Am Sonntag, dem 8. Juli 2018, wird in der Walfangstation in Hvalfjörður ein Wal angelandet. Nr. 22 dieser Fangsaison. Als der tote Meeresriese aus dem Wasser gezogen, fällt auf, dass er irgendwie anders aussieht.
Bei Finnwalen (Balaenoptera physalus) sind die rechte Kieferhälfte und die vorderen Barten der rechten Seite weiß. Der Kopf ist, von oben betrachtet, sehr spitz zulaufend, V-förmig. Die Haut ist dunkelgrau. Sie werden normalerweise 18 bis 21 Meter groß, selten, 27 Meter.
Blauwale (Balaenoptera musculus) haben keine weiße Kieferhälfte. Der Kopf ist, von oben betrachtet, U-förmig. Alle Barten sind schwärzlich, die Haut ist grau-bläulich marmoriert. Die Finne sitzt extrem weit hinten. Ihre Länge liegt meistens zwischen 21 und 25 Metern, die Rekordlänge liegt bei 30 Metern.

Ist der Wal Nr. 22 nun ein Blauwal? Oder ein Hybrid?
Im Moment wissen wir nur von den Photos, dass dieser Wal nicht die typische Weißfärbung des rechten Unterkiefers hat. Natürlich wird das Anlanden der Wale in Hvalfjörður von Tier- und Artenschützern beobachtet und photographiert – dieses Bild stammt von  “Hard to Port” (Thank you so much for the permit, to use this image, Hard to Port!)

Wal Nr. 22 am 08.07.2018 in Hvalfjörður – kein Finnwal ( (c) Hard to Port – thanks!)

Es scheint also kein Finnwal zu sein.
Finnwale sind streng geschützt, ihr Bestand im zentralen Nordatlantik wird auf 25.800 geschätzt.
Blauwale sind auch streng geschützt, ihr Bestand wird für den Nord-Atlantik auf nur noch 1000 bis 2000 Tiere geschätzt.

Aufgrund ihres geringen Bestandes paaren sich Blauwale offenbar ab und zu mit Finnwalen, der gemeinsame Nachwuchs ist dann ein Blauwal-Finnwal-Hybrid. Sie sind sehr selten. Das könnte allerdings auch mit daran liegen, dass sie auf See nur von Experten zu identifizieren sind.
„Blauwal-Finnwal-Hybriden sind sehr selten. Die isländischen Behörden bestätigen, dass seit 1986 fünf Hybriden von Forschern in den Gewässern um Island identifiziert wurden. Vier davon wurden von isländischen Walfängern getötet. Das fünfte Tier ist ein bei Walbeobachtern im isländischen Husavik bekannter und beliebter Wal. Dieser wurde mit nicht-tödlichen Methoden als Hybrid identifiziert.“

Der Wal-Experte Phil Clapham (NOAA Alaska Fisheries Science Centre) ist sicher: Das ist kein Finnwal. Er könne zwar nicht ausschließen, dass es ein Hybrid sei, sieht dafür auf den Bildern aber keine Bestätigung. Dafür hat der getötete Wal alle Charakteristika eines Blauwals, wie die Hautfarbe. “While I can’t entirely rule out the possibility that this is a hybrid, I don’t see any characteristics that would suggest that,” […] “From the photos, it has all the characteristics of a blue whale; given that – notably the coloration pattern – there is almost no possibility that an experienced observer would have misidentified it as anything else at sea.” sagte er gegenüber der Presse.
Außerdem meinte er, dass einem erfahrenen Beobachter solch eine Verwechslung nicht passieren dürfe.

Was sagen isländische Experten?
Dr. Marianne Rasmussen, Leiterin des Projekts Blue Whale an der Universität von Húsavík, und Expertin für Blauwale vor Island, kommentierte: “Aufgrund des Aussehens und der Färbung des Unterkiefers und der Bartenplatten kann es kein Finnwal sein. Die fleckig-graue Färbung des Körpers deutet auf einen Blauwal hin, so dass der fragliche Wal entweder ein Blauwal oder ein Blau-/Finnwal-Hybrid ist. Für eine definitive Aussage sind genetische Tests notwendig.”“

Nach zweijähriger Pause hatte die Firma Hvalur hf – Besitzer ist der isländische Multimillionär Kristján Loftsson – im Juni 2018 – natürlich gegen internationale Proteste – den Fang auf Finnwale wieder aufgenommen.
Mit einer selbst gesetzten Quote von 161 Tieren.
Der Hvalur hf-Eigner Kristján Loftsson sagte gegenüber CNN, dass das Tier keinesfalls ein Blauwal sei, sondern ein Finnwal oder bestenfalls ein Blauwal-Finnwal-Hybrid: “We have never caught a blue whale in our waters since they were protected,” he said. “We see them in the ocean. When you approach a blue whale, it’s so distinct that you leave it alone.”

