Ulrich Kutschera hat bekanntlich vor einiger Zeit seinen Weg von biologistischer Borniertheit zu politischer Borniertheit weitgehend vollendet und ist Mitglied des Kuratoriums der AfD-Stiftung geworden. Auch mit dem rechtsklerikalen „kathnet“ hat der selbsterklärte Atheist und einst wackere Kämpfer gegen den Kreationismus schon lange seinen Frieden gemacht. Man hat schließlich gemeinsame Feinde.

Heute hat er auf „kathnet“ wieder seine Ansichten zu Homosexualität, Priestertum und Kindesmissbrauch zu Besten gegeben. Anlass waren die kürzlichen Äußerungen des Papstes, Homosexuelle sollten nicht als Priesteramtskandidaten akzeptiert werden. Das ist übrigens selbst dem religions- und kirchenfreundlich gesinnten Matthias Drobinski von der Süddeutschen zu viel. In seinem „Doppelmoral“ überschriebenen Kommentar kritisiert er im Zusammenhang mit den Missbrauchsfällen die verklemmte Sexualmoral der Kirche und die fehlende Achtung vor dem Anderen und stellt fest: „Dagegen hilft aber nicht, die schwulen Priesteramtskandidaten zu feuern. Es muss sich das Denken ändern.“ So kann man die Dinge sehen, wenn man nicht alles für biologisch determiniert hält.

Bei Kutschera ist das anders. Da geht es nicht um kirchliche Sexualmoral und überkommene Ausbildungsformen für angehende Priester, sondern um Biologie. Homosexuelle könnten zwar nichts für ihre Neigung, so Kutschera, es handle sich ja „um eine angeborene Veranlagung, die auf vorgeburtlich von der Norm abweichende hormonelle bzw. immunologische Prozesse basiert“, aber irgendwie macht sie das zugleich zu Gefährdern:

„Sexueller Missbrauch durch geborene Homoerotiker, die als Stiefväter genetisch nicht verwandter Jungen in ihre Obhut nehmen (hingebungsvolle Kleriker, analog schwuler Männer-Paare als „Adoptiveltern“), stellt eine nicht zu leugnende Gefährdung potenzieller Opfer dar (2).“

Die Literaturreferenz (2) ist sein Feminismus-Hasser-Buch „Das Gender-Paradoxon“. Einerseits sind die Homosexuellen also „eine nicht zu leugnende Gefährdung“, andererseits weiß Kutschera, dass man bei dem Thema vorsichtig sein muss:

„Mit diesen aus kirchlicher wie biowissenschaftlicher Sicht getroffenen Aussagen sollen aber keineswegs alle schwulen Männer (bzw. lesbischen Frauen) unter „Generalverdacht“ gestellt werden.“

Es gehe nur „um statistische Mittelwerte, ohne ein Individuum anzusprechen“. Sicherheitshalber wird das aber doch gleich noch mal als Gefährderansprache wiederholt, damit die Botschaft nicht verloren geht:

„Die Wahrscheinlichkeit, mit der ein junger Mann (heranwachsender Jugendlicher, Seminarist usw.), der im Schwule-Männer-Milieu aufwächst, als „Objekt der Begierde“ angesehen wird, ist höher als in der heteronormalen Durchschnittsbevölkerung.“

Darüber, dass kathnet die Kirche als „Schwule-Männer-Milieu“ schluckt, mag man sich wundern, die könnten sich ja mitangesprochen fühlen und im kathnet-Milieu würde man das sicher nicht als diskriminierungsfreie Klassifikation ansehen, aber gut, es geht hier nicht um Logik und Denken, sondern um Missbrauch der Biologie im AfD-Männer-Milieu. Ich will damit natürlich nicht die ganze AfD unter Generalverdacht stellen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mann …

Kommentare (78)

  1. #1 Spritkopf
    4. Dezember 2018

    Wer für koth.net Beiträge schreibt, ist schon lange nicht mehr satisfaktionsfähig. Bei diesem Laden publizieren nur vollkommen durchgeknallte Fundamentalisten. Und wie man am Beispiel Kutschera sieht, braucht es nicht mal mehr religiösen Fundamentalismus.

    • #2 Joseph Kuhn
      4. Dezember 2018

      “koth.net”

      Ist da jetzt das “o” falsch oder das “h”?

      • #3 rolak
        4. Dezember 2018

        oder das “h”?

        Im Sinne von ‘stattdessen »z«’?

        • #4 Joseph Kuhn
          4. Dezember 2018

          … weglassen ginge auch.

          • #5 rolak
            4. Dezember 2018

            Klar, wollte nur eine evtl seltener gesehene Variante ins Spiel bringen. Sei bunt und vielfältig, werde Fächer.
            Und zusätzlich ist es imho eine andere Art von ‘falsch’, unabhängig von Wertung, eine andere Sorte Fehler – doch das war mehr ein ästhetischer Bonusanreiz, kein Grund.

  2. #6 rolak
    4. Dezember 2018

    als Stiefväter genetisch nicht verwandter Jungen in ihre Obhut nehmen

    Ist das blütenreines copy/paste, Joseph, oder ist vor den Jungen das ‘r’ zuviel oder hinter diesen ‘diese’ fehlend?

    Mittelwerte, ohne ein Individuum anzusprechen

    Dat hatter vom leidijen SchrödingerRapistDiskurs geklaut.

    Aber dennoch, dear J, der Schluß auf Kutschera himselfest Darstellung der Kirche als Schwule-Männer-Milieu ist verwegen, er [K] schließt nur nicht aus, daß selbst Seminaristen ([verdeutlichend] ‘nebenher’) im Schwule-Männer-Milieu aufwachsen könnten. Was auch immer so ein SMM sein bzw auszeichnen mag.
    Allerdings ist auch Ks Bewertung der Relevanz dessen, daß weißgottwieviel Mißbrauchsopfer der Kirche männlich sind, ziemlich verwegen – gemessen an der Auswahl beim Klientel (abgesehen von den PersonZeit-anteilig wenigen Firmkandidatinnen).

    PS. wenn mer ens do es: nachgeschaut: ist c/p – jetzt schreibt er also nicht nur inhaltlich, sondern auch formal Blödsinn^^

  3. #7 Joseph Kuhn
    4. Dezember 2018

    @ rolak:

    “Ist das blütenreines copy/paste”

    Selbstverständlich.

    “gemessen an der Auswahl beim Klientel”

    Ja, seine Statistik ist Mist. Die relevante Frage ist nicht, ob homosexuelle Täter überproportional häufig Jungen missbrauchen, sondern ob Homosexuelle häufiger als Heterosexuelle Kinder missbrauchen. Dafür gibt es wohl keine Belege:

    “The empirical research does not show that gay or bisexual men are any more likely than heterosexual men to molest children. This is not to argue that homosexual and bisexual men never molest children. But there is no scientific basis for asserting that they are more likely than heterosexual men to do so.”
    (https://www.mediamatters.org/blog/2010/04/02/expert-donohues-claim-that-most-abusive-priests/162640)

    Von möglicherweise überproportional vielen Schwulen unter Priestern und überwiegend Jungen unter den Opfern auf einen solchen Zusammenhang zu schließen, ist einfach nur dumm, sozusagen Homöopathen-Statistik.

  4. #8 ChemDoc
    4. Dezember 2018

    Chefbiologist wird man, wenn keiner weiß, wie Biologe geschrieben wird. Und auch sonst keiner weiß, was “Biologie” eigentlich bedeutet

    • #9 Joseph Kuhn
      4. Dezember 2018

      @ ChemDoc:

      Kutschera weiß, was Biologie bedeutet, aber er deutet soziale und gesellschaftliche Sachverhalte biologistisch. Ob man in der AfD sonst viel von Biologie versteht, ist nicht so klar, Biologismus können aber auch andere dort.

  5. #10 Alisier
    4. Dezember 2018

    Ausgerechnet kathnet am Abend……na toll, so oft kann ich mir die Augen gar nicht ausspülen bis ich den Dreck wieder raus hab.
    Trotzdem: wie verzweifelt muss er sein, sich so zu erniedrigen? Aber Mitleid? Nö!

  6. #11 rolak
    4. Dezember 2018

    ausspülen

    Ach wie süß, Alisier, alter Noob, wir prohfies nie ohne Schutzbrille.

    Erstaunlicherweise gelang es heute, sich auf den kath-Haufen in der Mitte zu konzentrieren und den ganzen Mist drumrum zu ignorieren. Woran Du auch sofort erkennen kannst, daß der zweite Teil nur eine Hochrechnung aus vergangenen, erlittenen Erfahrungen ist.
    Freiwillig, aber erlitten.

    Jedenfalls hats Herr K geschafft, päpstlicher als der Papst zu sein – für den ist die Ausgrenzung ein Prinzip des Glaubens, für den ScheinRationalisten Ulrich TurTur darüber hinaus eine belegbare Notwendigkeit der Natur.

  7. #12 Alisier
    4. Dezember 2018

    So ist das halt mit halben Konvertiten, die keiner mehr lieb hat (außer Jesus, aber das ist dann auch der einzige), rolak.
    Das mit der belegbaren Notwendigkeit ist in der Tat bedenklich: gib ihnen eine Waffe, und sei sie noch so stumpf, und sie werden versuchen noch blutiger zu agieren als die Originale.
    Kutschera ist halt auf Bewährung und weiß, dass er fast selber auf dem Scheiterhaufen gelandet wäre. darum muss er jetzt denunzieren, was das Zeug hält.

