Zurzeit erregt ein Fall einer seltenen Spätkomplikation der Masern in den Medien Aufmerksamkeit: Ein sechsjähriges Mädchen in Aschaffenburg ist an SSPE erkrankt, dieses Kürzel steht für „subakute sklerotisierende Panezephalitis”. SSPE tritt einige Jahre nach der Erstinfektion auf und verläuft tödlich.

Die SSPE-Fälle sind mit den steigenden Impfraten zurückgegangen, aber es sterben in Deutschland jährlich immer noch etwa 5 Menschen an SSPE. Seit 1998 waren es 53. Der SSPE-Fall des Mädchens richtet den Blick wieder einmal auf ein Problem, das Länder ohne Impfpflicht haben: Sie müssen für Impfungen werben, gut informieren und sich auch mit den Behauptungen irrationaler Impfgegner auseinandersetzen.
Masern werden gemeinhin als „Kinderkrankheit” bezeichnet. Das klingt irgendwie harmlos. So wie ein neues Auto seine Kinderkrankheiten hat, die dann irgendwann verschwinden. Manche Eltern meinen, es sei besser, die Kinder nicht impfen zu lassen, z.B. weil angeblich eine natürlich durchgemachte Masernerkrankung die Entwicklung des Kindes fördern würde oder die Impfung erhebliche Risiken mit sich bringen würde. Für viel Verunsicherung hat 1998 ein Bericht des britischen Arztes Andrew Wakefield in der angesehenen Fachzeitschrift Lancet geführt, in dem ein Zusammenhang zwischen der Kombinationsimpfung gegen Mumps, Masern und Röteln (MMR-Impfung) und Autismus hergestellt wurde. Das hat sich in den folgenden Jahren als falsch herausgestellt, mysteriöse Geldzahlungen an Wakefield wurden bekannt, 2010 hat Lancet den Wakefield-Bericht offiziell zurückgezogen und 2011 war im Deutschen Ärzteblatt zu lesen, dass Wakefield seine Daten wohl gefälscht hat.
Auch bei der Masernimpfung können Komplikationen und Impfschäden auftreten, aber verglichen mit den Komplikationen der Masernerkrankung sind sie extrem selten. So tritt z.B. eine Masernenzephalitits in 1 von 1.000 Erkrankungsfällen auf, bei der Masernimpfung in weniger als 1 von 1.000.000 Fällen. Bei jeder Masernepidemie erkrankt ein erheblicher Teil der Kinder so ernst, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen, manche mit bleibenden Schäden. Weltweit sind 2008 nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation noch immer ca. 160.000 Kindern infolge einer Maserninfektion gestorben. Vor 30 Jahren, vor Beginn der weltweiten Impfkampagnen, waren es der WHO zufolge jährlich sogar 2 ½ Millionen Kinder.
Harmlos sind die Masern also ganz und gar nicht. Und eine Kinderkrankheit sind sie auch nicht. Erwachsene können daran genauso erkranken (mit der Masernimpfung verschiebt sich sogar das Altersspektrum der Erkrankten nach hinten). Ob ein Kind geimpft wird oder nicht, müssen in Deutschland die Eltern entscheiden. Dazu gehört es, beim Arzt mögliche Kontraindikationen einer Impfung abklären zu lassen, z.B. akute Erkrankungen oder eine Immunschwäche, und dazu gehört auch, sich über die seltenen, aber nicht ausgeschlossenen Komplikationen einer Impfung einerseits und die erheblich häufigeren Komplikationen einer Erkrankung andererseits zu informieren. Ohne Wissen gibt es keine verantwortliche Entscheidung. Mit mehr Wissen im Rucksack sollte zumindest eines nicht mehr stattfinden: die Teilnahme an Masernpartys, die in impfkritischen Milieus da und dort gefeiert werden, um Kinder absichtlich zu infizieren.
Um die Masern auszurotten, strebt die Weltgesundheitsorganisation eine Impfrate von 95 % an – sowohl für die erste als auch für die zweite Impfung, denn zweimal soll geimpft werden. Gute Daten zur Durchimpfung hat man bei den Einschulungskindern: 2009 waren in Deutschland 96,1 % einmal und 90,2 % zweimal gegen Masern geimpft (Robert Koch-Institut, Epidemiologisches Bulletin 16/2011). Das ist einerseits gegenüber 1999 ein erfreulicher Fortschritt (damals waren 90 % der Kinder einmal und nur 15 % zweimal geimpft), andererseits reicht es noch nicht, um den Masern den Garaus zu machen.
Bis Mitte November wurden deutschlandweit in diesem Jahr schon ca. 1.600 Masernfälle gemeldet (die Daten sind beim Robert Koch-Institut abrufbar), so viele wie schon seit Jahren nicht mehr – ein deutlicher Hinweis auf Impflücken in der Bevölkerung.

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Da nicht nur grob irrationale Impfkritiker, die selbst die Existenz von Viren bezweifeln, gegen die Impfung sind, sondern nicht selten auch gut gebildete, aber „alternativmedizinisch” eingestellte Eltern, sollte eine gute Aufklärung über die Krankheit Masern, die Impfung und das Pro und Contra, z.B. beim Hausarzt, die Impfbereitschaft eigentlich erhöhen und desinformativen Impfkritiken etwas Wind aus den Segeln nehmen. Wissen ist gesund.

Kommentare (79)

  1. #1 cydonia
    18. November 2011

    Ja, die richtig harten Impfgegner waren lange nicht mehr hier…..mal sehen, wann sie aufschlagen. Und danke für den guten und wichtigen Post….und gute Nerven!

  2. #2 Dagda
    18. November 2011

    Auf scienceblogs.com genauer bei dem Blog Aetiology gab es vor 2 Wochen gerade einen Bericht über die Steigerung von Masernpartys-Versuche Windpocken per Post zu verschicken.

  3. #3 BreitSide
    18. November 2011

    xxx

  4. #4 Joseph Kuhn
    19. November 2011

    @ Dagda: Über die Windpocken-Lollies wurde kürzlich auch in der Süddeutschen berichtet. Und in der aktuellen Wochenendausgabe des Blatts hat es ein guter Kommentar zu Masern sogar auf die Titelseite geschafft (habe ihn online nicht gefunden, offensichtlich nur in der Printausgabe). Mehr gesundheitsjournalistische Beiträge dieser Art wären gut.

  5. #5 rainer
    19. November 2011

    Vielen Dank für den Post. Wir haben hier einen anthroposophischen Hausarzt im Ort, der aufgrund seines durchaus charismatischen Auftretens immer wieder viele Mütter auf den Homöopathie- und Impfverweigerungstrip bringt. Er hat durchaus etwas Guruhaftes. Das geht so weit, dass andere Hausärzte bereits anfangen, das zu übernehmen, weil ihnen sonst die Patienten weglaufen. Wenn man wagt, sich kritisch dazu zu äußern, ist man entweder der eiskalte Technokrat oder der absolute Ignorant. Irgendeinen Tip was man da machen kann?

  6. #6 Steffen
    19. November 2011

    @Rainer

    Wenn man wagt, sich kritisch dazu zu äußern, ist man entweder der eiskalte Technokrat oder der absolute Ignorant. Irgendeinen Tip was man da machen kann?

    Schwer zu sagen. Es hilft wahrscheinlich nur konsequent nachbohren und auf die Fakten zu pochen, will heissen auf die Wirksamkeit von Schutzimpfungen hinweisen, alte Statistiken über Maserntote hervorkramen, konkret nachfragen was man gegen eine Masernerkrankung denn aus “alternativ-medizinischer” Sicht tun möchte, wie man SSPE “alternativ-medizinisch” behandeln möchte, die angeführten Studien der Alternativmediziner konsequent zerpflücken (Wakefield / Tolzin / Buchwald / Petek-Dimmer u.ä., ist mit ein wenig Recherche nicht zu schwer), sich nicht von dem polemisch-arroganten Auftreten beeindrucken lassen, Alternative Heilmethoden mit nachdrücklichem Hinweis auf den fehlenden Wirksamkeitsnachweis ablehnen (WICHTIG: sich nicht auf emotionale DIskussionen einlassen und auf keinen Fall in eine wilde Theorie-Schlacht für mögliche Wirkmechanismen der ALternativmedizin abrutschen, Grundthema ist der WIRKSAMKEITSNACHWEIS und den kann die ALternativmedizin bei vielen angeführten Methoden nicht bringen, erst wenn dieser erbracht ist kann man über Theorien reden). Bin leider auch in so einer Situation dass mein Kind nicht geimpft und werde an diesem Umstand in absehbarer Zeit nichts ändern können.

