„Einsamkeit (Ensomheden), eine vom norwegischen Kapitän E.H. Johannesen aus Tromsö benannte einzelne Insel, welche er am 16. Aug. 1878 im westsibirischen Eismeer nordwestlich von Kap Taimyr (…) entdeckte. Sie ist 18,5 km lang, hat 202 qkm Flächeninhalt und steigt auf der Westseite bis zu 30 m Höhe empor, während die Ostseite flach und von Treibholz bedeckt ist. Das Innere der Insel war frei von Schnee, aber ohne alle Vegetation.“

Das ist der Eintrag zum Stichwort „Einsamkeit“ in Meyers Konversationslexikon, Band 5, 1886. Einsamkeit war damals offensichtlich noch kein prominentes gesellschaftliches Thema. Wer einsam lebte, tat das, zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung, eher freiwillig als Eremit in der Einöde, um ein gottgefälliges Leben zu führen.

Die Sicht auf das Thema Einsamkeit hat sich seither fundamental verändert. Einsamkeit als Empfindung eines Mangels an sozialen Kontakten ist Trendthema der Soziologie. Seit einigen Jahren wird es auch unter gesundheitlichen Aspekten intensiv diskutiert. Einsamkeit wurde als relevanter Risikofaktor für alle möglichen Krankheiten identifiziert – so wie umgekehrt natürlich Krankheit zu Einsamkeit führen kann. Die Politik reagiert. In Großbritannien wurde 2018 das Sportministerium, zuständig u.a. für Pferderennen und Lotterien, unter großer Medienaufmerksamkeit auch für das Thema Einsamkeit zuständig. Es war davon die Rede, es gäbe dort nun ein „Ministerium für Einsamkeit“. In Deutschland forderte Karl Lauterbach ähnliche Schritte. In der Koalitionsvereinbarung der Großen Koalition 2018 hatte man auch tatsächlich vereinbart, Strategien gegen Einsamkeit zu entwickeln. Dann kam allerdings Corona und die Politik der sozialen Isolation aus Infektionsschutzgründen. Aber auch im aktuellen Koalitionsvertrag der Ampel taucht das Stichwort wieder auf. Dort heißt es: „Wir schaffen einen Nationalen Präventionsplan sowie konkrete Maßnahmenpakete z.B. zu den Themen Alterszahngesundheit, Diabetes, Einsamkeit, Suizid, Wiederbelebung und Vorbeugung von klima- und umweltbedingten Gesundheitsschäden.“ Wie auch immer diese Themensammlung zustande gekommen sein mag, Pferderennen sind immerhin nicht dabei, offensichtlich sieht man Einsamkeit auf der gesundheitspolitischen Agenda ganz weit oben.

Auch in den Gesundheitswissenschaften hat das Thema Konjunktur. Bei Pubmed, der zentralen Datenbank für medizinische und gesundheitswissenschaftliche Literatur, findet man zum Stichwort „loneliness“ mehr als 10.000 Publikationen – und zwar mit einem geradezu exponentiellen Anstieg in der jüngeren Vergangenheit. In den 1960er Jahren beginnt es langsam, mit einstelligen Publikationszahlen, 2.278 Publikationen waren es im Jahr 2021, 2022 könnten es noch etwas mehr werden.

Nimmt man die Timeline aus Pubmed nicht nur als Hinweis auf die zunehmende Wahrnehmung der Problematik in der Wissenschaft, sondern auch als Hinweis auf deren Virulenz in der Gesellschaft, liegt die Frage nach den Gründen nahe. Das Statistische Bundesamt verzeichnet auf der Basis des Mikrozensus für 2021 ca. 17 Mio. Alleinlebende in Deutschland, Tendenz steigend. Alleine zu leben, ist natürlich nicht gleichbedeutend mit Einsamkeit. Einsam kann man auch in unguten Beziehungen sein. Aber die Zahl spiegelt durchaus ambivalente Individualisierungstendenzen in der Gesellschaft wider. Damit einher geht eine Auflösung gewachsener Milieus und tradierter sozialer Beziehungen, eine Zunahme beruflicher und räumlicher Mobilität, anonymere Nachbarschaftsverhältnisse, die Verlagerung von Kontakten ins Internet usw. Das hat einerseits Freiheitsgewinne zur Folge, andererseits einen Verlust an sozialer Geborgenheit, Entwurzelung, oder eben „Einsamkeit“.

