Isadal-Woman-2-bar

Auf meine Leser war mal wieder Verlass. Dank eines Hinweises kann ich heute den verschlüsselten Tagebucheintrag der mysteriösen Isdal-Frau präsentieren, der mir vor vier Tagen noch fehlte.

Wer war die Frau, deren Leiche am 29. November 1970 in der Nähe von Bergen (Norwegen) aufgefunden wurde? Bis heute weiß man es nicht. Die Ermittlungen der Polizei ergaben, dass sie mit mehreren Falschnamen und falschen Papieren unterwegs gewesen war und daher wohl eine Geheimagentin gewesen sein musste. Was sie tat und für wen sie arbeitete, ist nicht bekannt. Wer Genaueres über die mysteriöse Isdal-Frau wissen will, sollte den englischsprachigen Wikipedia-Eintrag lesen (einen deutschen gibt es nicht).

Im Nachlass der Isdal-Frau fand die Polizei verschlüsselte Tagebuch-Aufzeichnungen – daher ist der Fall auch relevant für Klausis Krypto Kolumne. Allerdings konnte ich im Internet nichts über diese Notizen finden. Vor vier Tagen stellte ich daher die Isdal-Frau in einem Artikel vor und fragte meine Leser, ob jemand etwas über diese Aufzeichnungen weiß.

Noch am gleichen Tag bekam ich eine E-Mail von einem anonymen Leser aus Schweden. Er wies mich auf das norwegische Buch Isdalskvinnen – operasjon Isotopsy von Tore Osland als mögliche Quelle hin. Dieses Werk wird im Wikipedia-Artikel erwähnt, ich hätte also auch selbst darauf kommen können. Allerdings ist dieses Buch in Deutschland nur schwer zu bekommen. Daher schrieb ich Tore Osland eine Mail. Dankenswerterweise antwortete er postwendend und schickte mir eine Seite seines Buchs zu, auf der der verschlüsselte Eintrag zu sehen ist (leider nicht als Original-Scan, sondern in transkribierter Form). Demnach könnte die verschlüsselte Passage im Tagebuch etwa so ausgesehen haben:

Isadal-Woman-entry

Und was bedeutet das? Osland schreibt in seinem Buch folgendes:

“Eksperten antok at B var for Bergen, S Stavanger; O Oslo, L London, R Roma, P Paris, M sto for mars, AL for april osv. MM, JJ og ML var til a begynne med uforstaelig. En kontroll av fremmedskjemaer og flyselskapenes lister mot notatene 20 M 23 M merket med O, viste seg å føre til en Genevieve Lancier som var ankommet Oslo med fly fra Geneve allerede 20. mars og oppholdt seg i Bergen 24.-31. mars. De to linjene foran tydet på at hun var i London 11.-16. mars og i Genéve 16.-19. mars før hun dro til Oslo.”

Das heißt wohl (leider kann ich kein Norwegisch, vielleicht kann ein Leser den Absatz übersetzen), dass B für Bergen, S für Stavanger, O für Oslo, L für London, R für Rom und P für Paris steht. M steht für März, AL für April. Anscheinend war die Isal-Frau am 20. März in Oslo angekommen und hielt sich vom 24. bis 31. März in Bergen auf. Vom 11.-16. März war sie in London und danach bis zum 19. März in Genf. Ein Abgleich mit den Daten von Fluggesellschaften ergab, dass eine Frau namens Genevieve Lancier dazu passende Flugreisen unternommen hatte. Dies war wohl einer der Falschnamen, die die Dame verwendete.

Es dürfte klar sein, dass diese Aufzeichnungen, die die Polizei entschlüsseln konnte, den Fall nicht lösten. Aber immerhin verrieten sie einige Informationen, an die man ohne die Dechiffrierung nicht herangekommen wäre.

Zum Weiterlesen: Kryptogramm aus dem Jahr 1900: Die verschlüsselten Memoiren des Simeone Levi

Kommentare (78)

  1. #1 nordpol
    Frankfurt/M
    6. Februar 2015

    Ich habe ein wenig recherchiert und einen blog-Artikel dazu verfasst: http://rocketscience.blogger.de/stories/2475250/

    Eventuell kann man den Autor des Buches noch die ein-oder-andere Frage stellen – es gäbe derer Viele.