  8. #13 Solarius
    4. Dezember 2018

    sein Feminismus-Hasser-Buch „Das Gender-Paradoxon“

    In dem Buch vertritt er aber durchaus auch feministische Positionen. So setzt er sich darin auch für Frauenförderung ein. Er findet es unakzeptabel, wenn Frauen nur aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt werden.

    Herr Kutschera kritisiert den Feminismus sehr. Kritik ist nun aber nicht dasselbe wie Hass.

    Sein sehr gutes und lesenswertes Buch gibt es inzwischen schon in der zweiten Auflage. Ich kann es nur empfehlen! Jeder sollte es gelesen haben.

  9. #14 Alisier
    4. Dezember 2018

    “Er findet es unakzeptabel, wenn Frauen nur aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt werden.”
    Bahnbrechend! Darauf ist ja vor ihm noch keiner gekommen!
    Wegen dieser ausgelutschten Erkenntnis dann aber ein grottenschlechtes Buch eines gekränkten Männchens zu lesen wäre übertrieben.

  10. #15 Solarius
    4. Dezember 2018

    Kutschera weiß, was Biologie bedeutet, aber er deutet soziale und gesellschaftliche Sachverhalte biologistisch.

    Auf Seite 349 in seinem Buch “Das Gender-Paradoxon” erste Auflage schreibt er folgendes:

    Zitat Kutschera”
    …Den abschließenden Apell, nicht nur die Biologie, sondesrn auch sozio-kulturelle Aspekte bei der Bewertung kontroverser Sachverhalte mit einzubeziehen, unterstütze ich…

  11. #16 Alisier
    4. Dezember 2018

    Den Satz hast Du doch gar nicht verstanden Solarier:
    Gibs zu!
    Ok, Kutschera auch nicht, sonst würde er sich schämen ein solch windelweiches Aussagennnichts drucken zu lassen.
    Und jetzt troll dich Robert.

  12. #17 Solarius
    4. Dezember 2018

    Also gut. Ich versuche es dir in anderen Worten zu erklären: Es sind auch gesellschaftliche Normen, Zwänge, Gewohnheiten etc. dafür verantwortlich, das wir Menschen so leben, wie wir nun einmal leben. Es ist nicht nur die Biologie. – Wobei die Biologie eben doch einen sehr großen Anteil hat. Es sind Hormone, die dafür sorgen, das wir Menschen uns zu Frauen oder Männern entwickeln. Männer und Frauen haben nicht nur einen unterschiedlichen Körperbau. Sie haben auch einen anderen Hormonhaushalt. Bestimmte Medikamente wirken bei Männern anders als bei Frauen. Und viele andere Dinge.

  13. #18 Alisier
    4. Dezember 2018

    Ignoriermodus an.
    No brain, no answer, wie immer.
    Aber extrem peinlich ist es schon, sowas zu lesen. Und das Fremdschämen lässt sich kaum vermeiden.

  14. #19 noch'n Flo
    Schoggiland
    4. Dezember 2018

    Um mal ein bekanntes Zitat (leicht abgeändert) zu bemühen:

    Ich kann von diesem homophoben Dummfug gar nicht so viel in mich hineinfressen, wie ich kotzen möchte.

    Und speziell für Alisier noch ein klassisches Monty-Python-Zitat:

    https://www.youtube.com/watch?v=MrCPIrs90eg

    🙁

  15. #20 Solarius
    4. Dezember 2018

    No brain, no answer, wie immer.

    Du hast keine Frage gestellt.

    Männer und Frauen haben nun einmal unterschiedliche Interessen und Vorlieben. Diese sind zu einem Teil angeboren. Die Biologie erklärt also zum Teil, warum wir Menschen sind, wie wir sind.

    Ein gesellschaftlicher Zwang ist es, wenn man sagt: “Du bist doch ein Mann! Ein Mann muß doch dies und dass tun…”
    In einem solchen Fall sage ich: “Nein! Muss er nicht.”

    Ich bin der Meinung, das jeder Mensch seine Persönlichkeit frei entfalten dürfen sollte. Ohne gesellschaftliche Zwänge. Wenn ein Mann gerne Kindergärtner werden möchte, dann soll er das tun. Niemand hat das Recht, ihm das auszureden. Und trotzdem wird man feststellen, das die meisten Männer in Freiheit einen typischen Männerberuf ergreifen werden. Und die meisten Frauen werden einen typischen Frauenberuf ergreifen. Dafür sorgt die Biologie. Trotzdem: Wenn eine Frau gerne Lastwagenfahrerin werden möchte, dann soll sie das tun. Niemand hat das Recht, ihr das auszureden. Kein gesellschaftlicher Zwang sollte eine Frau daran hindern, einen bestimmten Beruf zu ergreifen. Und kein gesellschaftlicher Zwang sollte einen Mann daran hindern, einen bestimmten Beruf zu ergreifen.

    Ich hoffe, du hast es jetzt besser verstanden. Die Biologie sorgt dafür, das Männer und Frauen “im Durchschnitt” unterschiedliche Berufe ergreifen. Das hat nichts mit Diskriminierung zu tun. Aber trotzdem kann es Männer geben, die gern einen typischen Frauenberuf ergreifen möchten. Keine gesellschaftlichen Zwänge, Normen, Gewohnheiten etc. sollten dem entgegenstehen. Das wäre Diskriminierung.

  16. #21 Joseph Kuhn
    4. Dezember 2018

    @ Solarius:

    Sie hatten Kutschera ja schon treu vor zwei Jahren verteidigt, als sein Buch hier anlässlich der Rezension von Frau Dreyfürst Gegenstand der Diskussion war.

    Jetzt argumentieren Sie, Kutschera verträte in dem Buch “auch feministische Positionen. So setzt er sich darin auch für Frauenförderung ein.” Ich weiß ja nicht, was Kutschera mit “Frauenförderung” meint, belegt sind jedenfalls solche Ansichten von ihm dazu:

    “Die Mehrheit der Normalfrauen…wird von einer kleinen, meist kinderlosen und lesbisch veranlagten selbsternannten „Befreierinnen-Minderheit“ (Mann-Weiber) terrorisiert…man schaue sich nur die Physiognomie prominenter Gender-Damen an, und man wird diese These bestätigt finden.”

    Viel frauenverachtender geht es, glaube ich, nicht mehr. Hier in diesem Blog geht es aber nicht um passend herausgesuchte Zitate aus seinem Buch, es geht auch nicht um eine Neuauflage des Genderthemas, wie es Sie es gerade versuchen, damit wieder alles im Sumpf des Ewig-grüßt-das-Gendermurmeltier versinkt*, sondern es geht um einen ganz konkreten Text bei kathnet von ihm. Verteidigen Sie auch seine Meinung, Homosexuelle würden gehäuft Kinder missbrauchen?

    * Ihren Satz “Die Biologie sorgt dafür, das Männer und Frauen ‘im Durchschnitt’ unterschiedliche Berufe ergreifen” will ich aber trotzdem nicht ganz unkommentiert stehen lassen. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, dass eventuelle biologische Prägungen des Sozialverhaltens historisch an Relevanz verlieren können und eine früher vielleicht stärkere biologische Prägung der Berufswahl immer mehr abnimmt, weil uns die Gesellschaft ermöglicht, insgesamt freier von den Ketten der Biologie zu handeln? Haben Sie z.B. einmal darüber nachgedacht, dass noch vor 100 Jahren viele dachten, Frauen seien physiologisch unfähig zum Studium? Warum Frauen früher nicht Ärztinnen werden konnten, heute aber die Mehrheit in diesem Beruf stellen?

  17. #22 Alisier
    4. Dezember 2018

    Ok, nochmal:
    Kann jemand wirklich so dermaßen merkbefreit sein?
    Dürften ich und andere bitte von derart peinlichem Nichtdenken verschont bleiben?
    Die meisten Sechstklässler sind weiter, und das sollte jetzt keine Beleidigung sein.
    Zur Güte: du merkst wahrscheinlich wirklich nicht, was Du da redest. Bitte verschone Dich und uns, und bleib weg. Wer gar nichts versteht, blamiert sich nur bis auf die Knochen, wenn er das nicht mal merkt.

  18. #23 tomtoo
    4. Dezember 2018

    Ich habe langsam den Verdacht dass es die Taktik einiger ist, einfach nur so einen riesen Haufen Geistigen Schwachsinns abzusondern, das anderen die Lust vergeht sich damit zu beschäftigen.

    • #24 Joseph Kuhn
      4. Dezember 2018

      @ tomtoo:

      Bevor es soweit kommt, wird wieder ganz undemokratisch gelöscht. Versprochen.

  19. #25 Solarius
    4. Dezember 2018

    @Joseph Kuhn
    Ich habe in der Tat in manchen Punkten eine andere Meinung als Herr Kutschera. Herr Kutschera kritisiert ja auch, das Männer in die Kindergärten gedrückt werden sollen. Das wäre nicht gut für die Kinder. (Ich müsste noch einmal nachlesen, was er da geschrieben hat). Nun, wenn Männer in Kindergärten “gedrückt” werden sollen, dann kritisiere ich das auch. Aber wenn ein Mann das will, dann soll er das auch tun dürfen.

