Am 1. Juli 2017 veranstaltet ein „Verein zur Hilfe umweltbedingter Erkrankter e.V.“ in Nürnberg seine 12. Umwelttagung zum Thema „Umweltbelastungen und Krebs“. Im Programmflyer heißt es dazu:

„Die zwölfte Umwelttagung des VHUE e.V. befasst sich mit einer Erkrankung, die demnächst jeden Zweiten treffen wird. Die Ursachen sind in der Mehrzahl umweltbedingt, doch welche können wir noch vermeiden?

Chronische Entzündung mündet unweigerlich in die Zellentartung, und die bisherige Krebsmedizin hat es nicht vermocht, die Prozentzahl der daran Sterbenden zu senken, obwohl Milliardenbeträge geflossen sind.“

Der erste Satz verrät Unkenntnis der aktuellen epidemiologischen Situation, denn im Laufe des Lebens erkrankt bereits heute jeder Zweite an Krebs: 51 % der Männer und 43 % der Frauen, wie man den Daten des Robert Koch-Instituts entnehmen kann. Das hat vor allem damit zu tun, dass die Menschen bei uns immer älter werden und damit immer mehr in das Alter kommen, in dem Krebs auftritt. Früher sind die Leute vorher an Infektionskrankheiten gestorben, in vielen Ländern der Dritten Welt ist das immer noch so. Und dass es nicht gelungen sei, die Krebssterblichkeit zu senken, ist schlicht falsch. In praktisch allen Altersgruppen sinkt (!) die Krebssterblichkeit.

Bleiben die Umweltbedingtheit und die Prävention. Dass Krebs vor allem umweltbedingt sei, ist eine schillernde Behauptung, die viele Menschen wohl sofort an Umweltschadstoffe denken lässt, mit denen die Industrie unsere Luft und unsere Lebensmittel vergiftet. Nun gut, man kann zwei der Hauptursachen für Krebs, Tabak und Alkohol, natürlich als Umweltfaktoren betrachten. Allein auf das Konto des Tabakkonsums geht einer Studie im Lancet zufolge weltweit mindestens ein Fünftel aller Krebsfälle, in den Industrieländern liegt der Anteil deutlich höher. Dem Alkohol kann werden 5 % zugerechnet, auf das Konto einer obst- und gemüsearmen Ernährung gehen noch mal 5 %. Andere Studien kommen in der Größenordnung zu vergleichbaren Zahlen. Übergewicht und Bewegungsarmut, z.T. mit der Ernährung verbunden, sind ebenfalls relevante Krebsursachen, dann in geringerem Umfang z.B. Viren wie HPV, die Radonbelastung in manchen Regionen, Asbest, Feinstaub, die natürliche Strahlung und vieles mehr. Nicht zu vergessen die genetische Disposition sowie Mutationen, die sich im Laufe des Lebens zufällig ereignen und Krebs verursachen können.

Manche Krebsursachen sind im Prinzip leicht vermeidbar, Tabak und Alkohol beispielsweise, da ist eher die Frage, ob man diese Stoffe vermeiden will. Manches ist schwerer vermeidbar, zumindest durch individuelles Verhalten, und manches, wie genetische Dispositionen, gar nicht. Und ob man das Alter vermeiden soll, weiß ich nicht.

Aber um das Vermeiden von Krebsursachen scheint es bei der Tagung gar nicht zu gehen. Fachleute zur Tabak- und Alkoholprävention sucht man unter den Referenten vergebens. Stattdessen tritt eine illustre Runde von Therapeuten auf, etwa John Ionescu, Leiter einer „Spezialklinik Neukirchen“, die vor einiger Zeit in den Medien Aufmerksamkeit erregte, weil dort das als Arzneimittel in Deutschland nicht zugelassene Chlorbleiche-Mittel MMS des amerikanischen Quacksalbers Jim Humble zum Einsatz kam. Dann tritt ein Herr namens Mohan Bachmann auf, er vertritt die Schweizer Firma OJAS, die vor Erdstrahlen und Elektrosmog warnt und mit der „Belebung von Wasser, der Harmonisierung von geopatischen und elektromagnetischen Belastungen und der Aktivierung der positiven, natürlichen Lebenskraft im Gebäuden“ wirbt. Ob die Firma sich auch gegen Tabakkonsum engagiert, ist nicht bekannt. Ebenfalls im Tagungsprogramm: Zwei Heilpraktiker, natürlich mit Angeboten zur ganzheitlichen Therapie von was auch immer, ein „Ganzheitsmediziner“, der Hautkrebs mit „schwarzer Salbe“ aus altem indianischen Wissen bekämpfen will und ein auf elektromagnetische Felder spezialisierter Umweltanalytiker. Moderiert wird die Veranstaltung von einer Frau, die nach eigener Aussage durch elektromagnetische Felder krank geworden und aufgrund eines „isolierten Wahns“ frühberentet worden sei.

