„Können Orcas es sich wirklich leisten, beim Fressen so wählerisch zu sein?“ fragte @Remmer am 19.04.2021 (Die ganze Frage ist etwas länger, ich habe sie unten angefügt).
Eine richtig gute Frage!

File:Orca Schaedel Senckenberg.jpgDie kurze Antwort ist: Jein.
Die kosmopolitischen Orcas (Orcinus orca) sind eine der am weitesten verbreiteten Meeressäuger, ihr Nahrungsspektrum beinhaltet über 140 verschiedene Arten von Fischen, Tintenfischen, Meeressäugern, Seevögeln und Meeresreptilien. Viele Populationen sind spezialisiert auf bestimmte Beute. Meistens leben diese größten Delphinarten in Familiengruppen. Sie werden bis zu 8 Metern groß und bis zu 6 Tonnen schwer, ihre schwarz-weiß-Zeichnung ist unter Wasser eine Tarnung, weil dadurch ihre Umrisse verwischt werden. Als mittelgroße, schnell schwimmende Wale mit großem Gehirn haben sie einen großen Kalorienbedarf.

Schwertwale haben die kräftigsten Kiefer mit den stärksten Zähnen aller heutigen Wale (mit Ausnahme des Pottwals – der hat aber noch nur im Unterkiefer Zähne und frißt eher Tintenfische). Ganz ehrlich: Bei einem Orca-Gebiß muss ich immer an die großen jagenden Reptilien des Erdmittelalters wie T. rex oder Liopleurodon denken.
Ihre wilden Jagden auf andere Wale haben ihnen den Namen Mörder- oder Raubwal, Killer whale oder Lobo del Mar eingebracht.

Wale – nach der Eiszeit durchgestartet

Two killer whales jump above the sea surface, showing their black, white and grey colouration. The closer whale is upright and viewed from the side, while the other whale is arching backward to display its underside.

Two killer whales jump above the sea surface, showing their black, white and grey colouration. The closer whale is upright and viewed from the side, while the other whale is arching backward to display its underside. (Wikipedia; Robert Pittman – NOAA (https://www.afsc.noaa.gov/Quarterly/amj2005/divrptsNMML3.htm]))

Für mehr Details muss ich etwas weiter ausholen. Die heutigen Lebensräume der Wale und ihre Ökologie hat sich wohl erst nach der letzten Eiszeit entwickelt, im Pleistozän. Mit tauenden Eiskappen sind die ozeanischen Lebensräume immer größer geworden und Orcas sind dort eingewandert. In einem immer größeren Lebensraum haben sie sich zunehmend auseinanderentwickelt, bis zu den heutigen Ökomorphotypen (ecotypes).

Gerade hatte ich für Spektrum einen Artikel über Grauwale im Klimawandel geschrieben, der erklärt auch die Lebensumstände und Entwicklungen der Schwertwale. Nicholas Pyenson hatte zum Lebensraum und Verhalten der Grauwale einen interessanten Artikel veröffentlicht, er nennt sie „Überlebende der Eiszeit“. Ihre heutigen langen Wanderungen haben sich erst nach der Neuformung des arktischen Ökosystems geformt – im kurzen arktischen Sommer stehen in arktischen Gewässern extrem viele Nährstoffe bereit, dass im Frühling ein extremes Wachstum von Phytoplankton einsetzt. Damit vermehren sich auch kleine bodenbewohnende Flohkrebse extrem stark. Dadurch ist im arktischen (auch im antarktischen) Sommer das Polarmeer einer der produktivsten Orte weltweit– das nutzen die Grauwale. Allerdings, so Pyenson, heißt das nicht, dass sie ihr Verhalten mit den langen Wanderungen zu den Nahrungsgründen nicht ändern können. Einige haben bereits eine andere Ernährungsstrategie – sie machen den kräftezehrenden langen Zug nicht mit, sondern bleiben in nordamerikanischen Gewässern vor Alaska und Kanada. Dort haben sie zwar ein geringeres Futterangebot, verbrauchen aber auch weniger Energie für die Wanderung und sind schneller wieder in den Lagunen zur Fortpflanzung.
Diese Grauwal-Aussagen lassen sich auf Orcas und andere Wale übertragen.

