Die Politik ist kein Heiligenverein. Wenn maßgebliche Leute in der Politik mehr Energie darauf verwendet hätten, sich um bezahlbaren Wohnraum, Verbesserungen in der Pflege, das Zurückdrängen prekärer Beschäftigung oder den Klimawandel zu kümmern, würde es uns allen besser gehen. CumEx, dubiose Maskengeschäfte oder teure Mautabenteuer waren dem Gemeinwohl dagegen nicht wirklich förderlich. Insofern sollte man die moralischen Erwartungen an Politiker/innen nicht allzu hoch schrauben, aber auch nicht über alles hinwegsehen.

Das gilt für das, was sie tun, und für das, was sie sagen. In den Medien wird gerade – zu Recht – Hubert Aiwanger, Nebenerwerbslandwirt aus Niederbayern, für seine Äußerungen zur Corona-Impfung kritisiert, die er vermutlich selbst noch ganz nicht zwischen Selbstverteidigung und Stimmenfang bei Coronakritikern verorten kann. Jetzt folgt ihm Wolfgang Kubicki, der ebenfalls nicht zu knapp mit demonstrativer Eigenwilligkeit gesegnete Rechtsanwalt aus der FDP.

Er hat ein Buch veröffentlicht und wie Baerbock und Laschet scheint er zu plagiieren. Gut, vielleicht nicht im Wortlaut, aber geistig. Ausgerechnet auf der „Achse des Guten“, diesem rechtslibertärdemagogischen Hetzportal, veröffentlicht er als Gastautor Passagen aus seinem Buch über „erdrückte Freiheit“. Darin sind Sätze, die er dem Gehirn von Aiwanger oder direkt den Querdenkern entnommen haben muss:

„In Deutschland regierte mit Angela Merkel stattdessen die Angst – und der Starrsinn.
(…)
Andere wissenschaftliche Positionen, wie etwa der renommierten Virologen Klaus Stöhr oder Hendrik Streeck, wurden im Vorfeld der Konferenzen mit den Länderregierungschefs ausgegrenzt und auch ausgeladen – um das von Merkel gewünschte negative Schreckensbild nicht etwa ins Positive zu verkehren.
(…)
Daher galt es, all das aus dem Weg zu räumen, was ihrer Linie widersprach.“

In dem Textauszug geht es um den Umgang mit den Kindern in der Coronakrise. Der ist sicher kritikwürdig. Aber das Narrativ von Merkel und ihrer Meinungsdiktatur könnte auch von Alice Weidel stammen. Es ist, um mit Markus Söder zu sprechen, die Wortwahl, „der Sound“, der irritiert. Und der sumpfige Ort seines Gastbeitrags.

Das Buch wirkt, soweit der Leseprobe im Internet zu entnehmen, auch sonst wie ein Signal an die Querdenkerszene, wie ein Versuch, in diesem Milieu Stimmen bei der Bundestagswahl abzufischen. Die Zukunftsthemen des Landes – Klima, Pflege, Wohnen – spielen in Kubickis Buch keine relevante Rolle. Vermutlich sieht er dort auch keine „unterdrückte Freiheit“. Er schreibt, dass der Staat dem Bürger nicht vorschreiben dürfe, an welchem Ort er wohnen müsse und welche Brotsorte er kaufen solle. Dem ist nicht zu widersprechen. Mir sind solche Vorschriften auch nicht bekannt. Doch um wieviel mehr wird die Freiheit erdrückt, wenn Menschen nicht wissen, wie sie das Brot ihrer Kinder und ihre Wohnung im nächsten Monat bezahlen sollen? Aber woher soll jemand wie Kubicki das wissen? Da ist dann doch wieder Aiwanger näher an den Menschen.

Die Leserschaft der „Achse“ hat ihm seine Anbiederung übrigens nicht gedankt, sondern beschimpft ihn als „Heuchler“. Im Zweifel wählen die Leute dann halt doch das Original.

Kommentare (62)

  1. #1 Ludger
    4. August 2021

    Die schwache Rechtsstaatlichkeit hat er schon immer kritisiert, nämlich die fehlenden (oder zu zögerlich angesetzten) Debatten im Bundestag zum Thema der Grundrechtseinschränkungen. Die beratenden Wissenschaftler wurden von der Regierung nach Gusto exklusiv berufen. Ein fest installiertes Gremium mit Leuten, die das Spektrum der Wissenschaft abbilden, wurde auch von anderen Leuten vermisst (ich meine auch von Herrn Kekulé). Die kontroversen Themen hätten von diesen Leuten intern diskutiert werden können, um eine gemeinsame Empfehlung zum Procedere zu erarbeiten.
    Bei einem Buch über die Probleme der Rechtstaatlichkeit während der Corona-Pandemie gehoren bestimmte Politikfelder (“Zukunftsthemen des Landes – Klima, Pflege, Wohnen –”) nicht zum Thema.
    Zum Medium der Vorveröffentlichung und den Leserbriefen drängt sich immer das Gedicht von Annette von Droste-Hülshoff, “Der Knabe im Moor” in mein Hirn. Ich kann da gar nichts machen. Es kommt immer wieder.
    ( https://www.droste-portal.lwl.org/droste-download/texte/Web-Text-Der-Knabe-im-Moor-Swan-LV.pdf )
    Der Knabe im Moor

    O schaurig ist’s über’s Moor zu gehn,
    Wenn es wimmelt vom Heiderauche,
    Sich wie Phantome die Dünste drehn
    […]

  2. #2 RPGNo1
    4. August 2021

    Kubicki, Lindners Schatten, war und ist in allererster Linie ein Populist. Er hört auf “Volkes Stimme” und versucht immer, das meiste für sich, seine Partei und die neo-liberale Klientel herauszuholen.

    Ich habe von ihm während der 1,5 Jahre Corona-Pandemie fast nur destruktive Kritik an allem und jedem gehört. Konstruktive Vorschläge sind Fehlanzeige.

    https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/corona-pandemie-kubicki-nennt-plaene-des-gesundheitsministeriums-dreistesten-wortbruch/27481188.html

  3. #3 Markweger
    4. August 2021

    Kubicki kann selber denken und Aiwanger auch.
    Das ist heute freilich schon ein Vergehen.
    Ein Plagiat ist dazu nicht notwendig.
    Auf der Ebene des Plagiats arbeiten höchstens die Systemmedien und die Systempolitiker. Die sind nämlich 1:1 gleichgeschaltet. Dazu ist keinerlei Verstand notwendig.

    Ja ich weiß dass Sie es ohnehin nicht freischalten, aber was solls.

  4. #4 shader
    4. August 2021

    @Joseph Kuhn, wenn es um Buchbesprechungen geht, habe ich nicht vor, ganze Bücher zu lesen. Deshalb bewerte ich nur das, was daraus zitiert wird. Aber gerade diese Stelle sehe ich nicht als Querdenker”denken”, sondern ist eine überspitzte, aber in der Sache durchaus vertretbare Aussage. Man hat schon viel mit der Angst argumentiert, bzw. Angst hat an manchen Stellen dazu geführt, strenger und härter zu sein, als vielleicht notwendig. Es ist auch wahr, weder Stöhr und Streeck wurden in den Beratungsrunden der Bundesregierung eingeladen. Auf Nachfrage meinte wohl Sprecher Seifert, das sei nicht notwendig gewesen. Okay, aber hat schon ein Geschmäckle, wie man hier in Schwaben sagt.

  5. #5 hwied
    4. August 2021

    .Der Tycoon aus Braunschweig ist ein Vollblutpolitiker wie es nur wenige gibt. Seine Vita würde Bände füllen, der Fehler, Er war (ist) in der falschen Partei. Die Freundschaft mit Jürgen Möllemann, die bleibt als Schatten über ihm.
    Was er so sagt, das hat weniger mit persönlicher Überzeugung zu tun, da ist er der Anwalt, der nur gewinnen will.
    Ein Plagiator ist er nicht, dafür hat er zuviel Potenz.

