Das Deutsche Ärzteblatt ist offizielles Organ der Ärzteschaft, es wird von der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung herausgegeben. In den letzten Jahren hat sich die Qualität der Beiträge dort in erfreulicher Weise verbessert, die Fachartikel erfüllen inzwischen die Ansprüche einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift. Daneben gibt es Beiträge zu aktuellen Themen, um die Leser/innen über relevante Entwicklungen, z.B. die Impfpflicht, auf dem Laufenden zu halten.

Freiheit im Internet, Freiheit beim Ärzteblatt?

Das Ärzteblatt lässt, ebenso erfreulich, eine offene Diskussion zu den Beiträgen zu. Beim Thema Impfen sind seit längerer Zeit vermehrt Kommentare von Impfgegnern festzustellen. Warum nicht, sie genießen genauso Meinungsfreiheit wie Flacherdler oder Leute, die glauben, die Mondlandung sei gefakt. Ich habe mich beim Ärzteblatt gerade an einer Diskussion um die Impfpflicht beteiligt. Mitunter ging es sachlicher zu, mitunter polemischer, da bin ich bekanntlich auch nicht immer zartfühlend. Trotzdem war es durchaus keine unfruchtbare Debatte, sondern eine, in der auch wenig diskutierte Daten zur Sprache kamen und, darauf will ich hinaus, eine Debatte, die einmal mehr die Faktenresistenz mancher Impfgegner und ihren Zynismus offensichtlich werden ließ.

Auch beim Ärzteblatt kann man anonym kommentieren, die Kommentarredaktion ist ersichtlich „liberal“ und wie so oft im Internet führt das dazu, dass Kommentatoren das für Narrenfreiheit halten, sich zum Narren machen, aber auch alle Hemmungen verlieren. So behauptet z.B. einer, der über Jahre beim Ärzteblatt unter dem Pseudonym „Pro-Natur“ kommentiert, allen Ernstes, in der „Vorimpfära“ hätte jeder überlebt:

Diese Behauptung ist evidenter Unsinn: In den gut „durchseuchten“ Jahren 1924 bis 1938 gab es in Deutschland fast 37.000 Masernsterbefälle, 1950 bis 1970 trotz aller Verbesserungen der Lebensumstände und allen medizinischen Fortschritten immer noch fast 4.000. Hardcore-Impfgegner leugnen das, wenn es passt, und akzeptieren es ungeniert, wenn es passt, nämlich wenn sie suggerieren wollen, dass die Impfung nichts mit dem Rückgang der Masernsterbefälle zu tun hätte, weil diese – völlig unstrittig – bereits vor Einführung der Impfung deutlich zurückgegangen sind. Impfgegnerlogik eben. Nebenbei hat er mich auch noch der Korruption bezichtigt, ich sei „beauftragt … ein minderwertiges Produkt zu verkaufen“. Ein Standardargument dieser Leute – wer für das Impfen ist, muss gekauft sein. Natürlich hat mich niemand gekauft, ich bin mein eigen.

Der gleiche Kommentator hatte vorher bereits indirekt zu Masernpartys aufgefordert. Masernpartys sind als Körperverletzungen strafbar. Der Kommentator würde das, könnte man ihn persönlich damit konfrontieren, natürlich nicht als Aufforderung verstanden wissen wollen, sondern als Voraussage über das Verhalten seinesgleichen zum Umgang mit der Impfpflicht. An Bauernschläue fehlt es den Leuten ja nicht.

Was tun?

Soll man über so etwas hinwegsehen, nach dem Motto, so ist das Internet halt? Hier im Blog tauchen ja auch immer wieder seltsame Kommentatoren auf und zum Internet gehört schließlich, dass es ein Freiraum und manchmal eine intellektuelle Müllhalde ist. Aber wie weit sollte dieser Freiraum gehen und sollten für das Ärzteblatt dabei keine anderen Regeln gelten als auf einem x-beliebigen Forum?