Energieumsatz – „Fatness is fitness“

Grundsätzlich muss der Energie-Gewinn der Nahrung größer sein als der Aufwand dafür. Orcas haben einen sehr hohen Kalorienbedarf und eine Gruppe dieser Zahnwale braucht zum Sattwerden ein großes Areal mit ausreichend Nahrung. Sie müssen effektiv fressen.

Ebenfalls im schon genannten Grauwal-Artikel bei Spektrum hatte ich die Arbeit von Fredrik Christiansen vorgestellt. Er ist Experte für Bioenergetik von Walen, also ihren Energiehaushalt und die ökologische Energiebilanz: Wie viel Energie bekommen sie aus ihrer Nahrung, und wie setzen sie diese in Wachstum und Fortpflanzung um? Er hat zwar bislang vor allem mit Bartenwalen gearbeitet, die Beobachtungen und Berechnungen gelten aber auch für Zahnwale mit ihrem höheren Energiebedarf. Die Dicke der Speckschicht ist bei Walen ein klarer Anzeiger ihrer körperlichen Fitneß.
Er hat mir im Interview noch einmal erklärt, dass Wale mit ihrem extrem hohen Energieverbrauch darauf achten müssen, energetisch effizient zu fressen – bei den Grauwalen sind das die im Schlamm lebenden fetten Flohkrebse.

1 / 2 / 3 / 4 / 5 / Auf einer Seite lesen

Kommentare (18)

  1. #1 Sascha
    26. April 2021

    Erinnert an die Urmenschen, nur dass den Walen die Werkzeuge fehlen.

    • #2 Bettina Wurche
      26. April 2021

      @Sascha: Inwiefern? Bei der Herausbildung der Kulturen? Das ist bei erstaunlich vielen Tieren mittlerweile nachgewiesen, u. a. bei Nacktmullen, einigen Vogelarten und Menschenaffen. Wahrscheinlich ist es noch wesentlich verbreiteter.

  2. #3 Remmer
    Oldenburg
    26. April 2021

    viele neue Infos und viele neue Ideen, toll! Im Ergebnis habe ich allerdings das Gefühl, dass Delfine und Orcas noch viele, sehr viele Geheimnisse verbergen, die wir so schnell nicht aufdecken werden. Inspiriert von Deinen Berichten fällt mir übrigens gerade auf, dass Fisch eigentlich gar nicht das logische Orca-Grundnahrungsmittel ist sondern dass es wohl eher Tintenfisch sein müsste. Ich werde also warten und vor allem Deinen Blog weiter intensiv verfolgen, Danke schon mal im Vorab und einen Kaffee gibt es natürlich auch 😉

    • #4 Bettina Wurche
      26. April 2021

      @Remmer: Doch, fetter Fisch in großen Schwärmen gehört auf jeden Fall dazu – Thun, Lachs und Heringe lohnen sich auch für Orcas, ebenso Haie. Von einer Tintenfisch-Spezialisierung habe ich bei Orcas noch nie gelesen, die nehmen die Mollusken-Proteine halt so mit. Die speziellen Sepia- und Muschel-Jagd-Techniken sind bislang nur bei Großen Tümmlern beobachtet worden, wie ich ja schrieb.
      Ansonsten sind die Pott- und Schnabelwale die Tintenfisch-Spezialisten, die ihre Beute allerdings in größeren Tiefen suchen. Da kommen Orcas nicht hinterher.
      Danke für den Kaffee!

  3. #5 Aginor
    27. April 2021

    >> Einige haben bereits eine andere Ernährungsstrategie – sie machen den kräftezehrenden langen Zug nicht mit, sondern bleiben in nordamerikanischen Gewässern vor Alaska und Kanada. Dort haben sie zwar ein geringeres Futterangebot, verbrauchen aber auch weniger Energie für die Wanderung und sind schneller wieder in den Lagunen zur Fortpflanzung.
    Diese Grauwal-Aussagen lassen sich auf Orcas und andere Wale übertragen.

    ***

    Interessantes Thema, und nicht nur bei Walen!
    Ich kenne das analog von Zugvogelpopulationen, etwa im Bodenseeraum. Manche Vögel aus dem Norden kommen kaum noch als Wintergast, und manche von dort verschwinden nicht mehr in den Süden.