    Bezüglich der homosexuellen Männer finde ich Ihr Argument aus Beitrag 7 einleuchtend. Es gibt keinen Grund anzunehmen, das homosexuelle Männer häufiger pädophil sind, als heterosexuelle Männer.

    ===================

    “Die Mehrheit der Normalfrauen…wird von einer kleinen, meist kinderlosen und lesbisch veranlagten selbsternannten „Befreierinnen-Minderheit“ (Mann-Weiber) terrorisiert…man schaue sich nur die Physiognomie prominenter Gender-Damen an, und man wird diese These bestätigt finden.”

    Herr Kuhn, dazu das folgende Zitat:

    „Also die Hausfrau, die sich mein Kollege zu Hause hält, um mit mir besser konkurrieren zu können, weil ich mir so was nicht halte, die unterstütze ich weder steuerlich noch sonstwie. Überhaupt null. (…) Diesen weiblichen Lebensentwurf unterstütze ich nicht, sondern bekämpfe ihn, wo ich ihn treffe.“

    Das Zitat stammt von Heide Pfarr. Und auch hier sage ich: Dazu hat sie kein Recht. Wenn eine Frau das Leben einer typischen “Hausfrau und Mutter” leben möchte, dann hat sie das Recht dazu. Auch das gehört zur Freiheit dazu. Und wenn diese Frau den passenden Mann dazu findet, dann wünsche ich ihr viel Glück.

    Menschen wie Heide Pfarr sind in der Minderheit. Und sie bekämpft die Mehrheit. Also irgendwie hat Herr Kutschera Recht, wenn er sagt, das eine kleine Minderheit von “Feministinnen” hier die Mehrheit der “Normalfrauen” terrorisiert. (Terrorisieren ist vielleicht das falsche Wort).

    Hier möchte ich noch etwas anmerken: Eine Feministin sollte eigentlich dafür kämpfen, das Frauen ihre Persönlichkeit frei entfalten können. Ganz ungehindert von irgendwelchen gesellschaftlichen Zwängen. Heide Pfarr tut das nicht. Im Gegenteil. Im Grunde muß man also sagen, das Frau Pfarr eine Antifeministin ist. Sie kämpft gegen die Rechte der Frauen.

  20. #26 Stephanie
    Hamburg
    4. Dezember 2018

    Mal eine andere Betrachtung auf Schwule-Männer-Milieus:

    Vor einiger Zeit kam ich auf die Hypothese, dass nicht geoutete Schwule-Männer-Milieus zu ernsthaften Problemen führen. Im Artikel oben wird das katholische Schwule-Männer-Milieu angesprochen. Ein anderes Schwule-Männer-Milieu ist in den Führungskreisen der Nazis zu finden gewesen. Genauso gibt es dieses bei Neo-Nazis (auch hier beschrieben) und ein weiters Milieu befindet sich in der Bundeswehr.

    Diesen Milieus ist gemein, das diese in eine straff hierarchischen und nach außen hin homophoben Organisation eingebettet sind. Die inhärente Bigotterie erhöhte die Erpressbarkeit und den Druck zum Schweigen. Wobei in der Bundeswehr versucht wird das Schweigen durch Gleichstellungsgesetze und andere Maßnahmen aufzubrechen um Gewaltexzesse und Mobbing zurückzudrängen.

    Im Gegensatz dazu wird in der katholischen Kirche die Aufklärung nicht ernsthaft vorangetrieben, da die Homophobie für die katholische Kirche wohl als essentiell gelten muss. Diese Situation ist für betroffene extrem belastend, wie ich von einem ungeouteten schwulen katholischen Pfarrer im persönlichen Gespräch erfahren habe. Die Geheimniswahrung ist für die betroffenen existenziell.

    Die Situation in den Nazi-Milieus ist noch gravierender. Die katholische Kirche diskutiert wenigstens in geringem Maße über ihre Homophobie, während in den Nazi-Milieus die Homosexualität einzelner Mitglieder geradezu als Erpessungsmöglichkeit zum Machterhalt mit einkalkuliert wird.

    Diese Milieus sind auch ein extremer Hort für Misogynie, Menschenfeindlichkeit und toxischer Männlichkeit. Ich habe das Gefühl, das diese homophoben Organisationen eine starke Anziehung auf manche “homophobe homosexuelle Männer” ausüben. Homophobie ist oft ein Zeichen von eigenen homosexuellen Gefühlen. Ich denke, dass hier der Selbsthass die Quelle der Exzessivität ist.

    All diese Milieus würden enorm schwinden, wenn die Homosexualität als Normalfall in der Gesellschaft ohne negative Konnotation angesehen würde.

    Ich finde es also überhaupt kein bisschen verwunderlich wenn Kutschera,
    mit seinen homophoben Thesen sich mit der homophoben katholischen Kirche verbündet.

    Das ganz wird noch seltsamer, wenn man nicht nur annimmt, dass homophobe Menschen selber öfter homosexuelle Tendenzen haben, sondern das auch manche homophobe Organisation dann homosexuelle Tendezen im Gründungsmythos zeigen: Jesus? Jesus?

  21. #27 tomtoo
    4. Dezember 2018

    @Alisier
    Nö, glaube nicht das @Solaris=@Robert ist, aber egal.
    Wenn ich schon das Wort ‘Normalfrau’ höre vergeht mir jede weitere Lust zur Diskussion.

  22. #28 Alisier
    4. Dezember 2018

    Von der Einstellung und der völligen Nichteinsicht in einfachste Zusammenhänge her ist es ziemlich gleich, tomtoo. Gibt aber sicher noch mehr von der Sorte. Leider.
    Diskussionen sind in der Tat nicht möglich, sondern es geht nur um die Verbreitung eines Weltbildes, und deswegen wäre konsequente Entfernung schon nicht schlecht.

  23. #29 Wetterwachs
    5. Dezember 2018

    Solarius #21
    “Menschen wie Heide Pfarr sind in der Minderheit.”

    Nö, höchstens vielleicht noch in der Generation der Großväter, wobei ich hier die Großmütter rausnehmen würde, die wahrscheinlich heute in großer Mehrheit Ausbildung und guten Job wählen würden und es bedauern, dass sie damals nicht die Chance dazu hatten.

    Die Gegenüberstellung der beiden Zitate Kutscheras (Mannweiber) und Heide Pfarrs ist ziemlich ekelerregend, impliziert sie doch, das Sie Heide Pfarr als genau das lesbisch veranlagte Mannweib, das “normale” Frauen terrorisiert, definiert haben wollen.

    Erfreulich, was Sie zur Häufigkeit von Pädophilie bei Homosexuellen eingesehen haben. Das ist ja hier Themenbestandteil. Machen Sie jetzt aber ihre frauenverachtende Schmuddelkiste bitte zu.

  24. #30 tomtoo
    5. Dezember 2018

    @Alisier
    Liegt wohl an mir. Könnte sein das ich langsam paranoid werde. Aber diese ständige Wiederholung von Nicht-Argumenten, die auch noch jedes mal wiederlegt werden sollen, reibt an meinen Nerven. Einsteinwiederleger, Globalwarming wiederleger, Flatearther, Genderbesserwisser. Alle immer die selben 100 fach wiederlegten ‘Argumente’. Aber es reist nicht ab. Alles aus dieser alt right Ecke. Evtl. bin ich echt paranoid?

  25. #31 Joseph Kuhn
    5. Dezember 2018

    Update: Kutschera und die “CRISPR-Babies”

    Ein Kollege wies mich darauf hin, dass Kutschera vor kurzem auch im High Impact Journal philosophia perennis (Vorsicht: Ironie) seines Geistesbruders David Berger über die chinesischen “CRISPR-Babies” geschrieben hat:
    https://philosophia-perennis.com/2018/11/29/chinesischer-dna-chirurg-generiert-hiv-resistente-designer-babys/

    Er hält anders als viele Beobachter He für einen “Spitzenforscher”, sich selbst natürlich auch bei diesem Thema für einen “Sachverständigen” und die ganze Aufregung um Hes Eingriff für “Hysterie”. Dass es in Deutschland wie andernorts manchmal nicht ganz sachlich zugeht, wenn das Thema Gen-Editing aufkommt, da hat er wohl recht, aber das Beispiel ist nicht gut gewählt, weil He hier im Alleingang und aus eigenem Gutdünken eine in der Medizin bisher akzeptierte und ihm auch bekannte Grenze (Eugenik) in eimem Humanexperiment überschritten hat.

    Ob Kutschera He als “Spitzenforscher” sieht, weil der als Postdoc in Stanford war, wo Kutschera bekanntlich als visiting scientist aktiv ist, weiß ich nicht, ich bin auch kein Sachverständiger bei dem Thema, frage mich aber, ob man sich als Sachverständiger ausweist, wenn man bei dem Thema als eine von zwei Referenzen sein eigenes, 2019 erscheinendes Buch “Physiologie der Pflanzen. Sensible Gewächse in Aktion” angibt. Eine Publikation in kathnet wäre eigentlich das Mindeste, was man erwarten dürfte.

    Die zweite Referenz ist ein Link zum curriculum vitae Hes, um dessen “enorme Expertise” zu betonen. Dazu wiederum Ed Yong in TheAtlantic: https://www.theatlantic.com/science/archive/2018/12/15-worrying-things-about-crispr-babies-scandal/577234/

  26. #32 rolak
    5. Dezember 2018

    Er hält (..) die ganze Aufregung um Hes Eingriff für “Hysterie”.

