Nur eine kurze Meldung war es der Süddeutschen wert: Ab 2018 soll es auch in Österreich ein Rauchverbot in der Gastronomie geben. Dabei geht es, glaubt man Wiener Kaffeehauskreisen, um nichts weniger als den Untergang des Abendlandes, oder zumindest der Kultur des Alpenlandes. Es ist wie bei uns in Deutschland: Alles wird immer schlimmer und die Unfreiheit nimmt zu. Besoffen autofahren darf man nicht, die Kalorien beim Essen werden einem vorgezählt, bei der PEGIDA mitmachen ist Bäh und beim Rauchen hat uns die WHO weltweit im Würgegriff. Dabei steht Rauchen doch wie nichts sonst für Freiheit und Genuss, Mut, Tatkraft und Jugendlichkeit.

Jetzt also auch Österreich. Obwohl die gerade mal dreieinhalb tausend Lungenkrebstote im Jahr haben. Nicht der Rede wert. Die Freiheit hat eben ihren Preis. Da haben wir allein in Bayern mehr, 5.159 waren es hier 2013. A propos Bayern: Bayern hat unter den Bundesländern die niedrigste Raucherrate (Mikrozensus 2013), die niedrigste Rate an Lungenkrebs-Neuerkrankungen (Daten der Krebsregister 2011) und die niedrigste Rate an Lungenkrebs-Sterbefällen (Todesursachenstatistik 2013). Zufall? Kann sein, es gibt ja Zufälle, die gibt’s gar nicht. Aber – o du lieber Augustin – letztlich auch egal:

Alles ist hin.
Und selbst das reiche Wien,
Hin ist’s wie Augustin;
Weint mit mir im gleichen Sinn,
Alles ist hin!

Kommentare (36)

  1. #2 Alexander
    12. April 2015

    Österreich bekommt eine rauchfreie Gastronomie

    Wie hat doch ein empörter Tabakfreund auf Facebook geschrieben, nachdem der Landtag von Nordrhein-Westfalen ein konsequentes Nichtraucherschutzgesetz beschlossen hatte? “Das ist doch keine Demokratie mehr!” 😉

    Jetzt also auch Österreich. Obwohl die gerade mal dreieinhalb tausend Lungenkrebstote im Jahr haben. Nicht der Rede wert.

    Dreieinhalb tausend anonyme Lungenkrebstote! Wenn ich das richtig verfolgt habe, dann hat in Österreich der Tod eines prominenten Journalisten, der sich, nachdem er mit Anfang 40 an einem Lungenkarzinom erkrankt war, bis zuletzt für bessere Gesetze zum Schutz vor Tabakqualm engagiert hat, die Regierung dazu gebracht, die Initiative zu ergreifen?

  2. #3 Karl Mistelberger
    12. April 2015

    Am 2. April 2014 änderte sich das Leben von Kurt Kuch völlig. Damals erhielt der Journalist die Diagnose: Lungenkrebs. Keine Sekunde zu früh, wie er in einem Interview mit News meint: “Zwei, drei Wochen wäre es noch gut gegangen, dann wäre ich tot gewesen.” Es wurden neun Monate daraus. Am Samstag starb Kuch an den Folgen des Tumors in Graz, wie der ehemalige News-Chefredakteur Peter Pelinka via Twitter bestätigt.

    Mehr

  3. #4 Earonn
    13. April 2015

    Im UK geht man inzwischen dazu über, Eltern nahezulegen, nicht mehr innerhalb der Wohnung zu rauchen, um die Kinder vor dem Passivrauch zu schützen.

    Ich will gar nicht wissen, was so eine Initiative in DE oder ÖS auslösen würde…

  4. #5 kari
    13. April 2015

    Am schönsten finde ich immer die Aufschreie der Raucher, dass das Diskriminierung ist, wenn sie nicht in Lokalen rauchen dürfen. Aber was ist mit den Nicht-Rauchern? Wir sollen halt den Lokalen fern bleiben, wenn es uns stört oder müssen halt in ein Nicht-Raucher Lokal gehen (von denen es ja auch so viele gibt *augenverdreh*). Das ist also nicht Diskriminierung?