    Das ziehen ist eine der Haupt-Todesursachen, und Populationen die das Risiko eingehen nicht zu ziehen haben dadurch zwar ein geringeres Futterangebot über den Winter, aber eben auch klare evolutionäre Vorteile. So besteht z.B. eine bessere Chance, eine weitere Brut durchzubringen oder früher einen guten Nistplatz zu sichern.
    Der Klimawandel begünstigt das ein Stück weit, milde Winter sind einer der Hauptfaktoren.

    Es schien sich als ich das letzte mal nachgeschaut habe gerade herauszukristallisieren dass immer größere Anteile der Populationen mancher Arten überhaupt nicht mehr ziehen, dort also in den nächsten Jahren die Zugvögel zu Standvögeln werden.

    Das ist Evolution bei der Arbeit. Sehr faszinierend.

    Danke für den Artikel!

    Gruß
    Aginor

    • #6 Bettina Wurche
      27. April 2021

      @Aginor, @RPGNo1: Ich hatte noch überlegt, ob ich das zitiere – aber der Artikel war schon so lang : )
      https://www.mpg.de/604317/pressemitteilung201004201

      Störche überwintern bei uns im Rhein-Graben wohl schon länger, hier ist ja mildes Klima mit attraktiven Naturschutzgebieten am Altrhein. Einige Störche gehen zum Essen in einen nahe gelegenen Vogelpark.
      Die größte Storch-Ansammlung – über 30 Vögel – haben wir aber nahe einer Müllhalde gesichtet. Dort bekommen sie immer genug zu essen und es ist auch noch schön warm, erklärte uns ein Orni, der das Völkchen regelnäßig beobachtet. Die Störche kommen pünktlich gegen kurz vor 16:00 Uhr, dann haben nämlich die Arbeiter der Müllkippe Feierabend.

  4. #7 RPGNo1
    27. April 2021

    @Aginor

    Ich kenne das analog von Zugvogelpopulationen, etwa im Bodenseeraum.

    Mir fällt spontan der Weißstorch ein. Schon in den 90er Jahren las ich, dass manche Gruppen im Herbst gar nicht mehr die weite Reise nach Afrika mitmachen, sondern in Spanien überwintern.

    Inzwischen überwintern Störche vereinzelt komplett in Mitteleuropa. Sie riskieren bei einem hartem Wintern somit zu verhungern, haben aber andererseits den großen Vorteil, sich im Frühjahr die besten Nistmöglichkeiten zu sichern.

  5. #8 RPGNo1
    27. April 2021

    @Bettina Wurche

    Ein Richtungswechsel von den Walen, aber ein lehrreicher. Natürlich hat Peter Berthold die Untersuchungen durchgeführt. Wenn es um Vögel geht, sieht man ihn ja häufig genug in deutschen Naturdokumentationen. 🙂

    • #9 Bettina Wurche
      27. April 2021

      @RPGNo1: Danke für den Raktajino : ) !

  6. #10 RPGNo1
    27. April 2021

    @Bettina Wurche

    Bitte, gern geschehen. 🙂

  7. #11 Sascha
    27. April 2021

    https://scienceblogs.de/meertext/2021/04/26/sind-orcas-waehlerisch-beim-essen/#comment-37742
    @Bettina Wurche
    Das Verhalten Siedler vs. Jäger & Sammler – die einen bleiben vor Ort, die anderen ziehen umher. Die meisten Tierarten zeigen das eine oder das andere.

  8. #12 Joseph Kuhn
    27. April 2021

    @ Bettina Wurche:

    Weiß man, warum Orcas keine Menschen fressen? Nicht mal, wenn sie einen schon im Maul haben?

    • #13 Bettina Wurche
      28. April 2021

      @Joseph Kuhn – nein, absolut nicht! Wobei ich trotzdem im Umgang mit denen extrem vorsichtig wäre. Vielleicht haben sie schon Leute gesnackt und es gab einfach keine Zeugen.

  9. #14 Joseph Kuhn
    28. April 2021

    … vielleicht wissen die Orcas auch, dass Menschen geschmacklos, ungenießbar oder sogar giftig sein können 😉

    Aber in der Tat: zu nahe möchte man diesen Zähnen nicht kommen.

