Im 20. Jahrhundert haben totalitäre rechte und linke Ideologien je auf ihre Weise unermessliches Unheil angerichtet. Ganz nebenbei haben sie auch die Wirtschaft der Länder ruiniert, in denen sie an der Macht waren. Trump hat daraus nichts gelernt. Er hat es auch schwer zur Zeit. Erst will Dänemark ihm nicht Grönland verkaufen, jetzt zahlt ihm auch noch China seine Strafzölle mit gleicher Münze heim. Da kann man schon mal richtig ärgerlich werden. So kann man mit der Hegemonialmacht des 20. Jahrhunderts doch nicht umgehen! Der große Dealmaker reagiert wie ein verwöhntes Kind, das seinen Willen nicht bekommt und sucht sich jemanden zum Herumkommandieren. Wenn die Chinesen nicht spuren, dann vielleicht die amerikanischen Unternehmen? Ihnen, so Trump, ist „hiermit befohlen, sich sofort um Alternativen zu China zu bemühen“.

Dass er gegenüber der Wirtschaft das Primat der Politik aufzeigt, ist nicht das erste Mal, damit begannen unsere Trump Lectures hier. Man könnte das als Rehabilitation der ursprünglich einmal freiheitlichen Idee des Sozialismus sehen. Wenn man Sozialismus als eine Perspektive begreift, den Menschen nicht zum Spielball von Profitinteressen zu machen, Freiheit auch als Freiheit von den Zwängen der Kapitalverwertung zu verstehen, ist das ja eine durchaus sympathische Idee. Man könnte dazu natürlich auch soziale Marktwirtschaft sagen (in einem emphatischen Wortsinn, nicht als Orwellscher INSM-Neusprech). Wenn man Sozialismus dagegen so versteht, dass anstelle von Kapitalinteressen Staatsfunktionäre in einer Kommandowirtschaft alles nach ihrer Pfeife tanzen lassen, dann ist das weder eine sympathische Idee noch wird es ökonomisch gut gehen. Siehe die Geschichte des 20. Jahrhunderts. Aber woher soll Trump das wissen?

Kommentare (34)

  1. #1 Tim
    25. August 2019

    Man könnte dazu natürlich auch soziale Marktwirtschaft sagen

    Obacht bei der Begriffsverwendung! Ludwig Erhard war ein Marktradikaler. Mit “sozialer Marktwirtschaft” meinte er, dass die Marktwirtschaft an sich sozial sei – nicht, dass sie erst noch sozial gemacht werden müssen. Unter den einflussreichen Politikern des 20. Jahrhunderts lässt er sich eigentlich nur noch mit Margaret Thatcher vergleichen.

    Auch heute noch sehr zu empfehlen: seine Büchlein “Wohlstand für alle”.

    • #2 Joseph Kuhn
      25. August 2019

      @ Tim:

      “Obacht bei der Begriffsverwendung”

      Ja, das ist unbedingt notwendig. Der Begriff ist eher eine Projektionsfläche als eine wohldefinierte Kategorie. Auch Erhard war übrigens, was das Verhältnis von (unternehmerischer) Freiheit und staatlicher Lenkung angeht, eine schillernde Figur, kurz und prägnant nachzulesen in Manfred Görtemakers “Geschichte der Bundesrepublik Deutschland”: Seine Karriere begann mit der Machtübernahme der Nazis. 1933 wurde er Mitglied der Geschäftsführung des Instituts für Wirtschaftsbeobachtung und 1934 Vorstandsmitglied der “Gesellschaft für Konsumforschung”, beides Nürnberg, sein späteres eigenes Mini-Institut für Industrieforschung wurde u.a. von der “Reichsgruppe Industrie” finanziert. In seinen frühen Nürnberger Jahren, so Görtemaker, sei Erhard der Überzeugung gewesen, das liberale Prinzip habe versagt und nur der Staat könne “Träger der modernen Volkswirtschaft” sein (Görtemaker, S. 142). Vielleicht macht ja Trump, inspiriert von seiner Liebe zu Kim (“we fell in love”), geistig die umgekehrte Entwicklung wie Erhard durch? 😉

