Fast hätten wir einen unserer Größten an Thailand verloren. Eigentlich war er ja schon so gut wie weg. Aber er ist immer noch da. Auf Rubikon, einem der vielen querstromlinienförmigen „Debattenportale“, hat Bhakdi gerade ein Interview der besonderen Art gegeben, samt Antwort auf die Frage aller Fragen.

Zunächst beklagt er den allgemeinen Niedergang der Kultur in Deutschland, dem Land, das er früher so geschätzt habe. Aber die Leute hier hätten sich schon vor der Krise „jahrelang dem Computer ergeben“, den „I-Phones, Smartphones“, die „menschliche Kommunikation sei heruntergegangen“, weniger Menschen seien in die Kirchen gegangen, weniger hätten zusammen gesungen, „und wenn Menschen zusammenkamen, war es hauptsächlich, um zu trinken“.

Die Pandemie und das Virus seien „lächerlich“. Wenn die Politik sage, die Impfung „schützt gegen Krankheit und Tod, dann lügen die“. Er habe „als Buddhist“ das Gefühl, dass „das Ding nicht gut für euch Christen ist“. Die Impfung sei, wie mit einer Pistole auf einen Menschen schießen. In der Mitte des Interviews spricht er davon, bei mehr als 30 % der Geimpften gebe es eine Gerinnung des Blutes, das habe ihm ein Arzt erzählt, der 60 Geimpfte untersucht habe. Daher würden Klagen vorbereitet, „die Impfärzte sind dann richtig dran“. Die Daten des Arztes sind meines Wissens nicht öffentlich zugänglich. Schließlich begründet Bhakdi noch, warum die Impfung keine Escape-Varianten des Virus begünstige: weil die Antikörper das Virus gar nicht berühren würden. Mit anderen Worten: Die Impfung ist wirkungslos, egal wie sehr in Israel, Großbritannien oder anderswo in Ländern mit hohen Impfraten die Infektionen und Sterbefälle auch zurückgehen. „Dass die Impfung schützt (…) ist gelogen“. Was sind schon Daten gegen Bhakdis Überzeugungen?

Um nicht missverstanden zu werden: Die Corona-Impfung ist unstrittig sehr reaktogen, das haben schon die Zulassungsstudien gezeigt und das zeigt auch die Impfpraxis. Eine gute Impfsurveillance, um Impfreaktionen und -komplikationen zu beobachten, ist wichtig und an dem Punkt ist noch Luft nach oben. Aber der Weg dorthin führt nicht über geheimnisvolle Arztgeschichten und Bhakdischen Impfgrusel, sondern über wissenschaftlich Nachprüfbares.

Interessant ist die Interviewführung des Rubikon-Gesprächspartners Flavio von Witzleben. Im Wesentlichen besteht sie aus „Hm“. Zwischendurch trinkt er mal einen Schluck Wasser. So einfach kann kritischer Journalismus jenseits des Mainstreams sein. Allerdings stellt Herr von Witzleben am Ende des Interviews immerhin die Frage, die uns alle umtreibt: Warum ist Bhakdi noch in Deutschland?

Antwort: Seine Frau und er sehen „eine letzte Chance, in Deutschland zu bleiben“. Sie seien in die Politik gegangen. Bei der Wahl am Sonntag in Sachsen-Anhalt hält er es für möglich, dass seine Partei „Die Basis“ stärkste Partei wird. Dann will er nach Sachsen-Anhalt umziehen. Das dürfte nach der Thailand-Story der zweite geografisch verortete Realitätsverlust sein. Aber sei’s drum, Reisende soll man nicht aufhalten. Wir empfehlen einen Wohnsitz in Schnellroda, zum Gedankenaustausch mit einem anderen Kulturpessimisten im politischen Abseits.

Kommentare (77)

  1. #1 Sascha
    2. Juni 2021

    Na danke. Wir möchten den Herrn gar nicht hier haben.

  2. […] Bhakdi immer noch nicht in Thailand ist und warum er jetzt angeblich nach Sachsen-Anhalt will, Gesundheits-Check am 2. Juni […]

  3. #3 knorke
    2. Juni 2021

    Wird das schön, auf in den blühenden Landschaften Sachsen-Anahlts dereinst Querdenker, Buddhisten, Nazis, Alt-Sozis, Wutbürger und Naturesoteriker gemeinsam tanzen und Kumbaya singen. Natürlich nur, wenn sich nicht zu beschöftigt mit ihren Smartphones sind. Aber ist doch schön, dass es endlich etwas in Deutschland gibt, was all diese unterschiedlichen Anspruchsgruppen eint: Das dagegen sein. Solange man nicht auch noch einig sein muss wogegen… Vielleicht kommen sie ja auch mal nach Thüringen und schließen den Kemmerer, den Bernd (sic) Höcke und den Maaßen in ihre Gruppe ein – die können allerdings vermutlich nur die erste Strophe … also von Kumbaya natürlich, nicht vom Deutschlandlied…

  4. #4 locker_machen
    2. Juni 2021

    Leute, macht euch mal locker. Who cares about Bhakdi? Soweit ich sagen kann, hat, sagen wir, ein Phänomen wie UvdL im Laufe ihrer was man so Karriere nennt mehr Schaden (inkl. an der Idee der Demokratie) angerichtet als Bhakdi vermutlich jemals imstande sein wird. Das ist ein Fetisch.

  5. #5 rolak
    2. Juni 2021

    einen unserer Größten

    Diese ewigen Lobhudeleien werden langsam un·er·träg·lich!
    Der ist doch höchstens einsachtzig…

    Gibts eigentlich bereits eine BeileidsAdresse für DE-ST?

  6. #6 Alisier
    2. Juni 2021

    Hm……

  7. #7 stone1
    2. Juni 2021

    Ach, Buddhist ist Herr Bhakdi auch? Hatte ich nicht mitbekommen. Aber vor ein paar Wochen das hier gelesen: Kritik am (westlichen) Buddhismus. ~sligthly OT, aber vielleicht als Lesestoff fürs lange WoE geeignet.

  8. #8 Eine ernstgemeinte Frage
    2. Juni 2021

    Bhakdi scheint ja, gemessen an den häufigen Erwähnungen im diffamierenden Ton Ihrerseits, eine große Rolle in Ihrem Leben zu spielen, Herr Kuhn. Warum eigentlich? Haben Sie nichts konstruktiveres beizutragen?

    • #9 Joseph Kuhn
      2. Juni 2021

      @ Eine ernstgemeinte Frage:

      “Haben Sie nichts konstruktiveres beizutragen?”

      Wie sieht’s bei Ihnen damit aus? Ein Suppenrezept vielleicht?

  9. #10 RPGNo1
    2. Juni 2021

    @Eine ernstgemeinte Frage

    mimimi mimi mi!

    War die Antwort ernsthaft genug?

  10. #11 Eine ernstgemeinte Antwort
    2. Juni 2021

    @Josep Kuhn Ich verneige mich vor Ihrem wissenschaftlich profilierterten Scharfblick, Herr Kuhn. Mit der Suppenkasperei kennen Sie sich aus! Was haben Sie eigentlich studiert?

    • #12 Joseph Kuhn
      2. Juni 2021

      @ Eine ernstgemeinte Antwort:

      Mal wirklich eine ernstgemeinte Frage: Fänden Sie es nicht auch wichtig, dass der Arzt, der lt. Bhakdi eine Serie von Blutgerinnungsfällen diagnostiziert hat, seine Fallberichte bei einer wissenschaftlichen Zeitschrift einreicht? Oder wenigstens nachvollziehbar auf eine Internetseite stellt, und sei es bei Rubikon? Was ist, wenn er tatsächlich auf eine Impfkomplikation gestoßen ist – und das Ganze bleibt auf der Ebene eines Gschichterls, das Bhakdi zwischen Erinnerungen an früher und Phantasien von Wahlsiegen in Sachsen-Anhalt erzählt?

