Klaus-Jürgen Bruder scheint wie Wolfgang Wodarg oder Andreas Sönnichsen unaufhaltsam auf dem Weg von einer kritischen Geisteshaltung zum kritisch maskierten Glaubensbruder weiterzuschreiten, mit neuen Freunden der besonderen Art. Seine „Neue Gesellschaft für Psychologie“ hat er dazu passend in einen verschwörungstheoretischen Obskurantenstadel verwandelt.

Bei der jetzt beginnenden Jahrestagung 2022 des Vereins wird Corona als „inszenierte Krise“ präsentiert, also als böser großer Plan. Als Keynote-Speaker tritt unter anderem Harald Walach auf, der „Corona-Untersuchungsausschuss“ steht im Programm, oder Werner Meixner, der von der „gentechnischen Manipulation und Reduktion der Bevölkerung“ schwurbelt. Daran glaubt auch Klaus-Jürgen Bruder: Auf einer Seite eines anderen wahrhaft Wissenden weiß er vom „Verschweigen der tatsächlichen Impffolgen, die eine Übersterblichkeit zeigen“ zu berichten. So wie er auch sonst viel Verborgenes erkennt, als Psychoanalytiker, der sieht, was andere nicht sehen, eine zweite Welt hinter allem.

Keine Frage: Gesellschaftliche Machtstrukturen gehen gewissermaßen unter die Haut, aber wer das auf die Impfspritze projiziert, verdinglicht gesellschaftliche Verhältnisse in einem ideologisch gefälligen Fetisch. Die Coronakrise nimmt Menschen psychisch auf je ihre eigene Art und Weise mit. Klaus-Jürgen Bruder hat sie um den kritischen Verstand gebracht.

Kommentare (55)

  1. #1 Klardenker
    Wien
    6. Juli 2022

    XXX

    [Edit: Danke für Ihren Kommentar. Ich habe ihn gelöscht. JK]

  2. #2 Matheo
    Köln
    7. Juli 2022

    Herr Kuhn,
    keine Ahnung zu haben, ist entschuldbar. In unwürdiger Weisen öffentlich auf Kollegen einzudreschen, dagegen keineswegs.

    • #3 Joseph Kuhn
      7. Juli 2022

      @ Matheo:

      Ich verstehe nicht ganz, was Sie mir sagen wollen. Wovon konkret habe ich keine Ahnung? Und inwiefern “dresche ich unwürdig” auf Kollegen ein? Wie hätten Sie sich eine “würdige” Kritik an Klaus-Jürgen Bruders gleichermaßen überheblicher wie paranoider Attitüde, dass da eine “komplette Manipulation des Bewusstseins” stattfinde, die er erkenne, während die meisten Menschen bewusstlose Objekte dieses Vorgangs seien, vorgestellt? Das ist nichts anderes als das Schlafschaf-Narrativ der Querdenkerszene.

      Wie sagt er in dem verlinkten Interview so schön über die Pflicht eines Psychoanalytikers, gemeint ist er selbst: “Er weiß, dass er (…) seine eigenen Fantasien ebenso wie seine Absichten an der Kandare halten muss.”

      Statt diesen seinen Rat selbst zu befolgen, ergeht er sich in apokalyptischen Phantasien, die ihm den Blick auf die tatsächlichen gesellschaftlichen Missstände und die Behinderungen emanzipatorischen Handelns verstellen. Kritik verlagert sich so von der realen in eine imaginierte Welt. Vielleicht ist das weniger mühsam, oder eine Art Erschöpfungssyndrom kritischen Denkens, darüber mögen Psychoanalytiker sich Gedanken machen.

      Darf ich im Gegenzug fragen, wovon Sie “Ahnung haben”? Sind Sie Psychologe, oder Mitglied der Neuen Gesellschaft für Psychologie?

  3. #4 Mars
    dazwischen
    7. Juli 2022

    “” Die Coronakrise nimmt Menschen psychisch (anm.d.red.: und physisch) auf je ihre eigene Art und Weise mit “”

    JA, … und das leben kann trotzdem gut dabei sein, man kann neue horizonte erblicken und könnte ! – wenn man wollte – auch aus dieser krise (im wortsinne) auch was gutes für sich finden und lernen. nicht nur mit den veränderunge zu leben, sondern die kraft, die eine jede krise mit sich bringt, nicht nur negativ zu sehen.
    wir haben oft den blick verloren, auf etwas, was mit uns passiert, bleiben dabei passiv … und könnten doch auch was bewegen, was bisher unmöglich schien.
    das sagt ein Post-Covid erkrankter, der keine neue *heilslehre* von Bruder & Co. benötigt

  4. #5 Ludger
    7. Juli 2022

    Ich kannte den Herrn bisher nicht.
    Als (pensionierter) Hochschullehrer und Tiefenpsychologe hat er natürlich Erkenntnisse, die den normalen Menschen nicht zugänglich sind. Deshalb gibt es ja die Tiefenpsychologie. Er betont laut Wikipedia “den eigenständigen Stellenwert der „Kritik“, die ihre Bedeutung im Rahmen der Bewegungen zur Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse besitzt.”[Zitatende]
    Auf seiner persönlichen Homepage verlinkt als erstes einen eigenen Aufsatz von 2019, der im ersten Absatz fogende Formulierung enthält :

    Der Krieg scheint das wichtigste Feld unserer Politiker zu sein, die letzte Form ihrer Kommunikation. Wenn nichts mehr geht, so geht immer noch „Krieg!“: Die Kriegsdrohung gegen Rußland hat noch nichts an ihrer Gefährlichkeit eingebüßt² […]
    Fußnote ²:
    »Die in Estland stationierten deutschen Kampfjets sind in den vergangenen sechs Monaten 30 Mal zu Alarmeinsätzen gestartet, um ungekennzeichnete russische Flugzeuge über der Ostsee zu begleiten“ – die Meldung der dpa vom Abwehrkampf an der Ostfront [Hervorhebung durch mich]

    Wie soll man das nennen, wenn jemand so neben der Realität liegt, das aber aufgrund der eigenen überragenden Qualifikation nicht erkennen kann?
    Hybris?
    Zurück zu meinem ersten Satz: Ich möchte ihn auch nicht kennenlernen.