    • #2 Klaus Schmeh
      6. Februar 2015

      Interessant. Sie gehen also davon aus, dass die Geschichte nicht stimmt oder stark übertrieben ist. Liest vielleicht jemand mit, der dazu etwas sagen kann?

  2. #3 nordpol
    Frankfurt/M
    7. Februar 2015

    Ich sags mal so: Wenn ich (Sach-) Bücher schreiben würde, – ich würds nicht in mein nächstes Buch reinnehmen. 😉

    Aber wär toll, wenn noch jemand was dazu sagen könnte.
    Der Buchautor, eventuell?

  3. #4 leser
    7. Februar 2015

    “Der Experte nahm an, dass B für Bergen stand, S Stavanger, O Oslo, L London, R Rom, P Paris, M stand für März, AL für April usw.
    MM, JJ, und ML waren zu Anfang unverständlich.
    Eine Kontrolle von Fremdenverzeichnissen und Listen von Fluggesellschaften gegen die Notate 20 M 23 M markiert mit O, verwiesen auf eine Genevieve Lancier, die in Oslo angekommen war per Flugzeug von Genf bereits am 20. März und sich in Bergen aufgehalten hatte vom 24.-31. März.
    Die zwei Zeilen davor deuteten darauf hin, dass sie in London war 11.-16. März und in Genf 16.-19. März bevor sie nach Oslo fuhr.”

    Grammatik zur leichteren Zuordnung nur notdürftig angeglichen.

    • #5 Klaus Schmeh
      7. Februar 2015

      Vielen Dank für die Übersetzung aus dem Norwegischen!

  4. #6 leser
    7. Februar 2015

    PS: angesichts der in Skandinavien weitaus besser funktionierenden Transparenz der Verwaltung und der auch schon wieder 20 Jahre zurückliegenden Verjährung dürfte es unproblematisch sein, die Polizeiakten anzufordern, sofern da tieferes Interesse besteht.

  5. #7 KClemens
    7. Februar 2015

    @ Klaus Schmeh,

    leider habe ich keine weiteren Informationen, aber hier gibt es noch ein paar Infos, falls nicht sowieso schon bekannt.

    https://www.allmystery.de/themen/km113753

  6. #8 nordpol
    Frankfurt/M
    11. Februar 2015

    @KClemens: Welche neuen, belegbaren Geschichtserkenntnisse gebe es dort, über den Fall?

  7. #9 KClemens
    18. Februar 2015

    @Nordpol

    Verfolgen Sie doch einfach diesen Thread hier, https://www.allmystery.de/themen/km113753

  8. #10 Ulrike Polster
    Themar
    1. April 2015

    Warum hat sie überhaupt aufgeschrieben, wo sie hingeflogen ist? Wen würde das interessieren? Und sie selbst würde es ja wohl kaum vergessen, oder?

  9. #11 Bjarne
    22. Oktober 2016

    Jetzt kommt Bewegung in die Sache! Der norwegische Staatsrundfunk hat die Sache mit großem Tam-Tam aufgegriffen und lässt alles verfügbare Material mit modernen kriminalistisch-forensischen Methoden untersuchen. Hier Foto eines Ausschnitts des Original-Notizzettels:

    https://www.nrk.no/tidslinje—gaten-i-isdalen-1.13180269 (steht beim Punkt Løsning for kodeblokk)

    Man erkennt, dass die Zahl 7 mit typisch deutschem Querbalken geschrieben ist, die Einser dagegen erstaunlicherweise teilweise wie englische Einser ohne Haken also wie ein großes I, teilweise dagegen wie deutsche Einsen mit Haken: 1.

    Prominente norwegische Kriminalverfasser glauben, dass der israelische Geheimdienst hinter dem Mord steht.

    Man kann nur hoffen, dass die Sache nicht erneut vertuscht wird. Damals wurde der Öffentlichkeit von der Polizei verkauft, dass es sich um Selbstmord handelte. Das erscheint schon fast absurd abwegig.

  10. #12 Bjarne
    22. Oktober 2016

    P.S.:
    Hier der Direktlink zum vollständigen verschlüsselten Notizzettel:

    https://nrk.no/serum/api/imagecrop/1.13161794?cropid=f169w1200

    Verstehe den Dechiffre nicht so ganz

  11. #13 Klaus Schmeh
    23. Oktober 2016

    @Bjarne: Vielen Dank, das sieht sehr interessant aus. Evtl. werde ich darüber einen neuen Blogartikel schreiben.