Die WHO hat vor kurzem Impfgegner zu einer „globalen Gefahr“ erklärt und die EU hatte angekündigt, gegen Falschinformationen von Impfgegnern vorgehen zu wollen. Ich meine, das Ärzteblatt als Organ der Ärzteschaft sollte hier nicht in die entgegengesetzte Richtung marschieren. So sehr eine kontroverse Diskussion zum Impfen auch im Ärzteblatt möglich sein muss, als Sprachrohr der Impfkritik sollte sich das Ärzteblatt nicht missbrauchen lassen. Die Kommentarspalten dort sind eben kein x-beliebiges Forum. Und natürlich will ich mich auch nicht als Auftragsschreiber oder gar als käuflich beleidigen lassen. Ich weiß nicht, welche redaktionellen Grundsätze das Ärzteblatt für seine Kommentarspalte hat, ich habe es jedenfalls einmal aufgefordert, solche Kommentare künftig zu unterbinden. Damit die Impfgegner was für ihren Vorwurf haben, die „Schulmedizin“ würde die Wahrheit unterdrücken, auch einer ihrer Klassiker.

Fortsetzung folgt.

Kommentare (39)

  1. #1 RainerO
    25. Mai 2019

    Ich sehe ein ähnliches Problem wie bei Fernsehdiskussionen: Da sitzt ein Arzt und Impfbefürworter neben einem Milchwirt (oder leider einem anderen Arzt) und Impfgegner. Es entsteht der Eindruck eines Gleichgewichts, oder der Gleichwertigkeit.
    Dass die Impfgegner eine sehr kleine (aber laute und teilweise organisierte) Minderheit sind, geht da völlig unter.

  2. #2 borstel
    25. Mai 2019

    Und ich sehe das Problem spezifisch beim Ärzteblatt, daß dort faktisch eine Kommentarmoderation nicht vorhanden ist. “Liberal” ist für die Zustände in den dortigen Spalten viel zu schwach! Wahrscheinlich kostet es zuviel Geld, einen Redakteur abzustellen, der sich um den Wildwuchs dort kümmert. Ich kommentiere dort schon lange nicht mehr, weil ich mich nicht nur mit wildgewordenen Impfgegnern, sondern auch mit Reichsbürgern herumschlagen müßte (sucht mal nach dem User “jpink” – echt zum Kotzen).

  3. #3 RPGNo1
    25. Mai 2019

    @Joseph Kuhn
    Ich bewundere deine Geduld bei der Diskussion im Ärzteblatt. Zwei unbelehrbare Impfleugner und einen Kommentator, der impfskeptische Positionen vertritt, gegen eine rationale Person. Das ist schon harter Tobak.

  4. #4 ajki
    25. Mai 2019

    Es ist ganz zweifellos richtig, dass öffentliche Kommentare im Netz eine höchst merkwürdige Tendenz zur Sonderbarkeit zeigen – also etwa das komplette Überspringen von schlichtesten Höflichkeitsformen im sozialen Umgang. Da wird nicht selten (schwer) beleidigt, bis zur Absurdität übertrieben oder falsch dargestellt, bedenkenlos behauptet ohne zu belegten und dergleichen mehr. Vielen ist das als ausentwickeltes Netz-“Kommentariat” schon seit langem unangenehm bekannt, viele scheuen sich mittlerweile überhaupt, sich an Netzkommentaren zu beteiligen. Es gab ja auch schon unglaublich viele Erklärungsversuche auf allen möglichen Ebenen, in manchen Netzteilbereichen (usenet….) schon seit Mitte der 90er. In den Fällen, in denen randseitige Kommentatoren befragt wurden im Nachgang, kamen ja auch immer wieder Erklärungen wie “… natürlich nicht so gemeint … Satire … war ja nur scherzhaft … sollte witzig sein … nicht so anstellen! … Zensur! …” usw. zur Anwendung – wobei auch klar wurde, dass die “Hyperbolisten des Netzes” selbstverständlich sich selbst als Opfer von anderen Beleidigern sahen, die sich notdürftig “wehrten” (z.B. verstehen “Leugner” diese Bezeichnung auf sich selbst angewendet als “schwere Beleidigung”). Oder sich eben verstanden als “Entertainer”. Auch die diversen aufgedeckten bezahlten/beauftragten “Trolle” / “Trollfabriken” spielen in dem ganzen unappetitlichen Milieu eine schlimme Rolle.

