Samstag Nachmittag. Einkäufe erledigt. Jetzt kommt die Süddeutsche dran. Im Leitartikel auf der ersten Seite geht es um die Koalitionskrise. Kennt man. Zweite Seite – da verschlägt es mir einen Augenblick den Atem: Auf den Seiten 2 und 3 gibt es ganzseitig eine Anzeige von BMW, mit der der BMW i7 beworben wird.

Der BMW i7 ist ein „Ökomobil“, elektrisch. Das Basismodell kostet angeblich 115.000 Euro und schnurrt leise mit 455 PS durch die Landschaft, was aber nicht in der Anzeige steht. Da geht es um „Achtsamkeit für den Augenblick“, zumindest steht das über der Anzeige und Achtsamkeit für das Geld oder gar für die Straße wird damit nicht gemeint sein.

„Der BMW i7 ist ein Fest für die Sinne. Ein ganz besonderes Erlebnis verspricht der optionale BMW Theatre Screen. Elegant fahrt das beeindruckende 31,3-Zoll-Display aus dem Dachhimmel und bietet Entertainment wie im Kino. Mit einer optionalen Soundanlage lassen 4D-Shaker in den Sitzen die Klänge des Soundsystems spürbar werden, während versteckte Lautsprecher in den Kopfstützen in der Lage sind, das Fahrzeug in einen Konzertsaal zu verwandeln.“

Natürlich sind sich die Autobauer auch ihrer ökologischen Verantwortung bewusst. Der Fahrgenuss im Konzertsaal soll schließlich nicht durch ein schlechtes Gewissen getrübt werden:

„Moderner Luxus bedeutet aber auch, den ökologischen Fußabdruck im Blick zu behalten. Im Innenraum des BMW i7 kommen daher sorgsam ausgewählte Materialien zum Einsatz, die maximale Qualitätsstandards mit einem Beitrag zur Nachhaltigkeit kombinieren.“

Unter anderem setzt BMW „aus dem Meer geborgene Fischernetze“ als Ausgangsmaterial für die Bodenverkleidung ein. Ob da sogar noch eine sanfte Brise Meeresluft durch das Auto weht?

„Achtsamkeit für den Augenblick“. Wenn ich dieser Aufforderung folge, auch wenn ich sicher nicht gemeint bin, welche Gedanken kommen mir dann? Auf der Seite 1 die Ampelkrise, u.a. weil durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichts das Geld für die Bekämpfung des Klimawandels fehlt. Was tun? Die Reichen sollen nicht stärker besteuert werden, lieber, so Merz und Lindner, soll am Bürgergeld für die Armen gespart werden. Die kaufen eh keine Autos im Luxussegment, die tragen höchstens die Süddeutsche aus.

Ich weiß, es gab immer opulenten Reichtum, zu allen Zeiten. Und immerhin kommt auf den nächsten Seiten in der Süddeutschen nicht auch noch Werbung für Superyachten, sondern der Ukrainekrieg und andere Unheilsnachrichten aus aller Welt. Wenn ich dann ganz achtsam in mich hineinhöre, einen Augenblick, oder zwei, dann empfinde ich doch wieder dieses ungute Gefühl, dass irgendetwas in unserer Gesellschaft gerade nicht stimmt und die Gender-Sternchen wirklich nicht unser größtes Problem sind. Vielleicht gönnen Sie sich auch einmal einen Augenblick der Achtsamkeit dafür.

———————————-
Nachtrag: Auf Seite 52 der gleichen SZ-Ausgabe ist ein Interview mit dem Dortmunder Philosophieprofessor Christian Neuhäuser über Reiche und die moralische Problematik exzessiven Reichtums. In die Nähe dieses Interviews wollte man die BMW-Werbung vermutlich nicht platzieren.

Kommentare (45)

  1. #1 Neumann
    9. Dezember 2023

    Judith Wittwer, Chefredakteurin der Süddeutschen Zeitung : Zürich, Schweiz · Chefredakteurin Süddeutsche Zeitung · Süddeutsche Zeitung
    Schwerpunkt: Geldpolitik der EZB und Finanzindustrie – Reportagen über diverse Branchen (u.a. deutsche Autoindustrie, Technologie, Chemie etc.)
    Sie begegnet dem Niedergang der Printmedien mit wirtschaftlichen Maßnahmen.
    Und dass die Süddeutsche in München herausgegeben wird , da passt der BMW dazu als Lokalcolorit.

