Seit einiger Zeit gibt es auf den Scienceblogs auch Beiträge aus dem Konradin-Verlagsportfolio. Im Allgemeinen sind es populärwissenschaftliche Artikel zu den unterschiedlichsten Wissensbereichen, meist ganz nett zu lesen. Gerade ist aber ein etwas seltsamer Beitrag über Tabak erschienen. Er bringt es fertig, das Thema Tod und Verderben durch Tabakkonsum weitgehend auszusparen. Vielleicht, weil auch Tabakzeitschriften zum Konradin-Verlagsportfolio gehören? Etwas verdruckst heißt es nur, dass Tabakkonsum gesundheitliche Auswirkungen haben kann und Nikotin nicht der gefährlichste Inhaltsstoff ist. Dass in Deutschland jährlich von 120.000 vorzeitigen Sterbefällen durch das Rauchen auszugehen ist, war der Wissensecke dagegen nicht wissenswert. Kurios auch die Erklärung des Rückgangs des Zigarettenkonsums: Das läge „möglicherweise mitunter daran, dass von Zeit zu Zeit ein Tabakwerbeverbot diskutiert wird“. Ich fürchte, da ist die Wissensecke eine Unwissensecke. Der Zigarettenkonsum geht schon lange zurück, eben weil die Menschen immer besser über die gesundheitlichen Folgen des Rauchens informiert sind und Rauchen immer weniger mit Genuss in Verbindung gebracht wird.

Und das Nikotin? Nikotin, so der Artikel, sei nicht gefährlicher als Koffein. Ist dem so? Immerhin folgt darauf keine Werbung für Dampfer-Produkte. Über die kann man natürlich streiten: weniger gefährlich als Zigaretten sind sie, völlig harmlos aber nicht.

Wissensecke-Beiträge kann man nicht kommentieren, daher gibt es dazu und zum Thema Dampfen hier einen Thread.

Kommentare (28)

  1. #1 Alisier
    29. Juli 2020

    Naja, das bisschen Übersterblichkeit…..und wo doch rauchen Corona vorbeugen soll.
    Hab ich irgendwo gelesen, wahrscheinlich bei einem dem klassischen Rausch verpflichtetem weil von ihm mit finanziertem Medium.
    Wo kämen wir hin, wenn alle Stützen des Kapitalismus, vom Drogenhandel bis hin zur Autoindustrie plötzlich in Frage gestellt würden?
    Alles grüne Sperenzchen, wie Hans Werner Sinn in der FAZ treffend formulierte. (Hinter der Paywall, denn Wahrheit muss man sich erst mal leisten können.)
    Denn merke: Menschenleben sind nur dann von Belang, wenn man mit ihnen Geld verdienen kann.
    Nikotin ein Gift? Ah geh!
    Am Ende erzählst du uns noch, es gäbe einen Klimawandel, und der hätte irgendwas mit unserem tollen, perfekt funktionierenden Wirtschaftssystem zu tun.
    Darauf eine Ludwig Erhard Gedenkhavanna. Ihm hats nicht geschadet, wieso sollte das “Weiter so!” irgendjemandem schaden?
    Nur weil linksgrüne Moralapostel das behaupten?
    Am Ende nehmen sie uns armen Schluckern noch die Kreuzfahrten weg. Und dann?
    Wie sollen wir ohne Bespaßung, Vollpension und Umweltverpestung überleben? Nur mit Nachdenken und Gemüse?
    Das überlassen wir doch lieber den linksgrünversifften Spaßverderbern. Prost!

  2. #2 Fluffy
    29. Juli 2020

    Kein Autor, keine Quelle, keine Unterschrift . Im Stile eines gehobeneren Schulaufsatzes.

  3. #3 Alisier
    29. Juli 2020

    XXX

    [Edit: Kommentar gellöscht, bitte Netiquette beachten, danke, JK]

  4. #4 Thilo
    29. Juli 2020

    Der Konradin-Blog sollte ja eigentlich dazu dienen, Artikel aus anderen Konradin-Publikationen zu bewerben. Das scheint bei diesem Artikel aber nicht der Fall zu sein. (Oder habe ich was übersehen?) Falls es sich nicht um einen Verweis auf eine Konradin-Publikation, sondern um eine bezahlte Auftragsarbeit handelt, dann sollte das jedenfalls unter dem Artikel kenntlichgemacht werden.

