Wahr ist, dass sich die Apotheken-Umschau in der Ausgabe vom 1. September 2021 für die evidenzbasierte Medizin stark macht, die Homöopathie kritisiert und sogar den Skeptiker Edzard Ernst zu Wort kommen lässt.

Unwahr ist, dass nach heftigen Protesten der Homöopathie-Lobby jetzt zum Ausgleich eine Sonderbeilage „Wie Homöopathie hilft“ folgt, in der Jens Behnke, Programmleiter für Integrative Medizin bei der Karl und Veronica Carstens-Stiftung, erläutert, wie er Markus Söder nach dem Ende der Merkeldiktatur in homöopathischer Hochpotenz zur Rechenschaft ziehen wird.

Kommentare (18)

  1. #1 Joseph Kuhn
    19. September 2021

    Leserhinweis: Die Reihe “Wahr und unwahr” gibt es bis zur Bundestagswahl. Warum das so ist, weiß niemand.

  2. #2 hwied
    19. September 2021

    Mit” wahr und unwahr” haben sie einen Hit gelandet. Dabei wird auf unterhaltsame Art Aktuelles angesprochen und auf den Wahrheitsgehalt abgeklopft.
    TIPP: Lassen Sie sich den Namen schützen (ganz ernsthaft)

  3. #3 ajki
    19. September 2021

    “Warum das so ist, weiß niemand.”

    Endlich mal was, was niemand weiß. Das wurde mal Zeit!

  4. #4 Herr Senf
    Internet
    19. September 2021

    … das ist eine Imitation, frühere Versuche schon ab 2002 😉
    https://www.staff.uni-mainz.de/pommeren/Miszellen/Unwahr.html

    • #5 Joseph Kuhn
      19. September 2021

      @ Herr Senf:

      Die Behauptung, man könne “wahr” und “unwahr” unterscheiden, ist in der Tat nicht ganz neu. Aber wie schon Goethe sagte: “Alles Gescheite ist schon gedacht worden, man muss nur versuchen, es noch einmal zu denken.” Karl Valentin hat das bekanntlich so paraphrasiert, dass schon alles gesagt sei, nur nicht von jedem – und man könnte hinzufügen, dass sein Nachgedachtes wiederum nicht von jedem nachgesagt oder hingeschrieben werden darf.

      Aber danke für die Anregung, das baue ich in die Folge 4 morgen ein.

  5. #6 hwied
    19. September 2021

    Wahr ist, dass Herrn Kuhn gern Wein trinkt, unwahr ist, dass er deswegen kein Wasser in großer Verdünnung trinkt.

  6. #7 Staphylococcus rex
    19. September 2021

    Da wird Kanzlerkandidat Fuellmich die Apotheken-Umschau wegen ihrer Einflussnahme auf den Wahlkampf verklagen müssen, schliesslich geht es hier um eines seiner Kernthemen:
    https://diebasis-partei.de/2021/09/diebasis-setzt-sich-fuer-den-erhalt-des-heilpraktikerberufes-ein/

  7. #8 hwied
    19. September 2021

    „Geistiges“ Eigentum und Abmahnwahnsinn.
    Nun sind die Fenster einer Kirche schon nicht mehr gemeinfrei.
    Da hat mich eine Verwertungsgesellschaft abgemahnt , die Fenster der Kirche x in Stuttgart seien ein Kunstwerk und sie vertrete die Rechte des Künstlers. Ich solle also pro Monat 350 € an diese Verwertungsgesellschaft bezahlen . Die habe ich auf meiner Internetseite dargestellt.
    Ich habe auf den Rechtsstreit verzichtet und die Fotos von den Fenstern gelöscht.

  8. #9 zimtspinne
    19. September 2021

    Erscheint der Artikel nur in der online Ausgabe oder auch in der Papierausgabe?
    Unten steht nur ein Hinweis, dass mehr zum Thema in der neuen Ausgabe September zu finden sei.

    Ich muss die Ausgaben unbedingt für einige Pappenheimer holen, die zwar teils auch Internet haben, aber doch noch eher zur Papiergeneration gehören.
    Ich glaube, ich nehme gleich einen ganzen Stapel. Leider fehlt mir eine Begründung, die liegen hier nicht aus, sondern müssen gezielt angefordert werden und Schubladen, in denen sie lagern, sind sehr klein (oft gibts auch was nicht mehr).

    • #10 Joseph Kuhn
      19. September 2021

      @ zimtspinne:

      In der Printausgabe waren mehrere Artikel zum Thema. Aber inzwischen liegt in den Apotheken schon das nächste Heft aus.

  9. #11 zimtspinne
    19. September 2021

    jedenfalls, danke für den Tipp!

  10. #12 schlappohr
    19. September 2021

    Man fragt sich nur, woher der plötzliche Sinneswandel bei der AU kommt. Bisher wurde das Thema sanfte Heilwässerchen ja eher unkritisch behandelt, und jetzt geht es plötzlich um Evidenz und man findet überraschend klare Worte gegen die Zauberkunst. Hat es da Backstage einen Sponsorenwechsel gegeben? Oder tatsächlich – man wagt es kaum zu hoffen – eine thematische Neuausrichtung der Redaktion?

  11. #13 RainerO
    19. September 2021

    @ schlappohr

    eine thematische Neuausrichtung der Redaktion?

    Ich würde mich nicht zu früh freuen. Der Pessimist in mir vermutet, dass man das mit Absicht alles schön in eine Ausgabe gepackt hat, um nicht mit permanenter Aufklärung ein tatsächliches Umdenken auch bei der Kundschaft zu fördern.
    Alles in einer Ausgabe kann man nämlich schön einschlafen lassen, um in ein paar Ausgaben wieder die “sanften Zauberer” zu feiern. Die Leser, denen ein “Hä, war da vor kurzem nicht was…” in den Sinn kommt, werden sich in Grenzen halten. Aber man kann die Ausgabe jederzeit hervorkramen und damit herumwedeln, sollte doch wieder Kritik aufkommen.

  12. #14 Echt?
    19. September 2021

    Die AU, der Papier gewordene Haifischknorpel?

  13. #16 hwied
    19. September 2021

    Wahr ist, dass man in der AU nur glückliche Menschen sieht.
    Unwahr ist, dass die vier Redakteure/innen Nino, Mino, Phine und Aline heißen.

  14. #17 Alisier
    19. September 2021

    Eine direkte Folge von Corona?
    Impfskeptiker haben es inzwischen deutlich schwerer: während viele früher eher über das Thema hinweggegangen sind, wird inzwischen viel öfter nachgehakt und bei Impfverweigerung nach den Gründen gefragt.
    Dass Vodoomedizin und wirrer Glaube auch mal echte Gefahren heraufbeschwören kann dürfte einigen klarer geworden sein.
    Also: nicht nachlassen und den entstandenen Riss nutzen um die Mauer ins Wanken zu bringen.
    Muss ich den hier Anwesenden (Blogger included) zwar nicht sagen, aber zu betonen, dass ich einen echten Hoffnungsschimmer sehe hielt ich für angebracht.
    Weiter so.

  15. #18 schlappohr
    20. September 2021

    @RainerO #13

    Und man wird sich darauf berufen, dass man eine “ausgewogene Berichterstattung” leisten möchte, und da muss man eben die Vorzüge der EVB wie auch der Zauberkunst herausarbeiten. Heuchlerischer gehts kaum noch.
    Aber nun ja, es ist ein Schritt in die richtige Richtung, das sollten wir anerkennen und die Hoffnung nicht zu früh aufgeben. Es lebe die “#Globukalypse now” [Lübbers]