  7. #7 segeln141
    19. November 2011

    Zahl der Woche aus dem neuen Deutschen Ärzteblatt(Nr.46,18.11.2011)

    1605 Masernfälle hat das Robert- Koch-Institut 2011 bisher registriert.

    Im gesamten Jahr 2010 waren es 780.

  8. #8 Dagda
    19. November 2011

    Gibt es eigentlich Spekulationen warum es so “viele” SSPE-Fälle in Deutschland gibt? Ich dachte bisher immer das wäre eine extrem seltene Komplikation, sodass es bei “nur” 1000 oder so Fällen pro Jahr höchstens einen Fall alle dutzend Jahre geben dürfte?
    Auch in der Süddeutschen vom Wochenende wird ein Kinderarzt zitiert der meint diese Komplikation sei häufiger?

  9. #9 Dagda
    19. November 2011

    äh als angenommen?

  10. #10 Joseph Kuhn
    19. November 2011

    @ Dagda: Ob es in Deutschland mehr SSPE-Fälle als anderswo gibt, müsste man sich im Detail ansehen. Aber die Inzidenz von SSPE ist nicht ganz einfach zu bestimmen: Masernfälle werden trotz Meldepflicht nicht vollständig gemeldet, die Latenzzeit bis zum Ausbruch der Krankheit kann variieren, so dass die Zuordnung der SSPE-Fälle zu Masernfällen schwierig ist, inwieweit die SSPE-Fälle der Todesursachenstatistik validiert sind, ist nicht bekannt, besser ist vermutlich die Erfassung über ESPED, aber hier werden nur pädiatrische Fälle erfasst usw. usw. Jedenfalls geht man davon aus, dass die Fälle häufiger sind als früher angenommen.

  11. #11 Dagda
    19. November 2011

    @ Joseph Kuhn
    Danke

  12. #12 CM
    19. November 2011

    Sehr schöner Blogbeitrag. Auch ich kenne leidlich viele Anhänger von Esoterik und Alternativmedizin. Eines kann ich sagen: Bei mir wirken sie (die Anhänger – nicht Esoterik und Alternativmedizin): Sonst hätte ich sicher niedrigeren Blutdruck. 😉

    Aber eine Sache läßt mich stuzig werden. Leider bietet das RKI nur die Daten für die letzten 10 Jahre (oder irre ich mich da?). Und wenn man sich die anschaut, dann steigt die Zahl der Erkrankungen für Masern innerhalb der letzten 3 Jahre an. Davor allerdings lagen die Zahlen schon mal um Einiges höher. Also: Wie groß ist der Effekt der Impfverweigerer tatsächlich? Das epidemiologisch herauszukitzeln fände ich schon mal interessant. Die Beobachtung, daß die Erkrankunszahl steigt, reicht dazu allerdings nicht. Hierzu müßte die Zahl der Impfverweigerer geschätzt werden, die Zahl derjenigen, die aus anderen Gründen ungeimpft bleiben und die Zahl der Erkrankungen in den versch. Gruppen (Disclaimer: Ich kenne mich ausreichend gut in Epidemiologie aus, um zu wissen, daß das die unzulängliche Ultrakurzfassung aus statistischer Sicht ist!). Bevor wir diese Zahlen nicht kennen, stellt sich mir die Frage, wie viel Hand und Fuss meine / unsere Wahrnehmung von der zunehmenden Bedeutung der Alternativmedizin und der Konsequenz derselben hat, insb. in Hinblick auf das Impfverhalten.

    Wer weiß mehr?

  13. #13 lupe
    19. November 2011

    @ Joseph Kuhn

    “Masernfälle werden trotz Meldepflicht nicht vollständig gemeldet.”

    Und alle Verdachtsfälle auf Impfkomplikationen werden gemeldet? 2004 wussten noch nicht einmal alle Ärzte, dass es die Meldepflicht gibt, drei Jahre nach deren Erlass.

    Bundesgesundheitsblatt 12/2004:

    „Da die Untererfassung der Meldungen von Impfkomplikationen nicht bekannt oder abzuschätzen ist und keine Daten zu verabreichten Impfungen als Nenner vorliegen, kann keine Aussage über die Häufigkeit bestimmter unerwünschter Reaktionen gemacht werden.”
    Seite 1161

    “Die Häufigkeit von Komplikationen (Inzidenz) im Zusammenhang mit Impfungen lässt sich wegen fehlender Bezugsgrößen und weiterer Unbekannten, wie dem so genannten Underreporting und qualitativen Verzerrungen (reporting bias), nicht berechnen.”
    Seite 1163
    http://www.pei.de/cln_092/nn_163028/SharedDocs/Downloads/bgbl/2004/12-2004-ifsg-2001-2003,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/12-2004-ifsg-2001-2003.pdf

    Hat sich dieser Zustand seit 2004 gravierend verändert?

  14. #15 Dagda
    19. November 2011

    @ Lupe
    Naja das ist ja ein generelles Problem, daher gilt die Einschätzung nachwie vor. Es wird vermutlich immer ein Problem sein alle Nebenwirkungen einer Impfung und deren Risiko sicher zu erfassen, allerdings gilt das nur für sehr seltene Nebenwirkungen, da häufige Nebenwirkungen bei den Zulassungsstudien sicher erfasst werden. Auch kann man das Risiko durch weiter Studien weiter eingrenzen

  15. #16 Joseph Kuhn
    20. November 2011

    Und alle Verdachtsfälle auf Impfkomplikationen werden gemeldet?

    Sicher nicht. Aber das hat mit der Frage nach der Berechnung der SSPE-Inzidenz nichts zu tun.

    Was die Sicherheit von Impfstoffen angeht: Neuere Literatur ist besser als ältere, siehe z.B. den 2009 ebenfalls im Bundesgesundheitsblatt erschienen Artikel von Weißer et al.

  16. #17 Muddi & theBlowfish
    20. November 2011

    @Lupe: Na, ich brauche wohl nix mehr zu verlinken, die sind schon nicht schlecht.

    Sowohl bei Masern als auch bei Impfschäden besteht Meldepflicht.
    Klar wird es bei beiden Meldesystemen Schwächen und Ausfälle geben.
    Wenn ich mir allerdings die Dimensionen anschaue:
    1:1000 Masernerkrankungen führt zu Enzephalitis
    1:1.000.000 der Impfungen führt zu Enzephalitis
    Da wäre es zutiefst unlogisch zu glauben dass HUNDERTTAUSENDE Enzephalitisfälle bei Impfung unter den Tisch Fallen, bei Masernerkrankungen jedoch weniger.
    Ausserdem wäre es genauso unlogisch, weil ein v. 1Mio Kindern eine Enzephalitis beim Impfen entwickeln könnte, ja nicht zu impfen, wenn dann das Risiko 1 zu 1.000 ist, oder?
    Früher waren viele Impfstoffe recht riskant, was Nebenwirkungen angeht, diese sind aber inzwischen weiterentwickelt worden.
    Beim neuen MMR Impfstoff ist beispielsweise kein einziger Todesfall bislang gemeldet worden- tja und dann schau man sich mal die Todesfälle durch Wildmasern in der Welt an (der Link v. RKI).
    Und: da wo mehr geimpft wird, sinken diese Todesfälle (manche argumentieren hier mit “vermehrter Hygiene”- in Amerika hat sich an diesen Hygienebedingungen in der Zeit, wo die Masernimpfkampagne durchgezogen wurde nichts geändert-und trotzdem-Rückgang der Masern und der Maserntodesfälle).
    Dann gibt es leider einschlägige Internetseiten, wo hysterische Eltern irgendwelche Befindlichkeitsstörungen ihrer Kinder mit den “bösen” Impfungen- die ihnen “aufgedrängt” wurden in Verbindung bringen:
    Gaanz häufig beispielsweise:
    Impfung mit 6 Monaten- “vorher hat mein Kind soooo toll geschlafen, jetzt wacht es dauernd nachts auf.””
    Das das Kind sich dauernd verändert, grossen Entwicklungsprozessen unterworfen ist und die Veränderungen erst mal verarbeiten muss, will keiner hören- man könnte das in jedem Entwicklungphysiol. Buch über Säuglinge und Kleinkinder nachlesen.
    Mein Kind konnte nicht 100% nach Impfplan geimpft werden, (wir haben einige Impfungen vorgezogen) und hat trotzdem zu den gleichen Zeitpunkten wie die regulär durchgeimpften seine “Macken” entwickelt.
    Das ist in etwa so als, wenn man sich beklagen würde: “Hilfe, mein Kind war bei seiner Geburt so schön klein und kompakt und jetzt wird es immer grösser und ich brauche dauernd neue Kleidung.” Dann bemerkt, dass es draussen tagsüber hell ist und Pflanzen ja im Licht wachsen um dann zu dem Schluss kommt:”Ja, dann ziehe ich ab jetzt mein Kind im Dunkeln auf, dann bleibt es ja klein.”
    Damit aber nicht genug, man gründet eine Internetcommunity “Dunkelkinder.com” Wo man sich eifrig austauscht, alle Eltern, die ihr Kind ins Helle lassen beschimpft als “Erfüllungssklaven der Kleidungs-und Kosmetikamafia” (Sonnenschutz und -cremes!) und Rachitis dem schlechten Karma zuschreibt.