  2. #3 Tim
    25. August 2019

    In den 20er und 30er Jahren waren – bis auf wenige Unerschrockene – fast alle fast überall der Meinung, dass nur ein stark eingreifender Staat wirtschaftliche Probleme lösen kann. Da hat Erhard keine Ausnahme gemacht. Man darf nicht vergessen, dass viele Nationalsozialisten eben auch das waren: Sozialisten. Und das auch lange vor Ausrufung der totalen Kriegswirtschaft 1943.

    Wir können nur hoffen, dass Trump – wie Erhard – die richtigen Lehren aus katastrophalen Fehlentwicklungen zieht. Momentan wirkt er leider nicht sonderlich einsichtig.

    • #4 Joseph Kuhn
      25. August 2019

      @ Tim:

      “In den 20er und 30er Jahren waren (…) fast alle fast überall der Meinung, dass nur ein stark eingreifender Staat wirtschaftliche Probleme lösen kann.”

      Nach dem Krieg war sogar die CDU dieser Meinung – als Lehre aus dem Nationalsozialismus.

      “Man darf nicht vergessen, dass viele Nationalsozialisten eben auch das waren: Sozialisten.”

      Man darf auch nicht vergessen, dass viele Nationalsozialisten eben auch das waren: Faschisten. Ob man die “Volksgemeinschaft” als Sozialismus bezeichnen sollte, darüber kann man streiten, zumal nachdem Hitler zu Beginn seiner Diktatur die sozialistische Linie der NSDAP ausgemerzt hatte. Man sollte weiter nicht vergessen: Hitler hatte die Unterstützung des Kapitals, die damaligen Sozialisten, ob demokratisch oder nicht, hatten sie nicht. Ein demokratischer Sozialismus war der Nationalsozialismus jedenfalls nicht. Um den alten Horkheimer zu bemühen: “Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen”.

      Wenn man mit den Begriffen so ahistorisch herumspielt: Müsste man dann Trump, den America-first-Sozialisten, als National-Sozialisten bezeichnen?

  3. #5 wolfhard
    25. August 2019

    Leider wird ein grossteil der Erde von Dilletanten regiert die den Namen Präsident tragen,damit müssen wir uns wohl oder übel abfinden ,denn auch wenn die Regierungen von dem Volk gewählt werden ,kann es sein das das Volk aus 51 Prozent Dummdödeln und die Regierungen sich zu fast 100 Prozent aus Solchigen zusammensetzt,zumindest Die die Minister stellen .Die Anderen 49 Prozent müssen sich damit ausseinandersetzen,z.B. auf den hinteren Sitze im Parlament oder in diesem Blog .In Amerika laeufts wohl etwas anderst ,die Stimmerheit hatte soweit ich weiss Fr.Clinton

  4. #6 RPGNo1
    25. August 2019

    @Joseph Kuhn

    Müsste man dann Trump, den America-first-Sozialisten, als National-Sozialisten bezeichnen?

    Autsch, harter Tobak. Mit so einer Aussage kann man sicherlich so einige Trump-Fans in verschiedenen Foren zur Weißglut bringen.

  5. #7 hto
    26. August 2019

    Lieber Herr Kuhn,
    vielleicht ist es ihnen nicht aufgefallen, aber unsere Wirtschaft ist auch ohne die totalitärsten Faschisten unter uns schon wieder ruiniert – das “Wirtschaftswunder” ist zum “blauen Wunder” mutiert, die “sozialen Errungenschaften” sind als Geschenke auf Zeit enttarnt, denn die “Krisen” haben sie …!?

    Und wenn man die “Entwicklungshilfe” mit berechnet, wobei immer auch die Waffengeschäfte für die logischen Konflikte mitliefen, dann gehen die vielen Toten aus Hunger, Armut, Krankheit und Krieg aufs Konto der Wirtschaft!?