    Und das zweite Argument – die Steuereinnahmen, die dem Land dann fehlen?! Aja, und neben seinem Kind zu rauchen, ändert bestimmt nichts an seiner späteren Gesundheit und löst Allergien und Co aus – Nein, das behaupten ja nur böse Nicht-Raucher.. Zum Glück stehen da den Steuereinnahmen kaum Kosten für das Gesundheitssystem gegenüber *sarkasmus off* und nachdem ich jetzt wohl dann bald auch weniger in Waschmittel investieren muss, wenn ich nach dem Kaffeehausbesuch nicht mehr wie ein Aschenbecher stinke, da bleibt dem Staat wohl auch weniger Einnahme an der Mehrwertsteuer..

  5. #6 Alexander
    13. April 2015

    @Earonn:

    In der Tobacco Control Ranking Scale 2013 der Association of European Cancer Leagues (ECL) steht Großbritannien auf Platz 1! Wer wissen will, wie Deutschland und Österreich im Vergleich von 34 Staaten abschneiden, der kann ja mal einen Blick auf Seite 8 werfen:

    http://www.europeancancerleagues.org/images/TobaccoControl/TCS_2013_in_Europe_13-03-14_final_1.pdf

  6. #7 InSekt(en)
    13. April 2015

    “Am schönsten finde ich immer die Aufschreie der Raucher, dass das Diskriminierung ist, wenn sie nicht in Lokalen rauchen dürfen. Aber was ist mit den Nicht-Rauchern? Wir sollen halt den Lokalen fern bleiben, wenn es uns stört oder müssen halt in ein Nicht-Raucher Lokal gehen (von denen es ja auch so viele gibt *augenverdreh*). Das ist also nicht Diskriminierung?”

    Aber sollte man nicht als Wirt/Eigentümer bzw. Betreiber entscheiden dürfen … ob und wann bzw. wo in seinem Lokal geraucht werden darf?

    “Und das zweite Argument – die Steuereinnahmen, die dem Land dann fehlen?! Aja, und neben seinem Kind zu rauchen, ändert bestimmt nichts an seiner späteren Gesundheit und löst Allergien und Co aus”

    Das eine hat ja nix mit dem anderen zu tun… unverantwortliche Eltern sind eine Sache… Rauchen in Lokalen eine gänzlich andere…

    Man kann anhand der US-Prohibition ganz gut sehen, wohin die Bevormundung durch Verbote führen kann… und bestimmt auch wird… Schmuggelaktivitäten, qualitätsverlust der Zigaretten bzw. der abgeschafften/verbotenen Genussmittel und florierende Kriminalität…Deshalb lasst die Menschen ihre Erfahrungen sammeln…und selbst entscheiden… bewerbt derartige Genussmittel nicht, aber verbietet diese auch nicht!!!

  7. #8 Earonn
    13. April 2015

    @InSekt(en)

    USA-Prohibition
    Na, dann schauen wir doch mal, wie die Raucherkriminalität in Ländern, in denen das Kneipenrauchverbot bereits besteht, zugenommen hat.
    Erm, sie hat nicht.
    Der von dir selbst befürworteten Erfahrung nach, ist das Argument mit der Prohibition also hinfällig.

    Ich würde Menschen sofort ihre eigenen Entscheidungen treffen lassen, wenn diese vernünftig und darauf abzielend wären, andere nicht zu schaden. Aber offenbar brauchen wir ein Kneipenrauchverbot genauso wie ein Alkohol-am-Steuer-Verbot (auch hier dürfen übrigens nicht die Wirte entscheiden, wer wen wie gefährden darf).

    Das Argument mit den Steuereinnahmen und den Kindern rauchender Eltern zielt darauf ab, dass die Ausgaben für die Krankheiten passiv rauchender Kinder die erzielten Steuereinnahmen auffressen, zumindest aber stark mindern. Klingt für mich auch logisch. Das ist ja eins der Argumente, warum im UK Eltern empfohlen wird, nicht zuhause zu rauchen.

    Mir ist auch nicht klar, wie ein Kneipenrauchverbot einem generellen Rauchverbot gleichzusetzen wäre.

