Zu den Mythen der Querdenkerszene gehört es, dass ihre Propheten schon immer Recht hatten. Ihr größter Prophet ist Sucharit Bhakdi. Der kritisiert in seinem neuen Buch “Corona unmasked” u.a. die Warnungen von Frau Merkel im Sommer vor steigenden Infektionszahlen. In einem Abschnitt, der mit „Die Fata Morgana der ‚zweiten Welle‘“ betitelt ist, schreibt er (S. 35):

„Wären die Zahlen korrekt dargestellt worden, also in Bezug auf die Testanzahl (….), wäre klar gewesen, dass es keinen Anstieg gab und schon gar keine zweite Welle“.

Das wird auf der nächsten Seite mit der folgenden Darstellung „belegt“:

Es ist unschwer zu sehen, was man da vor sich hat: Bhakdi hat sich im Hellsehen versucht. Beim Robert Koch-Institut kann man die Testzahlen nach Kalenderwochen herunterladen und schauen, wie es nach Bhakdis Beobachtungsende, der letzten Augustwoche 2020, weitergeht.

Das folgende Bild stellt wie in Bhakdis Grafik mit der blauen Linie die Anzahl der positiven Tests dar, die Skalierung dafür ist links. Die braune Linie ist die Testpositivenrate je 100.000 Tests, die Skalierung dafür ist rechts.

Die Positivenrate verläuft recht parallel zur Zahl der positiven Tests, diese sind also kein Artefakt der Testzahl. Die rote Linie markiert das Ende der Zeitreihe bei Bhakdi. Danach kommen, unübersehbar, die zweite und die dritte Welle. Bhakdis hellseherische Fähigkeiten waren miserabel. Wolfgang Wodarg lag in der gleichen Sache genauso daneben. Dagegen hatte es Merkels seinerzeitige Vorhersage recht gut getroffen.

Bhakdis neues Buch ist erst vor ein paar Tagen erschienen. Es wäre genug Zeit gewesen, die Darstellung und ihre voreilige Interpretation zu streichen. Andere Darstellungen im Buch sind viel aktueller, manche gehen bis zum Jahresende, manche sogar bis März 2021. Bhakdi hat die weitere Entwicklung auch nicht etwa übersehen. An anderer Stelle (S. 57) spricht er selbst von der zweiten Welle und auf S. 58 zeigt er eine Grafik mit den Sterbefällen in den ersten zwei Wellen in Deutschland und Schweden.

So beginnt denn auch das Kapitel unmittelbar nach der „Fata Morgana der zweiten Welle“ unverdrossen mit dem Satz:

„Im Oktober melden sich die Coronaviren wieder zurück, relativ früh in der Saison, aber warum auch nicht. Wenn sie es denn sind.“

Dass die Infektionszahlen wieder angestiegen sind, und zwar nicht erst seit Oktober, wie Bhakdi schreibt, sondern seit Kalenderwoche 30, also Juli, „erklärt“ Bhakdi wellenfrei auf seine Weise. Zunächst, indem er den PCR-Test infragestellt. Dass der Test nicht tut, was er soll, ist ein weiterer Mythos der Querdenker. Aber dessen wahre Geschichte wurde schon oft genug andernorts erzählt und es geht darin nicht um den Hellseher Bhakdi, sondern um den Testexperten Bhakdi. Im letzten Drittel des Buches werden dann die Impfungen kritisiert und für vermehrte (!) Sterbefälle verantwortlich gemacht. Er kommentiert z.B. die Lage in Israel so (S. 149):

„Interessanterweise ist mit Beginn der Impfung die Anzahl an gemeldeten Corona-Infektionen und die Anzahl der mit/an Covid-19-Verstorbenen explodiert. Nicht nur in Israel, sondern auch im kleinen Gibraltar, auf den Seychellen oder den Vereinigten Arabischen Emiraten, die ebenfalls kräftig drauflos geimpft haben.“ Es sei auffällig, „dass Länder mit besonders hohen Impfraten im Vergleich zu anderen Ländern auch besonders hohe Sterbefälle haben.“

Auch hier hat sich Bhakdi nicht als Hellseher bewährt, wie ein Blick auf die weitere Entwicklung zeigt:

Im Anschluss daran kommt Bhakdi wieder auf das Thema „zweite Welle“ zurück. Sein Fazit ist angesichts der Datenlage atemberaubend (S. 171):

„Wir fassen zusammen: Abgesehen von der ungewöhnlich tödlichen zweiten Welle bei der Spanischen Grippe 1918 (…) hat es so etwas nie wieder bei einer Epidemie oder Pandemie gegeben. Nie – eine zweite Welle hat es bei keiner Epidemie gegeben und es gibt keinen Grund anzunehmen, dass die Lage bei SARS-CoV-2 anders sein sollte.“

Das ist auch medizinhistorisch purer Unsinn. Immer wieder gab es heftige zweite Wellen bei Epidemien, gut dokumentiert und im Internet einfach zu recherchieren, von der Russischen Grippe Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Honkong-Grippe Ende der 1960er Jahre. Aber die schöne Geschichte von der nichtexistierenden zweiten Welle darf einfach nicht den widerspenstigen Fakten zum Opfer fallen. In der Hinsicht haben Bhakdi und seine Anhänger Herdenimmunität erreicht.