  2. #2 uwe hauptschueler
    9. Dezember 2023

    Luxus neu entdecken

    Wär kein schlechtes Motto für den Finanzminister, für die Einführung einer Luxussteuer. Pro kg Fahrzeuggewicht halte 1€/Jahr bis 1t, 2€/Jahr 1-2t und 3€/Jahr über 2t für angemessen.

  3. #3 Neumann
    10. Dezember 2023

    Die Zeit der Brot-Und Butterautos ist vorbei. Jetzt kommt die Luxuskarosse.
    Nach Wikipedia:”kostspieliger, verschwenderischer, den üblichen Rahmen (der Lebenshaltung) stark übersteigender, nur dem Genuss und Vergnügen dienender Aufwand.
    Nachdem die Asiaten angefangen haben den deutschen Markt zu erobern, kontert Bayern mit Luxus.
    Die Stuttgarter machen das schon seit Jahrzehnten und sind erfolgreich damit.
    Dass sich die Süddeutsche da einklinkt ist nur folgerichtig.

  4. #4 Alisier
    10. Dezember 2023

    Ehe hier noch mehr Kommentare auflaufen, die den Individualverkehr und den ach so tollen “Luxus” eines Straßenkreuzers abfeiern:
    https://taz.de/Ueberschwemmungen-in-Indien/!5976713/
    Luxus ist das alles nicht mitmachen zu müssen. Zumindest aus meiner Sicht.
    Und jetzt im Dauerregen eine gute Pastina-Suppe mit Chilis zusammen mit der Familie zu kochen und zu genießen ist der wahre Luxus.

  5. #5 Neumann
    10. Dezember 2023

    KFZs aus dem Luxussegment sind auch ein Aushängschild.
    Und wenn die Süddeutsche so ein Luxusauto auf die zweite Seite setzt , dann ist das Werbung für BMW aber auch für München.
    Und drittens ist die Süddeutsche kein Provinzblättle sondern wird an den Flughäfen verkauft.
    Es wird also die Zielgruppe der Reichen und Geschäftstüchtigen angesprochen, Leute mit Einfluss.

    Es kann aber auch sein dass die Süddeutsche unter finanziellem Druck steht und gezwungen ist, Werbung zu machen.
    Wenn demnächst Werbung für den ADAC auftaucht, dann weiß man, die Auftraggeber bestimmen die Richtung.

    • #6 Joseph Kuhn
      11. Dezember 2023

      Alle Zeitungen sind auf Werbung angewiesen. Inwiefern das Werbung für München sein soll, oder warum eine ADAC-Werbung Sie irgendetwas wissen lässt, erschließt sich vermutlich nur, wenn man Ihr Gehirn benutzt.

  6. #7 RGS
    10. Dezember 2023

    Der BMW lohnt sich besonders als Dienstwagen mit Ladekarte inklusive.
    0,25% des Listenpreises muss der Dienstwagenfahrer too Monat als geldwerten Vorteil versteuern: 287,50€/Monat. Verdient er über der Beitragsbemessungsgrenze für alle Sozialversicherungen, zahlt er auf dieses zusätzliche Gehalt nur Einkommensteuer.
    Meist gehört zum Dienstwagen noch dazu, dass auch das Benzin oder hier der Strom vom Arbeitgeber per Tankkarte oder Ladekarte mitbezahlt wird. Eine Flatrate sozusagen.
    Mit den Karten kann auch meist noch das Autowaschen inklusive mitbezahlt werden.
    Beim Nutzen der Tank/Ladekarten des Dienstwagens fällt es übrigens nicht auf, wenn ab und zu auch mal der Zweitwagen des Ehepartners oder der Kinder getankt und gewaschen wird.
    Herr Wissing wurde heute in der Tagesschau zitiert, die Änderung dieser Vorteile für Dienstwagennutzer würde kaum Steuermehreinnahmen bringen.
    Wie kommt er zu so einer Behauptung?
    Der Arbeitgeber setzt sämtliche Kosten für Dienstwagen als Betriebsausgabe an und kann sie gegen die Einnahmen verrechnen.

    Für ca.120€ (40% Einkommenssteuer auf die oben genannten 287,50€) im Monat einen BMW i7 fahren? Das nenne ich ein Schnäppchen. Es ist auch eine Form der Achtsamkeit, wenn die, die davon profitieren darauf achten, dass es so bleibt.