  5. #5 Thilo
    29. Juli 2020

    Es gab da schon den Artikel http://scienceblogs.de/wissens-ecke/2020/07/14/auswirkungen-von-kaffee-auf-das-gehirn/ , bei dem ebenfalls nicht erkennbar ist, auf welche Konradin-Publikation er verweist oder ob es sich um eine Auftragsarbeit handelt.

  6. #6 Alisier
    30. Juli 2020

    @ Joseph Kuhn und Thilo
    Was ihr da treibt nennt man geschäftsschädigendes Verhalten.
    Spricht aber letztendlich für euch.

  7. #7 Thilo
    30. Juli 2020

    Geschäftsschädigend ist das gerade nicht, geschäftsschädigend war jedenfalls bei der amerikanischen Schwesterseite scienceblogs.com der PepsiCola-Blog, der im Nachhinein wohl als der große Knick (auch in den Leserzahlen) angesehen kann.

  8. #8 ajki
    30. Juli 2020

    “[Konradin-]Wissensecke-Beiträge kann man nicht kommentieren…” (können könnte man schon, aber sollen soll man nicht dürfen – so habe ich die entsprechende Ankündigung der neue Rubrik verstanden)

    Als ich in der entsprechenden Ankündigung las, es werde keine Kommentarmöglichkeit für die “Konradin”-Beiträge geben, war die Sache für mich persönlich schon im Vorhinein erledigt. Eine Blog-Plattform ist per se sozusagen Nutzerkommentar-“abhängig” – ohne Kommentare ergibt das Prinzip “Blog” keinen Sinn.

    (Ich verstehe und akzeptiere dabei völlig, dass sich jede Menge Anbieter aus durchaus nachvollziehbaren Gründen scheuen, Kommentarmöglichkeiten für pseudonomisierte Allerweltsnutzer zu eröffnen – und man darf generell von Kommentaren nichts “erwarten”; aber ohne Kommentare ist es eine Presseerklärung und kein Blog[beitrag] [was es ja wohl auch genau sein soll – einfach nur ohne zusätzlichen {Personal}Aufwand ein paar weitere Leser für den vorhandenen content generieren])

  9. #9 rolak
    30. Juli 2020

    Konradin Mediengruppe, die (..) eine ganze Reihe von wissens- und wissenschaftsorientierten Titeln (..) herausbringt. Und eigentlich vom Start weg wurde die Idee diskutiert, das so manches, was in diesen Schwesterpublikationen und -Netzportalen erscheint, auch für ScienceBlogs-Leserinnen und Leser interessant sein könnte.

    Das war die selbstgegebene Zielvorgabe dieser SB-Artikelgruppe – und da in der bisher zweiteiligen SubReihe ‘Alltagsdrogen’ kein einziger der vielen Querverweise zu einem NichtSB-K-Titel weiterleitet oder sich gar darauf bezieht, ists entweder ein schlechter, weil am eigenen Anspruch gescheiterter Text oder ein schlechter, weil vorsätzlich bzw irrtümlich, vor allem aber ungekennzeichnet mit ganz anderem Anspruch eingereihter Text.

    Allerdings halte ich ‘vergessen?’ für fehlleitend bis Unfähigkeit unterstellend, Joseph, trotz diese Interpretation unterstützender Querverweise zu grotesken Quellen (Bsp, nicht nur wg der -äh- freien Auslegung der Grammatik, sondern auch die en-passant-Generalisierung eines Ergebnisses bei “infections in bumblebees” für die HonigbienenHaltung). Da die grundlegende Idee der Artikelreihe eindeutig (Eigen)Werbung ist, liegt eine andere Motivation für die bezugslosen Einstreusel nahe, wäre allerdings spekulativ.

    Ein kleiner Aggregator von Neuigkeiten aus dem Verlagsspektrum ist ja durchaus nett…

  10. #10 Joseph Kuhn
    30. Juli 2020

    Die Idee, solche feuilletonistischen “Wissensecken” einzustreuen, von mir aus auch als Eigenwerbung der Medienholding, finde ich eigentlich gar nicht schlecht, so lange es Wissensecken sind. In dem Fall hat der Beitrag inhaltlich ein Geschmäckle und etwas Kommentierung schadet daher m.E. nicht.