Mitarbeiter des isländischen Marine & Freshwater Research Institute of Iceland nehmen von jedem Wal, den Hvalur hf geschossen hat, Proben. Der Meeresbiologe und Wal-Experte Gísli Arnór Víkingsson, ein Mitarbeiter des Instituts, erklärte der isländischen Zeitung Morgunblaðið , dass es Berichte über einen der seltenen Blauwal-/Finnwal-Hybriden gegeben habe. Den Bildern nach sind er und seine Kollegen nahezu sicher, dass es sich bei dem jetzt getöteten Tier um diesen Hybriden handelt. Allerdings wird erst die genetische Untersuchung die absolute Bestätigung bringen. Diese Proben werden nach Abschluß der Saison im Herbst analysiert. Ob in diesem besonderen Fall die DNA-Probe vorher analysiert wird, sei noch nicht entschieden. Während Blauwale geschützt sind, so Gisli, gilt dieser Schutzstatus nicht für Hybriden.

Diese letzte Bemerkung bedarf genauerer Analyse. Ist der Abkömmling eines streng geschützten Blauwals geschützt, auch wenn er nur ein halber Blauwal ist?
Diese Diskussion dürfte gerade erst anfangen.

Ist Walfang verboten?
Die IWC (International Whaling Commission) managt den Walfang und legt Quoten fest. Das war 1946 notwendig geworden, weil die Walbestände stark überfischt waren. Ende der 60-er Jahre wandelte sich die Einstellung vieler Menschen zu Walen: Die Walschutzbewegung formierte sich. In den 70-er Jahren wandelte sich auch die Einstellung innerhalb der IWC – immer mehr Staaten wollten keine Wale mehr töten, sondern schützen. So kam es 1982 zu einem Moratorium, einer Übereinkunft zum Aussetzen des kommerziellen Walfangs von Bartenwalen und Pottwalen. Alle Quoten wurden auf Null gesetzt.
Dennoch gab und gibt es weiterhin legalen Walfang:
Japan, Russland, Norwegen und Island sowie einige andere Länder opponierten gegen das Moratorium. Japan hat sich in den sogenannten wissenschaftlichen Walfang geflüchtet. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse daraus sind meist dürftig und letale Forschungsmethoden werden heute in breiten Kreisen (nicht nur) der Wal-Forschung geächtet. Der Internationale Gerichtshof hat die japanische Jagd auf Zwergwale in der Antarktis für illegal erklärt.
Norwegen führt offiziell und unter allen Auflagen der IWC einen kleinskaligen kommerziellen Walfang in norwegischen Hoheitsgewässern fort. Sie schießen jährlich eine kleine Quote Zwergwale und müssen stetig nachweisen, dass der Nordatlantikbestand dadurch nicht gefährdet ist. Liefern sie keine Nachweise, schrumpft die Quote automatisch – die Revised Management Procedure (RMP) heißt das.
Aboriginal Whaling bedeutet, dass einige Volksgruppen wie Inuit, First Nations-Stämme und andere ihre Tradition weiterführen dürfen.

Island ist 1992 aus der IWC ausgetreten und führt offen Walfang durch, der von keiner Stelle kontrolliert wird. Da sie sich den internationalen Beschlüssen der zuständigen Stelle – der IWC – widersetzen, ist das Piratenwalfang. Allerdings verstoßen sie gegen keine Gesetze, da ein Beschluss keinen Gesetzesstatus hat.
Russland hat auch nach dem Moratorium weiterhin Wale geschossen, vollständig unkontrolliert und viele, auch strengstens geschützte, Arten.
Aber das sei hier nur am Rande erwähnt, dazu könnte man ein Buch schreiben.
Die Jagd auf Kleinwale, also alle Zahnwale, die kleiner als Pottwale sind, ist nie international verboten worden. Viele Staaten weltweit jagen weiterhin Schnabelwale und Delphinartige. In der EU ist sie allerdings verboten.