Daran kann man eine Frage anschließen: Ist der Boom der Verschwörungstheorien in den letzten Jahren auch eine der negativen Seiten der Individualisierung der Gesellschaft? Ein Versuch, wieder Halt zu finden, besonders in Zeiten der Haltlosigkeit? Wäre dann das Fact-Checking und Widerlegen der Verschwörungserzählungen – so notwendig es ist – ein Kampf gegen Windmühlenflügel, weil damit die zugrundeliegende sozialstrukturelle Dynamik gar nicht erreicht wird? Und wäre Einsamkeit, trotz aller Bemühungen um soziale Gemeinschaften, ein unvermeidbarer Preis einer freieren und damit bindungsloseren Gesellschaft? Nicht nur heute an Vatertag, dem Tag bierseliger männlicher Geselligkeit, werden die Antworten darauf wohl recht unterschiedlich ausfallen.

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Zum Weiterlesen:

Verschwörungstheoretiker als irregeleitete Gesellschaftskritiker?
Corona, Verschwörungsideologien und ‚Denialismus‘ – ein Salongespräch

Kommentare (16)

  1. #1 Moreno
    26. Mai 2022

    Vor zwei Jahren.
    Verschwörungstheoretiker vs. Faktenchecker.

    “Prominente Verschwörungstheoretiker wie Ken Jebsen fürchten eine “Impfpflicht über die Hintertür”, wie er in einem über zwei Millionen Mal geklickten YouTube-Video sagt. Wer keinen Immunitätsausweis habe, könne an bestimmten Veranstaltungen nicht mehr teilnehmen, so die Befüchtung.”
    https://www.zdf.de/nachrichten/politik/coronavirus-kein-impfzwang-spahn-faktencheck-100.html

  2. #3 Axel
    27. Mai 2022

    Ein Boom bei Verschwörungsmythen? Das kann ich nicht ausschließen, äußere aber größere Zweifel. Ich kann mich gut daran erinnern, dass die Vielfalt früher deutlich geringer war, meistens beruhten die Mythen auf Antisemitismus. Daneben, je nach politischem Standpunkt waren entweder die Sowjets oder die Amis an irgendetwas Schuld. Ob heute mehr Menschen von diese Mythen überzeugt sind? Auf jeden Fall hat das Internet und damit die “sozialem Medien” die Verbreitung und die Vielfalt gefördert. Eine Tendenz zur Individualisierung hat schon mit dem zweiten Fernseher in der Wohnung begonnen, der zunehmende Wohlstand verstärkte diese Tendenz. Auf Hilfe von Verwandten, Bekannten oder Nachbarn sind viele nicht mehr angewiesen.
    Depressionen würde ich aus diesem Kontext ausklammern, die Ursachen und Auslöser sind so vielfältig wie Verschwörungsmythen. Eine Depression kann einsam machen, muss es aber nicht. Als an einer Depression Erkrankter war ich in meiner Familie einsam, weil ich über meine Gefühle nicht sprechen konnte und wollte, im Freundeskreis und beim Sport hatte niemand auch nur etwas geahnt.
    Ich ziehe eher folgenden Schluss: Wer nicht mehr bereit ist, zwischenmenschliche Kontakte in der realen Welt zu pflegen, seine Kenntnisse und Fähigkeiten nicht (mehr) ehrenamtlich zur Verfügung stellt, sich stundenlang in sozialen Medien verbringt, der wird einsam und den kann auch eine Depression erwischen.