    Allerdings gibt es auch bei der kritischen Betrachtung dieses Treibens einige negative Seiten. Zum Beispiel wird die “Anonymität” (eigentlich: Pseudonymität) oft beklagt und gemeint (!), dies verleite zu den Exzessen. Dabei wird völlig übersehen, dass die diversen Echokammern auf den “sozialen Medien” voll sind von “Klarnamen”-Bizarros, die ganz offensichtlich ihr seltsames Verhalten im Netz als völlig korrekt empfinden. “Klarnamen”-Pflicht etc. bringt hinsichtlich einer qualitativen Aufwertung der Kommentarspalten: absolut gar nichts.

    Man kann wie viele Zeitungen/Zeitschriften, die sich bei dem wüsten Betrieb nicht anders zu helfen wussten, den ganzen unleidigen Kommentarkram natürlich einfach sein lassen. Helfen tut das allerdings den Medien-Plattformen bekanntlich gar nichts – im “Smartphone”-Zeitalter werden Netzangebote ohne Zweiwegigkeit (oder zumindest der Illusion davon) durch Mißachtung abgestraft.

    Insofern muss sich ein Netzbereich mit Kommentarangebot entweder einrichten, sorgfältig zu kuratieren (Kosten…) oder eben akzeptieren, dass Absonderlichkeiten aller Art vorkommen. Auch in der Hoffnung, dass sich (sehr) langfristig mal mediale Kompetenz breit durchsetzt bzw. die Langeweile über die Lust am trollen obsiegt.

  5. #5 Joseph Kuhn
    26. Mai 2019

    Die Impfgegner hijacken beim Ärzteblatt praktisch jede Kommentarspalte zum Impfen, jetzt diese: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/103381/Kinderaerzte-wollen-weitreichendere-Impfpflicht-und-Zuckersteuer

    Fast immer die gleichen Leute: vermutlich eine neue Anwendung des Simile-Prinzips der Homöopathen.

  6. #6 Uli Schoppe
    26. Mai 2019

    Es wäre besser wenn das Ärzteblatt die Kommentare zu macht.

  7. #7 borstel
    26. Mai 2019

    @ Uli Schoppe:
    Ich bin auch dieser Meinung, vor allem, wenn man vergleicht, wie es auch gehen kann: Bei Doccheck ist der Redaktion nicht nur jeder Kommentator bekannt, sondern sie löschen auch konsequent, wenn dort gegen die Nettiquette verstoßen wird.

    • #8 Joseph Kuhn
      26. Mai 2019

      @ borstel:

      Ob das Ärzteblatt überhaupt einen redaktionellen Standard zum Umgang mit Kommentaren hat? Falls nicht, hat es jetzt einen Reminder, sich darüber mal Gedanken zu machen.

      In der Kommentarspalte zum Beitrag über die in Kommentar #5 verlinkte Forderung der Kinderärzte gibt sich jetzt auch die Elite der Münchner Ärzte für individuelle Impfentscheidung die Ehre, Steffen Rabe und Martin Hirte. Hirte sieht uns allen Ernstes “auf dem direkten Weg in eine Gesundheitsdiktatur” und phantasiert die “Rundumüberwachung … mit … digitalem Impfausweis”.

      Da hätte ich mir mal gewünscht, er hätte sich zur AfD-Forderung, Flüchtlinge auf alles mögliche zu untersuchen und für sie einen biometrischen Gesundheitspass einzuführen, entsprechend geäußert. Eine Kommentarspalte beim Ärzteblatt gibt es auch dazu und bei dem Thema würde das Wort “Gesundheitsdiktatur” besser passen. Das scheint die Münchner Schicki-Micki-Szene aber nicht so zu interessieren.

      BTW, witzig: Rabe überschreibt einen Kommentar dort mit der Frage “Wollt Ihr die Totale Impfpflicht?” Die Frage kenne ich doch irgendwo her. 😉

  8. #9 Anarchrist
    Planet Erde
    26. Mai 2019

    Zensurmassnahmen sind keine langfristig tragbare Lösung. Nur Aufklärung bzw. Gegenaufklärung hat den erforderlichen Nachhall. Weder dürfen Kommentarbereiche zu einer Blase der einen, noch der anderen Fraktion werden.