    UUUUps, ich werde schon wieder polemisch- sorry, aber ich hatte da schon zu viele Zusammenstösse mit merkbefreiten Impfgegner- ich glaube, ich gehe jetzt mal lieber mit meinem kleinen Sohn draussen spazieren, hier scheint ja so schön die Sonne…

  17. #18 Ludger
    20. November 2011

    zwei Statements:
    1.) Die MMR-Impfung bei Erwachsenen mit fehlendem oder unvollständigen Masern-Impfschutz bei Menschen über 18 Jahren ist erst seit gut 1 Jahr eine Leistung der GKV. Frauen mit Kinderwunsch und fehlendem Rötelnschutz konnte man allerdings zu Lasten der GKV impfen.

    Um die weiterhin endemische Ausbreitung der Masern in Deutschland zu kontrollieren, wird seit Juli 2010 empfohlen, dass nach 1970 geborene, ungeimpfte beziehungsweise in der Kindheit nur einmal gegen Masern geimpfte Personen generell eine MMR-Impfung erhalten sollen (e21). Die STIKO empfiehlt derzeit keine Masern-Impfung für nicht geimpfte Personen, die vor 1970 geboren wurden. Sollte in diesem Fall allerdings eine frühere Erkrankung an Masern zuverlässig ausgeschlossen sein, ist die Masernimpfung durchaus auch in dieser Altersgruppe in Erwägung zu ziehen.

    aus: https://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/sslcme.asp?id=112573 Dtsch Arztebl Int 2011; 108(45): 771-80 Wiese-Posselt, Miriam; Tertilt, Christine; Zepp, Fred Impfempfehlungen für Deutschland
    2.) Im Studium im Fach Hygiene habe ich ca 1974 gelernt, dass man bei der Antibiotikatherapie der Allgemeinheit ein Risiko auflade um einen persönlichen Vorteil zu haben und bei der Impfung sei es andersherum: man gehe ein persönliches Risiko ein, um die Allgemeinhait zu schützen. Das ist erstmal der Versuch einer akademischen Systematik mit pädagogischem Impetus unter dem Eindruck der vergleichsweise gewaltigen Impfrisiken der damals noch gesetzlich vorgeschriebenen Pockenimpfung. Trotzdem ist an dem Schutz der Allgemeinheit was dran.

    Steffen·
    19.11.11 · 13:16 Uhr
    […] Bin leider auch in so einer Situation dass mein Kind nicht geimpft und werde an diesem Umstand in absehbarer Zeit nichts ändern können.

    So ein Kind kann nur geschützt werden, wenn 95 % aller Menschen gegen Masern geimpft sind. Die Argumente von Impfunwilligen beziehen sich aber meistens auf banale und ungefährliche Impfnebenwirkungen. Dass eine flächendeckende Impfung auch die Allgemeinheit schützt, zum Beispiel Säuglinge in der ersten Lebensmonaten vor der ersten Masernimpfung, kommt in der Argumantation von Impfgegnern nicht vor.

  18. #19 Muddi & theBlowfish
    20. November 2011

    Was die Inzidenz der SSPE angeht habe ich auch keine Quellen, vielleicht, weil man schon eine Verdachtsdiagnose durch die Antikörperdiagnostik stellen kann und nicht erst post mortem?
    Ausserdem sollen die Daten falsch gewesen sein (5-10 SSPE Fälle:1 Miomasernfällen) war die alte Daten-Lage, in der neuen Literatur geht man von1 SSPE Fall auf 10.000Masernerkrankungen aus)
    Nix destotrotz: Bislang NICHT EIN EINZIGER SSPE Fall mit Nachweis von Impfviren, NUR Wildmasern konnten nachgewiesen werden.
    Und wo geimpft wird, da geht auch die zahl der SSPE Fälle in den Keller.

  19. #20 Muddi & theBlowfish
    20. November 2011

    @Ludger: Ja, da kommt mir regelmässig die Galle hoch: Impfkritiker:” Ich impfe doch mein Kind, Das ist doch meine persönliche Entscheidung, wer will kann ja impfen. Ich werde es nicht tun,denn ich bin informiert.”
    “Ähm, Du setzt da aber auch andere einem Risiko aus, und HAST für andere die verantwortung mit,schon mal was von Herdenimmunität/Herdenschutz gehört?”
    “Nee, nie gehört, hat das was mit dem Impfvieh zu tun, hihihihihi.)
    (Und dann behauptet die blöde Kuh tatsächlich sie sei informiert!-Ich könnte manchmal platzen.)
    @steffen: Ich erinnere mich, glaube ich an Deine Vorgeschichte- kann man nicht irgendeine Freundin Deiner Ex einspannen als Mediatorin, ich meine, ihr wollt doch beide eigentlich das Beste für Euer Kind-bloss das Du eben den Informationsvorsprung hast gegenüber Deiner Frau.

  20. #21 Irrlicht
    20. November 2011

    Impfskeptiker unter den Ärzten gab es übrigens schon in den 80er Jahren. Mein damaliger Hausarzt lehnte es ab mich ein zweites mal gegen Masern zu impfen, weil zuviel Impfen ja ungesund sei.
    Die Folge: Mit 17 erkrankte ich schwer an Masern. Ich bin heute unfruchtbar und habe Sehschäden, da die Adernhaut in beiden Augen damals mitbetroffen war, was zu einer vollständigen Glaskörperablösung mit Einblutungen führte. Mag Zufall sein, aber dieser Arzt war auch der Vorbeter jeden Sonntag in der Kirche. Obs an seiner Dummheit oder an seinem schlechten Gewissen lag . . .keine Ahnung.

  21. #22 Muddi & theBlowfish
    20. November 2011

    @Irrlicht-oje, dass finde ich das Schlimmste überhaupt- Ärzte sollten wenigstens informiert sein.
    Kommt mir ähnlich vor- als Kleinkind “vermutlich die Masern gehabt”, dann die Frage der Impfung: “Ach nööö, is bei dem Kind nicht notwendig (Ärztin zu meiner Mutter) hatte ja schon die Masern und die Impfung, die macht ja auch mal Nebenwirkungen, ne”
    (Gut, damals die Masernimpfung konnte noch echt fiese Enzephalitis machen bei einem von Hunderttausend und diese Hunderttausendste Kind hatte ausgerechnet meine Kinderärztin geimpft…)
    Und dann fing ich mir mit zwölf oder 13 die Masern bei meiner Freundin und ihrem Bruder ein die aus so einem- Freikirchler-Eso-Pädagogenhaushalt kamen.
    ich kriegte also die Wildmasernenzephalitis und bin daran fast verreckt- hatte aber Glück, dass keine schwereren Folgeschäden zurückblieben-bloss das Immunsystem hat dann noch 4 Jahre gebraucht, bis es sich wieder erholt hatte.
    ÄH, die Ärztin hat nach meinem Fall dann wieder sowas von Impfungen befürwortet (Dann kam ja auch der neue MMR Impfstoff.)

