Schulergebnisse von Kindern zu verbessern, sollte man also sicher etwas anders machen, als sie mit Fischöl zu quälen. Ich frage ich mich, womit wohl die Sehnsucht nach geheimnisvollen Zusammenhängen zusammenhängt. Ich glaube, es gibt da einen geheimnisvollen Zusammenhangs-Zusammenhang. Dass es dem Erstautor die Fische und die Omega-3-Fettsäuren schon länger angetan haben, könnte durchaus 5 % oder 4 % der Sache erklären. Oder auch nicht.

———–
* Nachtrag 2.12.2017: Gerade mal geschaut, es gibt auch interventionelle Studien. Wozu dann überhaupt diese Studie?

Kommentare (47)

  1. #1 Umami
    2. Dezember 2017
  2. #2 Kai
    2. Dezember 2017

    Und ich denke da an eine Studie zurück, die den Schokoladenkonsum mit der Anzahl der Nobelpreise korrreliert hat. Wo viel Schokolade konsumiert wird (USA und Europa) leben auch viele Nobelpreisträger. Fazit der Studie: Schokolade macht Intelligent.

    Und dann wieder gabs eine Studie, wo man mal exemplarisch gezeigt hat, dass man aus jedem Datensatz mit ausreichender Größe Hypothesen generieren kann, die keinerlei tiefere Bedeutung haben und auf jedem nächsten Datensatz wieder ungültig werden. Es gibt ja Signifikanztests und p-Value Korrekturen etc. Aber scheinbar reicht das alles nicht aus. Am schlimmsten sind natürlich Studien zu medizinischen/pharmazeutischen Themen. Dort sind wohl mindestens ein Drittel (wenn nicht gar über die Hälfte) aller Studien falsch. Zu dem Thema gibts auch wieder viele Studien mit so witzigen/paradoxen Titeln wie “die Hälfte aller Research Paper sind falsch”, bei denen ich mich immer frage, zu welcher Hälfte dieses Paper wohl gehört ^^

    Ich finde diese Statistik-Studien immer ziemlich langweilig (und zwar auf so ziemlich jedem Fachgebiet). Es wird kein Wissen generiert, sondern vorgefertigte Tools auf vorgefertigte Daten angewandt. Am Ende interpretiert man ein Ergebnis rein, was nicht da ist, ohne ein Experiment, um es zu untermauern.

    • #3 Joseph Kuhn
      2. Dezember 2017

      @ Kai:

      “Es wird kein Wissen generiert”

      Das ist schlicht falsch. Im Pharmabereich wird Wissen produziert, das über Leben und Tod entscheiden kann, von Contergan bis Vioxx. Auch in den “harten Naturwissenschaften” geht es übrigens nicht ohne Statistik.

      “ohne ein Experiment, um es zu untermauern”

      Man kann nicht alles im Experiment untersuchen, daher sind Beobachtungsstudien manchmal das Mittel der Wahl. Der Goldstandard für Wirkungsnachweise sind RCTs, die heißen so, weil es interventionelle Studien mit einem experimentellen Design sind.

  3. #4 Kai
    2. Dezember 2017

    Ich glaube wir reden da aneinander vorbei. Ich sage nicht, dass Statistik überflüssig ist. Ich arbeite ja selbst sehr viel mit Statistik. Ich sage nur, dass eine Studie, die statistische Tools auf bestehende Daten anwendet und dann irgendwelche Hypothesen ableitet sobald ein p-value unter 5% fällt, keine vernünftigte Wissenschaft darstellt. Du kannst in jedem Datensatz irgendwelche Hypothesen oder Muster finden. Solange man das nicht an anderen Datensätzen validiert oder experimentell untersucht ist das meiner Meinung nach ohne Wert.
    Ich ärgere mich jedenfalls jedes Mal wenn ich auf einer wissenschaftlichen Konferenz hunderte Poster stehe, in denen irgendein Doktorand Daten gemessen hat und dann darauf eine PCA anwendet und sich freut das der Plot so schön aussieht.