  7. #8 Neumann
    11. Dezember 2023

    Joseph Kuhn
    Klar ist Autowerbung auf der zweiten Seite ein ungewohnter Anblick für die Süddeutsche.
    Bildung und Commerz, das ist ein Widerspruch, eine Provokation für das Bildungsbürgertum.
    Aber, Autowerbung ist nicht nur Verkaufsanreiz, sie ist auch eine Demonstration von Hochtechnologie.
    Wenn der Texter zu dick aufgetragen hat, verzeihen Sie es ihm, davon lebt er.
    Sogar das Time Magazine macht Werbung auf der zweiten Seite. Das ist wohl die Zukunft.

  8. #9 Neumann
    11. Dezember 2023

    Nachtrag bezüglich ADAC,
    Die Großen Vier begründen München als bedeutend.
    1. BMW, 2. ADAC, 3. Münchner Rückversicherungsgesellschaft, 4. Bayern München Fußballverein.
    1. BMW steht für Technik
    2. ADAC steht für Service (hat mehr Mitglieder als die kath. Kirche in Deutschland)
    3. Bayern Müchen steht für Sport (anerkannt als beste Manschaft der Welt)
    4. Münchner Rückversicherungsgesellschaft (eine der größten )
    Wenn jetzt der ADAC Werbung in der Süddeutschen macht, dann hätte das ein Geschmäckle, denn die Motorwelt des ADAC hat eine höhere Auflage als die Süddeutsche. Und…….das Niveau der Motorwelt ist auf einem historischen Tiefstand. Das Ganze wird jetzt irrational, ich weiß, aber die Süddeutsche sollte keine Werbung für den ADAC machen.

  9. #10 Ichbinich
    11. Dezember 2023

    @RGS

    Auch wenn ich Ihre Meinung zum Dienstwagenprivileg (besser abschaffen weil zu teuer und klimaschädlich) Teile: Auf Elektroautos oberhalb 60k€ Listenpreis zahlt man 0,5%.
    Und dass man generell E-Autos bei Firmenwägen fördert halte ich für eine grundsätzlich gute Idee. Denn diese Wagen kommen nach 3 Jahren auf den Gebrauchtwagenmarkt und können dort dann Verbrennen ersetzen.

  10. #11 schlappohr
    11. Dezember 2023

    455PS für einen PKW. Zum Vergleich: Eine Sattelschlepper-Zugmaschine hat 380PS. Aber die muss ja auch nur einen 35t-Auflieger ziehen und keinen schwergewichtigen … Highend-Topmanager mit eingebauter Vorbildfunktion.

    101kWh-Akku. Das ist der 3- bis 4-Tages-Stromverbrauch meiner 3-köpfigen Familie im Winter, einschließlich Wärmepumpe und 100% Homeoffice der beiden Erwachsenen. Und damit kommt der i7 600km weit. Ob man die 455PS dabei voll ausfahren und dabei noch die Börsennachrichten auf dem 30-Zöller aus dem Dachhimmel lesen kann? Mal nachgerechnet: 455PS sind etwa 338kW. Mit Dauerbleifuß wäre ein 101kWh-Akku nach 18 Minuten leer (und auch kaputt, aber das ist eine andere Geschichte). Um in dieser Zeit 600km weit zu kommen, müsste man etwa 2000km/h schnell fahren, das ist geringfügig lansamer als die Concorde gewesen ist. Nun ist der i7 aber bei 205 km/h abgeregelt, sowas Dummes auch.

    115000€. Wieviele Lehrer könnte man damit ein Jahr lang beschäftigen, wieviele ausgefallene Schulstunden vermeiden, wievielen Kindern aus bildungsfernen Familen eine Nachhilfe finanzieren, vieviele Kinder eine Weile vor dem Verhungern retten, wieviele Obdachlose einen Winter vor dem Erfrieren retten. Für ein einziges Auto.

    Bei soviel Achtsamkeit klingeln mir die Ohren. In welcher Zeitung die Werbung erscheint, spielt da schon keine Rolle mehr.