      Und hat der Arzt seine Verpflichtung nach § 6 (1) Punkt 3 IfSG wahrgenommen, diese Verdachtsfälle “einer über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung” dem zuständigen Gesundheitsamt zu melden, das dann die Fälle über die zuständige Landesbehörde umgehend ans PEI weitermelden muss?

      Darüber sagt Herr Bhakdi kein Wort. Auch kein Wort zum angewandten D-Dimere-Test und dessen Spezifität. Statt dessen sagt er, er hätte Wolfgang Wodarg angerufen und der habe gesagt, jetzt müsse “das deutsche Volk handeln”. Auf der Basis eines Gschichterls von Bhakdi? Wirklich?

  11. #13 borstel
    2. Juni 2021

    Suppe?! Wo, wo, wo, her mit dem Rezept!

  12. #14 RPGNo1
    2. Juni 2021

    @Eine ernstgemeinte Antwort

    Wie steht es mit der Lese- und Recherchekompetenz? Das Profil von Joseph Kuhn befindet sich beim Aufrufen des Blogs auf der rechen Seite.

  13. #15 gnaddrig
    2. Juni 2021

    @borstel (#13): Moment, nicht so schnell. Erstmal: Was für Suppe? Da gibt es ja große Unterschiede!

  14. #16 Alisier
    2. Juni 2021
  15. #17 RPGNo1
    2. Juni 2021

    Ich stimme für Spargelcremesuppe.

  16. #18 Alisier
    2. Juni 2021

    “Spargelcremesuppe”……mein Gott, unter welchen Barbaren bin ich hier gelandet?
    Zerkochte Spargel sind eine Todsünde!
    Außerdem fördert diese Suppe die Ausbreitung von Covid: Bhakdi wirds sicher gerne bestätigen und in seinen Kanon der wilden Behauptungen aufnehmen.

  17. #19 Staphylococcus rex
    2. Juni 2021

    Ganz anders, mit der Spargelsaison fielen 2020 und 2021 die Inzidenzen, Masken und der ganze Firlefanz ist überflüssig, der Spargel ist die wahre Ursache für das Ende der Epidemie 😉

  18. #20 Alisier
    2. Juni 2021

    @ Staphylococcus rex
    Jahaha, die Spargel schon, aber wenn sie zerkocht sind erzürnt das Gott Asparagus, und dann steigen die Inzidenzen. Das wissen z.B. die thailändischen Buddhisten ganz genau!
    Und Buddha selbst soll die Spargelzermantscher verflucht haben, obwohl er sowas sonst nie tat.

  19. #21 Alisier
    2. Juni 2021

    Und überhaupt: Buddha bei die Spargel!
    Und das geht nur, wenn sie nicht in einer Suppe ertränkt wurden.

  20. #22 Joseph Kuhn
    2. Juni 2021

    Lieber Stammtisch, ich weiß nicht, ob euch überhaupt aufgefallen ist, dass Bhakdi womöglich einen Verstoß gegen § 6 (1) Punkt 3 IfSG deckt, obwohl er doch, wie er sagt, so eng mit Juristen ist. Man könnte auch einmal schauen, was es mit dem von ihm erwähnten Testen auf D-Dimere auf sich hat. Ist das im Zusammenhang mit der Impfung wirklich indiziert? Oder was es bedeutet, dass er als Kandidat der “Basis” in Nordrhein-Westfalen nach Sachsen-Anhalt ziehen will. Es gibt zwar keine Residenzpflicht für Bundestags-Bewerber, und ich weiß auch nicht, wo er jetzt wohnt und ob ihn etwas mit NRW verbindet, aber ein bisschen komisch wirkt das für meinen Geschmack trotzdem.

    Nur als Anregung, wenn ihr mit den Suppen durch seid.

  21. #23 Spritkopf
    2. Juni 2021

    Ich bin ja sehr daran interessiert, wie die Verteidiger des Herrn Bhakdi ticken und mit welchen Ausreden sie sich Bhakdis Rückzug in eine verschwörungstheoretische Märchenwelt schönsaufen. Deswegen hätte ich auf Josephs Frage in #12 auch gern eine ernstgemeinte Antwort von der ernstgemeinten Antwort gelesen. Aber anscheinend wirds die nicht mehr geben.

  22. #24 Spritkopf
    2. Juni 2021

    @Alisier

    “Spargelcremesuppe”……mein Gott, unter welchen Barbaren bin ich hier gelandet?
    Zerkochte Spargel sind eine Todsünde!

    Also bitte, Spargelcremesuppe hat nichts mit Barbarentum zu tun. Dafür wird kein Spargel zerkocht, sondern die wird selbstverständlich vom Sud des am Tage zuvor gegessenen frischen Spargels gemacht.

  23. #25 Kurt Schumacher
    2. Juni 2021

    @Eine ernstgemeinte Frage

    Das Ärzteblatt berichtet, dass in der brasilianischen Kleinstadt Serrana in relativ kurzer Zeit 96% der Erwachsenen (27.000 Personen) mit dem chinesischen Impfstoff CoronaVac geimpft worden sind.
    Weiter steht dort

    “Nach den (noch nicht publizierten) Ergebnissen hat die Impfung die Zahl der Erkrankungen an COVID-19 in der gesamten Stadt um 80 % gesenkt (95-%-Konfidenzintervall 76,9 % bis 82,7 %). Die Zahl der Kranken­hauseinweisungen ging um 86 % (74,1 % bis 92,3 %) und die Zahl der Todesfälle um 95 % (62,7 % bis 99,3 %) zurück.”

    Herr Bhakdi ist doch Naturwissenschaftler. Er könnte eine Forschungsreise nach Serrana unternehmen und sich einen empirischen und fundierten Eindruck davon verschaffen, ob es dort auch eine Gerinnung des Blutes bei mehr als 30% der Geimpften gibt. Oder eine Häufung von Todesfällen als Folge der Impfung. Oder andere Probleme aufgetreten sind. Das fände ich interessanter als Interviews auf “Rubikon” voll seltsamer Vorstellungen und unbewiesener Behauptungen.

  24. #26 Alisier
    2. Juni 2021

    Lieber Joseph,
    manchmal ist das Tischkante malträtieren nur zu vermeiden, wenn man den Albernheitszentren im durch permanentes Kopfschütteln schon betäubten Hirn kurzzeitig die Macht überlässt.
    Entschuldige die durchgehenden Pferde, und ich bin angesichts der Bhakdi-Jünger ehrlich besorgt, nicht nur wegen § 6.
    Nur: wie geht man damit genau um? Ich bin gerade etwas ratlos.

  25. #27 PDP10
    3. Juni 2021

    @Kurt S.:

    Herr Bhakdi ist doch Naturwissenschaftler. Er könnte […] sich einen empirischen und fundierten Eindruck davon verschaffen

    Das wäre aber aus seiner Sicht nicht sehr schlau.

    Evidenz? Empirie? Ach du je. Da müsste er eventuell hinter das zurückrudern, was er in sein (nicht unerfolgreiches) Buch reingeschrieben hat. Am Ende kämen noch Tausende Quer”denker” an und wollen ihr Geld für das Buch zurück.

    Die mögen es nämlich so gar nicht belogen zu werden (Vulgo: mit Fakten behelligt zu werden, die nicht in ihr Bild von der Welt da draußen passen) und sind dann schnell mit dem Rechtsanwalt dabei.

    Wobei: Das hätte dann immerhin einen gewissen Unterhaltungswert 🙂

    “Ich bin ein Star … ” aka Dschungelcamp 2022.
    Teilnehmer u.a.: Sucharit Bhakdi, Atilla Hildmann, Xaver Neindu. Das unvermeidliche Mädchen im knappen Bikini könnte Nena geben … usw. usf.

    Nee, meine Schaltkreise für miese Assoziationen drehen grade durch. Tschuldigung.

