Nein, nicht wie man frauen-, ausländer- und behindertenfeindlich herumpöbelt, sich als Milliardär als Stimme der kleinen Leute ausgibt oder durch die Frisur davon ablenkt, was man Haarsträubendes sagt.

Trump hat vielmehr gerade ein wirtschaftspolitisches Lehrstück par excellence vorgeführt: Seit Jahren redet man uns das Märchen vom scheuen Reh Kapital ein, dass sich die Politik nicht gegen „die Märkte“ stellen könne und „der Wirtschaft“ praktisch schicksalhaft ausgeliefert sei, bis hin zu Merkels unseligem Wort von der Notwendigkeit einer „marktkonformen Demokratie“ – als ob das Primat der Märkte alternativlos wäre.

Dem ist offensichtlich nicht so und Trump zeigt es uns: Über Nacht canceln jetzt Weltkonzerne milliardenschwere Investitionsentscheidungen, weil Trump, noch nicht einmal im Amt, per Twitter von eventuellen Strafzöllen spricht, wenn sie Werke in Mexiko statt in den USA bauen. Ich weiß nicht, ob das ökonomisch klug ist, aber lehrreich ist es allemal. Auch das kann eben passieren, wenn sich Politiker nicht mehr an die Spielregeln halten – ein überraschender Blick hinter die Kulissen.

Kommentare (129)

  1. #1 DH
    9. Januar 2017

    Absurderweise könnte es gerade der Reichtum Trumps sein , der so manchen Wähler in seine Arme getrieben hat , in der Hoffnung, dieser sei deswegen unabhängig von lobbyistischen Einflüssen.
    So dumm wäre dieser Gedanke auch nicht , in der Version des kleineren Übels ( aus Sicht solcher Wähler).
    Ob das wirklich was bringt , ist allerdings fraglich . Mit der Erhaltung von Arbeitsplätzen in einer Industrie , die zunehmend etwas Überkommenes an sich hat , kann man wohl zeitlich begrenzte Kosmetik betreiben , mehr wahrscheinlich nicht.

  2. #2 anderer Michael
    9. Januar 2017

    Die Geschichte mit der Firma Carrier, die um die 1000 Arbeitsplätze nach Mexiko verlegen wollte, ist kein Ruhmesblatt Trump’scher Wirtschaftspolitik. Im Wahlkampf versprach er,dass die Arbeit in den USA bleibe. Nach dem Versprechen von erheblichen Steuernachlässen hat die Firma den Großteil davon nicht nach Mexiko verlegt. Kritiker sprechen von teurer Symbolpolitik.

    Ich wurde von Jürgen Schönstein ,Geograffitico, darauf hingewiesen und habe nachgelesen.

  3. #3 Alexander
    9. Januar 2017

    Dazu fällt mir etwas aus einer Doku über Henry Kissinger ein:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Madman-Theory

    Noch 11 Tage und der Orang hat die Atomcodes …

  4. #4 Volker Birk
    https://blog.fdik.org
    9. Januar 2017

    Ich werde mir herausnehmen, und den künftigen US-Präsidenten an seinen Taten zu messen, nachdem er eine Weile lang im Amt ist. Das hat sich als gute Methode herausgestellt, nicht auf Propaganda, Schein und Täuschung herein zu fallen.

    Wenn Trump ein so guter Präsident wird, wie er schlecht aussieht – analog dazu, wie schlecht Obama als Präsident ist, wobei er hervorragend aussah – dann bekommen wir den besten US-Präsidenten seit Kennedy. 😉

    Leider ist es für US-Präsidenten viel häufiger, gut auszuschauen und dann schlecht zu sein als umgekehrt. Viel Hoffnung besteht also leider nicht.

    Trotzdem: warten wir’s doch ab. Vermutlich wird’s ja sowieso irgendwas dazwischen.

  5. #5 Alexander
    9. Januar 2017

    @Volker Birk: Sein Arzt wurde vor einigen Tagen in der Presse mit Andeutungen zum Gesundheitszustand des künftigen – aua, aua, aua! – Präsidenten zitiert. Evtl. wird sich auch noch zeigen müssen, was ein Präsident Pence so alles zu leisten vermag!

  6. #6 tomtoo
    9. Januar 2017

    @Volker
    Ja da spricht der Fatalist.
    Mehr als die Welt untergehen kann ja nicht passieren.
    😉

  7. #7 2xhinschauen
    9. Januar 2017

    In der Politik sind Worte Taten. Das sieht man gerade sehr schön an der Verlagerung einiger geplanter(!) Jobs von Mexiko nach Michigan und dem Verzicht der Republicans auf die Schwächung dieser Ethikkommission durch nur drei Buchstaben in einem Trump-Tweet: #DTS (drain the swamp). Eins seiner Hauptargumente im Wahlkampf und hier gleich mal gegen die “eigene Partei” gerichtet.

    Im übrigen sollten wir Trump tatsächlich an seinen Taten messen und nicht an unseren Projektionen. Seine bisherigen Worte/Taten hatten den einzigen Zweck, ihn die Wahl gewinnen zu lassen. Das allein rechtfertigt keine spezifischen Vorwürfe.

  8. #8 Volker Birk
    https://blog.fdik.org
    10. Januar 2017

    @Alexander: ich hab Trump nicht gewählt, bin auch kein Amerikaner. Wie alle Insassen des Imperiums kann ich ja nur abwarten, was der neue Kaiser tatsächlich bringt.

  9. #9 roel
    *******
    10. Januar 2017

    @Joseph Kuhn Das ist schlicht und einfach Erpressung was Trump da jetzt vorführt. Eine Erpressung setzt eine Stärke oder ein Druckmittel voraus und kann daher nicht unbedingt von jedem Land vorgenommen werden (siehe jetzt z.B. Mexiko). Trotzdem ist es ein ziemlich riskante Spiel, was Trump da betreibt und wir sollten etwas abwarten, um es zu beurteilen.

  10. #10 Tim
    10. Januar 2017

    @ Joseph Kuhn

    Natürlich ist Kapital ein scheues Reh. Trump zieht die USA in Richtung eines wirtschaftspolitischen Willkürstaates (falls er als Präsident seinen bisherigen Äußerungen treu bleubt).

    Investoren werden sich künftig zweimal überlegen, ob die USA der richtige Platz für ihr Geld sind.

  11. #11 Alisier
    10. Januar 2017

    Ich habe keine Ahnung, wieso man es als positiv ansehen sollte, wenn jemand so tut als wäre ein Land eine Insel und als gäbe es keine internationalen wirtschaftlichen Verflechtungen.
    In Jubel auszubrechen wenn die Qualitätsschuhproduktion jetzt plötzlich wieder von Vietnam nach Italien verlagert wird fiele mir ja im Traum nicht ein. Ähnlichen Quatsch bringt auch der Front National regelmäßig.
    Davon mal abgesehen, dass aus meiner Sicht Menschen aus anderen Ländern das gleiche Recht haben Geld zu verdienen und in Würde zu leben.
    Man kann sich nur über Trumps Renationalisierung freuen, wenn man die eigenen Bürger automatisch für wertvoller hält als alle anderen. Das ist zwar genau das, was alle Populisten suggerieren, aber es passt weder zur Vorstellung von allgemein gültigen Menschenrechten, noch hilft es auf Dauer irgendjemandem.
    Bei der Sichtweise ist auch klar, dass es verdammt schwer wird, eine gemeinsame Handlungsweise beim Thema Klimawandel zu entwickelt. “Jeder soll sich um seinen eigenen Dreck kümmern.” funktioniert nämlich nicht.
    Für mich ist das, was Trump gerade aufführt einfach nur eine Variante des Verhaltens, das Tucholsky zu seinem Spruch “Deutsche kauft deutsche Bananen!” inspirierte.
    Ich verstehe schon, was du sagen willst, Joseph. Es ist aber für mich ein großer Unterschied ob man etwas Sinnvolles mit seiner Macht bewegt, oder ob man mit Symbolpolitik (und mit großer Wahrscheinlichkeit mit Billigung der Wirtschaft!) etwas Kosmetik betreibt um scheinbar Brosamen unters eigene Volk zu bringen.
    Und die die immer noch glauben wollen, Trump sei der Heilsbringer kennen sich weder in Wirtschaftsfragen und schon gar nicht in Geschichte aus.

  12. #12 Hobbes
    10. Januar 2017

    Das Gegenteil ist eher richtig. Eben weil Kapital Risikoscheu ist handeln die Unternehmen so. Keiner will der erste sein den Trump als sein mediales Dauerfeindbild braucht. Trump braucht für seine Politik Sündenböcke und da meldet sich natürlich keiner freiwillig. Man sieht ja an den Aktienkursen das die Anleger angst haben es könnte dieses oder jenes Unternehmen treffen.
    Zudem ist es eine solche Handlungsweise die aus internationaler Wirtschaft wirklich ein Nullsummenspiel macht. Jobs die hier erpresst werden fehlen dort.
    Zu guter Letzt haben wir es mit einen an kapital übersättigten Markt zu tun. In einer solchen Situation mit deflationärer Tendenz ist die Verteidigung bestehender Marktanteile das oberste Gebot vieler Unternehmen.
    Herr Kuhn, Sie geraten in die selbe Falle wie die Anhänger von Trump und co. Sie freuen sich das er es “denen da oben” mal irgendwie zeigt ohne Mittel und Wirkungen groß zu hinterfragen.

    Wären Globalisierungsgegner wirklich humanisten (wie es viele Trumpanhänger wirklich von sich behaupten) würden sie sich aktuell viel mehr auf Apple einschießen als auf Autobauer. Der Aufbau mexikanischer Produktionsstätten ist gut und sinnvoll da es das Land voranbringt ohne die Bürger auszubeuten (die Autobauer gelten meines Wissens nach als vorbildlich was das in Mexico angeht) Apple und Foxconn hingegen machen genau das, was an Globalisierung böse ist. Ausbeutung von Billiglöhnern, Steuerflucht (gerade in Europa) und Unterstützen von Diktaturen für Geschäfte. (Aktuell Zensurunterstützung)

  13. #13 Alisier
    10. Januar 2017

    Und da möchte ich Hobbes ausdrücklich zustimmen.

  14. #14 Hobbes
    10. Januar 2017

    kleiner Nachtrag:
    1. Ich stimme Alisier hier komplett zu (der Eintrag war gerade noch nicht da)

    2. Sehr interessant ist, dass die Brexitbefürworter ihr Heil im Gegenteil suchen. Sie wollen ihr Empire wieder mit jede Menge Freihandel mit den alten Kolonien. Beide wollen einfach zurück in die glorreiche alte Zeit. Das die Vorraussetzungen anders sind akzeptiert man einfach nicht (Amerika wurde durch massiven Braindrain groß und England durch Ausbeutung)

  15. #15 Hobbes
    10. Januar 2017

    Ok langsam wirds lustig oder unheimlich.

  16. #16 echt?
    10. Januar 2017

    Der Pence ist ja noch schlimmer als der Trump. Und Obama mit seinen Drohnenmorden auch nicht gerade der strahlende Held.

  17. #17 Alisier
    10. Januar 2017

    Es geht nicht um Whataboutism, echt?, sondern um Trump und seine Handlungsweisen.

  18. #18 Volker Birk
    https://blog.fdik.org
    10. Januar 2017

    Nur um’s mal zu erwähnen: die Voraussagen, dass die Börsen negativ auf Trump reagieren werden, waren alle falsch.

    Ich wäre deshalb vorsichtig mit weiteren Voraussagen in der Richtung aus denselben Quellen.

    Nochmal: abwarten und Tee trinken, dann wird man sehen, was ich konkret ergibt.