    Es gibt nur zwei Wege, die mit der Freiheitlich Demokratischen Grundordnung im Kontext des Ärzteblattes vereinbar sind: Entweder einen freien Kommentarbereich oder gar keinen.

  9. #10 Uli Schoppe
    26. Mai 2019

    @Anarchist
    Das ist keine Zensur. Man Stopft nur den Idioten das Maul. Sorry.

  10. #11 Beobachter
    26. Mai 2019

    @ Uli Schoppe, # 10:

    Jawoll, immer feste druff – denn die “Idioten” sind immer nur die anderen, und nur für die gelten auch die üblichen Netiquette-Regeln.
    Man selber und die eigenen Leute darf/dürfen nach Belieben die Sau rauslassen.

    (Das war ironisch gemeint.)

    • #12 Joseph Kuhn
      26. Mai 2019

      @ Beobachter:

      Wenn Sie ausnahmsweise einmal Ihrer Neigung, anderen Kommentatoren Vorwürfe zu machen, nicht weiter folgen: Was wäre denn Ihre Vorstellung, wie das Ärzteblatt mit seinen Kommentarspalten umgehen sollte?

  11. #13 Schlotti
    27. Mai 2019

    @Beobachter:

    Es gibt nur zwei Wege, die mit der Freiheitlich Demokratischen Grundordnung im Kontext des Ärzteblattes vereinbar sind: Entweder einen freien Kommentarbereich oder gar keinen.

    Ich übersetze das mal auf meine Wohnung:

    Es gibt nur zwei Wege, die mit der Freiheitlich Demokratischen Grundordnung im Kontext des Ärzteblattes Zuganges zu meiner Wohnug vereinbar sind: Entweder einen freien Kommentarbereich Zugang oder gar keinen.

    Ich finde Ihren Ansatz wenig durchdacht. Ich habe das Recht, zu entscheiden, wen ich in meine Wohnung lasse. Und ich habe auch das Recht, zu entscheiden, wen ich was machen lasse.

    Ihr Argument bedeutet letzlich, das ich entweder niemanden in meine Wohnung lassen darf, oder aber jeden in meine Wohnung lassen muss.

    Das ist ganz offensichlich absurd.

    In diesem Sinne ist ein Kommentarbereich eines Blogs oder einer Zeitung Teil einer Wohnung.

    Mal ganz davon abgesehen, dass ich für das, was in meiner Wohnung passiert, verantwortlich gemacht werden kann, wenn nämlich dort Dinge passieren, respektive Dinge geschrieben werden, die womöglich strafbar sind.
    Dann muss ich das sogar unterbinden.

    Davon abgesehen empfehle ich Ihnen, vielleicht nochmal nachzulesen, was mit dem Begriff “Zensur” so gemeint ist. Ich empfehle – aus aktuellem Anlass (70 Jahre GG) – mal hier nachzuschauen…

  12. #14 Beobachter
    27. Mai 2019

    @ Schlotti, # 13:

    Bevor Sie sich hier auf den Falschen einschießen:
    Ich bin für Ihren Kommentar die falsche Adresse, denn Sie zitieren hier “Anarchrist”, aus # 9, und beziehen sich auf seinen Kommentar – nicht auf meinen, # 11.

    Davon mal ganz abgesehen:
    Ihr Wohnungsvergleich hinkt gewaltig, denn man kann eine Privatwohnung nicht mit dem öffentlichen Kommentar-Bereich eines öffentlichen, für jeden frei zugänglichen Mediums wie dem Internet vergleichen.