  12. #14 Bjarne
    1. November 2016

    Nach fast 50 Jahren scheint sich nun auch ein Teil des Schleiers der Geheimhaltung zu lüften, den die Polizeibehörden damals über die Sache gebreitet hatten.

    Anders als seinerzeit von der Polizei dargestellt, waren die Geheimdienste von Anfang an in die Aufklärung der Sache eingebunden und wie sich nun auf Basis deklassierter Geheimdokumente herausstellt, wurde wohl auch recht bald herausgefunden, dass das Opfer “zufälligerweise” immer zeitgleich zu streng geheimen Tests einer neu entwickelten See-Rakete an den jeweiligen Orten der Tests war…

    https://www.nrk.no/dokumentar/xl/her-er-den-hemmelige-isdals-mappen-1.13191844

    Ein Lehrstück darüber, wie schon damals die Öffentlichkeit für dumm verkauft wurde… Auch wenn die Geheimdienste *vielleicht* nicht genau wussten, für wen die Dame gearbeitet hatte und wer sie umbrachte…

  13. #15 Thomas
    1. November 2016

    @Bjarne
    Ich nehme mal an, dass du Norwegisch sprichst. Auf der NRK-Seite gibt es seit heute Neues über die DNA-Untersuchungen. Leider nur als Video auf Norwegisch, die akustische Google-Translate-Eingabe schafft das nicht. Kannst du vielleicht das Ergebnis kurz zusammenfassen und in dem neuen Thread vom 24. Okt. 2016 posten ( damit es nicht in diesem alten Thread untergeht.)

  14. #16 Bjarne
    4. November 2016

    Habe Deine Bitte erst jetzt gesehen. Aber Du scheinst das Entscheidende ja ohnehin bereits “entschlüsselt zu haben” (siehe Dein aktueller Eintrag im Thread vom 24.11.)

    Man könnte noch ergänzen, dass es sowohl aus dem Präparat aus Milz und Niere gelungen ist, ein DNA-Profil zu erzeugen, dass beide Profile identisch waren und einer Frau zugerechnet werden konnten (=> Verunreinigungen eher unwahrscheinlich) und dass es sich qualitativ um ein nahezu vollwertiges DBA-Profil (hervorragende Qualität) handeln soll, bei dem von 28 Markern lediglich “2-3” fehlen.

    Das Ergebnis soll jetzt an das “Register” übermittelt werden, darunter auch internationale Vermißten-Register.. Es könnte reichen, wenn dort Verwandte
    erfaßt wären…

    Ansonsten soll auch noch versucht werden, aus den Zähnen DNA zu gewinnen (um Verunreinigungen sicher auszuschließen) und diese einer Isotopenanalyse zu unterziehen, wofür die Polizei aber noch nach geeigneten “Partnern” sucht, da das eigene kriminaltechnische Labor nicht über die erforderliche Ausstattung verfügt.

    Die Universität in Bergen fällt hierfür unter anderem in die engere Wahl…

    (aus Video und aus https://www.nrk.no/dokumentar/dna-gjennombrudd-i-isdalssaken-1.13205757 )

  15. #17 Thomas
    4. November 2016

    Vielen Dank für deine Erläuterung!

  16. #18 Bjarne
    4. November 2016

    Gerne. Kann auch zwischendurch immer wieder einmal berichten, wenn es interessiert.

    Neben dem Ort an dem Videos abgelegt sind, gibt es ja die deutlich umfangreichere Text-Dokumentation dazu – wie etwa diesen Artikel hier:

    https://www.nrk.no/dokumentar/xl/_slo-bensin-over-seg-og-tende-pa_-1.13137579

    Darin spekulieren einige Zeitzeugen von damals sowohl wie heutige Experten über den Hergang des Geschehens.

    Geradezu abwegig erscheint mir dabei etwa folgende These:

    ———-

    Det verkar meir som ho flykta frå noko enn søkte mot noko, fordi enden syntest å ha vore eit planlagd sjølvmord, seier Øivind Ekeberg, etter å ha lest dokument om Isdalssaka.

    Es wirkt eher so als sei sie vor etwas geflohen, als dass sie etwas gesucht habe, weil das Ende wie ein geplanter Selbstmord erschien, sagt Ø. Ekeberg, nachdem er das Dokument zur Isdals [Ortsangabe: wörtlich “Eistal”]-Sache gelesen hat.