  11. #11 Fluffy
    30. Juli 2020

    #1

    wahrscheinlich bei einem dem klassischen Rausch

    so isses

  12. #12 Omnivor
    Am 'Nordpol' von NRW
    30. Juli 2020

    Wiki-Artikel: Konradin Mediengruppe
    Der Bereich Genuss versorgt Fachhändler und Experten in Handel, Gastronomie und Industrie mit Brancheninformationen: …, Tobacco Journal International, …, Die Tabak Zeitung, …, Smokers Club, …,

    Mir ist die Mediengruppe vor 10 Jahren dadurch aufgefallen, dass sie aggressiv Handwerkern Freiabos und Freiexemplare aufdrückte, um den Werbekunden genügend Auflage vorweisen zu können.

    Deshalb war ich ganz irritiert, als ich mitbekam, dass sie auch einen seriösen Bereich Wissen hat und das der Scienceblog dazu gehört.
    Hobby vom Chef?

  13. #13 Christian
    Freiburg
    30. Juli 2020

    Das »Genussvolle« am Rauchen hat wohl einzig und allein mit der Rauschwirkung zu tun. Man denke an seine erste Zigarette zurück: Es ist wohl vielmehr so, dass man sich an den widerwärtigen Geschmack gewöhnt hat, um den Flash weiterhin haben zu können.

    Das halte ich übrigens in abgeschwächter Form auch für Alkohol valide. Jedenfalls Frage ich mich, ob das Aromen-von-Himbeer-und-Schokolade-im-Abgang-Gewese auch entstanden wäre, wenn’s nicht in der Birne knallen würde.

  14. #14 RPGNo1
    30. Juli 2020

    @Christian

    Jedenfalls Frage ich mich, ob das Aromen-von-Himbeer-und-Schokolade-im-Abgang-Gewese auch entstanden wäre, wenn’s nicht in der Birne knallen würde.

    Stichwort Alkopops. Der Boom dieser Mischgetränke insbesondere unter Jugendlichen wäre ohne die süßen Beimengungen, die den Alkoholgeschmack überdecken, nicht vorstellbar gewesen.

  15. #15 roel
    30. Juli 2020

    Joseph Kuhn und Konradin Wissens-Ecke

    Das ist jetzt bereits der 2. Beitrag auf Konradins Wissens-Ecke, den ich gerne kommentiert hätte. Das ist dort leider nicht möglich. Eine Weiterführung zum Original-Artikel kann ich ebenfalls nicht finden und ebenso wenig dort weiter diskutieren.

    In diesem bestimmten Beitrag fehlen mir genauso wie @Joseph Kuhn die Beschreibung der Gefahren, des Suchtpotentials, der Krankheiten und Todesfälle. Mir fehlt auch der anfängliche Missbrauch der Wissenschaft, in dem gezielt diese Gefahren verharmlost oder sogar negiert wurden. Fast scheint es, als würde Konradins Wissens-Ecke einen Schritt zurück in diese Zeit gehen.

  16. #16 Aginor
    30. Juli 2020

    Bei mir war auch direkt Ende mit lesen als ich gesehen habe dass man nicht kommentieren kann da drüben.
    Qualitativ auch nicht ganz auf der Höhe von dem was ich hier erwarte.

    Ist einfach Werbung. Ein kleiner Anriss, und dann Verweis auf irgendeine externe Seite.

    Hatte schon gehofft dass die Themen auf den richtigen Blogs der Seite aufgegriffen werden, und das ist jetzt auch passiert. Danke!

    Gruß
    Aginor

  17. #17 roel
    30. Juli 2020

    Dieser Beitrag http://scienceblogs.de/wissens-ecke/2020/07/29/tabak-ein-kraut-und-seine-geschichte/ scheint speziell für die scienceblogs.de, geschrieben zu sein.

    Meine Internetrecherche findet ihn sonst nirgends.

  18. #18 Christian
    30. Juli 2020

    @RPGNo1:

    Ja, das Überdecken des Alkoholgeschmacks macht die Alkopops für Jugendliche akzeptabel.