    • #5 Joseph Kuhn
      2. Dezember 2017

      @ Kai:

      “Ich sage nur, dass eine Studie, die statistische Tools auf bestehende Daten anwendet und dann irgendwelche Hypothesen ableitet sobald ein p-value unter 5% fällt, keine vernünftigte Wissenschaft darstellt.”

      Das verstehe ich nicht. Das Ableiten von Hypothesen wäre doch genau das, was man auf diese Weise machen kann. Das ggf. notwendige Überprüfen der Hypothesen wäre ein zweiter Schritt. Wobei man das so abstrakt nicht gut diskutieren kann. Wenn ich z.B. die Masernimpfrate aus den Schuleingangsuntersuchungen in ihrer zeitlichen Entwicklung anschaue, dann reicht diese Ebene der deskriptiven Epidemiologie, um sagen zu können, ob sie zunimmt oder nicht. Beim Herauslesen von Mustern in Datensätzen mit vielen Merkmalen hat man eine ganz andere Situation.

      Einig sind wir auf jeden Fall darin, dass der p-Wert keine Erkenntnis garantiert – darüber sind sich aber auch in der Epidemiologie eigentlich alle einig.

      Bei der Walach-Studie würde eine Replikation mit neuen Daten vielleicht sogar ähnliche Ergebnisse bringen. Aber sie kommt mir wie eine Confounder-Bombe vor. Man müsste sie sich mal genauer ansehen, das Journal habe ich in der elektronischen Zeitschriftenbibliothek allerdings nicht gefunden.

  4. #6 Kai
    2. Dezember 2017

    Vielleicht nochmal zu den medizinischen Studien: Ja, manchmal geht es eben nicht anders als Statistiken zu untersuchen. Aber in Metastudien zeigt sich dann eben auch oft, dass viele dieser Studien sich widersprechen. Darum würde ich ehrlich gesagt nur Metastudien ausreichend vertrauen. Eine einzelne Studie kann ein Anfang sein, aber den Schlussfolgerungen Glauben schenken sollte man nicht.

    • #7 Joseph Kuhn
      2. Dezember 2017

      Das ist häufig so, korrekt.

  5. #8 2xhinschauen
    http://www.homöopedia.eu
    2. Dezember 2017

    Nun ja, Prof Walach hat halt sein Talent, Zusammenhänge zu sehen, die andere nicht sehen, ja schon viel früher als Co-Erfi…. pardon, Entdecker der Schwachen bzw. Verallgemeinerten Quantentheorie zur “Erklärung” der “materiellen Wirkung” der Homöopathie unter Beweis gestellt.

    Vielleicht wird seine neue Studie ja zur Veröffentlichung in einem der einschlägigen Fachmagazine auf diesem Feld angenommen, etwa https://scheinkorrelation.jimdo.com/ oder http://www.tylervigen.com/spurious-correlations. Schafft nicht jeder.

  6. #9 Dampier
    2. Dezember 2017

    Zusammenhang zwischen Omega-3-Fettsäuren und Intelligenzentwicklung

    Mir fiel als erstes Jod ein. Zufällig habe ich gestern diese Doku gesehen:
    https://www.arte.tv/de/videos/069096-000-A/umwelthormone-verlieren-wir-den-verstand/

    Dort wird Jodmangel mit Kretinismus korreliert. Eine Studie auf Sizilien ließ sogar einen IQ-Abfall von der Küste ins Inland erkennen. Das könnte auch einen Zusammenhang™ zwischen PISA & Fischkonsum ergeben …

  7. #10 Pedant
    2. Dezember 2017

    Wallach will vielleicht nur gute alte Zeiten und uraltes (bis vor 50-60 Jahren gültiges) Wissen wieder aufleben lassen, als man Kinder mit einem täglichen Löffel Lebertran traktierte. Er kann ja auch mit Fug und Recht darauf hinweisen, dass die deutschen Kinder zu der Zeit bei den Pisa-Studien nicht so schlecht abgeschnitten haben. Dass man für damals die Existenz von Pisa-Studien nicht nachweisen kann, dürfte zumindest nach homöopathischer Theorie nicht dagegen sprechen, dass die lebertrangetränkten damaligen Kinder dabei besser abgeschnitten haben.