  22. #23 Wolfgang
    21. November 2011

    In Österreich gab es zwischen 1994-96 eine große Masernepidemie aus Labordaten wurde geschätzt, dass es 30.000 Masernfälle waren. Auf diese 30.000 Masernfälle folgten 18 diagnostizierte SSPE Fälle. also 1:1650.

    Ganz offensichtlich ist dieses Risiko noch höher wenn ein Kind Masern im 1.Lj bekommt.

    Und die Masernimpfenzephalitis- da weiss man nicht, ob es das wirklich gibt.
    Mir ist nur ein tragische Fall bekannt- ist auch publiziert:

    Ein Kind hatte einen schweren Immundefekt, der bei Impfung noch nicht diagnostiziert war. Es wurde altersentsprechend geimpft, da es keine Antikörper machen konnte, starb es letztlich an der Impfung man nennt es measles inclusion bogy encephalitis (MIBE). Schwere Immunsuppression ist eigentlich eine klare Kontraindikation zur MMR Impfung. Leider hier noch nicht diagnostiziert.

    Bei immunkompetenten Kindern wurde mW bislang noch nie eine Masernencephalitis durch die Impfung bekannt.

    Personen der Geburtsjahrgänge 1965-76 sind oft mit einem Maserntotimpfstoff geimpft worden- das war ein Kombinationsimpfstoff Handelsname Quintovirelon. Wer den bekommen hat wurde ein jahr später mit einem Lebendimpfstoff geimpft-das hat aber nicht immer funktioniert. Und diese Personen müssen damit rechnen heute keinen Impfschutz zu haben- also im Impfpass nachschauen – wer im 1.Lj Masern geimpft wurde- das war dann ein Totimpfstoff- bitte dringend jetzt 2x MMR impfen lassen.

    Tja und die Impfgegnereltern- intellektuell verwahrlost- wenn man denen klarmacht, dass es zwar keine Impfpflicht, sehr wohl aber eine Fürsorgepflicht gibt und Kinder ein Menschenrecht (Kinderrechtskonvention) auf höchstmögliche Gesundheit haben- dann schalten die auf stur.

    Dabei sagt es UNICEF und WHO ganz klar: Kinder haben ein Recht auf Impfung hier zB

    http://www.unric.org/html/german/kinder/presse/7.htm

    Und wenn man sich medizinische Einteilungen des Begriffs Kindesmisshandlung anschaut, dann gibt es den Begriff “Vernachlässigung” , der sich wiederum in unterschiedlichen Formen manifestiert- zB unzureichender Schulbesuch oder keine oder unzureichende Impfungen. Nachzulesen hier- Tabelle beachten

    http://www.kindesmisshandlung.de/mediapool/32/328527/data/VN-KJA-2005.pdf

    Ungeimpfte Kinder sind vernachlässigte Kinder- eines Form der Kindesmisshandlung.

    Und das hören Impfgegner gar nicht gerne- und ausleiten kann man es auch nicht

  23. #24 Verwundert
    21. November 2011

    Gewaltig stört mich die Schwarz-Weiß-Malerei. Es gibt nicht nur “grob irrationale Impfkritiker, die selbst die Existenz von Viren bezweifeln” und “gut gebildete, aber „alternativmedizinisch” eingestellte Eltern”, sondern auch noch mehr Menschen auf der Welt. Grob verallgemeinernd und diffamierend ist der Ausdruck “desinformative Impfkritiken”. Wer bezahlt Sie?

    Haben Sie schon mal etwas von hexavalenten Impfstoffen gehört, die aufgrund von Todesfällen still vom Markt genommen wurden (z.B. “Hexavac”).

    http://www.impf-report.de/upload/pdf/Infoblatt/20050708-Hexavac-Ruecknahme.pdf

    Sie sollten besser recherchieren, bevor Sie einen solchen tendenziösen Kram schreiben. Schade um die Stromrechnung.

  24. #25 opaque
    21. November 2011

    @Verwundert

    “Wer bezahlt Sie?”

    Auf jeden Fall steckt der Burda-Verlag mit Mehrheitsbeteiligung drin, also bewegen wir uns hier im Bereich von BUNTE, focus, FREIZEIT REVUE… und ähnlich seriösen unabhängigen Quellen..

    Durchaus erhellend hierzu ein Beitrag von 2006 in der Zeit.

  25. #26 Joseph Kuhn
    21. November 2011

    Wer bezahlt wen?

    Hintergrundinformation zum Betreiber der Internet-Seite impf-report.de

  26. #27 Eisentor
    21. November 2011

    Wer verdient kein Geld mehr mit Impfungen wenn die Krankheit ausgerottet ist? Verwundert und opaque sind also die bezahlten Schergen der Pharmaindustrie.

  27. #28 Dagda
    21. November 2011

    Die Begründung für das Ruhen der Zulassung des Arzneimittels Hexavac von 2005 gibt das Paul Ehrlich Institut hier:
    http://www.pei.de/cln_092/nn_154580/DE/infos/fachkreise/am-infos-ablage/sik/nl/05-09-20-emea-faq-hexavac-suspension.html?__nnn=true
    In Kürze: es gab und gibt scheinbar weiterhin Zweifel an der Wirksamkeit der Hepatitis B Komponente.

  28. #29 Verwundert
    21. November 2011

    Wahnsinn – die schnelle Antwort. Das habe ich nicht gewusst…

    Respekt.

  29. #30 Muddi & theBlowfish
    21. November 2011

    @Verwundert: Impf-report ist ein Propagandaorgan der Impfgegner und auf der Startseite ist offensichtlich, wem diese Homepage nützt:
    z.B.:Dem Kuhbauern, der das eine auf der Startseite beworbene Buch geschrieben hat-Tolzin

    Glaube ich lieber MEHREREN UNABHÄNGIGEN Quellen und Datenlagen-jepp!!!

    Haben sie gut recherchiert?
    MUHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHA- …..
    …..nein!

    Schalten SIE lieber ihren PC aus, DAS ist Stromverschwendung.
    Die Links und Infos, die weiter oben geliefert werden, (Stichwort: “Recherche”)
    lesen Sie ja sowieso nicht!!

  30. #31 segeln141
    21. November 2011

    @Eisentor 21.11.11 · 14:03 Uhr


    Wer verdient kein Geld mehr mit Impfungen wenn die Krankheit ausgerottet ist? Verwundert und opaque sind also die bezahlten Schergen der Pharmaindustrie.

    In der Gesamtbilanz der Pharmafirmen sind die “Gewinne” durch Impfungen peanuts.

    Wenn es nach den Impfgegnern geht,sollte ja nichts geimpft werden.

    Wenn die Pharmafirmen also richtig “Gewinne” machen wollten,dann stellen sie das Impfen sofort ein und verdienen 3- 90 (neunzig) mal mehr mit der Behandlung der impfpräventablen Krankheiten und deren Nebenwirkungen.

    Das Argument ,die Pharma will nur kassieren mit dem Impfen,ist der beste Beweis für absolut fehlende betriebswirtschaftliche Kenntnisse der so argumentierenden Impfgegner.

  31. #32 opaque
    21. November 2011

    @Eisentor

    Was wollen Sie sagen? Haben Sie den Zeit-Artikel gelesen?. Der Burda-Verlag ist beileibe keine Quelle für seriösen Journalismus – für diejenigen, die es noch nicht wissen. Darauf wollte ich hinweisen. Warum sie ScienceBlogs übernommen haben? Bestimmt, um hier ausschließlich pro bono zu wirken. Was denken Sie?

  32. #33 noch'n Flo
    21. November 2011

    @ opaque:

    Was willst Du uns mit Deinen Kommentaren sagen?

  33. #34 Ponder
    21. November 2011

    @ opaque und Verwundert:

    Wenn Sie hier schon anfangen, Mietmaul – Anschuldigungen und damit Verschwörungstheorien zu verbreiten, dann würde ich gern den ach so pharmakritischen Pharmazeuten Gerd Glaeske (“Bittere Pillen” ) ins Spiel bringen…

    Möchten Sie das, oder sollen wir lieber streng bei der eigentlichen Sache (nämlich der Masernimpfung) bleiben?