  19. #19 Alisier
    10. Januar 2017

    @ Volker Birk
    Wir wissen, dass Trump vereidigt werden wird, und auch dass er außer markingen Sprüchen keinen Plan hat.
    Dass die Börsen nicht rational reagieren (können) hat sich schon des Öfteren bestätigt.
    Was sich bis jetzt konkret ergeben hat ist zumindest mir erschreckend genug.
    Und Menschen neigen nun mal zu eklatanten Fehleinschätzungen, wenn es um reale Gefahren geht. Die Angst vor dem schwarzen Mann lässt viele bibbern und zähneknirschen, aber bei Trump trinken sie beruhigt Tee.

  20. #20 Alisier
    10. Januar 2017

    Und was man von Trump wirklich lernen kann, ist wie man mit Menschen mit dem Ansprechen von tiefsitzenden Vorurteilen und Ressentiments kurzfristig in einen willigen Mob verwandelt. Da ist er aber auch nicht der Erste, der diese Technik nutzt.
    ich halte das entschlossene Entgegentreten übrigens für eine der Pflichten des mündigen, denkenden Bürgers.
    “Jertzt lasst ihn doch erst mal machen” wird von den gleichen Vertreten, die in harmlosen Situationen gleich Zeter und Mordio schreien. Sedieren durch Lügen und das Versprechen, dass man selber nicht zu den Verprügelten gehören wird, funktioniert leider immer noch bei denen, die sich nur allzu gerne sedieren und beruhigen lassen, solange andere die Rechnung zahlen müssen.

  21. #21 Caracalla
    doch nicht alternativlos
    10. Januar 2017

    Ist schon interessant, dass plötzlich Dinge gehen, die zuvor noch als undenkbar galten (ich meine jetzt ausschließlich die Wirtschaftpolitik).
    Wird interessant sein zu beobachte, wie unsere Medien und Politiker reagieren, sollte Trumps Wirtschaftpolitik auch nur ein klein wenig Erfolg haben.
    Schließlich haben sich ja alle “Experten” im Vorfeld eindeutig negativ festgelegt.

  22. #22 RPGNo1
    10. Januar 2017

    Von Trump lernen! Da können wir auch gleich die
    Vetternwirtschaft hinzurechnen. Mache einfach mal deinen Schwiegersohn zum Chefberater:
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/donald-trump-benennt-schwiegersohn-jared-kushner-zu-chefberater-a-1129263.html

  23. #23 Alisier
    10. Januar 2017

    Blödsinn!
    Wenn das, was Trump tut, wirklich vielen hilft, dann habe ich mich gerne geirrt.
    Ist halt nur noch nie passiert, dass ein notorischer Dampfplauderer mit irren Rezepten außer sich selber irgendjemandem geholfen hat.
    Aber die Gläubigen werden halt nie alle.

  24. #24 RPGNo1
    10. Januar 2017

    Bevor es gewisse Seiten falsch verstehen: Kommentar #22 ist ironisch gemeint.

  25. #25 tomtoo
    10. Januar 2017

    @Alisier

    Es wird helfen. Auf jeden Fall Trump
    😉

  26. #26 Volker Birk
    https://blog.fdik.org
    10. Januar 2017

    @Alisier: Du magst da besser informiert sein, aber ich weiss nicht, ob und welchen Plan Trump verfolgt. Mich würde es überraschen, wenn ein Baulöwe keine verdeckte Absicht verfolgt.

    YMMV.

  27. #27 Stephan
    10. Januar 2017

    @Caracalla

    Wird interessant sein zu beobachte, wie unsere Medien und Politiker reagieren, sollte Trumps Wirtschaftpolitik auch nur ein klein wenig Erfolg haben.

    Das Problem ist, dass es kein Beispiel gibt, in der eine Abschottungspolitik wirtschaftlich Erfolg hatte (soweit mir bekannt).

    Es fängt damit an, dass der Leidtragende von Zöllen zuerst der einfache Verbraucher ist, also der berühmte “kleine Mann”. Durch Handelsschranken wie Zölle werden in erster Linie die Produkte teurer, weil Zölle entweder weitergegeben werden, oder die inländischen Produkte gekauft werden (die vorher teurer waren).

    Oder am Beispiel Carrier zahlt der Verbraucher indirekt drauf, weil Carrier steuerlich begünstigt wurde. Trumps Wirtschaftspolitik, so wie sie sich bisher äußert, kann dazu führen, dass die Leute einfach mehr für Produkte bezahlen müssen.

    Auf der höheren Ebene verhindern Zölle und ähnliche Maßnahmen den Wettbewerb, weil inländische Firmen außer Konkurenz gesetzt werden. Die Produkte werden nicht nur teurer, sondern auch schlechter.

    Wer also mit Zöllen u.Ä arbeitet, sollte wenigstens ein Konzept vorlegen, wie er die entstehenden Nachteile für den Verbraucher ausgleichen will.

    Das wirklich ärgerliche und erschreckende an Trumps “Wirtschaftspolitik” ist, dass katastrophale Wirtschaftspolitik anfangs oft sehr attraktiv daherkommt…

  28. #28 echt?
    10. Januar 2017

    Na ja, wir haben Reagan und Bush junior überlebt. So viel schlechter wird es Trump auch nicht hinbekommen.

  29. #29 2xhinschauen
    10. Januar 2017

    Alisier und andere arbeiten sich an ihren eigenen Vorstellungen von und Befürchtungen über Trump ab, Projektionen eben. Seit er seine Kandidatur erklärt hat, haben sich praktisch sämtliche ihn betreffenden Vorhersagen als falsch erwiesen, natürlich die von Scott Adams abgesehen. An der Börse sagt man, eine Trendfortsetzung ist vielfach wahrscheinlicher als eine Trendumkehr, das wird also so weitergehen.

    Vergesst nicht, dass der Mann kein Politiker ist, sondern Geschäftsmann. So einer redet und verhandelt anders. Bisher hat er immer gerade das gesagt, was er gebraucht hat, um den nächsten Schritt zu gehen, die Nominierung, das nächste Wählerprozent usw., und wenn man dazu mal die Eltern eines gefallenen Soldaten beleidigen muss, dann auch das. Man muss das nicht gut finden, aber man muss seine Äußerungen und Ankündigungen in diesem Licht sehen. Es kommt ihm nicht so sehr auf den Inhalt dessen an, was er sagt, sondern darauf, was er damit gerade erreichen kann.

    Kann sein, dass seine Amtszeit tatsächlich furchtbar wird. Kann sein, dass er die Spaltung des Parteiensystems überwinden hilft, dass er den Republikanern eine Modernisierungskur aufzwingt, dass er den Umweltschutz im Interesse nationaler Autarkie fördert, und und und. Kann sein, wir wissen es nicht. Und da wir es eh nicht ändern können, können wir es auch einfach abwarten oder ein paar Wetten abschließen, was tatsächlich passieren wird.

    Popcorn!

    “Die Wahrheit ist auch nur eine Geschichte” (Luis Trenker)

  30. #30 Caracalla
    10. Januar 2017

    #Stephan

    Ich glaube, es ist kein Protektionismus, wenn man Firmene dazu “zwingt” die Produkte im eigenen Land herzustellen. Protektionismus wäre es, wenn ausländsiche Firmen vom Heimatmarkt ausschließt, um heimische Firmen vor Wettbewerb zu schützen.
    Und genau das tut Trump ja nicht, er will ja das Toyota Zugang zum US-Markt hat, sie sollen halt nur dort auch produzieren.

  31. #31 Alisier
    10. Januar 2017

    Tja, wer hätte das besser gewusst als Trenker, der , was Biografiebeschönigung und Geschichtsklitterung betrifft nun wirklich Experte war.
    Und kann sein, 2malhinschauen, dass er wirklich nur ein größenwahnsinniger Depp ist. Ich gehe immer noch davon aus, weil bis jetzt nichts, was er behauptet, einen Sinn ergibt, sofern man sich an der Realität orientiert.
    Wenn ein vage angenommener Zweck zudem in den Augen mancher alle Mittel heiligt, ist irgendwas kaputt aus meiner Sicht.
    Und wenn der Karren dann an die Wand gefahren ist heißt es wahrscheinlich:
    “Ja ok, aber seine Intention war doch ganz gut. Und er hat den sich benachteiligt Fühlenden wenigstens zeitweise ein gutes Gefühl verschafft. Und die Auswüchse hat er nicht gewollt. Wenn das der Präsident gewusst hätte, dann wäre er selbstverständlich nicht so weit gegangen. Und das mit demn Muslimen haben wir nicht gewusst!
    Wer konnte denn auch sowas ahnen…..”
    Alles schon mal dagewesen.

  32. #32 Wizzy
    10. Januar 2017

    @ 2xhinschauen #29

    In einem Punkt stimme ich mit Ihnen überein: Auch ich bin nicht sehr zuversichtlich bezüglich allgemeiner Prognosen über Trumps Regierungsverhalten, allerdings erwarte ich, dass er schlecht regieren wird.

    Aber was ich sehr interessant finde, ist die komplett unterschiedliche Einschätzung von Trump: Ich halte Trump für dumm, für einen notorischen Lügner und Betrüger, cholerisch auf Kränkungen reagierend und für rein intuitions-gesteuert. Sie unterstellen ihm einen Plan und Intelligenz. Ich glaube im Übrigen nicht, dass ein skrupelloser, reicher Geschäftsmann besonders planvoll vorgehen muss oder das jeder solche dies tut.

  33. #33 Caracalla
    10. Januar 2017

    @Alisier

    “Wir wissen, dass Trump vereidigt werden wird, und auch dass er außer markingen Sprüchen keinen Plan hat.”

    Aha, ich nehmen an, du hast persönlichen Kontakt zum Trump oder seinem Team und weißt über Interne bestens Bescheid.
    Ich meine, du sprichst ja mit absoluter Überzeugung.

  34. #34 Tim
    10. Januar 2017

    @ Stephan

    Ja, manches an Trumps Ideen erinnert stark an die bekannt erfolgreiche Wirtschaftspolitik Venezuelas. Anderes an den Merkantilismus, bei dem ja nur ein nationaler Hersteller ein guter Hersteller war.

    Wenn sich nationales und sozialistisches Denken paaren, sträuben sich mir die Haare.

  35. #35 Hobbes
    10. Januar 2017

    #27:
    Das stimmt nicht ganz. Die Embargopolitik von England führte dazu das Deutschland seine innere politische und kulturelle schwäche überwinden konnte und durch diese Zwangsisolation sehr gestärkt wurde. (Vor WK1) Es war der äußere Feind gepart mit Aufschwungmentalität die das ermöglichten. Das daraus der deutsche Nationalismus in eine Form überschwing der alles andere als gut endete ist aber die andere Seite der Medallie.
    Russland versucht die Sanktionen aktuell ähnlich zu verklären obwohl es komplett andere Herausvorderugen hat. Russland leidet an vielem, zu schwacher Staat und fehlende Kulturelle Einheit gehören da aber nicht zu.
    Das sind aber wohl gemerkt soziologische Faktoren und keine Ökonomischen.

    @#30 Caracalla:
    Doch das ist der Inbergiff des Protektionismusses. Eine deutsche Firma ist eben kein deutscher Staatsbürger. Wer nur lokal produzierte Güter erlaubt ist protektionist ohne ende und hat die Vorteile von Handel nicht verstanden. Ganz einfaches Grundkonzept: Je mehr gleiche Sachen ich herstelle desto günstiger und besser wirds. Wenn Standort A jetzt doppelt so viel A herstellt und Standort B doppelt so viel B und man dann jeweils die Hälfte tauscht ist das besser für alle. Das schwache Länder dabei mal auf der Strecke bleiben ist traurige Realität. Wenn aber starke Länder jetzt anfangen Firmen ins eigene Land zu zwingen selbst aber natürlich weiter exportieren wollen sind wir beim Merkantillismus anbelangt. Und dieser bedeutet in einer Globalisierten Welt schlicht Wirtschaftskrieg.