  3. #4 Peter Friedrich
    27. Juli 2022

    Verlorenheit des Äffchens auf seiner Kugel im beziehungslosen All

    Wenn ich die Abgründe an Dummheit, Irrsinn und Boshaftigkeit mancher Beiträge aus dem rechts/quer/alternativen Lager sehe, komme ich immer wieder auf Gedankengänge, wie sie Joseph Kuhn hier dankbarerweise ausgebreitet hat.
    Unser menschliches Affengehirn hat eben nicht umsonst die Idee von Gott als Person hervorgebracht, die vor der Abgründigkeit der inneren existenziellen Einsamkeitserfahrung bewahren sollte durch die brennend ersehnte Verunendlichung von personalem Zuspruch, ja Zuneigung.
    Die allgemeine Wahrnehmung nun auf dieses Thema scheint mir in zwei Polen festgelegt bzw. festgefahren: Auf der einen Seite klerikalistischer Machtanspruch, Theismus als ultimative Form der Selbstausdehnung, Macht buchstäblich bis unter die Bettdecke anderer Leute, auf der anderen Seite Atheismus und Wissenschaftlichkeit als Bollwerk gegen psychologisch durchschaubare Mechanismen, sich selber zum Gott über andere zu machen, indem man als Kleriker Gott einfach erfindet.
    Dazwischen bleibt aber die immer brennendere Frage (wenn wir Hitler, Trump, Putin, Höcke, Hildmann, Schiffmann etc. als Manifestationen dieses Brennens betrachten), wie wir mit der bis ins Vernichtende gehende Angst vor dieser inneren existenziellen Einsamkeitserfahrung umgehen (die Faszination von Richard Dawkins an der spektakulären Grandiosität des unpersönlichen Weltraumes um uns herum kann m. E. hierauf nicht antworten, auch wenn er mit Tränen in den Augen ergriffen in den nächtlichen Sternenhimmel schaut).
    Die oben beschriebene Dummheit und Boshaftigkeit als Ausdruck dieser Angst zu betrachten könnte ein Weg aus der Misere sein. –
    Ich würde dabei nicht vergessen, wie diese Boshaftigkeit auf uns als Betrachter zurückschlägt, wie es Bernd Harder gestern im GWUP-Gespräch dankbarerweise ausgedrückt hat https://www.youtube.com/watch?v=aUsVtjZ5GQE&t=330s
    Wut, Schmerz, Verletzung heilsam akzeptieren, wir sind ja allesamt stets verletzliche Äffchen.
    Eugen Drewermann hatte sehr interessante, hoffnungsvolle Perspektiven aufgeworfen (https://www.amazon.com/Atem-Lebens-Band-Neurologie-Freiheit-ebook/dp/B018UMIQ3W), sich dann aber als integre Persönlichkeit spektakulär selbst zerstört, als faschistoider Gossenkeifer auf dem Wege Alexander Dugins, gemeinsam mit Jebsenganser & Co.
    Seriös anbieten könnte sich heute https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Schallenberg

  4. […] Einsamkeit und Verschwörungstheorien, Gesundheits-Check am 26. Mai […]

  5. […] Einsamkeit und Verschwörungstheorien, Gesundheits-Check am 26. Mai […]

  6. #7 Zebulon
    Berlin
    30. Juli 2022

    Ich möchte den Aspekt ‘Einsamkeit und Hinwendung zu Verschwörungstheorien’mal aus einem anderen, vielleicht umgekehrten Blickwinkel beleuchten. In dem US-Kriegsfilm ‘Die Brücke von Arnheim’ lässt der Regisseur den polnischen General Sosabowski, als dessen Schweigen auffällt und er zu seiner Meinung gefragt wird, sagen:
    “Mancher hält mich für besonders gescheit. Wenn das zutrifft, gehöre ich automatisch zu einer Minderheit, und Minderheiten fahren besser, wenn sie schweigen.”