  8. #9 WolfgangM
    13. April 2015

    Freiheit ist doch ganz wichtig.

    “Wer nicht raucht zur rechten Zeit kriegt den Krebs der übrigbleibt.” -( alter Raucherspruch! )

    Also diese Freiheit muss es uns doch wert sein!!!-oder?

  9. #10 kathrin
    13. April 2015

    Rauche nicht, mag schon lieber rauchfrei, aber es zwingt mich auch niemand, in verrauchte Kneipen zu gehen. Ob das wirklich so viel ändert? Wieviele Stunden bringt man im Cafe zu – wenn man nicht gerade Literat ist? Und wer viel abends in der Kneipen ist, hat dann vielleicht eher Probleme mit Alkohol.
    Für die Kunden ist es egal, es schützt die Mitarbeiter. Das ist sinnvoll. Aber dann ist es eine Arbeitsschutzmaßnahme, und so sollte man es auch nennen.

  10. #11 Joseph Kuhn
    14. April 2015

    Am Rande des Themas, gerade beim googeln nach dem Regelungsumfang des Gesetzes in Österreich gesehen: Im letzten Herbst, als sich die Verschärfung des Nichtraucherschutzes in Österreich abzeichnete, hatten die Wiener Kaffehauskreise einen offenen Brief an die neue Gesundheitsministerin in Österreich geschrieben. Darin steht u.a., die Regierung sei zu sehr auf Bevormundung der Bürger orientiert und zu wenig aktiv bei anderen wichtigen Themen:

    “Zum Beispiel bei den gesundheitlichen Gefahren, die mit sinkenden Löhnen, verschärftem Stress und Konkurrenzdruck am Arbeitsplatz, zunehmenden Lockerungen beim Kündigungsschutz, mit Prekariat und Arbeitslosigkeit verbunden sind. Ebenso zum Beispiel mit den durch das geheim ausgehandelte Freihandelsabkommen TTIP, das gesenkte Standards bei der Qualität von Lebensmitteln vorsieht.”

    Das eine tun, heißt zwar nicht, das andere zu lassen, d.h. mir leuchtet nicht recht ein, warum sich die Regierung um diese Themen kümmern soll, aber nicht um das Rauchen, aber trotzdem ist der Hinweis richtig, dass hier vernachlässigte Ansatzpunkte einer “Health in all policies”-Strategie jenseits einer Moralisierung des Gesundheitsverhaltens liegen.

    Allerdings scheint dieser Hinweis bei Herrn Pfaller und Frau Ötzlinger nur als taktisches Ablenkungsmanöver zu fungieren. Dass es Wichtigeres gäbe als den Nichtraucherschutz ist ein klassischer Topos der industrienahen Lobbyarbeit. Als gewerkschaftlich engagierte Kämpfer für mehr Arbeits- und Verbraucherschutz sind mir die beiden Briefeschreiber bisher auch nicht aufgefallen und ihre Lobbyfreunde in der Tabakwirtschaft und der Gastronomie würden solche Ideen sicher ebenso vehement bekämpfen wie den Nichtraucherschutz, wenn man sie ernsthaft angehen würde.

  11. #12 kari
    14. April 2015

    @kathrin:

    Es gibt aber in Österreich kaum eine rauchfreie Kneipe. Ich darf also nicht mehr zum Bäcker nebenan der einen “abgetrennten” Raucher bzw. Nichtraucherbereich – sehr sinnvoll wenn die Türe übrigens ständig offen stehen muss weil die Kellnerin sonst vollbeladen mit dem Öffnen und Schließen nicht zu recht kommt?! Dass der Raucherbereich direkt neben dem frischen Gebäck ist, ist zudem auch nicht gerade schmackhaft. Kauf ich halt mein Gebäck lieber bei den großen Supermarktketten weil da duftet es zumindest nicht verraucht. Wenn es keinen zweiten Bäcker nicht gibt, hab ich wohl kaum eine andere Wahl. Aber was das mit Freiheit zu tun hat, ist mir nicht ganz klar?! Ich MUSS mir ein Auto zulegen, um in den nächsten Ort fahren zu MÜSSEN, um mir meine frischen Semmeln zu holen, die nicht nach Rauch stinken?! Sehr feine Welt. Da back ich doch lieber selber, hab ja Zeit weil ich nicht ständig eine boffeln – österreichisch für rauchen – gehen muss..