Kommentare (28)

  1. #1 knorke
    16. Mai 2021

    Wie lästig. Warum haben sie nicht diese Kurven genommen, die zeigen, wie die globale Durchschnittstemperatur seit der vorindustirellen Zeit sich (angeblich) nicht verändert hat? Neu beschriften und -zack- für Corona neu aufgelegt. Man muss doch beim Fälschen und Besch…reiben nicht immer das Rad neu erfinden. Syn(und Unsynn-)ergien sollte man nutzen in diesen Krisengeplagten Zeiten.

  2. #2 Ludger
    16. Mai 2021

    @J.Kuhn
    Danke für die Klarstellung. Ich glaube ja, dass er weiß, dass er die Fakten verbiegt. Fragt sich nur, warum er es tut. Hat er religiöse Gründe oder wirtschaftspolitische, oder ist es einfach nur die Eitelkeit eines alten Mannes?

    • #3 Joseph Kuhn
      16. Mai 2021

      @ Ludger:

      Wahrscheinlich muss man die gleiche Antwort geben, die Sie früher bestimmt oft Ihren Patientinnen gegeben haben: “Da kommt vieles zusammen”. Dass er es des Geldes wegen tut, glaube ich nicht, auch wenn die Bücher durch den Verkaufserfolg sicher ordentlich etwas abwerfen. Ich denke, er meint tatsächlich, dass er einer Gefahr gegenübertreten muss und im Laufe der Zeit ist er dann wohl, auch unter dem Druck der dauernden Kritik, sowohl blind gegenüber widersprechenden Daten geworden als auch großzügig, mal Fünfe gerade sein zu lassen, wenn es dem “guten Zweck” dient.

      Aber letztlich weiß es nur er selbst und Gespräche mit ihm geben darüber auch keinen Aufschluss, siehe z.B. das sehr wohlwollende, nach Verständigung suchende Gespräch mit Ulrich Mansmann mit ihm.

      Das neue Buch ist übrigens nach meinem Eindruck beim Querlesen (!) nicht ganz so polemisch und unter der Gürtellinie wie das erste.

  3. #4 Anonym_2021
    16. Mai 2021

    “Zunächst, indem er den PCR-Test infragestellt. Dass der Test nicht tut, was er soll, ist ein weiterer Mythos der Querdenker.”

    In der nächsten Auflage seines Buches sollte er das korrigieren und das Gutachten von Dr. Drosten zitieren:

    Unter ordnungsgemäßer Anwendung und Einhaltung aller fachlichen Vorgaben nach dem gegenwärtigen Stand der Wissenschaft und Technik kommt ein positiver, entsprechend entwickelter PCR-Test auf ein bestimmtes Virus (etwa SARS-CoV2) bei der Anwendung am Menschen dann vor, wenn Genmaterial des betreffenden Virus (etwa von SARS-CoV2) vorliegt. Eine nachweisbare Menge von Genmaterial des Virus (etwa von SARS-CoV2) liegt ausschließlich nach Eindringen des Virus in Körperzellen mit Virusvermehrung vor.

    Insofern lässt sich im Falle von SARS-CoV2 klar bestätigen, dass ein ordnungsgemäß durchgeführter PCR-Test die Aufnahme des Krankheitserregers und seine nachfolgende Entwicklung oder Vermehrung im menschlichen Organismus nachweist.

    Quelle:
    https://www.volksverpetzer.de/wp-content/uploads/2021/05/Drosten-Gutachten.pdf

  4. #5 Dieter Scmiedel
    Neuenhaus
    16. Mai 2021

    Die Deutschen glauben mehr den Mainstream Medien und der medizinischen ausgebildeten Regierung .Sie sind gehorsam, gefügig, brav und lieben ihre Verbote. Merkwürdiges Volk die Deutschen.

    • #6 Joseph Kuhn
      16. Mai 2021

      @ Dieter Schmiedel:

      Brav haben Sie jetzt Ihr Sprüchlein aufgesagt. Ich glaube ja nicht, dass irgendwer Verbote liebt, aber darum geht es hier eigentlich nicht. Haben Sie auch etwas zu der Diskussion um die zweite Welle beizutragen oder waren Sie mit dem Duftmarkenabsetzen schon fertig?

  5. #7 RPGNo1
    16. Mai 2021

    Es muss nicht das Geld sein, was Bhakdi antreibt, sondern einfach der Ruhm und Anerkennung in der Querdenker-Szene und die Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit.

    Vor gut einem Jahr war er noch ein pensionierter, nur in Fachkreisen bekannter Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie, der von den Studierenden seiner ehemaligen Uni für seine Kompetenz als Wissensvermittler gelobt wurde. Als außergewöhnlicher Forscher ist er schon während der aktiven Zeit nicht aufgefallen.

    Und jetzt ist Bhakdi der große Virenerklärer und bekommt von allen Seiten Applaus (so sehen es zumindest er und seine Fanbubble).

  6. #8 knorke
    16. Mai 2021

    @RPGNo1 (7)
    Ich vermute auch, dass da ein Stückweit die Selbstverwirklichung angestrebt wird, nachdem die Rente für manche ja schnell eintönig und unbefriedigend wird. Mache treten in den Kirchenchor ein, andere folgen angestrengt einer Passion und wieder andere gehen dem nach, was sie schon beruflich gemacht haben, nur ohne die Zwänge und nach eigenem Gutdünken. Dass dabei einige – vermutlich auch wegen der Anerkennung bei vielen “Fans” auf Abwege geraten ist nicht undenkbar. Hätte vielleicht lieber einen interessanten Kurs an der VHS geben sollen oder sowas. Jedenfalls erkläre ich mir das so. Gibt wahrscheinlich noch 100 andere Gründe.