  10. #15 rolak
    28. April 2021

    einfach keine Zeugen

    Das dürfte in diesem Falle genauso sein wie bei denjenigen, die von der DelphinRettung nicht berichten konnten, weil sie eben nicht in Richtung Strand geschubst/geschoben wurden.
    Falls es sie gibt.

    Wenn, haben die Orcas jedoch einen schicken Vorteil gegenüber gewissen Groß­unter­nehmern der AlternativWirtschaft: BetonAnmischen ist unnötig.

    • #16 Bettina Wurche
      28. April 2021

      @rolak: Gerade mit Tursiops “Flipper” wäre ich auch echt vorsichtig – im Nordatlantik werden die 4,5 m groß, haben ein massives Gebiß und schlagen Schweinswale tot. Für mich eher nicht so der ideale Schwimm-Partner.

  11. #17 zimtspinne
    29. April 2021

    @ Bettina

    Ich lese deine Artikel fast immer, also wenn ich nicht gerade Sb-Pausen mache oder so, komme aber leider zu selten zum Kommentieren.
    Was nicht heißt, ich hab kaum was zu sagen, sondern eher gegenteilig… mir fällt oft alles mögliche ein, das scheint mir aber dann zuviel und ich nehme wieder Reißaus 😉

    Heute hab ich auch wieder grad ganz wenig Zeit, hatte hier aber gestern schon alles gelesen und wollte unbedingt was zu deiner Storchen-Ergänzung anfügen.

    War über das Wort “Müllhalde” richtig erschrocken – Tiere, die sich regelmäßig auf Müllkippen oder generell auch nur von Menschenmüll aus Papierkörben u.ä. bedienen – da geht bei mir intern die Sirene los…..
    bin da zu vorgeschädigt von domestizierten Tieren (Hunden & Katzen überwiegend), die Müllvorkommen auf ihrem Speiseplan haben, was allermeistens in grauseligen Gesundheitszuständen endet.

    Diese Kolonien müssen meist wirklich grundsaniert werden, sobald sich einer ihrer annimmt für geplante Kastrationsaktionen oder innerhalb eines Tierschutzprojektes.

    Augen/Ohreninfektionen, Parasitenbefall und Verletzungen (durch offene Dosen, in denen Pfoten bis ganze Köpfe landen) sind da noch die harmloseren Geschichten….
    schlimmer sind Langzeitfolgen in Form der Schreckgespenster am Katzen- und Hundehimmel.
    Bei Hunden kenne ich mich zwar nicht soo gut aus, hab aber noch das umgangsspr. alle Krankheiten zusammenfassende Wort im Hinterkopf –> “Mittelmeerkrankheiten”.

    Für Katzen sind es FIP (feline Coronaviren),
    FeLV (Leukose/Katzen-Leukämie),
    FIV (feline Immunschwäche/Katzenaids),
    Katzenschnupfen (Calici- und Herpesviren) und dazu noch allgemein Leber- und Nierenschäden, Herzerkrankungen u.ä.

    Selbst wenn so eine wilde Streunerkolonie in Obhut genommen wird, d.h. Einrichtung fester Futterstellen mit regelmäßiger Fütterung, tierärztliche Kontrollen, Kastration aller Tiere sowie ebenfalls regelmäßiges Einfangen neuer unkastrierter Tiere und zahme menschenbezogene Einzeltiere ganz rausgenommen und der Vermittlung übergeben werden, wird dort später leider sehr oft positiv auf viele der o.g. Erreger getestet, die allesamt mit geschwächtem Immunstatus assoziiert sind.
    Ursache Mangelzustände wegen Unter- und vor allem auch Fehlernährung. Und beides zusammen im Wechsel….

    Kann man sich so wie HIV bei uns vorstellen. Mit Heilung ist dann nix mehr, im besten Fall kann ein Ausbruch verhindert werden für lange oder einige Zeit.

    Dazu kommt noch das hohe Ansteckungsrisiko, diese pos. getesteten Tiere müssen lebenslang separiert werden, dürfen keinen Freigang haben und nur zu anderen Artgenossen, die ebenfalls positiv auf den jeweiligen Erreger getestet wurden.
    Brechen die Krankheiten aus, enden sie tödlich.