  6. #6 Primergy
    4. August 2021

    Warum arbeitet man sich eigentlich ständig an der Beraterrunde der Bundesregierung ab? Die BR hatte bis zur Bundesnotbremse rechtlich nichts zu melden, die Verordnungen wurden auf der Länderebene gemacht. Insofern ist es viel interessanter, sich die Länderberater anzuschauen und zumindest der Berliner Senat hat immer behauptet, interdisziplinäre Runden zu haben. Unterschiedliche Berater auf Länderebene erklären auch, warum manche Länder am nächsten Tag sofort wieder von den zuvor gefassten Beschlüssen abgewichen sind. Die Obession mit der BR verstehe ich manchmal nicht – in vielen Fällen werden da nur die großen Linien skizziert, während die harte Arbeit auf Länderebene und sogar noch weiter drunten gemacht wird, aber das ist wohl zu unsexy.

    Zu Kubicki: Den kann irgendwie schlecht einschätzen, der poltert viel rum und scheint mir die Rolle als Opposition so zu definieren, erst mal dagegen zu sein.

  7. #7 schorsch
    4. August 2021

    Das mag schon sein, dass Stöhr und Streeck nicht zu den Beratungsrunden der Bundesregierung eingeladen wurden.

    Das hat die beiden aber zu keiner Zeit daran gehindert, jederzeit und allerorten ihre Ansichten recht medienwirksam der Öffentlichkeit zu präsentieren.

    Kubicki schwafelt jedoch vom “Sterben der Meinungsfreiheit”, gar von “Meinungsdiktatur”. Das ist nichts weiter als demagogische Hetze. Meinungsfreiheit bedeutet nicht, dass jeder Trottel, jeder Markweger und jeder Schwachkopf in den Beratungsrunden der Bundesregierung angehört werden muß – das wäre eine schöne Kakophonie, bei über 80 Millionen Meinungsinhabern in Deutschland.

    Meinungsfreiheit bedeutet vielmehr, dass selbst demagogische Hetzer wie Wolfgang Kubicki in Deutschland ihre Hetze frei in Buchform veröffentlichen dürfen – und natürlich auch, dass ich diese Leute dann als demagogische Hetzer bezeichne.

  8. #8 HerrXYZ
    4. August 2021

    Wie sehr sich Kubicki um die Rechtsstaatlichkeit sorgt, konnte man ja sehen als er den cum-ex-Meister Hanno Berger verteidigte, indem er von “Gesinnungsstrafrecht” sprach. Rechtsstaatlichkeit wird bei ihm und der FDP nur eingesetzt, wenn es dem eigenen Nutzen dient. Passt aber gut zum Lindner-Credo, dass Moral nichts in der Politik zu suchen habe. Dann kann man auch, ohne sich mal selbst zu hinterfragen, auf der Achse-des-angeblich-guten veröffentlichen.

  9. #9 RPGNo1
    4. August 2021

    Weder Streeck noch Stöhr haben sich in der Corona-Diskussion groß mit Ruhm bekleckert. Viele ihrer Einschätzungen waren Außenseiterpositionen mit schwachem wissenschaftlichen Unterbau oder haben sich dann im Nachhinein als falsch erwiesen. Aber sie passen in Kubickis Great Barrington Narrativ.

  10. #10 2xhinschauen
    4. August 2021

    Wenn man sich anschaut, was in der Menschheitsgeschichte schon alles als “moralisch” gegolten hat, kann man sich der Aussage, dass Moral in der Politik nichts zu suchen habe, nur anschließen. Etwas mehr Ethik wäre aber schön, so mit Blick auf die Korruptionsneigung, die Wahrheitsliebe u.a. Lindner meinte das sicher anders als ich.

    Zu Kubicki – der Mann ist Jurist mit zwei diesbezüglichen Grundfehlern: 1. Juristen glauben fest, alles und jedes auch ohne Fachwissen beurteilen zu können. 2. Als Strafverteidiger ist er auf das Zweifelsäen an der gegnerischen Argumentation konditioniert. Eigene Theorien braucht er dafür nicht, und so handelt er auch politisch. Der Bursche als Minister wäre eine Katastrophe.

    Ceterum censeo dass man Mandatsträgern jede Nebentätigkeit verbieten sollte – wie allen anderen Angestellten auch. Die Weiterführung eines Betriebes, das Nachlernen am Ende des Mandats im alten Beruf u.ä. muss natürlich die Gemeinschaft tragen, nicht nur bei Beamten. Vielleicht bekäme man so mal ein paar Fachleute in die Parlamente.

  11. #11 hwied
    4. August 2021

    Kubicki ist auch eine tragische Persönlichkeit, die das Schicksal mit der FDP teilt, den Vertrauensverlust.
    1960 war die FDP mit dem Wahlversprechen angetreten, keine Regierung mit Konrad Adenauer.
    Erich Mende brach das Wahlversprechen und koalierte mit der CDU. Diesen Vertrauensbruch am Wähler hat die FDP nie überwunden.
    Sie galt fortan als Partei ohne Rückrat. Dazu kam der Eklat mit Möllemann, die Spendenaffäre und 2013 der Rauswurf aus dem Bundestag.
    Dass sich jetzt Kubicki als Retter der Demokratie versteht, das nehmen ihm die Wähler nicht ab.

  12. #12 echt?
    4. August 2021

    Kubicki, der Henryk M. Broder der FDP. Nervend laut und meistens knapp daneben.

  13. #13 Lehmann
    Bad Rodach
    4. August 2021

    Interessant ist noch, dass Kubicki den Stöcker vertritt.

  14. #14 Joseph Kuhn
    4. August 2021

    Das ganze Buch

    Jetzt habe ich mir doch glatt Kubickis Buch gekauft. 14 Euro für 128 Seiten, schnell zu lesen, ein typisches Politikerbuch.

    Vielem, was Kubicki schreibt, kann man zustimmen kann und seine Grundfrage, inwiefern im Laufe der Pandemie die Freiheitsrechte der Menschen immer wieder einmal zu leichtfertig und auf einer nicht besonders guten Datenbasis eingeschränkt wurden, ist eine, die gestellt werden darf, die viele gestellt haben, die Gerichte je nach konkretem Punkt mal so, mal so beantwortet haben und zu der Kubickis Buch eigentlich nichts mehr beiträgt, was nicht schon oft genug gesagt wurde.

    Vielleicht hat er dem Buch deswegen durchgehend einen skandalisierenden Tonfall unterlegt, mit einem Narrativ einer panikversessenen Regierung und der Ausgrenzung unliebsamer Stimmen.

    Am Ende wird er regelrecht pathetisch, und zugleich legt er eine alte, überholte Platte auf:

    “Wir müssen wieder dafür sorgen, dass die Eigenverantwortung der Menschen zentraler Bestandteil unseres Zusammenlebens wird (…). Dieser Weg ist ohne echte Alternative. Nur eine Gesellschaft, die die Idee der Freiheit stolz im Herzen trägt, kann auch große Herausforderungen bewältigen und die Menschenwürde wahren.”

    Ob man mit Eigenverantwortung für bezahlbaren Wohnraum sorgen kann, für einen Abbau des Pflegenotstands, Menschenwürde in der Fleischindustrie oder bei den Logistikriesen? Oder den Klimawandel stoppen? Oder ob es nicht doch auch darauf ankommt, soziale Verantwortung zu übernehmen und politisch zu fördern? Vielleicht so:

    “Wir müssen wieder dafür sorgen, dass die Verantwortung der Menschen für einander, für die Umwelt und für die Zukunft zentraler Bestandteil unseres Zusammenlebens wird (…). Dieser Weg ist ohne echte Alternative. Nur eine Gesellschaft, die die Idee der Freiheit und der Solidarität stolz im Herzen trägt, kann auch große Herausforderungen bewältigen und die Menschenwürde wahren.”

    Kubickis Buch ist übrigens heute abend Thema bei Markus Lanz, um 23.30 im ZDF. Er ist als Gast auch selbst da. Gregor Peter Schmitz, Chefredakteur der Augsburger Allgemeinen, kommentiert.