  7. #9 Pollo
    16. Mai 2021

    @knorke
    Auf eine ähnliche Spekulation hat Joseph Kuhn mir mal einen interessanten Link gesetzt. Leider habe ich den nicht archiviert und kann ihn auch hier nicht finden. Vielleicht kann ich JK hiermit noch mal triggern?

  8. #10 m grondziel
    16. Mai 2021

    Es wäre sehr begrüßenswert, wenn Sie die Charts von OurWorldInData nicht so eindimensional darstellen würden.

    Der Vergleich der einzelnen Länder im jeweils gleichen Zeitraum mit den Todeszahlen vs Impfquote wirft schon Fragen auf?

    Nehmen Sie Israel, zwei Charts für den Beginn der Kampagne ab 19. Dezember, bis 15. Mai, legen diese übereinander und sehen sie eine lange hochlaufende Zahl der Todesfälle bis Mitte Januar, mindestens scheinbar zeitlich versetzt aber recht lange parallel zu Impfzahlen?

    Dieser Vergleich wird im Buch beschrieben. Und dieser Vergleich müsste hier angegangen werden.

    Der ist dann immer noch kein ‘Beweis’ für oder wider. Es ergibt sich jedoch ein anderes Bild als oben gezeichnet.

    Wenigstens auf den ersten Blick sind die im Buch genannten und zu vergleichenden Länder und das in denen zu beobachtende Infektions- und Sterbegeschehen etwas erklärungsbedürftiger. Jedenfalls etwas ausführlicher als hier im Wesentlichen nur mit dem oben illustrierten Hinweis darauf, dass im/durch den Frühling halt die Kurven doch irgendwie immer und überall wieder heruntergehen, _unabhängig_ von irgendwelchen Interventionen, unabhängig von irgendwelchen Impfungen.

    Mit der Saisonalität der Coronaviren, die wir bereits im letzten Jahr beobachten konnten, würde sich jedenfalls gerade jetzt auch trefflich die überragende Effektivität von homöopathischen Impfungen oder Regentänzen zur Schadzauberabwehr begründen lassen?

    Zur Widerlegung der SB-Zahlen, Zusammenhänge und Argumente müsste jedenfalls noch ein klein wenig mehr Aufwand getrieben werden. So wie jetzt geschehen, wirkt das vor allem so, als würden Kuhnsche und Bhakdische Argumentation aneinander vorbeigehen, ohne zu interagieren.

    Da solche Charts hier nicht in die Kommentare gepinselt werden können, bitte ich Sie direkt darum, den Vergleich als Update in den Artikel einzupflegen. Wenn Sie solche haben, gerne mit Ihren Gegenargumenten.

    • #11 Joseph Kuhn
      16. Mai 2021

      @ m grondziel:

      Wenn man wie Bhakdi die These vertritt, dass die Impfungen zu massenhaften Sterbefällen führen, dann dürfen die Sterbefallzahlen nicht mit zunehmender Durchimpfung zurückgehen. Das tun sie aber in Großbritannien, Israel und den VAE, drei der Länder, die er nennt. Für die Seychellen sind die Raten aufgrund zu kleiner Fallzahlen zu nichts zu gebrauchen, für Gibraltar habe ich bei OurWorldinData keine Daten gefunden, vielleicht auch übersehen, aber die Raten dürften auch hier nichts hergeben. Insofern sprechen die Daten eindeutig gegen die These Bhakdis.

      Ob auch die Saisonalität die Zahlen senkt, was anzunehmen ist, spielt hier keine Rolle. Andernfalls müsste die Saisonalität – nach Bhakdis und Ihrer Logik – auch dafür sorgen, dass Impfungen im Frühjahr nicht mehr so tödlich wären wie Impfungen im Winter.

      Bhakdis Schluss von hohen oder auch steigenden Sterbefällen zu Beginn der Impfkampagne auf das Impfen als Todesursache ist unterirdisch. Wer das ernstnimmt, darf gerne auch davon ausgehen, dass hohes Körpergewicht zu Beginn eines Abnehmkurses durch den Kurs verursacht wird. Das ist bestenfalls jokologische Epidemiologie. Bhakdi sollte sich schämen, so einen Unsinn zu verbreiten, aber Ihr Kommentar zeigt ja, dass es völlig egal ist, was er sagt, es wird geglaubt und selbst eindeutige Widerlegungen durch Daten werden von seinen Fans entweder nicht verstanden oder nicht akzeptiert.

  9. #12 m grondziel
    16. Mai 2021

    Mein Kommentar zeigt etwas ganz anderes:

    Warum sollte die Sterbefallzahl denn nicht auch wieder abfallen? Wohlgemerkt: die Coronatoten und die Gesamtmortalität (laut dieser Theorien).

    Die einschlägigen Hypothesen bauen doch auf mehreren Säulen auf. Die ersten beiden davon sind: akute Nebenwirkungen bis hin zum unmittelbaren Exitus, und etwas mittelfristiger dann die postulierte generelle Schwächung der Geimpften, mit massiv erhöhter Anfälligkeit, auch für Infekte aller Art, auch für Corona selbst im ganz Speziellen. Ein Abfall der Coronatodeszahlen zum Frühjahr hin (hier also: ‘trotz Impfung’ 😉 ist innerhalb solcher Theorien plausibel.