  5. #6 Spritkopf
    7. Juli 2022

    Was mich – neben Bruders Einlassungen zur angeblich durch Impfungen verursachten Übersterblichkeit – ebenfalls wundert: Bruder reklamiert für sich einen Durchblick, den er seinen Kollegen und anderen Wissenschaftlern abspricht. Gleichzeitig gibt er seinen Namen für einen Verein wie den Corona-Ausschuss her. Prüft er vorher nicht, was sich da für eigenartige Figuren tummeln?

    Angefangen vom Vorsitzenden, Rechtsanwalt Fuellmichdietaschen, der von leichtgläubigen Querdenkern Millionen für eine Sammelklage in den USA gegen Christian Drosten einsammelt, die nie eingereicht wurde und der muntere Verzällscher von magnetischen Nanopartikeln im Covid-Impfstoff zum Besten gibt, die dazu führen würden, dass man sich nach einer Impfung seinen Hausschlüssel an die Stirn pappen kann und dieser kleben bleibt? Oder der in einer peinlichen Pseudodoku so tut, als sei er (als Vorsitzender der Basis-Partei, der er tatsächlich ist) zum deutschen Bundeskanzler ernannt worden und der dann vor der Kamera kaum verhohlen seinen antidemokratischen Blütenträumen freien Lauf lässt.

    Oder Sucharit “Dä-Jodn-sänd-an-allem-schold” Bhakdi, der mit sockenschussverdächtigem Blödsinn zu angeblichen Genversuchen an der Bevölkerung begann und damit endete, mit sanfter Stimme antisemitische Brühe in die Fernsehkamera zu verklappen. Der nichtsdestotrotz aber immer noch gut genug ist, diesem Verein als Galionsfigur zu dienen.

    Ich versteh’s nicht.

    • #7 Joseph Kuhn
      7. Juli 2022

      @ Spritkopf:

      „Corona-Ausschuss … Prüft er vorher nicht, was sich da für eigenartige Figuren tummeln?“

      Ich fürchte, das hat er getan und die Leute als ehrenwert kritische Geister eingestuft.

  6. #8 knorke
    7. Juli 2022

    @7 Womit sich mal wieder der Unterschied zwischen “Geistern” und “Gespenstern” ganz fabelhaft herausstellen lässt.

  7. #9 2xhinschauen
    7. Juli 2022

    Seinem Wikipedia-Eintrag zufolge ist Klaus-Jürgen Bruder Psychoanalytiker. Zufällig ist in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift “Skeptiker” ein längerer Artikel über Freud und die Psychoanalyse erschienen, Kurzfassung: Die PA ist eine nicht auf Fakten und Wissenschaft basierende reine Erfindung Freuds, die theoretisch und empirisch längst überholt und als Therapie eher schädlich sei (wobei sie die Wikipedia als “effektiv und wirksam in der Behandlung psychischer Störungen” darstellt. Da toben sicher die Editwars).

    Auffällig ist dabei die Selbstimmunisierung der Psychoanalytiker, die (wieder grob und laienhaft verkürzt) ihren Kritikern genau die psychischen Mechanismen vorwerfen, die nur sie selbst diagnostizieren könnten. Die Ähnlichkeiten mit Steiner und Hahnemann und ihren Lehren springen einen da förmlich an.

    Ich erwähne das, weil ein Psychoanalytiker – dem Skeptiker-Artikel zufolge – qua Beruf gewöhnt ist, Phänomene zu erkennen, die sonst niemand erkennt – diese Haltung ist offenbar zentral für das Fach. Da wundert Bruders Abgleiten in seine Scheinwelt eigentlich gar nicht mehr, und er wird da wohl auch sicher nicht alleine wieder herausfinden. Aber wer schafft das schon….

    So, und jetzt hoffe ich mal, dass ich mit meiner Bemühung der PA hier keinen OT-Thread aufgemacht habe. Kompetent über Psychologie/-analyse debattieren könnte ich ohnehin nicht. Mir ist da halt nur ein Muster aufgefallen.

  8. #10 rolak
    7. Juli 2022

    auf Kollegen einzudreschen

    Was für Kollegen? Oder etwa Kollegen im Sinne von ‘irgendwas mit Wissenschaft’?

  9. #11 knorke
    7. Juli 2022

    @2xhinschauen
    Na ein bisschen komplizierte ist es mit der Psychoanalyse schon. Freud’s Einlassungen dazu halte ich für Geschwafel, der Mangel an empiritischer Basis allein sagt alles. Allerdings ist Freud ja auch nur der Startpunkt. Inzwischen gibts es – wie ich das überlicke – kein glänzendes aber doch ein recht positives und zumindest in Teilen evidenzbasiertes Bild für verschiedene Therapierichtungen und – Indikationen.
    Es gibt allerdings ohne Frage unter Psychoanalytikern zahlreiche Vertreter, die kaum was von Empirie und Evidenz verstehen (vermutlich kam das im Studium immer Donnerstag um 8 dran – gar nicht gut nach dem Bergfest…), aber das ist ja auch bei Ärzten nicht eben selten.

    • #12 Joseph Kuhn
      7. Juli 2022

      @ Knorke:

      “Freud’s Einlassungen dazu halte ich für Geschwafel, der Mangel an empiritischer Basis allein sagt alles.”

      Wie viele RCTs oder sonstige gute Wirksamkeitsstudien gab es zu Freuds Zeiten für andere medizinsche Behandlungen?

