Als Stéphane Hessel sein Büchlein “Empört Euch!“ geschrieben hat, hat er sicher nicht erwartet, dass ausgerechnet das geistige Umfeld der „Achse des Guten“ seinem Aufruf einmal besonders eifrig Folge leisten wird. Zwar neigen die Autoren dort eher nicht zu negativen Weltsichten, schon gar nicht beim Klimawandel, aber angesichts einer Broschüre des Umweltbundesamts zu diesem Thema sahen sie jetzt doch den Untergang des Abendlandes kommen.

Weltereignisse in DIN A4

Was ist geschehen? Das Umweltbundesamt hat in einer Broschüre unter dem Titel „Und sie erwärmt sich doch“ den wissenschaftlichen Konsens zum Klimawandel dargestellt und darauf aufmerksam gemacht, dass es bei diesem Thema, wie bei anderen gesellschaftlichen Reizthemen, z.B. dem Rauchen, auch eine Metaebene der Diskussion gibt. Nicht alles, was sich hier wissenschaftlich gibt, ist auch wissenschaftlich. Dabei hat das Umweltbundesamt ein paar Namen von Journalisten genannt, die es in dieser Diskussion weniger durch wissenschaftliche als durch andere Motive getrieben sieht, darunter die WELT-Kolumnisten Miersch und Maxeiner, die auch für die „Achse des Guten“ schreiben.

Man hätte wohl voraussehen können, dass das Henryk M. Broder auf den Plan ruft, schließlich ist ihm alles zuwider, was nach ökologischer und sozialer Politik riecht. Und auf seine Geistesbrüder lässt er schon gar nichts kommen. In ganz großer Empörungsgeste hat Broder – in der WELT, wo sonst – das Umweltbundesamt als joint venture von Reichskulturkammer und DDR dargestellt, nicht ohne vorher festzustellen, dass man bei Vergleichen vorsichtig sein soll, „wenn das Dritte Reich als Kulisse herangezogen wird.“ Gut erkannt.

Broder ist nicht er einzige brutalstmöglich Empörte, drüben im Blog „Primaklima“ kann man einen Teil des Umweltbundesamtsbroschürenentrüstungspostings, wie es Georg Hoffmann genannt hat, nachlesen. Inzwischen hat sich – wiederum in der WELT, wo sonst – sogar der Bundesumweltminister dazu geäußert.

Fragen

Soviel Aufregung. Worum geht es in der Sache eigentlich? Es lohnt sich, dabei verschiedene Fragen auseinanderzuhalten:
1. Hat das Umweltbundesamt den wissenschaftlichen Konsens korrekt dargestellt?
2. Hat es die Position der „Klimakritiker“ korrekt dargestellt?
3. Darf es darauf hinweisen, dass es beim Klimawandel eine Metaebene gibt, in der wissenschaftliche Zweifel aus außerwissenschaftlichen Motiven heraus vorgebracht werden?
4. Darf es, um das konkret zu machen, dazu Namen nennen?
5. Falls ja, hat es das in einer angemessenen und vertretbaren Art und Weise gemacht?

Antworten
Die ersten beiden Punkte seien einmal dahingestellt, das im Konkreten zu beurteilen, mögen die machen, die von Klimaforschung mehr verstehen als ich. Den dritten Punkt finde ich interessant, weil er viele Parallelen dazu hat, ob z.B. Gesundheitsbehörden darauf hinweisen dürfen, dass es eine Impfkritik gibt, die nicht wissenschaftlich ist oder dass es eine Kritik am wissenschaftlichen Konsens zum Passivrauchen gibt, hinter der andere Interessen als die der natürlich notwendigen wissenschaftlichen Diskussion offener Punkte stehen. Ist es nicht sogar die Pflicht einer Behörde, solche Diskussionsebenen zu benennen, damit sich die Bürger/innen ein Bild von der „Gefechtslage“ machen können?

Broders Vorwurf, das Umweltbundesamt hätte versucht, eine wissenschaftliche Debatte zu beenden, geht an der Sache vorbei. Das Umweltbundesamt hat ja keine wissenschaftlichen Aussagen, die dem wissenschaftlichen Mainstream widersprechen, als unwissenschaftlich qualifiziert, es hat vielmehr darauf aufmerksam gemacht, dass es beim Klimawandel Interessenkonflikte gibt, die im Gewande der Wissenschaftlichkeit daherkommen, ohne wissenschaftlich motiviert zu sein.

