Am 31. Mai ist Fronleichnam, für Katholiken das „Fest des heiligsten Leibes und Blutes Christi“. Einen Tag später, am 1. Juni, soll im „Eingangsbereich eines jeden Dienstgebäudes (…) als Ausdruck der geschichtlichen und kulturellen Prägung Bayerns gut sichtbar ein Kreuz“ hängen. Für die staatlichen Behörden des Landes ist das eigentlich Pflicht, aber eine Pflicht, die nicht überwacht wird, für die Kommunalbehörden wird das Kreuz „empfohlen“, was also aufs Gleiche hinausläuft.

Nachdem die Direktorin des staatlichen Neuen Museums Nürnberg angekündigt hatte, kein Kreuz aufzuhängen, ließ der Pressesprecher des Innenministeriums wissen, das sei kein Problem, „Museen und Theater dienten der kulturellen Darstellung und hätten nichts mit dem Handeln von staatlichen Behörden zu tun“.

Das eben noch als Zeichen der kulturellen Prägung Bayerns geltende Kreuz muss also erstens sowieso nicht hängen und zweitens schon gar nicht in Einrichtungen, die die kulturelle Prägung Bayerns dokumentieren. Das verstehe, wer will. Stattdessen wird das Kreuz jetzt mit dem „Handeln von staatlichen Behörden“ in Verbindung gebracht. Genau das verbietet aber die Verfassung, die bayerische die wie die deutsche. Der Staat hat sich in Religionsangelegenheiten neutral zu verhalten.

Die Geschichte mit dem Kreuz nimmt einen Verlauf, den sich der Engel Aloisius selbst im schlimmsten Rausch im Hofbräuhaus nicht hätte ausmalen können. Nachdem erst der Ministerpräsident erklärte, das Kreuz sei gar kein religiöses Symbol, dann doch, dann der CSU Generalsekretär Erlass-Kritiker zu „Religionsfeinden“ erklärte, damit dummerweise auch den obersten deutschen Katholiken Kardinal Marx, wird jetzt also das Symbol der kulturellen Prägung Bayerns als irrelevant für staatliche Kultureinrichtungen erklärt. Da ging doch einiges daneben.

Aloisius hockt nach wie vor im Hofbräuhaus, von ihm ist kein Rat zu erwarten. Stattdessen haben sich Münchner Studierende in einem „Bündnis für Kreuzvielfalt an Bayerischen Hochschulen“ – die Universitäten sind ja eigentlich auch betroffen, aber noch eigentlicher, siehe oben, dann doch nicht – zusammengefunden. Sie planen „Kollektive Kreuzlektüren“, ein Event am 30. Mai am Geschwister-Scholl-Platz vor dem Hauptgebäude der LMU München, um die verschiedenen kulturellen Prägungen, die das Kreuz hinterlassen hat, sichtbar zu machen. Man braucht wenig hellseherische Fähigkeiten, um vorherzusagen, dass rund um den 1. Juni noch so manches zum Kreuz-Erlass auf die Bühne kommt. Das alles hätte man sich und uns besser erspart.

Es wäre schön, wenn sich die Politik um die Probleme des Landes kümmern würde, an diesem Kreuz hätte sie genug zu tragen. Prekäre Beschäftigungsverhältnisse, Pflegenotstand, Wohnungsmangel, Integrationsprobleme, Digitalisierung, Verwerfungen im Welthandel, Nationalismus, Umweltzerstörung – dafür Lösungen auf den Weg zu bringen, ist für die kulturelle Prägung Bayerns wirklich wichtig. Ich bin sicher, Aloisius trinkt sich den Tag schön, weil er mit dieser Botschaft jahrein jahraus nicht ankam und mitansehen musste, wie sich deswegen die AfD in Bayern breitmacht. Wenn er aufwacht, hat die CSU einen Kater.

Kommentare (103)

  1. #1 Beobachter
    30. Mai 2018

    Will man nun mit dieser “Performance”, diesem “Event” fachübergreifend auf den Sinn oder den Unsinn dieses Erlasses aufmerksam machen ?

    Heutzutage weiß man ja nie so genau …

    http://www.komparatistik.uni-muenchen.de/aktuelles/veranstaltungen/zefix/index.html

    http://www.komparatistik.uni-muenchen.de/funktionen/impressum/index.html

  2. #2 Spritkopf
    30. Mai 2018

    Der Tag nach Happy Kadaver ist Brückentag. Da sind die mit der Aufhängung des Lattenjupp beauftragten Hausmeister eh schon alle im Wochenendtran.

    Das eben noch als Zeichen der kulturellen Prägung Bayerns geltende Kreuz muss also erstens sowieso nicht hängen und zweitens schon gar nicht in Einrichtungen, die die kulturelle Prägung Bayerns dokumentieren. Das verstehe, wer will.

    Naja, da ist dem Söder und seinen nachgeordneten Brüdern im Geiste halt erst mit Verspätung aufgegangen, dass sie sich gewaltig blamiert haben. Also gilt jetzt die Parole: “Möglichst keinen Lärm drum machen, der noch mehr Staub aufwirbeln könnte.”

    Allerdings gehe ich davon aus, dass man im Zweifelsfall den Kreuzerlass als Mittel zum Zweck nutzen wird, missliebige Behördenleiter zu sanktionieren, die man anderweitig nicht drankriegt.

    • #3 Joseph Kuhn
      30. Mai 2018

      @ Spritkopf:

      “Allerdings gehe ich davon aus, dass man im Zweifelsfall den Kreuzerlass als Mittel zum Zweck nutzen wird, missliebige Behördenleiter zu sanktionieren, die man anderweitig nicht drankriegt.”

      Das wäre angesichts des dann zu erwartenden medialen Wirbels ein Fall von besonderer politischer Dummheit. Wenn ein Minister Behördenleiter, “die man anderweitig nicht drankriegt”, doch drankriegen will, hat er viel elegantere Möglichkeiten, als sich so selbst ins Knie zu schießen.

  3. #4 Beobachter
    30. Mai 2018

    ” … Für die staatlichen Behörden des Landes ist das eigentlich Pflicht, aber eine Pflicht, die nicht überwacht wird, für die Kommunalbehörden wird das Kreuz „empfohlen“, was also aufs Gleiche hinausläuft. … ”

    Ist das neue bayerische PAG, wie der bayerische Kreuz-Erlass, in der Umsetzung und Durchführung dann auch nur eine “nicht überwachte Pflicht”, eine “Empfehlung”?

    Es wäre zu hoffen, dass es dazu auch noch viele (große) “fachübergreifende” Performances und Events geben wird …

    • #5 Joseph Kuhn
      30. Mai 2018

      @ Beobachter:

      Sie sollten nicht immer nur das assoziativ als moralisch richtig Gefühlte hinschreiben, ohne darüber nachzudenken, was Sie da hinschreiben. Erstens geht es im PAG um erweiterte Handlungsmöglichkeiten der Polizei, es schreibt ihr nicht vor, diese auch anzuwenden. Zweitens ist die richterliche Überwachung dieser Handlungsmöglichkeiten doch geradezu notwendig, sonst würde das Gesetz ja zur Polizeiwillkür ermächtigen. In der Tendenz gilt das auch für die politische Überwachung der Umsetzung des Gesetzes durch die angekündigte Kommission: Man mag sie als zahnlosen Tiger ansehen, aber besser es gibt sie als es gib sie nicht. Damit soll nicht das PAG verteidigt werden, falls Sie das in erster Aufwallung vermuten sollten.

  4. #6 noch'n Flo
    Schoggiland
    30. Mai 2018

    Lujah sog I!

  5. #7 Beobachter
    30. Mai 2018

    Macht der RCDS (Ring Christlich-Demokratischer Studenten) bei dieser “wissenschaftlichen Performance” (“Zefix”) an der LMU zum Kreuz-Erlass eigentlich auch mit?

    Ist der “größte, älteste und einflussreichste politische Studentenverband in Deutschland” und in Bayern nun dafür oder dagegen – politisch und wissenschaftlich gesehen?

    http://rcds.de/
    http://www.rcds-bayern.de/

    Der Kreuz-Erlass kommt beim RCDS nicht vor …
    Wo bleibt da das studentische “christlich-demokratische” Engagemang ? 🙂

  6. #8 RPGNo1
    30. Mai 2018

    Wie heißt es so schön in “Der Münchener im Himmel”? Derweil wartet die bayerische Regierung noch immer auf die göttlichen Ratschläge (bzw. die göttliche Eingebung).
    QED

  7. #9 Joseph Kuhn
    30. Mai 2018

    Update:

    In der Süddeutschen Zeitung ist heute eine interessante Zusammenstellung des Umgangs staatlicher Kultureinrichtungen mit dem Kreuz-Erlass. Es lohnt sich, die Begründungen der Behördenleiter zu lesen.

    Zu Beginn zitiert der Artikel die Sprecherin des zuständigen bayerischen Wissenschaftsministeriums. Sie erklärt nun den Erlass für staatliche Hochschulen, Theater und Museen explizit zur “Empfehlung”. Und weiter: “Damit kann der Kultur- und Kunstbetrieb in seiner Freiheit, die wir ja so lieben, sicher gut leben.”

    Die sich logisch daran anschließende Frage, ob demnach andere Behörden in ihrem Handeln (siehe oben die Position des Innenministeriums) gegenüber dem, was das Kreuz symbolisiert, nicht frei sind und was das konkret bedeutet, je nachdem, was das Kreuz nun symbolisiert, bleibt der findigen Interpretation überlassen. Man hat den Eindruck, mit jedem neuen Statement der “Erlasser” wird das Desaster noch ein Stück größer. Gutes politisches Handwerk sieht anders aus.