      Ich will die Psychoanalyse bestimmt nicht verteidigen, aber man sollte in der Tat nicht nur dem Hören-Sagen folgen und es sich zu einfach machen:

      https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/?term=psychoanalysis+effectiveness&filter=pubt.systematicreview

      Schließlich wollen wir hier Bruder nicht Konkurrenz in Glaubenssachen machen.

  10. #13 Ludger
    7. Juli 2022

    Wenn der Psychoanalytiker / die Psychoanalytikerin im Rahmen einer Psychoanalyse mit der Methode der “Freien Assiziation” zu einer subjektiven Erkenntnis kommt, mag das für den Therapieerfolg essentiell wichtig sein. Die Erkenntnis bleibt aber subjektiv. Ein Therapieerfolg lässt daher keine Rückschlüsse darauf zu, ob die so gewonnene Erkenntnis selber richtig ist.
    Auch bei einer Evidenz für einen Therapieerfolg der Behandlungsmethode Psychoanalyse sollte man nicht auf eine besonders gute Urteilsfähigkeit der Psychoanalytiker:innen schlechthin schließen. Leider kommt das in den Medien aber manchmal so rüber.

  11. #14 Klardenker
    Wien
    8. Juli 2022

    Witzig; dabei ist die Psychoanalyse das einzige, was euch helfen kann.

  12. #16 RPGNo1
    8. Juli 2022

    @Klardenker, was für ein unpassender Nick. Besser wäre doch Leerdenker oder Querdenker.

  13. #17 lion in oil
    8. Juli 2022

    kurze Anmerkung
    Klaus-Jürgen Bruder schein Marxist zu sein. Da ist der Schritt zum Psychoanalytiker nur folgerichtig.
    Entweder man geht den direkten Weg und wird linker Revoluzzer,
    oder man geht den einträglichen Weg und wird Psychoanalytiker.
    Positiv, er hat Sendungsbewußtsein.

    • #18 Joseph Kuhn
      8. Juli 2022

      @ lion in oil:

      Klaus-Jürgen Bruder ist nicht hinter Geld her, das ist eine üble Unterstellung. Sie sollten Ihren Drang zum faktenfreien Herumquatschen wenigstens da etwas zügeln, wo es ehrenrührig für andere wird.

  14. #19 lioninoil
    8. Juli 2022

    XXX

    [Edit: Kommentar gelöscht. Nachschwurbeln ist streng verboten. JK]

  15. #20 2xhinschauen
    8. Juli 2022

    Nun, das ist ja erfreulich sachlich geblieben.

    @ knorke
    Inzwischen gibt es – wie ich das überblicke – kein glänzendes aber doch ein recht positives und zumindest in Teilen evidenzbasiertes Bild für verschiedene Therapierichtungen und – Indikationen.

    Der besagte immerhin inkl Literatur elfseitige Artikel[1] kommt zu einem gänzlich entgegengesetzten Fazit, was ich hier aber nicht zitieren will, weil es OT ist. Ein fachliches Urteil z.B. über die Vollständigkeit der Argumentation steht mir nicht zu. Mir war wie gesagt nur ein Muster aufgefallen (Hahnemann, Steiner, Freud, …), das es vielleicht wert wäre, mal untersucht zu werden, wenn das noch nicht geschehen ist. Der Herr Bruder würde da wohl gut in die Sequenz passen.

    Klar ist, dass es auch andere Mechanismen gibt, in eine VT-Welt abzugleiten. Jan Oude-Aost ist dem Thema in einem Vortrag auf der Skepkon 2015 nachgegangen (https://www.youtube.com/watch?v=XXEfvbl-7Uw), wo er unter anderem aufzeigt, wie das auch (wenn nicht vor allem) völlig gesunden und rational denkenden Menschen passieren kann.

    [1] Timm Bölke, Bianca Holtschke: Ein skeptischer Blick auf die Psychoanalyse, Skeptiker 2/2022 Seite 52ff

    • #21 Joseph Kuhn
      8. Juli 2022

      @ 2xhinschauen:

      Wiederholungsprogramm: Siehe den Pubmed-Link in Kommentar #12.

      Disclaimer: Woraus nicht folgt, dass das Gedankengebäude der Psychoanalyse als solches zu verteidigen ist.

  16. #22 echt?
    8. Juli 2022

    Als pensionierter Prof. kann man schon unter zu wenig Aufmerksamkeit leider und sich deshalb leicht radikalisieren. So wird man wieder verstärkt wahr genommen – allerdings manchmal nicht mehr für voll.

  17. #23 Peter Friedrich
    10. Juli 2022

    Wer seine Zuhörer (und evtl. seine Psychotherapiepatienten) den dreisten Manipulationsspielen von Jebsenganser & Co ausliefert, darf sich weder Küchen- und noch nicht einmal Kellerpsychologe nennen. Bruder hatte sich bereits vor Jahren unmöglich gemacht.

    https://critpsych.blogspot.com/2017/12/offener-brief-die-neue-gesellschaft-fur15.html

  18. #24 Joseph Kuhn
    11. Juli 2022

    Nachtrag:

    1. Der Ort der Tagung der Neuen Gesellschaft für Psychologie wurde geheimgehalten. Irgendwo in Berlin.

    2. Der Kongressband wurde von Sodenkamp & Lenz herausgegeben. Sowohl Hendrik Sodenkamp als auch Anselm Lenz sind im Querdenker-Querfrontmilieu zuhause.

  19. #25 Karin
    Rhein-Main
    16. Juli 2022

    Es scheint aber immer noch keine wirklich befriedigenden Antwort zu geben, warum Menschen in solche Systeme abrutschen – besonders, wenn sie nicht mehr ganz jung sind, eigentlich Kriterien hätten, sich selber zu wiederlegen und nicht in einer extremen Krise stecken.
    Wahrnehmungsverzerrungen erster Güte, Denken aufgeben und sich einem Glaubenssystem anheim geben.
    Würde es nicht mal Zeit, das ernsthaft zu erforschen?
    Auch, um Wege daraus entwickeln zu können?