  12. #13 österreicher
    14. April 2015

    wir sch… auf diesen sch… ö staat mit gr ö ssenwahnsinigen ministern

  13. #14 Earonn
    14. April 2015

    @kathrin

    es zwingt mich auch niemand, in verrauchte Kneipen zu gehen. Ob das wirklich so viel ändert? Wieviele Stunden bringt man im Cafe zu – wenn man nicht gerade Literat ist? Und wer viel abends in der Kneipen ist, hat dann vielleicht eher Probleme mit Alkohol.

    Mit dieser Argumentation habe ich mehrere Probleme.

    Das Personal hat keine Wahl. Okay, soll halt keiner in einer Bar arbeiten? Super, wer schenkt mir dann mein Ale ein? ^^

    Mir ist auch nicht klar, wieso die Nichtraucher fernbleiben sollen? Ist es nicht gewöhnlich so, dass derjenige, der eine Beeinträchtigung herbeiführt, auch die Nachteile tragen sollte?

    Und selbst wenn “viel” (?) Aufenthalt in einer Kneipe mit Alkoholismus gleichzusetzen wäre (das wäre eine traurige Kneipenkultur), warum sollte man diese Menschen dann auch noch der Krebsgefahr aussetzen?

    Nochmal: dies ist kein Neuland. Rauchverbot in Kneipen wurde schon umgesetzt. Und die Welt ist nicht untergegangen.
    Hier im UK gehen die Raucher kurz raus, rauchen, kommen wieder rein. So wie auf der Arbeit. (Und hey, bei unserem notorisch schlechteren Wetter dürfen eure südlichen Raucher sich nun wirklich nicht beschweren. ^^ )

  14. #15 österreicher
    14. April 2015

    das hypo alpe adria ö ist pleite

    aber die grössenschwachsinningen minister tun so als hätten sie die macht das rauchen abzuschaffen

  15. #16 Andreas Herzog
    14. April 2015

    Ich habe nie selbst geraucht aber es war mir damals ziemlich egal, ob geraucht wurde. Die meisten im Freundeskreis rauchten. Ich war da eher die Ausnahme.

    Als dann unser erstes Kind geboren wurde, war Rauchen in Gaststätten und Cafés noch erlaubt. Man konnte nirgends mit dem Kind hingehen. Nichtrauchergaststätten gab es so gut wie gar nicht. Im Urlaub war das, wenn man nicht draußen sitzen konnte, wirklich ein Problem. Falls man mal eine einigermaßen rauchfreie Ecke gefunden hatte, kamen garantiert ein paar Leute an den Nachbartisch und rauchten.

    Ich war so froh, dass dann das Rauchen in den Gaststätten verboten wurde und wir endlich wieder Essen gehen konnten.

  16. #17 Stefan
    14. April 2015

    @InSekt(en): “Aber sollte man nicht als Wirt/Eigentümer bzw. Betreiber entscheiden dürfen … ob und wann bzw. wo in seinem Lokal geraucht werden darf?”

    Und die MitarbeiterInnen? Die könnens nicht entscheiden. Und bei vergleichbaren Belastungen, etwa kaputte Lüftung am Herd in der Küche, würde das Arbeitsinspektorat (in Österreich Amt, dass den Arbeitnehmerschutz kontrolliert) schon längst solche Betriebe zusperren. Ihr gehts auch um ArbeitnehmerInnen-Schutz.

    Und niemans will Rauchen verbieten.

  17. #18 bazille2003
    wien
    16. April 2015

    Ärgerlich an der Sache ist die unglaubliche Inkonsequenz der österreichischen Politik. Rauchfreie Lokale sind erst ein Thema seit es das in Deutschland gibt. Dann macht man ein Gesetz das Nichtraucherbereiche in Lokalen vorschreibt, und nach 4 Jahren ändert man dies wieder. Ich kenne Lokalbesitzer die relativ teure Umbauten machen mussten und nun war das ganze sinnlos.
    Als Raucher wird mir das rauchen in Kaffeehäusern abgehen. Alles andere ist mir eher wurscht.