  6. #8 Tim
    26. August 2019

    Nach dem Krieg war sogar die CDU dieser Meinung – als Lehre aus dem Nationalsozialismus.

    Nicht nur (direkt) nach dem Krieg. Aus diesem Grund sind Erhard und die CDU nie miteinander warm geworden – auch dies eine Parallele zu Thatcher und dem Establishment der Konservativen Partei.

  7. #9 hto
    26. August 2019

    Zum Thema China und Sozialismus:
    Es ist schon eine Schande das Sozialismus zu nennen.
    Und wenn es den Chinesen gelingt, diese Welt- und “Werteordnung” mit den Mitteln und Wegen des imperialistischen Faschismus zu erobern, ob es dann noch echte Sozialisten und wirklich-wahrhaftige Visionen OHNE … zu gestalten gibt, das ist berechtigt zweifelhaft – ich habe einige Jahre in einer sozialistischen Bewegung die als radikal bezeichnet wird mitgewirkt, aber nichts bewirkt was wirklich sozialistische und fusionierende Zukunft sein muss, vielmehr war man AUSSCHLIESSLICH an herkömmlich-gewohnter Taktik und Hirnwäsche interessiert, wie die Chinesen.
    Es gibt die FLOSKEL ÜBERGANGSPROGAMMATIK, doch ist diese vage und eher gruselig stumpf-, blöd- und schwachsinnig, eben wie die Realität in der wir “zusammenleben”.

  8. #10 Arthur Dent
    26. August 2019

    Es gab wohl einige Sozialisten um Strasser in der NSDAP. Die haben aber die Partei noch vor 1933 verlassen, als ihnen klar wurde, dass die Differenzen mit der Führung im Grundsatz unüberwindbar waren. Nebenbei anzudeuten, die Nationalsozialisten wären (auch?) Sozialisten gewesen, halte ich gelinde gesagt für problematisch.

    Trump kann einem manchmal schon ein wenig Leid tun. Der arme Kerl hat es wirklich nicht leicht. Da sind einerseits die Medien. Sie besitzen die Frechheit im öffentlichen Interesse zu handeln, sie recherchieren sogar, gehen Dingen auf den Grund, führen Faktenchecks durch und berichtigen die vielen ‘alternativen Wahrheiten’, die er in die Mikrofone hustet.
    Dann ist da noch dieser blöde Kongress, der sich anmaßt die gleiche Macht wie die des Präsidenten zu beanspruchen. Von diesen ’sogenannten’ Richtern ganz zu schweigen, die immer wieder im Sinne der Verfassung Entscheidungen von ihm kassieren.
    Mr. Powell von der Fed hält weiter an der Unabhängigkeit der Institution fest und möchte lieber langfristig planen. Ja, dagegen ist der Iran der beste Freund der USA.
    Hach ja, wie schön wäre es, wenn man wie Wladimir Proteste niederknüppeln lassen, sich ganze Landzungen einfach einverleiben, Abtrünnige vergiften, oder wie Mohammad Kritiker einfach in Säure auflösen oder auf sonstige Weise ins Jenseits befördern könnte.
    Wie schön wäre es, wenn man wie Xi der Wirtschaft einfach Dinge befehlen könnte.

    Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sind immer wieder Hürden auf dem Weg der ‘Selbstverwirklichung’. Einfach weg damit, dann muss man sich nicht mal um die Wiederwahl bemühen.

  9. #11 Dietmar Hilsebein
    26. August 2019

    Ich find’s gut. Trump et al machen die Politik unmöglich. Keine Ahnung wie mir geschieht, ich muß immer an 1.Samuel 8 denken. Wer oder was “Gott” auch immer sein mag -Trump ist es nicht. Wer oder was auch immer “Gott” sein mag, Greta ist es nicht usw. Erlösung gibt es, wenn, dann nur im eigenen Inneren -von außen niemals! Das ist wohl seit ’33 bis heute nicht verstanden worden. Eigentlich schon früher, aber ab ’33 war es zu offensichtlich. Und überhaupt: warum muß man diesen “Erlösern” eine Plattform bieten? Warum muß man diesen “Erlösern” überhaupt Glauben schenken? Man muß schon sehr an sich halten, um in unserer Zeit nicht zum Apokalyptiker zu werden. Die Beschleunigung der Degeneration ist schon sehr erschreckend. Über die Jugend ist schon im Altertum geschimpft worden, doch heute sind die Alten bekloppt! Ein Zeichen mehr.