  8. #10 Alderamin
    30. Mai 2018

    @Joseph

    Die Geschichte mit dem Kreuz nimmt einen Verlauf, den sich der Engel Aloisius selbst im schlimmsten Rausch im Hofbräuhaus nicht hätte ausmalen können. Nachdem erst der Ministerpräsident erklärte, das Kreuz sei gar kein religiöses Symbol, dann doch, dann der CSU Generalsekretär Erlass-Kritiker zu „Religionsfeinden“ erklärte, damit dummerweise auch den obersten deutschen Katholiken Kardinal Marx, wird jetzt also das Symbol der kulturellen Prägung Bayerns als irrelevant für staatliche Kultureinrichtungen erklärt. Da ging doch einiges daneben.

    Das ist doch der klassische Fall des Populismus. Eine einfache Lösung für ein komplexes Problem wird vorgeschlagen (und wenn man an der Regierung ist, umgesetzt). Das geht dann fürchterlich schief. Aber irgendwas bleibt hängen. Man hat es ja wenigstens versucht. Darum geht’s, dem Volk auf’s Maul geschaut. Das Volk bekommt die Regierung, die es verdient.

  9. #11 hmann
    30. Mai 2018

    Spritkopf
    mit #2 wirst du deinem Namen voll gerecht.

    Beobachter
    Von einer Universität darfst du nicht zuviel verlangen .
    Im Vorlesungsverzeichnis von 2017 fand ich diese Vorlesung:
    PROF.DR. TOBIAS DÖRING IDK-MIMESIS Frankensteins Erbe:
    Wer sich mit Frankenstein beschäftigt, der darf auch über das Kreuz lästern.

    JK
    Über Fronleichnam hat noch keiner was gesagt. Machen Sie es jetzt den Kollegen von der PR-Brache nach, erst mal ein passender Aufhänger, der Inhalt findet sich schon noch.

    Alderamin
    Aber irgendwas bleibt hängen. So ist es.
    Und wenn es der gute Geschmack ist, der auf der Strecke bleibt.

  10. #12 Alisier
    30. Mai 2018

    Ist es eigentlich auch Pflicht (oder empfohlen?), dass Gläubige jeder Art immer belegen nichts zu verstehen oder verstehen zu wollen, hmann?

  11. #13 hmann
    30. Mai 2018

    Alisier,
    natürlich verstehe ich eure Absicht. Ich versuche doch nur klarzumachen, dass der Aufhänger Fronleichnam ein no go ist. Mach das mal in Portugal .

  12. #14 Alisier
    30. Mai 2018

    Du kennst das Ausland nicht, hmann, und hast völlig schräge Vorstellungen über Ausländer, wie Du hier öfters belegst.
    Ich empfehle eine Reise nach Lisboa: wunderschöne Stadt.

  13. #15 Beobachter
    30. Mai 2018

    @ Joseph Kuhn, # 5:

    … dann haben aber sehr viele Leute (außer mir) “assoziativ-moralisch richtig gefühlte Aufwallungen”, wenn sie sich zum CSU-“Vorreiter” Bayern, dem Kreuz-Erlass, zu den “Ankerzentren”… und besonders auch zum PAG Gedanken machen … :

    http://www.sueddeutsche.de/muenchen/polizeiaufgabengesetz-demo-muenchen-1.3974391

    @ Alderamin, # 10:

    ” … Das Volk bekommt die Regierung, die es verdient.”

    Bist du auch “das Volk”, und hättest du auch eine CSU-“Regierung verdient” –
    (wenn du zufällig in Bayern wohnen und wählen würdest)? 😉

    “Das Volk” ist keine homogene, amorphe Masse.
    Da macht man es sich zu einfach und nimmt sich selbst meist aus.
    Gibt es “die Amerikaner”, “die Juden”, “die Schwarzen”, … ?!

    Und auch eine demokratisch gewählte Regierung kann nach erfolgter Wahl Entscheidungen treffen, Kurse einschlagen und/oder Koalitionen eingehen, die dem Wählerwillen nicht entsprechen und nicht absehbar waren.
    (Bsp.: Siehe SZ-Link oben)

  14. #16 hmann
    30. Mai 2018

    Alisier,
    in Lisboa war ich erst vor kurzem. Die Leute machen alle einen bedrückten Eindruck. Die nehmen nämlich ihre Religion ernst. Eine Cousine wohnete viele Jahre in Lisboa und eine Bekannte von uns ist Portugiesin, eine streng gläubige. Tipp: Fatima, das hat mich sehr beindruckt.
    Bom dia.

  15. #17 rolak
    30. Mai 2018

    Engel Aloisius selbst im schlimmsten Rausch im Hofbräuhaus

    Endlich ist bei mir der Groschen gefallen – heut morgen war mir noch nach ‘an Engel kriagt doch koan Rausch net’ (oder so), doch der Engel war ja nicht immer einer und kann sich ja erinnern (wenn auch nicht mehr an das mit dem Auftrag).
    Das mit dem 1.Juni ist mir allerdings immer noch eher unverständlich, wie passend wärs doch am Tag davor gewesen, nicht nur inhaltlich (der Tagesname hängt ja gerne mal am Kreuz) sondern auch wegen des Ablaufs. Die Anlieferung und rituelle Hängung könnten doch mit dem traditionellen Brimborium verbunden werden, in jeder Amtsstube eine Statio. Und einen tollen DruckSlogan hätte es auch noch gegeben: “Entweder Prozession oder Prozess!”

    Doch ja, es lohnt sich vielleicht, auf weitere Soli bei diesem Eiertanz zu warten…

  16. #18 Alderamin
    30. Mai 2018

    @Beobachter

    Bist du auch “das Volk”, und hättest du auch eine CSU-“Regierung verdient” –
    (wenn du zufällig in Bayern wohnen und wählen würdest)?

    Klar. Als Teil eines Volks, das derartige Mehrheiten hat, säße ich selben Boot und müsste die Konsequenzen tragen. Bin allerdings kein Baier (oder Franke).

    “Das Volk” ist keine homogene, amorphe Masse.

    Das weiß ich auch. Man kann’s auch so sagen: Alle bekommen das, was die Mehrheit von ihnen gewählt hat. Kommt aber aufs selbe raus.

    Gibt es “die Amerikaner”, “die Juden”, “die Schwarzen”, … ?!

    Die Deutschen haben den Krieg verloren und tragen die Verantwortung dafür. Jeder einzelne dafür, dass sich so etwas nicht wiederholt. Haben einige nicht verstanden.

    Und auch eine demokratisch gewählte Regierung kann nach erfolgter Wahl Entscheidungen treffen, Kurse einschlagen und/oder Koalitionen eingehen, die dem Wählerwillen nicht entsprechen und nicht absehbar waren.

    Klar, aber in diesem Fall (Kreuz-Verordnung) geht es ganz klar darum, dem Volk (oder was man dafür hält) nach dem Maul zu reden. Das Volk, lat. populus -> Populismus.

  17. #19 Alisier
    30. Mai 2018

    Und der Bruder deiner Schwägerin bestätigte Dir deinen Eindruck, vermute ich, hmann……
    Und jetzt gib doch einfach zu, dass Du keine Ahnung hast, mein Gott……

  18. #20 Lisa
    30. Mai 2018

    @ Alderamin:

    Haben wir wirklich die Verantwortung dafür, den nächsten Krieg nicht wieder zu verlieren?

  19. #21 Alisier
    30. Mai 2018

    Du bist gemein, Lisa…..

  20. #22 Beobachter
    30. Mai 2018

    @ Alderamin, # 18:

    Klar, aber worum geht es im Fall PAG ganz klar?
    Da hat man dem Volk, oder was man dafür hält, offenbar nicht nach dem Maul geredet – aber genauso durchgesetzt. Trotz der Massenproteste.
    Vermutlich bist du gottfroh, dass du nicht in Bayern (inkl. Franken) wohnst.

    ” … Die Deutschen haben den Krieg verloren und tragen die Verantwortung dafür. … ”

    Welche Deutschen? Alle?
    Gab es nur Täter und Mitläufer und Dummköpfe?
    Alle Deutschen “haben den Krieg verloren”, alle Generationen von Deutschen von der (Vor-)Kriegsgeneration bis zur heutigen?
    Wir müssen bis heute zwar alle die Folgen tragen, aber nicht die Verantwortung dafür, was die Generationen vor der unseren befürwortet, ermöglicht, veranlasst, nicht verhindert, geduldet haben, wen sie erschossen haben, wofür sie sich haben erschießen lassen etc.
    Wir tragen die Verantwortung dafür, was heute passiert oder nicht passiert –
    und dafür, dass die NS-Zeit und der 2. Weltkrieg nicht in Vergessenheit geraten und, ja, “dass sich so etwas (oder Ähnliches, Vergleichbares) nicht wiederholt”.

    Und die Entwicklung ist gerade dabei, sich zu wiederholen … !
    Und das haben Viele nicht verstanden …

  21. #23 Alderamin
    30. Mai 2018

    @Lisa

    Ja, indem man ihn beginnt. Natürlich weißt Du, dass es mir darum ging, nicht wieder solche Leute an die Macht zu bringen, die mit der damaligen Ideologie liebäugeln.

    Es macht mich fassungslos, wenn ich nach Polen, Ungarn, Russland oder die Türkei schaue, welche große Anteile der Bevölkerung da demokratiefeindlichen Anführern hinterher rennen und sich auch noch toll dabei finden. “Wir konnte so was passieren?” haben wir uns in der Schule immer gefragt, wenn es um die NS-Zeit ging. Jetzt wissen wir’s. Weil die Leute zu großen Teilen blöde sind. Früher wie heute. Lässt sich kaum schönreden.

    Und Blöde jubeln, wenn Söder Kreuze in Ämtern aufhängen lässt. Der weiß schon genau, was er da tut.

  22. #24 Beobachter
    30. Mai 2018

    @ Alderamin, # 23:

    “Ja, indem man ihn beginnt. … ”

    WIE BITTE ?! Wen oder was “beginnt” ?
    Etwa den Krieg ?!