  15. #15 2xhinschauen
    4. August 2021

    Sollte man Kubickis Logik nicht konsequenterweise auch auf Bundeswehrsoldaten anwenden, die ja auch Bürger und Menschen sind? Auf dass sie “mit der Idee der Freiheit und der Solidarität” im stolzen Herzen “große Herausforderungen bewältigen und die Menschenwürde wahren” mögen, natürlich eigenverantwortlich ohne staatliche Bevormundung durch gleichmacherische Uniformen, Waffen und Ausrüstung. Analog natürlich Feuerwehrleute, THW’ler, Klinikmitarbeiter etc.

    Der Mann macht es sich wirklich sehr einfach.

  16. #17 hwied
    4. August 2021

    Der Hauptmann von Köpenick ist ein beredtes Schauspiel zum Thema Militarismus. Heinz Rühmann hat leider aus dem ernsten Thema eine Komödie gemacht über die man lacht. Die bessere Verfilmung ist die mit Rudolf Platte, da wird aus dem Stück eine menschliche Tragödie, die ans Herz geht. War bei mir Pflichtlektüre !

  17. #18 echt?
    4. August 2021

    “Eigenverantwortung” sagt sich leicht, wenn man finanziell auf der Sonnenseite lebt. Ich möchte ihn mal sehen, wenn er schwer erkrankt. Sagt man ihm dann, dass eventuell der Rotweinkonsum schuld war und er nun wegen der Eigenverantwortung bitte kontrolliert zu Hause ableben soll? Nein, dann kommt der Anspruch auf die Solidarität der Versicherten.

    Heuchler wie er sind der Grund, warum die FDP eine Kleinpartei der gut Verdienenden bleiben wird.

  18. #19 RPGNo1
    4. August 2021

    Die FDP ist 2013 völlig zurecht aus dem Bundestag geflogen. Die Parteioberen haben nämlich nie realisieren können oder wollen, dass ihre Partei in 2009 nicht aufgrund ihres Personals oder des Parteiprogramms gewählt wurde, sondern dass schlicht und ergreifend der Großen Koalition ein Denkzettel verpasst werden sollte. Diese Arroganz verknüpft mit lupenreiner wirtschaftsliberaler Klientel-Politik (Stichwort Mövenpick) hat in 2013 dann für den KO gesorgt.

    Aber anstatt die Konsequenzen daraus zu ziehen und dem “liberal” der Partei ein wenig mehr “sozial” hinzuzufügen, um so eine reale Alternative zu den erstarkenden Blaunen zu bilden, bliebt es bei einem “Weiter so!” unter dem Duumvirat Lindner und Kubicki. Letztendlich wurde es sogar noch schlimmer, weil Lindner glaubt, unbedingt Österreichs Kanzler Kurz im Auftreten kopieren zu müssen, um als erfolgreicher Politiker dazustehen.

  19. #20 shader
    4. August 2021

    @Primergy, wenn ich das richtig mitbekommen habe, dann haben die von Frau Merkel eingeladenen Wissenschaftler nicht nur ihre Regierung beraten, sondern waren auch zu den Ministerpräsidentenrunden teilweise zugeschaltet. Von daher nahm das dort Gesagte schon Einfluss auch auf die MP-Konferenzen.

    @schorsch, ich kenne das Buch von Herrn Kubicki nicht. Deshalb kann ich nicht sagen, ob er dort von Meinungsdiktatur spricht oder nicht. Aber in dem Zitat kommt es zumindest nicht vor. Wenn Du mehr weißt, okay.

    @RPGNo1, könntest Du sagen, auf welche Aussagen Du Dich beziehst? Herr Streeck hatte schon recht frühzeitig von der Saisonalität des neuen Corona-Virus gesprochen. Ein Herr Lauterbach musste hinterher einräumen, dass er diesen Effekt am Anfang unterschätzte und Herr Streeck eher richtig lag.

    @hwied, glaubst Du ernsthaft, dass sich die Leute an 1960 erinnern? Die Bundestagswahl war übrigens im September 1961. 🙂

    • #21 Joseph Kuhn
      4. August 2021

      @ shader:

      Das Wort „Merkeldiktatur“ ist mir beim Durchblättern nicht aufgefallen. Ich glaube, das gehört zu den Erkennungsmerkmalen eines anderen, explizit demokratiekritischen und verschwörungstheoretischen Milieus. Deswegen hat er vermutlich auch auf der „Achse“ keinen Beifall erhalten.

  20. #22 Stefan Ost
    5. August 2021

    Als Leser der scienceblogs und vor allem naturwissenschaftlicher Artikel find ich es sehr befremdlich, dass das WISSENSCHAFTSblognetzwerk hier anscheinend für persönliche politische Äußerungen, Einordnung und Framing benutzt werden?!

    Von extremen alternativen politischen Medien wie achgut.com oder volksverpetzer.de kann man halten was man will, das sollte jedem selbst überlassen sein welche Artikel man da für voll und welche nicht nimmt und ob man die Seiten browst, genauso wie man als Wissenschaftler in wissenschaftlichen Journalen extreme aber peer-reviewte Hypothesen lesen und dann mit anderen abwägen können muss.

    Aber was haben ihre persönlichen Ansichten die nach kurzen Browsen der Artikelübeschriften anscheinend einen Großteil ihrer Posts ausmachen mittlerweile noch mit Wissenschaft zu tun? Wenn es die scienceblogs.de policy ist, dass hier jeder Autor schreiben darf wie und worüber er will mit der ihm eigenen politischen Färbung, warum sollte ich Ihnen und anderen Netzwerkautoren noch viel Glaubwürdigkeit bzgl. Neutralität und Objektivität schenken gegenüber politischen Webangeboten? Ich kenne keine wiss. Journale in die persönliche politische Ansichten der Artikelautoren einfliessen können/sollten, das würde den Review nicht überstehen.

    Ein junger Student der ihren Blog liest bekommt m. M. einen falschen Eindruck davon worum bei wissenschaftlicher Diskussion geht. Personen, Parteien, Ideologien spielen dabei im überhaupt keine Rolle. Man diskutiert über Fakten und den Inhalt von Äusserungen, der Überbringer dergleichen ist irrelevant. Ein wissenschaftlich interessierter Mensch kann mit ihren Artikeläußerungen überhaupt nix anfangen, da die Personen darin ihm unbekannt sind und bei wiss. Schlussfolgerungen wohl auch kaum behilflich oder von Wichtigkeit sind?

    Da ich die scienceblogs und scilogs eigentlich immer Schülern und Studenten empfohlen habe, wäre ich für eine Stellungnahme dankbar, wie Sie ihren Berufsethos, Verantwortung und Vorbildrolle hier sehen und werde den Kommentar notfalls auch anderen Blogautoren hier stellen, bei denen ich das noch wahrnehmen kann.

    Von Herrn Aiwanger habe ich bis jetzt keine öffentliceh Äußerung vernommen, die irgendeiner wissenschaftlichen Aufarbeitung oder Kritik bedarf. Gerade eben hat er bei maischberger nochmal betont, dass er sich evtl. noch impfen lässt, weil es seine freie Entscheidung ist genauso wie ein Wahl geheim ist in unserem Land. In ihrem Artikel wird er anscheinend als Querdenker ins Licht gerückt (gewollt/ungewollt?). Wieso muss ich und Leuten den ich in der Vergangenheit die scienceblogs.de als wissenschaftliche Seite empfohlen habe so einen inhaltsleeren Unsinn hier lesen? Einen eigenen WordPressblog für eigene politische Ansichten kann doch jedes Kind heutzutage aufsetzen in 10 Minuten.

    • #23 Joseph Kuhn
      5. August 2021

      @ Stefan Ost:

      “Wenn es die scienceblogs.de policy ist, dass hier jeder Autor schreiben darf wie und worüber er will”

      Das ist seit Anfang an die policy. Bei meinem Blog steht sogar explizit: “Er schreibt hier über das Thema Gesundheit und darüber, was ihm sonst noch so querkommt.” Politik ist übrigens bei den Scienceblogs ausdrücklich als Themenfeld vorgesehen.

      “persönlichen Ansichten die nach kurzen Browsen der Artikelübeschriften anscheinend einen Großteil ihrer Posts ausmachen”

      Vielleicht liegt es daran, dass das kurze Browsen der Artikelüberschriften nur einen Anschein liefert?