Das Nennen von Namen ist immer heikel, weil hier schnell die Behauptung einer Rufschädigung mit wirtschaftlichen Folgen im Raum steht. Ob der Ruf der genannten Autoren dadurch zu schädigen ist, dass man sagt, was sie sagen, wird vielleicht noch die Juristen beschäftigen. Diese Passagen hat das Umweltbundesamt nicht besonders geschickt formuliert, hier wären Belege mit nachweislich falschen Aussagen sinnvoll gewesen. Dass die Herren von der „Achse des Guten“, die so gerne mit der großen Kelle austeilen, selbst derart mimosenhaft reagieren, ist allerdings auch wieder beeindruckend. Fast möchte man sagen, heul doch, Broder!

Kommentare (39)

  1. #1 Dr. Webbaer
    31. Mai 2013

    Ischt eine Kampagne wegen eines Fehlers des UBAs, ansonsten ganz unterhaltsam, absehbarerweise haben sich bald alle zum Thema ausgemärt.

  2. #2 Joseph Kuhn
    31. Mai 2013

    @ Dr. Webbär:

    “eine Kampagne wegen eines Fehlers des UBAs”

    Eher eine Kampagne, weil das Rumpelstilzchen beim Namen genannt wird. Und dazu wird ein Fehler des UBA (siehe oben Frage 5) benutzt.

    “absehbarerweise haben sich bald alle zum Thema ausgemärt”

    Hoffentlich.

    “ansonsten ganz unterhaltsam”

    Unbedingt. Hier kann man z.B. erfahren: “Der Angriff Henryk M. Broders ist ein Angriff auf die gesamte Weltgemeinschaft”, oder etwas nationaler: “Und der Angriff gilt auch allen Bundesregierungen seit März 1991”. Der Beitrag ist zutreffend betitelt: Das ist nicht einmal schlechtes Kaberett.

    Die Sache ist aber nicht nur unterhaltsam, setzt auch auch kreative Kräfte frei: Den Begriff “Manufactroversy” kannte ich z.B. noch nicht. Seine Unaussprechlichkeit dürfte seine Marktchancen allerdings beeinträchtigen.

  3. #3 Dr. Webbaer
    31. Mai 2013

    Der Freitag wird hier nicht gelesen, sr, ansonsten schon eine kurze Betrachtung wert, also ob der Wissenschaftsjournalist von Amts wegen beurteilt werden soll.

    Sie hätten sicherlich keine Probleme vom einem dem Bundeswirtschaftsministerium zugeordneten Amt als ‘Rumpelstilzchen’ (bspw. als geborener und dem Steuerzahler teurer Apparatschik) enttarnt zu werden?!

    MFG + GN
    Dr. W

  4. #4 Thilo
    1. Juni 2013

    Sind die Antworten Altmaiers oder Deine?

  5. #5 rolak
    1. Juni 2013

    Seine oder Deine?

    Falls der übergriffige Vorgriff erlaubt ist: Nach bisheriger Einschätzung der Betroffenen scheint die Antwort äußerst eindeutig auf letzteres herauszulaufen, Thilo.

    Imho ist Broders Artikel ein durchsichtiger und ziemlich erbärmlicher Versuch, einer drohenden Realeinordnung des eigenen Agitprop (nicht nur das Aufstellen einer false balance, sondern sogar die Diskriminierung des einzig realen Ausgangspunktes dieses ungültigen Konstruktes; sattsam bekannt aus dem AltMed-Bereich, generell bei allen cranks und denialisten üblich) durch verständige Leser vernünftiger Veröffentlichungen zuvorzukommen durch das schnelle Aufhäufen unsinniger Worthülsen und Textgewitter. Derart panisch organisiert, daß ihm schon wieder einige seiner unsäglichen Godwins durchgeflutscht sind bzw er meinte, die von ihm selber erkannte Unhaltbarkeit seiner Position durch prophylaktisches Hochkochen der niedersten Emotionen gegen ‘Die Anderen™’ bei seinen evtl noch mit RestRationalität ausgestatteten Lesern zu vertuschen.
    Kurz gesagt, ein echter Broder.

  6. #6 axel
    1. Juni 2013

    Fragen:

    6. Ist es politisch klug, Namen zu nennen?

  7. #7 Joseph Kuhn
    1. Juni 2013

    @ axel: Was unterscheidet Frage 6 von 5?

    Und Frage 7: Sollte eine Fachbehörde darauf verzichten, Namen zu nennen, wenn es politisch unklug ist, dies zu tun?

    Ich glaube, das UBA hätte sich darum bemühen müssen, gut zu belegen, dass die genannten Journalisten Teil einer Scheindebatte sind, in der andere als wissenschaftliche Interessen verfolgt werden. Das wäre wirklich interessant.