Der Weg des Walfleischs
Viele Isländer stehen dem Walfang mittlerweile recht kritisch gegenüber, nur noch 34 % der Bevölkerung unterstützen dies.
Hvalur hf fängt wesentlich mehr Zwerg- und Finnwale, als in Island gegessen werden.
Den größten Teil des Fleisches, vor allem der Finnwale, und den Blubber exportiert Kristján Loftsson nach Japan.
Auch in Japan stockt der Absatz von Walfleisch. Dafür scheint er in Südkorea stabil zu sein, das scheint allerdings niemanden zu interessieren.

Kein automatischer Alternativtext verfügbar.

Wal Nr. 22 am 08.07.2018 in Hvalfjörður – kein Finnwal ( (c) Hard to Port – thanks!)

Dabei ist das Essen von Walfleisch eine wirklich schlechte Idee: „In Walprodukten werden Grenzwerte für Quecksilber, PCB oder DDT weit überschritten. Auf den dänischen Färöer-Inseln forderte die oberste Gesundheitsbehörde im vergangenen August die Regierung auf, Walfleisch nicht länger als Nahrungsmittel zu nutzen. Das ist eine deutliche Ansage!
Der Grund für die hohe Schadstoffbelastung: Wale sind Top-Prädatoren, sie stehen am Ende der Nahrungskette. Langlebig und jagend reichern sie Schadstoffe in erschreckend hoher Menge an.“ hatte ich 2014 in „7 gute Gründe, keinen Wal zu essen“ geschrieben.
Daran hat sich nichts geändert.
Ganz nebenbei: Es tut mir weh, zu sehen, wie so ein Meereswesen in einen Haufen Schlachtfleisch verwandelt wird.

#DHMMeer Europa und das Meer
Dieser Beitrag nimmt an der Blogparade “Europa und das Meer” teil, Hashtag #DHMMeer.
Das Deutsche Historische Museum hat dazu aufgerufen, als Begleitprogramm zur Ausstellung “Europa und das Meer”.
Meine Sicht auf das Meer ist wallastig, schließlich schreibe ich über Wale am liebsten. Wenn es nicht gerade Tintenfische oder Weltraum sind.
Dieser isländische Wal-Krimi zeigt jedenfalls, dass Europa in manchen Landstrichen höchstens halb so zivilisiert ist, wie es sich gern nach außen hin gibt. Europäer haben erstmals Wal-Populationen ausgerottet – die Basken den Biskayawal, wer-auch-immer die Grauwale in der Ostsee und im Mittelmeer.
Haben moderne Industriestaaten so etwas heute noch nötig? (Um Mißverständnisse zu vermeiden: Massentierhaltung mißfällt mir genauso sehr.)
Wir sollten jetzt allmählich mal anfangen, nicht nur über die nachhaltige Nutzung der Ozeane zu reden, sondern es endlich mal tun!

(Ein herzliches Dankeschön an Tanja Praske für die Einladung zur Blogparade #DHMMeer Europa und das Meer!)

Kommentare (30)

  1. #1 RPGNo1
    13. Juli 2018

    Wirtschaftlich gesehen ist der Walfang so sinnlos.

    Mit über 200 000 Touristen ist Walbeobachtung inzwischen eine der Hauptattraktionen in Island mit einem Umsatz von ca. 13,5 Millionen Euro. Das beweist, dass lebende Wale der isländischen Wirtschaft weit mehr einbringen als tote.

    https://www.ifaw.org/deutschland/aktuelles/walfang-saison-island-beginnt

    • #2 Bettina Wurche
      13. Juli 2018

      Exakt. Das trifft auf andere Staaten genauso zu, auch Japan, Norwegen, karibische Staaten und viele andere.

  2. #3 Alderamin
    13. Juli 2018

    Was mir bei meiner Island-Rundfahrt 2003 (anlässlich der Ring-SoFi) so negativ austieß war unsere (ansonsten nette und lustige) Reiseführerin, die uns ständig bequatschte, wir sollten doch mal Walfleisch probieren, das sei doch so lecker.

    Haben wir natürlich nicht gemacht und statt dessen ab Akureyri eine Whale Watching Tour mitgemacht. Leider haben wir bei relativ miesem Wetter nur ein paar große Tümmler gesehen, aber eine Seefahrt ist ja immer lustig. 🙂

    • #4 Bettina Wurche
      13. Juli 2018

      @Alderamin: Haben wir nicht genau diese Unterhaltung schon einmal geführt? Habe gerade ein Déja-vu. : )

  3. #5 Tanja Praske
    www.tanjapraske.de
    13. Juli 2018

    Liebe Bettina,

    merci für deinen Wal-Krimi als Beitrag zu #DHMMeer! Bin gespannt, was dabei herauskommt. Schon beachtlich, was das für Riesenkolosse sind, die wir nur allzu bereitwillig ausrotten wollen.