  13. #15 Schlotti
    27. Mai 2019

    @Beobachter:

    Entschuldigung, vorstehender Kommentar von mir ging nicht an Ihre Adresse, sondern an Anarchist…

    Shit happens…

  14. #16 awmrkl
    27. Mai 2019

    @Josef Kuhn

    Wg “NarrenFreiheit beim Ärzteblatt”:
    Ich hab mir die Diskussion angesehen. Und dabei festgestellt, die Impfgegner dort argumentieren, oberflächlich überflogen(!), weder überzogen aggressiv noch offensichtlich beleidigend, was das Eingreifen der Mods rechtfertigen würde. Ich denke, die Mods (falls es welche gibt) scannen eben nur (oberflächlich), ob offensichtliche Verstöße gg elementare Regeln vorliegen. Und dann entwickeln sich eben solche unterschwellig “hinterfotzige” Diskussionen. Wäre mE nur vermeidbar, wenn jeder Kommentar auch streng inhaltlich geprüft würde -> Aufwand …

    @Schlotti #13 – “Hausrecht”
    Meine volle Zustimmung. Dürfte im Zweifel auch jedes Gericht so sehen.

    @ Beobachter
    “Wohnungsvergleich hinkt gewaltig”
    Nein.
    Der Kommentar-Bereich ist ein (evtl erweiterter) Teil der “Blog-Wohnung”, vllt Vorgarten, in dem Party stattfindet. Jeder darf gerne mitlesen (von außen zugucken, die Musik genießen, …), hat aber KEIN Recht, unbedingt dabei sein zu dürfen. Siehe auch:

    http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2014/04/21/geloeschte-kommentare-sind-keine-zensur-was-ist-meinungsfreiheit/

  15. #17 Joseph Kuhn
    27. Mai 2019

    Noch ein abstruses Beispiel …

    … ebenfalls aus der Kommentarspalte des Ärzteblatt-Artikels über die Forderung der Kinderärzte: Da verlinkt einer diese “Stellungnahme” eines Grüppchens verwirrter Umweltmediziner: https://www.dguht.de/stellungnahme-zur-einfuehrung-der-impfpflicht/. Darin wird, man glaubt es nicht, wieder mit dem Betrüger Wakefield gegen Impfungen argumentiert.

    Es bleibt unkommentiert stehen, als wäre es eine ernstzunehmende Stellungnahme normaler Umweltmediziner.

    Ein anderer sagt mit Blick auf die Impfpflicht, Rabes “Weg in die Gesundheitsdiktatur” noch übertrumpfend: “Das ist Faschismus und Diktatur”. Wer so was schreibt, hat vermutlich Geschichtsunterricht an der Waldorfschule gehabt. Auch diesen Satz lässt das Ärzteblatt – bisher – einfach so stehen.

  16. #18 awmrkl
    28. Mai 2019

    @Joseph Kuhn

    “Ein anderer sagt mit Blick auf die Impfpflicht, Rabes “Gesundheitsdiktatur” noch übertrumpfend: “Das ist Faschismus und Diktatur””

    Deswegen wünschte ich mir seit langem, es gäbe (eben nicht nur für fratzenbuch und zwitscher, die ich aus vollem Herzen ablehne und nicht benutze (als IT-ler seit über 40 Jahren)) sowas wie eine Art bundes- bis EU-weiter Verteilerliste (per eMail zB), wo rechtzeitig(!) auf solche Kommentarspalten aufmerksam gemacht wird, wo diese Deppen die Lufthoheit zu gewinnen drohen, oder gar ganz ohne Widerspruch bleiben.
    Ich wäre mit voller Überzeugung dabei.
    Ich könnte mir vorstellen, ich bin dabei nicht alleine.

  17. #19 awmrkl
    28. Mai 2019

    @Joseph Kuhn
    Ergänzung: Falls es sowas geben sollte, und Du von sowas weißt, dann gebe ich Dir hiermit die Ermächtigung, meine eMail-Adresse dorthin weiterzugeben.
    Unterschrift: awmrkl 🙂

  18. #20 Beobachter
    28. Mai 2019

    @ Joseph Kuhn, # 17:

    Was sind bei Ihnen “normale Umweltmediziner” und unnormale Umweltmediziner?

    Nach welchen Kriterien unterscheiden Sie denn, wenn man es offenbar nicht mal beim Deutschen Ärzteblatt kann – geschweige denn als hilfesuchender, unbedarfter Durchschnittspatient?