  20. #26 Joseph Kuhn
    22. Juli 2022

    Update:

    Bei RT gibt es einen “Bericht” über die Jahrestagung. Geschmacksprobe:

    “Auf Anregung Gellermanns verabschiedete der NGfP-Kongress am Ende noch eine Solidaritätserklärung für den im Juni inhaftierten Initiator der coronakritischen Bewegung “Querdenken”, den Stuttgarter Unternehmer Michael Ballweg. Darin hieß es: “Lieber Michael Ballweg, du bist im Gefängnis als Symbol der demokratischen Bewegung. Wir sind mir dir solidarisch!””

    Deutlicher kann man den Verfall des Demokratie- und Freiheitsverständnisses in manchen ehemals linken Kreisen kaum zum Ausdruck bringen.

    • #27 PDP10
      23. Juli 2022

      Mal abgesehen davon, dass Herr Ballweg offenbar nichts weiter ist als ein eher schlicht gestrickter Betrüger vom Kaliber eines halbseidenen Gebrauchtwagenverkäufers möchte ich doch hier:

      Deutlicher kann man den Verfall des Demokratie- und Freiheitsverständnisses in manchen ehemals linken Kreisen kaum zum Ausdruck bringen.

      … eine Korrektur vorschlagen. Ich würde mal kurz “links” und “Verfall” streichen und IMHO vielleicht schreiben:

      Deutlicher kann man das, was sich manche Kreise unter Demokratie und Freiheit vorstellen nicht auf den Punkt bringen. Sie scheissen drauf. Und behaupten dann auch noch, dass sie sich um das was dann unter dem stinkenden, dampfenden Haufen aus verdrehter Semantik, missbrauchten Begriffen und nur schwach verbrämten Ressentiments liegt Sorgen machen.

  21. #28 Herr ɟuǝs
    Pingelig
    23. Juli 2022

    … der Schreibfehler t/r ist zu später Nacht keinem aufgefallen 😉

  22. #29 Beobachter
    23. Juli 2022

    @ JK und @ PDP 10:

    Verlinkt in @ 26:

    https://test.rtde.world/inland/143647-rolle-der-politischen-psychologie-im-corona-narrativ-rueckblick-auf-ngfp-konferenz/

    “Die Rolle der politischen Psychologie im Corona-Narrativ – ein Rückblick auf die NGfP-Konferenz

    Auf dem Kongress “Corona. Die Inszenierung einer Krise” stellten Wissenschaftler und Psychologen ihre Bewertung des offiziellen Corona-Narrativs unter Berücksichtigung psychologischer, gesellschaftlicher und politischer Aspekte vor. Künstler und Aktivisten verwandelten Thesen in Kunst und Aktionen.
    … ”

    Vermutlich meinte JK, dass die NGfP (“Neue Gesellschaft für Psychologie”) bzw. deren Mitglieder ehemals zu linken Kreisen gehörte/n”.
    Dass Ballweg und/oder die Moskauer RT-Macher “links” waren/sind, wird wohl eher nicht gemeint sein.
    🙂

    Über das, was mal “links” war/gewesen sein soll, heute noch ist/wieder ist, sich heutzutage noch so bezeichnet, den Anspruch darauf erhebt, so sein will, nicht so sein will, etc. – herrscht eine derartige Begriffs- und Definitionsverwirrung, dass eine links/rechts/neoliberal-Kategorisierung schon fast müßig bzw. nicht (mehr) möglich erscheint.
    In Zeiten der “neuen Normalität”, in denen sich z. B. die schlimmsten Demokratiefeinde als “Antifaschisten” und/oder “links-grün” bezeichnen, kann/muss man von den üblichen “Einordnungsversuchen” nur noch absehen.

    • #30 Joseph Kuhn
      23. Juli 2022

      @ Beobachter:

      So ist es. Mit den ehemals linken Kreisen waren natürlich Bruder und die NGfP gemeint. Diese Gesellschaft hatte einst durchaus vielversprechend angefangen, mit renommierten Mitgliedern/Vorständlern, die nur noch entsetzt auf diesen Verein schauen.

      Man beklagt heute oft, dass in manchen Teilen der Linken (“links” verstanden als befreiende kapitalismuskritische Grundhaltung, nicht als Parteibezeichnung) die soziale Frage aus dem Blick geraten sei und identitätspolitischen Orientierungen Platz gemacht habe, zugespitzt, dass Gender-Sternchen und Dosenpfand an die Stelle an die Stelle der politischen Ökonomie getreten seien. Das mag so sein, bei Bruder und der NGfP hat man es aber mit anderen ideologischen Amalgamisierungen zu tun, Richtung Querfront und Obskurantismus.

      Solche Entwicklungen gab es auch früher schon, siehe Horst Mahler, Jürgen Elsässer oder Medien wie “novoargumente” oder “Nachdenkseiten”. Irgendwie dagegen zu sein, genügt als gesellschaftskritischer Kompass sichtlich nicht.

  23. #31 Herr ɟuǝs
    doppelte Stelle ;-)
    23. Juli 2022

    wegen “irgendwie dagegen zu sein, genügt nicht… ”
    von Hinsch: “Es reicht nicht, keine Ahnung zu haben, man muß wenigstens dagegen sein.”

  24. #32 Beobachter
    23. Juli 2022

    @ Herr senf (verkehrt rum), # 31:

    Sie führen gerade noch eine Steigerung vor:

    1. “irgendwie dagegen zu sein, genügt nicht… ”
    2. “Es reicht nicht, keine Ahnung zu haben, man muß wenigstens dagegen sein.”
    3. Man muss nicht mal irgendwie dagegen sein, man braucht auch nicht nur keine Ahnung haben – es reicht, überhaupt keine Meinung zu irgendwas und auch nichts beizutragen zu haben, um sich trotzdem irgendwie öffentlich in irgendwelchen Kommentaren zu äußern.