  11. #12 Alisier
    11. Dezember 2023

    So lange Menschen lediglich motiviert werden selbst auf winzigste kurzfristige Vorteile im Bereich Finanzen zu springen als hinge ihr Leben davon ab, und sie diese sehr einseitige Ausrichtung als leitend für ihr Leben akzeptieren, sind sinnvolle gesellschaftliche Veränderungen kaum zu leisten.
    Eine aufs Auto fixierte Gesellschaft (ob Elektro oder nicht spielt für die zerstörische Infrastruktur die diese Gefährte erfordern kaum eine Rolle) ist eines der weiteren Grundprobleme mit denen wir uns herumzuschlagen haben.
    Zusammen mit sinnloser Pfennigfuchserei aber entwickeln derartig archaische Instinkte eine Durchschlagskraft welche uns so richtig zu schaffen macht, auf gleich mehreren Ebenen.
    Lösungen? Werden durch sogenannte konservative Besitzstandswahrer oft recht zuverlässig verhindert.
    Würde Marx heute leben hätte er was zu tun, respektive zu schreiben. Und da er sicher dazulernte wäre die Ausrichtung sehr wahrscheinlich eine andere als damals, als der Kapitalismus sich noch nicht wie ein zäher Schleim über die ganze Welt gelegt hatte.
    Was ich mir wünsche ist dass wir zusammen eine Alternative entwickeln die sich nicht an dem orientiert, was auch nur ansatzweise an rohrkrepierenden klassischen “Sozialismus” oder auch “Kommunismus” erinnert.
    Wird nicht einfach ist aber längst bitter nötig.
    Was man nicht zuletzt an der BMW-Werbung sieht, die diesem Post zugrunde liegt.

  12. #13 Staphylococcus rex
    11. Dezember 2023

    Vielleicht sollte man angesichts der aktuellen technischen Umwälzungen (e-Auto, selbstfahrende Autos) Mobilität grundsätzlich neu denken. Bisher war das Ziel ein Auto für Alles (Berufsverkehr, Wochenendeinkauf, Freizeit, Urlaub etc.). Für den Alltag reicht auch ein Kleinwagen mit 200 km Reichweite ohne üppiges Infotainment und ohne Selbstfahrfunktion. Für Fernreisen oder Umzüge braucht man andere Fahrzeuge, die man dann mieten müßte. Spracherkennung und Selbstfahrfunktion wären dann von Vorteil. Bei einem Mietmodell würde es der Markt wahrscheinlich sehr schnell regeln, welche Funktionen wichtig und welche aus preislichen Gründen verzichtbar sind.

    Mobilität ganz ohne eigenes Auto ist für mich derzeit schwer vorstellbar, aber wer weiß, was die Zukunft bringt. Wenn selbstfahrende Taxi’s preiswert und rund um die Uhr zeitnah verfügbar wären, dann wäre dies ein Grund zum Umdenken.

  13. #14 Alisier
    11. Dezember 2023

    @ Staphylococcus rex
    Die Zukunft selbst wird eher nichts bringen.
    Wir müssen es bringen!
    Und auch gerne streiten. Nur es uns eben nicht vorschreiben lassen was die Zukunft bringen wird.

  14. #15 JW
    11. Dezember 2023

    Jenseits dessen, dass der 7er BMW völliger Schwachsinn ist, möchte ich doch was zu dem Geschimpfe auf das Dienstwagenprivilleg und große E-Autos sagen. Ich gehöre zu der Berufsgruppe, für das quasi geschaffen wurde. Ich fahre im Außendienst durchaus bis 60000 km im Jahr, meistens Langstrecke. Dabei gibt es auch mal Material zu transportieren. Ich hatte vor 1,5 Jahren mal einen Skoda Eniaq. Ohne Lademöglichkeit zu Hause (geht halt nicht) konnte ich mit dem Auto nicht arbeiten. 500 km Reichweite im Idealfall (eher 400 km) funktionieren so nicht.
    Ein Kleinwagen ohne Assistenzsysteme und etwas Luxus ist auch nichts. Menschen im Büro bekommen ja auch einen ergonomischen Stuhl und Monitor. Privat würde ich mit nie so ein Auto kaufen, warum soll ich etwas massiv versteuern, was ich nur beruflich in der Form brauche? Außerdem würde mich eine kilometergenaue Abrechnung komplett gläsern machen.Was ist mit dem Abstecher ins Cafe oder zum Baumarkt? Jeder weiß sofort wo ich wann war. Und der Aufwand ist auch nicht zu unterschätzen.
    Ach, und der Dienstwagenetat sieht für den Außendienstler nicht unbedingt ein taugliches E-Auto vor. Das gibt es nur auf der Managementebene.