    Hinterfragen die Leute z.B. den wissenschaftlichen Konsens, weil sie politisch gegen die damit begründeten Umweltregulationen sind? Der Gedanke wäre ja im Umfeld der “Achse des Guten” nicht ganz abwegig. Aber trifft das hier zu? Oder löcken die Herren nur gegen den Stachel, weil sie einfach Lust am Widerspruch haben, auch das kennt man von den Achsenschreibern zur Genüge. Die scheinen sich ja manchmal einfach nur über politische Unkorrektheiten zu freuen wie ein Pubertist, wenn dem Opa beim Geburtstag der Oma ein Furz entfährt. Oder argumentieren sie zwar aus einer regulationsaversiven Grundhaltung heraus, geben aber ernste Unsicherheiten in den Klimamodellen zu bedenken, die man diskutieren müsste (das betrifft dann auch die Fragen 1 und 2 aus dem Blogbeitrag, da kann ich, wie gesagt, nicht mitreden)? Dass das offen bleibt, ist ein Fehler der Broschüre und wenn man hier nicht klar sagen kann, was der Fall ist, hätte man die Namen m.E. besser nicht genannt.

  8. #8 Bernhard
    1. Juni 2013

    Es gab doch immer wieder mal den Fall, dass verlachte
    Außenseiter das Wissensgebäude arg angekratzt haben.
    Ich denke nur an die Ursache der Magengeschwüre oder
    die Kontinentaldrift. Ich wundere mich, dass die Meteorologen
    angesichts der “Erfolge” mittelfristiger Vorhersagen, sich
    beim langfristigen Klima so sicher sind.

  9. #9 verbannt
    1. Juni 2013

    Wenn es denn wenigstens ansatzweise warm wäre, könnte man darüber auch ohne Ironie diskutieren. Bei den aktuellen Temperaturen bekommt es so einen Hau.

    Wer finanziert die Achse eigentlich, die Atomindustrie oder Monsanto? Jedenfalls sind die freiberuflich tätig und haben jedes Recht, staatlich finanzierte Institutionen zu hinterfragen.

  10. #10 Sunny
    1. Juni 2013

    @ verbrannt
    Die Tabakindustrie dürfte auch ganz ordentlich in die “Achse des Guten” reinbuttern….

  11. #11 Joseph Kuhn
    1. Juni 2013

    @ Bernhard: Aus dem Satz, dass es immer wieder verlachte Außenseiter gab, die später recht hatten, folgt nicht, dass alle verlachten Außenseiter später recht haben. Außenseitertum ist zunächst einmal nur Außenseitertum, kein Kriterium für’s Rechthaben.

    @ verbannt: Natürlich haben sie das Recht, staatlich finanzierte Institutionen zu hinterfragen. Das hätten sie sogar, wenn sie von der Atomindustrie oder von Monsanto finanziert würden. Aber was hat das mit dem Thema hier zu tun?

  12. #12 Bernhard
    1. Juni 2013

    @Joseph Kuhn
    Klar, Außenseiter sollten ann den Pranger!

  13. #13 Joseph Kuhn
    1. Juni 2013

    @ Bernhard:

    “Klar, Außenseiter sollten ann den Pranger!”

    Warum? Was für ein Unfug.

    @ sunny:

    “Die Tabakindustrie dürfte auch ganz ordentlich in die “Achse des Guten” reinbuttern….”

    Das glaube ich eigentlich nicht. Das ist eher eine Vermarktungsplattform für Journalisten, die ein gemeinsames Feindbild haben: alles was grün, sozial, politisch korrekt etc. ist. Da gibt es richtig gute und witzige Beiträge, aber auch jede Menge Beispiele geistiger Homöopathie.

  14. #14 rolak
    1. Juni 2013

    Da gibt es richtig gute und witzige Beiträge,

    allerdings, Joseph, aber

    aber auch jede Menge Beispiele geistiger Homöopathie.

    sehe ich weniger. Ok, es mag diverse Produkte sparsamst eingesetzten Geistes geben, doch es wird eher Gräßliches konzentriert denn verdünnt.

    • #15 Joseph Kuhn
      1. Juni 2013

      @ rolak:

      “Gräßliches konzentriert”

      Den Grass mögen sie eigentlich gar nicht.

  15. #16 verbannt
    1. Juni 2013

    “Da gibt es richtig gute und witzige Beiträge, aber auch jede Menge Beispiele geistiger Homöopathie.”

    Sie setzen hier einen Konsens voraus, der vielleicht gar nicht besteht

  16. #17 Joseph Kuhn
    2. Juni 2013

    “Sie setzen hier einen Konsens voraus, der vielleicht gar nicht besteht”

    Hier auf scienceblogs sind so viele unterschiedliche Geister unterwegs, dass man keinen Konsens in irgendeiner inhaltlichen oder politischen Richtung voraussetzen kann. Was man voraussetzen muss, ist die Bereitschaft, vernünftig zu argumentieren, sonst machen Diskussionen keinen Sinn. Darauf will letztlich auch die UBA-Broschüre mit ihrem Hinweis auf Scheindebatten beim Klimawandel aufmerksam machen.