    Bei einem bayerischen “umweltmedizinischen” Verein, gegründet u. a. von Umweltmedizinern/Leitlinienautoren “Klinische Umweltmedizin” und Vorstandsmitgliedern des DBU, wird derzeit Impfgegner H. Tolzin ausführlich beworben und verlinkt, und man titelt auf der Website: “Der Wahn des Spahn” … 🙂

    http://www.umweltbedingt-erkrankte.de/umweltpolitik/350-impfkanonen-masern-spatzen-schie%C3%9Fen-wahn-spahn.html

    https://www.dbu-online.de/vorstand.html

    • #21 Joseph Kuhn
      28. Mai 2019

      @ Beobachter:

      “Was sind bei Ihnen “normale Umweltmediziner” und unnormale Umweltmediziner?”

      Was sind bei Ihnen welche? Sie haben ja auch ein Beispiel. Und vor allem: Was wäre denn Ihre Vorstellung, wie das Ärzteblatt mit seinen Kommentarspalten umgehen sollte?

  19. #22 Wetterwachs
    28. Mai 2019

    @Joseph Kuhn
    Meine persönliche “Vorstellung, wie das Ärzteblatt mit seinen Kommentarspalten umgehen sollte”:

    Der Kommentarbereich des Ärzteblattes ist hoffentlich nicht das Wohnzimmer der Ärztevereinigung, sondern eher vergleichbar mit einem Vorzimmer, das jeder zum Antichambrieren nutzen kann, auch um eventuell den Prinzipien des Hauses widersprechende Meinungen dort abzulegen und zu bewerben. Der Hausbesitzer sollte allerdings seinen in hausinternen Hygienevorstellungen geschulten Putzmenschen auch in diesen Raum schicken, um aufzuräumen und sauber zu machen, bevor er zum Saustall verkommt und das ganze Haus in Verruf bringt. Es sei denn, man schert sich einen Deubel um seinen Ruf und seine Besucher.

    (Ich bin echt gespannt auf das von Ihnen angekündigte “Fortsetzung folgt”.)

  20. #23 Beobachter
    28. Mai 2019

    @ Joseph Kuhn, # 21 und Nachtrag zu # 20:

    Wenn es keine FACHÄRZTE(verbände/gesellschaften) gäbe, die solchen gefährlichen Unsinn verbreiten, wäre es um die Glaubwürdigkeit/Vertrauenswürdigkeit der etablierten Medizin/des etablierten Medizinbetriebes bedeutend besser bestellt und Scharlatane/Pseudomediziner/das Heilpraktikerunwesen hätten keinen so großen Zulauf.
    Es ist die Aufgabe von Ärztekammern/Kassenärztlicher Vereinigungen/Standesorganisationen, in den eigenen Reihen die Spreu vom Weizen zu trennen.

    Wenn man das selbst im Deutschen Ärzteblatt (als “offiziellem Organ”) in den Kommentarspalten (mit Gegenstellungnahmen, Gegenkommentaren der Redaktion/Herausgeber und/oder anderer ärztlichen Fachverbände o. ä.) nicht schafft oder nicht will, wird dadurch der Eindruck bestätigt, dass wohl “die eine Krähe der anderen kein Auge aushackt”.
    Wie heißt es so schön?:
    “Der Fisch stinkt vom Kopf her.”

    All das geht letztendlich auf Kosten der Gesundheit der Patienten, die sich oft nicht mehr auf Mediziner verlassen können, von ihnen in die Irre geführt und finanziell ausgenommen werden.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_%C3%84rzteblatt

  21. #24 RPGNo1
    28. Mai 2019

    @Joseph Kuhn

    Da verlinkt einer diese “Stellungnahme” eines Grüppchens verwirrter Umweltmediziner

    Diese “verwirrten Umweltmediziner” sind auf Psiram wohlbekannt und ebenso ihre Verbindung zu den Impfkritikern.

    Auf den Webseiten des Vereins findet sich eine “Ärztliche Erklärung zur Impfung 2014”, die von den DGUHT-Mitgliedern Waldemar Bothe und Karl-Heinz Weinisch verfasst und eindeutig impfkritisch formuliert ist.

    https://www.psiram.com/de/index.php/Deutsche_Gesellschaft_f%C3%BCr_Umwelt-_und_Humantoxikologie_e.V.