    Bislang erhielten wir schon viel Historisches zur Blogparade, aber noch nichts über Meerestiere. Danke dir dafür!

    Sonnige Grüße
    Tanja

    • #6 Bettina Wurche
      13. Juli 2018

      Liebe Tanja, danke. Dabei gibt es sooo tierisch viele Geschichten über Europa und die Meerestiere. Fortsetzung folgt. Liebe Grüße zurück, Bettina

  4. #7 RPGNo1
    13. Juli 2018

    @Bettina Wurche
    Eine biologische Frage: Diese Blauwal-Finnwal-Hybriden (von denen ich übrigens zum ersten Mal gelesen habe) sind wohl nicht fortpflanzungsfähig? Analog einem Liger oder Maultier?

  5. #9 zimtspinne
    13. Juli 2018

    Naja, man könnte aber auch fragen, ja durchaus ketzerisch, wie soll sich denn eine (vorerst) noch stetig weiterwachsene Weltbevölkerung ernähren?
    Von den fünf Haupttotschlägern: Weizen, Mais, Reis, Soja?
    Fisch bzw allerlei Meeresgetier fällt nun mal (mit Ausnahmen) unter “hochwertige Nahrungsmittel”, für mich eine super Proteinquelle.
    Gar nicht auszudenken, alle Menschen würden so denken und könnten dies auch umsetzen — dann wäre nix mit nachhaltig mehr, wenn ich nur an die Größe der Hühnerhöfe denke, die nötig wären für eine ausreichende Eierproduktion auf Basis artgerechter Haltung. Das waren glaube ich zwei ganze Bundesländer….
    Also sollen wir Menschen uns dann überwiegend von ernährungswissenschaftlich minderwertigen drei bis vier Hauptnahrungsmitteln ernähren? Minderwertig vor allem in Hinblick auf die Vielfalt, Menge und Zusammensetzung sowie Verarbeitung…..

    Ich bin natürlich auch Gegner der Massentierhaltung und setze ziemlich konsequent für mich um, Fleisch nahezu ausschließlich bei den Bauern im Umland zu kaufen.
    Aber das müsste ich natürlich ebenso für sämtliche Milchprodukte umsetzen, und dort hört es ja meist bei Eiern auf, welcher Hofladen (falls überhaupt vorhanden) bietet schon ein ganzes Sortiment an? Welches ich mir dann für den täglichen Verzehr auch leisten kann und will?

    Alles sehr problematisch und stellt einen vor größere Herausforderungen und Moralfragen.

    • #10 Bettina Wurche
      13. Juli 2018

      @zimtspinne: Vielleicht ist Dir aufgefallen, dass ich mich bei der Verdammung der bösen Walfänger relativ stark zurückhalte? Nur weil ich walbegeistert bin, frage ich mich schon, ob es moralisch vertretbarer ist, andere Tiere zu töten. Wenn es nun allerdings von einer Population nur noch 2000 Individuen gibt, dann sieht die Sache anders aus. Allerdings haben Finnwale einen nahezu identischen Schutzstatus.
      Ich habe mehrfach gelesen, dass die effektivste und ökologischste Ressourcennutzung in einer überwiegend vegetarischen Ernährung mit tierischen Produkten besteht. Die genannten Getreide machen davon einen Teil aus, Hülsenfrüchte wie Soja liefern wichtige Proteine, die die tierischen Proteine ergänzen bzw. ersetzen können. Wichtig wäre vor allem auch endlich die intelligentere und nachhaltigere Raumnutzung. Beispiele sind Kombi-Projekte aus Süßwasserfischzucht (vegetarische Fische wie Tilapien oder Karpfen) und Gemüseanbau (das Gemüse wird über den Fischkot gedüngt). Solche Kreisläufe sollen mitten in Städten initiiert werden, um die Transportwege klein zu halten. Algenreaktoren und vertikale Gemüsezuchten an Häuserwänden kommen auch dazu. Außerdem natürlich die Nutzung von Proteinen etwa aus Insekten,….jetzt sind wir ganz schön weit abgekommen vom Blauwal-Finnwal-Hybriden : )

  6. #11 RPGNo1
    13. Juli 2018

    @Bettina Wurche

    Das ist eine wirklich gute Frage. Dazu habe ich noch nie etwas gelesen oder gehört.