    Wenn das schon für domestizierte Tiere, die ja auch recht gut an unsere Nahrung angepasst sind, der Fall ist, frage ich mich, was erst mit Wildtieren geschieht, die an unseren Müll aus vorzugsweise junk food überhaupt nicht angepasst sind.

    Waschbären scheinen die Müll-Menüs ja besser zu verkraften; bei Füchsen aber zB weiß ich auch, dass das ein großes Problem werden kann, wenn sie sich Futter im Menschenmüll suchen. Aus vielen Gründen, gesundheitliche aber eben auch.

    Ich denke mal, Mülleimer und Mülltonnen sind noch ewas “günstiger” als Müllhalden, wo ja alles noch verwester sein dürfte und womöglich wild zusammengeschmissen wird… giftiger Restmüll dazwischen.
    Bei Biotonnen in den Straßen oder Mülleimern an Fresstempeln ist das dann etwas weniger gefährlich.

    ist jetzt doch länger geworden und hat mit dem Thema Orcas auch nicht mehr so viel zu tun.
    Hoffe, es ist für dich trotzdem ok, dass ich die Störche nicht einfach links liegenlassen konnte.
    Falls ich da was grundsätzlich falsch verstanden hab, was ich ja fast hoffe…. gib bitte Entwarnung.

    na, wenigstens läuft es für die Orcas besser, die kommen erst gar nicht an menschliche Müllkippen heran. Hoffentlich!?

    • #18 Bettina Wurche
      29. April 2021

      @zimtspinne: Natürlich ist Dein Kommentar o. k.!
      Müllkippen sind für viele Tiere – Möwen, Krähen, u. a. – ein begehrter Futterplatz. Viele Wildtiere fressen ja auch natürlicherweise Aas und gammelnde Nahrung.
      Wildtiere sind natürlicherweise stark parasitiert, ihr Immunsystem kommt damit normalerweise klar. Nur bei geschwächten (Streß, Krankheit, Verletzung,…) Tieren wird die Pathogen- und Parasitenlast zum Problem. Diese Diskussion hatten wir ja im Kontext mit den Fledermäusen als Viren-Pools.
      Dass Störche zunehmend auf Müllkippen überwintern, statt nach Afrika zu ziehen, scheint zumindest in Deutschland ein zunehmendes Phänomen zu sein:
      https://www.scinexx.de/news/biowissen/stoerche-muellkippe-statt-afrika/

      Natürlich besteht auf den Abfallhalden ein erhöhtes Risiko für Verletzungen und Krankheiten.
      Ob die größer als in der Kulturlandschaft oder gar beim Vogelzug ist, wage ich zu bezweifeln:
      Frösche, Mäuse u a ist durch Pestizide, Abgase, etc hoch belastet, Plastikplanen u. a. Kunststoffe und Müll auf Feldern sind auch unfallträchtig.
      Dazu kommt die trotz aller Schutzvorschriften immer noch legale und illegale Vogeljagd…
      Könnte gut sein, dass es den Müllkippenstörchen vergleichsweise nicht schlechter geht.

      Seit ich gesehen habe, wie in Syrien(Irak ein paar Super-A… mit halb-automatischen Waffen zum Spaß Kraniche abballern wundere ich mich, dass noch Zugvögel zurückkommen. Die Quelle finde ich nicht, sorry – aber das Video war schauderhaft.
      Insgesamt ist die Route über und um das Mittelmeer für Vögel ziemlich gefährlich, selbst auf EU-Areal wird trotz Verboten gejagt, weil niemand sich traut, die Schutzbestimmungen vor Ort durchzusetzen.
      https://www.birdlife.org/worldwide/news/scale-illegal-bird-killing-middle-east-revealed-first-time

      Natürlich fressen auch Orcas Müll, bei den Nekropsien kommt oft Plastik zum Vorschein.
      Lebensmittelabfälle wären wahrscheinlich weniger problematisch als die Aufnahme der anthropogenen Toxine im Lebensraum Meer. Die Giftlast ist so hoch, dass viele Wale gar nicht mehr fortpflanzungsfähig sind. Auch die Orcas schwimmen praktisch in der Müllkippe.