  36. #36 2xhinschauen
    10. Januar 2017

    @Alisier,

    Ja ok, aber seine Intention war doch ganz gut. Und er hat den sich benachteiligt Fühlenden wenigstens zeitweise ein gutes Gefühl verschafft. Und die Auswüchse hat er nicht gewollt

    Du meinst damit sicher Obama und Guantamo, die Krankenversicherung und die Drohnenmorde.

    @Wizzy #32
    Guter Punkt. Dünnhäutig, cholerisch, ja, und das ist in der Tat gefährlich. Dumm nur im Sinne von ungebildet, aber dafür hat man Leute. Es gibt viele Arten von praktischer Intelligenz, z.B. auch in Gestalt einer gewissen Verschlagenheit, wenn sie denn auf Dauer erfolgreich ist. Nie voreilig die Intelligenz anderer Leute anzweifeln ( -> DK ). Und dass Unternehmer bzw deren angestellte Manager oft nur von Quartal zu Quartal denken … janaklardoch.

    Hat Trump einen Plan im Sinne von: Arbeitet er auf ein bestimmtes Ziel hin? Eher nicht. Er tut, was ihm gerade nutzt – auch eine gescheiterte Kampagne hätte ihm (seinem Ego, seinem Marktwert…) genutzt, und die große Minderheit hinter ihm wäre ein politisches Pfund ohnegleichen gewesen. Scott Adams nennt das “systems vs goals thinking”. Man spricht und entscheidet adhoc, nicht auf ein bestimmtes Ziel ausgerichtet, dem man alles unterordnet. Da ist das Scheiternsrisiko viel zu groß, und dass eine Niederlage ewig an einem kleben bleibt.

    Dieses Verhalten ist übrigens auch in der Politik nicht sooo ungewöhnlich, nur dass das bei Trump eben schon fast eine Kunstform ist.

  37. #37 Tim
    10. Januar 2017

    @ Hobbes

    Stimme Dir bei Deiner Verteidigung des Freihandels zu, aber das entscheidende Argument ist IMHO ein anderes, und zwar ein moralisches: Freihandel bedeutet, niemanden wegen seiner Herkunft zu benachteiligen.

    Freihandelsgegner begründen ihren Protektionismus heute ja stets mit allem Möglichen, letztlich läuft es aber immer darauf hinaus, daß heimische Arbeitnehmer und Arbeitgeber mehr wert sind als ausländische. Das war übrigens im 19. Jahrhundert noch anders.

  38. #38 Wizzy
    10. Januar 2017

    @#36 Dem meisten was Sie in #36 sagen kann ich zustimmen. Bzgl. “Fakten und Berater” allerdings müsste Trump diesen auch zuhören um seine Faktenschwäche auszugleichen. Ich halte ihn in keiner Weise für einen Mann der zuhört oder sich beraten lässt.

  39. #39 RPGNo1
    10. Januar 2017

    @Wizzy

    Ich halte ihn in keiner Weise für einen Mann der zuhört oder sich beraten lässt.

    Es sei denn, es ist die eigene Familie, die ihn berät, wie Schwiegersohn Kushner und Ivanka Trump. Siehe auch meinen Kommentar #22 zum Stichwort Vetternwirtschaft.

  40. #40 Volker Birk
    https://blog.fdik.org
    10. Januar 2017

    @Tim: falls wir einig sind, dass TTIP & Co. Konzernschutzabkommen sind und mit Freihandel (ausser dem werbeträchtigen Namen) nichts zu tun, liegst Du trotzdem immer noch falsch.

    Der sogenannte “freie Markt” bevorzugt immer Grossunternehmen gegenüber KMU. Diese entwickeln sich immer zu Oligopolen, letztlich zu Monopolen, die man, wenn man noch kann, aufspalten muss.

    Hat der eine Staat im Wesentlichen eine KMU-Struktur, der andere Grossunternehmen, so führt jeder Freihandel immer (erfahrungsgemäss ohne Ausnahmen) zur Zerstörung der KMU-Struktur und der Marktübernahme durch die Konzerne.

  41. #41 Stephan
    10. Januar 2017

    @Caracalla
    Hobbes hat schon einiges vorweggenommen in seiner Antwort. Ganz besonders am Beispiel Toyota möchte ich aber noch eine Anmerkung anfügen.

    – auf die Schnelle (Wiki) hab ich recht schnell gefunden, dass Toyota ein Werk in den USA hat, und dort ein Modell baut. Hier wäre es dann interessant, was Trump sich dann vorstellt. Soll Toyota alle Modelle in den USA produzieren, die auch dort Verkauft werden sollen? Das kann für ein Land, das selber einiges exportiert und das auch unter Trump sicher noch weiter tun will, nicht lange gut gehen…

    @Hobbes

    Das stimmt nicht ganz. Die Embargopolitik von England führte dazu das Deutschland seine innere politische und kulturelle schwäche überwinden konnte und durch diese Zwangsisolation sehr gestärkt wurde. (Vor WK1)

    Ich seh den Widerspruch zu mir nicht. Die interessante Frage wäre doch, ob die britische Politik auch der britischen (!) Wirtschaft genutzt hat. Und das hat sie glaube ich nicht…

    Zur wirtschaftlichen Entwicklung des Kaiserreichs würde ich entschiedener Widersprechen…aber das führt wohl zu weit OT 😉

    Vielleicht nur der Punkt: Einiges der Dynamik war damals auch dem wegfallenden der innerdeutschen Zollschranken zu verdanken.

  42. #42 2xhinschauen
    10. Januar 2017

    Ich kann sowenig in die Zukunft sehen wie ihr, ok? Ich riskiere mit meinem Skeptizismus (was die negatien Prognosen für sein tatsächliches Handeln angeht) einfach nur eine größere Enttäuschung als ihr. Was ich Euch aber auch sagen kann: Eine negative Entwicklung vorausgesehen zu haben, ist im Rückblick furchtbar frustrierend. Das “ich habs Euch ja gesagt” wirkt sich im Falle pessimistischer Vorhersagen echt nur auf Euren Magensäurespiegel aus. Mit Propheten der Apokalypse will niemand was zu tun haben, egal wie recht sie hatten.

    Ich halte ihn in keiner Weise für einen Mann der zuhört oder sich beraten lässt.

    Trump hat schon im Verlauf seiner beiden Wahlkämpfe immer wieder seine Positionen geändert. Genau dieser Mangel an Prinzipienfestigkeit wird ihm doch dauernd vorgeworfen. Wenn jetzt jemand kommt und ihm Beratungsresistenz vorwirft, hat das doch wohl mehr damit zu tun, dass er nicht die Meinung angenommen hat, die man ihm selbst gerne mitgegeben hätte.

  43. #43 Hobbes
    10. Januar 2017

    #41:
    Stimmt der Wegfall der innerdeutschen Zollschranken führte ja im Prinzip zu einer “Globalisierung” innerhalb Deutschlands. Das (erzwungene) Abschotten gegen den Rest der Welt hat das dann natürlich verstärkt. Es wäre somit am besten als zwei konkurrierende Freihandelsräume anzusehen. Wobei die Kolonialzeit natürlich noch einmal ganz andere Rahmenbedingungen hat.

    #37:
    Ich bin auch ein Anhänger der Hypothese das sich sämtlicher zwischenstaatlicher (oder Zwischendörflicher) Friedenswillen Anfangs aus Angst vor Dritten oder aus Handel entwickelt hat.
    Ob man Freihandel jetzt Diskriminierungsfreiheit zuschreiben kann weiß ich nicht. Immerhin gibt es ja auch innerhalb des Freihandels Standortvorteile. Und nicht alle sind fair.
    Klar ist allerdings, wer es mit einer Freihandelszone ernst meint kann sich Diskriminierung nicht leisten.
    Innerhalb einer Zone die politische Harmonisierung versucht anzustreben (wie die EU) ist das moralische Argument aber auf jeden Fall gegeben. Insbesondere wenn diese mit Freizügigkeit einher geht.

  44. #44 Hobbes
    10. Januar 2017

    #42:
    Das zu übernehmen was am lautesten skandiert wird ist keine Beratung. Trump viel nicht dadurch auf seine Meinung aufgrund von Argumenten zu ändern.

  45. #45 Mark
    10. Januar 2017

    Wenn ich mir die Opposition gegen Trump anschaue, bin ich überzeugt, dass er wiedergewählt wird. Da es denen nicht besseres einfällt als zu sagen, wie sexistisch und rassistisch er doch ist. (Ob er sich wirklich über einen behinderten Reporter lustig machte, ist umstritten)

    “: Über Nacht canceln jetzt Weltkonzerne milliardenschwere Investitionsentscheidungen, weil Trump, noch nicht einmal im Amt, per Twitter von eventuellen Strafzöllen spricht, wenn sie Werke in Mexiko statt in den USA bauen. ”
    Trump wird massiv überschätz, diese Konzerne haben hochbezahlte Lobbyisten, die Trump unter Druck setzen können

  46. #46 Volker Birk
    https://blog.fdik.org
    11. Januar 2017

    Mal eine ernst gemeinte Frage:

    Trump hat im Wahlkampf das erzählt, weswegen er glaubte, gewählt zu werden. Trump ändert öfters mal seine Positionen, je nach Tageslage.

    Wodurch unterscheidet er sich da von anderen Politikern, beispielsweise von Angela Merkel oder Sigmar Gabriel?

  47. #47 Wizzy
    11. Januar 2017

    @Mark #45
    Ob er wiedergewählt wird oder nicht, ist eine andere Frage. Die Opposition aber hat weit mehr Dinge ins Spiel gebracht: Beispielsweise Trumps ständige, schamlose, leicht nachzuprüfende Lügen im Wahlkampf aufgezählt oder seine 75 Offenen Gerichtsverfahren sowie 4000 vergangenen Gerichtsverfahren, letzteres inkl. seiner Unternehmen (Quelle: Spiegel, “Ein gewählter Präsident, 75 offene Verfahren”). Z.B. die “Trump University” mit inklusiver Abzocke aber ohne Lehre. Dazu zwei Frauen die ihm sexuelle Belästigung vorwerfen, ein Vorwurf der schwerer wiegt als verbaler “Sexismus”, wobei letzterer per Video sehr explizit bezeugt ist. Der Punkt ist, dass alle diese Dinge knapp die Hälfte der Wähler kaum interessierten – so wie z.B. Erdogans Fehler die Mehrheit der Türken bisher auch nicht interessieren.
    Demgegenüber sind die Vorwürfe gegen Clinton geradezu phantomös: Nichts davon erreichte überhaupt erst die Schwelle juristischer Revelanz. Trumps Vorwürfe gegen sie sind im Vergleich zu jenen gegen ihn erstaunlich substanzlos.

  48. #48 Hobbes
    11. Januar 2017

    Die Lüge mit der Steuerreklärung nicht zu vergessen. Er hat behauptet er dürfe diese nicht Veröffentlichen weil die ermittelnde Behörde ihm das verboten hätte. Antwort der Behörde: Er darf es jederzeit veröffentlichen, von unserer Seite gibt es keine Einwände.
    Jaja der erste Präsident der den Sumpf austrocknet, ist natürlich bestimmt der erste Präsident der sich sämtlicher Transparenz verweigert.