    Der kausale Zusammenhang wird dabei meist ausgewiesen als die stark abfallende Leukozytenzahl im Blut für die ersten Wochen. (Hab das neue Buch noch nicht gelesen, hab aber Internet…) Gemäß dieser Annahme scheint man sich von so einem Impfschock ja wieder einigermaßen zu erholen. Womit die Bhakdifraktion ihre Welt bis in den Sommer hinein gut erklären kann.

    Dazu möchte ich aber anmerken, dass das nicht “meine Logik” ist. Auch “glaube” ich nicht an das, was Bhakdi alles so schreibt. Oder Sie hier, falls das irgendwas nützte.

    Es geht hier nur darum aufzuzeigen, dass die weithin geteilten Grafiken und Begründungen (oder ‘Theorien’) zunächst eine unmittelbare visuelle Persuasionkraft haben. Auf offenkundig viele. Und bis zum Peak gemachte Grafiken waren, insbesondere als sie noch tagesaktuell waren, unangenehm zu betrachten.

    Die Beweiskraft dieser deskriptiven Beobachtung für dieses wie jenes habe ich nachdrücklich abgewiesen.

    Sowohl diese Beobachtung als auch Bhakdis Umgang damit — sofern sie denn beide falsch oder irreführend sind — benötigen eine genauere Gegenargumentation als bislang hier zu lesen.

    Was ich jedenfalls für grob untauglich halte, ist ein Vergleich, der bedeuten würde, dass bei Abspeckkuren eine “Erstverschlimmerung” des Körpergewichts zu beobachten sein müsste, die sogar noch einige Wochen lang in ihrer Tendenz anhielte. Eine solche Diät scheint in der Tat ungeeignet zu sein. Ganz unjokolgisch, sondern praktisch.

    Den behaupteten Zusammenhang zu zeigen ist unterirdisch? Oder ihn gar als Negativfolge der Intervention zu erklären ist unterirdisch?

    Eine überzeugende Widerlegung wäre zu zeigen “warum das unterirdisch ist”?

    Ihr Satz

    > “Schluss von hohen oder auch steigenden Sterbefällen zu Beginn der Impfkampagne auf das Impfen als Todesursache ist unterirdisch.”

    bestätigt jedenfalls zunächst einmal erneut, dass die Todeszahlen teils hoch sind und teils steigen. Nicht wie bei Ihrer Diätmetapher: mit/vor Beginn der Sellerizeit ‘hoch’, dann aber rasch fallend.

    Was da nun die Zahlen hochtreibt oder nicht gilt es zu klären. Um die Bhakdithese zu widerlegen:

    1. Stimmt es, dass mit Impfbeginn die Sterbezahlen (das lese ich selten formuliert als ausschießlich auf Coronazahlen gemünzt) sowohl ‘erst beginnen zu steigen’, ‘weiter steigen’, ‘noch stärker steigen’?

    Wenn ja:
    2. Sind die Korrelationen zeitlich ähnlich, im Verlauf oder sonst wie den Theorien eher entsprechend oder diesen eher widersprechend? (einfache Adjektive sind ungeeignet Zusammenhänge zu erklären)

    3. Sind die zur Begründung von Bhakdi genannten Hypothesen zulässig, zielführend und/oder zutreffend?

    • #13 Joseph Kuhn
      16. Mai 2021

      @ m grondziel:

      Ich weiß nicht, was Sie umtreibt, aber Ihre Überlegungen, wenn es Ihnen damit ernst sein sollte, müssen Sie woanders diskutieren. Lesen Sie am besten vorher etwas über die inzwischen zahlreichen Studien zur Impfeffektivität und zu Impfnebenwirkungen. Hier ist nicht der Ort, darüber anhand von Bhakdis Behauptungen zur zweiten Welle zu diskutieren. Meine pädagogische Kompetenz reicht dazu nicht aus.

  10. #14 Alisier
    16. Mai 2021

    XXX

    [Edit: Kommentar gelöscht. JK]

  11. #15 Staphylococcus rex
    16. Mai 2021

    Ich denke, man sollte die Querdenker in all ihren Ausprägungen einfach als Religionsgemeinschaft begreifen. Eine Religion braucht nun einmal ihre Propheten, und wie wir sehen, haben Bakhdi, Wodarg und Walach diese Rolle dankbar angenommen. Ob einer von denen nicht nur Prophet sein möchte oder gleich der Auserwählte, das sollen diese ruhig unter sich selbst ausmachen. Wenn diebasis-partei die frühen Christen in Rom und die Reformation in Deutschland als Vorbilder auserkoren hat, sollte jedem klar sein, dass als Mitglieder keine Denker, sondern Gläubige gesucht werden. Es fehlt im Parteiprogramm eigentlich nur noch der Satz: “Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.”

    Deshalb ist jede rationale Diskussion mit Querdenkern zum Scheitern verurteilt. Dass Bakhdi und co. den Pfad des wissenschaftlichen Denkens schon lange verlassen haben, ist für Querdenker irrelevant. Sie suchen nicht Wissen, sondern Glauben. Und leider ist das naturwissenschaftliche Grundwissen vieler Querdenker auf einem Niveau, dass Bakhdi und co. trotz all ihrer Fehler innerhalb ihrer Anhängerschaft immer noch blenden können. Auch in diesem Blog gab und gibt es genügend Gastauftritte von Querdenkern, um deren Kommunikationsstrategie erkennen zu können. Erst kommen die Mythen aus der eigenen Blase, wenn diese zerpflückt sind, werden die Eminenzen bemüht, und wenn das nicht reicht, geht das Gespräch ganz schnell von der fachlichen Ebene auf die emotionale Ebene, damit wenigstens die Abgrenzung wieder funktioniert.