    Darf ich fragen, wie alt du bist und was du von Beruf bist?

  23. #25 Alderamin
    30. Mai 2018

    @Beobachter

    Klar, aber worum geht es im Fall PAG ganz klar?
    Da hat man dem Volk, oder was man dafür hält, offenbar nicht nach dem Maul geredet – aber genauso durchgesetzt. Trotz der Massenproteste.

    Ach, das waren doch nur die Linken (sagt sich der Söder). Am Stammtisch wird ja ganz anders geredet. Schweigende Mehrheit und so.
    Was man dem Volk als völlig bedeutungslose Möhre für kein Geld hinschmeißt ist im übrigen die eine Sache – was man an echten Maßnahmen durchzieht, um mehr Kontrolle zu bekommen, ist was ganz anderes. Letzteres macht man meistens am Anfang der Legislaturperiode und während einer großen (Sport-)Veranstaltung, ersteres kurz vor einer Wahl.

    Welche Deutschen? Alle?
    Gab es nur Täter und Mitläufer und Dummköpfe?

    Natürlich nicht. Und in den 30ern gab es auch noch keinen Präzedenzfall. Aber heute sollte jeder wissen, was passieren kann und sich frühzeitig wehren.

    Eigentlich bin ich, was unser Land betrifft, relativ zuversichtlich, wenn man jüngste Umfragen so hört, sind doch 70%-80% der Deutschen für EU, Euro und gegen Fremdenhass. In anderen europäischen Ländern sieht es aber leider schlechter aus.

    Wir tragen die Verantwortung dafür, was heute passiert oder nicht passiert –
    und dafür, dass die NS-Zeit und der 2. Weltkrieg nicht in Vergessenheit geraten und, ja, “dass sich so etwas (oder Ähnliches, Vergleichbares) nicht wiederholt”.

    Und die Entwicklung ist gerade dabei, sich zu wiederholen … !
    Und das haben Viele nicht verstanden …

    Das meine ich. Der einzige Unterschied ist, dass es uns heute im Vergleich viel besser geht als in der Wirtschaftskrise, die zum Aufstieg der NSDAP führte (noch; der Trumpel hat es ja schon geschafft, den Kraftstoffpreis in die Höhe zu treiben; und demnächst beharken wir uns gegenseitig mit Strafzöllen – tolle Aussichten). Und dass die meisten Autokraten, die sich derzeit tummeln, keine Großmachtsfantasien haben, sondern sich als Kleptokraten nur ihren Status erhalten wollen. Aber wer weiß, ob das so bleibt oder wer ihnen nachfolgt und die ausgehöhlten Schein-Demokratien dereinst erbt.

  24. #26 Alderamin
    30. Mai 2018

    @Beobachter

    “Ja, indem man ihn beginnt. … ”

    Weiß nicht, warum das so raus ging, aber tatsächlich wollte ich schreiben

    “Ja, indem man ihn gar nicht erst beginnt”

    Muss mich entschuldigen, bin gerade parallel noch was anderes am Erledigen und gelegentlich ruft auch mal jemand an…

  25. #27 Joseph Kuhn
    30. Mai 2018

    Updates:

    1. Die Giordano-Bruno-Stiftung und der Bund für Geistesfreiheit organisieren aus Anlass des Kreuz-Erlasses am 1.6. einen “Aktionstag für ein weltoffenes Bayern und einen weltanschaulich neutralen Staat” an zentralen Plätzen in München.

    Giordano Bruno war, viele werden es wissen, Dominikaner-Mönch und wurde wegen nicht kirchenkonformer Ansichten am 17.2.1600 in Rom als Ketzer verbrannt. Ob die Giordano-Bruno-Stiftung Söder ob seiner von der kirchlichen Deutung des Kreuzes abweichenden Ansichten auch als Ketzer betrachtet, ist nicht bekannt.

    2. Mit der Giordano-Bruno-Stiftung verbandelt ist das “Institut für Weltanschauungsfragen”. Dort ist jetzt eine Replik auf Udo Di Fabios Verteidigung des Kreuz-Erlasses in der ZEIT erschienen. Der Artikel zitiert u.a. aus der Begründung einer erst 2017 in Kraft getretenen Novellierung des Beamtenstatusgesetzes zum Verbot der Verschleierung des Gesichts: “Der Staat ist darüber hinaus verpflichtet, weltanschaulich-religiös neutral aufzutreten.” Konkreter geht es eigentlich nicht.

    3. Bei der Ausnahmeregelung für Hochschulen, Museen und Theater, für die der Erlass nur eine “Empfehlung” sei, “handle es sich nicht um eine Korrektur, sondern das sei von Anfang an so geplant gewesen”, zitiert die ZEIT die Sprecherin des Wissenschaftsministeriums. Warum das dann niemand der widerspenstigen Nürnberger Museumsdirektorin vor ihrer Verweigerung gesagt hat? Jetzt klingt das reichlich nachgeschoben.

  26. #28 Holger Gronwaldt
    30. Mai 2018

    Ach Robert,

    xxxx

    [Edit: Bitte woanders, JK]

  27. #29 Joseph Kuhn
    30. Mai 2018

    @ hmann, Holger Gronwaldt:

    Ich habe euren letzten Kommentare gelöscht (samt dem darauf bezogenen von RPGNo1). Tragt bitte euren Ehestreit woanders aus. Jede Fortsetzung eures ewigen Spiels lösche ich kommentarlos, bevor auch dieser Thread von euch gemeuchelt wird.

  28. #30 DH
    30. Mai 2018

    Aloisius ist wohl nicht der einzige, der sich die Verhältnisse schön säuft. Ein Nürnberger im Himmel…

  29. #31 PDP10
    30. Mai 2018

    Das verstehe, wer will.

    Nope. No. Non.

    Verstehe ich nicht und will ich auch nicht. Is mir schlicht zu blöde.

    Als ich die Nummer mit den Hochschulen, Museen etc. die davon ausgenommen sind heute morgen im Radio gehört habe, habe ich vor Lachen unter dem Schreibtisch gelegen ….

    Typisch für dieses populistische Geschwätz. Erst setzt man irgendeinen Unsinn in die Welt um Schlagzeilen in “SOOOO GROSSEN BUCHSTABEN!” (Harald Schmidt) auf den Titelseiten der einschlägigen Blättchen zu produzieren … und wenn dann mal einer fragt: “Na? Wie läufts?”. “Äh … ähm … murmel … nich so optimal …”.

    Ich bin mal gespannt auf die nächste Sonntagsfrage zu den Landtagswahlen in Bayern. Ich glaube, diesen lächerlichen Unsinn nimmt inzwischen sogar der letzte stramme Gamsbart-und-Lederhosen-CSU-Wähler übel. Zumal jener oben schon erwähnte Kardinal Marx zumindest für die meisten CSU-Wähler schon noch über dem Bayerischen Ministerpräsidenten steht – Jedenfalls wenn es um sowas geht.

    Sauberer Fuß-Schuss von dem Herr Söder.

    Mein Tipp: Die CSU kackt bei den Landtagswahlen böse ab. Söder war dann die Längste Zeit Präsi und die müssen sich einen neuen / eine neue suchen.

    Was macht eigentlich Gabriele Pauli?

  30. #32 PDP10
    30. Mai 2018

    @hmann mal wieder …

    Schön aus dem Zusammenhang gerissen und selektiv zitiert:

    Von einer Universität darfst du nicht zuviel verlangen .
    Im Vorlesungsverzeichnis von 2017 fand ich diese Vorlesung:
    PROF.DR. TOBIAS DÖRING IDK-MIMESIS Frankensteins Erbe

    Die vollständige Ankündigung der Vorlesung:

    “Lecture Series: Frankensteins Erbe – Künstlerische Produktion und künstliche Reproduktion”

    http://www.mimesis-doc.uni-muenchen.de/lecture-series/index.html

    Wäre durchaus eine Ringvorlesung gewesen, in die ich mich reingesetzt hätte.

  31. #33 hmann
    31. Mai 2018

    PDP10
    ich hätte mich auch reingesetzt, das mit dem Hinweis war nur Polemik. Und ich findes es gut, wenn sich ein Professor nicht zu schade ist, für solche Themen Vorlesungen zu halten.
    JK hat uns ja auch schon mal mit “Bestie Mensch” betitelt.
    Übrigens, auf die Landtagswahl bin ich auch gespannt.

  32. #34 hmann
    31. Mai 2018

    Für alle Nichtkonfessionellen,
    Heute ist Fronleichnam. Das ist ein kirchliches Hochfest, das 1246 zum ersten Mal in Lüttich durchgeführt wurde, und dann 1264 von Papst Urban. , IV bestätigt wurde.
    Fronleichnam nimmt Bezug auf die Hl . Eucharistie, bei der der Priester die Hostie (Oblate) hochhält und sagt : Das ist der Leib Christi.
    Nach katholischer Vorstellung findet in diesem Augenblick die Wandelung statt, wo sich die Hostie in den Leib Christi verwandelt.
    Nach evangelischer Auffassung ist dieser Vorgang nur symbolischer Art, als Erinnerung an Jesus Christus.
    Meine Meinung:
    Die tatsächliche Verwandlung der Hostie in den Leib Christi ist konsequent, alles andere wäre nur ein Theater.
    Bei den Fronleichnamsprozessionen wird nun die Hostie durch den Ort getragen und den Menschen gezeigt..
    Für alle Zweifler,
    die hier innewohnende Logik ist verwandt mit der Einstellung gegenüber der HP.

  33. #35 Joseph Kuhn
    31. Mai 2018

    @ hmann:

    Den Kommentar habe ich mal durchgelassen, wegen des interessanten letzten Satzes zur angeblichen Verwandtschaft der Transsubstantiation mit der Homöopathie. Sie bleiben aber vorerst “auf Bewährung” in der Moderationsschleife.