  26. #28 stone1
    3. Juni 2021

    aufgefallen ist, dass Bhakdi womöglich einen Verstoß gegen § 6 (1) Punkt 3 IfSG deckt

    Schon, aber das kann einen Ösi momentan grad gar nicht erschüttern, bei uns spielen sich Sachen in Justiz und Politik ab, dagegen ist die Bhakdi-Affäre Pillepalle.

    /OT

    Jahaha, die Spargel schon, aber wenn sie zerkocht sind erzürnt das Gott Asparagus

    wer den Asparagott besänftigen möchte, kann sich ja an meinem Spargel-Rezept versuchen, und auch wenns nicht besänftigt, so schmeckt es doch immerhin ganz gut, höchstwahrscheinlich zumindest.
    /OT sorry für Stammtischgelaber

  27. #29 Weltraumeule
    3. Juni 2021

    “Zunächst beklagt er den allgemeinen Niedergang der Kultur in Deutschland, dem Land, das er früher so geschätzt habe. Aber die Leute hier hätten sich schon vor der Krise „jahrelang dem Computer ergeben“, den „I-Phones, Smartphones“, die „menschliche Kommunikation sei heruntergegangen“, weniger Menschen seien in die Kirchen gegangen, weniger hätten zusammen gesungen, „und wenn Menschen zusammenkamen, war es hauptsächlich, um zu trinken“.”

    Hierbei gebe ich ihm recht. Der Rest ist freilich wie immer Impfgegner-Geschwurbel.

  28. #30 PDP10
    3. Juni 2021

    @Weltraumeule:

    Aber die Leute hier hätten sich schon vor der Krise „jahrelang dem Computer ergeben“, den „I-Phones, Smartphones“, […]

    Hierbei gebe ich ihm recht.

    Ich auch.

    Das sind nämlich die Medien, aufgrund deren Wirken auf die Welt Leute wie Bhakdi (und viele andere, die nie einen wirklichen Impakt als Forscher hatten), nach ihrer Pensionierung nicht sang und klanglos in der Versenkung verschwunden sind.

    Die ganzen Pensionäre die einerseits nichts zu tun haben aber andererseits an dem mulmigen Gefühl sich doch noch irgendwie profilieren zu müssen leiden gabs nämlich immer schon.

    Die hatten nur früher kein Internet.

  29. #31 stone1
    3. Juni 2021

    @PDP10

    Die hatten nur früher kein Internet.

    Kein Internet, vor allem keine Smartphones mit Chatfunktion, hätten ein österreichischer Spitzenbeamter im Justizministerium und ein Verfassungsrichter und ehemaliger Minister wahrscheinlich jetzt auch lieber gehabt.
    Dann wären diese Gespräche nicht gestern aufgeflogen. Eine echte Sauerei. Da man sich sonst selten übern Weg läuft, bring ich das hier an, also abermals

    /Sorry für OT, ich finde aber dieser Bhakdi ist die viele Aufmerksamkeit ohnehin kaum wert, wenn er was strafrechtlich Relevantes getan, gedeckt oder durch Unterlassung verursacht hat, müssen das eh Gerichte klären.

  30. #32 rolak
    3. Juni 2021

    womöglich einen Verstoß gegen § 6 (1) Punkt 3 IfSG deckt

    OK, da insistiert wird (hatte die ErstFrage eher als angenehm fiesen Scherz einsortiert): selbst das an BLÖD-Aufmacher gemahnende ‘womöglich’ halte ich für viel zu weit gegriffen. Immerhin kann doch keinesfalls aus einer NichtErwähnung auf NichtExistenz schließen.

    vom Sud des am Tage zuvor gegessenen

    Macht ihr das so? Okeeeeh, Jeder nach seiner Façon und so, doch wenn die beiden hier zusammenkommen, dann eher andersrum: Schalen und angeholzte EndAbschnitte auskochen, abseihen, nur den unschöneren oder den gesamten Spargel darin gar ziehen lassen, Spargel raus, Sud reduzieren und mit Sahne und Butterflocken montieren, kurz vor dem Servieren mit einigen Stücken des fastganzgaren Spargels komplettieren.

  31. #33 miraculix
    3. Juni 2021

    “Wir lassen sie schmoren. Spargel muss man in Butter schmoren, nur so behalten sie ihren typischen Geschmack.”

  32. #34 RPGNo1
    3. Juni 2021

    @Kurt Schumacher

    Herr Bhakdi ist doch Naturwissenschaftler.

    Das möchte ich anzweifeln. Bhakdi hat Humanmedizin studiert. ist Facharzt für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie und hat von 1991 bis 2012 das Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene an der Mainzer Uni geleitet.

    Bhakdi hat sicherlich naturwissenschaftliche Grundlagen erlernt und in seiner aktiven Zeit vor seiner Schwurbelkarriere angewendet, aber als Naturwissenschaftler sehe ich ihn auf gar keinen Fall.

    • #35 Joseph Kuhn
      3. Juni 2021

      @ RPGNo1:

      “als Naturwissenschaftler sehe ich ihn auf gar keinen Fall”

      Lothar Wieler hält man vor, er sei nur Tierarzt (obwohl es um eine Zoonose geht) und Christian Drosten ist auch kein “Naturwissenschaftler”, aber sein naturwissenschaftliches Know How über die Biologie des Virus dürfte das der meisten “Naturwissenschaftler” bei weitem übersteigen. Roland Wiesendanger wiederum ist zweifelsfrei einer, ihm wirft man im Zusammenhang mit der Laborthese (zu Recht vor), dass er kein Virologe bzw. kein Mikrobiologe ist.

      Ergo: Die Frage nach der Disziplin, der jemand angehört, ebenso wie die Frage, wofür jemand konkret Expertise mitbringt, macht nur mit Blick auf spezifische Problemlagen Sinn. Für die Frage, ob Bhakdi zu Studienzwecken nach Brasilien fahren sollte, ist seine Zuordnung zu den Naturwissenschaften so bedeutsam wie die Suppenfrage. Oder wie die Frage, warum Bhakdi nach 50 Jahren in Deutschland noch vergleichsweise gebrochen deutsch spricht und ob er das wie einst Rudi Carrell üben muss, um den sympathischen Akzent nicht zu verlieren.

      Entscheidend ist, ob jemand offen für gute Argumente ist und erkennt, wo er Argumente nicht mehr aus eigener Expertise beurteilen kann, sondern jemanden mit mehr Hintergrund fragen muss. Beides scheint mir bei Bhakdi nicht der Fall zu sein.

  33. #36 RPGNo1
    3. Juni 2021

    @Joseph Kuhn

    Das mag alles stimmen, aber ich bin in diesem Sinne gerne klassisch altmodisch: Astronomie, Geowissenschaften, Chemie, Physik, Biologie – das sind Naturwissenschaften. Alles andere sind Interdisziplinäre Fachbereiche oder angewandte Naturwissenschaften

    https://de.wikipedia.org/wiki/Naturwissenschaft#Fachgebiete

    Ob ein Naturwissenschaftler jetzt nicht naturwissenschaftlich arbeitet (Wiesendanger, Kutschera) oder ein Mediziner NaWI anwendet (Wieler, Drosten) steht auf einem anderen Blatt.

    Entscheidend ist, ob jemand offen für gute Argumente ist und erkennt, wo er Argumente nicht mehr aus eigener Expertise beurteilen kann, sondern jemanden mit mehr Hintergrund fragen muss. Beides scheint mir bei Bhakdi nicht der Fall zu sein.