    Diskussionen mit Querdenkern sind schwierig, weil sie einerseits hart in der Sache sein müssen, andererseits aber respektvoll gegenüber der Person sein sollten. Und wenn z.B. jemand in der Eigendarstellung als Wissenschaftler und Physiker offensichtliche Falschaussagen verbreitet (siehe gestrige Diskussion), juckt es jedem Kommentator in den Fingern zu hinterfragen, ob es sich hier wirklich um einen Physiker handelt. Aber genau diese Frage ist ein Angriff auf die Person. Wenn dagegen auf den Widerspruch zwischen Selbstdarstellung und Auftreten hingewiesen wird, dann bleibt man immer noch auf der sachlichen Ebene. Ich bin selbst ein großer Freund einer gepflegten Polemik und weiß, wie schwierig in einer solchen Situation Selbstdisziplin ist.

    Ich bin überrascht, dass die Querdenker noch nicht den §166 BGB für sich entdeckt haben:
    https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__166.html
    Der Begriff Beschimpfung hat eine erhebliche subjektive Komponente, und das was auf Querdenkerdemos aufgrund der eingebildeten Beschimpfungen abgeht, kann durchaus als Störung der öffentlichen Ordnung betrachtet werden.

    Es gibt aber auch einen Grund für Optimismus. Jahrzehntelang hatten wir jeden Sonntagnachmittag Millionen von Fussballbundestrainern. Jetzt, in einer ernsthaften Krise unserer Lebensweise haben wir Millionen von Freizeitepidemiologen und Hobbyvirologen, die mit der gleichen Inbrunst über Themen streiten, von denen sie wenig bis nichts verstehen. Aktuell treffen zwei günstige Trends aufeinander, einerseits die jahreszeitliche Erwärmung, die es erlaubt, Räume besser zu lüften und einen Teil der Aktivitäten ins Freie zu verlegen, andererseits, die zunehmenden Erfolge der Impfkampagne in Deutschland. Aktuell sind wir bei 30,3 Mio. Erstimpfungen und 9 Mio. Zweitimpfungen. Nach meiner persönlichen Einschätzung kann man 30 Mio. Erstimpfungen als ersten Meilenstein des Impfprogramms bezeichnen, unter Einhaltung der Priorisierung sollten die Risikogruppen (Ü60) weitgehend einbezogen sein. Das hätte eine Entlastung der Krankenhäuser zur Folge. Der zweite Meilenstein wären ca. 60 Mio. Zweitimpfungen, um die epidemische Ausbreitung zu beenden. Die Lockerungen, auf die alle so sehnsüchtig warten, könnten aber bereits mit der Immunisierung der Risikogruppen beginnen. Und wenn wir wieder einen Alltag haben, werden viele Freizeitepidemiologen wieder zu Freizeitbundestrainern. Der harte Kern der Querdenker dürfte sich dann auf einem überschaubaren Personenkreis reduzieren.

    PS: Sorry für die Überlänge des Beitrags, aber es ist auch ein komplexes Thema. Und dass Bakhdi beim Thema Impfen Ursache und Folge verwechselt (forcierte Impfprogramme sind die Folge einer Epidemie außer Kontrolle und nicht deren Ursache), das ist einfach nur peinlich.

  12. #16 schlappohr
    17. Mai 2021

    Die Deutschen glauben mehr den Mainstream Medien und der medizinischen ausgebildeten Regierung .Sie sind gehorsam, gefügig, brav und lieben ihre Verbote. Merkwürdiges Volk die Deutschen.

    Alle Deutschen? Aber nein, es gibt da eine kleines aber sehr lautstarkes Grüppchen von solchen, die sich Querdenker nennen (manche sind sogar Querlenker), und das sich hinter einem dicken Palisadenzaun aus verdrehten Fakten, mangelnder Sachkenntnis und scharfkantig abgeschnittenen Kurven versteckt. Ihr Koch ist so einer, der nur Pflanzen kocht (sie dürfen anscheinend keine Wildschweine essen, aber das muss man ja auch nicht) und ihr Barde kommt aus einer Stadt namens Mannheim (sagt er jedenfalls) und hat dort schon etwas komische Lieder gesungen. Sie sind bei den anderen Deutschen nicht so beliebt, besonders bei denen, die auf den Intensivstationen arbeiten.
    Der Majestix der Querdenker war deswegen schon ziemlich traurig und hat gedroht, in ein fernes Land zu ziehen. Dann hat er sich es aber anders übelegt und stattdessen ein Buch geschrieben, in dem er zeigt, warum alle, die ihm widersprechen, böse sein müssen. Sowas befreit auch die Seele, da muss man nicht gleich weglaufen.
    Sie halten die Mainstream-Medien allesamt für böse und unterwandert (von IHNEN, aber sie können nicht genau sagen, wer SIE sind). Sie misstrauen der Wissenschaft, weil die lügt, sogar wenn sie recht hat. Sie sind ungehorsam, widerspenstig und hassen Verbote. Sie gehen immer wieder alle zusammen in einer großen Gruppe auf die Straße um allen zu zeigen, dass man davon nicht krank wird, und werden davon dann krank. Wenn sie Masken tragen würden, wäre das wenigstens nicht ganz so gefährlich. Aber sie mögen keine Masken, manche von Ihnen tragen stattdessen lustige Hüte aus Aluminium, weil man damit ganz toll gefährliche Magnetfelder abschirmen kann (sagen sie wenigstens). Und vor Spritzen haben sie auch ziemliche Angst. Manche glauben, dass sie deswegen im Laufe der Zeit aussterben werden, genau wie die Mammuts. Aber anders als bei den Mammuts niemand ist so richtig traurig darüber. Das ist ja nun auch nicht nett.