    Erstaunlicherweise sind die Gänsefüßchen c/p, keine ZitatKennzeichnung, bzw Zitatkennzeichnung von etwas schon im Original in Gänsefüßchen Auftretendem. Bei

    »Spitzenforscher« (..) »Sachverständigen« (..) »“Hysterie”«

    dürften allerdings einige erstmal unnötig verwirrt werden…

    Was bleibt: Was will uns Herr K damit sagen? Daß die Hysterie, die er konstatiert und als unangemessen brandmarkt, eigentlich gar keine ist und ihn nur unverschämterweise zu diesem Text nötigte? Daß eine dritte Person das Geschehen so bezeichnet, er das aber garnicht so sieht, trotzdem für den Text mal so tut, als wäre #3 im Recht?
    Es bleibt, wie oben gesagt, “nicht nur inhaltlich, sondern auch formal Blödsinn”.

  27. #33 Sven F.
    5. Dezember 2018

    XXXX

    Edit: Kommentar von HansGeorg alias Julia alias … aus den bekannten Gründen gelöscht. JK

  28. #34 SabberTooth
    5. Dezember 2018

    @ Sven F.

    Gibs zu, du bist ein “false flag agent”, der so tut, als wäre er ein AFD-Fanboy, welcher so gar nichts zum eigentlichen Thema beizutragen weiß, allerdings rechte Kampfbegriffe wie “linksgrünen Meinungsmainstream” und “arabische MIgranten” einstreut, um den Eindruck zu erwecken, die AFD wäre eine Nazi-Partei. 😛

  29. #35 Sven F.
    5. Dezember 2018

    XXXX

    Edit: Kommentar von HansGeorg alias Julia alias … aus den bekannten Gründen gelöscht. JK

  30. #36 Spritkopf
    5. Dezember 2018

    Komisch, dass “linksgrüner Meinungsmainstream” immer nur von der rechtsbraunen Schreihalsfraktion ausgemacht wird.

  31. #37 roel
    5. Dezember 2018

    @SabberTooth “false flag agent”

    Den Gedanken hatte ich auch. Durch Fehler in Rechtschreibung und Grammatik versucht er zusätzlich, das angeblich niedrige Bildungsniveau der AFD-Anhänger zu immitieren. Es hat fast geklappt.

    Aber wir haben ihn durchschaut.

  32. #38 SabberTooth
    5. Dezember 2018

    @ Sven F.

    Dein Versuch, AFD-Anhänger als mental sparsam und/oder bösartig darzustellen, war zu offensichtlich.

    Und zur einseitigen Berichterstattung: Ich gebe Ihnen da völlig recht. Nehmen wir das Thema Menschenrechte, z.B. das Recht auf freie Berufswahl von Frauen. Im Sinne einer ausgewogenen Berichterstattung müssen selbstverständlich die Gegner von diesen Menschenrechten völlig gleichberechtigt und -wertig überall und wann sie wollen zu Worte kommen. Man wird doch wohl noch den Frauen die freie Berufswahl untersagen dürfen!!elfzig-1!

  33. #39 Alisier
    5. Dezember 2018

    “….sein eigenes, 2019 erscheinendes Buch “Physiologie der Pflanzen…….”
    Das Cover spricht schon Bände. Ein seriöses Buch zu dem Thema erschiene woanders. Das wird ein klassischer Eso-Schinken, wetten?
    Ich lasse es mir mal als Rezensionsexemplar schicken, und werde meine Rezension dann hier reinstellen.

  34. #40 Adent
    5. Dezember 2018

    @roel

    Durch Fehler in Rechtschreibung und Grammatik versucht er zusätzlich, das angeblich niedrige Bildungsniveau der AFD-Anhänger zu “immitieren”

    Autsch 😉

  35. #41 Hans
    5. Dezember 2018

    @Alisier

    Ne, denke nicht, dass das ein Esoschinken wird – imit Pflanzen kennt er sich ja tatsächlich aus.
    Über die Pflanzenesoterik a la “Bäume kommunizieren und haben ein Bewusstsein!” sagt er ganz vernünftige Sachen (ab ca. min 3:10)
    http://www.youtube.com/watch?v=vUAM-houLQI

    [Link editiert, JK]

  36. #42 noch'n Flo
    Schoggiland
    5. Dezember 2018

    XXX

    Edit: Kommentar gelöscht, da ohne Bezugskommentar nicht mehr verständlich, Sorry. JK

  37. #43 christ
    5. Dezember 2018

    Tomtoo 27
    danke für die Fürsprache. Das Genderproblem , die Transsexualität, Homosexualität und die kirchliche Organisation in einem „Aufwasch“ abhandeln zu können ist nicht zielführend und auch menschlich daneben.
    Seit einiger Zeit habe ich Kontakt mit Travestiekünstlern ,Transvestiten, Männern, die eine Geschlechtsumwandlung gemacht haben , Menschen die beide Geschlechter haben.
    Das ist ein überaus ernstes Thema, weil die Betroffenen oft darunter leiden, weil sie selbst nicht wissen, was sie sind.
    Das sind alles liebenswerte Menschen, die sich um andere kümmern, die selbst eine verschworene Gemeinde bilden. Über die kann ich nichts Negatives sagen.
    Denen jetzt irgendetwas zu unterstellen, das ist infam.
    Jetzt kommen wir zur Gruppe der Geistlichen , die nicht heiraten wollen oder dürfen.
    Da muss man sagen, dass es Menschen ohne Sexualtrieb gibt, oder schwach ausgeprägt.
    Mehr fällt mir dazu nicht ein.
    Für die Homosexuellen brauche ich keine Partei mehr zu ergreifen. Die haben sich die gleichgeschlechtliche Ehe erkämpft und darauf können sie stolz sein.
    Was den Papst betrifft, der scheint mir ein wenig weltfremd und er erfüllt nicht die Hoffnungen, die man in ihn gesetzt hat.

  38. #44 noch'n Flo
    Schoggiland
    5. Dezember 2018

    @ JK:

    Löschung ist schon okay, ich habe mich ja auch zum Mitmachen beim OT hinreissen lassen. Sorry deswegen!

  39. #45 Bullet
    6. Dezember 2018

    Ah, okay… hier hat man sich zum Thema “Kutschera” schon warmgelaufen. Ich dachte gestern, ich müsse abbrechen, als ich im Plazeboalarm was drüber gelesen hatte. Gleichwohl kam mir der dort verlinkte Artikel zum Thema “CRISPR- Babies” nur etwas doof vor. Nicht jedoch von so übler Jauchetiefe wie der hier besprochene Text.
    Wirklich sehr lustig, der Kunde.

  40. #46 Bullet
    7. Dezember 2018

    Und nachdem ich jetzt den von Joseph verlinkten sehr empfehlenswerten Artikel im Atlantic gelesen hab, verstehe ich auch a) die Aufregung über das ganze Thema “CRISPR-Babies” besser und b) warum einem dann bei Kutscheras Stellungnahme dazu die Worte fehlen.
    (Note: gleicher Kommentar geht nochmal in den Plazeboalarm)

  41. #47 yeRainbow
    yerainbow.wordpress.com
    7. Dezember 2018

    hahaha…
    die aufgrund der Biologie von den Geschlechtern unterschiedlich gewählten Berufe. .

    meine Mutter war Friseuse.
    merkwürdig, nur eine Generation zuvor war das ein Männerberuf.
    Köchin, der traditionell weibliche Beruf… Weltklasseköche sind männlich.
    Psychologie studieren vor allem Frauen. die Profs hier sind überdurchschnittlich häufig männlich.

    da kann man mal sehen, und das gibt Kutschera sicherlich glasklar Recht: die Mädels taugen zu nix wirklich richtig.
    sicher ist auch der Mann die bessere Kindergärtnerin.
    vermutlich ist er auch die bessere Mutter (weshalb es ja bis 69 kein Sorgerecht für eine Weibsperson geben KONNTE, hatte der Gesetzgeber darum ja auch klugerweise nicht vorgesehen), man muß nur vorsichtig sein mit dem Stillen. bezüglich des Hormonhaushaltes.

    letztlich muß man aber aufmerksam sein mit den ganzen Nebelbomben der Extremisten. die haben schon immer so getan, als würden sie soziale Themen interessieren.

  42. #48 Solarius
    7. Dezember 2018

    @Josep Kuhn,
    ich habe nun ein paar Tage verstreichen lassen. Ich möchte nun versuchen, die im Anhang von Beitrag 21 gestellten Fragen zu beantworten. Es geht hier nicht um homosexualität. Aber sie haben gefragt.

    ==============================

    In der Tat ist es so, das wir Menschen es schaffen, über unsere biologischen Grenzen hinauszuwachsen. Wir haben es sogar geschafft, uns in die Lüfte zu erheben. – Dazu brauchen wir allerdings ein Flugzeug. Flügel werden uns nie wachsen. Wir Menschen können auch an Orten leben, die uns eigentlich viel zu kalt sind. Wir brauchen dann allerdings warme Kleidung. Und wir heizen unsere Wohnungen. Und, was am wichtigsten ist: Wir machen gern Urlaub in warmen Ländern. Obwohl es uns Menschen gelungen ist, die “biologischen Ketten” abzulegen, bevorzugen wir trotzdem eine warme Umgebung. Wir möchten gern in einer Umgebung leben, die unserer Biologie angepasst ist. Und wenn wir die finanziellen Mittel haben, dann wandern wir sogar aus und kaufen uns ein nettes Haus auf Ibiza…

    An dieser Stelle möchte ich wieder die Zwillingsforschung erwähnen. Herr Kuhn, sie kennen die Ergebnisse der Zwillingsforschung. Eines dieser Ergebnisse ist, das der Einfluss der Gene im Alter zunimmt. Die Gründe dafür sind ganz klar: Wenn wir älter werden, dann verdienen wir mehr Geld in unserem Beruf. Wir haben also viel mehr Möglichkeiten, unsere Persönlichkeit frei zu entfalten. Wir werden auch erwachsener. Wir lassen uns nicht mehr alles von anderen Menschen vorschreiben. Wir sind viel mehr als junge Menschen in der Lage, unsere Interessen und Vorlieben auszuleben.