    Dem will ich nicht wiedersprechen,

  34. #37 Alisier
    3. Juni 2021

    @ RPGNo1
    Ich kenne einen Mann, der jetzt schon älter ist: er heißt zufälligerweise auch Joseph.
    Aufgrund eines sehr schwierigen familiären Hintergrundes hatte er in der Schule erstmal keine Chance. Er wurde Waldarbeiter, hat sich aber für Natur so sehr interessiert, dass er sich autodidaktisch weitergebildet hat, und so wurde recht spät er zu einem der besten Entomologen, die ich je kennen lernen durfte . Er z.B. hat Dinge über Sesien und deren Lebensweise herausgefunden, die vorher von den akademisch gebildeten Wissenschaftlern auch deswegen falsch eingeschätzt wurden, weil sie in ihren Lehrmeinungen gefangen waren.
    Vor ein paar Tagen hatte ich mit Wissenschaftlern (alle mit Doktortitel) der neuen Generation, die Du auch als solche bezeichnen würdest zu tun, die Entscheidungen im Bereich Natur- und Umweltschutz treffen sollten, obwohl ihnen die praktischen Grundlagen fast in Gänze fehlten, aber sie gelten eben als Experten. Und Rat haben sie sich zuerst nicht geholt.
    Die Entscheidungen fielen dementsprechend aus, und diese zu korrigieren wird ein hartes Stück Arbeit, im schlimmsten Falle für Generationen.
    Dein Wissenschaftlerverständnis ist aus meiner Sicht nicht sinnvoll und bedürfte einiger Korrekturen.
    Nur weil jemand sich amtlich geprüft Wissenschaftler nennen darf, muss er auf seinem Gebiet weder Koryphäe noch besonders gut sein. Und gerade heutzutage fehlt der Praxisbezug vielen so massiv, dass es sehr heikel werden kann gerade bei weitreichenden Entscheidungen, bei denen die Poltik der Expertenmeinung folgt (Ich rede hier ausschließlich von einem Bereich, in dem ich zuhause bin, und der mit Viren nichts zu tun hat).
    Also bitte aufpassen bei der Beweihräucherung des aktuellen echten Wissenschaftsbetriebs: er fördert teiweise mehr die Hybris als echte Erkenntnis.

  35. #38 Alisier
    3. Juni 2021

    Nachtrag:
    Natürlich spielen in Ökosystem auch Viren (Pflanzenviren genauso wie beispielsweise Insektenviren) eine manchmal durchaus entscheidende Rolle.
    Und das ist eines der Probleme bei Entscheidungen, die überaus komplexe Systeme betreffen: punktuelles Expertentum führt ohne gute Kommunikation und breiten Austausch unter den Disziplinen nur zu schnell in eine Sackgasse.

  36. #39 hwied
    3. Juni 2021

    ein wissenschaftlicher Beitrag zur Spargelcremesuppe:
    “Ein 70 kg schwerer menschlicher Körper enthält circa 140 g Kalium und damit etwa 0,000117 × 140 g = 0,0164 g des Isotops 40K; der Zerfall ruft ein Leben lang kontinuierlich ca. 4.300 Zerfälle pro Sekunde (Becquerel) Dabei fallen auch Antineutrinos an.”
    Alisier ahnt instinktmäßig, den Spargel zu meiden.
    Man sollte Bahkdi einmal fragen, wieviel Spargel er isst. Spargel enthält sehr viel Kalium.

  37. #40 RPGNo1
    3. Juni 2021

    @Alisier

    Wie ich bereits erklärt habe: Ich spreche einer Person, auch deinem Seiteneinsteiger, deinem autodidaktisch geschultem Menschen ein naturwissenschaftliches Verständnis bzw. Arbeiten nicht ab. Das heißt aber nicht automatisch, dass er Naturwissenschaftler ist. Genauso kann umgekehrt ein Naturwissenschaftler (Fred Hoyle, Linus Pauling) nicht (natur)wissenschaftlichen Unsinn verbreiten.

    Das hat nicht mit “der Beweihräucherung des aktuellen echten Wissenschaftsbetriebs” zu tun. Nochmals: Es geht um Naturwissenschaften im speziellem, nicht um Wissenschaften im allgemeinen.

    D.h., Bhakdi ist KEIN Naturwissenschaftler, und er zeigt mit seiner Bemerkung zu den Coronaviren, dass er kein naturwissenschaftliches Verständnis hat.

  38. #41 Alisier
    3. Juni 2021

    @ RPGNo1
    Ich habe Dich sehr wohl verstanden, aber Du mich anscheinend nicht.
    Der Unterschied, den Du machst ist sinnfrei und unnötig, aus meiner Sicht.
    Das bessere Argument sollte über allem stehen, denke ich.

  39. #42 Joseph Kuhn
    3. Juni 2021

    “Bhakdi ist KEIN Naturwissenschaftler, und er zeigt mit seiner Bemerkung zu den Coronaviren, dass er kein naturwissenschaftliches Verständnis hat.”

    Das ist sicher richtig. Mich würde aber viel mehr interessieren, ob der Mediziner Bhakdi mit seiner Bemerkung zu den D-Dimeren womöglich zeigt, dass er auch kein medizinisches Verständnis hat. Jedenfalls scheinen die Tests mit ihrer niedrigen Spezifität eine Menge falsch positiver und überprüfungsbedürftiger Befunde zu produzieren und insofern Menschen unnötig in Besorgnis zu versetzen. Was es mit den D-Dimeren selbst auf sich hat, ob das im Zusammenhang mit der Corona-Impfung ein relevanter Faktor ist, kann ich nicht beurteilen, dazu fehlt mir die Fachkompetenz.

    Und was mich auch interessiert: Wenn seine Partei “Die Basis” am Sonntag in Sachsen-Anhalt nicht nur nicht stärkste Partei wird, sondern auch nicht in den Landtag einzieht, war das dann schon die “letzte Chance” (O-Ton Bhakdi) für seinen Verbleib in Deutschland oder kommt danach die allerletzte und dann eine allerallerletzte Chance?

  40. #43 Ernsthafte Erwiderung
    3. Juni 2021

    @Joseph Kuhn Kommentar #13
    Meinen Sie ernsthaft, es würde irgendjemand von Staatseite interessieren, wenn Prof Bhakdi eine Studie oder Quelle vorlegen würde? Und: haben Sie international nach Studien bez Thrombosen recherchiert, die die Aussagen Prof Bhakdis stützen könnten?

    Ich finde es unanständig, das bürgerlich verbriefte Engagement eines Bürgers unseres Landes ins Lächerliche zu ziehen, obwohl es eigentlich um ein anderes Thema geht. Sie verklammern das geschickt mit Ihren eigentlichen Kritikpunkten, um Stammtischstimmung zu erzielen. Es ist sein gutes Recht, sich politisch zu engagieren. Und es ist auch sein gutes Recht, seine Meinung über den eigenen Wohnort zu ändern, als auch, dies öffentlich zu äußern.

    Ich habe das Video nicht gesehen, ich bin kein Anhänger von Prof Bhakdi, kenne aber einen seiner ehemaligen Studenten, der aus seiner Studienzeit nur Gutes über ihn zu sagen weiß, auch wenn er bez Covid anderer Auffassung ist. Wissenschaft ist eben keine der Regierung zuarbeitende monolytische Konsensfabrik, sondern frei und diskursiv. Wie man in den Diskurs einsteigt, ist jedem selbst überlassen, ich präferiere einen argumentativen und mäßigen Ton – ohne Häme und Pathos. Davon gibt es in den MSM und der Gesellschaft allgemein schon genug, was den gesellschaftlichen Zusammenhalt schaden dürfte, also abzulehnen ist.

    Nun hat Prof Bhakdi wohl keine Quelle genannt – in einem Interview – wie Sie schreiben. Oder ist es ein Gespräch? Das machen viele – momentan – dem Mainstream zugehörigen Wissenschaftler auch. Messen Sie nicht mit mehrerlei Maß?

    Überhaupt: sich den eh schon stigmatisiertesten Vertreter herauszupicken, ist meiner Ansicht nach wohlfeil. Diese Kritik kostet nicht viel. Der Preis – mit diesen Zeilen meine Wenigkeit (neben diesem ganzen Suppentopfschlagen) – nur ein Sozialökonom, der hier sonst fasziniert Blogbeiträge über Astronomie und Meeresbiologie liest.