  10. #12 Basilios
    Jūni Kokuki
    26. August 2019

    Als ob Die Alten früher weniger bekloppt gewesen wären…
    -_-

  11. #13 Dietmar Hilsebein
    26. August 2019

    @ Basilios

    Zumindest gab es warnende Stimmen:
    “Die Staaten gehen zugrunde, wenn man nicht mehr fähig ist, die Guten von den Schlechten zu unterscheiden! Es sei auch absurd, die Spreu vom Weizen zu sondern und im Krieg die Untauglichen auszumustern, von der Politik die Taugenichtse aber nicht fernzuhalten.” (Antisthenes)

  12. #14 hto
    26. August 2019

    Hilsebein: “… dann nur im eigenen Inneren -von außen niemals!”

    Die Bibel richtet sich immer an Mensch und meint ALLE, also ist niemals SO ganz und garnicht richtig!?

    Diese Welt- und “Werteordnung” wird bestimmt von zwei Märchenwelten aus Politik und Religion, die Wahrheit aber ist kein Märchen das man mit Lügen, Intrigen und “Individualbewusstsein” …!?

  13. #15 Alisier
    27. August 2019

    Und nachts wird es dunkel, und zweitausend Jahre alte Binsenweisheiten zu zitieren hilft uns nicht weiter.
    Wir leben hier und jetzt und haben genug informationen um uns vernünftig zu verhalten.
    Pseudoweises Raunen ist immer eine Pest gewesen: auch das wusste schon Anthisthenes sehr genau, und er hätte Ihnen einen saftigen Ar…tritt verpasst, Dietmar Hilsebein.
    Reden Sie gefälligst Klartext anstatt den Gebildeten heraushängen zu lassen, der Sie nicht sind.

  14. #16 Dietmar Hilsebein
    27. August 2019

    @ Alisier

    “Wir leben hier und jetzt und haben genug informationen um uns vernünftig zu verhalten.”

    Wenn einerseits in der Politik es schon ein Fortschritt bedeutet, daß ein Politiker sich einmal nicht daneben benimmt und anderseits es Menschen gibt, die ihre Erlösungsphantasien in den Politikern verwirklicht sehen wollen, dann kann man es schon bedenklich finden. Ansonsten haben Sie mit ihrer Kritik Recht. Ich hätte den dummen Mund halten sollen.

  15. #17 hto
    27. August 2019

    “Wir leben hier und jetzt und haben genug Informationen um uns vernünftig zu verhalten.”

    Also das sehe ich aber ganz anders!
    Wenn wir über die Metapher Gott, bzw. über die Bibel sprechen, spricht Mensch / die Gesellschaft dann von SOZIALISMUS, bzw. von Erkenntnis der zweifelsfrei-eindeutigen Wahrheit / wirklicher Wahrhaftigkeit im selbst- wie massenbewussten Verstand von Vernunft und Verantwortungsbewusstsein???

    • #18 Joseph Kuhn
      27. August 2019

      @ hto:

      Egal, was Sie über Gott denken, man weiß genug, was für eine bessere Welt gut wäre. Trump bleibt da – ein wenig – hinter seinen Möglichkeiten zurück.

  16. #19 hto
    27. August 2019

    Ethik, Moral, “Werteordnung” und “Aufklärung”, haben mit der Grundlage der Binsenweisheiten noch nicht den Höchststand menschlicher Möglichkeiten gestaltet!?