Christian Bredl, Leiter der Landesvertretung der TK Bayern, eröffnet diese Tagung und die TK fördert die Tagung ausweislich des Tagungsflyers auch. Ob die TK damit die richtigen Akzente beim Thema Krebsprävention setzt? Mir scheint, bei den Krankenkassen gibt es im Moment ein ganzheitliches Versagen, was die Abgrenzung gegenüber seltsamen Therapieangeboten und deren Vertretern angeht. Beim Thema Umwelt und Krebs hätte es jedenfalls seriösere und für eine wissenschaftlich fundierte Patienteninformation geeignetere Partner für eine Tagung gegeben – um es einmal ganz vorsichtig zu formulieren.

Kommentare (40)

  1. #1 RPGNo1
    20. Mai 2017

    Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah.
    John Gruia Ionescu ist der 1. Vorsitzende des Vereins, der zudem einen eigenen Psiram-Eintrag besitzt.
    https://www.psiram.com/de/index.php/VHUE_e.V.
    Weiß die TK überhaupt, welch dubiose Gestalten sie da fördert? Oder fällt das in die gleiche Kategorie wie die Schirmherrschaft von Ministern etc. bei Homöpathietagungen?

    • #2 Joseph Kuhn
      20. Mai 2017

      @ RPGNo1:

      Hm. Was steht so denn so im Psiram-Eintrag zum VHUE?

    • #3 rolak
      20. Mai 2017

      Das da, Joseph. Der Punkt war, daß dem Punkt zuviele Bedeutungen zufielen… (eine Aussage mit Ersatzpünktchen. Und Anton)

  2. #4 ChemDoc
    20. Mai 2017

    Die TK unterstützt eine Ansammlung von Quacksalbern. Mit unseren Beiträgen natürlich.
    Wirklich toll…

  3. #5 anderer Michael
    20. Mai 2017

    Man fühlt sich auf den Arm genommen. Die dafür Verantwortlichen bei der TK sollten fristlos gekündigt werden, ohne Abfindung.

  4. #6 Alisier
    20. Mai 2017

    “Ob man das Alter vermeiden soll, weiß ich nicht.”
    Auf jeden Fall kriegt man bei der Lektüre dieses Berichts ganz schnell graue Haare.
    Ich nehme mal an, dass man versucht hat, der Kundschaft irgendwie entgegenzukommen, wie es so nichtssagend wie anbiedernd heißt.
    Dass die paar Skeptiker, Haareraufer und wissenschaftlich Interessierten den Kohl nicht fett machen, und im Interesse der Bilanz mal eben vor den Kopf gestoßen werden können scheint konsens zu sein.
    Das Signal ist klar: die Krankenkassen brauchen mehr Trottel, denn den Gebildeten und Informierten lässt sich kaum noch was verkaufen.

  5. #7 Karl Mistelberger
    20. Mai 2017

    Nicht bleibt so wie es war und es kommen noch interessante Entwicklung auf uns zu:

    Dr. Brawley noted that it likely won’t be long before obesity-associated cancers surpass tobacco-associated cancers as the main causes of preventable cancer mortality.

    aus: https://sciencebasedmedicine.org/contrary-to-what-we-are-frequently-told-we-are-not-losing-the-war-on-cancer/

  6. #8 RPGNo1
    20. Mai 2017

    @rolak
    Danke für die Unterstützung und Korrektur. Was so ein Pünktchen alles ausmachen kann. :)

  7. #9 Joseph Kuhn
    21. Mai 2017

    @ rolak, RPGNo1:

    Danke. Damit wäre der Link auf den springenden Punkt gebracht. Oder um denselben.