    Das Thema ist hier aber OT, falls man es nicht schafft, die Kurve zum Kreuzerlass zu kriegen. Holger Gronwaldt: bitte nicht neu in den Religionskrieg einsteigen. Und wer die Homöopathie-Analogie kommentieren will, bitte irgendwo in einem Homöopathie-Thread.

  34. #36 Spritkopf
    31. Mai 2018

    @Robert

    XXX

    [Edit: Kommentar gelöscht. Bitte 1. sachliche und 2. möglichst themenbezogene Kommentare, auch wenn es manchmal schwerfällt. Danke. JK]

  35. #37 Spritkopf
    31. Mai 2018

    @Joseph Kuhn

    Das Thema ist hier aber OT, falls man es nicht schafft, die Kurve zum Kreuzerlass zu kriegen.

    Habe deinen Kommentar erst gesehen, nachdem ich meinen abgeschickt hatte. Und auch ich habe zugegebenermaßen nicht die Kurve zum Kreuzerlass gekriegt, weswegen ich die mit Sicherheit folgenden Ergüsse des Herrn hmann nicht mehr kommentieren werde. 🙂

  36. #38 hmann
    31. Mai 2018

    JK,
    das haben Sie gut erkannt, dass die innere Logik auch mit dem Kreuzerlass zusammenhängt.
    Das Kreuz hat drei Dimensionen, erstens die rechtliche, zweitens die symbolische und drittens die reale, die für Christen reale Position.
    Und deswegen erscheint der Streit um das Kreuz erstmal als Komödienstadl, aber dann, dann wird klar, dass hier mehr dahinter steckt. Und in diesem Widerstreit muss man Farbe bekennen. Das hat Söder nicht bedacht. Wer das Kreuz für real hält und es verdammt, der ist böse, wer das Kreuz für ein Symbol hält und es verdammt, der ist für Christen verdächtig, wer das Kreuz gar nicht achtet und es verdammt, der ist ein Atheist. In diese Ecke will Söder gar nicht gestellt werden.
    Für ihn gilt, wer das Kreuz als Symbol begrüßt, der ist ein guter Christ und damit ein guter Bajer.
    Wenn er durch ein Gericht gezwungen wird , den Kreuzerlass zurückzunehmen, wird sich zeigen, ob es nur politisches Kalkül, oder ob es seine Überzeugung ist. Dann beginnt die Transubstantation von Söders Gehirn (oder auch nicht).

  37. #39 Oma Wetterwachs
    31. Mai 2018

    #9 Joseph Kuhn: „Es lohnt sich, die Begründungen der Behördenleiter zu lesen.“

    Stimmt! Keiner von den Behördenleitern ist „nicht ganz dicht“ (#403 in Das Kreuz mit dem Kreuz) und plappert von zivilem Ungehorsam. Keiner spricht explizit von evtl. fehlender Verfassungskonformität des Erlasses. Die meisten Antworten müssen in Söders Ohren klingeln. Sie reichen von „Okay, wenn es denn sein muss, aber sag doch erst mal genau, was du eigentlich willst!“ bis „Du kannst mich mal, Männlein, besser, du kannst mich eben nicht mal.“
    Michael Krüger, Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, München wird kein Kreuz aufhängen. Er begründet das auch damit, dass „Kunst und Wissenschaft (…) ohnedies nicht mehr ganz frei“ sind, also nur noch so ein bisschen frei, und man „ ihren geringen Freiraum nicht noch durch törichte Kreuzaufhängungen beschneiden“ sollte.
    (Wenn der Rummel vorbei ist, würde ich gerne von ihm wissen, bis zu welchem Zeitpunkt Kunst und Wissenschaft ganz frei waren.)
    Nett frech finde ich, was Dorothee Schäfer, Sprecherin des Museums Fünf Kontinente, München schreibt. Sie stellt fest, dass der Erlass dem Geist ihres Hauses widerspricht, in dem die Kulturen und Religionen gleichberechtigt nebeneinander stehen. „Wir wollen keine favorisieren.“ schreibt sie und gibt dann augenzwinkernd zu: „Wobei wir das fast ein bisschen tun: In unserem Treppenhaus steht seit dem Jahr 1926 ein Buddha und begrüßt die Besucher.“

  38. #40 Oma Wetterwachs
    31. Mai 2018

    #38 hmann „die Transubstantation von Söders Gehirn“

    Abschreibfehler bei schweren Fremdwörtern sind dämlich, aber was Dämlichkeiten betrifft, kann sich hmann inzwischen auf das Gewohnheitsrecht berufen.
    Meiner Phantasie aber die Vorstellung aufzuzwingen, was nach einer Transsubstantiation von Söders Gehirn rauskäme und zum Schlucken dargereicht würde, ist nicht mehr tolerabel! So ein altes Ferkel, echt jetzt.

  39. #41 tomtoo
    31. Mai 2018

    Ja, es scheint in zu geben, diesen Freigeist.

  40. #42 Holger Gronwaldt
    31. Mai 2018

    @hman,

    ich werde den Gesprächsfaden hier wieder aufnehmen.

  41. #43 Integrity
    31. Mai 2018

    Spätestens das Bundesverfassungsgericht wird die Verordnung wieder kassieren. Staat hat neutral zu sein und Religion sollte Privatsache bleiben. Söder ist sich dessen höchstwahrscheinlich vollkommen bewusst.
    Ich bin kein Feind des Glaubens. Wenn er einem Halt im Leben gibt, dann ist das zweifelsohne eine gute Sache. Leider ist er für sehr viele Menschen das einzige, das sie im Leben haben.
    Mir geht diese elende Heuchelei langsam richtig auf die Nerven. Die selbsternannten Retter des christlichen Abendlandes quer durch die Republik haben mit Nächstenliebe, Mitmenschlichkeit, Mitgefühl und Hilfsbereitschaft so viel zu tun wie Roger Federer mit Synchronschwimmen.
    Wer dubiose Figuren wie Orban zu sich einlädt, ihn feiert und sich christlich nennt, der hat ein gewaltiges Problem mit der Ehrlichkeit.
    Angela Merkel hat sich entschieden diese armen Leute vor dem Erfrierungstod auf dem budapester Bahnhof zu bewahren und humanitäre Hilfe zu leisten. Dafür wird sie nun von vielen in diesem Land gehasst. Gute Nacht Deutschland!

  42. #44 hmann
    31. Mai 2018

    Integrity,
    von der Heuchelei sind alle betroffen, in der Gesellschaft nennt sich das Politik. Und wer da gut tricksen kann, der schafft es sogar zum großen Staatsmann, siehe F.J.Strauß.
    Frau Merkel hat die Moral wieder gesellschaftsfähig gemacht. Dafür wird sie angefeindet, aber die schweigende Merheit toleriert sie. Was sich mit dem Kreuzerlass andeutet, das schafft Optimismus. Unser Rechtsstaat funktioniert noch.

  43. #45 Spritkopf
    31. Mai 2018

    Ich denke ja immer, tiefer als Null gehts nicht mit der Merkbefreiung. Und dann kommt hmann daher und klopft von unten ans Wellblech.

    Was sich mit dem Kreuzerlass andeutet, das schafft Optimismus. Unser Rechtsstaat funktioniert noch.

    Dann erzählen Sie doch mal, inwiefern der Kreuzerlass, der einen Verstoß gegen das religiöse Neutralitätsgebot darstellt, das Funktionieren des Rechtsstaates belegen würde.

    Und für Nixkapinskis: Was ist ein Verstoß und bedeutet dieser im juristischen Kontext etwas Gutes und Wünschenswertes?

  44. #46 Joseph Kuhn
    31. Mai 2018

    Update:

    Der Bund für Geistesfreiheit München prüft eine Verfassungsklage gegen den Kreuz-Erlass: https://hpd.de/artikel/klage-gegen-kreuzpflicht-bayern-15655

    Er wird nicht der einzige sein.

  45. #47 Holger Gronwaldt
    31. Mai 2018

    Ach Robert,

    der schafft es sogar zum großen Staatsmann, siehe F.J.Strauß.

    Strauß ist nie ein Staatsmann gewesen, er hatte nur ein paar Machtpositionen inne, in denen er seine kriminelle Energie ausleben konnte, ohne dass ihm jemand gegen den Karren fahren konnte. Zum Staatsmann fehlten ihm ALLE charakterlichen Voraussetzungen.

    Auch ein intelligenter Verbrecher bleibt ein Verbrecher und Straußens Vergehen hätten normalen Menschen locker ein paar Hundert Jahre Gefängnis eingebracht. Sein Talent bestand aber auch darin, seine Machenschaften geschickt zu tarnen.

  46. #48 Holger Gronwaldt
    31. Mai 2018

    @Joseph,

    könnte es sein, dass alles nach Söders Plan läuft? Möglicherweise hat er den Widerstand einkalkuliert und hofft darauf, dass sich alle gläubigen Christen – und das dürfte in Bayern noch die Mehrheit sein – letzten Endes eine Wagenburgmentalität entwickeln und sich auf seine Seite schlagen, weil sie das Christentum insgesamt bedroht sehen, “wenn man nicht einmal mehr christliche Symbole aufhängen darf”.

    Es würde bei der Landtagswahl dann nicht mehr um politische Detailfragen gehen, sondern nur noch darum, ob “Christen” oder “Nichtchristen” die Mehrheit in Bayern haben. Söder würde sich dann bei der Rückgewinnung der absoluten Mehrheit sich als “Retter des Abendlandes” feiern lassen.

  47. #49 tomtoo
    31. Mai 2018

    @hmann
    Wenn ich viel liebe in deine #44 lege, kann ich es ja evtl. nachvollziehen, aber die letzten 2 Sätze solltest du schon näher erläutern ?