    Da wäre für Sie mehr drin, Herr Kuhn, kritisieren Sie auch(!) Lautsprecher wie einen Lauterbach z.B., dessen zahlreiche Verfehlungen mittlerweile auf der Hand liegen. Und: viel mehr Schaden anrichten. Würden Sie dies auch so polemisch machen? Dafür würde es Mut bedürfen. Wenn jemand wie Bhakdi gesellschaftlich am Boden liegt, muss man da wiederholt unrühmlich – neben sicherlich gerechtfertigter Kritik – unter die Gürtellinie nachtreten?

    Ich verunfallte in meiner Kindheit, u.A. mit gespendetem Blut konnte ich gerettet werden. Ich werde mich nicht impfen lassen, ob ich das Video sehe oder nicht, weil ich aus Dankbarkeit seit der Jugend selber Blutspender bin. Hierzu gibt es bez. des mRNA-Impfstoffs beunruhigende Nachrichten. Solange ich mir nicht sicher bin, weiterhin Blut spenden zu können, werde ich mich also nicht impfen lassen. Das ist Kosten-Nutzen-Kalkül. Dazu gibt es aus Israel oder auch Japan, Indien ganz aktuelle Informationen, die mich insgesamt zweifeln lassen. Ich schätze für mich die Gefahr von Covid anhand Sterberate und Folgeschäden momentan geringer ein als den Nutzen des Impfstoffs, sofern man keine Langzeitergebnisse hat.

    • #44 Joseph Kuhn
      3. Juni 2021

      @ Ernsthafte Erwiderung:

      1. Das ist keine ernsthafte Erwiderung. Meine Frage haben Sie gar nicht beantwortet. Meine Frage demnach auch nicht ernstgenommen. Warum auch immer.
      2. Natürlich kann sich Bhakdi politisch engagieren. Wo wurde das bestritten? Nirgendwo.
      3. Bhakdi hat für seine Behauptungen über massenhafte Blutgerinnungen nicht nur keine Quelle genannt. Er schürt gezielt Ängste, ohne etwas nachprüfbar zu machen. Wenn es stimmt, was er sagt, dass ihm das ein Arzt berichtet habe, deckt er zudem womöglich einen Gesetzesverstoß, falls dieser die Fälle dem Gesundheitsamt nicht gemeldet hat. Aber das weiß er vielleicht nicht, so wie er vielleicht auch nicht weiß, was sein D-Dimeren-Test leistet und was nicht. Warum macht er das? Wenn er so besorgt ist, wie er tut, müssen die Daten auf den Tisch, ohne wenn und aber. Ihre “ernstgemeinte Erwiderung” besteht darin, diese klare Notwendigkeit zu verschwurbeln. Warum auch immer.
      4. Herrn Lauterbach habe ich hier im Blog sehr oft kritisiert, durchaus auch polemisch (aber immer durch sachliche Gründe gedeckt), und nein, es hat keinen Mut erfordert. Sie phantasieren sich nichtexistente Parteinahmen zusammen. Warum auch immer.
      5. Warum liegt Bhakdi “gesellschaftlich am Boden”? Oder sagen Sie das nur, um Kritik an seinen Äußerungen (zu denen ihn keine Merkeldiktatur gezwungen hat) als “nachtreten” denunzieren zu können? Warum auch immer.
      6. Sie schreiben, es gäbe bezüglich “des mRNA-Impfstoffs beunruhigende Nachrichten”. Die kommen nicht zuletzt von Bhakdi mit seinen unbelegten Behauptungen. Sie möchten dazu aber von ihm nicht mehr wissen. Warum auch immer.
      7. Sie schätzen die Gefahr von Covid-19 “anhand Sterberate und Folgeschäden momentan geringer ein als den Nutzen des Impfstoffs”. Hier muss man nichts einschätzen. Wie Bhakdi die Datenlage dazu in seinem neuem Buch verdreht, habe ich – nachvollziehbar und allgemeinverständlich – beschrieben. Wenn Sie das nicht zur Kenntnis nehmen wollen, dann ist das eben so. Ihr Kopf, Ihre Gedanken.

      Ergo: Angeblich machen Sie sich selbst Sorgen um Impfkomplikationen, wollen aber nicht wissen, worauf Bhakdi seine diesbezügliche Panikmache stützt, sondern entschuldigen seine Geheimnistuerei. Wie gesagt, Ihr Kopf, Ihre Gedanken. Es wäre schön, wenn Sie uns künftig damit verschonen.

  41. #45 PDP10
    3. Juni 2021

    oder kommt danach die allerletzte und dann eine allerallerletzte Chance?

    Naja. Zumindest hat er da große Vorbilder. Die Stones sind ja auch schon seit 30 Jahren immer wieder auf ihrer letzten Tour …

  42. #46 PDP10
    3. Juni 2021

    @RPGNo1:

    Ich spreche einer Person, auch deinem Seiteneinsteiger, deinem autodidaktisch geschultem Menschen ein naturwissenschaftliches Verständnis bzw. Arbeiten nicht ab. Das heißt aber nicht automatisch, dass er Naturwissenschaftler ist.

    Wenn es um “naturwissenschaftliches Verständnis bzw. Arbeiten” geht. Doch. Schon. Das heißt es.

    Ich halte es da mit der Definition des Begriffs “Wissenschaftler”, den Florian Freistetter benutzt. Er sagt über sich selbst, dass er kein Wissenschaftler ist, weil er keine Wissenschaft “macht”, im Sinne von Forschung. Er war mal einer, aber jetzt ist er halt Autor. Umgekehrt bedeutet das, dass jemand der Wissenschaft “macht” Wissenschaftler ist. Unabhängig von der formalen Qualifikation.

    Michael Faraday zB. würde man wohl kaum als Buchbinder bezeichnen. Obwohl das die einzige formale Qualifikation war, die er hatte. Er war Naturwissenschaftler, weil er die meiste Zeit seines aktiven Berufslebens als solcher gearbeitet hat (zu seiner Zeit hat man “Naturforscher” gesagt).

    Und nein, Herr Bhakdi ist keine Naturwissenschaftler und war auch nie einer, weil die Medizin in der Regel zu den Humanwissenschaften gezählt wird. Die Wikipedia schreibt dazu “Zur Humanwissenschaft […] zählen Wissenschaften, die sich mit dem Menschen als Forschungsobjekt befassen. Es wird dezidiert eine interdisziplinäre Arbeitsweise mit dem Begriff verbunden. Humanwissenschaftliche Forschung greift trotz einiger Unterschiede sowohl auf Methoden, Erklärungsversuche und Argumentationen der Geistes- als auch der Sozial- und Naturwissenschaften zurück.

    Nach meinem Verständnis ist den Human- und Naturwissenschaften gemeinsam, dass sie auf Empirie und Deduktion aufbauen. (Das machen nicht alle Wissenschaften. Aber das ist eine andere Diskussion).

    Vielleicht können wir uns einfach darauf einigen, dazu “Wissenschaft” zu sagen.

    Im Sinne der Definition oben ist dann – wenn es um Medizin geht – die Hausärztin von nebenan keine Wissenschaftlerin. Ebenso sicher nicht der Orthopäde eine Straße weiter. Die ist Ärztin. Christian Drosten hingegen ist ohne Zweifel Wissenschaftler. Ob er auch Arzt ist – also Patienten behandelt – weiß ich nicht. Gelernt hat er diesen Beruf auf jeden Fall.

    Herr Bhakdi war mal Wissenschaftler, weil er an einer Uni gelehrt und geforscht hat. Jetzt ist er aber keiner mehr. Zu betonen, dass Herr Bhakdi kein Naturwissenschaftler war oder ist, ist also gleich zweimal falsch und geht vor allem am Thema vorbei. “Evidenz und Empirie” (ich zitiere mich mal frech selbst) hat er jedenfalls gelernt und angewandt. (Ob erfolgreich oder nicht, kann ich nicht beurteilen.)

    Danach sollte er beurteilt werden und nicht danach ob er nach irgendeinem Verständnis Naturwissenschaftler ist oder war.