  8. #11 anderer Michael
    2. Dezember 2017

    IQ und Fischkonsum. Vielleicht ein Surrogatmarker.

    • #12 Joseph Kuhn
      2. Dezember 2017

      @ anderer Michael:

      “Vielleicht ein Surrogatmarker”

      So ähnlich argumentiert Walach. Ich kenne mich bei dem Thema nicht aus, was ich beim Überfliegen der Sache inzwischen gelernt habe, ist, dass es auch (widersprüchliche) interventionelle Studien zum Einfluss von Omega-3-Fettsäuren auf kognitive Leistungen bei Kindern, bei Alten etc gibt. Wenn man so will, hat sich Walach mit den PISA-Ergebnissen jetzt einen “patientenrelevanten Endpunkt” angesehen. Aber erstens kam nicht viel dabei heraus, zweitens sind die Zusammenhänge, die er herstellt, derart confounderanfällig, dass man bei der Sache sofort ein ungutes Gefühl hat und drittens verstehe ich nicht, warum er, wenn er die Wirkung von Omega-3-Fettsäuren belegen will, den Umweg über ein ökologisches Design geht und glaubt, die widersprüchliche Evidenz von methodisch besseren Studien durch eine methodisch derart fehleranfällige Studie bereichern zu können. Er unterstellt ja gewissermaßen, dass sich der Einfluss der Omega-3-Fettsäuren (oder des Fischkonsums?) so robust zeigt, dass er sich selbst bei einem so schwachen Studiendesgin wie dem seinen durchsetzt. Aber vielleicht verstehe ich ja auch nur was nicht, wie gesagt, man müsste sich die Studie selbst mal ansehen.

  9. #13 RainerO
    2. Dezember 2017

    Meiner Meinung nach sollten die PISA-Studien für gar nichts herangezogen werden. Nicht einmal bei Bildungsthemen, schon gar nicht als Hinweis (r= .57 ist ja auch nicht so zwingend), dass Omega-3-Fettsäuren die kognitiven Leistungen erhöhen.

    • #14 Joseph Kuhn
      3. Dezember 2017

      @ RainerO:

      Vorsicht, r= 0,57 war die bivariate Korrelation, ohne Kontrolle für in dieser Korrelation auch zum Ausdruck kommende Wohlstandsunterschiede. Auf der ökologischen Ebene ist das eine ganz ordentliche Korrelation, aber nur, wenn man kein unkalkulierbares Confoundergeschäft betreibt. Mit r= 0,57 wäre eine Varianzaufklärung von ca. 30 % verbunden, die reduziert sich aber schon in Walachs eigener, etwas grobmaschiger multivariater Analyse auf nur noch 5 % bzw. 4 %.

  10. #15 RainerO
    3. Dezember 2017

    @ Joseph Kuhn
    Danke für die Präzisierung. Mein Statisktik-Unterricht ist schon ein wenig her und ich habe nicht laufend damit zu tun. Trotzdem bleibe ich bei meiner Einschätzung, dass man hier wieder einmal Schindluder mit Korrelation und Kausalität betreibt, wie so oft bei Studien zu angeblichen ernährungsbedingten Auswirkungen, egal ob positiver oder negativer Natur.

  11. #16 Robert
    3. Dezember 2017

    RainerO,
    Typisch Mann kann ich nur sagen. Frauen denken nur in Korrelationen. Wenn du dich besonders hübsch gemacht hast und gleichzeitig sexuell etwas abgeneigt, dann Vorsicht, das lässt schließen, dass du….. Aber diese Schluss ziehst du mal selber.
    Die sexuelle Schwäche könnte aber auch an einem Mangel von Eiweiß liegen, wobei wir bei unserem Thema wären. Und die Pisa Studie, die lässt eine Korrelation zu der Intelligenz der Betreiber zu. Meiner Meinung nach sinkt deren Aussagekraft immer mehr, weil sich ja alle darauf eingestellt haben. In machen Länder wird sogar vorher geübt. Seit unsere Schulen nur noch Potemkinsche Dörfer produzieren sollte man mal untersuchen, ob vielleicht die Fische dümmer geworden sind, wegen der vielen Umweltgifte.