  8. #10 Mezis
    München
    21. Mai 2017

    Die Förderung durch die Techniker wird vermutlich über den Selbsthilfetopf finanziert. Marketing kommerzielle Angebote sollte damit nicht bezahlt werden. Die Techniker wird das aber geprüft haben.

  9. #11 gedankenknick
    22. Mai 2017

    Und dann schauen wir mal, auf welchem Platz der Gehaltsliste der Vorstand der TK es im Ranking so bringt: http://www.krankenkassen-direkt.de/kassen/vorstandsbezuege/

    Ah ja…

    @ChemDoc
    Das mit dem “Entlassen” wird da wohl nix werden, bei so einem Posten würde ich mich auch adhäsiv und kohäsiv mit dem Bürostuhl verbinden…

  10. #12 Rita Lassen
    Berlin
    24. Mai 2017

    Wo veranstaltet das? will auch teilnehmen.Danke

  11. #13 Joseph Kuhn
    24. Mai 2017

    Nur am Rande: Manche Krankheiten sind für die Betroffenen, manche auch für ihre Ärzte in ihrer Genese rätselhaft. Keine eindeutige Antwort zu haben, ist für viele verständlicherweise schwer zu ertragen und manche suchen Antworten auf seltsamen Wegen. Ein Leser hat mich darauf hingewiesen, dass der VHUE e.V. gerade einen Vortrag des Physikers Friedrich Balck bewirbt:

    “Bewusstsein und Materie” – dieser Vortrag von Prof. Friedrich Balck zeigt auf, dass das physikalische Weltbild wesentlich erweitert werden muss. Was das mit unserer Gesundheit zu tun hat? Eine ganze Menge, denn dort, wo sich natürliche und technische Felder überschneiden, gibt es sogenannte “hot spots”, die häufig unserer Gesundheit sehr abträglich sind.”

    Ich glaube nicht, dass hinter der Aussage, “hot spots” seien “häufig unserer Gesundheit sehr abträglich” auch nur eine belastbare epidemiologische Studie steht und ich glaube auch nicht, dass an Friedrich Balcks psychopyhsikalischen Spekulationen zu “Psi-Tracks” und dergleichen etwas dran ist. Aber das raunende “Es gibt mehr zwischen Himmel und Erde …” scheint eigenartigerweise eher befriedigende Antworten auf Fragen wie “warum ich” zu liefern als ein “wir wissen es nicht”.

    • #14 ChemDoc
      24. Mai 2017

      Eigentlich nur eine Frage zu Herrn Balck: trägt er bei seinem Vortrag einen langen schwarzen Mantel mit Sternen darauf und einen spitzen Hut?

    • #15 rolak
      24. Mai 2017

      Ich glaube nicht

      Da haste Dein Kernproblem exaktemang aufgespießt, Joseph. Wie kannst Du Ungläubiger es auch wagen, an den Eingebungen eines Menschen zu zweifeln, der einen eigenen wikiEintrag hat…

      Sterne, spitzen Hut?

      Noch nicht gesehen, ChemDoc, aber er trägt des öfteren mindestens so erheiterndes DrahtSpielzeug durch die Gegend.

      • #16 ChemDoc
        24. Mai 2017

        Den Eintrag hat er sich wohl verdient.
        btw: Der Schwager eines Freundes konnte sogar Kraftfelder SEHEN. Jedenfalls, wenn er seine Neuroleptika nicht eingenommen hatte.

  12. #17 Joseph Kuhn
    24. Mai 2017

    @ rolak:

    Die Recherche seines Ruhms hatte ich sträflich unterlassen.

  13. #18 rolak
    24. Mai 2017

    Kraftfelder SEHEN

    ‘The electric eels are nibbling my brain’ war ein Klassiker zu dem Thema, ChemDoc, fiel damals allerdings nach der Einnahme gewisser Psychotropika.

    sträflich

    Muß man wissen, Joseph. Also dann: Axel Stolls gesamtes Oeuvre auf YT, bis Samstag.

    (Untermalung)

  14. […] Mitnichten – sondern geschäftstüchtiges Kalkül. Auch 2017 ist die TK beim VHUE wieder mit an Bord, lesen wir im Science-Blog Gesundheits-Check: […]

  15. #20 Joseph Kuhn
    4. Juni 2017

    Update:

    Wie Bernd Harder von den Skeptikern im Blog dort schon vor ein paar Tagen mitgeteilt hat: Es wird kein Grußwort des TK-Landeschefs geben. Auf der Seite des Vereins heißt es dazu ohne nähere Information: “Herr Christian Bredl / TK Bayern wird das Grußwort der 12. Umwelttagung nicht halten.”