  43. #47 Staphylococcus rex
    4. Juni 2021

    Wie wäre es mit einem anderen Blickwinkel? Ein Naturwissenschaftler, Mediziner oder Geisteswissenschaftler ist man kraft seiner Ausbildung. Worüber hier aber diskutiert wird, das ist die wissenschaftliche Arbeitsweise. Diese Arbeitsweise ist teilweise angeboren, teilweise kann sie auch erlernt werden. Wenn ein fundiertes Grundwissen und eine wissenschaftliche Arbeitsweise zusammenkommen, dann sind wissenschaftliche Höchstleistungen möglich. In der Regel muss man dafür studieren, weil der Weg eines Autodidakten einfach länger und steiniger ist. Der Autodidakt hat dafür den Vorteil, dass die Wissenschaft irrelevant für den Lebensunterhalt ist und deshalb unkonventionelle Lösungswege beschritten werden können.

    Das Problem dabei ist, die wissenschaftliche Arbeitsweise ist kein Gegenstand, den man besitzt, sondern eine Fähigkeit, die trainiert werden muss und die auch verloren gehen kann. Was man unbedingt braucht, ist Neugier, ist die Fähigkeit, den Blickwinkel zu verändern (laterales Denken), ist das Eingeständnis der eigenen intellektuellen Grenzen (nur wer seine Grenzen kennt, kann sie auch überschreiten) und die Bereitschaft die eigenen Hypothesen von Zeit zu Zeit zu hinterfragen oder zumindest die Bereitschaft den eigenen Standpunkt auf Widerspruchsfreiheit zu prüfen. Eine wissenschaftliche Arbeitsweise ist sowohl eine Eigenschaft des Intellekts als auch des Charakters.

    Und ja, der Alterungsprozeß hat Einfluss auf die Fähigkeit wissenschaftlich zu arbeiten. Warum wohl müssen auch Professoren in Rente gehen? Und geistiger und körperlicher Verfall haben jeweils ihr eigenes Tempo. Wie es um die Fähigkeit zum wissenschaftlichen Denken bei Bhakdi, Wodarg und Walach bestellt ist und welche Rolle das Alter dieser Personen dabei spielt, da hat hier sicher jeder seine eigene Meinung.

  44. #48 PDP10
    4. Juni 2021

    @Staphylococcus rex:

    Ein Naturwissenschaftler, Mediziner oder Geisteswissenschaftler ist man kraft seiner Ausbildung.

    vs.

    Das Problem dabei ist, die wissenschaftliche Arbeitsweise ist kein Gegenstand, den man besitzt, sondern eine Fähigkeit, die trainiert werden muss und die auch verloren gehen kann.

    Ich sehe da einen klitzekleinen Widerspruch.

    Es sei denn, du willst ernsthaft behaupten, dass Michael Faraday nunmal kein Wissenschaftler sondern Buchbinder war … 😉

  45. #49 PDP10
    4. Juni 2021

    Oder Wilhelm Herschel, der eigentlich Musiker war … etc. pp.

  46. #50 Stephan
    4. Juni 2021

    #26
    In einer zivilisierten Gesellschaft würde jetzt eine Anzeige folgen.

  47. #51 Joseph Kuhn
    4. Juni 2021

    Lieber Stammtisch, Bhakdi singt gerne, aber er ist kein Herschel und ob er Spargelcremesuppe mag, sei dahingestellt. Koch ist er jedenfalls auch nicht, das ist wiederum einer, der gerne Naturwissenschaftler geworden wäre und Deutschland schon verlassen hat.

    Ich bin aber sicher, dass all das von ähnlicher Relevanz ist wie die berühmte Frage, wie viele Engel auf eine Nadelspitze passen. Ich interpretiere eure Diskussion einmal so, dass Bhakdis Ansichten letztlich gar nicht so wichtig sind, im Vergleich z.B. zur Suppenfrage, und hoffe, dass ihr Recht habt.

  48. #52 Soisses
    4. Juni 2021

    Wer ist wer? Ich spreche manchmal von mir als Köchin, wenn ich gekocht habe, oder von mir als Hausfrau, wenn ich ein Regal abstaube.
    Wenn ich aus Daten heraus mit anerkannten Methoden eine Frage beantworte, dann bin ich Wissenschaftlerin. Ich halte mich dann mit persönlicher Meinung total zurück, nicht aber mit der Message, die ich so deutlich formuliere, wie es (datenbasiert) nur geht.

    Eine Diskussion, wer ist wer und wer darf was, ist für mich Zeitverschwendung.
    Citizen Science oder auch Citizen Data Journalism würde ich jederzeit unterstützen.
    Akademische Titel weisen (zurückliegende!) Qualifikationsschritte nach. Das sollte man weder kleinreden noch überhöhen.

  49. #53 Alisier
    4. Juni 2021

    @ Stephan
    Ich nehme mal an, dass Du nur trollst.
    Ansonsten hätte ich #50 gerne erklärt.
    @ Soisses
    Danke für den Kommentar.
    Als jemand, der sich Citizen Science auf die Fahne geschrieben hat und die Strukturen dafür aktiv zu verbessern sucht, habe ich inzwischen ein ernsthaftes Problem mit einem sich verschanzenden Wissenschaftsverständnis.

  50. #54 Pollo
    4. Juni 2021

    @Joseph Kuhn
    Die Suppenfrage ist eine Geschmacksfrage. Darüber kann man streiten, es gibt jedoch keine Notwendigkeit, gemeinsam zu handeln. Also muss man sich nicht einigen.
    Bhakdis Aussagen sind keine Geschmacksfragen. Die könnten nur ignoriert werden, wenn er nicht diese Reichweite hätte, die dazu führt, dass notwendige Anti-Pandemie-Maßnahmen gegenüber einem zu großen Teil der Bevölkerung schwerer vermittelbar sind. Insofern plädiere ich für eine weitere Beschäftigung damit – nicht, um den vergleichsweise kleinen Kreis der Mitdiskutanten hier zu erfreuen, sondern den Lesern dabei zu helfen, Argumente zu prüfen.
    Insofern bitte ich um Fortsetzung, solange es nötig ist.

    P.S.: Auch Geschmack lässt sich lernen. Weinseminare zeugen davon – abgesehen von dem Teil der Klientel, der nur gerne beim Reden über Wein mitschwallen möchte.

  51. #55 Joachim
    4. Juni 2021

    Oh je, nun habe ich mir doch die ersten 10Minuten des Interviews angetan, wie super die Deutschen in dem 60’ern waren und wie böse heute die Computerwelt denn sei. Ich lass das mal so stehen, auch das, warum die Kirchen denn heute so leer sind. Ich meine, ob ich mich über Spargel unterhalte oder sowas schaue, who cares.

    Bei dem Satz, wie denn heute jemand Angst vor einem Virus, der “nicht gefährlicher sei” als eine Grippe, da hörte aber der Spaß auf. a) isch ‘abe gar keine Angst und b) sterben da Menschen dran. Wer also nicht ganz blöde ist, der lässt sich impfen und/oder trifft wirksame Vorsichtsmaßnahmen. Bei der Unterstellung der Dummheit, die ich bei Bhakdi da rauslese, da gilt also das Gegenteil. Dumm ist, wer den Virus ignoriert.

    Pappnase, es ist nicht Karneval!

    Womit ich endlich zu meinem eigentlichen Anliegen komme. Der Typ hat offensichtlich Reichweite. Wieso? Ist sowas neu? Oder waren wir schon immer so dumm? Ist es das Internet schuld? Die Medien? Oder das stetige absinken des IQ?

    Die Frage ist ernst gemeint: Wieso hören Leute auf solche Blender?

    • #56 Joseph Kuhn
      4. Juni 2021

      @ Joachim:

      “Ist sowas neu?”

      Ich glaube nicht. Früher hatten die Leute ihren Nostradamus oder ihren Rudolf Steiner mit seiner Akasha-Chronik. Es war schon immer verführerisch, mehr zu wissen als die normalen Menschen und hinter die Dinge zu schauen. Und eine gute Bühnenshow eines Zauberers gefällt vermutlich den meisten von uns.