  12. […] Gesundheits-Check: Geheimnisvolle Zusammenhänge: Fischkonsum und PISA-Ergebnisse […]

  13. #18 Fat Boo
    3. Dezember 2017

    Interessanter Artikel, Wallachs Schlussfolgerungen lassen mich aber an die alte Geschichte mit den Piraten und dem Klimawandel denken…

  14. #19 Dr. Webbaer
    6. Dezember 2017

    Ich frage ich mich, womit wohl die Sehnsucht nach geheimnisvollen Zusammenhängen zusammenhängt.

    Ersatzhandlungen könnten vorliegen, es könnte sein, dass die Ursache für sogenannte PISA-Ergebnisse im Kulturellen zu finden ist.

    MFG
    Dr. W

  15. #20 Dr. Webbaer
    6. Dezember 2017

    @ RainerO :

    Trotzdem bleibe ich bei meiner Einschätzung, dass man hier wieder einmal Schindluder mit Korrelation und Kausalität betreibt, wie so oft bei Studien zu angeblichen ernährungsbedingten Auswirkungen, egal ob positiver oder negativer Natur.

    Könnte so sein, Dr. W ist bei Dr. Walach zugegebenermaßen befangen und ergänzt fern von dieser Arbeit oder “Arbeit”, gerne, dass die Feststellung von Kausalität eine Aufgabe des erkennenden Subjekts ist.
    Die Statistik bemüht sich nicht um Kausalität, vergleiche :
    -> https://de.wikipedia.org/wiki/Kausalität#Statistik

    MFG
    Dr. Webbaer

  16. #21 dedickeBom
    7. Dezember 2017

    Dr. Webbaer, #19
    Eine Generation, die mit Sherlock Holmes aufgewachsen ist, die kombiniert.
    Frauen kombinieren, wenn sie in deinen Taschen eine verräterische Notiz finden.
    Das ist überlebenswichtig.
    JK kombiniert, wenn die Franzosen jetzt ein Gesetz erlassen wollen, das Glyphosat verbietet.
    Was die Pisa Studie betrifft, da gibt es nur Ersatzhandlungen.

  17. #22 anderer Michael
    8. Dezember 2017

    Vielleicht habe ich etwas durcheinandergebracht. Surrogatmarker sind ein gedachter Ersatz um z.B. den Erfolg einer Therapie zu kontrollieren. Klassisches Beispiel : Laborwerte. Geht man davon aus , Blutzuckerspiegel zu senken ist positiv für die Patienten, nimmt man als Laborwert HBa1/c und postuliert Senkung dieses Wertes gleich gute Therapie ( jedoch ein Irrtum.Es ist keine Kunst , den Wert zu senken, aber eine Verbesserung irgendwelcher Art erfolgt deswegen nicht zwangsläufig).

    Epiphänome sind Erscheinungen, die kausal bedingt sind , aber selber keine Kausalität haben. Bekomme ich eine Ohrfeige , die Backe schwillt deswegen rot an, so bin ich verärgert wegen der Ohrfeige und nicht wegen der Schwellung, die kausal zur Ohrfeige ist( so habe ich mir früher etwas naiv versucht , das Epiphänomen zu verstehen und zu merken).

    Die Intelligenzentwicklung ist von vielen Faktoren abhängig. Das Elternhaus als Beispiel.Bewusste Ernährung, und damit manchen Empfehlungen folgend, findet sich eher in gebildeten Familien ( dass bedeutet nicht zwangsläufig , dass der Hilfsarbeiter nicht auch willens und fähig ist, sich um das Wohl seiner Kinder zu kümmern). Allerdings ist die geistige Förderung in diesen Familien höher mit der Folge besserer schulischer Leistungen. Wäre theoretisch objektiv feststellbar die Förderung ist die kausale Ursache für verbesserte schulische Leistungen, so wäre nun der Fischkonsum ein Epiphänomen.