  18. #19 kari
    16. April 2015

    @bazille2003:

    Ja da hast du völlig recht.. Es wird immer versucht eine Lösung zu finden, die für alle halbwegs akzeptabel ist, sodass die Aufschreie nicht allzu groß werden. Das über kurz oder lang die Diskussion wieder erneut ins rollen kommt, war aber vorhersehbar.

    Das mit dem Rauchen in Kaffeehäusern ist aber vielleicht auch schlichtweg eine Umgewöhnung und in einigen Jahren denkt darüber vielleicht gar niemand mehr nach. Früher war es schließlich auch normal in Krankhäusern oder vielen öffentlichen Einrichtungen zu rauchen, heute würde wohl kaum noch jemand daran denken und ich glaube dass es nur wenige “Suchtler” gibt, denen das auch wirklich abgeht.

  19. #20 Alexander
    16. April 2015

    @Kari:

    Und das zweite Argument – die Steuereinnahmen, die dem Land dann fehlen?!

    Ärzte Zeitung online, 16.04.2015:

    “Rauchen verursacht in Deutschland weitaus höhere wirtschaftliche Schäden als bislang angenommen. Das zeigt eine jetzt vom Deutschen Krebsforschungszentrum veröffentlichte Studie.”

    http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/article/883727/rauchen-tabaksucht-kommt-gesellschaft-teurer-gedacht.html

    Und dazu ein Kommentar von morgen (aktueller geht es nun wirklich nicht! ;)):

    “Es ist eine wirklich schlechte Botschaft, die eine neue Studie zu den direkten und indirekten Folgekosten des Rauchens und der dadurch verursachten Krankheiten enthält: Sie sind weit höher, als bislang angenommen worden ist, und addieren sich derzeit auf jährlich 79 Milliarden Euro.”

    http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/article/883818/kostenfalle-rauchen.html