    Oh, mir war nicht bewusst, dass ich ein so unbekanntes Terrain betreten habe. Das wäre sicher ein gutes Thema für eine oder mehrere Doktorarbeiten. 🙂

    Wenn Finn- und Blauwal fruchtbare Hybrid-Varianten bilden, dann würden sie in ihrem Verwandtschaftsgrad eher Braun- und Eisbären ähneln.

    PS: Danke für den Link.

  7. #12 Blake
    14. Juli 2018

    >Beispiele sind Kombi-Projekte aus Süßwasserfischzucht (vegetarische Fische wie Tilapien oder Karpfen) und Gemüseanbau (das Gemüse wird über den Fischkot gedüngt). Solche Kreisläufe sollen mitten in Städten initiiert werden, um die Transportwege klein zu halten.

    Seit ca. 15 Jahren hört man von diesen Projekten.

    Das Ding ist, nicht jeder Käufer will sich den überteuerten hippster Müll-Zuchtfisch leisten.

    Weil, es gibt noch Leute mit Geschmack

    • #13 Bettina Wurche
      14. Juli 2018

      @Blake: Soweit ich weiß, ist in Deutschland so ein Projekt nie umgesetzt worden, ich hätte das mal ganz interessant gefunden. Nach meiner Erfahrung sind regionale Produkte oft kostengünstiger als solche, mit langen Transportwegen, ist jedenfalls hier so. Und die Kartoffeln und Äpfel aus den Dörfern meiner derzeitigen Wohngegend würde ich jetzt nicht so unbedingt als Hipster-Bedarf bezeichnen. Allerdings schmecken sie ziemlich gut, viele der Sorten gibt es in anderen Geschäften nicht oder nur teuer. Tilapie ist nicht so mein Fall, aber warum ein normal statt mit Pellets aufgezogener Fisch Müll sein soll, kann ich nicht nachvollziehen. Hippster kenne ich nicht, darum weiß ich auch nichts über ihr Eßverhalten.

  8. #14 Gudea
    18. Juli 2018

    Ich hoffe, daß diese perverse Bande die höchstmögliche Strafe erhält.

    • #15 Bettina Wurche
      19. Juli 2018

      @Gudea: “Pervers” finde ich in diesem Kontext etwas überzogen. Aber der Walfang auf Island ist definitiv im Abwind. “Icelandic Prime Minister Katrín Jakobsdóttir confirmed at last week’s NATO summit that her country would launch an investigation into Iceland’s controversial whaling industry, following the killing of what is thought to be a protected blue whale. […] The experts also drew attention to Iceland’s own whaling regulation, which prohibits the killing of bowhead whales, northern right whales, humpback whales and blue whales. It also states that offending parties will be grounded until a court rules on the case. Jakobsdóttir and her party, the Left-Green movement, have been in power since late last year. The incumbent leader is opposed to whaling but her coalition partners are in favour of preserving the industry.”
      Das Harpunieren eines Blauwals ist in Island nicht erlaubt. Das bedeutet, dass die Walfänger hier gegen Landesgesetzgebung verstoßen haben. Jakobsdottir sagte in einem Interview auch, dass sie am liebsten wegen derartiger möglicher Vorkommnisse den Walfang auf Island ganz abschaffen würde. (Die Quelle finde ich leider nicht wieder.)
      Und dann gibt es da noch einen unfreundlichen Beschwerdebrief von 17 WissenschaftlerInnen, die sich gegen den isländischen Walfang ausgesprochen haben:
      https://grapevine.is/news/2018/07/17/17-scientists-back-statement-that-icelandic-company-killed-blue-whale/
      Da sind ein paar gewichtige Namen dabei.

  9. […] betreibt (Piraten-)Walfang, für Finnwal und Zwergwal gibt es Fngquoten. Blauwale, Buckelwale, Nördliche Glattwale und […]

  10. #17 roel
    20. Juli 2018

    @Bettina Wurche Das Update wird nicht angezeigt, es wird sofort nach dem Anzeigen von einer weißen Fläche überdeckt. (Smartphone: graue Fläche)

    • #18 Bettina Wurche
      20. Juli 2018

      @roel: Danke – wir hatten offenbar eine umfassende technische Störung – ich hoffe, jetzt wird alles richtig angezeigt.