    In der gesellschaftlichen Situation wie sie sich seit geraumer Zeit entwickelt hat, ist eine kritische Betrachtung der Narrative, wie sie in den öffentlich-rechtlichen Medien dargeboten werden, an sich schon gefährlich und kann zu gesellschaftliche Ausgrenzung bis hin zur Vernichtung der beruflichen und finanziellen Existenz führen. Ich hoffe das ich das nicht weiter ausführen muß. Die Fälle beispielsweise von Ärzten, die Maskenattests ausgestellt haben oder medizinischer Experten, die die Nebenwirkungen untersuchen oder die Corona-Maßnahmen kritisch in Frage stellen und deren Praxen von Polizeikräften anschließend durchsucht und Computer beschlagnahmt wurden und daraufhin Praktizierungsverbot von der Ärztekammer auferlegt bekamen, sind im Internet zugänglich und gut dokumentiert. Das nur als Beispiel wo kritische Betrachtungen solcher Entscheidungen in der Öffentlichkeit mittlerweile schon hinführen. Dazu möchte ich einen lesenswerten, kleinen Artikel des Journalisten Jochen Mai anfügen:

    Konformität: Psychologie und Beispiele von Gruppenzwang
    https://karrierebibel.de/konformitaet/

    Der Mensch neigt zur Konformität. Schon immer. Weil es bequemer ist, aber auch, weil er ein soziales Wesen ist. Mit dem Strom zu schwimmen, gibt uns das Gefühl von Sicherheit und Richtigkeit. Machen schließlich alle so. Querdenker dagegen haben es viel schwerer.
    Schon bei dem Wort verbinden sich gemischte Gefühle: Wer nicht konform ist, gilt schnell als Querulant, Unruhestifter und Eigenbrötler. Konventionssprenger eben. Es ist ein Widerspruch in sich und zugleich das Paradoxon zahlreicher Manager, die Querdenken einerseits fordern und gleichzeitig angepasstes Verhalten erwarten. Konformität wird zum Killerargument – sogar im Wortsinn…

    Betrachten wir einmal den Aspekt der Isolation. Der Artikel von ihnen geht zumindest unterschwellig davon aus, das Isolation dazu führt, das sich die Isolierten, wegen schwindender sozialer Kontakte oder Bindungen, ersatzweise Verschwörungstheorien zuwenden, um irgendwo Halt zu finden. Also wäre demnach die Isolation die Ursache einer ungesunden Beschäftigung mit solchen Theorien. Würde man die Frage wissenschaftlicher oder sagen wir mal, nicht vorprädestiniert sondern etwas ergebnisoffener angehen, könnte es vielleicht ja auch umgekehrt sein. Die Isolation der Teilnehmer besagter Gruppe könnte möglicherweise dadurch entstehen, das sie sich kritisch mit den offiziellen Narrativen auseinandersetzen und deswegen in die Isolation, oder schlimmstenfalls völlig ins gesellschaftliche Abseits geschoben werden, wo sie nicht mehr erreichbar sind (Siehe der Artikel über Konformität).
    Ihrer These läge dann schon gleich eine Vertauschung von Ursache und Wirkung zugrunde, Herr Kuhn.
    Oder die besagten Isolierten beschäftigten sich schon vorher kritisch mit politischen, gesellschaftlichen und historischen Themen, merkten mit der Zeit immer mehr wie verlogen und geradezu lächerlich hönisch der Mainstream die aktuellen Ereignisse in einen völlig konstruierten Kontext presst, um die Zuschauer in eine bestimmte Meinungsrichtung oder Zustimmung für eine politische Partei zu kanalisieren. Daraufhin wendeten sie sich voller Ekel von der Gesellschaft ab und begaben sich freiwillig in Isolation, weil sie sonst gezwungen gewesen wären mit der Mehrheit im Chor immer wieder dieses lächerlich disharmonische, falsche Lied zu singen. Das wäre dann die Ursache für das Verhalten des oben erwähnten Generals Sosabowski, dessen Aussage wie gesagt nicht historisch belegt ist. Es soll ja auch nur ein Verhaltensmuster deutlich machen, das Menschen mit überdurchschnittlicher Intelligenz dann möglicherweise unter starkem Konformitätszwang solch ein Verhalten entwickeln. Verstärken kann sich das noch wenn sie sehen, das andere Menschen, die sich offen kritisch verhalten, anschließend diskreditiert, mundtot gemacht und zertrampelt werden.
    Das wären jetzt einmal andere mögliche Ursachen für das von ihnen untersuchte Phänomen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