    Hauptsache, irgendwelchen Senf dazugeben …

  25. #34 PDP10
    23. Juli 2022

    @Beobachter (weiter oben):

    Vermutlich meinte JK, dass die NGfP (“Neue Gesellschaft für Psychologie”) bzw. deren Mitglieder ehemals zu linken Kreisen gehörte/n”.

    Das hat er nicht nur so gemeint sondern auch so geschrieben und ich bin vielleicht zwar kein Überflieger (also so gar nicht), aber des verständigen Lesens meist mächtig (nach meiner groben Schätzung in ungefähr 67,8% der Fälle).

    Meine “Korrektur” sollte zum Ausdruck bringen, dass es, mal flapsig formuliert, schlicht ladde ist, ob die eine oder der andere gemeinte zu ehemals “linken” oder sonstigen Kreisen gehörte. Das sind Leute, die sich so sehr in ihre Phantasiewelten aus Verschwörungserzählungen und Unfug-Behauptungen verabschiedet haben, dass die Erinnerung an solche Kategorien im Grunde überflüssig ist. Höchstens ein bisschen Schade. Ich sehe das auch mit einem gewissen sentimentalen Bedauern, wie Leute, die sich ehemals einer politischen Denkrichtung zugehörig fühlten, die eben auch für materialistisches und rationalistisches Denken steht so dämlich sein können.

    Wie gesagt: Verdrehung von feststehenden Begriffen. Umdeutung von “Freiheit” zu etwas absolutem – dass aber natürlich nur einem selbst zusteht. Semantischer Unfug, dass einem die Haare zu Berge stehen … wenn ich nur den Hashtag ‘freiheitsliebe’ irgendwo sehe möchte ich schon mit Max Liebermann sagen “Ick kann jar nich soviel fressen … etc.”.

    Ich vermute mal, dass Josephs Formulierung auch einer solchen Sentimentalität entspringt. (Das ist nur meine Unterstellung und Joseph möge mich korrigieren, wenn ich da falsch liege.)

    Letztlich ist meine Antwort auf solche sentimentalen Anwandlungen aber leider meist Zynismus – wie oben zu lesen.

    Ich glaube, dass das völlig egal ist, aus welcher politischen Denkrichtung diese Idioten kommen, wenn man sich mit ihnen auseinandersetzen muss.

  26. #35 PDP10
    23. Juli 2022

    @Herr ɟuǝs:

    … der Schreibfehler t/r ist zu später Nacht keinem aufgefallen

    Wie meinen?

  27. #36 Beobachter
    24. Juli 2022

    @ PDP 10, # 34:

    Vielleicht sollte man “Zynismus” (und Ironie, Sarkasmus) als solchen kennzeichnen, damit auch uneingeweihte Leser gleich wissen, wie es gemeint ist.

    ” … Ich glaube, dass das völlig egal ist, aus welcher politischen Denkrichtung diese Idioten kommen, wenn man sich mit ihnen auseinandersetzen muss.”

    Man muss sich mit diesen “Idioten” schon manchmal auseinandersetzen, aber man braucht sich nicht ständig an ihnen abarbeiten – das sind Leute wie Ballweg, Walach und Co. gar nicht wert.

    Viel wichtiger finde ich, dass man sich überlegt, woran es liegt, dass die sog. Querdenker-Szene mit ihren Protagonisten solchen Zulauf hat – auch akademischen.
    Offenbar sind Wissenschaftler, Ärzte, Psychologen, Rechtsanwälte etc. auch nur Menschen.

    Dass in der Tat besonders in der Corona-Politik, in unserem Gesundheitswesen Einiges schiefläuft, dürfte wohl unbestritten sein – und dass jeder, der berechtigte Kritik daran übt, schnell in die “Querdenker”-, “VT”- und/oder “rechte” Ecke gestellt wird, trägt bestimmt nicht zu einer fruchtbaren Debatte und Klärung der Sachverhalte/Standpunkte bei.

    Die sog. ” Alternativmedizin” bzw. die Pseudomedizin-Branche hätte seit einiger Zeit auch keinen solchen Zulauf, wenn unser etablierter Medizin-Betrieb, unser “Schulmedizin”-System nicht zunehmend so viele gravierende Mängel aufweisen würde.
    Man dringt mit berechtigter Kritik nicht/kaum durch, es ändert sich trotz anhaltender Proteste nichts.
    Es setzt sich i. d. R. der durch, der am längeren Hebel sitzt bzw. die mächtigere Lobby hat.

    Kein Wunder, dass dann viele Leute in echte oder vermeintliche “Alternativen” abwandern, wenn sie können – Patienten, Beschäftigte, Ärzte/Wissenschaftler.
    Oder sich aufgrund vieler schlechter Erfahrungen zunehmend “radikalisieren” und dann wirklich gefährlich abdriften.

  28. #37 Beobachter
    24. Juli 2022

    Wenn es unter Gesundheits-Experten, in der Corona-Politik und in der Alltagsrealität während der Sommerwelle und vor der Herbstwelle dann SO zugeht, frage ich mich, zu wem oder was man überhaupt noch Vertrauen haben kann … :

    https://taz.de/Streit-um-Corona-Massnahmen-im-Herbst/!5869735/

    “Streit um Corona-Maßnahmen im Herbst
    Kassenärztechef contra Lauterbach
    Die Kassenärztliche Bundesvereinigung fordert ein Ende der Corona-Quarantänen und kritisiert Lauterbachs Impfstrategie. Der Minister widerspricht.
    … ”

    https://taz.de/Streik-des-Klinikpersonals-in-NRW/!5864963/

    “Streik des Klinikpersonals in NRW
    Zu lange beim Burnout zugesehen
    Das Personal von sechs Unikliniken streikt mittlerweile seit mehr als zehn Wochen. Die Forderung: ein Tarifvertrag, der spürbare Entlastungen bringt.
    … ”

    Dass man dafür erst monatelang streiken muss, ist eine Schande … !