  17. #18 Spoing
    2. Juni 2013

    Wenn es um Empörung oder sonstige emotionale Auswüchse aus politisch motivierten Kreisen geht ersetze ich im Geiste immer die Aktoren und überlege mir wie die Geschichte dann zu bewerten sei.

    Und im Falle der Broschüre muss man leider sagen, da ist das Umweltbundesamt zu weit gegangen. Auch wenn es wahrscheinlich keine Absicht war so kann durchaus der Eindruck entstehen das hier Kritiker zum “Abschuss” frei gegeben wurden. Eine rechte Gruppierung die eine solche Broschüre herausgegeben hätte (mit anderen Gegner versteht sich) wäre sicherlich auch auf massiven Widerstand gestoßen.

    • #19 Joseph Kuhn
      2. Juni 2013

      Sorry, der Kommentar war aus irgendwelchen Gründen im Spamfilter hängengeblieben.

      Nochmal nachgefragt: Meinst Du, das UBA hätte prinzipiell keine Namen nennen dürfen oder das UBA hätte nur (besser? oder überhaupt?) belegen sollen, dass die Genannten ihre Zweifel aus politischen oder anderen nichtwissenschaftlichen Gründen vorbringen? Diesen Punkt finde ich wichtig, weil sich die Frage in der Tat auch im Hinblick auf ähnliche Debatten stellt. Darf z.B. eine Behörde ideologische Impfgegner als solche benennen – (natürlich nicht einfach so, nur wenn es belegbar ist)? Das Robert Koch-Institut hat das in seinen FAQs zum Thema Impfen nicht getan, sondern nur die gängigen Impfgegnerthesen kommentiert. Wie viel Aufklärung über die Hintergründe von Debatten, die damit verbundenen Interessenkonflikte und die beteiligten Protagonisten ist also zulässig?

  18. #20 verbannt
    2. Juni 2013

    Ja ist denn das eine zutreffende Beschreibung, sind das böse Leute, die für Geld lügen? Das sind doch heftige Vorwürfe.

    Was ich sehr wohl glaube, das auf der anderen Seite eine ganze Menge Leute mit dem Klimawandel ihr Auskommen haben. Das wird ja auf de Achse immer wieder gezeigt (z.b. KiKa, Schulbücher).

    Das ganze vor dem Hintergrund, das es weder warm wird, noch der Schnee ausfällt, noch die Wetterextreme zunehmen! Bin wirklich gespannt, wie man in ein paar Jahren über dieses Thema reden wird.

    Das einzige, was mich an der Achse stört, ist das die sich immer gegen das bedingungslose Grundeinkommen aussprechen (sind halt alte reaktionäre Säcke!).

  19. #21 DH
    2. Juni 2013

    Broder ist einer von jenen , denen negative Aufmerksamkeit lieber ist als gar keine, würde man ihn ignorieren , würde er vermutlich zusamenbrechen.

  20. #22 Ponder
    3. Juni 2013

    An allem sind die zersetzenden Einflüsse der Grünen schuld, die unbemerkt nun auch den Journalismus mehrheitlich unterwandert haben:

    … Nein, bei uns wird die Pressefreiheit von innen ausgehöhlt…

    …In den Verlagshäusern und Rundfunkanstalten werden derzeit die Alt- und Jung-68er von der Generation Greenpeace abgelöst. Sie ist mit der ständigen Apokalypse aufgewachsen. Der grüne Alarmismus ist ihnen in Fleisch und Blut übergegangen. Das ist viel schlimmer als eine Gleichschaltung, wie man sie aus autoritären Staaten kennt: Diese Generation, die mittlerweile in vielen Redaktionen das Sagen hat, ist sich ihrer eingeschränkten Wahrnehmung gar nicht mehr bewusst. Sie denken vornehmlich in Freund-Feind-Kategorien und teilt die Welt am liebsten in Gut und Böse ein. Gut ist alles, was den Genderrichtlinien entspricht, mit einen blauen Engel bemäntelt ist, „mehr sozialer Gerechtigkeit“ verheißt und vor allem „gegen Rechts“ klare Kante zeigen…