    Wenn wir also in Freiheit und Wohlstand leben, wenn wir unser Leben selbstbestimmt leben können, dann nimmt der Einfluss der Gene zu. Wir leben dann unsere Gene aus.

    Das ganze passt übrigens zu dem vom norwegischen Soziologen Harald Eia erwähnten Gender-Paradoxon: Je freier und wohlhabender eine Gesellschaft ist, um so eher wählen Frauen einen typischen Frauenberuf. (Wobei man jetzt streiten kann, was ein typischer Frauenberuf ist. Dazu später.)

    Und so sollte man fragen, welche Ketten es sind, die uns fesseln. Sind es biologische Ketten, die uns zu schaffen machen? Oder sind es Ketten, die unsere Gesellschaft uns auferlegt. Ganz sicher gibt es kulturelle Ketten. Solche zum Beispiel: “Ein Mann muss doch…”. – Nein! Muss er nicht. Solche Ketten können wir ablegen. Von solchen Ketten können wir uns befreien. Von “biologischen Ketten” werden wir uns nie befreien. Immer werden wir ein Flugzeug zum fliegen brauchen. Immer wird uns die Wärme lieber sein, als die Kälte. Und ich behaupte folgendes: Immer werden Frauen am liebsten einen typischen Frauenberuf ergreifen, wenn sie frei wählen können.

    Herr Kuhn, wenn sie das ändern wollen, dann müssen sie Zwang anwenden, das heißt, sie müssen die Freiheit einschränken und/oder den Wohlstand einschränken. – Und genau das wird versucht. Sie kennen die Diskussion um das Ehegattensplitting! Früher hat man argumentiert, das das Ehegattensplitting deshalb ungerecht wäre, weil vor allem ganz reiche Menschen davon profitieren. Aber schon dieses Argument stimmt nicht. Für ärmere Menschen ist das Ehegattensplitting sehr viel wichtiger. Es kommt für diese Menschen auf jeden einzelnen Euro an. Ärmere Menschen würde ein Wegfall des Ehegattensplittings viel stärker treffen, als die “Reichen”. Aber dieses Argument wird jetzt gar nicht mehr verwendet. Jetzt hat man ein ganz anderes Argument: Man sagt, das Ehegattensplitting verhindert, das Frauen arbeiten gehen. Es wäre ja so bequem…

    Herr Kuhn, das wäre die Einschränkung des Wohlstandes. – Und bei der Abschaffung des Ehegattensplittings soll es ja nicht bleiben. Feministinnen wünschen sich ja auch eine Abschaffung der Familienversicherung in der Krankenkasse.

    Neben der Einschränkung des Wohlstandes kann man als zweites auch die Freiheit beschränken. Auch das wird versucht. Ich habe ja schon Heide Pfarr zitiert. Sie bekämpft diesen “weiblichen Lebensentwurf” wo sie ihn trifft. Ich möchte noch ein zweites Zitat präsentieren. Es stammt von Simone de Beauvoir:

    …nutzlosesten, nichtigsten Wesen, die das Menschengeschlecht je hervorgebracht hat…

    Damit meint Frau Beauvoir die bürgerliche Hausfrau.

    Auch mit solchen Pöbeleien kann man die Freiheit einschränken. Wie komme ich überhaupt auf Frau Beauvoir? Florian Freistetter hat ein Buch der Feministin Margarete Stokowski zum lesen empfohlen. Und “gefühlt” wird Frau Beauvoir in jedem zweiten Satz erwähnt. Ich bin allerdings immer noch beim ersten Kapitel.

    Ich sage es noch einmal: Wenn sie verhindern wollen, das Frauen typische Frauenberufe ergreifen, dann müssen sie den Wohlstand und die Freiheit einschränken. Sie müssen Zwang anwenden.

    Es bleibt die Frage, was denn typische Frauenberufe sind? Laut Harald Eia wählen Männer am liebsten technische Berufe, während Frauen am liebsten soziale Berufe wählen, in denen sie viel Kontakt mit anderen Menschen haben. Demnach wäre auch Ärztin ein typischer Frauenberuf. Männer würden diesen Beruf auch gern ergreifen. Da die Studienplätze aber nach Abiturnoten vergeben werden, haben Männer öfter das nachsehen, denn sie haben im Durchschnitt schlechtere Abiturnoten. Vielleicht könnten spezielle Aufnahmetests hier für mehr Ausgleich sorgen. In Österreich hat man das gemacht. In den Aufnahmetests waren dann plötzlich die Männer besser. Das hat dann Verantwortlichen dann auch nicht gefallen. Man meinte, die Aufnahmetests würden Frauen benachteiligen…

    Damit habe ich auf ihre Fragen geantwortet.

    Man sollte sich immer wieder die Ergebnisse der Zwillingsforschung vor Augen halten: Viele unserer Interessen und Vorlieben sind zu einem Teil angeboren. Ja sogar Meinungen können vererbt werden. Ich hatte schon an anderer Stelle ein Beispiel für eine Vorliebe gebracht, die zu 100 Prozent angeboren ist und die sehr unterschiedlich auf die Geschlechter verteilt ist!

    Angeborene Interessen und Vorlieben können sie nicht ändern. Sie bleiben immer. Wenn sie gegen die Biologie ankämpfen wollen, dann müssen sie Zwang anwenden.

  43. #49 Alisier
    7. Dezember 2018

    @ Solarius
    Ist es denn wirklich unvorstellbar für Sie, Menschen einzeln zu beurteilen, und ihre Fähigkeiten und Vorlieben zu akzeptieren, ganz unabhängig vom Geschlecht?
    Angeboren kann vieles sein, aber ich empfände es als extrem kontraproduktiv, nicht den einzelnen Menschen mit seinen wirklichen Fähigkeiten zu betrachten, sondern ihn krampfhaft einer Gruppe zuordnen zu wollen.
    Marie Curie ist Marie Curie, und Donald Trump ist Donald Trump.
    Sollen wir nun ausgehend von diesen beiden Einzelfällen Schlüsse über Frauen und Männer ziehen, oder nicht doch lieber jedesmal genau hingucken was jemand wirklich kann, bevor wir ihr oder ihm aufgrund eines Labels (z.B männlich/weiblich oder Deutscher(Ausländer/Wasweißich) Fähigkeiten zugestehen oder absprechen?
    Was meinen Sie?

  44. #50 roel
    7. Dezember 2018

    @Solarius

    ” Ich hatte schon an anderer Stelle ein Beispiel für eine Vorliebe gebracht, die zu 100 Prozent angeboren ist und die sehr unterschiedlich auf die Geschlechter verteilt ist!”

    Kannst du zum besseren Verständnis bitte darauf verlinken?

  45. #51 Solarius
    7. Dezember 2018

    @Alisier
    Genau das habe ich doch ein paar Mal geschrieben. Man kann einem Menschen nicht aufgrund seines Geschlechts eine bestimmte Rolle zuweisen. Eine Rolle wie: “Ein Mann muss doch…”. Die Antwort darauf lautet Nein! Man darf Menschen nicht krampfhaft einer Gruppe zuorden. Da bin ich mit Ihnen einer Meinung.

    Die Interessen und Vorlieben der einzelnen Menschen sind zu akzeptieren. Und zwar ganz unabhängig von seinem Geschlecht. Das gilt aber auch für die “bürgerliche Hausfrau”. Wenn eine Frau in freier Selbstbestimmung ein Leben als “Hausfrau und Mutter” wählt, dann ist auch das zu akzeptieren. Beleidigungen, wie sie Frau Pfarr oder Frau Beauvoir von sich geben, sind dagegen nicht zu akzeptieren. Im Gegenteil. Solche Bemerkungen sind nicht nur frauenfeindlich. Nein. Sie sind vor allem menschenfeindlich.

  46. #52 Alisier
    7. Dezember 2018

    Wenn Sie Sozialisation und anerzogene Rollen komplett ausblenden, dann ist das wenig sinnvoll, Solarius.
    Anderes Beispiel: wenn sich Frauen nur mit Kopftuch wohlfühlen, wie z.B. meine erzkatholische Großmutter seinerzeit, dann ist es ziemlich sicher daneben davon zu reden, dass sie eine Leben mit Kopftuch “gewählt” hat.
    5 Kinder zu bekommen und nie etwas anderes als ihr Heimatdorf zu sehen hat sie dann wohl auch “gewählt”, aus Ihrer Sicht?

  47. #53 Joseph Kuhn
    7. Dezember 2018

    @ Solarius:

    “Je freier und wohlhabender eine Gesellschaft ist, um so eher wählen Frauen einen typischen Frauenberuf.”