  16. #21 Diplomphysiker Dr. rer. nat. Stefan Spaarmann
    Taucha
    13. Juli 2017

    Hallo Herr Kuhn. Zu meinem Bedauern muss ich ihnen eine fachliche Qualifikation und Seriosität nach diesem Beitrag absprechen. Urteilen Sie immer, ohne sich zu informieren, haben Sie Angst, Ihre Einstellung korrigieren zu müssen, sind Sie allwissend ? Seriös wäre es gewesen, sich die Beiträge auf der Tagung anzuhören, sich an der Diskussion zu beteiligen und dann ein Urteil zu fällen. Das haben Sie unterlassen und sich damit disqualifiziert.
    Den größten Bock haben Sie mit der Behauptung geschossen, früher wären die Leute gestorben, bevor sie Krebs bekommen konnten. Dies ist ein Ammenmärchen, das Sie besser weggelassen hätten, wenn Sie ernst genommen werden wollen. Sie verhöhnen nämlich damit die vielen Krebskranken, die es schon in jungen Jahren erwischt, obwohl sie nie geraucht oder Alkohol getrunken haben. Dafür sollten Sie sich schämen.
    Sie sind so weit von der Realität weg, dass es ich nicht lohnt, Ihren Beitrag weiter zu kommentieren. Welchen Zweck verfolgen Sie oder diejenigen, die Sie dazu animiert haben ? Sie haben nur die eine Chance, sich die DVDs mit den beiden Vorträgen des Chemikers von internationalem Ansehen Dr. Ionescu zu besorgen, um Ihre massiven Wissensdefizite zu verringern. Vielleicht gelingt es ihnen, nur Mut, verzweifeln Sie nicht.
    Getrauen Sie sich, sich danach zu korrigieren und zu entschuldigen ? Auch bei der TK ? Darauf bin und die anderen, die Ihren Beitrag gelesen haben, gespannt.

  17. #22 Ursula
    13. Juli 2017

    @Stefan Spaarmann

    Den größten Bock haben Sie mit der Behauptung geschossen, früher wären die Leute gestorben, bevor sie Krebs bekommen konnten. Dies ist ein Ammenmärchen, das Sie besser weggelassen hätten, wenn Sie ernst genommen werden wollen. Sie verhöhnen nämlich damit die vielen Krebskranken, die es schon in jungen Jahren erwischt, obwohl sie nie geraucht oder Alkohol getrunken haben

    Niemand verhöhnt hier irgendwen. Das größte Krebsrisiko ist mal nun das Alter. Statistiken gibt es genug dazu. Im Umkehrschluss heißt das natürlich nicht, dass junge Menschen nich an Krebs erkranken können, nur die Wahrscheinlichkeit ist geringer. Verstehendes Lesen darf man schon voraussetzen – oder?

    Sie sind so weit von der Realität weg, dass es ich nicht lohnt, Ihren Beitrag weiter zu kommentieren.

    Doch, doch! Das ist nämlich der Sinn eines Kommentarbereiches – zu kommentieren.
    Und wenn dies noch mit nachvollziehbaren Argumenten geschieht umso besser.
    Kleiner Tipp: Die Angabe eines akademischen Titels
    macht ihr posting um nichts schlauer.

  18. #23 ChemDoc
    13. Juli 2017

    Wes Geistes Kind Herr Spaarmann ist, können wir hier lesen: https://www.psiram.com/de/index.php/Provokant
    Und der oben erwähnte, international berüchtigte Herr Ionescu hat auch einen Eintrag: https://www.psiram.com/de/index.php/John_Gruia_Ionescu

  19. #24 Ursula
    13. Juli 2017

    @ ChemDoc
    hab es eben auch gerade entdeckt. Oje!

    • #25 ChemDoc
      13. Juli 2017

      Da hat sich also einer der Böcke, die gern Gärtner wären, höchstpersönlich zu Wort gemeldet.
      Und spricht von Realität.