  49. #49 Mark
    11. Januar 2017

    @Wizzy
    ” Beispielsweise Trumps ständige, schamlose, leicht nachzuprüfende Lügen im Wahlkampf aufgezählt ”
    Das Problem ist, die Medien haben sehr stark an Glaubwüdigkeit eingebüßt, schließlich erzählten sie monatelang, Trump habe keine Chance. Da kann Trump sehr viele Lügen erzählen und ich habe keine Ahnung, wie die Medien das Vertrauen der Bürger zurück gewinnen wollen.

    “oder seine 75 Offenen Gerichtsverfahren sowie 4000 vergangenen Gerichtsverfahren, letzteres inkl. seiner Unternehmen ”
    Dürfte kaum eine Rolle spielen, dies hätte vor dem Wahlkampf eine Rolle spielen müssen, da muss Trump jede Menge Interessenskonflikte aus dem Weg schaffen.

  50. #50 Martin
    11. Januar 2017

    Solche Diskussionen gehören nicht auf einen Wissenschaftsblog. Scienceblog sollte sich auf die MINT-Fächer beschränken. Alles Andere ist Ansichtssache.

    • #51 Joseph Kuhn
      11. Januar 2017

      @ Martin:

      “Solche Diskussionen gehören nicht auf einen Wissenschaftsblog.”

      Das bestimmen gottseidank nicht kleine Meinungsdiktatoren wie Sie.

      “Scienceblog sollte sich auf die MINT-Fächer beschränken. Alles Andere ist Ansichtssache.”

      Solche Ansichten sind bornierte Ansichten. Wer zu faul ist, über andere Dinge wissenschaftlich nachzudenken (damit ist jetzt nicht der Trumpbeitrag gemeint, sondern der Kanon der Fächer jenseits von MINT), sollte das nicht auch noch als elitären Dünkel heraushängen lassen.

  51. #52 RPGNo1
    11. Januar 2017

    @Martin
    Ich wusste nicht, dass ScienceBlogs seit heute MINT-ScienceBlogs heißt.
    Oder das “Politik”wissenschaft keine Wissenschaft mehr ist. Darf denn Ali Arbia (http://scienceblogs.de/zoonpolitikon/) in diesem Zusammenhang auch nicht mehr seine Artikel in den Blog stellen?

  52. #53 roel
    *******
    11. Januar 2017

    @Martin Zusätzlich zu Joseph Kunhns Kommentar, steht hier: http://scienceblogs.de/about/ “Auf ScienceBlogs schreiben Forscher, was sie bewegt.” Das kann alles mögliche sein und Donald Trump, seine Positionen, sein Worte und Handlungen sind zurzeit Themen, die nicht nur scienceblogger bewegen.

    Da auch öfter von Kommentatoren die Frage gestellt wird, was von sciencebloggern auf scienceblogs.de geschrieben werden darf, hat sich z.B. Florian Freistetter hier: http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2010/04/29/was-durfen-scienceblogger/ damit befasst.

    Ich, als aktiver Leser, Nutzer und Kommentator der scienceblogs, bin nicht an jedem Beitrag interessiert. Es gibt auch Beiträge, deren Aussagen ich vehement widerspreche. Aber andere Interessen, neue Informationen, andere Ansichten und neue Themen sind auch genau das, was ich suche. Die für mich wirklich uninteressanten Beiträge lese ich inzwischen nicht mehr, kann aber gut verstehen, dass diese Beiträge von anderen gerne gelesen werden. Von Einschränkungen, wie du sie forderst, halte ich daher nichts.

  53. #54 Alisier
    11. Januar 2017

    @ Volker Birk #46
    Zuviel AfD-Propaganda gelesen, oder wie?
    Es hilft nicht im Geringsten, alles über einen Kamm zu scheren und immer wieder “alles Verbrecher, alles die gleiche Bagage” zu fluchen.
    Alles und jeden madig zu machen ist zudem genau das, was Populisten jeder Art so gerne machen.
    Differenzieren ist Pfuibäh, und Argumente sind böse….Trump lässt grüßen.

  54. #55 Tim
    11. Januar 2017

    @ Volker Birk

    Wodurch unterscheidet er sich da von anderen Politikern, beispielsweise von Angela Merkel oder Sigmar Gabriel?

    Er wurde von Leuten gewählt, die “das System” hassen und die ihm zutrauen, daß er es zerstören kann. Das hat es so noch bei keinem anderen westlichen Politiker der Neuzeit gegeben.

  55. #56 Tim
    11. Januar 2017

    @ Hobbes

    Innerhalb einer Zone die politische Harmonisierung versucht anzustreben (wie die EU) ist das moralische Argument aber auf jeden Fall gegeben.

    Es ist moralisch, einer Region (nennen wir sie mal “GB”) Regeln vorzuschreiben, wenn nur eine Mehrheit in den anderen Regionen dies so wünscht?

    Andere würden dies vielleicht eher Imperialismus nennen, aber im Dienste der guten Sache kann man sich ja immer alles schönreden. :-)

  56. #57 Tim
    11. Januar 2017

    @ Volker Birk

    Hat der eine Staat im Wesentlichen eine KMU-Struktur, der andere Grossunternehmen, so führt jeder Freihandel immer (erfahrungsgemäss ohne Ausnahmen) zur Zerstörung der KMU-Struktur und der Marktübernahme durch die Konzerne.

    Aha. Das KMU-geprägte Deutschland hat also im internationalen Handel keine Chance. Tipp: Schau Dir mal die Leistungsbilanz Deutschlands an, gibt’s im monatlichen Bericht der Bundesbank exzellent aufbereitet. :-)

    Aber nehmen wir spaßeshalber mal an, Du hättest recht. Ein Kunde in einem Land würde also “ohne Ausnahme” lieber bei einem ausländischen Konzern kaufen als bei einem nationalen KMU. Es wird für ihn irgendeinen Vorteil haben, sonst würde er es ja nicht tun. Du findest aber, daß ausländische Konzerne böse sind und möchtest dem Kunden den Kauf bei dem Konzern erschweren. WEIL er aus dem Ausland kommt. Das findest Du im Ernst moralisch vertretbar? Das mußt Du mir bitte mal genauer erläutern. Ich finde es unbegreiflich, wie man im 21. Jahrhundert so national denken kann.

    Abgesehen davon haben große Firmen natürlich immer gewisse Vorteile gegenüber kleinen Firmen, und zwar auch (und gerade) innerhalb von Ländern. Der Staat schafft viele dieser Vorteile selbst. Besonders perfide sind immer mehr Gesetze und Regelungen. Klingt auf dem Papier natürlich immer toll: Wir zwingen die Wirtschaft, besser zu handeln! Aber de facto kommen große Firmen mit zunehmender Regulierung viel besser klar als kleine, weil sie sich z.B. rechtliche Beratung leisten können oder Regulierungskosten anteilig leichter schultern können. Eines der krassesten Beispiele ist die Finanzwirtschaft, die schon lange so dicht und streng reguliert ist, daß es eigentlich nur noch große Anbieter gibt. Eine IT-Firma, eine Werbeagentur oder ein Ingenieurbüro kann jeder gründen, aber eine Bank? Praktisch unmöglich. Der Staat hat durch seine Gesetzgebung den Platzhirschen Komfort verschafft, weil kaum neue hinzukommen können. Ein asozialer Effekt, aber wie immer begründet mit dem Kampf für die gute Sache (“Finanzmarktstabilität”).

  57. #58 Bob
    11. Januar 2017

    @Tim
    “Andere würden dies vielleicht eher Imperialismus nennen, aber im Dienste der guten Sache kann man sich ja immer alles schönreden. ”

    Ich fürchte sie verwechseln hier Imperialismus mit Föderalismus.

  58. #59 Tim
    11. Januar 2017

    @ Bob

    Ich fürchte sie verwechseln hier Imperialismus mit Föderalismus.

    Die Grenzen sind fließend. Der Föderalismus in der Schweiz ist vorbildlich und wird sicher von keinem Kanton als imperalistisch empfunden. In der EU hingegen haben wir es seit Maastricht/Lissabon eher mit einem verkorksten Föderalismusversuch zu tun, der die Fliehkräfte stärkt und die europäische Idee beschädigt.

  59. #60 Bob
    11. Januar 2017

    @Tim

    Schweiz hat auch nur 1,6% der Einwohner der EU. Aber ungeachtet dessen, welche genauen Vertragsinhalte an Maastricht und/oder Lissabon wirken denn beschädigend?

  60. #61 Mark
    11. Januar 2017

    “Nein, nicht wie man frauen-, ausländer- und behindertenfeindlich herumpöbelt, ”

    Meryl Steep gab eine Rede bei den Golden Globes, wo sie sagte, sie sei über Donald Trumps Verhalten gegenüber den behinderten Reporter entsetzt.

    Allerdings war sie nicht entsetzt, als Hollywood Roman Polanski den Oskar verlieh, sie klatschte mit all den Hollywoodgrößen bei er Verleihung. Wäre sie eine echte Feministin, hätte sie dagegen protestieren müssen.
    http://www.snopes.com/meryl-streep-applaud-roman-polanski/
    Auf youtube gibt es ein Video, wo sie über Roman Polanski und seine Verhaftung sagt:
    ““I am Really Sorry That He is In Jail””
    Das ist eine Heuchelei, die Trump noch mehr helfen wird, jedes Mal, wenn Heuchler wie Meryl Streep etwas gegen Trump sagen, mag dies viele Trump Gegner beeindrucken, aber Menschen die diese Heuchelei durchschauen, wenden sich eher Trump zu.

  61. #62 Tim
    11. Januar 2017

    @ Bob

    welche genauen Vertragsinhalte an Maastricht und/oder Lissabon wirken denn beschädigend?

    Meiner Meinung braucht die EU noch einige Jahrzehnte lang konsequente Subsidiarität, die im derzeitigen Vertragswerk leider ein Papiertiger ist.

    Dringender wäre allerdings, diese Frage den Bürgern in Großbritannien, Frankreich, Holland, Osteuropa, Griechenland und Italien zu stellen, die sich seit einiger Zeit in beängstigender Zahl von der EU entfremden. Die Antwort darauf scheint momentan ein noch beängstigenderes “Weiter so, aber noch mehr!” zu sein.

  62. #63 Alisier
    11. Januar 2017

    @ Mark
    Ich finde die Musik von Miles Davis immer noch gut, obwohl ich weiß, dass er seine Frau verprügelt hat.
    Deswegen darf ich also nicht darauf hinweisen, dass Trump ein rassistisches und sexistisches A…. lo.. ist?
    Deine Vorstellung von Logik ist schon spannend.

  63. #64 roel
    ******
    11. Januar 2017

    @Mark und @Alisier aber irgend etwas findet man immer. Es gibt keine echten Schotten.

  64. #65 Mark
    11. Januar 2017

    @ Alisier
    Ich finde es eigenartig, nach welchen Massstäben sie Donald Trump und Roman Polanski beurteilt. Sie findet es nicht schlimm, wenn ein Vergewaltiger den Oskar gewinnt, aber ist entsetzt über Donald Trump. Mir geht es um Glaubwürdigkeit der Person, die ein Urteilt fällt, diese Frau kann über Trump sagen, was sie will, ich finde ihr Verhalten inkonsequent. Wie ich schon schrieb, finde ich, sie stärkt Donald Trump.

  65. #66 RPGNo1
    11. Januar 2017

    @Mark
    Ein ganz schlechter Versuch, Trump auf diese Weise zu verteidigen. Du zauberst hier ein Tu-quoque-Argument aus dem Zylinder.
    Setzen, durchgefallen!