  34. #35 Dagda
    21. November 2011

    @ noch n’ Flo
    Das ist doch ganz klar; Joseph Kuhn erhält auch Spenden von der PHARMA-Industrie!!!!1!!111 und ganz offensichtlich auch Spenden vom Deutschen WEINBAUverband !!11!!!1111!

    Und zur sicherheit mache ich hier noch einen Smiley hin 😉

  35. #36 Ponder
    21. November 2011

    @ noch’n Flo:

    opaque will uns sagen, dass er die Quelle wirklich seriöser Informationen kennt, denn hier wurde die monströse ideologische Schlagseite der ScienceBlogs schonungslos offen gelegt:

    http://www.psychophysik.com/h-blog/?p=7326

    Abgründe tun sich auf !!11!!!1111!!!!

  36. #37 Muddi & theBlowfish
    21. November 2011

    Uuuuuuuh jaaaa, alle Blogger gekauft hier, die Blogbetreiber ununununund alle Schreiber hier auch und das Robert-Koch Institut und Wikipedia und der Weihnachtsmann und die ganzen Ärzte ohne Grenzen und natürlich die ganzen kleinen Kinder-die alle einfach keine schweren Impfnebenwirkungen entwickeln (mit Bonbons bestochen) und dann erst die ganzen Mütter aus der Dritten Welt die kilometerweit laufen, damit ihr Kind nicht mehr an “so popeligen Kinderkrankheiten” wie Tetanus, Polio oder Masern verrecken muss-alle gekauft, alle bestochen.
    Mir hat Burda ja Gratisstrickmuster angeboten und die Ärzte, wussteet ihr das nicht, die Ärzte, die sind alle süchtig nach Kugelschreibern, die werden von den Pharmafimen alle mit Gratis-Kulis bestochen…..
    …….nur die Impfkritiker das sind alles Totwähler…äh Wohltäter, die überhaupt nie nicht ihr eigenes Geltungsbedürfnis und ihren eigenen Profit im Sinne haben, süscher!!

  37. #38 Muddi & theBlowfish
    21. November 2011

    Ach nee, Claus-wes-Brot-ich ess-des Lied-ich sing-Fritsche
    der Spindoctor der Homöpathie-Lobby.

  38. #39 opaque
    21. November 2011

    Warum so aufgeregt, es war nur eine einfache Frage. Was ist im Burda-Verlag, dem Betreiber dieses Blogs, umwälzendes passiert, dass er, all of a sudden, für Ehrlichkeit steht? Repondez.

  39. #40 Ponder
    21. November 2011

    @ opaque:

    Kommen Sie sich nich n büschen seltsam vor, wenn Sie hoffen, hier den Burda-Verlag sprechen zu wollen?

    Aber vielleicht werden Sie ja hier geholfen:

    http://www.hubert-burda-media.de/job_u_karriere/stellenangebote/Online-Marketing-Manager-in-Special-Content-w-m-VAB_pjid_224742.html

    Schönen Gruß an den Herrn Fritzsche: falls er zufällig ne neue Stelle sucht, wär das vielleicht nicht unpassend für ihn, bei seiner Erfahrung mit Online-Marketing!

    Und so käme er noch besser an Insider-Informationen zum Thema ScienceBlogs UND WAS WIRKLICH DAHINTER STECKT!!!

  40. #41 opaque
    21. November 2011

    Ich habe eine einfache Frage gestellt. Gibt es eine einfache, sachliche Antwort darauf?

    Woher weiß ich, als Leser, dass ich einem Burda-Produkt, und firmierte es unter welch gewichtigem Namen auch immer, z.B. “ScienceBlogs”, als Informationsquelle trauen kann? Nach allem, was man über diesen Verlag weiß? Die Antwort kann doch so schwierig nicht sein.

  41. #42 Ponder
    21. November 2011

    @ opaque

    Lieber opaque, Sie können definitif keinem einzigen Medium, ob Burda, ob H-Blog, ob Dr. Mabuse-Verlag oder “Bittere Pillen”, ob Esowatch oder dem Impfreport von Tolzin, dem Deutschlandfunk oder dem ZDF “einfach so” vertrauen.

    Aus diesem Grund wurden weiter oben, als die Diskussion noch sachlich war, einige Quellenlinks zum Thema – Masernimpfung !! – gepostet.
    Diese müssen Sie selbst eigenhändig prüfen und dann entscheiden (nach bestem Wissen und Gewissen) was davon Ihnen plausibel erscheint.

    Aber das ist ja gar nicht Ihr Anliegen, wie Muddi weiter oben schon bemerkte.
    Sie möchten einfach rhetorisch etwas im Schmuddel rühren.

  42. #43 Joseph Kuhn
    21. November 2011

    @ opaque:

    1. Den Anspruch, dass eventuelle Interessenkonflikte bei Autoren offengelegt werden, halte ich für berechtigt. Das gilt vor allem im wissenschaftlichen Bereich.
    2. Wie man ohnehin unschwer im Internet recherchieren kann: Ich arbeite in einer Behörde und bin von anderen Geldquellen unabhängig.
    3. Dieses Blog ist mein Privatvergnügen. Die Behörde, bei der ich beschäftigt bin, hat damit nichts zu tun.
    4. Zur Pharmaindustrie habe ich ein kritisches Verhältnis, halte sie aber für unverzichtbar, weil ich mein Aspirin nicht selbst mischen will.
    5. Was sich Burda (Focus) von scienceblogs erhofft, weiß ich nicht. Ich habe keinen Kontakt zu Burda (Focus).
    6. Dieser Masernbeitrag wurde von niemandem beauftragt und von niemandem finanziert. Ich halte Masern schlicht und einfach für eine unterschätzte Gefahr.

  43. #44 Ponder
    21. November 2011

    Hier eine aktuelle Pressemitteilung der BZgA zu Masern und dem in einer Studie ermittelten verbreiteten Informationsdefizit über ihre Gefährlichkeit:

    http://www.bzga.de/presse/pressemitteilungen/?nummer=706

    >>…BZgA-Studie zeigt: Masern werden unterschätzt

    In einer aktuellen Repräsentativerhebung hat die BZgA Eltern mit Kindern zwischen 0 bis 13 Jahren zu ihrem Wissen und ihrer Einstellung zu Impfungen sowie zum Impfverhalten befragt. Darin zeigt sich, dass Wissensdefizite weit verbreitet sind. 68 Prozent der Eltern sind der Meinung, dass das Durchmachen von Kinderkrankheiten gut für die kindliche Entwicklung sei. Mehr als jeder Dritte Erziehungsberechtigte hält Masern für nicht gefährlich.
    Dabei ist vor allem bei Masern das Tückische, dass sie bereits mehrere Tage vor Auftreten der ersten Krankheitszeichen ansteckend sind. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch, zum Beispiel beim Niesen oder Sprechen (Tröpfcheninfektion). In der Regel erkranken alle Personen, die Kontakt zu einem Erkrankten hatten, sofern sie nicht geimpft sind oder bereits an Masern erkrankt waren. Eine ursächliche Therapie gegen Masern gibt es nicht. Die Impfung bietet deshalb den wirksamsten Schutz…>>

  44. #45 Thilo
    22. November 2011

    7. Die Blogger sind keine Burda-Angestellten und sind es (mit Ausnahme von Geograffitico) auch nie gewesen.
    8. scienceblogs wurde schon vor einiger Zeit durch National Geographic übernommen.
    9. Die Blogger sind auch keine Angestellten von National Geographic.

  45. #46 noch'n Flo
    22. November 2011

    @ opaque:

    Ist Dir mittlerweile vielleicht schon aufgegangen, dass weder die hiesigen Blogger, noch die Kommentatoren auch nur in irgendeiner Weise im Zusammenhang mit dem Burda-Verlag stehen? Sondern dass es hier einzig und allein um wissenschaftliche Fakten geht? Ist das möglicherweise endlich in Deinem Denkapparat angekommen?