  48. #50 Joseph Kuhn
    31. Mai 2018

    @ Holger Gronwaldt:

    “Ach Robert, … Strauß ist nie ein Staatsmann gewesen, er hatte nur ein paar Machtpositionen inne, in denen er seine kriminelle Energie ausleben konnte”

    Zwischen diesen beiden Extremen gibt es genug Raum, um sich dem Phänomen Strauß etwas besser zu nähern, und das legt zugleich eine eheberaterische Hilfe für euch nahe:

    hmann sieht Strauß als jemand, der “getrickst” hat und so, das meint er sichtlich ironisch, zum “großen Staatsmann” wurde. In Sachen “Staatsmann” seid ihr gar nicht so weit auseinander. Du hättest also, statt wieder in den persönlichen Clinch zu gehen, z.B. sagen können: “Manche sehen Strauß sogar noch kritischer und halten ihm nicht nur Tricksereien vor, sondern kriminelle Machenschaften”, und hättest z.B. auf das Buch “Macht und Missbrauch” von Wilhelm Schlötterer verweisen können. Ich weiß, in dieser Form der Beziehung seid ihr nicht geübt, aber probiert es doch mal. Für euere emotionale Bindung, an der ihr uns alle so nett teilhaben lasst, wäre es einmal etwas Neues, Gemeinsamkeiten wahrzunehmen und anzuerkennen.

    “könnte es sein, dass alles nach Söders Plan läuft? Möglicherweise hat er den Widerstand einkalkuliert”

    Man darf Söder gewiss nicht unterschätzen, er ist ein talentierter Machiavellist. Aber das Chaos, das den Kreuz-Erlass von Anfang an begleitet, siehe oben, spricht doch dagegen. Stümperhaftes politisches Handwerk muss man nicht nachträglich zur besonders raffinierten Strategie erklären. Das sollte man Verschwörungstheoretikern und Trump-Fans überlassen.

    “Wagenburgmentalität”

    Dass Söder es auf eine Wagenburg-Mentalität (“Mia san Mia”) angelegt hat, ist klar, das sagt er ja indirekt selbst mit seinem Hinweis auf Prägung und Tradition. Etwas ausführlicher nachzulesen in einem Beitrag von Christoph Fleischmann in den Blättern für deutsche und internationale Politik, etwas kürzer hatte es Kardinal Marx mit seinem Spaltungsvorwurf formuliert.

    Aber man sollte auch uns Bayern nicht unterschätzen. Wir sind mental nicht gleichgeschaltet und auch nicht mit ein paar einfachen Politiker-Sprüchen zu manipulieren. Die Kreuz-Debatte in Bayern, selbst unter den Behördenleitern, ist doch außerordentlich lebendig. So viel wurde vermutlich in den letzten 20 Jahren nicht über die Verfassung, die Religionsfreiheit, das Verhältnis von Staat und Kirche, das “C” in der CSU usw. nachgedacht. Daher: “könnte es sein, dass alles nach Söders Plan läuft?”: Nein.

  49. #51 DH
    31. Mai 2018

    @Holger Gronwaldt
    Ich denke auch, man sollte Söder nicht überschätzen, außer bei seiner Fähigkeit zum Hinterhalt, wofür er vermutlich noch viele Belege liefern wird.
    Der will sich beim südlichen Teil als “echter” Bayer beweisen, schließlich kommt er aus dem potenziell sezessionistischen Nordbayern, und steht momentan noch unter Generalverdacht.
    Daß er dabei eher einem Klischee vom südbayerischen Ureinwohner folgt, als den säkularen Realitäten, die trotz heftigen Widerstands auch Bayern erreicht haben, steht dann wieder auf einem anderen Blatt.
    Die absolute Mehrheit steht längst nur noch offiziell zur Debatte, tatsächlich geht es für die CSU schon jetzt nur noch darum, in eine Zweierkoalition gehen zu können und keinen dritten Partner zu brauchen.

  50. #52 RPGNo1
    31. Mai 2018

    könnte es sein, dass alles nach Söders Plan läuft? Möglicherweise hat er den Widerstand einkalkuliert

    […] das Chaos, das den Kreuz-Erlass von Anfang an begleitet, siehe oben, spricht doch dagegen. Stümperhaftes politisches Handwerk muss man nicht nachträglich zur besonders raffinierten Strategie erklären.

    Ich neige Josephs Schlussfolgerung zu. Der Kreuzerlass war Söders Schnellschuss aus der Hüfte, um sich kurz nach der “Inthronisierung” als bayerischer MP als Macher zu präsentieren und die zweifelnden konservativen Stammwähler angesichts der Gefahr von rechts (AfD) und der kommenden Landtagswahl ruhig zu stellen. Söder und Sekundanten waren von dem heftigen Gegenwind überrascht, was auch die schrillen, teils irrationalen Reaktionen auf die Kritik von Kardinal Marx und anderen Kirchenvertretern zeigen.
    https://www.merkur.de/lokales/wolfratshausen/wolfratshausen-ort29708/wolfratshausen-was-ex-csu-minister-goppel-an-erzbischof-marx-unertraeglich-findet-9906073.html

  51. #53 PDP10
    31. Mai 2018

    @Joseph Kuhn:

    Zwischen diesen beiden Extremen gibt es genug Raum, um sich dem Phänomen Strauß etwas besser zu nähern,

    Der Franz Josef (nicht mal ein ‘ph’! Pff!) war sicher kein “großer Staatsmann” – dieser Begriff ist IMHO für Leute von einem Format eines Churchill oder Helmut Schmidt (jep. das ist so gemeint wie geschrieben) vorbehalten.

    Das er ein korruptes A-Loch war und ausserdem ein Schwergewicht in der bundesdeutschen (Bonner) Republik steht aber wohl ausser Frage.

    und das legt zugleich eine eheberaterische Hilfe für euch nahe:

    Ernsthaft jetzt? Psychologische Ferndiagnose? (Das war jetzt ironisch gemeint … s.u.).

    hmann sieht Strauß als jemand, der “getrickst” hat und so, das meint er sichtlich ironisch, zum “großen Staatsmann” wurde.

    Das mit dem “ironisch” wage ich zu bezweifeln. @hmann würde nicht mal wissen was das ist, wenn man ihm … ach egal … da muss ich mich wirklich nicht einmischen.

    Aber nochmal:

    Ad Strauß: Großkotzige Nichtsnutze von der sorte “ambitionierter Schülersprecher” wie den Söder hätte der damals nicht mal zum Frühstück gefressen. Das wär dem zu blöd gewesen …

    Ich meine … also HALLO?!? Die Lieblingsgegner eines Strauß waren damals ein Brandt, Wehner, Schmidt. Was hätte der mit so einem opportunistischem Wurm wie dem Söder anfangen sollen?

    Worum gings in dem Artikel oben nochmal … ?? Achso. Fronleichnam:
    Ich bin sicher, es gibt in Bayern immer noch Leute, die ihre Sakramente nicht nur vom lieben Herrgott, sondern auch vom Franz Josef empfangen wollen.

  52. #54 HoWe
    1. Juni 2018

    > Aber das Chaos, das den Kreuz-Erlass von Anfang an begleitet.

    Dabei stand es von Anfang so im Bericht der Kabinettssitzung drin. Können sie gerne hier nachlesen:

    http://www.bayern.de/wp-content/uploads/2018/04/180424-ministerrat.pdf

  53. #55 PDP10
    1. Juni 2018

    @HoWe:

    Boah! Erzähl was neues! Isses denn …

  54. #56 Joseph Kuhn
    1. Juni 2018

    @ PDP10:

    “einem opportunistischem Wurm wie dem Söder”

    Ich habe ihn oben anders charakterisiert und ich glaube, ich habe recht. Das Etikett Opportunist würde womöglich eher zu Wehner passen: “Den stalinistischen Säuberungen entging Wehner, doch gibt es Hinweise, dass er – möglicherweise zur Rettung des eigenen Lebens – andere deutsche Kommunisten denunzierte”, und der späteren Schmutzeleien Wehners gegenüber Brandt sollte man sich auch bewusst sein, bevor man ihn zu sehr als staatsmännischen Gegenentwurf zu Söder aufbaut. Im Übrigen: Söder als “Wurm” zu bezeichnen, ist nicht weit von der Ratten-und-Schmeißfliegen-Rhetorik von Strauß, oder enthumanisierenden Schmähungen aus dem AfD-Umfeld. Es wäre gut, das zu unterlassen.

    “Worum gings in dem Artikel oben nochmal … ?? Achso. Fronleichnam”

    Komisch, darüber ist hmann auch schon gestolpert. Ist der gedankliche Weg zum Kreuz-Erlass wirklich so weit? 😉

    @ Howe:

    “Aber das Chaos, das den Kreuz-Erlass von Anfang an begleitet. Dabei stand es von Anfang so im Bericht der Kabinettssitzung drin.”

    Wo steht denn in dem Bericht etwas davon, das Kreuz sei kein religiöses Symbol, oder vielleicht doch, Kritiker seien Religionsfeinde, die Behörden seien verpflichtet, aber man würde es nicht kontrollieren, für Kultureinrichtungen sei es nur eine Empfehlung …?

  55. #57 PDP10
    1. Juni 2018

    @Joseph Kuhn:

    und der späteren Schmutzeleien Wehners gegenüber Brandt sollte man sich auch bewusst sein, bevor man ihn zu sehr als staatsmännischen Gegenentwurf zu Söder aufbaut.

    Mir ist bewusst, was für ein A… Wehner war. Und ich habe ihn keineswegs als Staatsmann bezeichnet. (sondern Schmidt und Churchill).

    Aber er war Strauß ein würdiger Gegner und andersrum. Waldorf und Statler halt. Von zweifelhafter Reputation, aber wenigstens unterhaltsam und vor allem Streitbar. Und meinetwegen auch gerne Profis im diffamieren des Gegners … mit dem sie dann ein Bier trinken gegangen sind. Anders als heute (ja, nennt mich einen naiven, nostalgischen alten Sack … der ich bin) wo es offenbar nur noch ums diffamieren geht.

    Komisch, darüber ist hmann auch schon gestolpert. Ist der gedankliche Weg zum Kreuz-Erlass wirklich so weit?