    Oder rein spekulativ die Jodversorgung wäre kausal. Küstenferne Gebiete sind Jodmangelgebiete. Küstennah ist Fisch leichter und billiger zu bekommen und auch traditionell auf dem Speiseplan, und letztlich auch nur zum Teil für die Jodversorgung notwendig.
    Dann gelte:die generelle Verfügbarkeit von Jod wäre kausal und der Fischkonsum wäre das Epiphänomen (spekulatives Beispiel).

  18. #23 Bom
    8. Dezember 2017

    andererMichael,
    Intelligenz hat schon eine andere Dimension, als dass man sie mit Jodversorgung erklären könnte.
    Das Abstraktionsvermögen ist bei jedem Menschen anders und die meisten verstehen gerade noch , was ein Grenzwert ist, aber bei Differentialgleichungen 2. Ordnung ist Schluss.
    aber sicher ist, dass durch optimale Ernährung auch ein Optimum aus jedem Menschen heruszuholen ist.
    Und es ist sicher Nachdenkenswert, warum seefahrende Völker auch Überdurchschnittliches in der Wissenschaft geleistet haben, siehe England.

  19. #24 Dr. Webbaer
    8. Dezember 2017

    @ anderer Michael :

    Kommt es i.p. Jod zur Unterversorgung und zu Krankheitserscheinung, der sogenannte Skorbut wäre ein weiteres einfaches Beispiel, ist sinnhafterweise dieser Mangel (kein Plural) als medizinisch, als letztlich teils auch naturwissenschaftlich belegt, als kausal wirkend festzustellen.
    Wobei die bereit gestellte medizinische Evidenz auf Korrelationen verweist.

    Letztlich ist diese Feststellung sozusagen politisch, bspw. Herr Dr. Kuhn als Gesundheitswissenschaftler hat hier mitzumischen und tut dies auch.


    Diese sogenannten PISA-Tests sind kulturelle Befähigungstests, wie auch die sogenannten IQ-Tests welche sind; die individuelle Fähigkeit dort gut abzuschneiden ist ebenfalls zu einem Teil kulturell bedingt, zu einem anderen Teil erblich.

    MFG + schönes Wochenende,
    Dr. Webbaer

  20. #25 Dr. Webbaer
    8. Dezember 2017

    PS :
    Wobei die Ernährung natürlich Teil der Kultur ist, Herr Dr. Walach muss hier also nicht grundsätzlich falsch liegen, sofern er nicht in Monokausalität macht.
    Allerdings ist Dr. W hier, Dr. Walach betreffend, eben ein wenig befangen, ein pfiffiges Kerlchen sicherlich, Dr. hat sich einige seiner Texte oder Vorführungen durchgelesen.

  21. #26 zimtspinne
    8. Dezember 2017

    @ Bär
    Hä?
    Skorbut hat meines Wissens nix mit Jod zu tun, sondern ist eine Vitaminmangelerkrankung, Vitamin C Mangel genaugenommen, chronischer Vitamin-C-Magel noch genauer.
    Das war mal ein Thema bei Seefahrern, anonsten müsste man sich in unseren Breitengraden schon sehr anstrengen, um einen solchen Mangelzustand zu erreichen. Ungesunde Ernährung reicht dafür nicht aus.

  22. #27 zimtspinne
    8. Dezember 2017

    Neeee, dass sich Jodmangel auf die Intelligenz negativ auswirken soll, halte ich jetzt mal für sehr abenteuerlich spekuliert.
    Dann würden sich auch andere Mängezustände auf die Intelligenz auswirken und es hätte quer durch Hungersnöte und Kriegszeiten immer wellenartig Intelligenzeinbrüche gegeben.
    Ich halte es schon eher für denkbar, dass Vielfischesser generell über bessere finanzielle Möglichkeiten, bessere Allgemeinbildung und Wissen um Ernährung sowie insgesamt eine gesundheitsförderlichere Lebensweise und einen höheren Sozialstatus haben, was insgesamt sich eben in höheren IQs niederschlägt. (Fragezeichen)

  23. #28 Dr. Webbaer
    8. Dezember 2017

    @ zimtspinne :

    Das mit dem Skorbut war ‘ein weiteres einfaches Beispiel’, ein anderes.
    Wegen seiner Einfachheit aber womöglich ebenfalls hilfreich zum Wesen der Kausalität zu finden.