  66. #67 Alisier
    11. Januar 2017

    Tja Mark, über wie viele Atomsprengköpfe verfügt denn Polanski so? Wo ist er denn eigentlich überhaupt Präsident?
    Und dann: Weißt du überhaupt, worum es bei Polanski ging, oder hast du dich bloß von Breitbart anspitzen lassen?

  67. #68 Mark
    11. Januar 2017

    @RPGNo1
    Ich mag Trump nicht, aber ich bin der Meinung, jedes Mal wenn Meryl Streep etwas gegen Trump sagte, gewinnt er ein paar neue Anhänger, weil viele sie wegen ihrer Haltung zu Roman Polanski für verlogen halten.

  68. #69 Alisier
    11. Januar 2017

    Das mag so sein, Mark….bei dir und ein paar anderen bigotten Ahnungslosen, die sich leicht instrumentalisieren lassen.

  69. #70 Mark
    11. Januar 2017

    @ Alisier
    Wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen nach anderen schmeißen. Es ist nicht bigott zu sagen, Hollywood beurteilt Menschen nach verschiednen Maßstäben und viele durchschauen es. Ich finde Hollywood hat ein Herz für einen Vergewaltigter, der ein Mädchen vergewaltigte, die gerade 13 war,er setzte sich nach einem legalen Mänover ab.
    Auf solche Trumpkritiker sollte die Welt verzichten und Meryl Streep ermahnen in ihren Ansichten konsequent zu sein.

    Es gibt andere Dinge, die an Trump kritisert werden müssen, als seine Sprüche .Er will einen Impfgegner zum Vorsitzenden der Impfkommission ernennen.
    http://scienceblogs.com/thepumphandle/2017/01/10/trump-in-talks-with-anti-vaxxer-to-chair-commission-on-vaccine-safety-seriously/

  70. #71 Alisier
    11. Januar 2017

    Lieber Mark,
    du begreifst es nicht. Macht nichts.

  71. #72 Alisier
    11. Januar 2017

    Und dann: Trump wäre immer noch was er ist, wenn Gandhi, Albert Schweizer und Jesus ihn gut fänden.
    Wobei Gandhi, das nur nebenbei, misogyn war, Jesus auch (wenns ihn denn gab) und von Albert Schweizer wollen wir gar nicht erst anfangen….
    Sagen wir es so: wenn ein Massenmörder die Schwerkraft als Tatsache anerkennt, existiert sie dennoch weiter, auch wenn es dir nicht passt.
    Und ganz zum Schluss: es geht hier nicht um Meryl Streep, auch wenn du das meinst.
    Immer wieder erstaunlich welche Methoden Menschen finden, um sich Dingen nicht stellen zu müssen.

  72. #73 Mark
    11. Januar 2017

    @ Alisier
    “Und dann: Trump wäre immer noch was er ist, wenn Gandhi, Albert Schweizer und Jesus ihn gut fänden.”
    Meryl Streep kritisierte an Trump, wofür Hollywood eigentlich steht, so etwas nennt sich Projektion. Wer gehört denn eigentlich zu Hollywood? Das stört mich an ihr und ich finde es kontraproduktiv.
    Im Moment reden alle weniger über Donald Trumps Politik, als über sie.

  73. #74 Alisier
    11. Januar 2017

    Meryl Streep hat etwas kritisiert, das kritisiert werden muss.
    Es geht nicht um sie, sondern um den Inhalt der Kritik.
    Ich versuchs mal mit deiner Logik:
    Du findest es also gut, wenn man Behinderte verunglimpft und sich über sie lustig macht? Du denkst, jemand der das tut, ist bestimmt ein guter Präsident?
    Ein Schritt weiter: Du denkst, dass es Behinderten recht geschieht, wenn man sich über sie lustig macht, denn wieso sind sie nicht einfach nicht behindert?
    Das war jetzt die Methode Trump-Breitbart.

  74. #75 Hobbes
    11. Januar 2017

    #62 Und wo genau soll das Subsidiaritätsprinzip denn genau misachtet werden? Welche Regelung trifft die EU denn die die Nationalstaaten besser für sich regeln könnten? Die EU versucht 3 Sachen. Außenpolitik, Normierung und Harmonisierung der Politiken. Schon per Definition kann keines davon der Nationalstaat vernünftig leisten. Zumindest nicht wenn man irgendeine Form der Gemeinschaft anstrebt.
    Die EU wird immer als ungewählte aufgezwungene korrupte Diktatur hingestellt ist aber in all diesen Punkten weit weniger schlimm als die Nationalstaaten es selber sind.

    Zurück zu Trump. Ich glaube auch das der Sexismus das geringste Problem ist. Er ist halt nen mieser Typ. Solche waren schon oft an der Macht. Macht auch nichts. Was mich am meisten stört ist der Eifer mit dem ihn seine Anhänger verteidigen. Gegen jede noch so klare unhaltbarkeit. Er hatte wohl recht damit das er keinen Wähler verlieren würde wenn er auf offenener Straße jemanden erschießen würde. Selbst Obama wurde mehr von den eigenen Leuten Kritisiert und hat nicht mal ein Bruchteil der Anlässe dazu geboten. Viel spaß beim Sündenbock suchen wenn die Realität einen mal wieder einholt. Ich verteidige selbst Tatcher Bush und Schröder gegen zu einseitige Kritik, da sie immer einen Gewissen Sinn in ihrer Politik hatten und es bei entsprechenden Weltbild durchaus nachvollziehbar ist diese Person zu wählen. Die Nebenwirkungen von Trump verantworten aber ganz alleine Trumps wähler. Soll später keiner sagen er wäre getäuscht worden. (Selbst bei Boris Johnsons Aussagen lasse ich dieses Argument noch durchgehen) Wer sich auf dem Niveau täuschen lässt ist Demokratieunfähig.
    Im besten Fall ist Trump nur ein dreister Typ der seinen Posten nur nutzt um Kohle zu scheffeln.

  75. #76 2xhinschauen
    11. Januar 2017

    @Mark #68
    Gewinnt oder verliert Trump Anhänger durch die Äußerungen von Meryl Streep? Er gewinnt in der Tat –> https://twitter.com/ScottAdamsSays/status/818488379243315202

    @Alisier #74
    Du gehst unbeirrbar davon aus, dass das, was Trump so sagt oder twittert den lieben langen Tag lang, in kausaler Verbindung mit dem stünde, was er konkret tun wird.

    Die Welt ist ohne diese Hypothese viel einfacher zu verstehen.

  76. #77 Tim
    11. Januar 2017

    @ Hobbes

    Welche Regelung trifft die EU denn die die Nationalstaaten besser für sich regeln könnten?

    Das ist die falsche Frage. Die richtige Frage ist: Welche Regelung trifft die EU denn, die die Nationalstaaten lieber für sich regeln möchten?

    Das Heiligtum der EU ist heute der gemeinsame Markt. Also das, was Du beschönigend “Normierung” und “Harmonisierung der Politiken” genannt hast. Daran wird alles ausgerichtet, notfalls gegen den Willen der Bürger. Und an diesem Denken scheitert die EU gerade. Sie will ein schönes Ziel viel zu früh erreichen.

  77. #78 Mark
    11. Januar 2017

    @Alisier
    “Ein Schritt weiter: Du denkst, dass es Behinderten recht geschieht, wenn man sich über sie lustig macht, denn wieso sind sie nicht einfach nicht behindert?”
    Es ist unklar, ob er mit den besagten Handgesten den Reporter lächerlich machen wollte. Diese Handgesten gehören zu seiner üblichen Rhetorik und die machte er auch, wenn er über andere Menschen redete, ohne dass sich irgendjemand beleidigt fühlte. Er ist ein Sexist, was sich belegen lässt, aber ob für mich ist es nicht belegt, ob er behindertenfeindlich ist.

    Medien berichten, der russische Geheimdienst habe erpressbares Material über Donald Trump, da ist sogar von Golden Shower die rede, was etwas ekelhaftes ist.
    https://www.heise.de/tp/features/Trump-die-Russen-und-goldene-Duschen-3593633.html

    Wenn die Medien solche Berichten veröffentlichen, wird Trump es sehr viel einfacher haben andere kritische Berichte als Fakenews zu bezeichnen.

  78. #79 Alisier
    11. Januar 2017

    Aber natürlich hat der liebe Onkel Trump es nicht so gemeint. Und es wird alles eitel Sonnenschein sein, wenn man ihn nur machen lässt.

  79. #80 Mark
    11. Januar 2017

    @ Alisier
    Eigenartiger Weise weisen Trumpgegner auf diesen Vorfall hin, solange das geschieht, kann seine Interessenskonflikte klein, seine Schwiegersohn einen Posten besorgen und zweifelhafte Geschäftsverbindungen führen. Alles Dinge wo eigentlich jeder normal denkende Mensch sagen kann, Donald Trump ist korrupt.

    Hollywood und Meryl Streep scheinen ein Herz für Vergewaltiger zu haben, aber Donald Trump scheint eine besondere Beziehung zu Jeffery Epstein, einen verurteilen reichen Sexualstraftäter, zu besitzen, die viele Trumpfans am liebsten runterspielen.
    http://www.thedailybeast.com/articles/2016/06/30/the-billionaire-pedophile-who-could-bring-down-donald-trump-and-hillary-clinton.html

  80. #81 Alisier
    11. Januar 2017

    “Sigh”…..
    Ich gebs auf…..

  81. #82 Alisier
    11. Januar 2017

    Das hatten wir schon mal: Mark der Bot, wobei viele neuere Bots nicht ganz so viele wirre Sprünge machen.

  82. #83 Volker Birk
    https://blog.fdik.org
    11. Januar 2017

    @Alisier: Du wirst ausfällig und beleidigend. Ich hoffe, ich hab Dir da keinen Grund gegeben – oder hab ich was falsch gemacht?

  83. #84 Volker Birk
    https://blog.fdik.org
    11. Januar 2017

    @Tim: das würde ich noch nicht so sehen, dass alle Trump-Wähler das System zerstören wollen. YMMV.

  84. #85 Volker Birk
    https://blog.fdik.org
    11. Januar 2017

    @Tim: Du scheinst diese Marktgeschichten alle zu glauben. Da unterscheiden wir uns.

  85. #86 Alisier
    11. Januar 2017

    @ Volker Birk
    Für das ausfällig und beleidigend werden hätte ich dann ganz gerne einen Beleg.
    Oder meinst du vielleicht, dass es beleidigend ist, jemandem zu unterstellen, er lese AfD-Pamphlete?
    Ansichtssache, würde ich sagen.
    Die Frage, die du gestellt hast gehört in die Kategorie “typische der Verunglimpfung dienende Populistenfragen”. Du hast sie gestellt, nicht ich.

  86. #87 Volker Birk
    https://blog.fdik.org
    11. Januar 2017

    @Alisier: mich in die Nähe von Nazis zu stellen, ist für mich extrem schwierig. Ich bitte Dich, das zu unterlassen.

    Ich habe keinerlei “der Verunglimpfung dienende Populistenfragen” gestellt, sondern Aussagen in Frageform WIEDERHOLT, die hier bezüglich des President Elect von anderen Diskutanten in die Diskussion eingebracht wurden.

    Ich finde solche Dinge keinesfalls nur auf Trump zutreffend, und habe deshalb die Frage gestellt, weshalb das hier nur Trump zugeordnet wird – es passt ja auf alle Politiker.

  87. #88 Mark
    12. Januar 2017

    Keiner weiß, ob das Dossier, welches die Russen über Trump besitzen und ihn damit erpressen könnten, wirklich echt ist. Aber selbst wenn es echt ist, es könnte als Fake News abgestempelt werden. Sollte es Video von seinen Sexspielen geben, werden kann Trump sie als Fälschung bezeichnen. Im Grunde haben die Russen gar nichts gegen ihn in der Hand.
    Zu welchen Urteil die Medien kommen, Donald Trump gewinnt am Ende.