      “Ich kenne keine wiss. Journale in die persönliche politische Ansichten der Artikelautoren einfliessen können/sollten, das würde den Review nicht überstehen.”

      Das könnte erstens an mangelnder Kenntnis wissenschaftlicher Journale liegen, lesen Sie z.B. die Editorials bei Lancet oder dem BMJ, und zweitens daran, dass eine Blogplattform kein wissenschaftliches Journal mit peer Review ist.

      “warum sollte ich Ihnen … noch viel Glaubwürdigkeit bzgl. Neutralität und Objektivität schenken gegenüber politischen Webangeboten?”

      Vielleicht, weil Sie die Begründungen in den Beiträgen überzeugend finden? Und falls nicht, sollten Sie dem, was da steht, natürlich keinen Glauben schenken. Wenn Sie möchten, können Sie das in einem Kommentar sogar begründen. So funktionieren Diskussionen.

      “Ein wissenschaftlich interessierter Mensch kann mit ihren Artikeläußerungen überhaupt nix anfangen”

      Der Satz ist empirisch falsch, wie Sie sich durch kurzes Browsen durch die Kommentare schnell selbst überzeugen können. Wenn es so wäre, fände ich es zudem befremdlich – für diesen “wissenschaftlich interessierten Menschen”. Gibt es überhaupt so engstirnige Menschen? Aber wer mit dem, was ich schreibe, nichts anfangen kann, soll es einfach nicht lesen.

      “wie Sie ihren Berufsethos, Verantwortung und Vorbildrolle hier sehen”

      1. Wie alle Scienceblogs-Autor/innen schreibe ich hier privat, insofern geht es hier nur bedingt um mein “Berufsethos”. Meinem Berufsethos, gesundheitliche Sachverhalte allgemeinverständlich darzustellen, kann ich aber auch hier gut nachkommen.
      2. Meine Verantwortung sehe ich darin, für meine eigenen Äußerungen Begründungen, Quellen und Daten zu liefern, polemische Zuspitzungen durch Begründungen zu decken und bei den Kommentaren auf die Netiquette zu achten.
      3. Eine darüber hinausgehende “Vorbildrolle” möchte ich nicht übernehmen, ich wüsste auch nicht, wofür.

      “Wieso muss ich … so einen inhaltsleeren Unsinn hier lesen?”

      Sie müssen hier gar nichts lesen. Wie Herr Aiwanger beim Impfen dürfen Sie sich ganz frei entscheiden, es gibt keine Lesepflicht. Wenn Sie das, was Sie nach dem “kurzen Browsen der Artikelüberschriften” wahrgenommen haben, für “inhaltsleeren Unsinn” halten, können Sie das entweder begründen oder einfach wieder vergessen und künftig auf die Lektüre meiner Beiträge verzichten.

      Ich hoffe, ich konnte Ihre Fragen zu Ihrer Zufriedenheit antworten.

  21. #24 hwied
    5. August 2021

    shader,
    die Leute erinnern sich, wir waren überzeugte FDP-Wähler und empfanden das Verhalten von Mende als Wahlbetrug.
    Der zweite Hammer kam 1982, als sich die FDP entschloss die Politik mit der SPD nicht mehr mitzutragen. Schmitt war so dumm selbst die Koalition aufzukündigen. So konnte Kohl die Vertrauensfrage stellen und die Regierung Schmitt stürzen.
    Auch diese Wähler fühlten sich von der FDP betrogen. Mischnik entschuldigte sich sogar in den Medien(ich glaube es war Mischnick), er konnte aber die Mehrheit der FDP Abgeordneten nicht umstimmen.
    Denke daran, die älteren Wähler sind immer noch tief enttäuscht, eine Partei wie die FDP, die ist zu einer Lobbyfraktion degeneriert.

    RPGNo1
    Dummvirat, meine Zustimmung.

  22. #25 RPGNo1
    5. August 2021

    @shader

    könntest Du sagen, auf welche Aussagen Du Dich beziehst?

    Bitte sehr.

    https://www.riffreporter.de/de/wissen/corona-streeck-fehler-talkshows-uebermedien

  23. #27 Ludger
    5. August 2021

    Kommentar zu #26

    aus der Überschrift aus dem verlinkten Stern-Artikel:
    “FDP-Vize Kubicki übte heftige Kritik an der Corona-Politik der Bundesregierung. Man wisse nicht, welche Maßnahme was bewirke. Aber man könne auf Annahmen keine Grundrechtseinschränkungen vornehmen.”

    Er argumentiert als Oppositionspolitiker und Wahlkämpfer mit den rhetorischen Werkzeugen eines Anwalts. Das ist legitim, macht einen Teil der Attraktivität für die Medien aus, ist aber für Nichtjuristen bisweilen befremdlich.
    Formal hat er wahrscheinlich recht. Es wären Studien über Fallzahlverläufe bei z.B. Schulschließungen in einem Kreis vs. Wechselunterricht in einem vergleichbaren Kreis vs. offene Schulen in einem vergleichbaren Kontrollkreis möglich gewesen. Es gibt sie nicht. Dasselbe gilt für Fallzahlverläufe mit und ohne Luftfilteranlagen, für Fallzahlverläufe bei Theaterbesuchen, für Fallzahlverläufe bei nächtlichen Ausgangssperren usw. Es gibt sie nicht. Stattdessen werden Einschätzungen von einzelnen Haus-Wissenschaftlern eingeholt, die aus z.B. amerikanischen Zahlen plausible Szenarien für Deutschland stricken. Das ist juristisch angreifbar, ja offenbar auch schon oft genug vor Gericht gewürdigt worden und natürlich ein gefundenes Fressen für einen Oppositionspolitiker.
    Natürlich muss die Exekutive ständig trotz begrenzter Datenlage Entscheidungen treffen. Aber es gehört zu den Aufgaben der Opposition, diese Entscheidungen kritisch zu kommentieren und die Beteiligund des Parlamentes ein zu fordern.

  24. #28 2xhinschauen
    5. August 2021

    @ Joseph Kuhn
    Als Greund drastischer Analogien war mein Kommentar sarkastisch gemeint, aber offenbar missverständlich, also danke für den Hinweis. Ich hatte keineswegs eine Vorbildrolle des Militärs im Auge, sondern Soldaten, Feuerwehrleute etc., die ohne Ausrüstung “eigenverantwortlich” in den Einsatz geschickt werden. Kommentator echt? hatte dieselbe Kritik mit einem anderen Gedanken zum Ausdruck gebracht.

    Man bräuchte kein Gemeinwesen, wenn es nicht die Aufgabe übernähme, seine Bürger voreinander und vor den Folgen von Krankheit, Arbeitslosigkeit, Armut u.a. zu beschützen. Über den Grad kann man verhandeln. Aber die Idee, den Schutz der Bevölkerung vor einer Pandemie allein der Eigeninitiative zu überlassen, halte ich für gefährlich und absurd.

  25. #29 Markweger
    5. August 2021

    Passt schon irgenwo zum Thema, auch wenn Sie es nicht freischalten:

    XXX

    Diese Verlogenheit ist einfach unfassbar.
    Nicht anders als in Russland oder Weißrußland.

    [Edit: In der Tat, das schalte ich nicht frei. Videolink gelöscht. Propagandavideos gehören nicht hierher. Dass Sie Polizeieinsätze hier nicht anders wahrnehmen als in Russland oder Weißrussland, liegt allein an Ihren Merkeldiktatur-Scheuklappen. JK]

  26. #30 Joseph Kuhn
    5. August 2021

    @ 2xhinschauen:

    “Aber die Idee, den Schutz der Bevölkerung vor einer Pandemie allein der Eigeninitiative zu überlassen, halte ich für gefährlich und absurd.”

    So ist es. Kubicki würde das sicher auch nicht in allen Belangen erwarten. Ich glaube z.B. nicht, dass er Impfstoffherstellung in Eigeninitiative möchte, und sogar bei der Finanzierung der Schnelltests hat er gestern abend bei Lanz den Staat in die Verantwortung genommen: Das sollten nicht die Ungeimpften selbst zahlen, weil der Staat ein Interesse daran habe, zu wissen, ob jemand infiziert ist.