  20. #26 Joseph Kuhn
    13. Juli 2017

    @ Diplomphysiker Dr. rer. nat. Stefan Spaarmann

    “Seriös wäre es gewesen, sich die Beiträge auf der Tagung anzuhören, sich an der Diskussion zu beteiligen …”

    Bitte haben Sie Verständnis, dass ich mich “so weit von der Realität weg” auch wieder nicht bewegen möchte.

  21. #27 Norbert
    Erlangen
    14. Juli 2017

    Das Thema selbst leidet offenbar unter dem menschenverurteilenden Geist mancher Autoren hier. Dabei ist das Thema “umweltbedingte Erkrankungen” zu wichtig um davon durch Geplänkel – oder Recherche von diversen Lebensläufen – abzulenken. Der Autor des Eröffnungsbeitrags beschäftigt sich ausweislich seiner Selbstbeschreibung primär mit Statistiken anstatt mit medizinischen Fachartikeln und aktuellen klinischen Forschungsergebnissen. Freilich könnte man ihm Themaverfehlung vorwerfen, wenn er etwas über die aktuellste klinische bzw. wissenschaftliche Erkenntnislage über die Entstehungswege und -risiken für Krebs schreibt. Jedenfalls, auf der gegenständlichen Umwelttagung der VHUE (01.07.2017) habe ich kritisch zugehört. Und da kamen, neben dem Thema Alkohol etc. die anderen, modernen Faktoren, insbesondere auch Umweltfaktoren, offen zur Sprache.

    Zwischenfrage: Ist das da eigentlich ein Weinglas auf der re. Abbildung des Autors des Eröffnungsbeitrags?

    Der Autor des Eröffnungsbeitrags hätte durch eine Teilnahme für sich und seine Lieben wahrscheinlich einige Erkenntnisse gewonnen, für die er dankbar wäre. Die Referenten haben u.a. gesellschaftliches sowie wissenschaftliches Engagement und tiefgehende Fachkenntnisse bewiesen. Stellenweise wurde auch präventiv anwendbares Wissen vermittelt, welches m.E. durchaus dazu führen könnte bzw. das manche Menschen ggf. davon abhält, überhaupt je Patient zu werden …

    Schlachten werden nicht am Schreibtisch gewonnen. Das Leben findet in der Realität statt, nicht in der Welt von Statistiken. Warum es nur eine einzige Kasse ist, die solcheine wertvolle Veranstaltung, wie ich Sie am 01.07.2017 miterlebt habe, fördert, ist für mich als priv. Teilnehmer nicht nachvollziehbar. Wahrscheinlich steckt eine Pharmalobby dahinter, die nicht möchte, dass aktuellstes spezifisches Fachwissen in die Öffentlichkeit gerät – und die daher versucht, Einfluss auf Kassen zu nehmen? Der Eindruck entsteht zumindest. Mal sehen, was mit diesem Beitrag passiert.

    • #28 Joseph Kuhn
      14. Juli 2017

      @ Norbert:

      Wo Sie hier einen “menschenverurteilenden” Geist am Werk sehen, wird wohl Ihr Geheimnis bleiben bzw. Ihr Synonym für Kritik sein. Gläubige reagieren ja bekanntlich immer etwas allergisch auf Kritik, egal an was sie glauben. Meine Äußerungen im Blogbeitrag zum Trend bei Krebs und zu Krebsrisiken sind alle belegt, folgen Sie einfach den Links. Wenn Sie eine konkrete Äußerung für falsch halten, sagen Sie doch, welche. Menschenverachtend sind bestenfalls Therapeuten, die Krebskranke mit obskuren Angeboten wie schwarzer Salbe, MMS oder Homöopathie von einer wirksamen Behandlung abhalten. Sind Sie so einer, oder nur einer der anonymen Heckenschützen aus dem Umfeld des VHUE, die ihrer verlorenen Finanzquelle TK hinterhertrauern?

      Aprops Finanzierung. Schön, dass Sie auch den Standardvorwurf vorbringen, hier würde wohl die Pharmaindustrie im Hintergrund stehen, um unbequemes Wissen zu denunzieren. Für Eingeweihte wie Sie ist es sicher kein Geheimnis, dass ich darum hier regelmäßig kritische Beiträge über die Pharmaindustrie schreibe, damit das ja keiner merkt, und über umweltbedingte Krebsrisiken, wie Dieselabgase.