  88. #89 Alisier
    12. Januar 2017

    @ Volker Birk
    Ok, ich habs verstanden: du meinst, dass alle, die sich für die AfD interessieren, Nazis sind. Das halte ich für überzogen.
    Und die Frage hat Marine le Pen schon öfters gestellt. Ist aber bestimmt nur ein dummer Zufall.

  89. #90 Mark
    12. Januar 2017

    Donald Trump scheint nervös zu werden, er fragte, ob Amerika Nazideutschland sei.
    “One last shot at me.Are we living in Nazi Germany?”
    https://twitter.com/realdonaldtrump/status/819164172781060096
    Und seine Fans feiern ihn und vergessen, er hat jahrelang behauptet, Obama sei nicht in Hawai geboren, sondern in Kenia.
    Wenn er auf Nazivergleich zurückgreift, kann es bedeuten, was die Medien über ihn schreiben, die Russen hätten erpressbares Material über ihn, kann teilweise der Wahrheit entsprechen. Nazivergleiche gelten in der Regel als verzweifelter Versuch, einen Gegner zu dämonisieren, aber er scheitert in der Regel.

  90. #91 Hobbes
    12. Januar 2017

    @Tim 77
    Konkretes Beispiel bitte.

    Zu der Erpressungssache:
    Ich glaube zwar das es gut stimmen kann, aber das dieser Vorwurf auch aufkommen würde wenn nichts an der Sache dran ist. Diese Story ist einfach zu naheliegend als das dies keine Zeitung/Person erfinden würde.

  91. #92 Hobbes
    12. Januar 2017

    Ach fast untergegangen wäre ja auch das Trump auf einmal doch Russland als Hacker bei den Demokraten sieht.

  92. #93 Mark
    12. Januar 2017

    Ich merke an, die Medien stellen jeden der an die Pizzagateverschwörungtheorie glaubt, als gefährlichen Spinner dar, aber sie rechtfertigen die Veröffentlichung des Dossiers von den Russen über Trump. Das Dossier klingt sehr nach Verschwörungstheorie, was die Medien versuchen zu ächten. Selbst Buzzfeed erklärte, die Informationen des Dossiers seien nicht 100 % durch andere Quellen gedeckt.

  93. #94 Volker Birk
    https://blog.fdik.org
    12. Januar 2017

    @Alisier: ich verstehe nicht, weshalb Du weiter machst. Ich kann Dich nur noch bitten, doch solche Anspielungen zu unterlassen. Ich gehe derzeit nicht davon aus, dass sie jemand glaubt. Aber würde ich das, würdest Du mich in einen Konflikt zwingen, den ich nicht will.

    Wir kennen uns gar nicht; weshalb also sollten wir einen Konflikt brauchen?

    Die Kommentare hier in den ScienceBlogs wären jedenfalls der völlig falsche Ort dafür.

  94. #95 Volker Birk
    https://blog.fdik.org
    12. Januar 2017

    @Mark: siehe hier:

    https://heise.de/-3593633

  95. #96 Alisier
    12. Januar 2017

    Ich merkte nur an, Volker Birk, dass deine Frage eine ist, die normalerweise als Provokation eingeworfen in bestimmten Kreisen üblich ist.
    Es lag mir fern dich in innere Konflikte zu verstricken, oder dich gar mit Nazis zu vergleichen. Das du sowas hineinliest finde ich erstaunlich.

  96. #97 Volker Birk
    https://blog.fdik.org
    12. Januar 2017

    @Alisier: naja, erst bringst Du mich mit der sogenannten “AfD” in Verbindung, und dann auch noch mit den französischen Faschisten.

    Für jemanden wie mich, der noch nie einen Hehl daraus gemacht hat, seit 30 Jahren Antifaschist zu sein, ist das schwierig. Falls das nur missverständlich ausgedrückt war, können wir es gerne vergessen. Ich will auch nicht überreagieren.

    Aber meine Frage war ernst gemeint. Mir geht es darum, dass beim President Elect nach meiner Wahrnehmung völlig überreagiert wird. Die Russen-Story ist offensichtlicher Propaganda-Unsinn – auf den nun natürlich viele hereinfallen, und das deshalb kolporieren, weil sie den Kniff der politischen Gegner Trumps nicht durchschauen.

    Mir wäre aber eine ruhige Diskussion ganz recht. Herr Trump ist ein Baulöwe aus New York. Wenn man ihm Chauvinismus unterstellt, so liegt man wohl ganz richtig. Das ist übel genug.

    Was aber für ein Bild von ihm gezeichnet wird in der öffentlichen Diskussion, kann nicht stimmen. Deshalb wär’s mir recht, wenn man (das ist bei Extrempositionen immer eine gute Idee, gleich welchen) darüber reflektieren könnte, was denn nun tatsächlich Fakt ist und was nur Show. Die Politik ist nun einmal ein Showgeschäft, immer.

    Wenn man nun den einen US-Präsidenten nur verherrlicht (Obama), obwohl er ein Massenmörder ist, und den kommenden US-Präsidenten verteufelt, obwohl er (zumindest noch) niemand töten hat lassen, dann fehlt mir jegliches Maß.

    Eine Person wie Herrn Trump als Imperator zu bekommen, ist aber höchst gefährlich. Es wäre schön, sinnvolle Einschätzungen zu bekommen. Eine derart emotional aufgeladene Diskussion verhindert jedoch genau das, und fördert es keinesfalls.

  97. #98 Alisier
    12. Januar 2017

    Ok, kam an. Ich entschuldige mich für meine provokative Überspitzung.
    Was den Rest anbelangt: da haben wir teilweise Dissens. Ob es sich lohnt das Thema aufzugreifen, weiß ich noch nicht.

  98. #99 Mark
    12. Januar 2017

    Trump lernt nichts dazu, er zog wieder ein Nazivergleich, während seiner Pressekonferenz
    “That’s something that Nazi Germany would have done”
    http://www.latimes.com/politics/la-na-pol-trump-intel-20170111-story.html

    Als seine Gegner ihn mit Hitler verglichen, bedeutete es nur, dass sie verzweifelt waren, so wie Trump jetzt verzweifelt sein muss, um fast die gesamte Presse und die Geheimdienste mit den Nazis zu vergleichen. Damit verspielt er Vertrauen bei den Geheimdiensten und die Presse fühlt sich in ihrem Vorgehen bestätigt.

  99. #100 Kassandra
    12. Januar 2017

    Donald Trump scheint nervös zu werden, er fragte, ob Amerika Nazideutschland sei.

    Das war doch bloß “Donald Trump wie er leibt und twittert”. Er hat gestern eine ganze Salve von Tweets abgesetzt unter heftigem Einsatz von VERSALIEN. Aber es wirkte nicht nervös, es wirkte genauso wie immer: Da ist einer, der weder Widerspruch noch Satire noch natürlich Beschuldigungen aushält, der kein Verhältnis zur Wahrheit und der die Selbstkontrolle eines fünfjährigen kleinen Mädchens hat.

    Wobei es eine sehr zweischneidige Sache war, diese Dokumente im Volltext zu veröffentlichen. Nicht nur, weil es sich um bislang unbewiesene Vorwürfe handelt – ein Teil immerhin sollte sich beweisen lassen. Es hat aber keine 24 Stunden gedauert, bis der Autor ermittelt war, und der musste nun erstens untertauchen und hat zweitens schlagartig seinen Broterwerb verloren. Tut man so was als investigativer Journalist? Quellen sollten eigentlich geschützt werden.

    Viel interessanter fand ich die Pressekonferenz, die gestern später am Tag stattfand. Ich bin ja skeptisch, was den Wahrheitsgehalt dieser Papiere betrifft, aber eines steht so oder so fest, Russland wird gegen Trump keinen Stich machen, und zwar egal, was die Russen glauben, gegen ihn in der Hand zu haben. Trump beherrscht nämlich das Spiel, das die Russen in den letzten drei Jahren gespielt haben, mindestens genausogut. Egal, wie die Beschuldigung lautet und wie die Beweise aussehen, er behauptet einfach “Das war nicht so” und nennt die Beschuldiger “§$”%”§$, und dann berichten alle Medien mit der üblichen Äquidistanz auch über das, was Trump sagte, und auch wenn sie dabei erwähnen, dass dies oder jenes nachgewiesen sei, wirkt es psychologisch doch so, als stünde Aussage gegen Aussage.

    Überhaupt, die Medien.

    Was mich wirklich erschüttert hat bei dieser Pressekonferenz war die Hilflosigkeit der Medien, kaum dass einer mal ihr Spiel nicht mitspielt. Wie kann es sein, dass die Trumps Frage-und-Antwort-Spiel weiter mitspielen, nachdem er ihrem Kollegen von CNN das Fragenstellen verweigert hat? Wäre es ihnen ernst mit ihren liberalen Idealen, hätten sie kollektiv unter Protest den Saal verlassen müssen. Das Ironische ist, dass auch nachträglich ausgerechnet Fox News den harschesten Protest gegen dieses Gebaren ausgesprochen hat.

    So ähnlich fing das in Russland mit dem Verlust der Pressefreiheit jedenfalls auch an, und mir gefällt es deshalb gar nicht, dass sich die vierte Gewalt in den USA nur als Schönwetterregulativ herauszustellen scheint. Hoffen wir, die anderen demokratischen Institutionen dort taugen ein bisschen mehr.

  100. #101 Alisier
    12. Januar 2017

    “Wie kann es sein, dass die Trumps Frage-und-Antwort-Spiel weiter mitspielen, nachdem er ihrem Kollegen von CNN das Fragenstellen verweigert hat? Wäre es ihnen ernst mit ihren liberalen Idealen, hätten sie kollektiv unter Protest den Saal verlassen müssen.”
    Zustimmung!
    Allerdings denke ich, dass einfach jemand fehlte, der die Initiative ergriff. Manchmal braucht auch die Gegenseite eine Art Leader um sich zu fangen und zu sammeln, auch im größeren Maßstab, und nicht nur bei einer Pressekonferenz. Eine verängstigte, zerstückelte Opposition würde Trump nur in die Karten spielen.

  101. #102 Kassandra
    12. Januar 2017

    Trump hat vielmehr gerade ein wirtschaftspolitisches Lehrstück par excellence vorgeführt: Seit Jahren redet man uns das Märchen vom scheuen Reh Kapital ein, dass sich die Politik nicht gegen „die Märkte“ stellen könne und „der Wirtschaft“ praktisch schicksalhaft ausgeliefert sei, bis hin zu Merkels unseligem Wort von der Notwendigkeit einer „marktkonformen Demokratie“ – als ob das Primat der Märkte alternativlos wäre.

    Dem ist offensichtlich nicht so und Trump zeigt es uns: Über Nacht canceln jetzt Weltkonzerne milliardenschwere Investitionsentscheidungen, weil Trump, noch nicht einmal im Amt, per Twitter von eventuellen Strafzöllen spricht, wenn sie Werke in Mexiko statt in den USA bauen. Ich weiß nicht, ob das ökonomisch klug ist, aber lehrreich ist es allemal.

    Das unterschreibe ich übrigens jederzeit. Auch wenn bislang mehr als ein paar Pressemitteilungen noch nicht wirklich geschehen ist, war es doch ein Aha-Erlebnis. Auch die Börsenreaktionen. Toyota ging kurz mal auf Talfahrt und dann wieder nach oben. Sogar ein recht großer Teil der mexikanischen Aktien steht wieder so da wie vorher oder besser.