    Nochmal zum Militär: Von der Notwendigkeit her, hier auf Eigenverantwortung zu verzichten, passt das Beispiel wiederum. Sonst hätte man ein Milizensystem. Das staatliche Gewaltmonopol steht der Eigenverantwortung diametral entgegen. Insofern ist die “Eigenverantwortung” vermutlich auch für die FDP oft nur ein Schlagwort, damit ihre Anhängerschaft den Sound erkennt.

    @ Ludger:

    Kubicki ist ihm Wahlkampf und spitzt da vielleicht noch etwas mehr zu, als er es seinem Naturell nach eh gerne tut.

    Dessen ungeachtet hat er natürlich recht, dass eine belastbare Datenlage für differenzierte Maßnahmen wünschenswert wäre. Es fehlt so etwas wie eine strategische Corona-Forschungsplanung, ein Versäumnis des Hauses von Frau Karliczek. Die Evidenz für einzelne Maßnahmen, vor allem im Zusammenspiel mit anderen Maßnahmen, ist nach wie vor begrenzt.

    Aber man kann daraus nicht einfach den Rückschluss ziehen, dass man daher besser gar nichts tut. Auch für das vorsichtige Nichtstun müsste es ausreichende Evidenz geben, wenn andernfalls absehbar ernste Folgen drohen. Nur fragt im Allgemeinen niemand nach der “evidence for inaction”.

  27. #31 RPGNo1
    5. August 2021

    @Markweger

    Diese Verlogenheit ist einfach unfassbar.
    Nicht anders als in Russland oder Weißrußland.

    https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/querdenken-ist-zum-selbstopferkult-geworden-kolumne-a-808912e1-912b-4450-8a40-8e28a1e99714

    Den Titel dieses Kommentars kann auf Rechtsausleger wie duch umgeschrieben werden, dann stimmt sein Inhalt trotzdem noch.

    Der Selbstopferkult der Blaunen

    Anhänger der Blaunen radikalisieren sich, indem sie sich in allen erdenklichen Lagen zum Opfer erklären.

  28. #32 HerrXYZ
    5. August 2021

    @2xhinschauen(#10) (und sorry, wenn das jetzt etwas offtopic wird):
    Ich verstehe nicht, was einige direkt oder indirekt schlecht an Moral, v.a. in der Politik, finden. Moral ist doch so etwas wie ein Werte- oder Normensystem für mich persönlich als auch für die Gesellschaft. Vieles in der Gesellschaft und der Politik ist auf einer bestimmten Moralvorstellung aufgebaut, z.B. Artikel 1 GG, die Tatsache, dass es in Deutschland keine Todesstrafe mehr gibt, Minderheitenschutz etc. Und ich finde, dass ein gewisses Werte- und Normensystem in die Politik gehört, sodass ich entscheiden kann, ob ein Politiker oder eine Politikerin oder eine Partei meine Moralvorstellungen teilt und ich sie (unter anderem) deshalb wähle. Letztendlich ist Moral doch eine Voraussetzung für Ethik.
    Das heißt natürlich auch, dass Moralvorstellungen als falsch betrachtet werden können. Kurz- und mittlefristig -> dann wähle ich die Partei nicht. Und auch langfristig können sich Moralvorstellungen als falsch entpuppen. Aber das ist doch auch bei explizit “unmoralischen” rationalen oder ökonomischen Entscheidungen so. Gibt es auch unzählige Beispiele in der Geschichte.
    Wenn ein Politiker aber explizit sagt, dass er sich in seinen Entscheidungen nicht auf ein (eigenes oder gesellschaftliches) Werte- und Normensystem berufen möchte, finde ich das eher bedenklich. Dann kommen halt so Sachen dabei raus, dass in meinen Augen moralisch verwerfliche (erstmal ganz unabhängig von der rechtlichen Lage) Sachen wie cum-ex-Geschäfte gutgeheißen werden, weil es irgendwo vielleicht Geld und Reputation für den Anwalt bringt, wenn dieser in seiner Rolle den Staat mit Worten wie “Gesinnungsstrafrecht” angreift – den Staat, den er in einer anderen Rolle aber auch noch im Bundestag vertritt. Lassen wir Moral ein Wertesystem wie Moral draußen, dann ist das alles gut vertretbar. Aber das ist dann nicht meine Vorstellung von Gesellschaft und Politik.

  29. #33 Ludger
    5. August 2021

    J. Kuhn: ” Auch für das vorsichtige Nichtstun müsste es ausreichende Evidenz geben, wenn andernfalls absehbar ernste Folgen drohen. “

    Für einen Mediziner ist das völlig evident, der muss umgehend für die individuelle Not von Menschen eine Lösung finden. Juristen neigen dann, wenn es ein Problem gab, zur formal-juristischen Argumentation. Genau das ist der Grund, weshalb Ärzte und Juristen oft sind wie Hund und Katze: sie sprechen ihre Sprachen mit unterschiedlichen Bedeutungen und Folgen.

  30. #34 shader
    5. August 2021

    @Stefan Ost “Wenn es die scienceblogs.de policy ist, dass hier jeder Autor schreiben darf wie und worüber er will mit der ihm eigenen politischen Färbung, warum sollte ich Ihnen und anderen Netzwerkautoren noch viel Glaubwürdigkeit bzgl. Neutralität und Objektivität schenken gegenüber politischen Webangeboten?”

    Okay, ich bin da wohl anders gestrickt, denn ich mache die wissenschaftliche Glaubwürdigkeit eines Autors nicht anhand seiner politischen Meinung abhängig, die er argumentativ darbietet. Was scienceblogs.de angeht, sie sortiert sämtliche Artikel+Diskussionen in verschiedene Rubriken ein, wovon eine lautet “Politik”. Von daher verstehe ich nicht, worin das Problem liegen sollte, dass hier auch über Politik geschrieben wird.

    “Ich kenne keine wiss. Journale in die persönliche politische Ansichten der Artikelautoren einfliessen können/sollten, das würde den Review nicht überstehen.”

    Sind wir hier in einem wissenschaftlichen Journal?

    @hwied: “die Leute erinnern sich, wir waren überzeugte FDP-Wähler und empfanden das Verhalten von Mende als Wahlbetrug.”

    Fast genau 60 Jahre her. Halte ich für eine zumindest gewagte These, dass sich die Wähler von heute noch an Mende erinnern werden. An 1982 wird man sich eher erinnern. Für die Partei eine echte Zäsur. Danach hatte die FDP mal Superwahlergebnisse mit 14% und mal miese mit unter 5%. Will sagen, auch das wird keine wesentliche Rolle mehr spielen. Es geht schließlich darum, was die Politik in den kommenden Jahren machen wird. Ob man da das Kreuzchen deshalb anders setzt, weil mal vor 40 oder 60 Jahren was schief gelaufen ist, glaube ich nicht wirklich. Und ich schreibe das alles, ohne ein wirklicher FDP-Anhänger zu sein. 😉

    @RPGNo1, danke für Deine Antwort. Wobei ich noch auf ein Beispiel von Herrn Stöhr warte. Zu Herrn Streeck, er scheint sich vor allem zu Beginn der Pandemie einige Male geirrt zu haben. Wobei ich das nicht als Alleinstellungsmerkmal von ihm halte, sondern sehr viele Experten daneben lagen. Ich erinnere nur an die widersprüchlichen und auch falschen Aussagen über das Maskentragen und wie lange es dauerte, ehe es sich hier als Maßnahme etabliert hat. Allerdings finde ich einige Vorwürfe in dem Artikel sehr fragwürdig, z.B. Punkte 6, 11 und 12. Da habe ich den Eindruck, dass der Autor eher seine eigene Agenda kundtun möchte und sich deshalb an Streeck abarbeitet. Wenn Interesse besteht, können wir gerne detailliert über dieses Papier sprechen, weil da hätte ich quasi Kritik an der Kritik anzumelden. 🙂

  31. #35 hwied
    5. August 2021

    shader
    “Ein guter Katholik wählt Zentrum”, das hat mir meine Nachbarin vor 20 Jahren gesagt. Hinweis: Die Zentrumspartei ist die Vorläuferin der CDU. Diese Nachbarin ist mit 92 Jahren gestorben. Die hat immer schwarz gewählt.
    Unterschätze nicht die Beharrlichkeit der Bevölkerung. Die Nibelungentreue ist in Deutschland immer noch wirksam. Und die Beteiligten beim Hitlerattentat 1944 , die sind bis heute Verräter !