  13. #17 Basilios
    Big Order
    17. Mai 2021

    Keine Sorge wegen langer Texte, Staphylococcus rex. Wenn der Inhalt so viele gute Gedanken enthält, dann lese ich das gerne.

  14. #18 AndreHeim
    18. Mai 2021

    Die Positivenrate verläuft recht parallel zur Zahl der positiven Tests, diese sind also kein Artefakt der Testzahl.

    Was sie da aus der Grafik raussehen, ist womöglich nicht da. Wenn ich nur Positivtests und Positivrate zähle, geht daraus nicht hervor, das (k)ein Testartefakt besteht. Wo ist die Gesamtanzahl der Tests, die für eine solche Aussage notwendig ist?

    Auch hier hat sich Bhakdi nicht als Hellseher bewährt, wie ein Blick auf die weitere Entwicklung zeigt:

    Was die “weitere Entwicklung” mit der Korellation zu tun hat, das mit dem Impfanfang um Weihnachten 2020 die Sterberrate schlagartig steil ansteigt, weis nur der Verfasser der Aussage, oder?

    Was geschiet, wenn der letzte Mensch stirbt? Was geschieht, wenn der ganze Wald abbrannte?
    Richtig: es kann nicht mehr gestorben/verbrannt werden.

    Das heisst natürlich nicht, das die Impfung allein für diesen steilen Ansteig verantwortlich ist. Da kommt halt einiges zusammen, nicht wahr, Herr Kuhn? (Impfung, Weihnachten, Jahreszeit). Besonders, wenn man sich klar macht, was da bei einer solchen Pandemie eigendlich im Detail und im Ganzen vorgeht.

    Sie würden es sicher (nicht?) bedauern, wenn ich auch noch an den Folgen der Seuchenursache sterben würde, oder?

    Was machen sie dann nur, wenn niemand mehr ihren Kontent liesst? Was machen sie nur, wenn die Kinder aus dem Haus sind…wenn ihre Freunde langsam alt werden und wegsterben? Eine Frage, die alle Eltern/alten Menschen irgendwann umtreibt. Manche starten neu durch, andere verkommen gänzlich. Aber es gibt oft einen roten Faden im Leben der Menschen, der sich nie verändert. Ob Herr Kuhn auch in 5, 10, 30 Jahren noch Polemik, anstatt Wissenschaftskommunikation betreibt?

    Das die “Überlebenden” über Leichen gingen, ist unbestreitbar. Und das war schon immer so. Neu ist, das schon zum Auftakt der Seuche vom Guten solcher Katastrophen fabuliert wurde. In jeder Krise läge auch eine Chance. Solche Menschen hegen wahrscheinlich auch die Hoffnung, das Kritiker solcher Ansichten doch besser schnell wegsterben sollten, damit das “gute Neue” auch bald unbelastet und unbehindert durch den Ballast der Populationen losgehen kann.

    Und nach allem, was ich über die Psyche dder Menschen weiß, ist das auch einer natürlicher Impuls, Affekt, der sich vorbewusst aufs Denken auswirkt, und den Menschen dazu zwingt, sein Verhalten diesbezüglich zumindest etwas zu zügeln. Denn sonnst hätten wir ja Mord und Totschalg ganz offensichtlich.

  15. #19 Stephan
    18. Mai 2021

    XXX

    [Edit: Kommentar gelöscht. Bitte Netiquette beachten, Danke. JK]

  16. #20 AndreHeim
    18. Mai 2021

    Also, mir ist schon klar, das, wenn die Positivrate bekannt ist, die Gesamtzahl der Tests bekannt sein muß.

    Und das, wenn das Verhältnis sich nicht deutlich verändert, auch kein Testartefakt vorliegen sollte.

    Aber so einfach ist das ja nicht.

    Das man nicht alle Menschen zu einem gegebenen Zeitpunkt testen kann, bleit der Knackpumntk in der ganzen statistisch begründeten “Corona-Leugner-Kritik”.
    wer weiß schon, wieviele sich neben allen Tests auch als Träger (aka infiziert) darstellen. Die Unwissenheit über solche Zahlen machen die amtliche Statistik zu einer Schätzung mit ohne wirkliche Aussagekraft. Das einzige, was wohl sicher ist, sind die schweren Krankheitsschäden und Todeszahlen, die über einem Jahresmittel und über den Jahresschnitt gezählt werden können. Der Rest ist Wünschelrutengang … und Profilierung, wenn darauf über die Aussagekraft eingegangen wird.

  17. #21 AndreHeim
    18. Mai 2021

    Naja, das sich MaiLabs Beiträge seitdem sie bei Funk ist, verändert haben, ist wohl noch niemanden aufgefallen.
    Und das eindrücklichste Anzeichen davon, das sie sich eigendlich nicht wohl fühlt beim Fernsehen, war, als sie die erste Quarkssendung machte. Das sah sowas von fehl am Platz aus. Die Unsicherheit war ihr in Mimik und Körperhaltung und fehlendem Flow so aufdringlich anzusehen, das man das sogar als “Trauma” bezeichnen muß, was diese Erfahrung in ihr verursacht haben muß.