  52. #57 Joachim
    4. Juni 2021

    “Es war schon immer verführerisch, mehr zu wissen als die normalen Menschen und hinter die Dinge zu schauen.”

    Natürlich. Nur, der Typ erzählt Blödsinn und schürt Angst vor Nichts, kommt mit Gott und jeder dürfe sich impfen lassen, nur wehe man fasst die Kinder an. Er weiß nichts, außer wie man Dumme verarscht. Der ist nicht nur ein Blender. Der ist irre und gefährlich aus purem Eigennutz. Wie oft hat der sein Buch in die Kamera gehalten? Seine Show ist so „gut“, dass mir (geimpft) nicht das Blut klumpt, sondern gefror, ob dieser Dreistigkeit und den Versuch mich für dumm zu erklären.

    Bhakdi ist irrelevant, ein Spiegelriese aus einem Kinderbuch. Weit weg wirkt der groß. Je näher er kommt, je mehr man sieht, um so kleiner wird er. Schaut man genauer hin, so ist nichts mehr da.

    Ich habe jedoch den Eindruck, wir sind anfälliger geworden für solche Manipulation der Spiegelriesen. Trump, AFD, Clowns und Rechtsradikale, Populisten und „Medien“ wie Rubikon (you name it: verarsch mich einmal, aber nicht zweimal!).

    Vielleicht ist es nur verführerisch, den Kopf abzuschalten, weil die Welt ja so kompliziert ist. Dumm nur, dass dies ein Teufelskreis ist…

    Noch einmal: wieso fallen die Leute auf solche Blender rein? Und was tun wir dagegen?

    • #58 Joseph Kuhn
      4. Juni 2021

      @ Joachim:

      “Noch einmal: wieso fallen die Leute auf solche Blender rein?”

      Zur Psychologie solcher Phänomene gibt es ja eine ganze Reihe von Erklärungsansätzen. Sie haben von der komplizierten Welt gesprochen. Ein sicher nicht zu unterschätzender Punkt ist Kontrolle. Wissen ist Macht und wer mehr weiß, als die anderen, und anderes, gewinnt subjektiv Kontrolle zurück. Das dürfte auch bei anderen denialistischen Argumentationen ähnlich sein (siehe z.B. beim Passivrauchen, S. 148).

      “Und was tun wir dagegen?”

      Wir argumentieren auf bessere Art und Weise. Und essen gute Suppen.

  53. #59 Joachim
    4. Juni 2021

    @Joseph Kuhn #58
    Gäbe es hier ein Daumen hoch Icon, so würde ich das jetzt setzen. (Über das Dokument zum Passivrauchen könnte man allerdings noch reden – auch wenn mir inhaltlich auf den ersten Blick sehr korrekt erscheint – aber vielleicht nicht hier und jetzt).

    Nur würde ich jetzt mal (komplett ungeduldig) wissen, was die Anderen zu meiner Frage sagen. Immerhin werfe ich meinen Mitmenschen vollkommen provozierend vor, den Kopf ob übermäßiger Komplexität abzuschalten und damit die Welt erst so komplex zu machen.

    Oder war das jetzt zu kompliziert?

  54. #60 rolak
    4. Juni 2021

    es ist nicht Karneval!

    Also bitte! Schon schade genug, daß er ausfiel – und dann wird er so en passant auch noch runtergeputzt durch den Vergleich mit bhakdischem Aktionismus^^

    Spiegelriese

    Ist der da tatsächlich mal solcherart irgendwohin übersetzt worden oder fehlt mir da schlicht Kontext?

    wieso fallen die Leute auf solche Blender rein?

    Aus höchst unterschiedlichen Gründen, nehme ich an. Allerdings dürfte die blendende Verführung eines ‘So muß es sein! Ab jetzt kein weiteres (Be)Denken mehr nötig!’ für viele überwältigend sein. Dabei bietet sich eine einfache ante-calamitas-Heuristik an: Epiphanies whisper.

    Und was tun wir dagegen?

    Uns den Mund fusselig reden. Das vom Blogger zusätzlich erwähnte “Und essen gute Suppen” wirkt allerdings imho eher indirekt. Schwächt nicht die ~Argumente der Gegenüber, aber stärkt die eigenen Nerven…

  55. #61 Anonym_2021
    4. Juni 2021

    Er könnte doch zur Sicherheit nach Australien gehen.

    Dort gibt es einen Frisörsalon, der Covid19-geimpfte Kunden wegen “unbekannter Gesundheitseffekte” ablehnt:
    https://7news.com.au/lifestyle/health-wellbeing/gold-coast-hair-salon-refuses-service-to-customers-who-have-covid-19-vaccine-c-2878833

  56. #62 Joachim
    4. Juni 2021

    @rolak
    Kontext? Keine Ahnung, ich war noch sehr klein. Scheinriese ist wohl korrekt,

    Was (Be)denken angeht, die meisten Leute, die mir bisher so begegneten waren irgendwie zugänglich. Doch woher kommen all diese Populisten und Scharlatane? Wie kommt es, dass sich Leute einwickeln lassen? Man muss ihnen offensichtlich, so wie Bhakdi, ein wenig nach dem Mund reden und schon bekommen die, denen niemand sonst zuhört, das Gefühl, doch etwas zu sein und auch mal Recht zu haben?

    Wenn das so wäre, vielleicht sollten wir uns doch langsam mal überlegen, wen wir alles abgehängt haben? Wenn ich mir da Medien und Politik, Wirtschaft, Konsumverhalten und Bildungsmisere so ansehe, so wundert mich eigentlich nicht mehr so viel.

    Da ist Denialism ja vielleicht noch harmlos. Der Effekt hier spaltet eine gesammte Gesellschaft grundsätzlich.

  57. #63 PDP10
    4. Juni 2021

    @rolak:

    Epiphanies whisper.

    Sehr schön.

    Allerdings dachte ich kurz, du hättest Indexed geheisd (bzw. in dem Fall gescienceblocked oder so).

    Irgendwie funktioniert das aktuell nicht so gut. Ich kann alle Kärtchen immer nur nach einem Refresh sehen. Sonst bekomme ich nur eine weiße Seite mit so einem kreisenden Dingsda in der Mitte. Blöd irgendwie. Ich mag die Seite …

  58. #64 Joseph Kuhn
    5. Juni 2021

    Bhakdis Daten und Beweise

    Im österreichischen “Desinformationsprojekt” Wochenblick wird Bhakdis neue Behauptung über eine massenhafte Blutgerinnung nach Impfung fleißig weiterverbreitet: “Bhakdi: Impf-Nebenwirkungen bei mehr als 30% bestätigt und bewiesen!” Bestätigt und bewiesen ist demnach, was Bhakdi behauptet. Interessant: auch ein Arzt aus Bayern sei zu den gleichen Befunden gekommen. Natürlich bleibt auch er anonym und niemand weiß, ob er seine Verdachtsfälle dem zuständigen Gesundheitsamt gemeldet hat. Bleibt nur zu hoffen, dass er seine Patienten nicht zum Bestätigungstest ins CT geschoben hat.

    Schon seltsam: Diese Leute behaupten,
    • Drosten & Co. würden Panik schüren, und setzen selbst schlimmste Gruselgeschichten in die Welt;
    • sie behaupten, der PCR-Test würde viele falsch Positive produzieren, und fordern einen Test auf D-Dimere, der wirklich viele falsch Positive liefert;
    • sie werfen dem RKI vor, eine gute Datenlage zu verhindern und halten ihre D-Dimere-Befunde regelrecht geheim;
    • sie sagen, Impfnebenwirkungen würden nicht gut erfasst und wecken den Verdacht, die von ihnen angeblich festgestellten Nebenwirkungen nicht ans Gesundheitsamt zu melden;
    • …

    Nebenan hat übrigens Christian Meesters einen Beitrag zur Bhakderiologie veröffentlicht.