    Vielleicht auch noch eine andere Sicht darauf wer Verschwörungstheorien und wer eher offiziellen Narrativen folgt. Möglicherweise gibt es ja auch ein materielles Interesse. Jemand der den herrschenden Narrativen unkritisch hinterherläuft, hat vielleicht wenig Interesse diese in Frage zu stellen und zwar unabhängig von der Plausibilität des entsprechender Argumente, wenn er finanziell gut geschmiert in Seilschaften eingebunden worden ist, die an solchen Strukturen verdienen.

    Derjenige der aus der Gesellschaft wegen kritischen Verhaltens augegrenzt und möglicherweise nicht zu der finanziell gepamperten Gruppe gehört oder gar finanziell ruiniert wurde, sucht natürlich eher auch anderswo nach den Ursachen seiner Malässe. In den Erklärungen die er im offiziellen Mainstream dazu findet, sieht er sich nur auf seine eigene Unzulänglichkeit zurückgeworfen. Das eine immer gewaltigere Spreizung der Einkommens- und Vermögensverhältnisse die Bevölkerung immer mehr spaltet, was auch oder gar größtenteils die Folge politisch katastrophaler Entscheidungen ist, wird dort völlig weggeblendet.

    Wenn man jetzt weiter schlussfolgert, muß man sich die Frage stellen, ob die Betreiber von Wissenschaft nicht auch prinzipiell zu der Gruppe gehören, die sich eher weitgehend unkritisch mit den offiziellen Narrativen arrangieren. Schließlich sind Wissenschaftler in der Regel eher abhängig von Förderungen der öffentlichen Hand, was heutzutage stark mit Zugeständnissen an deren eng begrenzten politischen Rahmen verbunden sein dürfte. Das man die Gruppe der Verschwörungstheoretiker gerne besser kennen lernen, Daten über sie sammeln möchte und damit zusammenhängend Forschungsaufträge in dieser Richtung vergibt, kann auch sicherheitspolitische oder überwachungstechnische Gründe haben. Es handelt sich vermutlich um eine Bevölkerungsgruppe die sich von der Gesellschaft vearbschiedet hat, untergetaucht ist und für die politischen Ziele und der ‘Meinungsbildung’ durch die Regierung nicht mehr erreichbar und daher als eine potentielle Gefahr angesehen wird.

    Das schon mit der Bezeichnung ‘Verschwörungstheoretiker’ der kritisch denkende Personenkreis diskreditiert werden soll ist eigentlich schon länger offensichtlich. Jetzt setzt man noch einen drauf. Neuerdings wird in den Medien ersatzweise der Begriff ‘Verschwörungsideologe’ benutzt. Was ist der Unterschied? Nun, mit dem Begriff ‘Verschwörungstheoretiker’ lässt sich hinter dessen Gedankenkonstrukten immer noch eine mehr oder weniger plausible Theorie und damit eine zumindst rudimentär wissenschaftlich orientierte Denkweise vermuten. Der ‘Verschwörungsideologe’ hingegen ist eben nur noch ideologisch verblendet. Logisch fundierte Zusammenhänge wären in seinen Ausführungen dann nicht mehr zu erwarten. Da kann man sich das Lesen solcher Pamphlete doch wohl gleich sparen.