      “Das Leben findet in der Realität statt, nicht in der Welt von Statistiken.” Das ist zweifellos richtig. Aber das Leben verstehen, geht manchmal nicht ohne Statistien. Und Krebsrisiken dingfest zu machen, geht gar nicht ohne Statistiken, es sei denn, man hat “höhere Einsichten”. Haben Sie welche?

    • #29 ChemDoc
      14. Juli 2017

      Wer sich kritisch über Pseudomedizin äußerst, gehört NATÜRLICH zur Pharmalobby.
      Dass die Produzenten von Homöopathika Teil dieser Gemeinschaft sind, haben die Verschwörungstheoretiker natürlich noch nie gehört. Und sie sind auch nicht in der Lage, mal in die Mitgliederlisten unserer Pharmazieverbände reinzugucken:
      https://www.bah-bonn.de/der-verband/unsere-mitglieder/
      http://www.bpi.de/bpi/mitglieder/mitgliederkarte/?tx_bpimaps_pi1%5Bmode%5D=list
      Nein, das ist zu viel verlangt. Stattdessen macht man sich lieber jahrzehntelang mit demselben abgedroschenen und ungültigen Argument lächerlich.

  22. #30 Karin
    14. Juli 2017

    Da hat sich eine Patientenverarsche-Sekte offenbar verabredet, Kritik als Pharmalobby hinzustellen. Das ist so eklig.

  23. #31 RPGNo1
    14. Juli 2017

    @”Diplomphysiker Dr. rer. nat.” Stefan Spaarmann
    Die akademischen Titel wohl im Lotto gewonnen? Oder doch bei einer Titelmühle gekauft?

    Denn wer sonst stellt den Diplomphysiker als Erstbestandteil seiner Person heraus, obwohl er doch promoviert haben will und einen Doktortitel zuerkannt bekam?

    @Norbert
    “Pharmalobby” ist notiert. BINGO!
    Hat jemand noch eine weitere Bullshit-Bingokarte zur Hand? Ich möchte gerne weiterspielen.

  24. #32 Ursula
    14. Juli 2017

    Es ist deutlich zu merken, dass sich die Kommentatoren “Spaarmann” und “Norbert” gewöhnlich in anderen Kreisen bewegen.
    Ersterer glaubt, das Aufzeigen belastbare Argumente erledigt sich von selbst druch Angabe eines Titels.(es gibt durchaus Menschen, die sich sehr davon beeindrucken lassen), zweiterer denkt, dass sein “kritischer” Beitrag möglicherweise nicht erscheint, was bei Schlangenölverkäufern auch relgelmäßig passiert.

  25. #33 Joseph Kuhn
    15. Juli 2017

    Eine Referentin der Tagung, die Heilpraktikerin Sabine Linek, wurde immer wieder von dem Esoterikpfarrer Fliege durch sympathisch gemachte Talkshow-Auftritte gefördert. Die Filme findet man bei Youtube. Es stehen einem dabei die Haare zu Berge, so man noch welche hat. In einem der Filme erklärt Frau Linek z.B., dass sie Krebs durch Ozon heilt, abgestorbene Leberzellen durch Homöopathie wiederbelebt, Borrelien in der Sauna absterben oder eine Koloskopie nicht so ratsam sei (etwa bei 21.05), in anderen Filmen geht es um MS und andere Krankheiten, eine wahre Wunderheilerin eben.

    Das Duo Fliege/Linek kommt so nett rüber, das war und ist sicher nicht ohne Wirkung. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie viele Menschen womöglich durch die Sendung und die Youtube-Videos von einer rechtzeitigen ärztlichen Behandlung abgehalten wurden. Ein Beispiel mehr dafür, dass es mit dem Heilpraktikerunwesen so nicht weitergehen kann und die Gesundheitsämter endlich in die Lage versetzt werden müssen, diesen Geschichten einen Riegel vorzuschieben.

  26. #34 Beobachter
    1. August 2017

    Update:

    Aktuell wirbt der VHUE e. V. für den sattsam bekannten Dr. rer. nat. Stefan Lanka (“Masernprozess”, Impfgegner, Anhänger der Germanischen Neuen Medizin, usw.) und sein “Gedankengut”:

    http://www.umweltbedingt-erkrankte.de/umweltpolitik/292-online-selbstheilungskonferenz.html

  27. […] kurzem hatten wir hier über den seltsamen „Verein zur Hilfe umweltbedingt Erkrankter e.V.“ und eine von ihm […]

  28. #36 Beobachter
    2. August 2017

    Dass man beim VHUE e. V. offensichtlich an das “Gedankengut” eines Stefan Lanka und an “Chemtrails” glaubt und Entsprechendes bewirbt und als “wissenschaftlich” weiterverbreitet, ist weder witzig noch als lächerlich abzutun.