    Den Satz danach hast du aber schon gelesen? :-).

  56. #58 Oma Wetterwachs
    1. Juni 2018

    Am 3. Mai 2018 veröffentlichte der Juraprofessor und ehemalige Bundesverfassungsrichter Udo Di Fabio in DIE ZEIT den Artikel “Gott steht im Grundgesetz”
    Eine sehr detaillierte umfangreiche und Grundlagen ansprechende Stellungnahme zum Kreuzerlass als Antwort auf Di Fabio findet sich beim Institut für Weltanschauungsrecht (IFW). (Der Zeitartikel von die Fabio ist darin verlinkt).

    https://weltanschauungsrecht.de/meldung/ZEIT-kreuzerlass-bayern

  57. #59 PDP10
    1. Juni 2018

    Der ebenfalls “ehemalige Bundesverfassungsrichter” Dieter Grimm (der am sog. “Kruzifix-Urteil” 1995 beteiligt war) hält – anders als Di Fabio, der übrigens schon die Homo-Ehe für verfassungswidrig befand – den “Kreuzerlass” übrigens für verfassungswidrig:

    http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/ex-verfassungsrichter-kreuz-erlass-ist-verfassungswidrig

    (ausgerechnet bei “katholisch.de” :-). )

    • #60 Joseph Kuhn
      1. Juni 2018

      @ PDP10:

      “ausgerechnet bei “katholisch.de””

      Der Erlass-Kritiker Marx soll auch katholisch sein, heißt es aus gut informierten Kreisen. Aber ob das stimmt oder er doch ein “Religionsfeind” (© Markus Blume) ist?

  58. #61 PDP10
    1. Juni 2018

    @Joseph Kuhn:

    Übrigen: Söder als “Wurm” zu bezeichnen,

    Hast ja recht. Keine gute Wortwahl.

    Ich benutze fürderhin also wieder meine Standardbezeichnung “Witzfigur” für die Herrn Söders dieser Welt.

  59. #62 PDP10
    1. Juni 2018

    Und alle so: “STÖHN!”

    http://www.sueddeutsche.de/kultur/kruzifix-bayerische-haengepartie-1.3995945

    Da sind ein paar sehr hübsch bürokratisch verklausulierte Mittelfinger dabei … :-).

  60. #63 Spritkopf
    1. Juni 2018

    @PDP10

    Auffallend an dem Bericht der wääänzägkleine Gegensatz zwischen den Verlautbarungen des Wissenschaftsministeriums und eines der Betroffenen.

    Für Hochschulen, Theater und Museen sei die Präsentation eines Kreuzes nur eine “Empfehlung”, sagt Mira Barthelmann, Sprecherin des bayerischen Wissenschaftsministeriums. “Damit kann der Kultur- und Kunstbetrieb in seiner Freiheit, die wir ja so lieben, sicher gut leben.”

    Und etwas später im Text:

    Michael Krüger, Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, München:
    “[…]
    Kunst und Wissenschaft sind ohnedies nicht mehr ganz frei, also sollte man ihren geringen Freiraum nicht noch durch törichte Kreuzaufhängungen beschneiden.”

  61. #64 Joseph Kuhn
    1. Juni 2018

    @ Oma Wetterwachs, @ PDP10:

    Ich fürchte, wir werden angesichts der langen und unübersichtlichen Threads redundant:

    “Eine …. Antwort auf Di Fabio findet sich beim Institut für Weltanschauungsrecht”

    Ja, eine gute Replik, vor allem, weil dabei ein wichtiger Satz aus einer recht aktuellen Gesetzesbegründung zitiert wurde, siehe oben.

    “Der ebenfalls “ehemalige Bundesverfassungsrichter” Dieter Grimm …”

    Prominente Stimmen der Juristen: waren nebenan schon mal verlinkt.

    “Und alle so: “STÖHN!””

    Die Stimmen der Behördenleiter: siehe in diesem Thread oben.

    Heute, am ersten Tag des Inkrafttretens des Erlasses, gibt es aber bestimmt auch Neues.

  62. #65 noch'n Flo
    Schoggiland
    1. Juni 2018

    Ich finde es ja weiterhin herrlich absurd, ein antikes Folter- und Hinrichtungsinstrument zum Symbol bayrischer Kultur erheben zu wollen. Wenn das die Essenz des “mia san mia” ist, sollte man die Bewohner des Freistaates tunlichst beim Wagenburgbau unterstützen. Und insbesondere darauf achten, dass nichts von dieser Kultur hinauströpfelt. Delirant isti Bajuvarii.

    Ach ja, und: jeder nur ein Kreuz!

  63. #66 rolak
    1. Juni 2018

    aber bestimmt auch Neues

    Hübsche Variation des aloysischen Themas, Joseph :·)
    Doch zugegeben, in bequemer und (bei weitem nicht ausschließlich) wartender Stellung wird auf die Akte 3..33 dieser zumindest teilthematisch göttlichen Komödie gelauert. Falls allerdings etwas fahren gelassen wird, dann sicherlich nicht die Hoffnung.

  64. #67 Alderamin
    1. Juni 2018

    Strauß, Stoiber, Seehofer, Söder… mich wundert ja, dass Bayern immer so schräge Vögel zum Ministerpräsidenten wählt. Wenn ich da so an NRW denke, Rau, Clement, Rüttgers, Kraft, Laschet – alle ziemlich unauffällig im Vergleich (worüber ich nicht unglücklich bin). Ist das eine Mentalitätsfrage, liegt‘s an der (meist) absoluten Mehrheit, oder woran?

  65. #68 noch'n Flo
    Schoggiland
    1. Juni 2018

    @ Alderamin:

    Und immer mit demselben Anfangsbuchstaben – das muss etwas zu bedeuten haben.

  66. #69 rolak
    1. Juni 2018

    Bayern .. NRW

    Heyheyhey Alderamin, jetzt aber nicht RheinlandPfalz vergessen mit Kohl, Scharping und Beck. Als damals die Weinkonigin die BundesSPD übernahm, bekam ich fast über Nacht et ärme dier – weil ich über Scharping so aggressiv gelacht hatte…

  67. #70 RPGNo1
    1. Juni 2018

    @noch’n Flo, Alderamin
    Den Streibl nicht vergessen. Der kam zwischen Strauß und Stoiber. Nur Beckstein stört für ein Jahr das schöne Bild. 🙂

  68. #71 Lisa
    1. Juni 2018

    Die Hessen hatten auch immer auffällige Charaktere, Baden-Württemberg ebenso.

    Gibt es was Neues zum Kreuz?

  69. #72 noch'n Flo
    Schoggiland
    1. Juni 2018

    @ RPGNo1:

    Nur Beckstein stört für ein Jahr das schöne Bild.

    Alles Ablenkung. Wahrscheinlich ist er ein gebürtiger Stein, angeheirateter Beck.

  70. #73 stone1
    1. Juni 2018

    immer so schräge Vögel

    Das scheint schon mindestens seit Ludwig II. – auch wenn der nicht gewählt wurde – zum bayrischen Brauchtum zu gehören, jedenfalls mehr als Kreuze im Eingangsbereich öffentlicher Gebäude. Hängen sie denn nun schon oder sind die Aufhangbeauftragten, sofern sie diesen Kreuzmumpitz nicht verweigern, ohnehin im langen Wochenende?

  71. #74 Adent
    1. Juni 2018

    @stone1
    Du mit deinem S-Namen bist mal lieber gaaaanz ruhig 🙂

  72. #75 stone1
    1. Juni 2018

    @Adent
    Na wenigstens erweckt mein Name nicht den Eindruck, als würde ich permanent in einem Morgenmantel durch die Gegend laufen, Herr A. Dent. ; )

  73. #76 Spritkopf
    1. Juni 2018

    Interessant übrigens, dass der ansonsten von Wortdurchfall geplagte Missionar mit den kognitiven Defiziten trotz mehrfacher Nachfrage (#45, #49) sich nicht dazu äußern mag, warum denn der Kreuzerlass ein positives Zeichen für das Funktionieren des Rechtsstaates sei.

  74. #77 Joseph Kuhn
    1. Juni 2018

    Update:

    Söders Kirchenspaltung: http://www.deutschlandfunk.de/kreuzerlass-in-bayern-theologen-stuetzen-soeder.886.de.html?dram:article_id=419169

    Der Text der Erklärung ist (noch) nicht bekannt, es scheint aber eher ein verwirrendes Papier zu sein. Das Abhängen von Kreuzen sei für Christen eine “Selbstaufgabe”, wird daraus zitiert. Erstens hat der Kreuz-Erlass nichts mit dem Abhängen von Kreuzen zu tun, zweitens ist der Staat kein Christ. Den Erklärchristen scheint zuviel Weihrauch in den Kopf gestiegen zu sein.

    Ansonsten haben die Medien heute vor allem ihre alten Berichte noch mal aufgewärmt, nichts Neues im Süden.

  75. #78 rolak
    1. Juni 2018

    (noch) nicht bekannt

    Wahrlich, sie ist uns erschienen. Der DLF hatte in seinem Text fälschlich oder untertreibend nur die Namen der Unterzeichner dort verortet.

    zuviel Weihrauch

    Dabei wurde doch erst kürzlich noch deutlich auf Risiken und Nebenwirkungen hingewiesen…

    Staat kein Christ

    Nee, Joseph, die Texter eiern hübsch unsolide umeinand, nur den ErlaßKritikern Vorwürfe zu machen, ja keinem Staatsorgan; erinnert an die sprichwörtliche jesuitische Haarspalterei-Argumentation. Wie zu erwarten entblöden sie sich nicht, Aufklärung und Demokratie als ureigen kirchliche Geschenke an die Menschheit anzupreisen.
    Was sich mir nicht erschließt, ist die Relevanz von Gen1,26-26 für die Menschenwürde.