    • #8 Joseph Kuhn
      30. Juli 2022

      @ Zebulon:

      “In der gesellschaftlichen Situation wie sie sich seit geraumer Zeit entwickelt hat, ist eine kritische Betrachtung der Narrative, wie sie in den öffentlich-rechtlichen Medien dargeboten werden, an sich schon gefährlich”

      Eine gewissen Polarisierung der Diskussion mancher Themen ist unbestreitbar, dazu haben nicht zuletzt Rechtspopulisten und Querdenker beigetragen. Auch mit dem Narrativ eines gleichgeschalteten Meinungsbildes öffentlich-rechtlicher Medien. Wenn man die Leitmedien insgesamt anschaut, wird man allerdings eine große Meinungsvielfalt sehen können, egal ob es um die Corona-Politik, den Ukrainekrieg, die Verlängerung der AKW-Laufzeiten oder was auch immer geht.

      “Die Fälle beispielsweise von Ärzten, die Maskenattests ausgestellt haben oder medizinischer Experten, die die Nebenwirkungen untersuchen oder die Corona-Maßnahmen kritisch in Frage stellen und deren Praxen von Polizeikräften anschließend durchsucht und Computer beschlagnahmt wurden und daraufhin Praktizierungsverbot von der Ärztekammer auferlegt bekamen, sind im Internet zugänglich und gut dokumentiert.”

      Ärzte, die Atteste ausstellen, ohne Patienten gesehen oder untersucht zu haben, handeln schlicht illegal. Mit der Untersuchung von Nebenwirkungen (von was eigentlich) spielen Sie vermutlich auf Leute wie Bhakdi, Walach & Co. an. Die werden für Ihren Murks in der scientific community zu Recht kritisiert, sofern sie nicht schlicht wegen evidenten Unsinns ignoriert werden. Aber bei der Gelegenheit: Wie ist das eigentlich mit den Nebenwirkungen von Ivermectin oder Hydroxychloroquin, wer schreibt darüber nochmal in Ihrer Blase?

      “Der Mensch neigt zur Konformität.”

      In vielen Fällen ja, in vielen Fällen nein. Und beides geht quer durch alle Schichten. Falls Sie sich etwas im Fach Psychologie (oder in der Verhaltensökonomie) auskennen, wissen Sie das auch.

      “finanziell gut geschmiert in Seilschaften eingebunden”

      Der Klassiker darf natürlich nicht fehlen. Aber Sie meinen damit nicht etwa Geldsammler wie Herrn Fuellmich oder Herrn Ballweg? Und Sie selbst? Wie sieht es mit Ihren Finanzen aus?

      “Da kann man sich das Lesen solcher Pamphlete doch wohl gleich sparen.”

      Der Gedanke kommt mir bei Kommentaren wie dem Ihren immer wieder. Aber Ihrer zeichnet sich durch einen ungewöhnlichen Dünkel aus. Ich nehme an, Sie halten sich für einen General Sosabowski?

      Schade, dass in Kommentaren aus Ihrer Blase so selten einmal Themen aufgeworfen werfen, über die man gemeinsam nachdenken könnte, und es fast immer nur darauf hinausläuft, andere für dumm, manipuliert, lügnerisch oder gekauft zu erklären. Wenn man sich dagegen verwehrt, sind zwar die Fronten wieder einmal markiert, aber das war’s, und daher kann man sich das Lesen solcher Kommentare eigentlich ersparen.

  7. #9 RainerO
    31. Juli 2022

    …und daher kann man sich das Lesen solcher Kommentare eigentlich ersparen.

    Ich kam immerhin bis zum zweiten Absatz. Dann war aber klar, aus welcher Richtung der Wind weht und ich habe mir den Rest gespart. Offenbar zu Recht.