  22. #25 Beobachter
    28. Mai 2019

    @ RPG, # 23:

    Das und vieles mehr ist seit langem und nicht nur bei Psiram “wohlbekannt” – und man tut trotzdem nichts dagegen.
    Und die “Selbstreinigungskräfte” innerhalb der Ärzteschaft und ihrer Standesorganisationen scheinen erst recht nicht zu funktionieren …

  23. #26 Beobachter
    28. Mai 2019

    @ Joseph Kuhn:

    Aus dem Psiram-Link zur DGUHT, dem “Grüppchen verwirrter Umweltmediziner”:

    ” … Zusammen mit dem Verein Interdisziplinäre Gesellschaft für Umweltmedizin e.V. (IGUMED), dem Deutschen Berufsverband der Umweltmediziner und dem Ökologischen Ärztebund ist die DGUHT Herausgeber der Zeitschrift Umwelt Medizin Gesellschaft (UMG). … ”

    Dieses “Grüppchen” gibt also u. a. zusammen mit dem DBU, der Praxis-Leitlinien zur Klinischen Umweltmedizin erstellt (!), eine Fachzeitschrift heraus.
    Offenbar sind also ziemlich viele Umweltmediziner “verwirrt” – und vernetzt.

    Und am verwirrtesten werden wohl die Patienten sein, die sich verzweifelt fragen, wem sie denn nun glauben können/sollen –
    “ihrem” Umweltmediziner oder den Impfempfehlungen der STIKO?
    Und was werden die vielen niedergelassenen Allgemeinmediziner (ihren fragenden Patienten) sagen, die vielleicht noch die DBU-Praxis-Leitlinien vor sich auf dem Schreibtisch liegen haben?
    Zu welchem Umweltmediziner können sie ggf. ihre Patienten ruhigen Gewissens überhaupt noch überweisen?

  24. #27 Beobachter
    28. Mai 2019

    @ Joseph Kuhn:

    Weshalb wird mein letzter Kommentar, schon etliche Stunden her, zur Vernetzung “verwirrter Umweltmediziner” und gemeinsamer Herausgabe einer Fachzeitschrift, nicht freigeschaltet?
    Inzwischen sind schon mehrere Blog-Kommentare zum AKK-Thema erschienen.

    • #28 Joseph Kuhn
      28. Mai 2019

      @ Beobachter:

      Tagsüber muss ich arbeiten. Ich bin nicht Ihr Mediendienstleister und wenn Sie sich diesen Ton nicht abgewöhnen, sperre ich Sie wieder ganz.

  25. #29 RPGNo1
    28. Mai 2019

    Da der Beobachter gleich wieder in den Empörungsmodus schaltet, wenn er nicht umgehend beachtet wird, präsentiere ich ihm hier folgendes:

    IGUMED initiierte und verbreitete unter anderem den Freiburger Appell, eine Erklärung von Ärzten, die ungeachtet negativer wissenschaftlicher Befunde behaupten, die Zunahme chronischer Erkrankungen werde durch Mobilfunkstrahlung verursacht und dieses mit Erlebnissen aus dem Praxisalltag begründen.

    https://www.psiram.com/de/index.php/IGUMED

    Und zur Erleichterung der weiteren Recherche:
    https://www.psiram.com/de/index.php?title=Spezial%3ASuche&search=umweltmedizin&go=Seite

  26. #30 Beobachter
    28. Mai 2019

    @ Joseph Kuhn, # 28:

    Andere müssen tagsüber auch arbeiten und kommentieren trotzdem.
    Kommentare anderer erscheinen hier tagsüber offensichtlich sofort, meine nicht und werden von Ihnen erst freigeschaltet.
    Weshalb wird hier mit zweierlei Maß gemessen?

    • #31 Joseph Kuhn
      28. Mai 2019

      @ Beobachter:

      “Andere müssen tagsüber auch arbeiten und kommentieren trotzdem.”

      Was Sie in Ihrer Arbeitszeit so treiben, geht mich nichts an, aber ich muss tagsüber das tun, wofür ich bezahlt werde und kann mich in der Arbeitszeit weder mit meinem privaten Blog vergnügen noch mal eben schwimmen gehen.

      “Weshalb wird hier mit zweierlei Maß gemessen?”