    Ich meinte aber etwas anderes: Ein junger Mensch, dessen Geschmackssinn noch nicht an das ekelhaft Bittere von Bier und die viel zu intensiven Aromen von Wein gewöhnt ist, von Spirituosen ganz zu schweigen, würde sich das kein zweites mal antun. Dass es in der Regel doch anders kommt, liegt am Rausch.

    Btw: Wie macht ihr das eigentlich mit dem Zitieren?

  19. #19 Kerberos
    30. Juli 2020

    “”ohne die süßen Beimengungen, die den Alkoholgeschmack überdecken, “”

    Wenn man im Chemieunterricht nicht geschlafen
    hat (jäder nor eine waenzigen Schlock),
    weiß man daß Äthanol (vulgo Alkohol) völlig
    geschmack- und geruchlos ist.

  20. #20 Christian
    30. Juli 2020

    @Kerberos

    Und wenn man weiß, dass der Duden heute von »Ethanol« spricht, weiß man, wann Ihr Deutschunterricht ungefähr stattgefunden hat – aber immerhin haben Sie augenscheinlich auch dort aufgepasst 🙂 /scnr

  21. #21 Christian
    30. Juli 2020

    @RPGNo1

    Stimmt, die Alkopops (bzw. deren Hersteller) wollen Jugendliche verführen.

    Denn Bier und Wein sind für den »untrainierten« Geschmackssinn eines 15-, 16-jährigen Menschen schlicht inakzeptabel – zu bitter, zu intensiv. Warum sollte der junge Mensch sich das ein zweites mal antun? Die Antwort lautet: Wegen des Rausches.

  22. #22 RPGNo1
    30. Juli 2020

    @Kerberos

    Ich könnte mich jetzt ein wenig über Erbsenzählererei auslassen … 😉

    Als Grundlage von Alkopops werden hochprozentige alkoholische Spirituosen verwendet. Säfte und Limonaden überdecken den Geschmack und machen die entsprechenden Getränke für eine jugendliche Klientel akzeptabel. Besser so? 🙂

    Besser so?

  23. #23 Fluffy
    30. Juli 2020

    Rauchen ist schädlich und etwas Alkohol verlängert das Leben

  24. #24 Gerald Fix
    30. Juli 2020

    Alkopops: Hier hat der Gesetzgeber ja (schnell) reagiert und diesen Sektor mit einer sehr hohen Steuer weitgehend plattgemacht. Im Alkoholbereich selber ist man da sehr zurückhaltend – die Schnapssteuer ist seit mindestend den 60er Jahren nicht mehr erhöht worden. (Da sie nicht prozentual berechnet wird, sinkt sie praktisch ständig. Man kann ja mal ausrechnen, welchen Wert die 13,03 €/lA heute im Vergleich zu den 25,50 DM/lA vor 50 Jahren haben.

  25. #25 Tante Tulli
    Niedersachsen
    30. Juli 2020

    Natürlich geht es dem Konradinverlag um Werbung, was denn sonst? Lest euch mal den Beitrag über Cortisol durch und schaut euch die links an.
    Ich wußte zum Beispiel gar nicht, daß es extra Sportnahrung gibt. 🙂

  26. #26 2xhinschauen
    31. Juli 2020

    @Christian

    Wie macht ihr das eigentlich mit dem Zitieren?

    Man schreibt “blockquote” in spitzen Klammern < und >, dann das Zitat, dann /blockquote ebenfalls in spitzen Klammern.

    Kursiv geht mit “em”, was wohl kurz für emphasized steht. Fettdruck geht mit b für bold. Warum die Götter des Internets nicht auch das doofe blockquote abgekürzt haben, wissen sie nur selbst.

  27. #27 2xhinschauen
    31. Juli 2020

    Durchstreichen kann man mit s für strikethrough, aber unterstreichen offenbar nicht mit u wie sonst im Web. Immerhin, wie das mit dem Abkürzen grundsätzlich geht, wissen sie also sehr wohl, die Damen und Herren Internetgötter.

  28. #28 Sonnenschein
    31. Juli 2020

    #23: Rauchen ist schädlich und etwas Alkohol verlängert das Leben

    Letzteres ist nicht erwiesen, siehe: https://www.bmj.com/content/350/bmj.h384