    Ansonsten könnte alles mit allem zu tun haben, Dr. W ist bspw. vor einiger Zeit auf die Theorie gestoßen, dass Medikamtenrückstände im Trinkwasser zur offensichtlichen Verweichlichung aufklärerischer Gesellschaftssysteme beigetragen haben könnte, witzigerweise beim Radio Vatikan.

    Sofern nicht Monokausalität behauptet wird, dies wäre ein “No-Go”, bleibt es möglich derart Sichten zu bilden.

    Obesität hat in Zeiten des allgemeinen Wohlstands wohl nichts mehr mit dem Status zu tun.
    Es ist möglich sich auch mit wenig Geld vollzufressen, der Schreiber dieser Zeilen hat bspw. in den letzten fünf Jahren fast 40 Kilo abgenommen, würde womöglich auch einem Weibsstück wieder gefährlich, wenn er wollte, wobei hier allerdings “nur” der Verzicht auf die Völlerei ursächlich war, nicht die Armut.

    MFG + schönes Wochenende,
    Dr. Webbaer

  24. #29 zimtspinne
    8. Dezember 2017

    ok, alles klar, hatte ein Komma überflogen und damit Jod und Skorbut zusammengebracht.

    Übergewicht entwickelt sich mM nicht trotz Armut sondern eher deswegen.
    Fisch, um beim Thema zu bleiben, ist eines der teuersten Nahrungsmittel, ebenso wie Nüsse, viele gesunden Gemüse und Fleisch/Milchprodukte grasgefütterter oder draußen herumpickender Viecher.
    Schlanksein ist daher heute eher ein Statussymbol, da nicht einfach zu bewahren ein Leben lang.
    Schwerer als Abnehmen ist ja das Halten des Zielgewichtes, gut aufpassen, Herr Webbaer! 😀

  25. #30 anderer Michael
    8. Dezember 2017

    Zitat Wikipedia
    “Eine Metaanalyse aus zehn verschiedenen Studien zeigte, dass ein chronischer Jodmangel zu einer mittleren Intelligenzquotient-Minderung um 13,5 Punkte führte.[7] Dass chronischer Jodmangel bei Kindern zu Intelligenzminderung führt, wurde durch Studien aus allen Teilen der Welt belegt.[8][9][10][11] Jodmangel gilt als die weltgrößte einzelne Ursache vermeidbarer Hirnschäden und geistiger Behinderungen.”

    Auf den Schreck habe ich glatt drei Fischbrote gegessen. Bei mir ist es wohl zu spät , aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. :-)

  26. #31 Dr. Webbaer
    9. Dezember 2017

    Der Alkoholismus müsste die Ursache Numero Uno i.p. Abnahme der Intelligenz oder Verständigkeit sein.
    THC-Haltiges wirkt vergleichbar, der Schreiber dieser Zeilen hat sich von Bekannten und Verwandten derartiger Konsumenten berichten lassen, zudem scheint für diese Beobachtung auch mittlerweile zureichende wissenschaftliche Evidenz vorzuliegen.
    THC-Haltiges sollte also nicht verharmlost werden, auch wenn es wohl friedlich macht, was einige politisch Motivierte positiv sehen.

    Inzest wäre ebenfalls in diesem Sinne vermeidenswert.

    Bei Ihnen, lieber ‘anderer Michael’, geht der Schreiber dieser Zeilen dagegen davon aus, dass Sie sich systematisch Intelligenz oder Verständigkeit abtrainiert haben, um für die Menge verständlich zu bleiben – in etwa so, wie Arnold Schwarzenegger nachgesagt wird, dass er vor Filmaufnahmen Muskeln abzutrainieren hatte, um als halbwegs normal durchzugehen.