    Könnten Sie dazu bitte die Originalstudien verlinken, statt nur einen Männerbündler zu zitieren?

    “Immer werden Frauen am liebsten einen typischen Frauenberuf ergreifen, wenn sie frei wählen können.”

    Und was sie wählen, ist eben ein typischer Frauenberuf, q.e.d.? Früher war der Arzt kein typischer Frauenberuf, heute ist Ärztin ein typischer Frauenberuf. Auf das Beispiel Friseur/Friseurin wurde auch schon hingewiesen. Neuerdings nehmen dafür die Männer in den Reinigungsfirmen den Frauen ihre angeborenen Jobs als Putzfrau weg. Dabei weiß jeder: Die bürgerliche Hausfrau putzt das Klo! Mit Meister Proper! (oder war’s Dr. Oetker?)

    “Wenn sie gegen die Biologie ankämpfen wollen, dann müssen sie Zwang anwenden.”

    Keiner wird gezwungen, in ein Flugzeug zu steigen, um abzuheben. Es ist ein Angebot. Es wird auch keine Frau gezwungen, Medizin zu studieren, obwohl das Ihrer Logik nach kein Frauenberuf sein dürfte, wie jahrhundertealte Praxis doch zeigt, oder etwa nicht?

    “Wenn eine Frau in freier Selbstbestimmung ein Leben als “Hausfrau und Mutter” wählt, dann ist auch das zu akzeptieren.”

    Wenn, dann ja. Wo habe ich etwas anderes behauptet? Sie fackeln mit ihrem Gerede von Zwang und Freiwilligkeit Strohmänner ab. Von mir aus dürfen Frauen sogar Bundeskanzlerin werden, sozusagen Haushaltsvorstand des Bundes sein.

    “Beleidigungen, wie sie Frau Pfarr oder Frau Beauvoir von sich geben”

    Gucken Sie sich die dumme Hausfrauenwerbung aus den 60er Jahren an. Die dort propagierte “bürgerliche Hausfrau” gehört in der Tat zu “den nutzlosesten, nichtigsten Wesen, die das Menschengeschlecht je hervorgebracht hat”. Hervorgebracht ist auch das richtige Wort: es ist eine gesellschaftlich geprägte Rolle.

    Beleidigend finde ich, wie Kutschera über die Frauen spricht. Weil Sie das nicht so gerne hören, hier nochmal Kutscheras Lob der bürgerlichen Hausfrau:

    “Die Mehrheit der Normalfrauen…wird von einer kleinen, meist kinderlosen und lesbisch veranlagten selbsternannten „Befreierinnen-Minderheit“ (Mann-Weiber) terrorisiert…man schaue sich nur die Physiognomie prominenter Gender-Damen an, und man wird diese These bestätigt finden.”

    Wie Sie eingangs zu Recht festgestellt haben, geht es bei alldem nicht um das Thema des Blogbeitrags und Kutscheras abenteuerliche Thesen über Homosexualität, einschließlich seiner blamablen statistischen Argumentation.

  48. #54 Bullet
    8. Dezember 2018

    Ist dieser “Solarius” eigentlich Robert?

    • #55 Joseph Kuhn
      8. Dezember 2018

      Nein.

  49. #56 Robert christ
    8. Dezember 2018

    Bullet
    ein wenig OT ist Rollenverteilung und Vererbung schon.
    In der Tat hat Solarius eine ähnliche Meinung wie ich , was die Rollenverteilung in der Ehe betrifft. Ein Mann hat nun mal keine Brüste, und er hat keinen Pflegetrieb. Und ich finde es richtig, wenn man es den Frauen finanziell ermöglichte, Kinder großzuziehen, ohne berufstätig sein zu müssen. Das würde viele vernachlässigte Kinder vermeiden. Ab 4 Kinder müsste die Anwartschaft auf Altersrente erfüllt sein.
    Wer jetzt schreit, dass ist ja wie beim alten H. , der liegt da richtig. Der hat allerdings mehr an Kanonenfutter gedacht. Um jetzt noch mal zum Thema zu kommen, mit dem Begriff “Schwulenmilieu , das ist provokativ und beleidigt viele Geistliche. Das Thema Homosexualität sollte eigentlich keines mehr sein.

  50. #57 Solarius
    9. Dezember 2018

    @Herr Kuhn

    Hervorgebracht ist auch das richtige Wort: es ist eine gesellschaftlich geprägte Rolle.

    Das behaupten sie hier so einfach. Vielleicht ist es aber auch möglich, das eine freie und wohlhabende Gesellschaft diese Rolle nicht geprägt, sondern erst ermöglicht hat? Eine Rolle, die von den Genen geprägt wird?

    Im übrigen bleibe ich bei meiner Aussage: Herr Kutschera ist nicht frauenfeinlich. Nein. Wer sein Buch liest, erkennt, das genau das Gegenteil der Fall ist. Ich hatte ihnen schon die frauenfeinlichen Zitate von Frau Pfarr und von Frau Beauvoir gezeigt. Es gibt viele weitere solche Zitate. Man muß also sagen, das es der Feminismus ist, der in Teilen frauenfeinlich ist. Speziell zu Frau Beauvoir noch folgendes:

    Zitat aus “Das Gender Paradoxon” von Ulrich Kutschera. Seite 325:

    … Möglicherweise u.a. dadurch bedingt entwickelte Frau de Beauvoir, die als lesbische Dame kinderlos starb, eine pädophile Neigung. Im Jahr 1939 wurde sie von ihrer Lehrer-Stelle suspendiert, weil sie, als Erzieherin, wegen der Vergewaltigung einer Schülerin (minderjährig) angeklagt worden war (Galster 2015)….

    Zum Genderparadoxon verlinke ich ihnen nun keine Studie, sondernden den feministischen Ableger von derstandard:
    https://derstandard.at/2000046512776/Frauen-Gleichstellung-Oesterreich-faellt-international-ab

    Herr Kuhn, das ist kein Wunder. Österreich ist nun einmal ein sehr wohlhabendes Land. Und es ist frei. Und natürlich können Frauen in Österreich frei über ihr Leben entscheiden. Deshalb liegt Österreich auf Platz 52. Herr Kuhn, im Grunde können die Österreicher auf diesen Platz stolz sein. Denn auch in diesem “schlechten” Rang zeigt sich die Freiheit und der Wohlstand, den man in Österreich findet.

    @Robert christ
    Da ich ihre Meinung zur Rollenverteilung nicht kenne, möchte ich meine Meinung dazu noch einmal verdeutlichen: Ich bin ausdrücklich der Meinung, dass man einem Menschen nicht aufgrund seines Geschlechts eine bestimmte Rolle zuschreiben kann. Das würde die Freiheit der Menschen einschränken. Jeder Mensch soll sich in Freiheit selbst verwirklichen können. Jeder Mensch soll sich sein Leben so einrichten können, das er glücklich wird. Und wenn sich zwei Menschen in freier Selbstbestimmung für ein Leben in einer klassischen Familie mit 5 Kindern entschließen, dann ist dies zu respektieren.

    Es ist ja nun einmal so: Überall auf der Welt wählt der überwiegender Teil der jungen Menschen, Männer und Frauen, am liebsten ein Familienmodell mit klassischer Rollenverteilung. Nicht nur in Deutschland oder Österreich. Überall auf der Welt.

    Übrigens wollen auch viele homosexuelle Menschen am liebsten in einer Familie leben. Sie heiraten und adoptieren Kinder und leben tatsächlich ein klassisches Familienmodell mit einem Ernährer und einem, der die Kinder versorgt.

    Und wer das nicht will, der hat in einer freien Gesellschaft auch das Recht, kinderlos zu bleiben und gar nicht zu heiraten. Wer so glücklich wird, der soll so leben. Auch diesem Menschen wünsche ich viel Glück.

    @roel
    Leider finde ich die Stelle nicht mehr, an der ich es geschrieben habe. Es ist offenbar irgendwo tief unter einem der Beiträge von Herrn Kuhn vergraben. Ich muß diese Vorliebe hier also noch einmal beschreiben:

    Fast alle Menschen haben erotische Fantasien. Diese Fantasien möchten wir mit einem anderen Menschen ausleben. Manche Menschen wollen diese Fantasien am liebsten mit einem Mann ausleben, andere Menschen wollen diese Fantasien am liebsten mit einer Frau ausleben.

    Diese Vorliebe für ein bestimmtes Geschlecht meine ich.

    Von dieser Vorliebe wissen wir, das sie zu 100 Prozent angeboren ist. Diese Vorliebe kann durch “Umwelteinflüsse” nicht mehr verändert werden. Das wissen wir, weil man es bereits versucht hat. Es ist auf unserem Planeten keine Therapie bekannt, die aus einem homosexuellen Mann einen heterosexuellen Mann machen würde. Mit anderen Worten: Der Einfluß der Umwelt liegt bei Null Prozent. Demnach ist diese Vorliebe zu 100 Prozent angeboren.

    Von dieser Vorliebe wissen wir zweitens, das sie sehr ungleich auf die Geschlechter verteilt ist. Etwas 95 Prozent aller Frauen haben eine Vorliebe für Männer. Und etwa 95 Prozent aller Männer haben eine Vorliebe für Frauen.

    Dies ist eine Vorliebe, die zu 100 Prozent angeboren ist, und die sehr ungleich auf die Geschlechter verteilt ist.

    • #58 Joseph Kuhn
      9. Dezember 2018

      @ Solarius:

      “Das behaupten sie hier so einfach.”