    Professoren og psykiateren er ein av dei fremste sjølvmordsekspertane i Noreg.

    Der Professor und Psychiater ist einer der führenden Selbstmordexperten in Norwegen.

    Han tenkjer at det politiet konkluderte med den gongen er riktig.

    Er glaubt, dass das, was die Polizei damals geschlussfolgert hatte, richtig ist.

    – Det at ho har forsøkt å skjule ein del spor tyder på at det er ho som har gjort førebuingar.

    “Die Tatsache, dass sie versucht hat, einen (Groß-)Teil Spuren zu verbergen, deutet darauf hin, dass sie [selbst] es ist, die Vorkehrungen getroffen hat.”

    Brannen og pillene meiner han også trekkjer i retning av sjølvmord.

    Der Brand und die Pillen, meint er, weisen auch in die Richtung Selbstmord.

    – Ho har verka som sjølvsikker, velfungerande og velståande, og skifta identitet. Noko tyder på at ho har vore på flukt frå noko. Kanskje ein hemmelegheit i historia hennar vi ikkje veit noko om.

    “Sie hat selbstsicher gewirkt, wohlfunktionierend und wohlhabend und hat die Identität gewechselt. Etwas deutet darauf, dass sie auf der Flucht vor etwas gewesen ist. Vielleicht ein Geheimnis in ihrer [Lebens-]geschichte, von dem wir nichts wissen.

    Ekeberg meiner at det ho ville vise utad kanskje stod i konflikt med korleis ho hadde det.

    Ekeberg meint, dass das, was sie nach außen zeigen wollte, vielleicht in einem Konflikt dazu stand, wie sie es [wirklich] hatte [wie es ihr wirklich ging].

    – Det kunne tenkast at ho kom frå overklassa, med store krav. Eller at ho har klart å jobbe seg opp frå fattigsle kår, og ikkje klart å oppretthalde det.

    “Es ließe sich denken, dass sie aus der Oberklasse kam, mit hohen Ansprüchen. Oder, dass sie es geschafft hat, sie aus ärmlichen Verhältnissen hoch zu arbeiten und nicht geschafft hat, das aufrecht zu erhalten.”

    —————–

    Ich halte diese Argumentation für abwegig. Aber vielleicht muss man Psychiatrieprofessor oder “Selbstmordexperte” in Norwegen sein, um so etwas zu glauben.

    Die These des Psychiaters lautet also (dem Artikel zufolge). die Frau wollte sich umbringen, war auf der Flucht und wollte wegen eines dunklen Geheimnisses nicht identifiziert werden.

    An dieser Stelle muss man dann allerdings so fortfahren:

    Und deswegen reiste sie ein halbes Jahr lang kreuz und quer durch ein Großteil Europas mit neun verschiedenen Pässen, um schließlich als Nichtnorwegerin am bekanntesten und naheliegendsten Ort Europas – dem weltbekannten Isdal irgendwo in der Pampa kurz hinter Bergen – auf die Art und Weise Selbstmord zu begehen., dass sie sich erst mit einer tödlichen Dosis Barbituraten vergiftete und dann selbst anzündete.

    Möglich ist natürlich alles. Nichts ist so abwegig auf dieser Welt, dass es nicht schon vorgekommen wäre und wieder vorkommt.

    Aber dass dieser Geschehensverlauf geradezu typischerweise auf eine weibliche Suizidhandlung schließen lassen soll, erscheint mir dann doch etwas abwegig.

    Das Vorgeschehen einer per Flugzeug zu den damalig rasend teuren Flugpreisen über Monate kreuz und quer durch Europa “trampenden” Frau passt mE nicht so recht zu einem suizidalen Ende. Nicht wenn man davon ausgeht, dass sie es von Anfang an, darauf angelegt habe. Das müsste sie aber fast schon, wenn man denn davon ausgeht, dass zwischen ihrer Identitätsverschleierung beim Reisen und der unterstellt absichtlichen Identitätsverschleierung bei ihrem Tod ein Zusammenhang besteht.

    Schon dieses Szenario passt einfach nicht zu halbwegs normalen Verhaltensmustern.

    Vor allem aber muss man sich ja fragen, wieso es diese Todesart sein musste – potentiell entsetzlich qualvoll und auch nicht so viel sicherer als die bloße Einnahme der tödlichen Dosis Barbiturate. Um sich unkenntlich zu machen, damit die Identität auch im nachhinein keinesfalls geklärt werden kann?