    … Während die negativen Folgen einer ungesteuerten Zuwanderung am liebsten ausgeblendet oder den Deutschen selbst angelastet werden, wird jede abfällige Bemerkung zum „rassistischen“ Fanal aufgebauscht. Der Presserat wacht über die politisch korrekte Wortwahl. Schon der Verdacht der „Diskriminierung“ genügt: Dann setzen die Sprachzensoren der freien Meinungsäußerung schnell ein Ende. Die „Deutsche Armutskonferenz“, die von Gewerkschaften und Sozialverbänden getragen wird, kann offen zur Verbannung von „sozialen Unwörtern“ aufrufen, ohne dass es einen medialen Aufschrei gibt. Der blieb auch aus, als der „Antirassismus-Ausschuss“ der Vereinten Nationen die deutsche Regierung doch umwunden aufgefordert hat, Thilo Sarrazin („Deutschland schafft sich ab“) einen Maulkorb umzuhängen, weil sich dieser kritisch über die Integrationsfähigkeit von Türken und Arabern äußert. Meinungsfreiheit? Nicht doch für „latente Rassisten“…

    …Schließlich bekennt sich jeder dritte Journalist zur Partei „Die Grünen“. In den Wahlkabinen dürften es wohl noch mehr sein. Für einen Berufsstand, der sich eigentlich der Neutralität verpflichtet fühlt, eine erstaunliche Parteinahme. Wer in einer Redaktion hingegen als „neoliberal“ oder – noch schlimmer – als „konservativ“ eingestuft wird, sitzt am Mittagstisch bald alleine…

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/stammtisch_statt_hochsitz

    Ach so, darum gehts in Wirklichkeit …

  21. #23 Siegbert
    4. Juni 2013

    @ Kuhn

    “… wissenschaftlichen Konsens zum Klimawandel …”

    Von welchem Konsens schreiben Sie da? In der Physik gilt immer noch das Experiment und nicht das Abstimmungsverhalten irgendeiner Fraktion . Sie können sich nicht einfach hinstellen und eine Theorie zur Abstimmung stellen, das ist absurd, töricht & lächerlich.

    “Fast möchte man sagen, heul doch, Broder!”

    Es sieht so aus, dass Sie in erster Linie auf persönliche Angriffe aus sind, und erst gar nicht erst versuchen sachlich zu argumentieren.

  22. #24 Joseph Kuhn
    4. Juni 2013

    @ Siegbert:

    “Es sieht so aus, dass Sie in erster Linie auf persönliche Angriffe aus sind, und erst gar nicht erst versuchen sachlich zu argumentieren.”

    Wenn dem so wäre, hätten wir offensichtlich etwas gemeinsam. Es ist dem aber nicht so und ich habe den Punkt, um den es mir geht, deutlich formuliert. Sollten Sie dazu ein Argument vorbringen, können wir gerne weiterreden. Bis dahin können Sie ja einmal versuchen, durch Experimente zu klären, ob und ggf. wieviel sich die Erde erwärmt oder darüber nachdenken, ob die Alternative dazu tatsächlich darin besteht, diese Frage “zur Abstimmung zu stellen”. Was für ein Unsinn.

  23. #25 Dr. Webbaer
    5. Juni 2013

    Zum hier oft bemühten wissenschaftlichen Konsens vielleicht noch:
    Es gibt ihn nicht, es gibt unterschiedliche Ansichten zur Modellierung, die Forcings und Sensitivitäten betreffend, und natürlich auch die Prognosis, deren Höhe, und die möglichen Gegenmaßnahmen.

    Z.B. wird man ein derartiges Werk wohl nur im d-sprachigen Raum antreffen können:
    -> http://www.wbgu.de/fileadmin/templates/dateien/veroeffentlichungen/hauptgutachten/jg2011/wbgu_jg2011.pdf (“Große Transformation”, Expertokratisches etc.)

    Oder einfacher gefragt:
    Wie groß ist die Schuld des “zusätzlichen” anthropogenen CO2-Ausstoßes (ca. 3% p.a.)? 70-100% wie beizeiten verlautbart?
    Und warum scheinen die Erwärmungsprognosen so hoch (durchschnittlich +3,2K zwischen 1990/2000 und 2090/2100), wenn die Datenlage zwischen 1880/01 und 2013/04 eine Erwärmung von ca. + 0,75K belegt?

    Kurzum, das UBA soll bei diesem Thema diejenigen Positionen, gerne auch: offensiv, vertreten, an die die politisch bestimmende Schicht glaubt, aber nicht aktiv in die Diskussion eingreifen und Kritiker diskreditieren.
    Dafür ist die wissenschaftliche Lage viel zu unklar.

    MFG
    Dr. W

  24. #26 rolak
    5. Juni 2013

    Konsens .. Es gibt ihn nicht

    Kleine Übersetzungshilfe für die Neuen: WebÄrschlein will ihn weiterhin verleugnen.