      Nein. Rollen sind gesellschaftlich ermöglichte Handlungsräume. Was sie eröffnen und was sie verschließen, hängt vom gesellschaftlichen Entwicklungsstand ab. Die Rolle “Feministin” gab es z.B. vor 500 Jahren noch nicht, auch nicht die des “Fußballstars”.

      “Vielleicht ist es aber auch möglich, das eine freie und wohlhabende Gesellschaft diese Rolle nicht geprägt, sondern erst ermöglicht hat?”

      Das ist jedenfalls nicht ganz falsch, aber das “sondern” passt nicht. Rollen vereinen immer Handlungsmöglichkeiten und Handlungsrestriktionen. Wenn Sie meinen, in den 50er Jahren sei die Gesellschaft freier gewesen und habe den Frauen die Rolle der Hausfrau ermöglicht, heute sei sie unfreier und zwinge die Frauen zum Studieren, dann glauben Sie halt daran.

      “Im übrigen bleibe ich bei meiner Aussage: Herr Kutschera ist nicht frauenfeinlich. (…) Man muß also sagen, das es der Feminismus ist, der in Teilen frauenfeinlich ist.”

      Tun Sie das. Es ist Ihr Kopf, der das aushalten muss.

      “Speziell zu Frau Beauvoir noch folgendes …”

      Haben Sie einmal geprüft, ob stimmt, was Kutschera da so salopp Ingrid Galster zuschreibt? Schreibt sie wirklich, dass Simone de Beauvoir ein Mädchen vergewaltigt hat, oder schreibt sie nur, dass es den Vorwurf gab? Und wenn es stimmen würde (ich weiß es nicht): Soll das als anekdotische Evidenz Kutscheras These stützen, dass Homosexuelle zum Kindesmissbrauch neigen? Das wäre dann immerhin mal ein Bezug zum Blogthema. Oder zitieren Sie den Passus nur, weil er für Sie zeigt, dass Feministinnen böse sind? Ich habe ja gehört, dass Hillary Clinton einen Kinderhändlerring aus einer Pizzeria heraus betreibt. Wenn damit Kutscheras Thesen nicht belegt sind, weiß ich auch nicht.

      A propos Evidenz: Es ist zwar OT, aber wo sind jetzt nochmal die Studien, die Ihre These belegen, dass in freien Gesellschaften Frauen typische Frauenberufe wählen? Interessieren würde mich das schon, vielleicht müsste ich ja meine Einstellung überprüfen?

  51. #59 Alisier
    9. Dezember 2018

    Von Bisexualität und von nicht klar bestimmbaren Geschlechtern scheinen Sie noch nie gehört zu haben.

  52. #60 noch'n Flo
    Schoggiland
    9. Dezember 2018

    @ Alisier:

    Ach, sowas sind für die AfD-Fanboys nur irgendwelche abartigen Minderheiten, die vor 80 Jahren doch sowieso gleich ins Lager gekommen wären.

  53. #61 Joseph Kuhn
    9. Dezember 2018

    @ noch’n Flo:

    “die vor 80 Jahren doch sowieso gleich ins Lager gekommen wären”

    Kutschera wird man damit nicht gerecht. Er will keine Bisexuellen ins Lager stecken. Er will, dass er die Lufthoheit über den Genderdiskurs hat, dass sich keine Frauenbeauftragten in Berufungsverfahren einmischen, dass ihm keine Frau widerspricht, wenn er soziale Verhältnisse, z.B. Geschlechterrollen, biologistisch erklären will usw.

    Frauen sollen zu ihm als männlichem Helden und anderen echten Kerlen wie Trump (für ihn ja ein Alpha-Männchen) aufschauen, oder in seinen Stanford-geschulten wissenschaftlichen Worten: “Männer wollen einfach eine nette Frau, mit der man nicht viel diskutieren muss; jung, attraktiv, gut kochen muss sie können, Kinder großziehen.”

  54. #62 Alisier
    9. Dezember 2018

    “Männer wollen einfach eine nette Frau, mit der man nicht viel diskutieren muss; jung, attraktiv, gut kochen muss sie können, Kinder großziehen.”
    Ja, das ist er wohl, der Traum eines Mannes, der eigentlich seine eigene Großmutter heiraten möchte, nur halt in jung. Vor ein paar Jahren gabs noch eine Art Reservoir in fernen Ländern……..scheinbar.
    Waren die gebildeten Asiatinnen aber erst mal hier, kam nämlich oft das böse Erwachen: so devot wie erwartet waren die nämlich gar nicht, und wenn sie es teilweise durch Erziehung waren lernten sie schnell durch Kontakte, dass es hier anders läuft.
    Der Typ Mann wurde übrigens von Gerhard Polt schon vor langer Zeit schlichtweg genial entlarvt:
    https://www.youtube.com/watch?v=e8D3J5RtEXE
    Kutschera scheint aber genau da stehengeblieben zu sein.

  55. #63 Wetterwachs
    9. Dezember 2018

    „Simone de Beauvoir (1908-1986) war eine pädophile marxistische französische Schriftstellerin, Existenzialistin und Feministin …“
    So beginnt der Artikel über Simone de Beauvoir bei WikiMANNia, dem ultimativen Kampfsumpf des entrechteten geknechteten Männchen, das nicht mal mehr seine eigene, ihm angetraute Frau vergewaltigen darf.
    Wenn die Kastrationsangst von Kutschera noch krasser wird, dient er sich demnächst neben kath.net auch noch WikiMANNia an.

    Auf WikiMANNia gibt es einen interessanten Hintergrund-Dialog aus 2010 zu Pädophilie/de Beauvoir:
    http://www.wgvdl.com/forum2/board_entry.php?id=147729

    • #64 Joseph Kuhn
      9. Dezember 2018

      @ Wetterwachs:

      Danke für den Link in den WikiMANNia-Sumpf. Was das Verhalten von Simone de Beauvoir gegenüber ihren Schülerinnen angeht, würde man ihr heute wohl zu Recht vorwerfen, Abhängigkeitsverhältnisse ausgenutzt zu haben. Sie ist für mich keine Säulenheilige, ich sehe mich daher auch nicht veranlasst, sie zu verteidigen. Ich will aber vor allem auch nicht Solarius’ Whataboutism folgen und über sie diskutieren. Thema meines Beitrags waren Kutscheras Aussagen bei Kathnet. Ob an dem von Solarius zitierten Vorwurf Kutscheras, Simone de Beauvoir hätte eine Schülerin vergewaltigt, etwas ist und ob er sich dabei wirklich auf Ingrid Galster stützen kann, konnte ich auf die Schnelle nicht ergoogeln. Wie dem auch sei, Kutscheras Aussagen bei Kathnet werden dadurch nicht wahrer und nicht falscher.

  56. #65 Alisier
    9. Dezember 2018

    Mein Gott….pädophil UND marxistisch…….und dann auch noch mit einem Mann zusammen, dessen Bücher samt und sonders auf dem katholischen Index standen…..da hilft dann selbst Weihwasser nur noch sehr begrenzt.
    Das Bündnis zwischen Ultrakatholen, Pegidisten und Genderallergikern scheint dann doch wohl ein natürliches zu sein.

  57. #66 Alisier
    9. Dezember 2018

    Und welche Werbung kriege ich hier postwendend?
    DHU-Mittelchen gegen Regelschmerzen….. Frauenverachtung per Homöopathie: ein Thema für sich übrigens.

  58. #67 rolak
    9. Dezember 2018

    Weihwasser [hilft] nur noch sehr begrenzt

    Von Anfang an bis immerdar, Alisier: Schon immer nur so weit wie man es sprengseln kann.

  59. #68 Alisier
    9. Dezember 2018

    Und wenn man das Weihwasser nun……..ok, das führt zu weit. Diese Idee behalte ich besser für mich……

  60. #69 RPGNo1
    9. Dezember 2018

    @Joseph Kuhn

    “Männer wollen einfach eine nette Frau, mit der man nicht viel diskutieren muss; jung, attraktiv, gut kochen muss sie können, Kinder großziehen.”

    Das Zitat geht noch wie folgt weiter:

    Das sei in allen Kulturen so. Und er fügt hinzu: “Die Belege sind erschlagend. Ich bin erstaunt und schockiert, wenn ich das immer wieder in der Fachliteratur lese.”

    http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/universitaet-kassel-professor-ulrich-kutschera-zieht-ueber-genderforschung-her-a-1050888.html

    Nicht, dass noch am Ende der Vorwurf des selektiven Zitierens kommt.

    • #70 Joseph Kuhn
      9. Dezember 2018

      @ RPGNo1:

      “Das sei in allen Kulturen so.”

      Einmal davon abgesehen, was sich daraus ableiten ließe, wenn es denn stimmen würde und ob man nicht gut daran täte, nach der Variabilität solcher Muster zu fahnden (gibt es z.B. Unterschiede nach sozialer Lage?), statt nur danach, ob es “in allen Kulturen” patriarchale Vorurteile gibt: Ob seine neuen Freunde von der AfD seine Kulturhomogenitätsthese gut finden? Wo bleibt dann der Unterschied zwischen den arabischen Messermännern und den deutschen Männern, die die Würde der (deutschen?) Frau schützen?