  29. #38 Peter Friedrich
    24. Juli 2022

    Wie hemmungslos ehemals betont aufgeklärte linke Initiativen ins Bodenlose abrutschen, sieht man auch an diesem von Konstantin Wecker mitgegründeten Portal. Von der Friedensikone Wecker ausgehend geschmeidig hinab über einen irren Katholen (Ich bin Psychiater!) bis in die Schiffmann-Hölle auf Telegram, widerspruchsfrei von den total humanen, total seriösen Betreibern geduldet.
    Das Ganze gespickt mit Friedenshansel Ganser und anderen Antisemiten, zwischendurch zeigt man sich perfiderweise auch mal besorgt über KZ-Schändungen und gibt sich sehr sozial.

    Wecker bezeichnete sich auch als Freund des betont feinfühligen Psychotherapie-Scharlatans Drewermann, der seit Jahren hemmungslos Jebsenganser und die ganze einschlägige Kloake verbreitet. Gemeinsam hatte man den Erich-Fromm-Preis erhalten (der durch Lügenscharlatan Drewermann erheblich beschädigt wurde). Von Wecker meines Wissens keine Distanzierung, keine Warnung vor dem Psychotherapie-Mißbrauch etc dieses Scharlatans.

    https://hinter-den-schlagzeilen.de/raphael-bonelli-alle-haben-mitgemacht

    • #39 Joseph Kuhn
      24. Juli 2022

      @ Peter Friedrich:

      “ehemals betont aufgeklärte linke Initiativen”

      Wobei manche der linkssozialisierten Querfrontprotagnonisten nicht aus “aufgeklärt linken Initiativen” kommen, sondern aus linken Politsekten. Was vielleicht die eine oder andere Biografie wieder konsistenter erscheinen lässt. Rätsel geben eher die Leute auf, die früher durchaus zum kritischen Nachdenken fähig waren.

  30. #40 Beobachter
    24. Juli 2022

    Warum drischt man denn hier nur auf frühere echte oder vermeintliche “Linke”/”kritisch Denkende” ein, die sich jetzt auf Abwegen befinden –
    und nicht auch auf die (schon immer) Rechten, Neoliberalen und Kapitalismusgläubigen, die auch die Corona-Pandemie und den menschengemachten Klimawandel und die katastrophalen Folgen von beidem leugnen?!

    Und was sagen Sie denn, Herr Psychiater Friedrich (falls Sie wirklich einer sind, siehe # 38), einem Patienten, der eine psychische Störung entwickelt hat, weil er z. B. in seinem Beruf zunehmend verheizt und schlecht bezahlt wird, seine Miete inkl. Nebenkosten nicht mehr bezahlen oder sein Haus nicht mehr abbezahlen kann, ihm selbst und seiner Familie der soziale Abstieg droht, es nur zu berechtigte Zukunftsängste gibt, usw.?!
    Leben wir denn nicht in einer krank machenden Gesellschaft?!

    • #41 Joseph Kuhn
      24. Juli 2022

      @ Beobachter:

      “Warum drischt man denn hier nur auf frühere echte oder vermeintliche “Linke”/”kritisch Denkende” ein, die sich jetzt auf Abwegen befinden – und nicht auch auf die (schon immer) Rechten, Neoliberalen und Kapitalismusgläubigen, die auch die Corona-Pandemie und den menschengemachten Klimawandel und die katastrophalen Folgen von beidem leugnen?!”

      Ob auf jemanden “eingedroschen” wird, sei einmal dahin gestellt, so gewalttätig kommt mir die Diskussion eigentlich nicht vor. Ansonsten ist eben der Wandel Klaus-Jürgen Bruders vom Gesellschaftskritiker zum Verschwörungstheoretiker Gegenstand des aktuellen Blogbeitrags gewesen. Das andere politische Spektrum bekommt in anderen Beiträgen hier im Blog ja genügend Aufmerksamkeit, aber da steht man nicht vor der Frage, was eine Entwicklung wie bei Bruder motiviert und wie Leute wie er allen Ernstes Ballweg zu einem Symbol der Demokratie erklären können. Wird demnächst dann Attila Hildmann noch zum antifaschistischen Freiheitskämpfer ernannt?

  31. #42 Peter Friedrich
    24. Juli 2022

    Lieber @40 Beobachter

    Bevor man Ihre Anfrage inhaltlich diskutiert, schnell erst dieses: Ich habe bloß den merkwürdigen Rechtskatholiken Bonelli nachgeäfft, der sich als Psychiater ausgibt und es rein formell wohl auch so behaupten darf, sorry!
    Ansonsten bin ich weder Psychiater noch psychiatrisch.

  32. #43 Beobachter
    24. Juli 2022

    @ JK, # 41:

    ” … Wird demnächst dann Attila Hildmann noch zum antifaschistischen Freiheitskämpfer ernannt?”

    Durchaus möglich, dass Hildmann dieses Etikett verpasst wird –

    … wenn jetzt selbst AKWs als “nachhaltig” und “grün” gelabelt werden –

    https://www.greenpeace.de/klimaschutz/energiewende/atomausstieg/greenwashing-eu-taxonomie

    … und wenn Corona-Infizierte plötzlich mit Grippe-Infizierten gleichzusetzen sind (was die Querdenker ja schon immer gesagt haben) und nicht mehr in Quarantäne müssen (siehe Link oben, # 37) –

    … und das oberflächlich kosmetisch behandelte, menschenverachtende Hartz IV-Regelwerk demnächst ganz sozialistisch “Bürgergeld” heißen wird –

    … usw.

    Mittlerweile muss man nahezu alles für möglich halten.

  33. #44 PDP10
    24. Juli 2022

    @Beobachter:

    Durchaus möglich, dass Hildmann dieses Etikett verpasst wird –

    … wenn jetzt selbst AKWs als “nachhaltig” und “grün” gelabelt werden

    Das hat wohl eher weniger miteinander zu tun.