  76. #79 Spritkopf
    1. Juni 2018

    Der Text der Erklärung ist (noch) nicht bekannt

    Die Verfasser haben sogar eine eigene Domain dafür angemeldet.

  77. #80 Spritkopf
    1. Juni 2018

    Tsst, da war rolak schneller.

  78. #81 Joseph Kuhn
    1. Juni 2018

    @ rolak:

    Danke für den Link-Service. Das ist ja ein fürchterliches Pamphlet – und so viele Professoren setzen mutig ihren Namen darunter, ohne Angst, dass andere diese Erklärung als intellektuelle Bankrott-Erklärung lesen könnten.

    Schon der Anfang ist von ökumenischer Einfalt: “Die folgenden aus Bayern stammenden oder in Bayern lehrenden christlichen Theologen bekennen sich zum Kreuz in der Öffentlichkeit.” Wer bitte wollte das Kreuz in der Öffentlichkeit infrage stellen? Und solche Sätze lassen einen einfach ratlos zurück: “Im Christentum und damit im Symbol des Kreuzes vereinen sich göttliche Offenbarung und philosophische Humanität bzw. Aufklärung.” So wie Kreuzzüge, Ketzer- und Hexenverbrennungen, Religionskriege, die Zaghaftigkeit von Pius XII. angesichts des Schicksals der Juden unter den Nazis und die Hilfen von Hudal & Co. nach dem Krieg für flüchtige Naziverbrecher.

    Stellenweise ist nicht nur das geschichtsverfälschende Geschwurbel schwer erträglich, sondern die Sprache auch aufschlussreich: “Wenn sich beispielsweise die Linkspartei am 1. Mai in Demonstrationen einreiht oder Grüne sich gegen Lebensschützer solidarisieren, wittert keiner die Instrumentalisierung der Arbeiter oder der Genderisten.” Das könnte auch von den Christen in der AfD kommen. Jedenfalls wird auch da politisch gespalten, was das Zeug hält.

    Manches andere zeugt von einem “zutiefsten” Fremdeln gegenüber der Verfassung: “Auf diese Weise bringt der bayerische Staat seit jeher sein Selbstverständnis zum Ausdruck, dass er zutiefst in der christlichen Tradition verwurzelt ist und sich diesem Erbe verpflichtet weiß.” Vielleicht sollte er demnächst dann auch wieder mit dem (originalen) Wittelsbacher Wappen firmieren.

    Was man hier beobachten kann, ist ein von Söder losgetretener Kulturkampf-Sturm im Weihwasserkessel. So viel Einsatz für die Menschenwürde sollten die Unterzeichner auch mal an anderer Stelle zeigen, bei der schleppenden Aufarbeitung von Missbrauch und Misshandlung von Kindern durch Kirchenpersonal zum Beispiel.

  79. #82 rolak
    1. Juni 2018

    schneller

    Anscheinend auf Kosten eines ZitatAbtippfehlers, Spritkopf, es sollte heißen “Gen 1,26-27”, wobei der zweite Satz (Abbild,♂+♀) die Relevanz imho exakt um nichts erhöht.

    könnte auch von

    Sicherlich, Joseph, jedoch auch von denen in der Linkspartei oder Grünen, mit einem abschließenden ‘und zwar zu Recht’ sogar als EigenEntlastung brauchbar.
    Allerdings wäre Letzteren bei der Formulierung der Polarisierung (Lebensschützer, Genderisten) wohl nicht nur der Schreibarm verkrampft. Wobei, die typischen Vorkommen und innewohnend negativen Wertungen von ‘Genderismus’ berücksichtigend, die Aufstellung der ultrakonservativen ProLifer² als verbleibendes positives Ende dazu – – Opus Dei ist noch aktiv, ne?

    Jetzt brauchts fremde Klänge zur Ablenkung…

    _______________________
    ² diese Positionierung ginge zugegebenermaßen aufgrund der Aktivitäten der Störchin als valides Argument für Deine QuellenHypothese durch

  80. #83 rolak
    1. Juni 2018

    ^^Hey, da hat der feeder wohl zu früh die Beute abgeholt, der Kommentar wuchs um Längen – nachvollziehbar, berechtigt, zitaterhaltend.

    Kulturkampf-Sturm im Weihwasserkessel

    Wunderhübsch.

    ohne Angst

    Du bist ja nur neidisch auf derart starkes Gottvertrauen :·)
    (ward eben übersehen)

    • #84 Joseph Kuhn
      1. Juni 2018

      “der Kommentar wuchs um Länge”

      Ich finde erst nach und nach die Sprache wieder.

    • #85 rolak
      1. Juni 2018

      Wie gesagt, nachvollziehbar.

      Hoffentlich sage ich keinem kontextfrei ‘trotzdem schönes Wochenende’…

  81. #86 Holger Gronwaldt
    1. Juni 2018

    @rolak,

    Was sich mir nicht erschließt, ist die Relevanz von Gen1,26-26 für die Menschenwürde.

    “26 Und Gott sprach: Laßt uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht.
    27 Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie einen Mann und ein Weib.”
    Finde ich auch äußerst befremdlich, zumal heute jeder aufgeklärte Mensch weiß, dass es sich bei der Genesis lediglich um einen unzureichenden Erklärungsversuch für das Woher der Welt handelt. Andere Völker haben andere Schöpfungsmythen, die zum Teil weniger absurd sind.

    Die Professoren erweisen sich als weltfremde Spinner, wenn sie ausgerechnet den 2. Teil von Vers 26 als Beleg für die Menschenwürde zitieren, denn damit erheben sie uns Menschen über die Natur und verkennen völlig die Rolle, die die Evolution uns zugewiesen hat.

    Für Akademiker beschämend ist auch die Tatsache, dass sie aus einem größeren Textzusammenhang einen oder zwei einzelne Sätze herausgreifen und dabei nicht merken, das deren Aussage vom Rest des Tetxes konterkariert werden.

    Denn der angeblich allmächtige und allwissende Schöpfer (wobei diese Eigenschaften untereinander inkompatibel sind) gar nicht so vollkommen, sondern vielmehr ein wahrer Stümper ist. So dass er sich schon nach wenigen Generationen genötigt sieht, den weitaus größten Teil seiner Schöpfung wieder zu vernichten.

    Auch durch seine vielfach geäußerten Tötungs- und Vernichtungsgebote wird die Frage aufgeworfen, welche Würde dieser Gott denn den Menschen allgemein zubilligt.

    Es würde zu weit führen, jetzt auf weitere Details einzugehen, aber mir ist aufgefallen, dass der Text der Professoren im Wesentlichen aus einer Reihe dreister Behauptungen besteht, die einer Überprüfung nicht Stand halten. Verdrehung der Wahrheit und Geschichtsklitterung übelster Sorte.

    Es wäre durchaus erwägenswert, einmal zu überprüfen, ob diese Personen für die Ämter, die sie innehaben, noch geeignet sind.

  82. #87 rolak
    1. Juni 2018

    auch äußerst befremdlich

    Danke, Holger, befürchtete schon ein kleines Defizit. Genesis als Menschenwürde-Begründung schien mir ja keinen noch so kurzen Moment koscher, Nachschlagen brachte WiederErkennen der Stelle in einem höchst intensiven WTF?-Erlebnis.

    noch geeignet?

    Insbesondere bei den NichtTheologen eine berechtigte Frage, allerdings bewegt mich (und Joseph, wenn ich es richtig interpretiere) eher die, was mit einem Menschen passiert sein muß, um solch ein Machwerk offensichtlich bedenkenlos zu unterzeichnen.

  83. #88 noch'n Flo
    1. Juni 2018

    @ J. Kuhn:

    Erstens hat der Kreuz-Erlass nichts mit dem Abhängen von Kreuzen zu tun, zweitens ist der Staat kein Christ.

    Wie ich schon bemerkte:

    “Linke Reihe anstellen, jeder nur ein Kreuz!”

  84. #89 RPGNo1
    1. Juni 2018

    @Joseph Kuhn

    Den Erklärchristen scheint zuviel Weihrauch in den Kopf gestiegen zu sein.

    Die Theologie-Professoren haben den Weihrauch en gros inhaliert. Das Geschwurbel ist derart unerträglich, die unzähligen Herren und 2 (!) Frauen (Stand 21:30 h) übertreffen damit sogar unseren Haus-und-Hof-Prädikanten hmann.

  85. #90 Uli Schoppe
    1. Juni 2018

    @Joseph: Mal erlich, hast Du wirklich erwartet das da klarer gedacht wird bloß weil jemand den Titel Professor hat und sich an einer Universität herumtreiben darf? Es sind THEOLOGEN, das hat mit Wissenschaft nix zu tun.
    Mal davon ab das die Existenz theologischer Fakultäten die vom Staat bezahlt werden wie der Kreuzerlass gegen das Gebot der Neutralität verstösst. Wie der ganze Privilegienrattenschwanz auch.
    Eine Horde, Entschuldigung, Idoten die es erst 1964! geschafft haben sich zur Religionsfreiheit zu bekennen an unsere Hochschulen zu lassen ist wirklich eine unerträgliche Tatsache.

  86. #91 Joseph Kuhn
    1. Juni 2018

    @ Holger Gronwaldt:

    “die Rolle, die die Evolution uns zugewiesen hat”

    Die Evolution hat uns keine Rolle zugewiesen, weil die Natur grundsätzlich keine normativen Vorgaben macht.

    @ Uli Schoppe:

    “hast Du wirklich erwartet das da klarer gedacht wird bloß weil jemand den Titel Professor hat”

    Ja, ich bin da altmodisch. Natürlich gibt es unter Professoren auch solche mit mäßigem Verstand, aber im Prinzip gehe ich schon davon aus, dass jemand, der zum Denken berufen ist und fürs Denken bezahlt wird, auch denkt.