  32. #36 nihil jie
    5. August 2021

    @ HerrXYZ

    Ich persönlich empfinde Moral als etwas willkürliches. Sie wird verschieden eingesetzt und auch verscheiden empfunden und interpertiert. Oft je nach persönlichem Bedürfnis und situationsabhängig.

    Beispielsweise werden Töchter von ihren Vätern oder Brüdern ermordet, weil man ihr Verhalten als amoralisch empfindet. Ich finde so etwas schrecklich, dennoch ist das ein Ausdruck von Moral in manchen Gesellschaften. Ob wir das gut oder schlecht finden interessiert diejenigen, die das für moralisch halten, nicht. Für die ist unser Verhalten nicht moralisch, weil wir das Verhalten unserer Kinder nicht als amoralisch empfinden.

    Manche in unserer Gesellschft finde es schon amoralisch wenn man eine Partnerin hat die dunkle Hautfarbe hat. So wie ich das in der Vergangenheit erlebt habe.

    Beispiele wie weit die Auffassung auseinander driftet, darüber was moralisch ist und was amoralisch, gibt es wahrscheinlich sehr viele. Ich empfinde Moral nicht als etwas bindendes. Es ist kein bindendes Regelwerk wie unserer Gesetze. Mag schon sein, dass manche dieser Gesetze irgendeine prähistorische moralische Grundlage besitzen, aber die allermeisten nicht.

    Am “coolsten” finde ich die Aussage “Das ist zwar moralisch verwerflich, juristisch dennoch absolut in Ordnung” oder so ähnlich. So einen Satz hört man oft dann wenn beispielsweise Arbeiter ausgebeutet werden. Moral scheint also oft genug verhandelbar zu sein. Kommt nur darauf an wer es sich erlauben kann darüber zu verhandeln.

    Ich lehne Moral als eine “Richtschnur” grundsätzlich ab, ohne dabei asozial zu werden. Und ich denke nicht, dass Moral die Grundlage der Ethik ist. Manche Ethischen Grundsätze musste man oft genug in der Geschichte gerade gegen den Widerstand der Moralisten durchsetzten. Beispiel dafür wäre die Gleichbehandlung von Homosexuellen. Und wie schon erwähnt. Mag schon sein dass die eine oder andere Moralvorstellung in unsere Gesetzbücher eingeflossen ist oder in die ethischen Überlegungen. Aber die Moralvorstellungen der breiten Masse standen nicht selten in der Geschichte, bei der Ausformulierung von allgemein gültigen Gesetzen, im Wege.

    PS:
    Rechtschreib- und Grammatikfehler sind meiner Legasthenie zu verdanken. Ich gebe mir trotzdem Mühe 😉

  33. #37 shader
    5. August 2021

    @hwied: ““Ein guter Katholik wählt Zentrum”, das hat mir meine Nachbarin vor 20 Jahren gesagt. Hinweis: Die Zentrumspartei ist die Vorläuferin der CDU. Diese Nachbarin ist mit 92 Jahren gestorben. Die hat immer schwarz gewählt.
    Unterschätze nicht die Beharrlichkeit der Bevölkerung.”

    Ich würde eher sagen, überschätze mal nicht das Durchschnittsalter der Wählerschaft. 😉 Davon mal abgesehen, der Anteil der Wechselwähler nimmt immer mehr zu, was man auch an den Schwankungen in den Umfragewerten der letzten Jahre sehen kann.

  34. #38 hwied
    5. August 2021

    shader
    Zustimmung

  35. #39 2xhinschauen
    5. August 2021

    @HerrXYZ

    Dem meisten, was Sie schreiben, würde ich nicht widersprechen, wenn man Ihr offensichtliches Verständnis von “Moral” zugrundelegt. Was ich wie @nihiljie aber nicht tue.

    In meiner vereinfachten Privatphilosophie ist jede Moral relativ zu bzw abhängig von den Zeitläuften, der Gesellschaftsform, von Machtinteressen. Denken wir an die “katholische Sexualmoral”, an die “Kampfmoral” u.v.a. Dafür sind Moralen (wie ist hier die Mehrzahl?) oft erstaunlich konkret. Was misstrauisch machen sollte.

    Ethik dagegen ist eher universell oder absolut, dafür aber leider auch sehr schwammig. Also ist Ethik mMn eher die Voraussetzung für eine konkretisierende Moral, nicht umgekehrt. Oder für geschriebenes Recht.

  36. #40 2xhinschauen
    5. August 2021

    @ Joseph Kuhn

    Ihre Differenzierung Militär/Miliz hat zwar mit meinem “Argument” nicht viel zu tun, trifft aber zu. Was mich halb-OT dazu verleitet, dies weiter zu differenzieren.

    Viele reguläre Armeen der Welt kämpfen nach der sog. Befehlstaktik, z.B. auch alle Gegner im 2.WK. Da wartet man, vereinfacht gesagt, auf Befehle und handelt tendenziell nicht in Eigeninitiative, und dies auf allen Ebenen. Entsprechend detailliert sind Operationspläne bis auf Kompanie- und Zugebene herunter auch bei Großangriffen.

    Die Wehrmacht und auch die Bundeswehr vertrauen dagegen der Auftragstaktik – taktische Entscheidungen werden so weit unten wie möglich getroffen. Wie ein Kommandeur eine Stellung verteidigt oder angreift, ist meist allein seine Sache.

    Dieser Unterschied ist mit ein Grund für die (relativen und zeitweiligen) Erfolge der Wehrmacht auch gegen deutlich überlegene Gegner. Fun Fact – ähnliche Unterschiede finden sich auch in den Rechtssystemen etwa zwischen Deutschland und UK oder USA. Bei uns wird vom einzelnen Bürger viel mehr eigenverantwortliche Rechtsgüterabwägung erwartet als dort, wo das Einhalten von Vorschriften einen höheren Stellenwert hat.

    Und das, obwohl wir als Obrigkeitsstaat gelten und jene als hemdsärmelig-liberal. Verwirrend.

    Jedenfalls ist das Vertrauen auf Eigenverantwortung bei uns offenbar nicht völlig kulturwidrig. Aber: Eine Gesellschaft ist keine Armee und weit schlechter durchorganisiert. Und auch im deutschen Militär gibt es je nach Thema maximaldetaillierte Vorschriften, wenn man etwa die Sicherheit beim Umgang mit Waffen eben gerade nicht jedem Deppen selbst überlassen möchte.

    Den Bogen schließend, finde ich Kubickis Position für verständlich und nicht kulturwidrig, aber hierbei nach wie vor für falsch und absurd. Sie läuft darauf hinaus, den Schutz der Ungeimpften, unter denen viele Schlamper und Verweigerer sind (in Prozent immer mehr), allein diesen selbst zu überlassen. Was die Pandemie verlängert und Anlass für fortdauernde Grundrechtseinschränkungen für alle ist, auch für Geimpfte. Und für die fortdauernde wirtschaftliche Schädigung von Unschuldigen in Kultur, Gastronomie, Touristik etc.

    Hugh!

  37. #41 RPGNo1
    6. August 2021

    @shader

    Wobei ich noch auf ein Beispiel von Herrn Stöhr warte.

    Bezüglich Stöhr möchte ich meinen Kommentar #9 korrigieren. Er wurde wegen einiger seiner Aussagen und Einschätzungen zur Pandemie kritisiert, aber lag im Gegensatz zu Streeck nicht falsch. Mir ist da eine Verwechslung unterlaufen.