    Auch das schon geradezu abwegig. Wie oft ist eine solche Vorgehensweise in der Menschheitsgeschichte dokumentiert? Welches Geheimnis könnte so dunkel sein, dass man seine Identität über den Tod hinaus verschleiern muss? Sicher: Wenn es um Rache gegangen wäre – etwa an den sorgenden Verwandten – dann wäre das vielleicht noch nachvollziehbar.

    Aber muss man dazu zu einer solchen Methode greifen? Viel naheliegender wäre doch folgende Vorgehensweise gewesen: Zug nach Finse nehmen (Halbtagesfahrt, die Station war neben anderen ja auf ihrem Kartenmaterial mit eigenartigerweise säuberlich handschriftlich ergänzten Höhenangaben der Zugstationen angekreuzt), von dort aus zwei Tage querfeld in die Wildnis marschieren, sich unter einen Felsvorsprung oder einen dichten Busch legen, 50 Fenemal einnehmen *und niemals mehr gefunden werden* – Fauna und Flora würden schon dafür sorgen, dass bereits nach ein paar Wochen weniger übrig ist als nach einem Oberflächenbrand.

    Und da gäbe es noch ein paar weiterer sehr effektiver Ansätze, wenn es denn wirklich darum gegangen wäre, niemals gefunden und damit identifiziert werden zu können.

    Zu erklären wären dann noch viele andere sehr fragwürdige Umstände. Etwa, warum sie kurze Zeit vorher ihr Gepäck am Schließfach am Hauptbahnhof zur Verwahrung aufgab – mit all den Gegenständen, die ja schließlich doch einiges an Informationen offenbarten?

    Warum braucht man acht gefälschte Reisepässe, wenn es nur darum geht, die eigene Identität zu verschleiern?

    Woher bekommt selbst ein Angehöriger der Oberschicht acht falsche Pässe unterschiedlicher Nationalitäten?

    Wie kommt ein Hämatom von der Art eines Karateschlages kurze Zeit vor dem Tod auf den Halsbereich der Toten? Hat sie sich selbst vorher noch bewusstlos geschlagen, dann die Barbiturate eingenommen und sich schließlich angezündet?

    Ich denke:

    Wenn etwas zu unwahrscheinlich ist, um wahr zu sein, dann ist es es meistens nicht…

    Um vielfaches wahrscheinlicher erscheint doch die Annahme, dass es sich tatsächlich um eine russische oder jüdische Agentin handelte, die schlichtweg ermordet wurde. Von ihrem eigenen “Dienst” oder einem der anderen Dienste.

    Ob wir die ganze Wahrheit wohl jemals noch erfahren?

  17. #19 michanya
    4. November 2016

    … Buchstaben 17 m – könnte vielleicht 17 MAI sein – O 22 vielleicht 22 OKTOBER – jj 1617 JULI oder JUNI im Jahr 1617 – in diesem Jahr hat JOHN NAPIER seine verschlüsselt en Rechenstabe entwickelt. Hier gibt es ja auch bei einem anderen plog eine Kiste mit 144 Stäben die mit Buchstaben beklebt sind – vielleicht kann man damit den Eintrag DECODIEREN.

    Tagebuch ist diary – biotec4u

  18. #20 Thomas
    5. November 2016

    Mysteriös finde ich auch die Eintragungen in den Meldeformularen der norwegischen Hotels: Warum auf deutsch, warum die unsinnige Bezeichnung der Passbehörde als “Brüssel Kreisleitung”? Bei jeder auch nur oberflächlichen Überprüfung wäre das aufgefallen; in einem echten oder von einem Geheimdienst gefälschten Pass kann so ein Unsinn nicht gestanden haben. Woher weiß man überhaupt, dass sie acht oder neun Pässe hatte? Bei der Leiche sind keine Pässe gefunden worden.
    Die Agententhese, für die dennoch manches spricht, ließe sich letztlich wohl nur belegen, wenn an der Quelle noch Unterlagen über operative Vorgänge existierten und zugänglich wären. Mal sehen, was das norwegische Fernsehen noch unternimmt, ich hoffe nur, dass nicht zuviel durch Videos berichtet wird.