  15. #16 RGS
    11. Dezember 2023

    Ich habe hier eine wie mir scheint recht gute Veschreibung für mehrere Aspekte der Dienstwagenregelungen gefunden:
    https://www.br.de/nachrichten/wissen/dienstwagenbesteuerung-eine-subvention,TLq5PrO

    Mir ist nicht nachvollziehbar warum Menschen (vorwiegend sind es Männer) die in den drei oberen Leutungsebenen von Firmen arbeiten eine so günstige Flatrate fürs private Autofahren bekommen sollen auf Kosten der Allgemeinheit.
    Weiterhin finde ich es fragwürdig, dass diese Art Dienstwagenregelungen scheinbar 38% der Neuzulassungen der hochpreisigen deutschen Luxuskarossen ausmachen.
    Das heißt, ohne diese Vorteile bei der privaten Nutzung gäbe es die Zulassungszahlen nicht.

    Dass ein Arbeitnehmer der ein Auto braucht ein angemessenes bekommen soll steht ja außer Frage.
    Die billige private Nutzung müsste verhindert werden.

  16. #17 Neumann
    11. Dezember 2023

    Die Achtsamkeit für den Augenblick zeigt Wirkung.
    https://www.automobil-industrie.vogel.de/bmw-marktanteile-luxusauto-elektroauto-e-fuels-a-ac3d154ff71239f7a5d358a21b767dda/?cflt=relend
    während die S-Klasse ein Minus von 18 % verkraften muss, steigert BMW seine verkaufszahlen im Luxussegment um 5 %.
    Süddeutsche sei Dank !

  17. #18 JW
    11. Dezember 2023

    @RGS: Ja und Nein, RGS. Ohne billige private Nutzung würde sich vielleicht mancher ein zweites privates Auto kaufen. Okay, manche auch ein drittes oder viertes. Wichtig wäre, dass irgendwie nachweisbar die dienstliche Nutzung z. B über 80% liegt. Oder ein anderes Modell.

  18. #19 Neumann
    11. Dezember 2023

    “Eine aufs Auto fixierte Gesellschaft (ob Elektro oder nicht spielt für die zerstörische Infrastruktur die diese Gefährte erfordern kaum eine Rolle) ist eines der weiteren Grundprobleme mit denen wir uns herumzuschlagen haben.”
    Zum Glück, kann man nur antworten. 70 % unserer Industrieerzeugnisse werden exportiert. Deutschland kann sich nicht selbst ernähren, liebe Meckerer.

    • #20 Joseph Kuhn
      11. Dezember 2023

      @ Neumann:

      “Deutschland kann sich nicht selbst ernähren”

      Weil bei uns keine Bananen wachsen? Oder weil die Kinder, siehe PISA, zum dumm werden, um Pommes mit Ketchup anzubauen?

      Vielleicht legen Sie mal wieder eine Kommentarpause ein?

  19. #21 Neumann
    11. Dezember 2023

    XXX

    [Kommentar gelöscht, ich helfe bei der Kommentarpause. JK]

  20. #22 wereatheist
    11. Dezember 2023

    Heute hab ich die Gefährtin in der Reha besucht, Grünheide bei Berlin, hinter Erkner.
    Von Erkner bis FFO ist Ersatz Verkehr also fuhr ich mit dem Rad die paar Kilometer (und zurück, versteht sich).
    Autolos leben (isch ‘abe keine Fuhrerschein) geht, ist aber manchmal (es regnete die ganze Zeit weil mußja) ziemlich anstrengend.

  21. #23 wereatheist
    11. Dezember 2023

    Was ich von Leuten halte. die ein E-Auto mit 330 kW zu brauchen meinen, wär justiziabel.

  22. #24 Alisier
    11. Dezember 2023

    Ja, es ist anstrengend. Manchmal sehr anstrengend.
    Aber vielleicht lohnt es sich trotzdem.
    “We shall overcome!” summend, auch wenn nicht unbedingt immer bierernst gemeint.

  23. #25 wereatheist
    12. Dezember 2023

    Ich bin autolos aufgewachsen.
    Meine Eltern hatten keins.
    Hier gibt es eh keine Parkplätze.

  24. #26 wereatheist
    12. Dezember 2023

    Und das ist gut so.

  25. #27 JW
    12. Dezember 2023

    Bevor ein falscher Eindruck entsteht, ich habe noch nur ein Auto besessen. Erst mit ca 30 kam der Dienstwagen. Es gibt bei uns in der Familie auch keinen Zweitwagen und privat versuchen wir möglichst viel autolos zu erledigen.