    “Es sind THEOLOGEN, das hat mit Wissenschaft nix zu tun”

    Das ist zu billig. Allerdings haben auch auffällig viele Wirtschaftswissenschaftler unterzeichnet, insofern … 😉

  87. #92 Holger Gronwaldt
    1. Juni 2018

    @Joseph Kuhn,

    Die Evolution hat uns keine Rolle zugewiesen, weil die Natur grundsätzlich keine normativen Vorgaben macht.

    Ok, war etwas salopp formuliert. Aber ich denke, in dieser Sache sind wir uns einig: Evolution ist kein Agens, das gezielt entscheiden und handeln könnte, sondern einfach nur das Ergebnis eines Wechselspiels von Mutation und Selektion.

  88. #93 Uli Schoppe
    2. Juni 2018

    @Joseph Morgen 🙂

    @ Uli Schoppe:

    “hast Du wirklich erwartet das da klarer gedacht wird bloß weil jemand den Titel Professor hat”

    Ja, ich bin da altmodisch. Natürlich gibt es unter Professoren auch solche mit mäßigem Verstand, aber im Prinzip gehe ich schon davon aus, dass jemand, der zum Denken berufen ist und fürs Denken bezahlt wird, auch denkt.

    Du willst jetzt aber nicht sagen das man Professor werden muss um zum Denken berufen zu sein oder? Nein das wird hier jetzt kein Gallileo gambit.Wie Du doch selber sehen kannst geben Deine Denker auch mal geistigen Dünnschiss von sich oder? Was nicht überrascht, Menschen sind so.

    “Es sind THEOLOGEN, das hat mit Wissenschaft nix zu tun”

    Das ist zu billig. Allerdings haben auch auffällig viele Wirtschaftswissenschaftler unterzeichnet, insofern …

    Es ist polemisch, dazu hast Du doch im Bezug auf den Kreuzerlass selbst aufgerufen *duck*
    Und das Wirtschaftswissenschaftler unterschrieben haben zeigt doch das irgendwas streng falsch läuft.
    Um noch mal billig zu werden: Warum greift man nicht von der intellektuellen Seite den Privilegienhaufen an den christliche Kirchen hier geniessen? Der ist imho verfassungsrechtlich nicht haltbar, den wirklich nicht kleinen Betrag würde man sinnvoller investieren können.

    Bis gleich 🙂

  89. #94 Oma Wetterwachs
    2. Juni 2018

    Auf dem Bildchen:
    https://www.giordano-bruno-stiftung.de/meldung/kreuz-mit-soeder

    ist Söder schon irgendwie so leicht dreist-debil dargestellt wie Seehofer zu seiner Bayern-Zeit zu Schluss in echt schien. Ich vermute, er hat sich mit dem Kreuzerlass eine Menge Vorschusslorbeeren von wegen ‘Der alte König ist weg, es lebe der neue’ vermasselt.

  90. #95 RPGNo1
    2. Juni 2018

    Ich habe die sogenannte “Ökumenische Erklärung” nochmals genauer durchgelesen. Mir offenbart sich bei den Unterzeichnern ein fundamentalisch-christlicher Glaube, welcher mit starken antisäkularen und zum Teil auch antidemokratischen Tendenzen vermengt ist. Es wird zwar von “Humanismus”, “pluralistischer Gesellschaft”, “Werteanker”, “Toleranz”, “innerer gesellschaftlicher Frieden” geredet, aber diese Begriffe werden auch eine geradezu perverse Weise umgedeutet.
    Ganz ehrlich, bei dem Gedankengut dieser Theologen kann ich ein kurzes Schaudern nicht verbergen.

  91. […] macht nun auch der neue bayerische Ministerpräsident mit seinem Kreuz-Erlass. Die Geschichte hat den Blog hier seit Wochen mit stetem Nachschub aus einer wahren Fettnäpfchentour der Erlass-Verteidiger, eigentlich alles mediale Profis, sowie […]

  92. #98 Laie
    2. Juni 2018

    @hcmann
    Es wäre interessant zu erfahren (was nicht geht), was die Hauptfigur um die es geht:Jesus zu den nach ihm eingeführten Feierlichkeiten, wie Fronleichnam sagen würde. Er könnte einen Lachanfall bekommen oder völlig ungläubig kopfschüttelnd weggehen.

  93. #99 RPGNo1
    3. Juni 2018

    @Joseph Kuhn
    Der Kommentar von Hans Schlumberger ist in der Tat aufschlussreich:
    17 Erstunterzeichner einer Erklärung, die wahrscheinlich unter der federführenden Lenkung von Prof. Vogl erstellt wurde (da er als einziger Kontakt genannt wurde). Davon sind 15 katholischen Glaubens. Die zwei evangelischen Unterzeichner (Hermann Schoenauer, Jürgen Henkel) sind nicht in der universitären theologischen Forschung tätig.

    Von einer ökumenischen Erklärung katholischer und evangelischer Professoren und Hochschullehrer der Theologie zu sprechen, ist somit glatter Etikettenschwindel. Korrekter wäre es, das Schriftstück als Erklärung bayerischer Professoren und Hochschullehrer u.a. der katholischen Theologie zu titulieren.

  94. #100 rolak
    3. Juni 2018

    Etikettenschwindel

    Da seid ihr (inklusive des verlinkten Herrn S.) wohl eher einem InterpretationsFehler zum Opfer gefallen, RPGNo1, oder auf eine (¿vorsätzlich?) hinterfotzige Formulierung reingefallen:

    Ökumenische Erklärung

    Das heißt erstmal/minimal nur, daß die Erklärung gemeinsam (aber nicht unbedingt ausschließlich) von sowohl katholischen als auch evangelischen Christen gestaltet wurde, egal in welchem Mengenverhältnis,

    katholischer und evangelischer Professoren

    und zwar von Professor*en egal welchen Lehrstuhls (das k+e ist hinter ‘ökumenisch’ ~sinnleer gedoppelt, daher die Vermutung ‘vorsätzlich’)

    und Hochschullehrer der Theologie

    und Lehrbeauftragten der Theologie gleich welcher Religionszugeörigkeit (und insbesondere nicht unbedingt Professoren)

    Der zugegebenermaßen nicht sehr massive Tipp oben betreffs jesuitischer Haarspalterei war durchaus ernst gemeint. Allerdings fehlte und fehlt mir eindeutig die Muße zu überprüfen, ob alle Unterzeichnenden in mindestens eine der beiden Kategorien fallen.

  95. #101 RPGNo1
    3. Juni 2018

    @rolak
    Du kannst mit deiner Haarspalterei ganz schön nerven (bitte die Anmerkung nicht ernst nehmen 😉 ).

    Das heißt erstmal/minimal nur, daß die Erklärung gemeinsam (aber nicht unbedingt ausschließlich) von sowohl katholischen als auch evangelischen Christen gestaltet wurde, egal in welchem Mengenverhältnis

    Ja, aber die Übermacht der Katholiken ist schon beeindruckend. Wäre es denn auch eine ökumenische Erklärung, wenn sie von 49 Kardinälen und einem lutherischen Landpfarrer erstellt worden wäre?

    und zwar von Professor*en egal welchen Lehrstuhls (das k+e ist hinter ‘ökumenisch’ ~sinnleer gedoppelt, daher die Vermutung ‘vorsätzlich’)

    Öku·me̱·ne
    Substantiv [die]
    1. Gesamtheit aller christlichen Kirchen.
    2. die Bewegung, die das Gemeinsame der evangelischen und katholischen Kirchen betont und z. B. gemeinsame Gottesdienste feiert.

    Wenn man Bedeutung 2 nimmt, dann ist es in der Tat eine redundante Information. Gibt es für diese Doppelung nicht auch einen rhetorischen Fachbegriff?

    katholischer und evangelischer Professoren und Hochschullehrer der Theologie

    Du hast die Professoren jetzt von den Hochschullehrern der Theologie getrennt. Ich sehe sie als eine Einheit. Es ist eine Interpretationssache, aber gleichzeitig auch eine spitzfindige Untercheidung, falls es die Unterzeichner so gemeint haben.

    Schlumbergers Schlusssatz bewahrheitet sich: “Die ganze Unternehmung empfinde ich als peinlich.”

  96. #102 rolak
    3. Juni 2018

    ganz schön nerven

    Gemein, ne, RPGNo1? Wenn Du übrigens statt des Ö-Substantives das ö-Adjektiv nachschlägst, findet sich noch das von mir mit ‘erstmal/minimal’ bezeichnete “3.b (Theologie) gemeinsam von Katholiken und Protestanten veranstaltet, getragen”.

    auch .., wenn sie von 49+1?

    Das geht nur eriwansch: Im Prinzip ja, aber…

    rhetorischen Fachbegriff?

    Sischer dat, hatte ich schon benutzt: ‘hinterfotzig’. Tatsächlich ist k+e eine kleine Einschränkung, weil nurmehr christliche Profs zugelassen sind, deswegen das ‘~’.

    Ich sehe sie als eine Einheit

    Selbstverständlich liegt auch diese ‘UndungsVariante’ im Bereich der semantischen Möglichkeiten, doch sie ist nicht zwingend und eine Kritik bedarf daher eines einleitenden ‘Unter der Annahme, daß..’. Die Umformung ‘<Original>’↔’k+e (Professoren und Hochschullehrer) dT’ ist halt schlicht keine Äquivalenzrelation.

    Die ganze Erklärung ist ein Gemenge aus stumpfem Blödsinn, harschen Unwahrheiten und drölftausend Möglichkeiten, nachher ausweichend drumherum zu reden. Eigentlich ein 1A religiöses Pamphlet alter Schule.
    Und Herrn Ss Schlußsatz unterzeichne ich sofort.

  97. #103 anderer Michael
    9. Juni 2018

    Was würde passieren, wenn ein Behördenleiter kein Kreuz aufhängt, droht Gefängnis?
    Oder er nimmt zwei Hölzer und nagelt sie zusammen? Gibt es Qualitätsvorgaben?