  25. #27 Dr. Webbaer
    5. Juni 2013

    Rolak (slw. ugs. für ‘Rollkragenpullover’ oder ‘Intellektueller’), idT ist vielen nicht klar, dass es beim Klimawandel, dabei auch die anthropogene Ursächlichkeit berücksichtigend, eine fortlaufende wissenschaftliche Diskussion gibt, die nicht konsensueller Art ist.

    Auch beim hiesigen Inhaltegeber hapert es hier dezent formuliert ein wenig:

    Abgesehen davon, dass es beim anthropogenen Klimawandel, wie bei “primaklima” immer wieder hervorgehoben, im Grundsatz keine wissenschaftliche Kontroverse mehr gibt, sondern einen wissenschaftlichen Konsens (…) (Quelle)

    Hier müssen wir noch üben.

    MFG
    Dr. W

  26. #28 Ponder
    5. Juni 2013

    Wenn die Fluten dann irgendwann wieder abgelaufen sind und die Menschen mit dem Wiederaufbau beginnen, wird die öffentliche Diskussion über die möglichen Ursachen solcher großräumigen Extremwetterlagen wieder losgehen – und damit auch die politische Debatte über die notwendigen Anpassungsmaßnahmen und weitere Implikationen.

    Heute kommentiert ein Naturwissenschaftler aus Halle:

    …Dabei steht längst fest, dass die Anpassung an die Folgen des Klimawandels langfristig ein Vielfaches der Klimarettung kosten wird. Zudem beschleunigt der neue Industriezweig seinerseits die Erderwärmung. Da deren Folgen im Einzelnen nicht vorhersehbar sind, ist ein zuverlässiger Schutz ohnehin unmöglich. Die modernen Deichanlagen in Passau waren für Pegel bis elf Meter ausgelegt, das Wasser stieg jedoch eineinhalb Meter höher. Dass die Menschheit sich an den Klimawandel anpassen könnte, ist eine Illusion – genau wie die uralte Geschichte von der Arche.

    http://www.tagesspiegel.de/meinung/hochwasser-ist-eine-folge-des-klimawandels-uns-hilft-keine-arche/8299618.html

    Das UBA hat als staatliche Behörde gegenüber den Bürgern eine besondere Sorgfaltspflicht.

    Ob die Klimawandel-Denialisten notfalls haftbar gemacht werden können für ihre öffentlich immer wieder lautstark geäußerten verharmlosenden und irreführenden Behauptungen, aufgrund derer Menschen sich u.U. dazu verleiten lassen, benötigte Hochwasserschutzmaßnahmen zu blockieren, weil alles angeblich übertriebene Panikmache ist?
    Dann würde so mancher Broder, Vahrenholt etc sich vielleicht 3 x überlegen, ob er sich öffentlich mit seinen Behauptungen so weit aus dem Fenster lehnen soll.

  27. #29 Dr. Webbaer
    5. Juni 2013

    Ob die Klimawandel-Denialisten notfalls haftbar gemacht werden können für ihre öffentlich immer wieder lautstark geäußerten verharmlosenden und irreführenden Behauptungen, aufgrund derer Menschen sich u.U. dazu verleiten lassen, benötigte Hochwasserschutzmaßnahmen zu blockieren, weil alles angeblich übertriebene Panikmache ist?

    Wäre ein netter Versuch, der aber auch das Ende der öffentlichen Debatte und der Systeme der Aufklärung bedeuten würde.

    Insgesamt würde der Schreiber dieser Zeilen derartige Maßgaben als Zeichen allgemeiner ochlokratischer Verblödung buchen wollen.

    MFG
    Dr. W

  28. #30 Ponder
    5. Juni 2013

    @webbaer:

    Wäre ein netter Versuch, der aber auch das Ende der öffentlichen Debatte und der Systeme der Aufklärung bedeuten würde.

    Wieso das denn? – Soll künftig jeder jeden Unsinn ungestraft verbreiten dürfen, nur weil das angeblich durch die “Meinungsfreiheit” gedeckt ist?