  46. #47 Wolfgang
    22. November 2011

    Faktum ist, dass in Gesamtamerika von 2002-2010 bei einem guten Überwachungssystem bei über 910 Mio Einwohnern nur zwischen 70 und 250 gemeldete Masernfälle gegeben hat. Das Masernvirus zirkuliert dort nicht mehr hat. Etwa 37% der Fälle sind importiert aus Europa.

    2011 gibt es in Europa (Schwerpunkt Frankreich und deutschsprachige Länder) bereits über 26.000 Masernfälle incl 9 Todesfällen- denen in Zukunft noch ca 20 SSPE Todesfälle folgen werden. Nach den verpflichtenden Zielen der WHO dürfte Deutschland maximal 80 Masernfälle pro Jahr haben.

    In gleicher Weise wie sich die Länder der WHO Region Europa verpflichtet haben Masern bis 2010 zu eliminieren d.h. < 1 Fall pro Mio Einwohner, haben das die Nord/Südamerikaner geschafft. Was können die Canadier, die Peruaner die USA oder Chuile besser was wir nicht zusammenbringen ? Eine Schande

  47. #48 Joseph Kuhn
    22. November 2011

    @ Ponder: Danke für den Hinweis auf die BZgA-Umfrage, die kannte ich nicht. Dass jeder 3. Erziehungsberechtigte Masern für nicht gefährlich hält, ist schon etwas unheimlich.

    @ Wolfgang: Auch dafür danke, die Zahlen sprechen für sich. Welche Grundlage hat eigentlich das “verpflichtend” bei den WHO-Zielen zur Maserneradikation?

  48. #49 Roland
    23. November 2011

    Details zum tragischen Fall in Aschaffenburg kann man auch hier nachlesen:
    http://www.kinderaerzte-im-netz.de/bvkj/aktuelles1/show.php3?id=4046&nodeid=26

    Besonders anerkennenswert ist die Bereitschaft der Eltern darüber zu berichten bzw. berichten zu lassen. Wir hatten vor Jahren in unserer Region einen Maserntodesfall
    (Kind). Der anschließende Aufruf der Mutter zur Impfung hat sicher mehr bewirkt als jede andere Impfwerbung zuvor, aber man wünscht sich das natürlich nicht…

  49. #50 Wolfgang
    23. November 2011

    @ Joseph

    Verpflichtung gegenüber WHO bedeutet, dass sich die Länder verpflichtet haben Masern zu eliminieren, leider gibts da keine Strafen, wenn das Ziel nicht erreicht wird.

    Es sind aber Massnahmen enthalten um dieses Ziel zu erreichen

    Indikator:
    < 1 Masern- bzw Rötelnerkrankung Erkrankung pro 1 Mio Einwohner < 1 CRI pro 100.000 Lebendgeborene Impfziel Masern: 95% Impfrate mit 2 Dosen Schließen von Impflücken und gefährdeten Umsetzung: 2 Dosen Impfprogramm Zusätzliche Impfangebote Surveillance, incl 80% Labor Und da kann ja jeder sehen, dass das Impfziel >95% Maserndurchimpfungsrate mit 2 Impfungen weit verfehlt wurde. Und dass keine zusätzlichen Massnahmen gesetzt wurden- wie zB Nachimpfen derjenigen Jahrgänge die laut damaligen Impfplan nur 1x MM bzw ndamals nur die Mädchen 1xR geimpft worden sind. Die brauchen alle nochmals MMR

    Die Impfstrategie findet man hier

    http://www.euro.who.int/__data/assets/pdf_file/0009/79029/E87772G.pdf

    und das ist halt nur mehr peinlich, dass alle deutschsprachigen Länder eine weit schlechtere Durchimpfungsrate haben als zB Usbekistan.

  50. #51 Dagda
    23. November 2011

    Und die schlechten Durchimpfungsraten sind ja auch “Außengesundheitspolitisch” schlecht. Das gilt ja nicht nur für die Masernimpfung; Man kann schwerlich erwarten das 3. Welt Ländern, in denen eine Impfung z.T. wesentlich schwieriger ist (Kühlkette und soweiter) Impfanstrengungen unternehmen, wenn es Länder wie Deutschland nicht auf die Reihe bekommen, ihre Bevölkerung zu impfen.
    Eine interessante Betrachtung findet man in dem Buch Inside the Outbreak, dabei ging es abere um die Polio- Impfung, die tatsächlich noch Probleme hatte.

  51. #52 Ponder
    24. November 2011

    Im EW-Blog gibts zum Thema Impfen/Impfgegner auch einen relativ aktuellen Beitrag:

    http://blog.esowatch.com/?p=5291

    Geschockt hat mich diese Stellungnahme, in der viel Resignation von impf-engagierten Ärzten durchklingt – und auch die Machtlosigkeit angesichts von immer neu lancierten Pressekampagnen…:

    http://www.saez.ch/pdf/2005/2005-25/2005-25-777.PDF

  52. #53 Wolfgang
    24. November 2011

    Da gibt es noch zwei tragische Fälle von SSPE bei zwei Brüdern

    aus medline:

    Familial subacute sclerosing panencephalitis in two siblings.

    Tuxhorn IE.

    Pediatr Neurol. 2004 Oct;31(4):291-4.

    und

    Subacute sclerosing panencephalitis in two brothers.

    Vieker S, Schmitt JJ, Behrens C, Weissbrich B, Hartmann H.

    Neuropediatrics. 2003 Dec;34(6):326-9.

    Da hat eine Ärztin nicht geimpft- beide Brüder und der Vater bekamen Masern. Beide Kinder erkrankten und verstarben an SSPE. Inzwischen gabs ein 3.Kind, das wurde dann endlich MMR geimpft. Eine Katastrophe.

    Und nur so nebenbei- die Originalarbeit von Dez 2003 ist von Frau Dr Vieker und Kollegen.
    Die Arbeit von Frau Dr. Tuxhorn ist ein Plagiat- sogar ganz unverfroren mit einem identischen EEG. Auch die Mehrzahl der Referenzen von der Vieker Arbeit hat sie übernommen.

  53. #54 noch'n Flo
    24. November 2011

    @ Ponder:

    Geschockt hat mich diese Stellungnahme, in der viel Resignation von impf-engagierten Ärzten durchklingt

    Tja, wenn man so erlebt, wie andere Kollegen damit umgehen… ich selber bin vor kurzem aus meinem ärztlichen Qualitätszirkel rausgeflogen, nachdem ich (schon vor einiger Zeit) in einer Diskussion meinen Standpunkt geäussert hatte, angesichts des ganzen Informationsmülls im Internet zum Thema Impfen sei es unsere ärztliche Pflicht, die Menschen ausführlich aufzuklären und ihnen die Wichtigkeit der Impfungen eingehend nahezubringen, anstatt – wie viele Kollegen (auch aus dem QZ) – einfach nur mit den Schultern zu zucken und immer wieder das Mantra “es ist selbstverständlich allein Ihre Sache, ob Sie sich (bzw. Ihre Kinder) impfen lassen wollen, da rede ich Ihnen auf gar keinen Fall rein” herunter zu leiern oder das Thema völlig zu ignorieren, weil man jeglichem Ärger mit den Patienten aus dem Weg gehen will.

    Mit dieser Aussage bin ich wohl einigen Kollegen auf den Schlips getreten. Man hat mir gesagt, ich könne in einem ärztlichen Qualitätszirkel, in dem ein ganz besonderes Vertrauensverhältnis herrsche, meine Meinung nicht so deutlich äussern. Damit würde ich ja alle diejenigen angreifen, die nicht meiner Meinung sind. Und dann würde sich in Zukunft niemand mehr trauen, im QZ offen seine Meinung zu äussern, weil er ja Angst haben müsste, dafür von mir kritisiert zu werden. [sic!]