    Denn für Unbedarfte/Uninformierte stellt sich dieser Verein als seriös und glaubwürdig dar:
    durch seines Status der Gemeinnützigkeit (mit allen steuerlichen Vorteilen) –
    durch die Förderung durch die Techniker Krankenkasse –
    durch die “namhaften” (Umwelt-)Mediziner und Akademiker als Gründungsmitglieder und im “Wissenschaftlichen Beirat” –
    durch den Vorsitzenden, der Leiter einer “Spezialklinik” ist.

    …” wenn die alle dahinterstehen, dann kann es nur etwas Seriöses sein, denn die müssen es ja wissen” … – so denkt man sich.

    Zu den Gründungsmitglieder gehören drei Umweltmediziner und Vorstandsmitglieder des DBU, die auch Leitlinien für die Klinische Umweltmedizin erstellen (Bartram, Huber, Müller) ! :

    http://www.dbu-online.de/ueber-uns/vorstand.html

    Zum “Wissenschaftlichen Beirat” gehören Vertreter aus Medizin, Zahnmedizin und Biologie/Physik, die kritischen Zeitgenossen aus dem Psiram-Wiki bestens bekannt sind (Mutter, Lechner, Warnke).
    Und auch zwei Rechtsanwälte …

    Der Vereins-Vorsitzende und “Umwelt-/Spezialklinik”-Leiter Ionescu hat im Psiram-Wiki eine eigene Seite und erreichte zuletzt traurige “Berühmtheit” durch eine Wundermittel-Chlorbleiche-MMS-“Therapie”/-Verordnung (bei einem Kind!) in seiner Klinik.

    http://www.umweltbedingt-erkrankte.de/unser-verein.html

    https://www.psiram.com/de/index.php/John_Gruia_Ionescu

    Auf welchen skandalösen Abwegen befindet sich die deutsche Umweltmedizin?!

  29. #37 anderer Michael
    2. August 2017

    Norbert
    In Erlangen bin ich zur Schule gegangen und habe studiert. In Erlangen und Umgebung gibt es manche ungewöhnlichen Leute, obwohl Vernunft und rationales Denken im Vordergrund stehen. Ich weiß nicht, wie alt du bist. Kannst du dich an den alleinigen Vertreter der Gruppe “Wir fahrradeuphorischen Epikureer erinnern”.
    Der hatte Charme und war irgendwie originell. Vielleicht ein bisschen durchgeknallt. Aber irgendeinen Schaden hat er nicht angerichtet ( nach meiner Erinnerung).
    Nur schon bei MMS und seiner Anwendung bei Kindern bekomme ich einen so dicken Hals, dass ich an der Grenze bin , gegen die Netiquette zu verstoßen.
    Was mich bei deinem Kommentar besonders nervt.Klar ist das ein Weinglas, welches Herr Kuhn in der Hand hält.Was denn sonst? Wie eine Saucière sieht es nicht aus. Wieso diese plakative Frage?Jeder der das Weinglas anklagend oder scheinbar suffisant erwähnte , hat nur Unredliches von sich gegeben und du bist keine Ausnahme.

  30. […] gibt es eigenartige Vereine, die sich die Hilfe für umweltbedingte Erkrankte auf die Fahne geschrieben haben, aber die, die Hilfe brauchen, in einen obskurantistischen […]

  31. […] Der vollständigen Artikel ist direkt hier abrufbar. […]

  32. #40 Beobachter
    12. September 2017

    Lesenswert:

    http://www.sueddeutsche.de/wissen/medizin-krebsmedikamente-milliarden-fuer-wenig-wirkung-1.3661520

    ” …. Es ging um die galoppierende Preisentwicklung im Gesundheitswesen – und alle waren sich einig: Es sei illusorisch, dass weiterhin jede Behandlung für jeden bezahlt werden könne. Rationierung und Priorisierung in der Medizin wären unvermeidlich, auch wenn sich kaum jemand traue, diese tabuisierten Begriffe offen auszusprechen….”