  38. #42 DH
    6. August 2021

    Kubicki hat der unsozialen Tendenz (die übrigens illiberal ist) nie ausreichend widersprochen, richtig. Er ist, wie in anderen Kommentaren schon angetextet, einer aus der FDP von heute. Auf dem Parteitag hat sich das gezeigt, wo immer noch viel neoliberaler Ballast an Bord war, der die guten Umfragewerte sogar gedämpft haben könnte.
    Ihn aber in die Nähe rechter Hetzer zu stellen, ist, mit Verlaub, einfach nur dumm und im Übrigen genau derselbe Sound, wie er hier kritisiert wird.
    Im Kommentar 14 gehts denn auch sachlicher zu, was ich mir auch insgesamt wünschen würde.
    Während sich die Grünen als Bettvorleger der gar nicht großen Koalition hervortun, wird die Freiheit weitgehend von rechts verteidigt, und, zu meiner Überraschung, auch von der Linkspartei, sowie von einzelnen Personen, zu denen auch Kubicki zählt.
    Warnung:
    Dieser Kommentar weicht ab vom Meinungskorridor des “Guten”. Sollten Sie an sich Symptome beobachten, die ihn als rechts, querdenkend, Afd, pegida oder als vom Mars kommend betrachten, kontaktieren Sie Ihren örtlichen Verschwörungstheoretiker.
    Begeben Sie sich in Quarantäne und sprechen Sie bitte in die Armbeuge. Sie schützen andere so vor der Infektion mit verbalen Aerosolen. Danke fürs Mitmachen. Gemeinsam schaffen wir das.

  39. #43 HerrXYZ
    7. August 2021

    @2xhinschauen und nihil jie:
    Warum finden Sie denn die Moral in den gegebenen Beispielen ablehnenswert? Ich würde sagen, weil Sie eine andere Moralvorstellung haben – nicht weil Sie Moral generell ablehnen. Und nur weil es bei etwas unterschiedliche Ansichten und Einstellungen gibt, ist es noch lange nicht beliebig. Und natürlich ist Moral verhandelbar, es gibt nicht die allgemein gültige Moral. Gerade weil es unterschiedliche Ansichten gibt, möchte ich wissen, wer meine am besten vertreten würde.
    Wir können sicher auch Politik und Gesetze ohne moralische Leitplanken machen, rein auf ökonomischen Prinzipien. Gesetze, die Arbeiterausbeutung zulassen, zum Beispiel. In der Wissenschaft können wir uns dann die declaration of Helsinki sparen. Wie gesagt, meine Welt ist das nicht.
    Und wenn jetzt der Einwand kommt, das sei Ethik, nicht Moral: beides hängt zusammen, es gibt nicht das eine ohne das andere. Das Lexikon der Philosophie sagt laut Wikipedia: “Die Ethik ist jener Teilbereich der Philosophie, der sich mit den Voraussetzungen und der Bewertung menschlichen Handelns befasst und ist das methodische Nachdenken über die Moral. Im Zentrum der Ethik steht das spezifisch moralische Handeln.”

  40. #44 RPGNo1
    7. August 2021

    @DH

    Wer sich freiwillig in den braunen Sumpf der “Achse” begibt und darin um Zustimmung fischt (wie es Kubicki getan hat), muss damit leben, dass ihn die Nicht-braunen schräg anschauen.

    Es ist eigentlich peinlich, dass ein angeblich schlauer Kopf, wie sich Kubicki sieht, in eine solche Falle tappen kann. Aber der Drang nach Selbstdarstellung und eine gewisse Portiion politischen Opportunismus war wohl doch größer als die Vernunft.

  41. #45 2xhinschauen
    7. August 2021

    @ HerrXYZ

    Warum finden Sie denn die Moral in den gegebenen Beispielen ablehnenswert?

    Weil ich ganz grundsätzlich das Konzept, irgendeine Moral als oberste Handlungsmaxime zu betrachten, für fragwürdig halte. Ich hatte gehofft, das trotz der gebotenen Kürze erklärt zu haben.

    Und das Wikipediazitat bringt ja auch zum Ausdruck, wie ich es gemeint hatte.

    Der Gegensatz zu moralisch begründetem Handeln ist ja im übrigen nicht rein ökonomisch begründetes oder ganz regelloses Handeln. Man kann durchaus ethisch herleitbare Positionen vertreten, die der herrschenden (sic!) Moral widersprechen, z. B. indem man politisch Verfolgten hilft oder eine Tyrannei beseitigt.

  42. #46 nihil jie
    7. August 2021

    @ HerrXYZ

    Sorry, dass ich mich erst jetzt melde. Zu meiner Entschuldigung muss ich gestehen, dass ich gerade etwas geburnoutet bin. Zu viele negative Entwicklungen im Privaten die zu gleichen Zeit einträten.

    Meine Grundhaltung basiert nicht unbedingt auf moralischen Grundsätzen. Ich weiß, dass ich ein Lebewesen bin. Damit kenne ich meine Fähigkeiten. Ich kann gütig sein aber ich bin auch dazu Fähig sogar zu töten. Da für mich aber die Zivilisation als Ganzes sehr sehr wichtig ist, wenn nicht sogar ziemlich “heilig”, werde ich nach Möglichkeiten nichts kontraproduktives unternehmen um unser aller Überleben zu gefährden. Ich sehe sogar als meine Pflicht notfalls mein Leben in Gefahr zu bringen um andere zu beschützen die dazu nicht in der Lage sind, aus welchen gründen auch immer. Auch die, die ich im Alltag normalerweise vielleicht auch nicht leiden kann. Was ich in meinem Leben schon einige male getan habe.Nicht besonders oft, aber mit einer Hand könnte ich es abzählen. Ich übe keinen Beruf der diese Opferbereitschaft voraussetzt. Wie beispielsweise Feuerwehrleute.
    Dahinter steht keine ausgeklügelte Agenda oder kein moralisches bzw. ethisches Konzept. Um ehrlich zu sein… ich weiß nicht warum das so ist. Das ist für mich auch nicht so entscheidend.
    Und nein… ich bin auch kein Heiliger. Ich streite mich mit anderen Menschen. ich habe auch schon Menschen beleidigt oder ausgelacht usw. Aber es gibt da so eine undefinierte Grenze. Ich darf auf keinen Fall andere Gefährden. Alle müssen die Gelegenheit bekommen sich zu entwickeln, sich fortzupflanzen und ihren Nachwuchs großzuziehen. Das ist für mich unantastbar. Und wie schon gesagt… den Grund dafür kenne ich nicht.
    Das wäre vielleicht eine durchaus brauchbare Beschreibung meiner Grundeinstellung. Es gibt natürlich noch viele Details die wir hier unmöglich alle besprechen können, aber der Kern wäre damit von mir jetzt offenbart worden.

  43. #47 DH
    7. August 2021

    @RPGNo1
    Braun, nicht-braun…ich denke, wir sollten mal weg von diesem “wer-ist-der-größere-Nazi”-Ding.
    Einiges, was aus dem “guten” mainstream kommt, um noch mehr Klischee-Begriffe zu nennen, ist “brauner” als die ach so braunen Kritiker.
    Fakt ist halt auch, daß Vieles, was legitime demokratische Kritik ist, nur noch in den “alternativen Medien” vorkommt, weil sich die etablierten Medien immer mehr verengen.
    Kubicki darf noch, aber unter hohem Druck, Andere, die brav der Regierung folgen, werden hingegen hofiert.
    Andererseits verstehe ich auch das Mißtrauen gegen die “Achse des Guten” (und noch`n Klischee).
    So vernagelt wie die “Progressiven” sind bei kulturellen Fragen, so beratungsresistent sind die Rechtslibertären bei der sozialen Frage, bis hin zu grenzwertigen Aussagen über “sozial Schwächere” (hatten wir schon das mit den Klischees?).
    Ähnliches gilt für die ökologischen Probleme.

    • #48 Joseph Kuhn
      7. August 2021

      @ DH:

      „Fakt ist halt auch, daß Vieles, was legitime demokratische Kritik ist, nur noch in den “alternativen Medien” vorkommt, weil sich die etablierten Medien immer mehr verengen.“

      Ganz ehrlich: Das Geschwätz kann ich nicht mehr hören. Das in den Köpfen der Leute zu verankern, gehört zu den großen Erfolgen der AfD und ihres Umfeldes.