  19. #21 Bjarne
    5. November 2016

    @Thomas
    Das meiste an Informationen findet sich ohnehin im Textteil des NRK unter

    https://www.nrk.no/dokumentar/gaten-i-isdalen-1.13182053

    Zuletzt dieser Artikel des früheren “Spionjägers” Tofte:

    https://www.nrk.no/dokumentar/_-kan-ha-blitt-drept-av-harspray-1.13200507

    Auszug:

    Ørnulf Tofte samarbeidet tett med mannen som ledet Kripos sin etterforskning i Isdalssaken – Rolf Harry Jahrmann. Nå forteller Tofte at han og Jahrmann kom fram til et hendelsesforløp de syntes var troverdig:

    Ö. T. arbeitete eng zusammen mit dem Mann, der die Nachforschungen der Kripo leitete – Rolf Harry Jahrmann. Jetzt erzählt T, dass er und Jahrmann zu einem Handlungsverlauf kamen, den sie für glaubwürdig hielten.

    – Vi satt på åstedet og prøvde å tenke oss gjennom hva som kunne ha foregått. Antakeligvis hadde hun tent opp et bål, og sittet og kost seg der oppe. Vitner hadde lagt merke til at hun pleide å ha med seg en stor sprayboks med hårspray, og den ble aldri funnet. Hun kan ha mistet denne flasken oppi bålet. Og når hun bøyde seg fram for å plukke den opp, eksploderte den, sier Tofte.

    Wir saßen am Tatort und versuchten, durchzuspielen, was passiert sein konnte. Anzunehmenderweise hatte sie ein Lagerfeuer entfacht, sich daneben gesetzt und es sich da oben [in den Bergen} gemütlich gemacht. Zeugen haben bemerkt, dass sie eine Spraydose Haarspray mit dabei zu haben pflegte und diese wurde niemals gefunden. Ihr kann diese Flasche ins Feuer gefallen sein. Und als sie sich vornüber neigte, um die Flasche aufzusammeln, explodierte diese, sagt Tofte.

    Han viser til at det ble funnet rester av brent plast på åstedet, som han mener kan stamme fra en slik boks.

    Er verweist darauf, dass Überreste verbrannten Plastiks am Tatort gefunden wurden, von denen er glaubt, dass sie von einer solchen Dose stammen können.

    ———————–

    NRK har lest alle åstedsrapportene og vitneavhørene.

    NRK hat alle Tatortprotokolle und Zeugenvernehmungen gelesen.

    Hårsprayboksen er bare nevnt i ett avhør om et av hotellbesøkene til Isdalskvinnen, og det ble ikke funnet rester av en slik boks på åstedet.

    Die Haarspraydose ist nur in einem einzigen Verhör genant zu einem der Hotelbesuche der “Eistals-“Frau und es wurden keine Überreste einer solchen Dose am Tatort gefunden.

    Det ble heller ikke funnet rester av bål.

    Auch nicht gefunden wurden Überreste eines Lagerfeuers.

    (….)

    Tofte mener at selv om dødsfallet i så fall var en ulykke, så utelukker ikke det at Isdalskvinnen kan ha hatt etterretningsoppdrag i Norge. Han peker spesielt på at såkalte “illegale agenter” – etterretningsagenter uten tilknytning til ambassader – ofte brukte falske pass.

    Tofte meint, dass selbst wenn der Todesfall solchermaßen ein Unfall gewesen wäre, dies nicht ausschließt, dass die Frau einen Spionageauftrag in Norwegen gehabt haben kann. Er verweist darauf, dass sogenannte “illegale Spione” – Spione ohne Verbindung zu einer Botschaft – oftmals falsche Pässe benutzten.

    Isdalskvinnen hadde minst åtte forskjellige falske pass, og i tillegg parykker og annet utstyr for å endre utseendet.

    Die Isdals-Frau hatte mindestens acht verschiedene Pässe und zudem Perücken und andere Ausrüstung um ihr Aussehen zu ändern.