  17. #20 hto
    27. August 2019

    XXX

    [Edit: Kommentar gelöscht. Bitte keine Massen-Posting. Danke. JK]

  18. #21 Dietmar Hilsebein
    27. August 2019

    @ Joseph Kuhn
    “Trump bleibt da – ein wenig – hinter seinen Möglichkeiten zurück.”

    Leider ist Trump ja nur die Spitze des Eisberges einer Politikergeneration, die in unserer Zeit hochgespült wird. Vielleicht wäre es ja an der Zeit, über einen Eignungstest für Politiker ähnlich wie er in der Qing-Dynastie üblich war nachzudenken.

  19. #22 Alisier
    27. August 2019

    Die Politikergeneration wird, zumindest in Deutschland, nicht “hochgespült”, sondern gewählt.
    Und wenn sich Menschen einen starken Mann wünschen, respektive jemanden, der so tut als wisse er bescheid (Horst Schlämmer: “Weisse bescheid!”), dann bekommen sie eben genau das.
    Und wie man darauf kommt die Beamtenprüfung während der Qin-Dynastie wäre dazu geeignet gewesen fähige Politiker auszuwählen erschließt sich mir nicht.
    Es gab schlicht keine Politiker während der Qin-Dynastie, genau so wie es heute keine Politiker in Festlandchina gibt.
    Unsere Demokratie herunterzuputzen wo es nur geht ist zudem kein Verhalten, das irgendwie hilfreich wäre. Außer dass es den Antidemokraten in die Hände spielt.

  20. #23 Alisier
    27. August 2019

    Ich meinte natürlich 清朝, die im Deutschen meist als Qing-Dynastie bezeichnet wird.
    In der Qin-Dynastie war das Beamtensystem noch nicht etabliert.

  21. #24 Dietmar Hilsebein
    27. August 2019

    @Alisier
    “Unsere Demokratie herunterzuputzen wo es nur geht ist zudem kein Verhalten, das irgendwie hilfreich wäre. Außer dass es den Antidemokraten in die Hände spielt.”

    Einverstanden. Nur: um das demokratische System zu retten, muß es sich weiterentwickeln. Lange Zeit war ich sogar ein Anhänger der direkten Demokratie, bis dann Trump und Brexit, AfD usw aufkam. Das ließ mich zweifeln, ob das Volk mündig und die Vertreter kompetent für eine Demokratie sind. Und so kam ich auf die Idee, ob ein Eignungstest für Politiker und ergänzend dazu auch für das Wahlvolk vonnöten ist. Daß man dies nicht eins zu eins aus dem alten China übernehmen kann, versteht sich. Ich erwähnte es nur deshalb, weil es das eben schon einmal in einer zugegeben anderen Form gab.

  22. #25 Joseph Kuhn
    27. August 2019

    Literaturtipp:

    Oben in den Kommentaren kam kurz auf einer eher wortspielerischen bzw. wortassoziativen Ebene das Verhältnis zwischen Nationalismus und Sozialismus auf. Zur Geschichte dieses Verhältnisses ist mir zufällig die vom Berliner Verbrecher-Verlag gerade neu aufgelegte Untersuchung “Faschistische Ideologie” von Zeev Sternhell untergekommen. Er beschreibt, wie sich zunächst in Frankreich, dann auch in Italien und Deutschland, antidemokratisch-nationalistische und antidemokratisch-sozialistische Ideen angenähert und im Faschismus zusammengefunden haben.

    Mit diesen ideologischen Bewegungen gingen schon früh einschlägige Wortsynthesen einher (“nationaler Sozialismus”, “sozialistischer Nationalismus”), und 1903 die Gründung einer National-Sozialistischen Partei durch Pierre Biétry.

    Eines der durchgehenden ideologischen Elemente ist die Herrschaft einer Elite über eine Mehrheit der kleinen Leute, beide vereint in Ablehnung gegenüber einem liberalen, kosmopolitischen Milieu und dessen Orientierung an parlamentarischen Verfahren. Gewisse Parallelen zum Höcke-Flügel der AfD mögen sich aufdrängen.