  8. #10 Peter Friedrich
    31. Juli 2022

    @7 „Zebulon“

    „… sie sich kritisch mit den offiziellen Narrativen auseinandersetzen und deswegen in die Isolation, oder schlimmstenfalls völlig ins gesellschaftliche Abseits geschoben werden…“ – Richtig, der junge Mann in der Tankstelle in Idar-Oberstein hatte sich dreist und frech der Kugel des Nonkonformisten in den Weg geschoben, die Selbstdenker-Kugel wurde dann durch den Kopf des Systemlings an der freien Entfaltung ihrer Bahn behindert, zurückgeworfen in die Isolation der Normalität.

    „… Verstärken kann sich das noch wenn sie sehen, das andere Menschen, die sich offen kritisch verhalten, anschließend diskreditiert, mundtot gemacht und zertrampelt werden …“ Richtig. Wenn ihnen sadistische Folterrituale angedroht werden und sie nicht nur mund-, sondern ganz tot auf der Strecke bleiben: https://www.facebook.com/photo/?fbid=590213192549147&set=a.100403331530138

  9. #11 Peter Friedrich
    31. Juli 2022

    Mir ist zu „Zebulon“ eingefallen, dass ich schon mal einen besonders perfiden Anhänger der rechtsextremen Internetscharlatane kennengelernt habe, der sich im ersten Eindruck betont verständig gab, er würde Ken Jebsen ja auch kritisieren, klar, letztlich allerdings mit seiner reichlich perfiden pseudo-sachlichen Masche Jebsenganser etc verharmloste und sie so durch die Hintertür versuchte schmackhaft zu machen. Damals trat er als „Thomas Albrecht“ auf (beim Youtuber “Schmuddelkind“).
    Zu seiner Strategie gehörte der konsequent durchgehaltene scheinseriöse Umgangston, mit dem er Querdenker-Thesen streute, dabei Gegenbelege dreist ignorierte. Wies man ihn ärgerlich auf seine Selbstwidersprüchlichkeiten hin, gab er sich – HUCH! – ganz erschrocken, wie man denn so hart mit ihm reden könne, versteht er jetzt gar nicht, also wirklich…
    So scheingebildet wie sich „Zebulon“ hier präsentiert, handelt es sich möglicherweise um ein und dieselbe Person. Oder hat sich diese besonders trügerische Masche vielleicht schon weiter verbreitet?
    Je länger man zögert, solche Typen zu löschen und zu blockieren, desto mehr machen sie Querdenk für labile Mitleser salonfähig.

    • #12 Joseph Kuhn
      31. Juli 2022

      @ Peter Friedrich:

      “scheingebildet”

      Es wird schon ein gebildeter Mensch sein. Beim Querdenker-Verein MWGFD sind ja fast nur Akademiker, also “gebildete” Menschen.

      “Je länger man zögert, solche Typen zu löschen und zu blockieren, desto mehr machen sie Querdenk für labile Mitleser salonfähig.”

      Das sehe ich anders. Aber man sollte ihre Kommentare nicht unkommentiert lassen. Meist sind es ja Sprechblasen. Ich sperre aber lieber erst dann, wenn die Absicht, nur zu missionieren und den Thread für Propaganda zu missbrauchen, hinreichend klar auch für Mitlesende geworden sein sollte, die Orientierung suchen. Das geht sogar in Form eines Experiments.

  10. #13 Spritkopf
    31. Juli 2022

    @Joseph Kuhn

    In der Link-Adresse auf den Becker-Artikel steht ein H am Anfang zuviel.

  11. #14 Peter Friedrich
    31. Juli 2022

    @Joseph Kuhn

    Der Link zu dem Experiment lässt sich nicht öffnen.

  12. #15 Joseph Kuhn
    31. Juli 2022

    @ Peter Friedrich:

    Jetzt müsste es gehen.

  13. #16 Peter Friedrich
    31. Juli 2022

    @Joseph Kuhn

    Danke!