  26. #28 schlappohr
    12. Dezember 2023

    Ein Dienstwagen ist ja eigentlich ein Nutzfahrzeug. Es dient in erster Linie dazu, Sachen im Auftrag des AG durch die Gegend zu fahren, zum Kunden zu fahren, oder mal einen Besucher vom Flughafen abzuholen. Für keine dieser Aufgaben ist ein i7 notwendig oder auch nur prädestiniert.
    Ein großer Kombi mit vernünftiger Ausstattung (Navi, Tempomat, von mir aus Sitzheizung, Rückfahrkamera) aber ohne so affigen Kram wie Bordkino, 20.1 Dolby Surround, Popcornmaschine, Arschbackenmassage und fünf Klimazonen, wäre für diesen Job perfekt geeignet. Und der bräuchte dann auch nur eine Leistung von höchstens 100kW, weil er ohne ganzen Klimbim nur die Hälfte wiegt. Man kann sich fragen ob ein PKW überhaupt mehr als 100kW braucht, wenn ein primär intelligenzgesteuertes Säugetier darin fährt.

  27. #29 Alisier
    12. Dezember 2023

    @ schlappohr
    Ohne Nutz- respektive Benutzfahrzeuge komme ich auch nicht aus.
    Insofern: Zustimmung zum gewichtsreduzierten Tool ohne Schnickschnack.
    So ein fahrendes Wohnzimmer (mit Weinkeller! Als Anregung für die BMW-Entwickler……) hat natürlich was.
    Die Zeit dafür sollte allerdings spätestens in diesen Tagen vorbei sein.

  28. #30 Ichbinich
    12. Dezember 2023

    Man könnte das Thema ja auch relativ einfach regeln, indem man die prozentuale Besteuerung von so Dingen wie Verbauch/Kosten/Gewicht, … abhängig macht.

    Dann hätte man die Vorteile der geringen Bürokratie, aber ebenfalls eine Steuerungswirkung. Bei E-Autos wird das ja wie gesagt schon teilweise gemacht, das könnte man aber durchaus auch noch weiter ausbauen.
    Z.B. E-Autos ab 100k€ 1%, Vebrenner ab 100k€ 5% oder was auch immer.

    Nur wird das alles mit der FDP aus Gründen nicht zu machen sein.

  29. #31 Alisier
    12. Dezember 2023

    Wobei wir dann wieder bei einer anderen wichtigen Frage wären:
    wer braucht eigentlich die FDP?
    Außer natürlich die CDU/CSU als Hebel um Druck zu erzeugen und als Drohkulisse.
    Ein sichtbarer Maulwurf mitten in der Bundesregierung. Wobei ich echten Maulwürfen nicht zu Nahe treten wollte.
    Diese Tierchen haben immerhin eine wichtige und stabilisierende Funktion in Ökosystemen.

  30. #32 Dr. Webbaer
    13. Dezember 2023

    ‘Achtsamkeit für den Augenblick’

    Hmm, das ist Marketing-Sprech, oder, lag womöglich bezahlter Content vor ?!
    Aha! – Es war eine Anzeige, von Werbekunden, die womöglich für heutige Medien generell relevanter sind als der Kaufkunde, der wirtschaftlich stark an Bedeutung verloren hat.
    Früher hat der Kaufkunde, der direkte Kaufkunde, bei Printmedien eine wichtige Rolle gespielt, der durfte nicht vergrätzt werden.

    Ansonsten, wer bspw. mal hier schaut :
    -> https://www.tesla.com/de_de/cybertruck (‘2,7 Sekunden von “0 auf 100”)
    … sieht einen sog. Monster-Truck ?

    Mit freundlichen Grüßen und weiterhin viel Erfolg
    Dr. Webbaer

  31. #33 Dr. Webbaer
    13. Dezember 2023

    @ Kommentatorenfreund “Schlapp” und hierzu kurz :

    Ein Dienstwagen ist ja eigentlich ein Nutzfahrzeug. Es dient in erster Linie dazu, Sachen im Auftrag des AG durch die Gegend zu fahren, zum Kunden zu fahren, oder mal einen Besucher vom Flughafen abzuholen. Für keine dieser Aufgaben ist ein i7 notwendig oder auch nur prädestiniert. [Ihre Nachricht im hiesigen Kommentariat]

    Leider konnte der Schreiber dieser Zeilen die benachrichtigte Anzeige, als sozusagen expliziter Nicht-“SZ”-Leser eben nicht zur Kenntnis nehmen, die Auflösung des dankenswerterweise zV gestellten Fotos war zudem zu gering, als dass sich der Webbaer hier näher hätte “einschnüffeln” können.