  11. #19 Paula Neumann
    HD
    20. Juli 2018

    Warum sollte Walfleisch so belastet sein soll? Die Tiere fressen keine anderen, große Tiere, die wiederum etwas kleinere gefressen haben und so fort, die sich so dadurch nach und nach mit Schadstoffen angereichert haben sondern winzigen Krill, der am Anfang der Nahrungskette steht.
    Im übrigen hatte ich die Chance – und auch genutzt – Walfleisch zu essen. Eine Delikatesse war es für meinen Geschmack nicht. Es schmeckt eigentlich wenig anders als andere Fleischsorten, die uns vertrauter sind. Ein Filetsteak, Englisch gebraten, zöge ich allemal vor. Auch in D, denke ich, würde es nicht zum Verkaufsschlager sondern einfach eine weitere Variante Fleischangebot. Viel Hype um nichts.

    • #20 Bettina Wurche
      20. Juli 2018

      @Paula Neumann: Die Belastungen sind im Wasser und in der gesamten Nahrungskette. Im Krill und anderem Plankton akkumulieren sich Mikroplastik und Erdölrückstände, und reichern sich in den langlebigen Walen immer weiter an. Außerdem gibt es auch genug Bartenwale, die Fisch fressen. Sicherlich sind die Belastungen in Zahnwalen noch wesentlich höher, aber auch bei Bartenwalen ist es schon reichlich. Viele toxische Stoffe reichern sich besonders stark in Fettgeweben an, da haben Wale viel zu bieten.
      Für Japaner und Inuit, die auch den Blubber von Walen für Delikatessen halten, ist das also noch ein weit größeres Problem.
      http://au.whales.org/issues/marine-chemical-pollution
      https://www.google.com/search?q=baleen+whales+pcb&ie=utf-8&oe=utf-8&client=firefox-b-ab
      In Deutschland mussten tote Wale übrigens wegen der hohen Schadstoffbelastung lange Zeit in die Tierkörperverwertung entsorgt werden und durften nicht zum Abdecker gehen, um etwa zu Tierfutter verarbeitet zu werden. Da ging es allerdings meist um Schweinswale. Und mittlerweile sind sie auch nicht mehr so stark belastet, u. a. wegen des DDT-Verbots.
      Ich fand, dass Wal eher wie etwas zwischen Wild und Rindfleisch schmeckt, das muss man mögen.

  12. #21 roel
    21. Juli 2018

    @Bettina Wurche “ich hoffe, jetzt wird alles richtig angezeigt.”

    Noch nicht. Für mich macht das den Eindruck, als würde eine Werbung nicht richtig durch kommen. Kann natürlich auch was komplett anderes sein.

  13. #22 RPGNo1
    21. Juli 2018

    Ich habe das gleiche Problem with roel. Sobald ich den Artikel anklicke (Desktop mit firefox), dann ploppt er kurz auf, um dann gähnende Leere zu zeigen.

  14. #23 roel
    21. Juli 2018

    @RPGNo1 “Problem with Roel” so so!

  15. #24 RPGNo1
    21. Juli 2018

    @roel
    lol, sorry. “wie roel” soll es heißen.

  16. #25 roel
    21. Juli 2018

    Oben kam die Frage auf, ob Hybride sich vermehren können.

    “Finnwale und Blauwale sind eng miteinander verwandt. Untersuchung an der mitochondrialen DNA haben ergeben, dass Finnwale und Blauwale in der Lage sind, Hybride zu zeugen, obwohl die Entwicklungslinien beider Arten seit mindestens fünf Millionen Jahren getrennt sind. Gelegentlich kommt es zu Kreuzungen zwischen beiden Arten. Weibliche Hybride können sogar fruchtbar sein. Die Ähnlichkeiten im Karyotyp helfen dabei, Inkompatibilitäten bei der Meiose zu reduzieren und die Wahrscheinlichkeit der Fruchtbarkeit zu erhöhen.”

    Aus https://de.wikipedia.org/wiki/Finnwal

  17. #26 RPGNo1
    21. Juli 2018

    @roel
    Danke, auf das Naheliegenste, einen Blick in die Wikipedia zu werfen, bin ich natürlich nicht gekommen.

  18. #27 rolak
    21. Juli 2018

    update-Text

    ..wird hier mit FireFox seit der Bekanntgabe durch das pingback einwandfrei angezeigt.

    • #28 Bettina Wurche
      22. Juli 2018

      @rolak: Ich hoffe, nun klappt es ohne weitere Probleme.

  19. […] Blogs: „Haben isländische Walfänger einen Blauwal getötet? Aufregung um Wal Nr. 22“ […]

  20. […] 40. Science Blogs: „Haben isländische Walfänger einen Blauwal getötet? Aufregung um Wal Nr. 22“ […]