      Denken Sie mal drüber nach, vielleicht kommen Sie zu einer Vermutung.

  27. #32 Joseph Kuhn
    28. Mai 2019

    Größenphantasie

    Die Impfgegner erfreuen sich weiterhin eines ungestörten Treibens in den Kommentarspalten des Ärzteblatts. Der hier im Blogbeitrag zitierte Kommentator “Pro Natur” schreibt inzwischen so was:

    “Übrigens genießen die Ärzte der DGUHT sowie die Ärzte für individuelle Impfentscheidung den Schutz der Impfkritiker Deutschlands. Erfahren diese Ärzte irgendwelche Benachteiligungen aufgrund ihrer Überzeugungen, wird man mit uns rechnen müssen. Nur ein kleiner Hinweis.”

    Immerhin: Gerade dachte ich, der “Melden”-Button bei den Kommentaren im Ärzteblatt, mit denen man auf einen problematischen Kommentar aufmerksam machen kann, sei verschwunden. Aber den sieht man nur eingeloggt.

  28. #33 Beobachter
    28. Mai 2019

    XXX

    [Edit: Bitte den Kleinkrieg woanders austragen, Danke. JK]

  29. #34 Beobachter
    28. Mai 2019

    XXX

    [Edit: Bitte den Kleinkrieg woanders austragen, Danke. JK]

  30. #35 RPGNo1
    28. Mai 2019

    XXX

    [Edit: Bitte den Kleinkrieg woanders austragen, Danke. JK]

  31. #36 rolak
    28. Mai 2019

    XXX

    Die Kommentarspalten des GesundheitsChecks als Spielwiese der Impertinenten, Trolle und Schwachmaten ungeeignet, weil sie so gut moderiert sind. Da nehme ich eine ‘Benachteiligung’ aufgrund technischer Sachzwänge gerne hin.

    [Edit: Rest gelöscht, weil Bezugskommentar gelöscht, JK]

  32. #37 RainerO
    28. Mai 2019

    XXX

    [Edit: Bitte den Kleinkrieg woanders austragen, Danke. JK]

  33. #38 Joseph Kuhn
    31. Mai 2019

    Etwas OT …

    … aber vielleicht trotzdem interessant:

    1. Die von den Impfgegnern warm beworbene Petition 52576 zum Verbot einer Impfpflicht ist kläglich gescheitert. Gerade mal 3.544 Personen haben bis zum Ende der Mitzeichnungsfrist am 28.5.2019 unterzeichnet. Das Quorum liegt bei 50.000 Personen. Das spricht nicht für eine Impfpflicht, aber vielleicht dafür, dass die Impfgegner wohl doch lauter als viele sind.

    2. Die “Ärzte für individuelle Impfentscheidung e.V.”, ein Verein impfskeptischer bis impfgegnerischer Ärzte aus der homöopathisch-anthroposophischen Ecke, haben Herrn Spahn geschrieben, warum man gegen eine Impfpflicht ist. Vieles davon teile ich. Die Impfindividualisten bemühen witzigerweise fleißigst Impfbefürworter, “führende Fachleute”, für ihre Argumentation. Sie sollten sich auch mal an den “führenden Fachleuten” orientieren, wenn es um das Impfen an sich geht. Aber da toben sie sich ja lieber mit abenteurlichen Storys in den Kommentarspalten im Ärzteblatt aus.

  34. #39 Joseph Kuhn
    2. Juni 2019

    Fortsetzung und (vorläufiges) Ende:

    Das Ärzteblatt hat jetzt doch etwas Unkraut in seinen Kommentarspalten gejätet, u.a. den ersten im Blogbeitrag oben zitierten Kommentar von “Pro Natur”. Der Befall der Kommentarspalten durch die Impfgegner ist damit zwar nicht vorbei, auch bei den neuen Beiträgen zum Impfen sind sie wieder da, aber immerhin redaktionell nicht gänzlich unbehelligt. Das ist gut so. Noch besser wäre, wenn ab und zu ein “Kommentar gelöscht” angezeigt würde, damit die Leser nicht rätseln müssen, worauf sich Folgekommentare wohl beziehen mögen, aber die meisten werden das nötige Mitdenken wohl aufbringen.