    Das sie sich verändert hat, ist ihr hoffentlich auch selbst aufgefallen.
    Ich verstehe es inzwischen durchaus, wenn manche sagen, das der öffentlich rechtliche Rundfunk zum Ideologie-Sprachrohr und Bildröhre verkommen ist, und nur wenig mit der Wirklichkeit zu tun hat. Aber diese Ansicht hinkt daran, das Wirklichkeit “erschaffen” werden muß, und das tut dieser Rundfunk. Jedenfalls versucht er es. Das er für alle da sein, erübrigt sich zu bekunden, denn er ist es nicht. Er ist für ein visioniertes Ideal eines “Menschseins” da, das er dann auch unentwegt populiert und darstellt.

    Leider tendiert dieses Ideal oft allzu weit ins Infantile und in quasi-religiöser Gläubigkeitserweckung. Typisch christliche Abendland-Kultur: Glaube und Hoffnung – und die können nur erhalten bleiben, wenn man diese Vision von der Wahrheit verschohnt.

    Sogesehen: Die Aufklärung gilt nicht für alle, denn das prekäre Fußvolk eines jeden Landes kann die Wahrheit sowieso nicht verkraften und würde ausrasten oder sonstwas (typischerweise landet man dann auch verwirrt in der Psychiatrie).

    Vor jahren hätte MaiLab noch viel erklärt, aber zum tatsächlich existierendem Rest schlicht erklärt, das man (noch) nichts genaueres wisse. Und das ist heute anders. Und nicht, weil man es besser wüsste (jedenfalls nicht in der Version, wie es uns erklärt wird), sodas man mit Gewissheit darüber erklären kann, sondern weil da ein Imperativ ist, der wundersamerweise mitsamt der Funk-Kooperation immer mehr in ihr eingesickert ist. Und der Imperativ heisst: Glaube und Hoffnung. Und leider nicht Wahrheit über Wirklichkeit.

    Es ist auch nicht gut, wenn Menschen sich hinstellen, und der Welt die Welt erklären, die Informationen dazu aber aus einem Team einer solchen medialen Organisation zusammengestellt werden. Man legt sich da in ein Nest, in dem die Nachlässigkeit vorprogrammiert ist, weil man sich ja nicht ohne Grund mit dieser großen Institution zusammentat (meist ist es bequemlichkeit, auch, wenn das niemand so gerne zugeben will…oder es war die Pistole auf der Brust…man weiß es letztlich nicht…und auch nicht, welcher Art Pistole es war… manchmal ist der Lebenswandel die Pistole, die dann existentielle Fragen aufwirft, die gelösst werden müssen. Und sie ist ja auch inzwischen Mutter geworden, was den Druck erhöht…).

    Viele Youtuber, die bekannt wurden, wurden es, weil sie authentisch und redlich bei ihrer Sache wahren und nicht au feinem Ideologie-Pferd aufgesprungen sind, weil das die einfachste Möglichkeit sei, um Kontgent und Klicks zu produzieren/provozieren.

    Und bei vielen von denen ist das eben zum Teil auf der Strecke geblieben, als sie sich “institutionalisiert” haben. Bei anderen ist das so derart aus dem Ruder gelaufen, das sie dann aufgaben oder plötzlich verschwanden.
    Ich meine, das die Öffentlichkeit das Problem ist, nicht die Leute, die seltsames sagen.

    Und übrigens: Hier im Kommentarbereich ist man Teil der Öffentklichkeit, die so mit ihren Mitmenschen umgeht, das sie entweder ihre Autentizität verlieren, oder weg vom Fenster sind.

    Allerdings ist das auf keinen Fall ein Problem allein der “öffentlich rechtlichen Medien”. Die Kritik allein an diesen ist so idiotisch, wie irrational. Als Indiz dafür muß man nur mal eben eine Zeit lang “Privatfernsehen” schauen. Auch nicht besser….

  18. #22 Joseph Kuhn
    18. Mai 2021

    @ AndreHeim:

    “Was sie da aus der Grafik raussehen, ist womöglich nicht da. Wenn ich nur Positivtests und Positivrate zähle, geht daraus nicht hervor, das (k)ein Testartefakt besteht. Wo ist die Gesamtanzahl der Tests, die für eine solche Aussage notwendig ist?”

    Denken Sie einmal über die Definition der Positivenrate nach, dann kommen Sie selbst drauf. Den Punkt habe ich Bhakdi daher auch nicht vorgeworfen. Sie würden also seine Aussage auch noch in dieser Hinsicht kritisieren?

    “Sie würden es sicher (nicht?) bedauern, wenn ich auch noch an den Folgen der Seuchenursache sterben würde, oder?”

    Danke für die böse Unterstellung. Habe ich irgendwo Anlass geboten für solche mörderischen Phantasien?

    “Das man nicht alle Menschen zu einem gegebenen Zeitpunkt testen kann, bleit der Knackpumntk in der ganzen statistisch begründeten “Corona-Leugner-Kritik””.

    Dass die Zahl der Testpositiven immer durch die Zahl der Infizierten und die Zahl der Tests sowie deren Einsatzschwerpunkte beeinflusst wird, hat nie jemand bestritten. Die strittige Frage ist, wie viel Epidemiologie daraus trotzdem zu gewinnnen ist. Mit “Wünschelrutengang” schüttet man allerdings das Kind mit dem Bade aus.

    Zudem geht es beim Testen primär erst einmal nicht um Epidemiologie und Statistik, sondern um praktische Dinge: z.B. mehr Sicherheit bei Heimbesuchen oder in der Schule, die Abklärung von Verdachtsfällen, die Nachverfolgung von Kontakten usw. – also um Infektionskontrolle. Dass unabhängig davon bessere Daten in manchen Bereichen gut wären, ist wiederum unstrittig, seit langem.