      Das Interwiew ist, wie so vieles, was er von sich gibt, eine einzige Sammlung von Absonderlichkeiten. So will er die science wars befeuern und macht das am Stellenwert von Fakten in den Wissenschaften fest: “Unsere Theorien [er meint die Naturwissenschaften, JK] basieren auf Fakten, während in der Sozialkunde eben vor sich hin theoretisiert wird in aller Regel, und Fakten wenig zählen.” Sozialkunde ist ein Schulfach, das gibt es als Wissenschaft gar nicht. Und von empirischer Sozialforschung hat Kutschera vermutlich so wenig gehört wie von den reichlich faktenfernen String- oder Multiversen-Theorien in der Physik. Aber dass es so etwas gibt, gehört für ihn vermutlich zu den alternativen Fakten.

  61. #71 Solarius
    13. Dezember 2018

    Zu Beitrag 61

    Er will, dass er die Lufthoheit über den Genderdiskurs hat, …

    Frauen sollen zu ihm als männlichem Helden und anderen echten Kerlen wie Trump (für ihn ja ein Alpha-Männchen) aufschauen, …

    Das ist Unsinn!

    Herrn Kutschera geht es darum, das die Gender-Studies falsche Fakten als Wissenschaft präsentieren. Er möchte verhindern, das solche falsche Fakten auch in den Lehrbüchern über die Biologie erscheinen. Herr Kutschera ist übrigens nicht der einzige Biologieprofessor, der dies kritisiert. Herr Kutschera zieht in seinem Buch vergleiche zum Kreationismus. Auch dieser versucht falsche Fakten als Wissenschaft zu präsentieren. Der Vergleich von Gender-Studies und Kreationismus zieht sich durch sein ganzes Buch. Alles was er schreibt, belegt er durch eine umfangreiche Literaturliste.

    Zum Gender-Paradoxon (Gender-equality paradox).
    Eine Studie wäre ganz interessant. Am Ende kommt m an dann doch zum gleichen Ergebnis wie Harald Eia. Ansonsten kann ich ihnen das folgende verlinken:

    https://www.theatlantic.com/science/archive/2018/02/the-more-gender-equality-the-fewer-women-in-stem/553592/

    Den obigen Link habe ich aus der englischen Wikipedia:

    https://en.wikipedia.org/wiki/Gender-equality_paradox

    Dort findet man weitere Links.

    Es ist nun einmal so: Wenn die Menschen frei sind, und wenn sie es sich leisten können, dann achten sie bei der Berufswahl etwas weniger auf das Gehalt. Statt dessen achten sie darauf, das der Beruf ihren persönlichen Neigen entspricht. Deutschland, Österreich und auch die nordischen Länder sind freie Länder. Und es sind wohlhabende Länder. Man kann wohl annehmen, das Frauen ihre Berufe aus eigenem Entscheidung wählen. Und man kann annehmen, das diese Entscheidung nicht auf Diskriminierung beruht.

    Herr Kuhn, sie hatten die (rhetorische) Frage gestellt, ob die Menschen in den 50er Jahren womöglich freier waren, als die Menschen heute.

    Herr Kuhn, womöglich haben sie recht. Und ich weiß: Sie werden mich jetzt auf ein paar Regelungen hinweisen, die teilweise erst in den 70er Jahren geändert worden sind. Die kenne ich selber:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Frauenarbeit

    Ich bleibe trotzdem dabei: Womöglich haben sie Recht. Womöglich waren die Menschen damals zum Teil freier. Womöglich wird die Gesellschaft in unserer Zeit wider etwas prüder.

    • #72 Joseph Kuhn
      13. Dezember 2018

      @ Solarius:

      “Herrn Kutschera geht es darum, das die Gender-Studies falsche Fakten als Wissenschaft präsentieren.”

      In seinem kathnet-Beitrag geht es nicht um die Gender-Studies. Da geht es um eine angebliche Verbindung von Homosexualität und Kindesmissbrauch. Kutschera ist auf ganzer Länge in den braunen Dreck abgeglitten. Gestern hat er bei seinem Geistesbruder David Berger den Focus wegen eines kritischen Beitrags über Frau Steinbach, die Vorsitzende der AfD-Stiftung, des “neomarxistischen Zeitgeistes” bezichtigt. Kutschera über Frau Steinbach: “Frau Erika Steinbach ist eine hoch gebildete, kultivierte Dame, die absolut geradlinig-logisch agiert und daher unsere Hochachtung verdient.” Manche sagen so, manche so.

      “Womöglich wird die Gesellschaft in unserer Zeit wider etwas prüder.”

      Deswegen studieren heute so viele Frauen und werden Ärztinnen? Sehr logisch gedacht. Fragt sich nur, von welcher schrägen Prämisse aus.

      Aber wie gesagt, ich will Ihnen Ihren Helden Kutschera nicht nehmen. Es ist Advent, stellen Sie ihm ein Kerzchen auf.

  62. #73 RPGNo1
    13. Dezember 2018

    @Joseph Kuhn

    Kutschera ist auf ganzer Länge in den braunen Dreck abgeglitten. Gestern hat er bei seinem Geistesbruder David Berger den Focus wegen eines kritischen Beitrags über Frau Steinbach, die Vorsitzende der AfD-Stiftung, des “neomarxistischen Zeitgeistes” bezichtigt.

    Ich habe den Artikel auf dem wohlbekannten (oder sollte ich besser sagen berüchtigten?) Blog Bergers gelesen. Für eine Person, die von sich selbst behauptet, ein Nichtwähler und unpolitisch zu sein, hat sich Kutschera aber sehr politisch geäußert.

    Als […] die deutsche Dauer-Kanzlerdarstellerin widerrechtlich die Grenzen öffnete […] Mainstream-Journalisten […] besteht die DES aus Frauen und Männern, die als Leistungsträger der deutschen Gesellschaft qualifiziert sind und ihr unabhängiges Denkvermögen bewahrt haben

    Diese Zitate und Schlagworte könnten ebenso von einer von Storch, Weidel oder Gauland stammen. 1A-AfD-Sprech.

    Kutschera hat sich inzwischen, ob bewusst oder unbewusst, vollständig von reaktionären und rechtsnationalitischen Gruppierungen vereinahmen lassen. Und er scheint den Kultstatus, den er dort hat, zu genießen. Es ist es traurig, wie eine intelligente Person so weit abgleiten kann, aber es ist nicht verwunderlich. Vera Lengsfeld hat schließlich auch den langen Weg von der linksliberalen Bürgerrechtlerin, die in Bündnis 90/Die Grünen aktiv war, zur offenen Pegida/AfD-Sympathisatin geschafft.

    • #74 Joseph Kuhn
      13. Dezember 2018

      @ RPGNo1:

      “Es ist es traurig, wie eine intelligente Person so weit abgleiten kann”

      Und es ist eine Mahnung, weil es zeigt, dass Intelligenz nicht vor Dummheit schützt und dass Radikalisierungsprozesse nicht nur im islamistischen Milieu vorkommen.

  63. #75 RPGNo1
    13. Dezember 2018

    Und es ist eine Mahnung, weil es zeigt, dass Intelligenz nicht vor Dummheit schützt und dass Radikalisierungsprozesse nicht nur im islamistischen Milieu vorkommen.

    Kein Widerspruch von meiner Seite.

  64. #76 yeRainbow
    yeRainbow.wordpress.com
    15. Dezember 2018

    die eigentliche Frage ist ja…

    wen interessiert es, was Mönnleins wie Kutschera wollen?
    jahrtausendelang hatten die ihre Chance, indem sie die Hand auf allen Ressourcen hatten.
    daß Frau ihre Kinder allein durchbringt, war da nicht ansatzweise vorgesehen.

    heute ist das endlich wieder möglich, obwohl es die “Zivilisation” nach wie vor gern verhindern würde.
    und das schmerzt diese Sorte Mönnlein.

    dazu die Entscheidungsfreiheit der Weibsbilder, mit wem sie vögeln wollen. schlimm, schlimm, er kann nicht mehr über sie entscheiden.
    und stellt er sich da zu blöd an, hat sie auch keine Lust mehr zum Kochen.

    armer Mann

  65. #77 RPGNo1
    15. Dezember 2018

    @yeRainbow

    wen interessiert es, was Mönnleins wie Kutschera wollen?

    Vielleicht solche Personen, die Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, Emanzipation und Gleichberechtigung ungeschehen und das Rat der Zeit 100 Jahre zurückdrehen möchten und in den Äußerungen Kutscheras die “wissenschaftliche” Rückdeckung für ihre Thesen sehen?

  66. #78 Alisier
    16. Dezember 2018

    “Und es ist eine Mahnung, weil es zeigt, dass Intelligenz nicht vor Dummheit schützt und dass Radikalisierungsprozesse nicht nur im islamistischen Milieu vorkommen.”
    Es wäre wirklich an der Zeit, differenzierend an das Thema Bildung und Intelligenz heranzugehen. Aber ich wollte nicht schon wieder mit meiner Leier anfangen, und lieber etwas anderes bemerken:
    Erlittene Kränkungen sind wohl viel wichtiger als vieles andere, wenn es zu Radikalisierungen egal welcher Art kommt. Ob Gauland, Kutschera oder Otto Normalterrorist: für alle sind tief empfundene Kränkungen wohl der wichtigste Auslöser fürs Querschlagen.
    Psychologisieren hin oder her: es ist ein entscheidender Faktor. Was wir daraus schließen oder was wir mit der Erkenntnis sonst anstellen sollte diskutiert werden.