    Bislang kann ich nur ein krasses Missverhältnis entdecken:
    M & M, Broder, Vahrenholt etc pp haben innerhalb der öffentlichen Debatte (wohlgemerkt: nicht der wissenschaftlichen Debatte !) eine bequeme mediale Plattform und damit eine breite Leserschaft, die sie mit “kritischen Positionen” berieseln können.
    Um sich eine fundierte eigene Meinung zu bilden, muss ein “Welt”-oder “Achgut”- Leser aktiv recherchieren – zum Beispiel auf den Seiten des UBA. Dort stellt er u.U. zum ersten Mal fest, dass die lautstark vertretenen Positionen der prominenten Journalisten nach wissenschaftlichen Kriterien Außenseitermeinungen darstellen.
    Wie viele Leser werden wohl überhaupt überprüfen, ob das, was ihnen in M & M’s Kolumnen und populistischen Büchern aufgetischt wird, tatsächlich zuverlässig und relevant ist – so lange damit das bedient wird, was Otto Normalverbraucher am liebsten hören will: dass er seinen lieb gewordenen Lebensstil nicht für “surrealistische” Klimawandel-Szenarien zu ändern braucht ?
    Ob solche tendenziell leichtgläubigen Zeitgenossen ausnahmsweise mal einen ZEIT-Artikel lesen?

    http://www.zeit.de/1998/31/Falsche_Fakten

    Wenn aber einige dieser Bürger, die unbedingt auf eine neue Hochwassermauer in Grimma und anderswo verzichten wollten, damit ihr Terrassenblick auf den romantisch dahin plätschernden Fluss nicht verschandelt wird, plötzlich feststellen sollten, dass sie sich von M&M in falscher Sicherheit wiegen ließen?
    Vermutlich werden die Herren dann unisono wieder auf das Recht der freien Meinungsäußerung pochen und darauf verweisen, dass jeder auf eigene Gefahr ihre Kolumnen liest.

  29. #31 Dr. Webbaer
    5. Juni 2013

    Soll künftig jeder jeden Unsinn ungestraft verbreiten dürfen, nur weil das angeblich durch die “Meinungsfreiheit” gedeckt ist?

    Exakt dies ist im Rahmen der Freiheit der Meinungsäußerung vorgesehen, sofern nicht regionale Sonderregelungen [1] oder das Persönlichkeitsrecht [2] entgegensteht.

    Wichtich ist erst einmal das soziale Gesamtgefüge zu verstehen, gelingt dies nicht, kann auch nicht sinnvollerweise zu den Aufgaben von Regierungsbehörden ausgesagt werden.

    MFG
    Dr. W (der sich in Anbetracht der festgestellten Minderkenntnisse aber nun ausklinkt)

    [1] Leugnung historischer Ereignisse in D bspw.
    [2] Über Sachen darf ausgesagt werden, wie der Hamster bohnert, ein wichtiger Bezug moderner gesellschaftlicher Systeme btw – die Inhaftungnahme wäre eher was für Erdogan & Konsorten

  30. #32 verbannt
    6. Juni 2013

    “was Otto Normalverbraucher am liebsten hören will: dass er seinen lieb gewordenen Lebensstil nicht für “surrealistische” Klimawandel-Szenarien zu ändern braucht ”

    tja, genau das ist aber doch die Gehirnwäsche: die Vorstellung, wenn die Leute kleinere Autos fahren und die Wäsche bei 40° waschen und noch die Glühbirnchen austauschen, das dann der Meeresspiegel nicht steigt. Klingt bekloppt und weltfremd? ist es auch! Das ist bis hier her aber nur lächerlich. Problematisch ist der zweite Aspekt: die Technikfeindlichkeit. Um das mal ganz deutlich zu sagen, wenn wir auf Atomkraft verzichten, sinkt die Wahrscheinlichkeit das wir hier die nächsten 1000 Jahr überleben, dramatisch. Möchte mal wissen, wen wir dann dafür verantwortlich machen…

    auf dieser Seite kannste sehen, wie wenig Strom Solar und Wind bringen, bei gewaltigen Kosten
    http://www.transparency.eex.com/de/
    und die wichtigste Zahl dabei lautet 20%. Strom ist 20% der Energie, die wir verbrauchen. Denk mal drüber nach.

    Logisch gedacht: Wenn die Meer steigen, müssen wir eben Deiche bauen. Dafür brauchen wir Energie, sehr viel Energie. Dafür reichen Windmühlen und Sonnenkacheln nicht im Ansatz aus.

  31. #33 Dr. Webbaer
    6. Juni 2013

    @verbannt
    Man kann derartige Herausforderungen, wie den partiell menschenverursachten Klimawandel, nicht Bottom-up, sondern nur Top-down bearbeiten.
    Das weiß oder ahnt zumindest jeder Systemanalytiker.

    Dieses protestantische Sich-An-Die-Eigene-Nase-Fassen ist wie so oft zwar gut gemeint, abär in Anbetracht der Herausforderung nicht sinnhaft.

    Wie spätere Generationen das Problem, womöglich sogar: en passant, bearbeiten werden, ist eine spannende Frage.
    Vermutlich hat man weit mehr als die 100 Jahre bis 2100, sondern vielleicht 300-500 Jahre bis die Erwärmung der terrestrischen Oberflächentemperaturen bearbeitet werden muss.