    Die Theorie geht so :
    1.) VIPs oder MVPs sind wichtig, sie reisen idR viel und die Reisekosten sind nebensächlich.
    2.) Der VIP oder MVP ist sozusagen explizit kein NPC und er bleibt im Sinne von (1) bestmöglich zu pflegen, seine Lebensfunktionen bestmöglich unterstützend, sein Hirn (und vielleicht sogar sein Horn, kleiner Gag am Rande).
    3.) Wichtig sind diese Personen für die Institution, für die sie arbeiten, hier spielen bei “Tagessätzen” (diese Leute werden anders vergütet) von 10.000 Euro und mehr Beförderungskosten keine Rolle.
    4.) Der VIP oder MVP lebt sozusagen wie gemeint im Auto, das seine motorische Bewegungsfreiheit generell einschränkt und insofern soll zudem seine geistige Bewegungsfreiheit befördert werden, wie auch seine vermutlich generell positive Grundstimmung.
    5.) Keineswegs soll er vergrätzt werden, denn sein Missmut kostet der Institution sozusagen direkt mehr Geld als JEDES Beförderungsmittel in der Anschaffung und im Unterhalt und im direkten Betrieb je kosten könnte.

    Mit freundlchen Grüßen
    Dr. Webbaer (sich hier ein wenig auskennen tun)

  32. #34 Dr. Webbaer
    13. Dezember 2023

    Vertrauensvoll spielt Opa, auch mit oder der Intention bilden so ein, zu wollen sozusagen püschologisch und nicht nur den Mann bildend, ein :

    -> https://www.youtube.com/watch?v=ZyydSKSWyFE

    MFG
    WB (der sich für Extravaganz, sozusagen völliger Beklopptheit und spärlcher Erinnerung zu kompensieren szcht, gerade auch durch Gegenrede; nett sein will, wie lange im Geschäft, seit den Sechzigern)

  33. #35 Dr. Webbaer
    13. Dezember 2023

    Zum Wesen des Weibes soll an dieser Stelle unberichtet bleiben.

  34. #36 RGS
    14. Dezember 2023

    Zum Thema Achtsamkeit für den Augenblick passt, finde ich, ein Link zu einer Datenexpertin und ihrem TED Talk von diesem Jahr im April.
    Dr. Hannah Ritchie: „ Are We the Last Generation — or the First Sustainable One?“ Man muss sich etwas in Schottischen Akzent einhören.
    https://youtu.be/Kl3VVrggKz4?feature=shared

    Hier noch ein Interview aus der Zeit mit ihr vom 1.12.23 für Abonnenten:
    https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2023-11/klimakrise-optimismus-data-science-hannah-ritchie

  35. #37 DH
    14. Dezember 2023

    Opulenter Reichtum ist halt auch eine Frage der Dosis, aktuell het er ein Ausmaß erreicht daß nicht mehr hinnehmbar ist und eben nicht nur, wie oft dargestellt, ein Reservoir ist wo sich die Zecken des Landes mal eben bedienen wenn ihnen nichts Besseres einfällt, sondern ein strukturelles Problem ohne Legitimität.
    Zuviel Geld oben sucht sich seine Blasen und kann jede Menge Asche einsetzen um Lobbyarbeit zu betreiben und damit konstruktive Entwicklungen verhindern, auch das ist ein wesentlicher Grund für die notwendige Abschmelzung.
    Hier wurde schon gesummt “we shall overcome”, mir fällt da aber auch ein “my friends all drive Porsches”. Ich fürchte da ändert sich erst was , wenn viele merken, daß sie “nothing left to loose” haben, die einen wenn es wirklich nicht mehr geht mit der Knappheit, die anderen wenn sie merken daß ihre Gier gefährlich für sie selber wird.

  36. #38 noch'n Flo
    Schoggiland
    15. Dezember 2023

    @ Staphylocuccus rex:

    Für Fernreisen oder Umzüge braucht man andere Fahrzeuge, die man dann mieten müßte.