  44. #49 RPGNo1
    8. August 2021

    @DH

    Fakt ist halt auch, daß Vieles, was legitime demokratische Kritik ist, nur noch in den “alternativen Medien” vorkommt, weil sich die etablierten Medien immer mehr verengen.

    Heute morgen zufällig dem Maaßen den Hintern geküsst?
    https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/bundestagswahl/id_90587138/hans-georg-maassen-fordert-aufloesung-von-ard-und-zdf-lauterbach-ist-empoert.html
    https://www.merkur.de/politik/bosbach-maassen-cdu-bundestagswahl-2021-wahlkampf-thueringen-lauterbach-podcast-90905329.html

  45. #50 DH
    8. August 2021

    @Joseph Kuhn
    Schon mal nachgedacht, warum die AfD damit so viel Erfolg hat? Wenn die denn alle so dumm sind, was z.T. durchaus zutrifft, warum sind sie dann erfolgreich?
    Weil ihre Inhalte so genial sind?
    Schon komisch, ausgerechnet die Kritiker der AfD scheinen zu glauben, daß es diese Partei, die doch so substanzlos sein soll, es ständig aus eigener Kraft schaffen könne, groß zu werden.
    Tut sie nicht. Sie tut es fast ausschließlich, weil die “Progressiven” nicht erkennen wollen, daß es die Intoleranz ihrer eigenen Denke ist, die den Rechten die Wähler zutreibt.
    Aber ich will mich gar nicht beschweren, dann soll es eben so sein, wer nicht hören will, muß fühlen.

    • #51 Joseph Kuhn
      8. August 2021

      @ DH:

      “Schon mal nachgedacht”

      Sie werden es nicht für möglich halten: ja. Zum Rest Ihres Kommentars kann ich nichts sagen, das ist ziemlich zusammenhangsloser Unfug. Haben Sie eine Jammerdepression?

  46. #52 DH
    8. August 2021

    @RPGNo1
    Nichts Neues von dir, leider. Wenn du keine Argumente hast, fängst du an, herumzupöbeln.
    Damit bist du bekanntlich nicht alleine, das ist heute das Standardvorgehen der sog. Linken, oder wie auch immer du dich einstufst.
    Und dann jammern sie einem auch noch die Ohren voll, wenns schiefgeht mit der Schwächung der Rechten.
    Die besten bots, die sich die Rechten wünschen können- die, die in ihrem Sinne arbeiten ohne es zu merken….

  47. #53 RainerO
    8. August 2021

    @ DH
    Kannst du die Phrase “die Intoleranz der ‘Progressiven'” auch mit ein, zwei Beispielen unterfüttern, bzw. was diese zu tolerieren hätten, um das “Zutreiben zu den Rechten” zu verhindern/mindern?
    Bitte aber keine Wiederholung von “Gleichschaltung der Mainstreammedien”, das ist eine Mär.

  48. #54 DH
    8. August 2021

    @RainerO
    Konkretes Beispiel, Fußball-EM, gerade vorbei.
    Was haben sie uns nicht zugemüllt mit der Regenbogen-Propaganda, aus allen Ecken kamen sie gekrochen, die Superfreunde der “LGBT”-Community.
    Dann hat die Uefa dem Grenzen gesetzt und etwa verboten, deutsche Stadien zu erleuchten in Regenbogenfarben.
    Es gab schon häufig Versuche, den Sport zu vereinnahmen für politische Ziele, meistens werden sie abgewehrt.
    Es war also die UEFA, die sich hier völlig korrekt verhalten hat, und als Einzige echten Respekt gezeigt hat vor Homosexuellen und Co, indem sie sie gleich behandelt hat wie andere Gruppen auch.
    Was passiert in den Medien? Eine einzige Orgie der Empörung, die die sich völlig richtig verhalten haben, wurden angefeindet, kritische Stimmen sehr wenige, und alle zaghaft besorgt, nur nicht zu deutlich zu werden (wie z.B. Marcel Reif).
    Diejenigen, die sich immer aufspielen als die großen Freunde der “Regenbogen-Fraktion”, sind in Wahrheit ihr größtes Problem und scheren sich einen Dreck um die behauptete Gleichstellung.
    Wenn du das kritisierst, heißt es “Homophobie”.
    Oder Rassismus, Sexismus, Islamhass, je nachdem, wer kritisierst wird.

  49. #55 shader
    8. August 2021

    @DH “Fakt ist halt auch, daß Vieles, was legitime demokratische Kritik ist, nur noch in den “alternativen Medien” vorkommt, weil sich die etablierten Medien immer mehr verengen.
    Kubicki darf noch, aber unter hohem Druck, Andere, die brav der Regierung folgen, werden hingegen hofiert.”

    Also man kann nun wirklich nicht behaupten, dass im Mainstream keine Kritik über die Corona-Politik stattfindet. Im Gegenteil, samt den Protagonisten Kubicki, Lindner, Aiwanger. Es werden sehr viele Aspekte und Ansichten dort diskutiert.

  50. #56 RainerO
    8. August 2021

    @ DH
    Ich sehe die Befürwortung der Gleichberechtigung aller sexuellen Orientierungen nicht als politisches Thema. Eher als humanistisches. Dass es in die Politik drängt, ist eher der Diskriminierung durch die “Nicht-Progressiven” geschuldet.
    Aber ich möchte hier jetzt diesbezüglich keinen Nebenschauplatz aufmachen. Ich hatte eher auf Beispiele aus dem Themenfeld der “Querdenker” gehofft.

  51. #57 DH
    9. August 2021

    @shader
    Die Aussage entstnd in der Debatte mit Joseph Kuhn über den Aufstieg der AfD im allgemeinen, nicht in Bezug auf Corona.

  52. #58 DH
    9. August 2021

    @RainerO
    Naja, die QD bieten halt auch jede Menge Angriffsfläche durch so manche Inhalte, die, sagen wir, einer Überprüfung bedürfen, und die z.T. auch eher Unterhaltungswert haben.
    Umso mehr fragt man sich, warum sie ständig so angefeindet werden, es besteht offenbar ein teilweises Interesse daran, sie künstlich groß zu machen, jedenfalls in Teilen der Medien und der Politik.
    Letzten Sommer hat man denn auch versucht, sie, und einige andere Gruppen, zum Brunnenvergifter zu erklären- ohne jeden Erfolg in der Bevölkerung übrigens, ein überraschend gutes Zeichen.
    Und zu häufig kommt dieser Versuch aus dem politischen 1-Euro-Shop, daß es wieder nur die Alternative geben soll, Maßnahnen kritiklos schlucken- oder Querdenker.
    Nichts Neues also, denn da wird einfach so vorgegangen wie schon vor Corona bei anderen Themen.

  53. #59 RainerO
    9. August 2021

    @ DH
    Ah, ok. Also doch wieder nur Phrasen. Schade. Dann lassen wir es halt bleiben.

  54. #60 RPGNo1
    10. August 2021

    @DH

    Nichts Neues von dir, leider. Wenn du keine Argumente hast, fängst du an, herumzupöbeln.

    Du argumentierst wie Maaßen und regst dich dann auf, dass man dich auf diesen Umstand aufmerksam macht? Ist dir deine Opferrolle nicht peinlich

    Damit bist du bekanntlich nicht alleine, das ist heute das Standardvorgehen der sog. Linken, oder wie auch immer du dich einstufst.

    Retour: Für einen Rechten sind selbstverständlich alle links, die nicht mit seiner Position übereinstimmen. Denn rechts neben ihnen gibt es nur noch den Abgrund.

  55. #61 DH
    11. August 2021

    XXX

    [Edit: Zwei Kommentare gelöscht. Sie sind doch in der Lage, inhaltlich sinnvolle Kommentare zu schreiben. Wenn Sie nur noch Nonsens verbreiten wollen, heben Sie das Beinchen bitte bei sich an der Straßenecke. Danke, JK]

  56. […] mehr gebunden fühlt. Dass jemand wie Wolfgang Kubicki keine Hemmungen hatte, im Wahlkampf dort gegen Merkel Stimmung zu machen, und an der Radikalität der Leser/innen gescheitert ist, mag man als Achsbruch der besonderen Art […]