    Ich lasse das jetzt mal so ohne weiteren Kommentar stehen und wirken…

  54. #55 Cornelius Courts
    24. November 2011

    Große Zustimmung zum Artikel! Ich bin immer noch nicht ganz sicher, woher genau diese gefährliche und dumme Impfskepsis rührt, aber bestimmt ist die größer werdende Zuwendung zu Aberglaube und Esoterik und nicht evidenzbasiertem Schmuh nicht unschuldig daran.
    Genausowenig, wie Gestalten wie Wakefield, zu dem es unlängst in Nature neues gab:
    http://www.nature.com/news/2011/111109/full/479157a.html
    nachdem David Lewis vom “National Whistleblower’s Center” in Washington DC nun geschrieben hat, Wakefield habe nicht absichtlich getäuscht: http://www.bmj.com/rapid-response/2011/11/09/re-how-case-against-mmr-vaccine-was-fixed

  55. #56 Cornelius Courts
    24. November 2011

    @noch’n Flo: “Und dann würde sich in Zukunft niemand mehr trauen, im QZ offen seine Meinung zu äussern, weil er ja Angst haben müsste, dafür von mir kritisiert zu werden.”

    :-o!!!! Mann, ist das bitter!

  56. #57 Ponder
    24. November 2011

    Hebammen zur Masernimpfung:

    http://www.sueddeutsche.de/wissen/alternativmedizin-die-globulisierung-des-kreisssaals-1.1197133-4

    >>…Gefährlich werde der Hang vieler Hebammen zur Alternativmedizin dann in der Impfphase des Kindes, kritisiert Ernst. 2008 untersuchten Mitarbeiter des Robert-Koch-Instituts (RKI) die Einstellungen deutscher Hebammen zu Impfungen. Relevant ist das, weil 368 von 549 befragten Hebammen (66 Prozent) angaben, dass sie die Eltern zum Thema Impfen informieren.

    Hebammen, die in den zwei Jahren vor der Befragung durch RKI-Mitarbeiter eine Fortbildung zur Alternativmedizin besucht hatten, befürworteten seltener Impfungen für Kinder.

    Knapp 20 Prozent gaben an, dass homöopathische Behandlungen Impfungen überflüssig machen könnten. Etwa die Hälfte stimmte der Aussage zu, wonach Kinderkrankheiten wie Masern für die Entwicklung eines Kindes wichtig seien. Ein Viertel der Hebammen lehnte eine Impfung gegen Masern ab.

    “Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass die Schwere der Masern – insbesondere das Risiko von Spätfolgen bei Maserninfektionen im Säuglingsalter – von Hebammen unterschätzt wird”, schreiben die RKI-Mitarbeiter…>>

  57. #58 Ponder
    24. November 2011

    @ noch’n Flo:

    Da bleibt einem glatt die Spucke weg!
    Mein Beileid!!

  58. #59 Ludger
    24. November 2011

    @ Ponder· 24.11.11 · 12:30 Uhr
    Junge Mütter vertrauen ihrer Hebamme oft deutlich mehr als ihrer Frauenärztin / ihrem Frauenarzt. Das kann man nutzen: von unserer hiesigen Kinderklinik wurden daher auch die Hebammen zur Ärztefortbildung Thema Impfen eingeladen.

  59. #60 MoritzT
    24. November 2011

    WHOOO! Tja, QZ sind ja eigentlich ein nicht-öffentlicher Zirkel … aber wenn ich mir anschaue, was hier im Haus bei den Morbiditäts-Mortalitätsbesprechungen (in denen es vor allem um Komplikationen geht – ob nun schicksalshaft oder nicht), dann wundert mich fast gar nichts mehr.
    Kritikfähigkeit ist eben nicht jedem gegeben. Wenn Du es aber wirklich so gesagt hast, wie Du es hier wiedergibst, dann sind Deine Kollegen besonders dünnhäutige (und, sorry, unprofessionelle) Vertreter ihrer Zunft.

  60. #61 miesepeter3
    25. November 2011

    @Moritz T

    “….dann sind Deine Kollegen besonders dünnhäutige …. Vertreter ihrer Zunft.”

    Mmhh – kommt mir irgendwie bekannt vor. Ist das hier nicht genau so?

  61. #62 MoritzT
    25. November 2011

    Tja, fehlende Kritikfähigkeit ist wohl die häufigste charakterliche Schwäche der Menschheit 😉 aber bei Ärzten ist das halt eher unprofessionell. Ist halt insgesamt auch deswegen blöd, weil Kritik an Ärzten häufig nicht auf der sachlichen Ebene bleibt, was die Kritikfähigkeit nicht eben erhöht. Man muss halt auch wissen, wie man sachlich kritisiert – und daran mangelt es eben auch häufig.

  62. #63 opaque
    27. November 2011

    @noch’n Flo

    Ist Dir mittlerweile vielleicht schon aufgegangen, dass weder die hiesigen Blogger, noch die Kommentatoren auch nur in irgendeiner Weise im Zusammenhang mit dem Burda-Verlag stehen?

    Nein, das ist mir trotz allen Wohlwollens bei der Annäherung an dieses Blog nicht aufgegangen, sonst hätte ich mich nicht kritisch geäußert. Hier werden nicht strikte Maßstäbe der Wissenschaft lucide vorgestellt und diskutiert – sondern es wird, aufgepumpt wie bei der Bürgerwehr, stets a priori eine bestimmte Stimmung erzeugt, wenn es um pharmazeutische Belange und deren Fluch oder Segen geht: stets getreu dem Motto, es gibt auf der einen Seite vernünftige Impfbefürworter, auf der anderen Seite verwirrt-durchgeknallte Eso-Idioten, deren unverantwortlich zögerliches Verhalten täglich Leid und Tod heraufbeschwört. Dieses Vorgehen ist selbstverständlich fruchtlos, und so, hat man den Eindruck, soll es auch sein.

  63. #64 noch'n Flo
    27. November 2011

    @ opaque:

    es gibt auf der einen Seite vernünftige Impfbefürworter, auf der anderen Seite verwirrt-durchgeknallte Eso-Idioten, deren unverantwortlich zögerliches Verhalten täglich Leid und Tod heraufbeschwört

    Genau so ist es. Es sei denn, man ignoriert hunderttausende wissenschaftliche Studien und die Arbeit zehntausender Forscher in den letzten 100 Jahren, und glaubt lieber einer Handvoll Spinner, von denen die meisten nicht einmal einen naturwissenschaftlichen Background haben, die sich aber selber zu Experten ernannt haben, sich fortlaufend gegenseitig zitieren, gute Verbindungen zur rechtsnationalen und antisemitischen Szene haben, überall Verschwörungen gegen sich vermuten und ihre längst widerlegten kruden Thesen mit Klauen und Zähnen verteidigen, mit ihren Aktionen jede Menge Kohle scheffeln, indem sie unbedarften Eltern Angst einjagen und zunehmend eine gefährliche Sekte um sich herum aufbauen, deren Aktivitäten leider immer wieder Menschenleben kosten.

  64. #65 BreitSide
    27. November 2011

    Opa:

    stets getreu dem Motto, es gibt auf der einen Seite vernünftige Impfbefürworter, auf der anderen Seite verwirrt-durchgeknallte Eso-Idioten, deren unverantwortlich zögerliches Verhalten täglich Leid und Tod heraufbeschwört

    Na dann erklär uns halt mal bitte, was denn am Impfen unvernünftig sein soll und was an dem – nicht zögerlichen, sondern pauschal ablehnenden! – Verhalten der Esos gut sein soll.

    Und beschwört diese unverantwortlich pauschal ablehnende Haltung denn nicht täglich Leid und Tod?

    Das Impfen ist eine der besten Erfindungen der Medizin. Es hat schon Millionen Menschen das Leben gerettet. Deine Esos haben noch nie jemandem das Leben gerettet, jedenfalls nicht mit ihrer Esomedizin.

  65. #66 Dagda
    27. November 2011

    @ Opaque
    Es gibt links oben, ein Textfeld in dem sich der Autor dieses Blogs vorstellt; Rechts oben gibt es einen Link “Über Scienceblogs”, beide betonen das alle Äußerungen die hier in den Blogs stehen von den Autoren stammen und das es keine redaktionelle Änderungen oder dergleichen gibt; Möglicherweise sind das nur Lippenbekenntnisse, aber dann hat man immer noch die Möglichkeit, die Quellen die im Blogtext zitiert und verlinkt werden zu lesen und sich ein eigenes Urteil zu erlauben, das man idealerweise auch zumindest argumentativ unterfüttern kann. Oder man stellt sich hin und schreibt dass das alles nur Stimmungsmache ist und reißt Aussagen des Autors aus dem Zusammenhang. Das ist ja auch einfacher.