    Geo-Engineering, das von einigen bevorzugten Ländern durch Installationen im sogenannten Orbit realisiert werden könnte, steht dann absehbarerweise auf der Speisekarte.
    Geo-Engineering, also das Abschatten bestimmter Regionen, wäre ohnehin wirtschaftlich sinnvoll.

    MFG
    Dr. W

  32. #34 verbannt
    6. Juni 2013

    ich fand die Idee, künstliche Wolken zu erzeugen
    ganz gut, vor allem weil man das jederzeit an und abschalten kann, außerdem scheints relativ billig zu sein

    http://www.focus.de/wissen/weltraum/odenwalds_universum/tid-18162/geo-engineering-mit-kuenstlichen-wolken-kuehlen_aid_505533.html

    Angeblich gab es in früheren Zeiten keine weißen Wolken, so wie wir das heute gewohnt sind. Nur strahlend blauen Himmel, unterbrochen von gewaltigen Unwettern; weil damals einfach zu wenig Kondensationskeime in der Atmosphäre vorhanden waren. Je sauberer unsere Technik wird, desto angebrachter wird es diese nachzuliefern. Man könnte dann versuchen, den Regen gezielt auf trockene Gebiete lenken.

  33. #35 Dr. Webbaer
    6. Juni 2013

    @verbannt
    Sicherlich einen Versuch wert, nichtsdestotrotz meinte Ihr Kommentatorenfreund schon eher ein Geo-Engineering, das in einigen Jahrzehnten über in geostationären Umlaufbahnen befindlichen Installationen die Wirkung der Sonne einschränkt.
    Stichwort: Weltraumlift, wobei aber auch andere, vielleicht sogar privatwirtschaftliche raketenbasierte Lösungen denkbar sind.

    Insgesamt würde der Schreiber dieser Zeilen auf den Artikel bezogen gerne hier noch einen Minuspunkt verteilen wollen:

    3. Darf es darauf hinweisen, dass es beim Klimawandel eine Metaebene gibt, in der wissenschaftliche Zweifel aus außerwissenschaftlichen Motiven heraus vorgebracht werden?
    (…)
    Den dritten Punkt finde ich interessant, weil er viele Parallelen dazu hat, ob z.B. Gesundheitsbehörden darauf hinweisen dürfen, dass es eine Impfkritik gibt, die nicht wissenschaftlich ist oder dass es eine Kritik am wissenschaftlichen Konsens zum Passivrauchen gibt, hinter der andere Interessen als die der natürlich notwendigen wissenschaftlichen Diskussion offener Punkte stehen. Ist es nicht sogar die Pflicht einer Behörde, solche Diskussionsebenen zu benennen, damit sich die Bürger/innen ein Bild von der „Gefechtslage“ machen können?

    Denn das ist erkennbar Geraune und Gemunkel. Eher etwas für die anderen. Es ist grundsätzlich schon so, dass die Klimaregulierung dieses Planeten ein langandauerndes Thema ist und sein wird, wobei die Bösen vorab nicht bekannt sind. Also auch nicht eindeutig auf einer bestimmten Seite anzufinden sein werden. Hier darf der hiesige Bürokrat ein wenig mehr Phantasie walten lassen.

    MFG
    Dr. W

  34. #36 michael
    6. Juni 2013

    > Geo-Engineering, also das Abschatten bestimmter Regionen, wäre ohnehin wirtschaftlich sinnvoll.

    Bärchen, daß Dir die Sonne wieder zu dolle aufs Hirn geschienen hat, ist ja auch deutlich zu merken.

    > Wie spätere Generationen das Problem, womöglich … spannend…

    Laber, Laber, dummgeschwätzt. Klar, dass der Herr Bär in seinen Grab WURM-TV einschaltet, und sich die ‘en passant’ Lösung live übertagen läßt.

  35. #37 Dr. Webbaer
    6. Juni 2013

    Michael, schreiben Sie doch gerne einfach klar & deutlich, was unverstanden blieb, der Schreibär dieser Zeilen wäre der Letzte, der Taxifahrer unbeachtet lässt.

    MFG
    Dr. W

  36. #38 michael
    6. Juni 2013

    > Schreibär dieser Zeilen wäre der Letzte, der Taxifahrer unbeachtet lässt

    Schon klar, wer sollte Dich denn auch sonst, wenn Du mal wieder kopfüber ins Honigmet-Faß gefallen bist, heil nach Hause bringen.

  37. #39 emreee
    17. Juni 2013

    Webbaer s Atem ist lang ,in Sachen auf den zeiger gehen ist er schon so weit ,das er demnächst eine neue Begrifflichkeit nach ihm Bennant wird 😀