  59. #65 PDP10
    5. Juni 2021

    • …

    Mir scheint, dies ist eine brauchbare Zusammenfassung von “diese Leute behaupten:” …

    (Man könnte es dabei auch belassen, wenn es nicht so erstaunlich viele Leute gäbe, die sowas auch noch ungeprüft glauben. *seufz* )

  60. #66 Joseph Kuhn
    6. Juni 2021

    Bhakdi und Reiß im Sachsen-Anhalt-Werbevideo der “Basis”

    Hier werben die beiden zusammen mit Frau Fischer für die Partei “Die Basis”: https://www.youtube.com/watch?v=8tdEU61-kUc

    Am Anfang sagen sie, die Demokratie sei in den letzten Jahren schleichend verloren gegangen und sie hätten es nicht gemerkt. Tja. ich weiß ja nicht, was genau sie nicht gemerkt haben, aber ungute Entwicklungen die die Ausweitung prekärer Beschäftigung, die Zuspitzung der Wohnungsnot oder die Fortdauer der Pflegemisere scheinen sie so wenig zu meinen wie die Abschottung Europas gegenüber den Flüchtlingen oder die freundliche Kooperation mit Autokraten und Tyrannen weltweit. Denn solche Themen kommen bei ihnen nicht vor.

    Unser Leben, so Bhakdi, sei “kein Leben mehr”, es sei nur noch ein “Dahinvegetieren unter der Obrigkeit”. “Ihr seid wie die Tiere, die gehalten werden.” Der gute Mann sollte mal ein schlecht geführtes Pflegeheim besuchen, oder die Unterkunft von Arbeitern in der Fleischindustrie. Dann hätte er vielleicht eine Vorstellung davon, was “Dahinvegetieren” ist.

    Auch Frau Fischer erklärt ihren Widerstand gegen die Diktatur. Sie will sich “mit aller Kraft” dagegen wehren, dass ihre Kinder geimpft werden. “Nur über meine Leiche” sagt sie. Aber es ist kein Widerstand wie bei den Geschwistern Scholl nötig, sie muss sich auch nicht wehren, sie muss nur “nein” sagen.

    Wenn man glaubt, an dem Punkt müsse man sich gegen eine Diktatur durchsetzen, kann man wirklich ins Grübeln kommen, was da in den letzten Jahren an Demokratieverständnis bei den Arrivierten verloren gegangen ist.

    An Weltfremdheit fehlt es jedenfalls auch sonst nicht. Bhakdi fabuliert wieder von der “Mehrheit” in Sachsen-Anhalt und Frau Fischer spricht von einem “Flächenbrand”, nach Sachsen-Anhalt kommt Deutschland und “mit Deutschland fällt ganz Europa”.

    Ich bin sicher, auch diese Prognose geht in die Hose. Weder Deutschland noch Europa fallen, sie bleiben stehen. Was nicht heißt, dass es nichts zu verbessern gäbe, siehe oben.

  61. #67 Anonym_2021
    6. Juni 2021

    @Joseph Kuhn (6. Juni 2021) #66

    “Auch Frau Fischer erklärt ihren Widerstand gegen die Diktatur. Sie will sich “mit aller Kraft” dagegen wehren, dass ihre Kinder geimpft werden. “Nur über meine Leiche” sagt sie. Aber es ist kein Widerstand wie bei den Geschwistern Scholl nötig, sie muss sich auch nicht wehren, sie muss nur “nein” sagen. “

    … außer, wenn die Kinder sich impfen lassen wollen:

    Doch Ärzte und Juristen sind sich einig: Kinder können sich auch gegen den Willen der Eltern impfen lassen – wenn sie dafür die nötige Intelligenz mitbringen.

    Quelle:
    https://www.waz.de/politik/corona-impfung-kinder-eltern-rechte-id232439877.html

  62. #68 RPGNo1
    6. Juni 2021

    Die Basis hat die Wahl in Sachsen-Anhalt übrigens nicht gewonnen, sondern ist unter ferner liefen gelandet.. Wandert Bhakdi mit seiner Frau ob dieses Misstrauensvotums jetzt doch nach ins demokratische Königreich Thailand aus? Ich wartet gespannt auf die Pressekonferenz.

  63. #69 rolak
    6. Juni 2021

    "Dahinvegetieren unter der Obrigkeit"

    ^^klingt wie oft gehörte, brachiale Sprüche aus KaltkriegZeiten…

  64. #70 Herr Senf
    8.803,17 km bis Thailand
    6. Juni 2021

    Sachsen-Anhalt ist von Bhakdi verschont geblieben, keine Prozente.
    Nun kann alles wieder schlimmer bleiben:
    ich hoffe,daß Die Grünen in der Regierung gegen die FDP getauscht werden.

  65. #71 Joseph Kuhn
    6. Juni 2021

    Aus der Traum der arrivierten Wessis

    Die “Basis” hat in Sachsen-Anhalt keine Basis. Gut, das war zu erwarten, wenn man nicht im quergedachten Paralleluniversum zuhause ist. Man darf jetzt auf die vielen anderen “letzten Chancen” des Ehepaars Bhakdi/Reiß gespannt sein, in Deutschland zu bleiben.

    Die Gastgeberin des in Kommentar #66 verlinkten Interviews, Alkje Fontes, hat sich vor kurzem in der taz übrigens so geäußert:

    “Ich kenne keine einzige Kandidatur aus Querdenken bei uns.“

    Absolut nachvollziehbar. Bei der AfD gibt es auch keine Rechten. Aber vielleicht kennt sie die sachsen-anhaltinischen Kandidaten für die Bundestagswahl ja wirklich nicht: Listenplatz 1 Dr. Reiner Fuellmich, Listenplatz 2 Stephan Kohn.

    „Wenn wir faire Wahlen hätten“, dann „müssten wir auf über 20 Prozent kommen.“

    Wahrscheinlich hat das RKI die Wahlen gefälscht. Denen ist ja alles zuzutrauen.

  66. #72 stone1
    6. Juni 2021

    @rolak

    Obs was bringen würde, mit der Obrigkeit zu tauschen, die über der Untrigkeit dahinvegetiert? Is doch imho einerlei…
    War das auch so’n brachialer Spruch aus Kaltkriegzeiten, lang ists her, kann mich nicht mehr erinnern. ; )

  67. […] wollte Bhakdi erst einmal nach Sachsen-Anhalt übersiedeln, wenn dort „Die Basis“ am gestrigen Sonntag stärkste Kraft geworden […]

  68. #74 Joseph Kuhn
    8. Juni 2021

    Und Bhakdi hatte doch Recht: “Die Basis setzt sich an die Spitze”

    https://diebasis-st.de/allgemein/15-diebasis-setzt-sich-an-die-spitze/

  69. #75 stone1
    8. Juni 2021

    Dazu ist der ‘Basis’ natürlich zu gratulieren, an der Spitze der ‘Sonstigen’ zu stehen, ist ein Achtungserfolg unter ferner liefen.

    Langfristig könnte diese Partei eine ähnliche Rolle wie die Christenpartei in Ö einnehmen, die sich seit vielen Jahren bei Wahlen ein Rennen mit den Kommunisten u. a. um den 1. Platz unter den ~1%-Parteien liefern. ; )

  70. #76 rolak
    9. Juni 2021

    Obrig/Untrigkeit tauschen

    Nee, stone 1, das erinnert an den ebenso alten, den Rest verscheißernden Spruch “Im Kap. wird der Mensch durch den Menschen ausgebeutet, im Kom. ist es umgekehrt.”
    Das Ziel der VegetationsSprüche war es ja, die jeweils andre Obrigkeit in ein möglichst schlechtes Licht zu stellen.

  71. #77 RPGNo1
    9. Juni 2021

    Du meine Güte. Die Danksagung der Basis muss in Wolkenkucksheim geschrieben worden sein. Ich konnte mir ein lautes Auflachen ob dieser völligen Realitätsfremde kaum verkneifen.