  102. #103 Alisier
    12. Januar 2017

    Auch an Sie gerichtet, Kassandra: Ja und Nein.
    Wirklich gecancelt wurde noch nichts. Es wurde lediglich so kommuniziert, dass man gecancelt hat, obwohl vieles dafür spricht, dass die Entscheidungen eh aus vielen Gründen auf der Kippe standen.
    Dann nehme ich nicht an, dass Trump über Nacht mutiert ist, und plötzlich seinen guten Freunden aus der Wirtschaft in die Parade fährt.
    Warten wirs ab. Ich rechne auf Dauer nicht mit einer einzigen Entscheidung, die der gebeutelten Arbeiterschaft wirklich hilft.
    Kosmetik und markige Worte haben eh alle erwartet: ich will wenigstens mittelfristig Taten und Veränderungen sehen, ehe ich glaube, dass Trump irgendjemandem außer sich selber helfen will.

  103. #104 Alisier
    12. Januar 2017

    Nachtrag:
    Wer heute noch ernsthaft erwägt eine Mauer zu bauen und das auch unbedingt durchziehen will, hat einen gehörigen Knall.
    Einem solchen Menschen sinnvolle Entscheidungen zu unterstellen fällt mir nicht ein.
    Aber das hilft natürlich der Bauindustrie, wobei sich die Frage stellt, woher die billigen mexikanischen Arbeitskräfte, die Trump ja so gerne benutzt, wenn es um Bauvorhaben geht, denn jetzt kommen sollen.
    Der Mann und Entscheidungen pro echte Bedürftige? Dass ich nicht lache.

  104. #105 RPGNo1
    12. Januar 2017

    Der neue Außenminister Tillerson (Ex-Exxon Mobil CEO) scheint im Gegensatz zu seinem Chef Trump zu stehen.
    https://www.tagesschau.de/ausland/tillerson-123.html
    http://derstandard.at/2000050649771/Tillerson-widerspricht-Trump
    Er steht hinter der NATO, leugnet den Klimawandel nicht, ist für Freihandelsabkommen und sieht auch Präsident Putin nicht so positiv wie Trump.
    Das kann noch interessant werden.

  105. #106 Alisier
    12. Januar 2017

    Good cop, bad cop, RPGNo1 ?

  106. #107 RPGNo1
    12. Januar 2017

    @Alisier
    Könnte sein, ist ja auch ein amerikanisches Schauspiel. 😉

  107. #108 Mark
    12. Januar 2017

    Bis gestern was ich überzeugt, Trump werde die nächsten 8 Jahre Präsident bleiben, jetzt bin ich mir da nicht ganz so sicher und die Nazivergleiche sind für ein Hinweis, Donald Trump wurde an einem wunden Punkt getroffen. Was immer die Russen an erpressbaren Material über ihn haben, dürfte seine Wähler bis zu einen bestimmten Punkt interessieren, aber seine Gegner in der eignen Partei sehen es anders. Sie werden es nutzen um ein Amtsenthebungsverfahren gegen ihn in die Wege zu leiten, sollte das veröffentlichte Dossier einige wahre Tatsachen enthalten.
    Wir bekämen ein Schauspiel serviert, welches an “House of cards” errinnert.

  108. #109 lindita
    13. Januar 2017

    @Kassandra

    “Wäre es ihnen ernst mit ihren liberalen Idealen, hätten sie kollektiv unter Protest den Saal verlassen müssen.”

    Und wie hätten es dann die Trump-Wähler aufgenommen?

    Ich bin ja im Osten geboren. Habe US-Wahlen auch aus russischer Sicht verfolgt. Habe also alles mitbekommen, auch die Untertöne. Und ich habe mit den Russen mitgelacht. Schon wie jemand etwas auf Russisch übersetzt… Und dann meinen die mitzubekommen und unterscheiden zu können, wann ein Russe einen Witz macht und wann er etwas ernst meint. Es sieht für mich so aus, als ob ein Autist von sich überzeugt ist einen, der die Gewohnheit hat in Sprichwörtern, Bildern, ironischer und andeutender Sprache zu sprechen, genau zu verstehen.

    Ich habe die Konferenze im Original gesehen. Nur mit der Mauer zu Mexiko habe ich nichts verstanden (den Sinn), ansonsten hat er es gar nicht so schlecht gemacht.

  109. #110 Kassandra
    13. Januar 2017

    @lindita:

    Das wäre mir völlig neu, dass die liberalen US-Medien sich jemals gefragt hätten, was die Trump-Wähler zu etwas sagen.

    Ich habe von der PK nur ungefähr eine Viertelstunde live gesehen, und mich erinnerte sie einerseits sehr an Putins Pressekonferenzen. Da stand einer, der erkennbar keine ernsthaften Antworten gab, der auf manche Fragen vielleicht auch einfach keine Antwort wusste, aber Routine darin hat, darum irgendwie herumzureden. Andererseits ist Trumps Stil ein ganz anderer, er lenkt oft durch Lautstärke und Ausfälligkeiten ab, wo Putin die Zuhörer durch weitschweifige Monologe mit leiser Stimme zum Einschlafen bringt.

    Mein Problem ist, dass westliche Journalisten bei Putin schon lange keine “richtigen” Fragen mehr stellen und das bei Trump bald auch nicht mehr tun werden. Es ist ja nicht so, dass ich von den liberalen Medien, dieser aufgeblasenen Entrüstungsmaschine, besonders begeistert wäre. Aber ein bisschen mehr Rückgrat hätte ich eigentlich doch erwartet.

    @Alisier:

    Jedenfalls gebe ich Herrn Kuhn recht, dass die Reaktion der Märkte bemerkenswert war, und ich finde, das, was nun weiter passiert, müssen wir alleine schon deshalb sorgfältig im Auge behalten, weil es möglicherweise allem widerspricht, was man uns bislang seitens der Politik weismachen wollte.

  110. #111 Alisier
    13. Januar 2017

    Wir werden sehen, Kassandra.
    Und ich würde mit Ihnen wetten, dass uns nichts wirklich Neues erwartet.
    Davon mal abgesehen, dass ich mich bis jetzt noch nie so fühlte, als hätte mir “die Politik” irgendwas weisgemacht, ebensoweing wie ich “die liberalen Medien” je als Entrüstungsmaschine wahrgenommen hätte.
    Entrüsten tun sich allerdings alle möglichen Leute über die Medien. Wobei ich den Verdacht habe, dass die meisten Entrüsteten diese in ihrer differenzierenden Breite weder wahrnehmen noch nutzen.

  111. #112 roel
    *******
    13. Januar 2017

    @”Jedenfalls gebe ich Herrn Kuhn recht, dass die Reaktion der Märkte bemerkenswert war,”

    Es ist eine ganz einfache Erpressung. Entweder ihr produziert in den USA oder ihr zahlt hohe Strafzölle. In den demokratischen Staaten läuft bisher das System der Erpressung meistens anders herum, da diktiert normalerweise die Industrie mit den Druckmitteln Arbeitsplätze und Steuern. Von daher ist es schon bemerkenswert. Es bleibt aber eine Erpressung.

  112. #113 Mark
    13. Januar 2017

    BuzzFeed macht sich lächerlich, in November hielt ein Protestler bei einem Protest vor einem Hotel vor Trump was ein Plakat wo stand “Rape Melania”. Jetzt behauptet BuzzFeed es sei alles eine Verschwörung von Trumpanhängern, sie zeigten Textnachrichten, um ihre Ansichten zu belegen

    https://www.rawstory.com/2017/01/revealed-pro-trump-trolls-made-vile-rape-melania-sign-to-discredit-protesters/comments/#disqus

    Schwer zu sagen, ob es stimmt, aber bislang hat niemand diesen Mann identifiziert, der das Plakat hochhielt und beim Protestzug gab es niemand, der damals einschritt und dem Mann das Plakat runterrieß. Die Linken greifen auf Verschwörungstheorien. Die Unruhen nach den Wahlen? Die Übergirffe auf Trumpanhänger? Alles können sie mit Verschwörung erklären, um Trumpgegner zu dekreditieren.

  113. #114 Kassandra
    13. Januar 2017

    Es ist eine ganz einfache Erpressung. Entweder ihr produziert in den USA oder ihr zahlt hohe Strafzölle. In den demokratischen Staaten läuft bisher das System der Erpressung meistens anders herum, da diktiert normalerweise die Industrie mit den Druckmitteln Arbeitsplätze und Steuern. Von daher ist es schon bemerkenswert. Es bleibt aber eine Erpressung.

    Was ist daran aber besser, wenn ein Staat durch die Industrie erpressbar ist?

    Lassen wir die Person Trump sowie die Mittel, die hier angewandt werden, mal beiseite, die Aufgabe einer Regierung besteht darin, der Bevölkerung angemessene Lebensbedingungen zu sichern, nicht etwa Konzernen ein Maximum an Gewinn. Natürlich müssen auch Unternehmen die Voraussetzungen bekommen, rentabel arbeiten zu können, weil dies eine der Voraussetzungen für die Lebensbedingungen der Bevölkerung ist, aber das heißt noch lange nicht, dass ihre Gewinnmaximierung ein staatliches Ziel ist, und schon gar nicht, wenn es auf Kosten der Beschäftigten verfolgt wird.

    Und wenn Trump auch sonst für nichts gut sein sollte, die Frage, ob sie sich vielleicht gar zu leicht von der Industrie ins Bockshorn jagen lassen haben, sollten sich Regierungen anderswo auf der Welt nun stellen.

  114. #115 lindita
    13. Januar 2017

    Ich musste heute morgen schnell zu Arbeit, also habe ich nicht ausgeholt, wie ich es wollte.

    @ Kassandra

    Ich meine, wenn die Medien sich weigern jemanden zu interviewen, gar einen gewählten Präsidenten, was würden sie sich dabei einbilden, was sie eigentlich sind? Mich persönlich würde das sehr stören und das wäre dann nicht mal Lügenpresse, sondern eine richtige Zensur.

    Und wie gesagt, habe ja die PK gesehen und manchmal frage ich mich, was für eine Antwort wollen die Journalisten hören? Sie stellen ständig die selbe Frage zu Russland, obwohl er die schon zig mal auf verschiedene Weise beantwortet hat. Bilde ich mir ein, dass Journalisten ihn auf eine bestimmte Antwort hin getrieben haben, er sich aber nicht treiben liess und das soll also als “Geeiere” von Trump gedeutet werden?

    Hätte er nur einfach geantwortet, würde ich mir vorstellen, dass die Journalisten am nächsten Tag diese Antwort so verunstaltet hätten, dass Trump sich wieder rechtvertigen müsste. Und so berichten die nur was von “Geeiere” und “Clownade”, weil zweideutig waren Trumps Antworten eben oft nicht.

    Z. B. Auf die Frage, ob Russland gehackt hat, hat er mit “ja” geantwortet, und dass Chinesen gehackt haben, und dass alle möglichen die USA hacken. Und das sei ein Unding, bei den besten IT-Köpfen der Welt, keinen guten Schutz zu besitzen. Er will die besten Köpfe an einen Tisch bringen und den besten Schutz erarbeiten lassen. Und er sagte, dass Russland mit ihm mehr Respekt für die USA haben wird, als mit einem anderen Mann/ Frau an der Spitze.

    Meine Interpretation ist, dass Trump vor eigener Tür kehren will, damit wenn er die Russen mal schubssen muss, er selbst nicht ausrutscht. Und das werden Russen anerkennen müssen.