    Gerade bei den Fernreisen stellt sich aber für mich die Frage, warum man dafür extra ein Auto mieten sollte, anstatt mit der Bahn zu fahren (und dann allenfalls am Zielort wieder ein kleines Stadtmobil zu mieten). Wäre auch deutlich stressfreier, vor allem, weil man bei der Bahn auch nicht selber fahren muss.

  37. #39 wereatheist
    15. Dezember 2023

    Die Bahn müsste a bissl zuverlässiger werden.
    Heute im Berlin-Brandenburger Regionalverkehr:
    Der RE1 Richtung FFO, Abfahrtzeit 15:15 ab Ostkreuz fuhr glücklicherweise schon um 15:55 ab.
    Ich hatte mich sehr beeilt, um den Zug ab 15:35 zu erwischen, und wartete dann noch 20 Minuten auf den Vorgängerzug.
    Nur dank äußerst kooperativer Polizeischüler konnte ich mein Faltrad irgenwie rein bugsieren und in Fangschleuse auch wieder aussteigen.
    (der Zug war voll wie eine Sardinendose).

  38. #40 Alisier
    16. Dezember 2023

    @ weratheist
    Wieso kaufst Du Dir auch kein Auto wie jeder gute Bürger?
    Als ich neulich da (in Berlin) war konnte ich trotz persönlicher Verspätung immer noch in erheblich verspätete S-Bahnen steigen, auf die andere bis zu 50 Minuten gewartet hatten. Gespräche mit Berlinern in der Bahn ließen eine gewisse Resignation erahnen.
    Durchsagen wie “Weiche hier, Oberleitung da” sind wohl an der Tagesordnung.
    Marode und kein Geld. Mit Willen ginge aber wohl einiges. Aber ist der politische Wille bei den Bürgern da?
    Ich bezweifle es inzwischen sehr.
    Thema Hemd und Hose.

  39. #41 wereatheist
    16. Dezember 2023

    Neben den Klassikern “Weichen-” oder “Signalstörung” (meistens vermutlich eher ein Softwarebug als ein Problem mit der Hardware), “Defekt am Zug” oder “Personalausfall” (Fahrer krank und kein Ersatz vorgesehen) kommt immer öfter “infolge eines Polizeieinsatzes ist der Zugverkehr unterbrochen/unregelmäßig” 🙁
    In der Nacht zu gestern wurde am Thielplatz (an der FU Berlin) 150m Kabel von der U-Bahn geklaut.
    Ich frage mich, wie das gehen soll, die Täter müssen in einen tiefen Graben klettern und mit der Sore wieder heraus, bevor die Cops aufkreuzen, die doch wohl sofort alarmiert werden, wenn Spannungsunterbrechung auftritt?

    • #42 Joseph Kuhn
      16. Dezember 2023

      @ whereatheist:

      Unregelmäßigen Zugverkehr wegen Kabeldiebstahl hatte ich vor zwei Wochen in Berlin auf der U6 auch. Das habe ich hier in der Region München noch nicht gehört. Dafür ist auch zwei Wochen nach dem Schneefall immer noch nicht wieder alles in Ordnung.

  40. #43 Alisier
    16. Dezember 2023

    Jetzt finde ich den auf die Schnelle leider nicht als Comic…..
    Zwei Personen (Mann und Frau) stehen am Bahnsteig als die Durchsage kommt: “Zugverspätung wegen Fischschwärmen im Gleisbett”.
    Als der Mann die Frau irritiert anguckt sagt diese: “Die Bahn lässt Begründungen und Entschuldigungen neuerdings von KI schreiben!”
    Wird wohl so sein…..

  41. #44 wereatheist
    16. Dezember 2023

    “Unbefugte Personen auf der Strecke” gabs auch schon paarmal.
    Die U6 ist teilweise Hochbahn, aber just dieser Abschnitt wird gerade bis 2025(!) saniert und mit Ersatzbussen bedient. Leider muss ich die manchmal benutzen.

  42. #45 wereatheist
    16. Dezember 2023

    In Kreuzberg, in der Reichenberger Straße, die vor kurzem noch eine dere ärmsten Straßen West-Berlins war, gibt es schon seit den späten 90ern ein Haus mit “Car-Lofts”.
    D.h. die besseren Herrschaften können mit dem Auto in den Aufzug fahren und das gute Stück auf ihrer Etage abstellen.
    Cool, nicht?