  20. #21 Eso-Mystiker
    17. April 2015

    Die Natur (bzw. das Leben) ist Gott. Und es gibt Dinge in der Natur, die dem Menschen ewig verborgen sind (wer an solche Dinge glaubt, ist dadurch religiös). Gott ist nicht auf die Weise allmächtig, dass er z. B. einen unbelehrbaren Raucher, der Lungenkrebs bekommt, heilen kann. Der Mensch (und die Welt) wurde nicht “erschaffen”, sondern existiert von Natur aus (und seit ewig). Der “Sündenfall” hat sich nicht genau so ereignet, wie es in der Bibel geschildert wird. Es wurden vielmehr zu verschiedenen Zeiten viele verschiedene Fehler von Menschen gemacht, die noch heute eine negative Auswirkung haben. Christus ist ein sehr hochentwickelter Mystiker, aber nicht der “Sohn Gottes”. Die Hauptsache ist, eine Ausbildung (in einer Gruppe oder alleine) zum Mystiker oder Geistheiler zu machen. Mitglied in einer religiösen Organisation (z. B. Kirche, Geistheiler-Organisation) braucht man nur von Zeit zu Zeit zu sein; nicht dauernd. Christliche Mystik, (weiße) heidnische Mystik und (weißer) Schamanismus sind gleichwertig.
    Das Beten zu einem “Vater im Himmel” ist sinnlos. Wir brauchen mystische Erfahrungen gemäß Teresa (von Avila) und Meister Eckhart. Und Geistheilung gemäß C. G. Jung. Jedesmal wenn ein Mensch u. a. eine wesentliche Steigerung seiner Willenskraft und Liebe erreicht, kann er (evtl. in Verbindung mit einer esoterischen Technik) eine – zusätzliche – göttliche Erfahrung machen. Und immer größere göttliche Erfahrungen. Ein Beispiel einer göttlichen Erfahrung, bei der keine esoterische Technik eingesetzt wird, ist eine mystische Nahtoderfahrung (Selbstmord ist abzulehnen). Falls eine esoterische Technik eingesetzt wird, so ist diese nicht das Wesentliche, sondern nur ein Hilfsmittel. Auch die eigene Anstrengung (obwohl notwendig) ist nicht das Wesentliche; sondern das Wesentliche ist das Wirken Gottes. Es ist erforderlich, gesundheitsbewusst zu leben und sich unegoistisch zu verhalten. Und man sollte versuchen, sich in jeder Hinsicht maximal weiterzuentwickeln.
    Es ist vorgekommen, dass Schamanen durch Drogen veränderte Bewusstseinszustände herbeigeführt haben. Dies ist abzulehnen. Ebenso ist Hypnose (auch Selbsthypnose) abzulehnen. Und das Herbeiführen eines luziden Traumes ist abzulehnen, weil es gefährlich sein kann. Beim seriösen Schamanismus erlangt man zunächst eine größere Reife. Dadurch, dass man viel Sport treibt. Dadurch, dass man berufliche Herausforderungen so gut wie möglich meistert. Dadurch, dass man immer mehr für den Naturschutz tut. Usw. Und dann muss man eine ungefährliche esoterische Technik einsetzen. Z. B. fragt man sich: “Für was ist ein Ereignis, das mir zugestoßen ist, ein Symbol?” Man soll bei dieser Ereignisdeutung nicht versuchen, in die Zukunft sehen. Es hat nicht unbedingt jedes Ereignis eine relevante Bedeutung. Diese esoterische Technik kann noch weiterentwickelt werden.
    Es ist gut, dass es einen technischen Fortschritt gibt. Aber es ist Wahnsinn, wenn z. B. ein neuer Geschwindigkeitsrekord eines Flugzeugs als Erfolg gefeiert wird. In Wahrheit werden dadurch die Gefahren immer größer. Die Technologie darf nur dann weiterentwickelt werden, wenn dadurch die Gefahren nicht größer werden. Es ist sinnvoll, Technologien zu entwickeln, die sich so weit wie möglich im Einklang mit der Natur befinden. Zudem sollte es nicht mehr medizinische Operationen geben, als nötig. Z. B. können Krampfadern mit der Linsermethode ohne Operation zerstört werden. Heilen durch Liebe, Naturheilverfahren und schamanische Verfahren sollen die herkömmliche Medizin und Wissenschaft ergänzen (nicht ersetzen). Es ist sinnvoll, sich ökologisch zu verhalten (z. B. immer weniger Fleisch zu essen).
    Die Wissenschaft darf nicht alles erforschen. Es ist z. B. unter Umständen gefährlich, wenn ein Mensch erforscht, ob er einen freien Willen hat. Es ist denkbar, dass ein Mensch gerade durch die Erforschung des freien bzw. unfreien Willens seinen freien Willen verliert. Und es ist denkbar, dass das menschliche Gehirn durch die Hirnforschung (negativ) verändert wird. Das heißt nicht, dass es gar keine Hirnforschung geben soll. Aber es soll nicht mehr Hirnforschung geben, als unbedingt nötig ist (um diverse Krankheiten zu bekämpfen). Es soll überhaupt keine Wissenschaft aus Neugierde geben. Zudem ist es möglich, dass ein Mensch verrückt wird, wenn er sich mit bestimmten Ideen beschäftigt, wie z. B. dass das Leben nur ein Traum ist. Das Leben ist real. Und Liebe ist mehr, als Chemie, Hormone usw. Der Mensch darf nicht unbedingt in natürliche Prozesse steuernd eingreifen. Und der Mensch darf natürliche Prozesse nicht unbedingt beobachten. Wenn mystische Erfahrungen einmal nicht mehr möglich sind, werden die Menschen die Mystik kaputtgemacht haben.