    Den idiotischen Journalisten geht es wohl darum, Russland zu beschuldigen, neue Sanktionen zu provozieren, aber das hält die Russen nicht davon ab die USA mit derem “lächerlichen” (was man heute wohl so annehmen muss) IT- Schutz weiterhin zu hacken.

    Aber mir hat die Tageschau gesagt, Trump hat keine Frage beantwortet.

    Und was ich noch gesehen habe – Trump ist motiviert. Er ist sebst von seinem Vorhaben voll begeistert, wie er seine Leute beim Namen nennt und sie ständig lobt. Er will das beste Team, mit besten Ideen und er glaubt selbst daran, vielleicht kindisch naive, aber ist nicht gerade das erfrischend? Genau, noch keine “Angst” davor haben, nicht vor Industrie auf die Kniee zu gehe z B?

    Ich kann mir ja auch nur etwas einbilden, aber ich war auf eine “Clownade” vorbereitet und es kam doch ganz solide rüber für einen Nicht-Staatsamann.

    (Ja, ich vergesse die Wahlperiode mit Sexismus, Rassismus etc.) Nur die Mauer leuchtet mir nicht ein, und dabei will er sie noch so schnell wie möglich bauen lassen.

  115. #116 Kassandra
    13. Januar 2017

    Bilde ich mir ein, dass Journalisten ihn auf eine bestimmte Antwort hin getrieben haben,

    Nein, das bilden Sie sich nicht ein. So was nennt sich “investigativer Journalismus”, und es ist nichts weiter als Show, weil es nicht dazu führt, dass dem Interviewten seine finsteren Geheimnisse entlockt werden, es soll nur auf die Zuschauer so wirken, dass die Journalisten es wirklich ernsthaft versucht haben. Es gefällt mir genausowenig wie Ihnen.

    er sich aber nicht treiben liess und das soll also als “Geeiere” von Trump gedeutet werden?

    Nein, das deute ich nicht als Geeiere. Teils kamen glatte Lügen als Antwort, teils Antworten, die gar nichts mit der Frage zu tun hatten. Folgefragen waren nicht möglich, um dies anzusprechen und noch einmal inhaltlich nachzuhaken. Ich nehme an, so macht man das im Big Business halt. Geeiere ist es, wenn ein Politiker eine Antwort gibt, mit der man ihn nicht auf konkrete Dinge festnageln kann. An Trump habe ich nichts dergleichen wahrgenommen. Er hat sich nicht gewunden, alles kam fröhlich und spontan aus ihm herausgeblubbert. Wahrheit ist für ihn einfach kein Kriterium, also ist die Glaubwürdigkeit seines Auftretens, die daraus resultiert, dass er erkennbar NICHT herumeiert, leider eine optische Täuschung.

    Und er sagte, dass Russland mit ihm mehr Respekt für die USA haben wird, als mit einem anderen Mann/ Frau an der Spitze.

    In einem ganzen Wust von Möglichkeiten ist natürlich auch die enthalten, dass Russland eine USA stärker respektieren wird, die im Zweifelsfall erst mal zuhaut, bevor sie fragt – womit ernsthaft zu rechnen ist, falls es Trump gelingt, Entscheidungen dieser Art an den Institutionen vorbei zu treffen und umzusetzen. Allerdings auch die eines Atomkriegs. Ich hoffe, die Sache geht gut, aber ganz sicher bin ich mir da nicht.

    Es gibt in diesem ganzen Wust auch eine kleine Chance, dass Putin Trump als “Leitwolf” akzeptiert und ihn als höherrangig anerkennt, solange Trump ihn gemäß den ungeschriebenen Regeln eines Wolfsrudels als Nummer zwei behandelt und in Ehren hält. Außerdem könnte es sein, dass Putin froh ist um jeden Vorwand, eine Wiederannäherung an den Westen umzusetzen, und es deshalb gar keine Rolle spielen wird, ob Trump ihn besser oder schlechter als Obama behandelt.

    Viele Fragezeichen also.

  116. #117 Alexander
    13. Januar 2017

    @RPGNo1:

    Der neue Außenminister Tillerson (Ex-Exxon Mobil CEO) scheint im Gegensatz zu seinem Chef Trump zu stehen.

    […]

    Er steht hinter der NATO, leugnet den Klimawandel nicht, ist für Freihandelsabkommen und sieht auch Präsident Putin nicht so positiv wie Trump.
    Das kann noch interessant werden.

    Ja!

    Tillersons Äußerungen, offensichtlich ganz auf der aggressiven Linie seines neuen Chefs gegenüber der Volksrepublik, sorgten in China für heftige Gegenreaktionen. Die KP-eigene Zeitung Global Times, […] Zum anderen rät sie ihm in einen Kommentar, sich lieber um die atomare Aufrüstung zu kümmern, wenn er einer Atommacht den Zugang zu einem Teil ihres Territoriums verweigern wolle. Jeder Versuch, dies anders als mit einem ausgewachsenen Krieg machen zu wollen, sei Unsinn.

    In Australien reagierte der dortige ehemalige Premierminister Paul Keating mit der Warnung, Tillersons Äußerungen könnten Australien in einen Krieg hinein ziehen.

    (Hervorhebungen von mir)

    https://www.heise.de/tp/news/USA-China-Lieber-um-Atomwaffen-kuemmern-3595579.html

    Wem langsam mulmig wird, bitte die Hand heben!

  117. #118 Alisier
    14. Januar 2017

    @ Alexander
    Da ich die chinesischen Reaktionen auch aus privatem Interesse heraus genauer verfolge: ich hebe die Hand.
    @ alle
    Kann mir bitte nochmal jemand erklären, was an der Rückkehr zu Nationalismus und Territorialismus so toll ist, dass auch hier im Thread viele direkte und indirekte Sympathien dafür geäußert werden?
    Und die “Ha, endlich zeigts jemand der bösenbösen Industrie, Pharmaindustrie etc”-Reaktion scheint mir auch recht kurzsichtig und mehr als weltfremd. Sind wirklich so viele der Meinung, die Welt würde von irgendwelchen dunklen Konsortien beherrscht, und all die braven Bürger hätten nichts mit der Situation zu tun?
    Wieso sind Verschwörungstheorien, egal in welchem Zusammenhang, eigentlich immer so irre populär? Vielleicht weil sie jeden von seiner persönlichen Verantwortung zu entbinden scheinen?
    Trump nimmt also scheinbar gegenüber “der Industrie” die Peitsche raus. Ganz toll.
    Wie primitiv kann ein Weltbild eigentlich sein?

    • #119 Joseph Kuhn
      14. Januar 2017

      @ Alisier:

      Du machst m.E. falsche Alternativen auf. Natürlich haben die “braven Bürger” damit zu tun, was Konzerne oder die Politik machen. Das ist kein Widerspruch dazu, dass uns immer gepredigt wird, gegen die “Gesetze der Ökonomie” (zur Deutsch: die Interessen der Konzerne) könne man nun einmal nicht Politik machen. Dass Trump jetzt die Konzerne zur Produktion in den USA zwingen will, ist vielleicht wirklich gegen die Gesetze der Ökonomie (im Sinne irgendeiner Lesart weltwirtschaftlicher Nutzenoptimierung), aber trotzdem erlaubt es einen Blick hinter die ideologischen Kulissen der angeblichen Machtlosigkeit der Politik gegenüber den Konzerninteressen. Die Handlungsspielräume könnten ja auch anders genutzt werden. Und nicht nur nebenbei: Muss immer jeder jedem gleich Kurzsichtigkeit, Weltfremdheit und “primitive Weltbilder” vorhalten, die eigene Person natürlich immer ausgenommen?

  118. #120 Alexander
    14. Januar 2017

    @Alisier:

    Sind wirklich so viele der Meinung, die Welt würde von irgendwelchen dunklen Konsortien beherrscht

    “so viele”? Weiß ich nicht! Ernstzunehmende? Eher ja!

    https://theintercept.com/2017/01/11/the-deep-state-goes-to-war-with-president-elect-using-unverified-claims-as-dems-cheer/

    https://www.heise.de/tp/features/Das-Schachbrett-des-Teufels-3306955.html

  119. #122 Alexander
    14. Januar 2017

    @Joseph Kuhn: Ja, danke! Ich hatte in den “Blättern” den Artikel von Werner Rügemer über den neuen Arbeitgeber von Herrn Merz gelesen:

    https://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2016/oktober/BlackRock-kapitalismus

    Wie war das? “Die im Dunkeln sieht man nicht”?

  120. #123 Alisier
    15. Januar 2017

    @ Joseph Kuhn # 119
    Ja, muss. Wenigstens ein einziges Mal: erstens um das Niveau nicht allzu sehr zu heben und natürlich um zu zeigen, dass ich die Betroffenheits- und MitdemFingerzeigtechnik auch beherrsche.
    Immerhin habe ich nicht “erbärmlich” gesagt!
    Und mir predigt keiner, weil ich das nicht möchte, es eh nicht glaube, und sonst außerdem zurückpredige.
    Das stört mich, denke ich, am meisten: Dass die dunkle Seite der Macht so offen agiert, dass haufenweise glaubwürdiger Links blitzschnell hergezaubert werden können, und dass trotzdem so getan wird, als wäre es unmöglich die Verflechtungen zu erkennen.
    Es ist eben keine Verschwörung und wir sitzen alle mittendrin und machen mit (und natürlich nehme ich mich nicht aus).
    Trumps Reden und Handeln scheint mir aber nicht dazu geeignet irgendwas Positives daraus zu ziehen, außer vielleicht sich sehr ernsthaft aufzuraffen, um Ähnliches hier zu verhindern.
    Wenn du weiter denken willst, dass sein “Dududu, jetzt müsst ihr aber mal wieder nationaler Denken!”-Zeigefinger gegenüber der Industrie irgendwie ernst gemeint war, dann mach das. Wahrscheinlich wünsche ich mir sogar, dass du richtig liegst.
    Ich glaube halt nur nicht, dass Wünschen hilft.

  121. #124 Alisier
    15. Januar 2017

    Nachtrag:
    Nur damit es nicht zu Missverständnissen kommt: das Wünschen gilt der Ernsthaftigkeit des Gewollten. Renationalisierung halte ich nach wie vor für bescheuert.

  122. #125 Joseph Kuhn
    15. Januar 2017

    @ Alisier:

    Ob Trumps Ansagen ernst gemeint sind, weiß ich nicht. Das war auch nicht mein Punkt.

  123. #126 Alisier
    15. Januar 2017

    Ich denke aber doch, dass dein Punkt damit zusammenhing, dass Vertreter der Industrie das von Trump Gesagte ernst nahmen.
    Mein Punkt ist (unter anderen), dass beide, Trump und die angesprochene Industrie Pingpong für die Galerie, respektive für die Gebeutelten spielen.
    Wrestling für Trump-Gläubige sozusagen.

    • #127 Joseph Kuhn
      15. Januar 2017

      “Ich denke aber doch, dass dein Punkt damit zusammenhing, dass Vertreter der Industrie das von Trump Gesagte ernst nahmen.”

      So ist es.

  124. […] das nicht alleine schaffen, muss Fairness eben anders hergestellt werden. Trump probiert es, siehe unsere erste Unterrichtsstunde „Von Trump lernen!“, zurzeit mit protektionistischen Twitter-Drohungen. Das mag ökonomisch […]

  125. #129 roel
    ******
    25. Januar 2017

    @Joseph Kuhn “Trump hat vielmehr gerade ein wirtschaftspolitisches Lehrstück par excellence vorgeführt: ”

    Und jetzt noch eins: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/dow-jones-warum-der-us-leitindex-mehr-als-20-000-punkte-erreicht-hat-a-1127158.html

    Die Analyse ist allerdings sehr flach.