  66. #67 Joseph Kuhn
    27. November 2011

    @ opaque:

    auf der einen Seite vernünftige Impfbefürworter, auf der anderen Seite verwirrt-durchgeknallte Eso-Idioten

    Wenn Sie den Blogbeitrag noch einmal sorgfältig lesen, werden Sie feststellen, dass diese Dichotomie dort nicht gepflegt wird. Aber dass die Masernimpfung in manchen Kreisen mit irrationalen Argumenten verweigert wird, lässt sich so wenig bestreiten wie die Tatsache, dass die Erde keine Scheibe ist.

  67. #68 Dagda
    27. November 2011

    Hm ich glaube nicht das Opaque wirklich argumentieren oder etwas genau lesen oder gar verstehen möchte; ich vermute Opaque will nur Nebelkerzen werfen, da er vermutlich in das Lager der irrationalen Impfgegner fällt.

  68. #69 Muddi & theBlowfish
    27. November 2011

    Ich hätte ZU gerne mal erklärt bekommen, wo IRGENDWAS am Nicht-Impfen von Masern rational sein soll?
    Es sind NUR die deutschsprachigen Europäischen Länder, in denen der Quatsch in der breiten Bevölkerung so verbreitet ist, in Amerika sind das nur religiöse Fanatiker (Zeugen Jehovas, Scientologen und so) hier eher die frustrierte Bourgoisie, da gilt das irgendwie als chic.

    @Ponder: Die Meldung über die Hebammen hat mich zutiefst schockiert, man merkt, das eine neue Generation herangewachsen ist, denen die Gefahren der alten Infektionskrankheiten fremd sind. Meine Mutter ist selbst Hebamme gewesen und sie war genauso geschockt.
    Eine von ihren Kolleginnen war von der Polio schwerbehindert- aber diese Generation geht nach und nach in Pension, die schweren Folgen geraten in Vergessenheit-irgendwann wird die Durchimpfungsrate so gesunken sein das der Herdenschutz versagt.

  69. #70 Dagda
    27. November 2011

    @ M&Bf
    Hm ich weiß nicht ob es in Amerika nur religiöse Fanatiker sind; Auf Scienceblogs.com dreht sich vieles um die Autismus und Impfen Diskussion; Viele Impfgegner scheinen Eltern von autistischen Kindern zu sein, die insbesondere die MMR-Impfung ablehnen.

  70. #71 noch'n Flo
    27. November 2011

    @ Dagda:

    Naja, die Autismus/Masernimpfung-Geschichte ist ja wohl eine der absurdesten überhaupt. Und so gründlich widerlegt, dass es rummst.

  71. #72 Joseph Kuhn
    27. November 2011

    @ Muddi & theBlowfish

    Ich hätte ZU gerne mal erklärt bekommen, wo IRGENDWAS am Nicht-Impfen von Masern rational sein soll?

    Man muss unterscheiden zwischen der Frage, ob es nachvollziehbare Argumente gegen bevölkerungsbezogene Masern-Impfprogramme gibt bzw. ob diese Argumente in einer Pro-und-Contra-Abwägung solcher Programme den Ausschlag geben, und Gründen, die im individuellen Fall gegen eine Impfung sprechen. Was Masern-Impfprogramme angeht: Nach derzeitigem Stand des Wissens ist die Position der WHO vernünftig, es sollen so viele Menschen wie möglich gegen Masern geimpft werden, die Abwägung von Risiko und Nutzen ist eindeutig – wie gesagt, nach derzeitigem Stand des Wissens, und anderes Wissen gibt es nicht. Was individuelle Kontraindikationen angeht, muss, wie der Name schon sagt, im individuellen Fall geprüft werden, ob solche Kontraindikationen vorliegen. Die gibt es, Beispiele wurden im Blogbeitrag genannt. Darum geht es aber den irrationalen Impfgegnern bekanntlich nicht.

    Bei anderen Impfprogrammen kann die Risiko-Nutzen-Bilanz anders ausfallen, die BCG-Impfung ist z.B. schon vor Jahren aus den STIKO-Empfehlungen herausgenommen worden.

  72. #73 Theres
    28. November 2011

    Eine Frage, vermutlich eine dumme (doch, solche gibt es): Ich hatte die Freude der Masern zweimal, und lebte zwei Wochen lang mindestens im Dunkeln. Absolut dunkel, also echt ätzend und langweilig, soweit ich mich erinnern kann. Das, sagten meine Eltern beim zweiten Mal (beim ersten war ich ein paar Monate alt und keiner war sich sicher), wäre notwendig, damit keine Hirnschäden aufträten. Erklärt haben sie es mir nicht und ich vergaß es, bis zu diesem Artikel und bis zum heutigen Gespräch mit einer Impfgegnerin mit kleinem Kind völlig. Die hat nie etwas davon gehört, auch nicht von einem möglichen, tödlichen Ausgang der Erkrankung und will noch einmal nachfragen, hat sie gesagt. Ich hoffe, sie fragt einen Arzt.
    Kann das mit der Dunkelheit etwas mit SSPE zu tun gehabt haben?

    Wenn es sein könnte, dass diese Vorsorge oder Notwendigkeit bei einer Masernerkrankung bei jüngeren Leute in Vergessenheit geriet, könnte das eine Steigerung der ernsten Komplikationen erklären?

  73. #74 noch'n Flo
    28. November 2011

    @ Theres:

    Da ist wohl etwas durcheinandergekommen: wenn jemand eine Meningitis oder Encephalitis bekommt, wird dieser Patient oftmals sehr lichtempfindlich, deshalb ist dann eine dunkle Umgebung angesagt. Aber als Prophylaxe gegen Hirn(haut)entzündungen oder Hirnschäden taugt Dunkelheit nicht.

  74. #75 Dagda
    28. November 2011

    @ Noch’n Flo
    Ich wollte mit meiner Aussage nichts darüber aussagen ob die Gründe für Impfgegnertum stimmen, sondern nur das es diese Gründe gibt;

  75. #76 Theres
    28. November 2011

    @noch’n Flo
    Ja, danke.
    Meine Tante meint dazu, dass die Dunkelheit dafür sorgte, dass man keine Folgeerkrankung bekam, oder weniger. Hätten ihr als ihre Kinder jung (irgendwann um 1965) waren die Ärzte gesagt. Mehr hab ich nicht rausbekommen, aber zu einer richtigen Suche fehlt mir auch die Zeit. Vielleicht gab es eine Korrelation, die eben nur das war.

  76. #77 Dagda
    28. November 2011

    @ Theres und Noch’n Flo
    Lichtscheu tritt auch schon im Prodromalstadium (der Zeit zu Beginn der Infektion in der schon Symptome auftreten aber noch nicht der typische Ausschlag) der Maserninfektion auf. Ob das schon Zeichen einer leichten Beteiligung der Hirnhäute (also der oben schon erwähnten Meningitis) ist, oder ob es davon unabhängig auftritt weiß ich nicht, aber auf jeden Fall empfinden daher viele Masernkranke Dunkelheit als angenehm.
    Aber natürlich hat das nichts mit den Komplikationen der Masernerkrankung zu tun.

  77. #78 Theres
    28. November 2011

    Ah, vielen Dank, Dagda.
    Die Lichtempfindlichkeit gehört also zu den Masern.
    (War ich nicht im Ansatz, keine Bindehautentzündung und kaum sonstige, übliche Anzeichen. Das erinnere ich noch. Deshalb war ich auch so gelangweilt (und vergaß das nicht).)

  78. #79 segeln141
    28. Januar 2012

    masern werden geimpft nicht eben gegen des meist “harmlosen”Masenrverlaufs,sondern wegen der Kolplikationen,wie OtitiS Media/(10%),Masernpneumonie,Masernencephalitis und der immer tödlichen,Jahre spätere auftretebden SSPPE(subakute sklerosiernde )Panencephalitis und des sehr seltenen foudorianten Verlaufs.

    Impfgegner kennen diese Verläufe wohl nicht und scheinen sei auch nicht wahr zu haben.

    Nach Steiner führen sie auch zu einer wünchschenswerten Entwicklung des Kindes.