    “Ob Herr Kuhn auch in 5, 10, 30 Jahren noch Polemik, anstatt Wissenschaftskommunikation betreibt?”

    Lesen und Kommentieren Sie doch einfach woanders, statt sich hier zu ärgern. Es ist so einfach. Zudem ist es nicht die feine Art, mit verschiedenen Nicks zu kommentieren.

  19. #23 Adent
    18. Mai 2021

    @schlappohr
    Sehr schön, made my day 🙂

  20. #24 Spritkopf
    18. Mai 2021

    @AndreHeim

    In Ergänzung zu Joseph Kuhns Antwort:

    Was sie da aus der Grafik raussehen, ist womöglich nicht da. Wenn ich nur Positivtests und Positivrate zähle, geht daraus nicht hervor, das (k)ein Testartefakt besteht. Wo ist die Gesamtanzahl der Tests, die für eine solche Aussage notwendig ist?

    Lustig. Der Blogartikel zeigt, dass Bhakdi seine Behauptung, es habe keine zweite Welle gegeben, damit untermauert, dass er einfach die Fallstatistik zeitlich dort abschneidet, wo der rapide Anstieg der Fallzahlen im Herbst 2020 beginnt.

    Und was ist Ihre Reaktion auf diese kreative Auswahl des Betrachtungszeitraums? Nicht etwa: “Könnte man Bhakdis Diagramm vielleicht entnehmen, dass er versucht, Zahlen zu unterschlagen, die nicht zu seiner Behauptung passen?”

    Nein, Sie ignorieren Bhakdis Zeitraumfrisur komplett, stattdessen lautet Ihre Reaktion: “Der Fallzahlenanstieg ist bestimmt nur ein Testartefakt!” Und begründen das zu allem Überfluss damit, dass ja gar nicht die Gesamtzahl der Tests angegeben worden sei, obwohl (wie schon von Joseph Kuhn angemerkt) diese sich aus der Positivenrate ablesen lässt.

    Bei dieser Art von, ähm, “kritischer” Fragestellung ist es dann auch kein Wunder, dass Sie eine Korrelation zwischen Anstieg der Sterbezahlen und Beginn der Impfungen am 27. Dezember herzustellen versuchen:

    Was die “weitere Entwicklung” mit der Korellation zu tun hat, das mit dem Impfanfang um Weihnachten 2020 die Sterberrate schlagartig steil ansteigt, weis nur der Verfasser der Aussage, oder?

    Ihnen ist anscheinend dabei egal, dass der Anstieg der Sterbezahlen schon im Herbst stattfindet, nicht zum Ende des Dezembers. Überdies kann die Frage, ob vielleicht trotzdem ein Zusammenhang besteht, ganz einfach beantwortet werden, indem man sich die Frage stellt, ob es sich bei den Gestorbenen um Geimpfte handelte.

    Aber das ist halt das Attraktive am Selbstbeschiss. Man kann sich sicher sein, dass derjenige, den man zu bescheißen versucht, die eigenen Behauptungen mit Haut und Haaren fressen wird.

  21. #25 Anonym_2021
    18. Mai 2021

    @m grondziel (16. Mai 2021) #10

    “Nehmen Sie Israel, zwei Charts für den Beginn der Kampagne ab 19. Dezember, bis 15. Mai, legen diese übereinander und sehen sie eine lange hochlaufende Zahl der Todesfälle bis Mitte Januar, mindestens scheinbar zeitlich versetzt aber recht lange parallel zu Impfzahlen?”

    Im Januar betraf 97% der Covid19-Todesfälle in Israel ungeimpfte:

    February 9, 2021

    More than 97% of recent COVID deaths in Israel were people who weren’t vaccinated, PM says

    Around 38% of Israel’s 9 million population have received at least one vaccine dose, the Health Ministry says.

    Quelle:
    https://www.reuters.com/article/us-health-coronavirus-israel-idUSKBN2A91KU

  22. #26 AndreHeim
    18. Mai 2021

    XXX

    [Edit: Kommentar gelöscht. Kommentator gesperrt. JK]

  23. […] Die Pandemie und das Virus seien „lächerlich“. Wenn die Politik sage, die Impfung „schützt gegen Krankheit und Tod, dann lügen die“. Er habe „als Buddhist“ das Gefühl, dass „das Ding nicht gut für euch Christen ist“. Die Impfung sei, wie mit einer Pistole auf einen Menschen schießen. In der Mitte des Interviews spricht er davon, bei mehr als 30 % der Geimpften gebe es eine Gerinnung des Blutes, das habe ihm ein Arzt erzählt, der 60 Geimpfte untersucht habe. Daher würden Klagen vorbereitet, „die Impfärzte sind dann richtig dran“. Die Daten des Arztes sind meines Wissens nicht öffentlich zugänglich. Schließlich begründet Bhakdi noch, warum die Impfung keine Escape-Varianten des Virus begünstige: weil die Antikörper das Virus gar nicht berühren würden. Mit anderen Worten: Die Impfung ist wirkungslos, egal wie sehr in Israel, Großbritannien oder anderswo in Ländern mit hohen Impfraten die Infektionen und Sterbefälle auch zurückgehen. „Dass die Impfung schützt (…) ist gelogen“. Was sind schon Daten gegen Bhakdis Überzeugungen? […]