    Es wird eher ein Schuh draus, wenn man sich nochmal vergegenwärtigt, dass die Bundesregierung und einzelne Politiker auf manchen Corona-Demos gerne mal als “faschistisch” bzw. “Faschisten” bezeichnet wurden. (Während auf den Demos fröhlich Neo-Nazis mit marschiert sind, versteht sich). Oder noch unappetitlicher wenn sich Jana aus Kassel mit Sophie Scholl vergleicht oder irgendwelche dahergelaufenen intellektuellen Totalausfälle – nur weil sie sich nicht impfen lassen wollen – mit den Juden in Deutschland nach ’33.

    Also ja: Es würde mich kein bisschen wundern, wenn Leuten vom Kaliber eines Hildmann in der Aussenkommunikation gewisser Kreise das Etikett “Anti-Faschist” verpasst würde …

    Kleines Lesestück dazu. Ein ziemlich verzweifelt (ob der dreisten Dummheit und intellektueller Ignoranz mancher Leute) klingender Kommentar beim Standard:

    https://www.derstandard.at/story/2000133097048/corona-demos-wer-sind-hier-die-nazis?ref=rss

    Aber nochmal nein: AKWs als “grün” zu labeln mag dumm sein hat mit alldem aber nichts zu tun. Das war ein demokratisch ausgehandelter Kompromiss, der einem natürlich nicht gefallen muss. Zwei sehr unterschiedliche Problemfelder. Es bringt nicht viel, einen konkreten Diskurs auf alles zu erweitern, was einem grad nicht passt.

  34. #45 Beobachter
    24. Juli 2022

    @ JK, # 41:

    In welchem “politischen Spektrum” würden Sie denn Kassenärztechef Gassen verorten, wenn er sagt/fordert/vertritt:

    Hier nochmal:
    https://taz.de/Streit-um-Corona-Massnahmen-im-Herbst/!5869735/

    “BERLIN dpa/epd | Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, hat sich für eine Aufhebung aller Corona-Isolations- und Quarantänepflichten ausgesprochen. Diese sollten „bis auf weiteres aufgehoben werden, dadurch würde die Personalnot vielerorts gelindert“, sagte Gassen der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Wir müssen zurück zur Normalität. Wer krank ist, bleibt zu Hause. Wer sich gesund fühlt, geht zur Arbeit. So halten wir es mit anderen Infektionskrankheiten wie der Grippe auch.“
    … ”

    Wie gesagt, das ist “beste” bzw. gefährlichste Querdenker-Position/-Manier, und in einem Kommentar zum taz-Artikel fragt jemand, ob die KV von den Querdenkern infiltriert sei und schlägt vor, man solle die KV in QV umlabeln … !

    Was “motiviert” wohl Gassen zu dieser seiner “Entwicklung”?

    • #46 Joseph Kuhn
      25. Juli 2022

      @ Beobachter:

      “In welchem “politischen Spektrum” würden Sie denn Kassenärztechef Gassen verorten, wenn er sagt/fordert/vertritt: …”

      Er unterstützt hier die Position der FDP.

      “Wie gesagt, das ist “beste” bzw. gefährlichste Querdenker-Position/-Manier”

      Er ist nicht auf Lauterbach-Linie, aber als “gefährlichste Querdenker-Position” kann man es nicht einsortieren. Gassen bezweifelt, dass die Quarantäne-Vorschriften derzeit sinnvoll sind. Darüber kann man streiten, eine Abwägungsfrage, siehe z.B. auch das Vorgehen der Uniklinik Frankfurt. Von einem “großen Plan” oder dass das Virus ganz harmlos sei, habe ich Gassen noch nicht reden hören.

  35. #47 Beobachter
    25. Juli 2022

    @ PDP10, # 44:

    Es IST schon ein Schuh, und es ist ein allseits immer beliebter werdender Schuh und immer der gleiche –
    nämlich der des dreisten Etikettenschwindels.

    Und dreist deshalb, weil man bei diesem Etikettenschwindel die Leute/sein Gegenüber für so blöd hält, dass sie sowas nicht merken werden/würden.

  36. #48 Beobachter
    25. Juli 2022

    @ JK, # 46:

    Ja klar, offensichtlich unterstützt Gassen als Kassenärztechef hier die Position der mitregierenden neoliberalen Besserverdiener- und Unternehmer-Partei FDP.
    Und er vertritt in dieser Kassenärztechef-Funktion und als Arzt eine äußerst unethische und sehr gefährliche “Querdenker”-Position.
    Ob dazu auch noch eine VTler-Spinnerei wie der irrationale Glaube an irgendeinen “Großen Plan” kommt, ist in der täglichen Praxis völlig unerheblich – denn es ist z. B. für vorerkrankte Krankenhauspatienten oder Pflegeheimbewohner nur relevant, ob sie dort auch noch (vermeidbar! und ganz real) mit Corona angesteckt werden durch Corona-infiziertes Personal !
    Das trotzdem arbeiten gehen muss!
    Wenn das kein Irrsinn ist, was dann?!
    Worüber sollte man da noch “streiten”?!

    Dazu auch, z. B.:
    https://www.tagesspiegel.de/politik/viele-corona-patienten-in-kliniken-personal-fehlt-kassenaerztechef-will-quarantaenepflicht-aufheben-lauterbach-kontert/28545002.html

    und:
    https://www.br.de/nachrichten/meldung/kassenaerztechef-fordert-aufhebung-von-corona-quarantaenepflicht,3004d2c31

    ” … Kritik kommt vor der Deutschen Stiftung Patientenschutz. Deren Vorsitzender Brysch warf Gassen reinen Opportunismus vor. Der Nachrichtenagentur epd sagte er, die Isolation schütze, denn so werde verhindert, dass sich andere anstecken. Schon jetzt litten mehr als fünf Millionen Genesene unter Long- und Post-Covid. Brysch warf dem KBV-Chef vor, mit der Gesundheit der Menschen zu spielen.”