  23. #26 hto
    27. August 2019

    XXX

    [Edit: Kommentar gelöscht. Immer mehr vom immer Gleichen muss nicht sein. Differenzierung macht klug. Sternhell bemüht sich sogar, den deutschen Nazismus mit seiner biologistischen Grundierung vom Faschismus abzugrenzen, für Sie ist immer alles eins: “Faschismus”. Das Buch von Sternhell fängt mit einem Kommentar zu dieser Begriffsinflation an. JK]

  24. #27 hto
    27. August 2019

    Tja, gutes Beispiel für praktizierten Faschismus, Deine heuchlerischen Zensur- und Diffamierungsaktionen!

    • #28 Joseph Kuhn
      27. August 2019

      q.e.d.

  25. #30 RPGNo1
    28. August 2019

    Tja, gutes Beispiel für praktizierten Faschismus, Deine heuchlerischen Zensur- und Diffamierungsaktionen!

    “Zensur!”
    “Diffamierung!”

    Das sind doch sonst immer die empörten Aufschreie aller Rechtsausleger, wenn man ihr grenzwertiges Krakeele nicht mehr dulden will.

    Kommen hier Nationalismus und Sozialismus zusammen? Dreimal links abbiegen ist einmal rechts abbiegen?

  26. #31 Arthur Dent
    28. August 2019

    Tja, die Liste der Vorwürfe gegen JK wird auch immer Länger.

    Äußerst Interessant die Einschätzung Sternhells zum heutigen Russland. Er sieht viele ‘Ingredienzen des faschistischen Gebräus zusammen: ein zugespitzter Nationalismus, der Appell an das Volk, der Schutz des Russentums und die Sammlung der russischen Erde, der Rassismus gegen die “Schwarzen” im Kaukasus, die Wiederherstellung alter Stärke, der Kult von Gewalt und Virilität, die Verachtung des Liberalismus, die Polemik gegen westliche Dekadenz, eine skrupellose Lügenpropaganda.’
    Fatalerweise halten viele Putin jedoch lediglich für einen Opportunisten, der jeden unterstützt und finanziert, der die EU und die gesamte westliche Wertegemeinschaft schwächen würde.

  27. #32 Adent
    2. September 2019

    @RPGNo1
    Egal ob links oder rechts, die Fanatiker unterscheiden sich kaum, deshalb mag sie keiner und alle anderen sind doof, außer sie (sich) selbst 🙂

  28. #33 RPGNo1
    3. September 2019

    Die AfD wird fälschlicherweise noch als rechtspopulistische Partei bezeichnet, das ist verharmlosend. Rechtspopulismus will kurzzeitige Erregungszustände in den Medien erzeugen. Der Rechtsextremismus will mit Gewalt Schrecken im öffentlichen Raum erzeugen. Der autoritäre Nationalradikalismus, wie ihn die AfD meiner Einschätzung nach anbietet, ist noch viel gefährlicher. Der zielt auf die Institutionen der Gesellschaft, um sie zu destabilisieren.

    https://www.tagesspiegel.de/politik/viele-jungwaehler-auf-afd-kurs-das-waechst-sich-nicht-einfach-aus/24971026.html

  29. #34 Johannes
    8. September 2019

    Ihr seid übrigens nicht die Einzigen, die Trumps Präsidentschaft begleiten. Der Autor Francis Nenik führt seit dem 20. Januar 2017 ein äußerst umfangreiches und faktengesättigtes Online-Tagebuch, das sich mit allen Facetten dieser Präsidentschaft im Besonderen und der us-amerikanischen Politik im Allgemeinen auseinandersetzt. Er hat darin auch die historischen Hintergründe der Grönland-Geschichte analysiert und aufgeschrieben (Eintrag vom 16.08.2019).
    Und auch über den Sozialismus in den USA hat er ausführlich berichtet (u.a. am 06.08.2019).
    https://www.the-quandary-novelists.com/tagebuch-eines-hilflosen/
    Vielleicht mal einen Blick wert.