    MFG + schönes Wochenende,
    Dr. Webbaer

  27. #32 dedickeBom (schon ein bischen schlanker)
    9. Dezember 2017

    Dr. Webbaer,
    danke für die klare Stellungnahme zu Inzest.
    Inzest war ein Tabu, ist ein Tabu und sollte es immer bleiben. Dafür braucht man keine Rechtfertigung.

    Wenn es stimmt, dass 1/3 aller US-Bürger in irgendeienr Form abhängig sind von Drogen, Tabletten oder auch dem Smartphone, dann sieht die Zukunft düster aus. Dann bekommen die Aborigines wieder eine Chance.

  28. #33 Basilios
    High School Fleet
    9. Dezember 2017

    Also da wird man ja auch mal drüber nachdenken dürfen:
    http://www.zeit.de/gesellschaft/familie/2012-04/inzestverbot-kommentar

    @dedickeBom (schon ein bischen schlanker)
    Ich verstehe nicht, was die Aborigines mit der Zukunft der USA zu tun haben. Kannst Du mir das bitte erklären.

  29. #34 Basilios
    High School Fleet
    9. Dezember 2017

    ?
    Hat noch gefehlt.

  30. #35 zimtspinne
    9. Dezember 2017

    @ Webbaer

    Muskeln abtrainieren muss man nicht, da reicht es aus, sich der Maximalfaulheit und Völlerei hinzugeben und schon ist man ruckzuck wieder us-familienfototauglich.

    Es ging ja hier nicht allgemein um intelligenzabbauende Substanzen oder Lebensformen, sondern darum, wie Ernährungsgewohnheiten und Mangel an irgendwelchen Mikronährstoffen zu einer Intelligenzabnehme führt, womöglich gar epigenetisch?
    Es wäre ziemlich was schiefgelaufen in der Entwicklungsgeschichte des Menschen, dessen Erfolge ja gerade in der Entwicklung höherer Intelligenz als einziger Spezies liegt, wenn Mangel eines einzelnen Nährstoffes zu einer drastischen Schwächung seiner Intelligenzfähigkeiten führen würde.
    Zumal Mangelzustände der Normalzustand quer durch unsere Vergangenheit waren und nicht etwa Überfluss und Optimalversorgng wie heute (erst seit einem Wimpernschlag in dieser Zeitrechnung).
    So kann man die Menschen auch wuschig machen.
    Möglichst viele Kapseln und Pillen und Nahrungsergänzung sonstiger Art, dann wird alles gut.

  31. #36 anderer Michael
    9. Dezember 2017

    Hilfe
    Diesmal gibt’s zu Weihnachten keine polnischen Karpfen (die Aischgründer (1) sind eh schon ausverkauft) sondern einen Riesendonauwaller, nur mal epiphänomenologisch gesprochen.

    1.An die Franken in der Runde : sind die noch erhältlich?

  32. #37 dedicke Bom
    9. Dezember 2017

    Basilios,
    Aborigines und USA
    das ist eine Metapher und bedeutet, USA steht für HIgh- Tech aber auch gesellschaftlichem Verfall, wo den Aborigines höchstens die Rolle als Rohstoffliferant zu kommt und die ökonomisch gesehen, nie eine Chance gegen die USA hätten.
    Aborigines steht für kulturellen Anfang. Da habe ich allerdings die Asiaten vergessen, die den Aborigines auch keine Chance einräumen. Also erst wenn unser anglo-amerikanischer Kulturkreis verschwindet, haben die Aborigines eine Chance.
    Inzest zu relativieren halte ich für falsch, eine Gesellschaft , die das zulässt , gibt sich selber auf.

  33. #38 dedicke Bom
    9. Dezember 2017

    anderer Michael,
    willst du wirklich einen Wels essen?
    Die können uralt werden und die fressen auch kleine Hunde.

  34. #39 rolak
    9. Dezember 2017

    fressen auch kleine Hunde

    yeah, prestuffed fish, the natural convenience food…
    Abgesehen davon schmeckt Waller ziemlich lecker, Bom.

    Aischgründer .. noch erhältlich?