  21. #22 eh i
    17. April 2015

    finde das argument mit den kindern doch etwas heuchlerisch.
    keiner hat etwas dagegen wenn die kinder neben einer autobahn/bundesstrasse ect. spielen oder am weg in die schule sind.
    man sucht sich eine gruppe, in diesem fall die raucher auf die man lostreschen kann, aber das was wirklich lebensqualität für alle bringen würde, den verkeher in wohngebieten einschränken darf man nicht mal aussprechen da werden sogar nichtraucher zornig, wenn man ihre heilige kuh schlachten will.
    die kosten für den strassenverkehr incl. (straßen,verletzte,tode ect.) würde für deutschland wohl in die 100te mrd € gehen.
    ich hab mal gelesen das es weltweit 1.mio. verkehrstote gibt, jedes jahr, von den schwerverletzten rede ich erst garnicht.

    die römer haben arenen gebaut um die leute zu unterhalten , wir haben parlamente … ;O))

  22. #23 Joseph Kuhn
    17. April 2015

    Info-Update, Ärztezeitung 17.4.2015:

    “Sollte der Entwurf in der geplanten Form verabschiedet werden, wolle der Gastronomieverband vor dem Verfassungsgericht klagen, kündigten die Wirte am Donnerstag in Wien an. Zudem habe der Verband 300.000 Unterschriften von Bürgern gegen das Rauchverbot gesammelt.”

  23. #24 Leck Michdoch
    18. April 2015

    So ists recht! :green:

  24. #25 Joseph Kuhn
    19. April 2015

    Info-Update, Süddeutsche 18./19.4.2015: Zum Rauchverbot in den österreichischen Gaststätten hat sich jetzt auch Kathrin Zinkant zu Wort gemeldet, im Kontext eines Kommentars zur E-Zigarette. Mancher erinnert sich vielleicht: Sie hatte vor ein paar Jahren vermutlich im jugendlichen Leichtsinn im Stil einer Enthüllungsjournalistin in der ZEIT so ziemlich alle Vernebelungsargumente der Tabbaklobby zum Passivrauchen reproduziert und wurde damit – zusammen mit Günter Ropohl (!) – sogar als Referenz in einem ziemlich peinlichen Dokument des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags (“Passivrauchen – Unterschätztes Gesundheitsrisiko”, WF IX G – 147/06, 2006) zitiert.

    Jetzt schreibt sie, die Österreicher hätten es bisher lange gut gehabt, weil man die Sache mit dem Rauchen den Betroffenen selbst überlassen habe. “Das Resultat war eine entspannte Atmosphäre in leicht verrauchten Kaffeehäusern und Kneipen.” Dann sei der Journalist Kurt Kuch an Lungenkrebs gestorben und habe kurz vorher noch eine “Kampagne gegen die Freiheit der Raucher” gestartet. Dumme Sache. Was muss der auch gleich sterben, jetzt ist die entspannte Atmosphäre wahrscheinlich dahin.

    Rauchverbote würden nur “wissenschaftliche Scheindebatten” anzetteln, schreibt sie weiter: “Zuerst war der diabolische Passivrauch das Thema”, und jetzt die E-Zigarette. Hier sei sich die Wissenschaft einig, dass sie weniger gefährlich ist als Tabak. Stimmt, aber woher die plötzliche Besinnung auf den wissenschaftlichen Konsens? Nur weil’s gerade mal passt? Im nächsten Satz sagt sie, dass zur Erkenntnis über die viel schlimmeren Schäden durch den Tabak “der Besuch einer der vielen verrauchten Berliner Kneipen” reiche. Warum da die entspannte Atmosphäre fehlt? Wer weiß. Und ihr gedanklicher Stolperschritt durch das Thema endet mit diesem Satz: “Es wäre daher angezeigt, wieder vermehrt darüber zu diskutieren, wie man der steuereinnahmeträchtigen Nikotinsucht mit mehr Erfolgsaussichten entegegentreten kann. Bis zur Lösung dieses echten Problems wäre das dampfende kleinere Übel schlicht zu begrüßen.” Na dann empfehle ich, erstens das echte Problem einmal mit der entspannten Kaffeehausatmosphäre in Verbindung zu bringen und darüber nachzudenken, warum daraus, dass man Mord und Totschlag bisher nicht verhindern kann, nicht folgt, Diebstahl zu begrüßen. Man ahnt, was sie meint. Nur hinschreiben muss man es halt auch können.