    Aber offenbar regt man sich hier lieber über das inkompetente, spinnerte Geschwafel eines dahergelaufenen Kochs auf als über die gefährlichen Statements/Forderungen eines Kassenärztechefs und Arztes … !

    • #49 Joseph Kuhn
      25. Juli 2022

      @ Beobachter:

      Sie sollten konkretisieren, was für Sie eine „gefährliche Querdenker-Position“ ist, sonst lässt sich darüber nicht diskutieren. Falls Sie nicht eh wieder nur allen erklären wollen, dass sie am falschen Punkt diskutieren.

  37. #50 Beobachter
    25. Juli 2022

    @ JK, # 49:

    “Sie sollten konkretisieren, … ”

    Das habe ich weiter oben schon mehrfach getan, und ich habe auch KBV-Chef Gassen mit seinen entsprechenden Äußerungen zitiert.
    Im Übrigen wäre es ganz gut, wenn Sie es kennzeichnen würden, wenn Sie im Nachhinein Ihre Kommentare verändern und/oder etwas hinzufügen (wie z. B. die “Abwägungsfrage” mit Link zur Frankfurter Uni).

    Abschließend noch eine Frage:

    Wenn Sie plötzlich als Notfall stationär und/oder zu einer unaufschiebbaren dringenden OP ins Krankenhaus müssten – wollten Sie da von Corona-infiziertem Personal (Ärzte, Pflegekräfte, Hilfskräfte) behandelt, gepflegt und versorgt werden?!
    Zumal Sie auch schon etwas älter sind, deshalb zu einer der Risikogruppen gehören und vielleicht auch schon ernste chronische Vorerkrankungen haben?

    • #51 Joseph Kuhn
      25. Juli 2022

      @ Beobachter:

      Wie ich schon mehrfach geschrieben habe, kennzeichne ich Änderungen und Ergänzungen von Kommentaren in den ersten Minuten nach dem Freischalten nur, wenn es inhaltliche Revisionen sind. Sie sollten daher die Abo-Version in Ihren Mails als vorläufige Version betrachten.

      Die Frage, ob ich gerne von infiziertem Personal behandelt werden möchte, gebe ich gerne zurück: Möchten Sie lieber von symptomfreiem und mit Schutz arbeitendem Personal oder gar nicht behandelt bzw. gepflegt werden? Das Dilemma liegt doch auf der Hand und muss nicht in provokative rhetorische Fragen verpackt werden. Lösen Sie halt das Dilemma, wenn Sie können.

  38. #52 Beobachter
    25. Juli 2022

    XXX

    [Edit: Kommentar gelöscht. Der unvermeidliche Punkt der penetranten moralischen Besserwisserei war wieder erreicht. JK]

  39. #53 PDP10
    26. Juli 2022

    @Beobachter:

    Aber offenbar regt man sich hier lieber über das inkompetente, spinnerte Geschwafel eines dahergelaufenen Kochs auf als über die gefährlichen Statements/Forderungen eines Kassenärztechefs und Arztes … !

    Also ich dachte ja kurz, es geht um das umlabeln der Kernkraft als Grün, was nichts mit dem Thema der Diskussion zu tun hat. Aber jetzt geht es um die Statements eines Kassenärztechefs, was auch nichts mit dem Thema der Diskussion zu tun hat. Beides sind allerdings keine bösen Mächte, die da im verborgenen wirken, sondern offen ausgetragene Streits in einer Demokratie.

    Das “spinnerte geschwafel eines dahergelaufenen Kochs” dagegen ist ein ganz anderes Kaliber. Dass der jetzt nicht so der hellste ist, geschenkt. Dessen Haltung und Wirkung in den Medien in denen manche Leute diskutieren ist jedoch symptomatisch für eine große Gruppe von Leuten, die ganz gewiss keine Demokraten sind und es mit der Freiheit auch nicht so halten, dass aber ohne Ende behaupten. Also, dass sie die wahren Demokraten seien und die wahrhaft “freiheitsliebenden” seien.

    Nochmal zusammengefasst: Auf der einen Seite offener Streit in einer Demokratie – der eventuell zu Resultaten führt, die dir nicht gefallen mögen. Auf der anderen Seite Leute, die auf Demokratie und Freiheit schei… obwohl sie etwas anderes behaupten.

    Wenn du den Unterschied nicht verstehst, kann ich dir auch nicht helfen.

  40. #54 Stephan
    1. August 2022

    Stuttgart/Ulm (dpa/lsw) – In der Debatte um eine Zusatzweiterbildung im Bereich Homöopathie hat Gesundheitsminister Manne Lucha die Entscheidung der baden-württembergischen Ärztekammer kritisiert, diese zu streichen.

    “Den Beschluss der Landesärztekammer finde ich das absolut falsche Signal”, sagte der Grünen-Politiker der “Südwest Presse” (Dienstag). “Baden-Württemberg ist das Land der Naturheilkunde und gerade die Homöopathie ist für viele Bürgerinnen und Bürger im Land ein wichtiger Teil ihrer Gesundheitsversorgung.”

    Jeder solle die Möglichkeit haben, sich bei der Arztwahl für einen homöopathisch arbeitenden Arzt zu entscheiden, sagte Lucha der Zeitung aus Ulm. “Dazu braucht es Ärzte, die eine Zusatzqualifikation in Homöopathie besitzen.” Sein Ministerium werde den Beschluss der Ärztekammer “fachlich und rechtlich genau überprüfen”.

    Die Vertreterversammlung der Landesärztekammer hatte vor kurzem beschlossen, die Zusatzbezeichnung Homöopathie aus der Weiterbildungsordnung der Ärzte im Südwesten zu streichen. Damit folgten die hiesigen Mediziner der Entscheidung aus zwölf anderen Bundesländern, in denen dies schon geschehen sei. Homöopathische Arzneimittel und ihre Wirksamkeit sind umstritten.