    Ja sischer dat!

    Der drölfte Essensbezug in gefühlten 10″, ich bin dann mal eben einkaufen.

  35. #40 zimtspinne
    9. Dezember 2017

    Die Aborigines sind Ureinwohner Australiens und nicht USA.
    Als ehemaliger Lehrer sollte man so was doch wissen…!?

  36. #41 Joseph Kuhn
    9. Dezember 2017

    @ dedicke Bom:

    “fressen auch kleine Hunde”

    Kinder, waren’s nicht Kinder? Oder waren das die Kommunisten?

    “Inzest zu relativieren halte ich für falsch, eine Gesellschaft , die das zulässt , gibt sich selber auf.”

    Während Trump durch seine Unterstützung für Roy Moore gewiss standhaft die konservativen Werte verteidigt. Vermutlich haben Trumps Anhänger als Kinder zu wenig Fisch gegessen.

  37. #42 Dr. Webbaer
    10. Dezember 2017

    @ Kommentatorenfreundin ‘zimtspinne’ :

    Dass der gute Arnie für Filmarbeiten seine Muskeln gezielt abtrainieren müsse ist seinerzeit, also vor vielleicht 25-30 Jahren vom Schwarzenegger-Team gestreut worden…

    Denn einfach weniger essen und weniger trainieren hilft wohl nicht, es müssen wohl auch bestimmte in der Bodybuilder übliche Wirkstoffe im Konsum reduziert oder abgesetzt werden – das hat sich Dr. W jedenfalls seinerzeit bei diesen Meldungen gedacht.

    Ansonsten hängt die Intelligenz oder vielleicht besser : Verständigkeit sicherlich auch von der Kultur ab, die die Essgewohnheiten einschließt, sie ist nur teilweise erblich, und hier darf auch sehr gerne geforscht werden.

    MFG + schönen Tag des Herrn noch,
    Dr. Webbaer

  38. #43 Dr. Webbaer
    10. Dezember 2017

    Die Bodybuilder-Szene war gemeint, R.I.P. Rich Piana btw.

  39. #44 Basilios
    High School Fleet
    10. Dezember 2017

    @dedicke Bom
    Diese USA-Aborigines-Metapher halte anscheinend nicht nur ich für Misslungen.
    ^_^

    Im übrigen darfst Du gerne irgendwas für falsch halten. Das ist Dein gutes Recht.
    Hättest Du zur Frage des Inzests noch irgendwelche Argumente bei der Hand? Oder bleibt es beim einfachen “falsch halten”?

  40. #45 anderer Michael
    10. Dezember 2017

    DerdickeBom
    Früher hat man Donauwaller in der Waschküche gekocht, so groß waren diese.

  41. #46 Basilios
    Scrapped Princess
    11. Dezember 2017

    Früher war auch mal mehr Lametta!

  42. #47 Dr. Webbaer
    12. Dezember 2017

    Vermutlich haben Trumps Anhänger als Kinder zu wenig Fisch gegessen.

    Bekanntlich kann der Verzehr von Seefisch Jodmangel ausgleichen, vermutlich liegt es daran.
    ‘Trumps Anhänger’ sind zudem nicht nur dumm, sondern auch schlecht informiert und sittlich zweifelhaft, wenn nicht gar böse.
    So meinen einige, so schallt es fast unisono aus bundesdeutschen Medien.


    Der Schreiber dieser Zeilen hat übrigens, in etwa zeitgleich als sich Ronald Wilson Reagan in einem Brief in die Demenz verabschiedet hat, darüber nachgedacht sich in die Sapienz (!) ganz ähnlich zu verabschieden, sein bundesdeutsches Publikum meinend, weil die Niveau-Unterschiede schlicht zu groß für angemessene Verständigung wurden.
    Die Lösung bestand dann darin für sein bundesdeutsches Publikum gezielt dümmer zu werden – wie Dr. Webbaer dies genau gemacht hat, soll an dieser Stelle nicht verraten werden, die Umstellung der Essgewohnheiten mag eine Rolle gespielt haben.

    MFG
    Dr. Webbaer