Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) verzeichnet für 2025 in Bayern 1.807 Suizide und 1.973 Suizidversuche, 71 Suizide mehr und 177 Suizidversuche weniger als 2024. Die Daten aus der Todesursachenstatistik liegen noch nicht vor. Bei den Suiziden nehmen beide Datenquellen zwar auf die ärztliche Leichenschau Bezug, können aber leicht voneinander abweichen, u.a. aufgrund des Zeitbedarfs zur Aufklärung einer vom Arzt festgestellten unnatürlichen oder unklaren Todesursache und des Zeitpunkts der Fertigstellung der Statistik. 2024 hat die Todesursachenstatistik beispielsweise 1.854 Suizide dokumentiert, deutlich mehr als die PKS.
Daten zu Suizidversuchen gibt es nur aus der PKS, sie erfasst aber nur einen kleinen Teil der Suizidversuche – die, bei denen die Polizei gerufen wird.
Die Veränderungen 2025 gegenüber 2024 bewegen sich im Rahmen der Schwankungen der Vorjahre. Ein Rückgang bei den Suiziden ist bisher nicht zu beoachten, hier fehlt es an wirksamen Maßnahmen. Bei den Suizidversuchen könnte es bei den Erwachsenen einen abnehmenden Trend geben, aufgrund der lückenhaften Erfassung von Suizidversuchen in der PKS sind die Daten aber nicht sehr belastbar.

Eine andere Entwicklung ist dagegen auffällig: die Zunahme assistierter Suizide. Sie werden auf den Todesbescheinigungen zwar vermerkt, aber bisher nicht codiert und in die Todesursachenstatistik übernommen. In Bayern hat das Landesamt für Statistik das versuchsweise getan. Demnach haben von 2020 bis 2024 in Bayern 551 Menschen Sterbehilfe in Anspruch genommen, davon allein 235 im Jahr 2024.
Das von der Bundesregierung angekündigte Suizidpräventionsgesetz ist überfällig, ebenso eine Regelung zu den assistierten Suiziden. Wissenschaftliche Vorarbeiten dazu liegen vor. Wünschenswert wären des Weiteren Aktionspläne zur Suizidprävention auf Länderebene, die regionalen Besonderheiten Rechnung tragen.
—————–
Wenn Sie Suizidgedanken haben, können Sie sich in Bayern rund um die Uhr unter der kostenlosen Rufnummer 0800-655 3000 an die bezirklichen Krisendienste wenden, und bundesweit unter den kostenlosen Rufnummern 0800-1110111 oder 0800-1110222 oder 116 123 an die Telefonseelsorge.



Letzte Kommentare