  25. #26 Alexander
    19. April 2015

    Der Führer der österreichischen Rechtsextremisten hat medienwirksam angekündigt, dass er als Bürgermeister Wiens ein Rauchverbot nicht umsetzen würde. Der Herr wird vermutlich den Bildungsgrad (und damit das Rauchverhalten) seiner Zielgruppe realistisch einschätzen können?

  26. #27 kenian
    19. April 2015

    Wie der Begriff Freiheit immer wieder beim Thema Tabak meisterhaft pervertiert wird…
    Ein an seiner Sucht gefesselter Mensch ist nicht frei! Er ist Sklave seiner Sucht und fordert von seinen Mitmenschen ein, dass diese sich seinen Suchtbedürfnissen beugen! Wenn ein Raucher durch seine Rauchschwaden seine Mitmenschen mitvergiftet dann nennt er das “Freiheit”!
    An so was erkennt man wie bereits das Gehirn der Raucher an Intelligenz und Klarsicht verloren hat!

  27. #28 kenian
    19. April 2015

    dass dieser Artikel auf eine Homepage erscheint von einem der sich Gesundheitswissenschaftler nennt – O je!

    • #29 Joseph Kuhn
      19. April 2015

      “O je!” – kann es sein, dass Ihnen der spezifische Unterton des Blogbeitrags entgangen ist?

  28. #30 Ach herrje
    20. April 2015

    Wird auch langsam Zeit, auch wenn es bis 2018 noch sehr lange hin ist. Eigentlich zum Genieren (österr. Mundart für ‘schämen’), dass es so schwierig ist selbst in Wien ein gutes, rauchfreies Restaurant zu finden.
    Ich muss meinen Freunden ständig Absagen erteilen, denn selbst Gaststätten mit getrennten Bereichen sind in 99 % der Fälle unzureichend (zur Toilette durch den Raucherraum? Man kommt durchgeräuchert zurück. Mir gehts nämlich um den Gestank, denn den ertrag ich nicht.)
    Zwar wird man (vor allem in Österreich) blöd angeschaut wenn man sagt, dass man zu solchen Kaffeeketten wie zB Starbucks geht, aber wenigstens wird dort nicht geraucht!

  29. #31 Orci
    22. April 2015

    Ich vermute sogar, dass es den bei Weitem meisten Leuten um den Gestank geht, denn der ist ja der große Unterschied zu anderen Genussmitteln. Könnte man Zigaretten trinken, wär der Widerstand sicher nicht so groß – Gegen Nikotinpflaster im Restaurant sagt ja meines Wissens nach auch niemand was.

  30. #32 Gast
    24. April 2015
    • #33 Joseph Kuhn
      24. April 2015

      Ein Wahn ist per definitionem eine Krankheit. Die Frage ist, ob die geplante Verschärfung des Nichtraucherschutzes in Österreich ein Wahn ist. Oder ist es ein Wahn, ihn dafür zu halten?

  31. #34 Roland B.
    24. April 2015

    Mich wundert immer, daß diese Freies-Rauchen-für-freie-Bürger-Verfechter sich auf die Orte der möglichen Sucht.-Einschränkung beschränken und nicht mal ganz grundsätzlich fordern, daß der freie Bürger auch selbst entscheiden können muss, WAS er denn rauchen will.
    Aber es ist halt wie immer: Toleranz, Freiheit wird nur für sich selbst gefordert, für das, was einem selbst wichtig ist.

  32. #35 michael
    15. März 2017

    In NRW soll nach dem Willen der CDU und der FDP das Rauchverbot wieder gelockert werden.

  33. […] In Österreich war man 2015 so weit, mehr Nichtraucherschutz zu wagen und hatte ein Rauchverbot in der Gastronomie beschlossen, das 2018 in Kraft treten sollte. Damals waren SPÖ und ÖVP an der Regierung, die ÖVP mehrheitlich dafür. Jetzt wollen die ÖVP und die FPÖ dieses Rauchverbot wieder kippen. Die FPÖ sieht die Freiheit der Bürger bedroht. Sucht ist Freiheit, säuselt sie, und dass jeder das Recht haben müsse, seinen Nächsten einzuqualmen wie sich selbst. […]