    ——————–

    Nun ja, die Spraydosen-Theorie scheint nicht einmal das norwegische Fernsehen für sonderlich glaubwürdig zu halten, wenn ich das richtig lese.. – kein Lagerfeuer, keine Reste einer solchen Dose. Zu erklären wäre auch, welche Frau so eitel ist, dass sie auf einer Bergwanderung, die sie allein unternimmt in einem menschenleeren Bergterrain eine Spraydose Haarspray mitführt. Und das Bild vom gemütlichen Lagerfeuer – allein im feuchtkalten November-Norwegen in den Bergen – so richtig will es sich nicht einstellen…

    Was die Pässe angeht, wurden diese wohl in der Tat nicht gefunden. Woraus man ihre Existenz folgert – ich weiß es nicht. Vielleicht, weil sie diese beim Ausfüllen der obligatorischen “Fremdenformulare” in den Hotels vorzeigen mußte? Beim Fliegen mussten die Pässe damals wohl nicht vorgezeigt werden und an der Grenze wohl auch nur auf (sehr seltene) Aufforderung…

    @Micha

    Der Chiffre ist wohl angeblich entschlüsselt – auch wenn ich diesen nicht lesen kann. 17. Mai wäre wohl denkbar (besonderer Tag in Norwegen).

  20. #22 Bjarne
    5. November 2016

    @Thomas
    zu deiner Frage siehe auch hier:

    https://www.nrk.no/dokumentar/vet-nrk-hvem-isdalskvinnen-er_-1.13196604

    “Hvorfor finnes det ikke passbilder av Isdalskvinnen, når hun hadde minst åtte falske pass?

    Warum gibt es keine Fotos von der Isdals-Frau, wenn sie doch mindestens acht falsche Pässe hatte.

    De falske passene til Isdalskvinnen er aldri funnet.

    Die falschen Pässe wurden nie gefunden.

    Mye tyder på at de ble brent sammen med kvinnen.

    Viel deutet darauf, dass sie zusammen mit der Frau verbrannten.

    På åstedet fant politiet papirrester og rester av et plastomslag som passet til pass.

    Am Tatort fand die Polizei Papierreste und Reste eines Plastikumschlags, der zu einem Paß paßte.

    Grunnen til at politiet vet at hun hadde passene var at alle utlendinger som sjekket inn på norske hoteller i 1970 måtte fylle ut et skjema med personalia og passnummer.

    Der Grund, warum die Polizei weiß, dass sie die Pässe hatte, war, dass alle Ausländer, die in norweg. Hotels eincheckten 1970 ein Formblatt mit Personalien und Paßnummer ausfüllen mußten.

    Ofte måtte de vise passene til resepsjonisten også. Og disse skjemaene finnes enda.

    Oftmals mußten sie die Päße auch dem Rezeptionisten vorweisen. Und diese Formulare existieren noch heute…

    ———-

    Warum es “Kreisleitung” als ausstellende Behörde wurde… – keine Ahnung. Hört sich nicht sehr professionell an, wenn es denn diese Behörde gar nicht gab bzw. nicht in deutschre Sprache…

    Übrigens sind 60 Leserbriefe mit Tips beim NRK eingegangen, darunter etliche äußert interessante, wie NRK schreibt…

  21. #23 Thomas
    5. November 2016

    Danke für die Übersetzung ( bei Google-Translate komme ich an manchen Stellen schwer ins Grübeln).
    Von der Anzahl der ausgefüllten Meldeformulare würde ich übrigens nicht unbedingt auf die Zahl der Pässe rückschließen. Die Formulare sind von ihr selbst ausgefüllt worden (irgendwo habe ich etwas von einem Schriftvergleich durch die Polizei gelesen) und dafür, dass sich die Hotelangestellten die Pässe näher angesehen haben, spricht gerade nicht viel. Von Ausweiskontrollen an Grenzen und Flughäfen etc. ist wohl nicht die Rede. Mich wundert, dass die Ungereimtheiten der Meldezettel in den Berichten über die Untersuchungen der Polizei bislang, wenn ich nichts übersehen habe, nicht angesprochen worden sind.

  22. #24 Bjarne
    5. November 2016

    @Thomas:
    Stimme zu. Die Hotelangestellten sind zwar wohl tw. einvernommen worden. Aber ob da jeder sich a) erinnern konnte, und b) die Wahrheit gesagt hat in Bezug auf die Frage, ob er sich den Pass zeigen ließ – zweifelhaft. Vielleicht hat sie auch irgendetwas spontan zusammen gedichtet. Vielleicht hat sie nicht einmal das Formular selbst unter Aufsicht ausgefüllt. Nur in diesem Fall hätte sie ja ihren Ausweis hervorholen müssen, da es komisch gewirkt hätte, wenn sie die Passnummer nicht abgeschrieben, sondern auswendig notiert hätte.

    Gerade beim Norwegen der 70ger Jahre habe ich große Zweifel, inwieweit man es mit der Kontrolle genau nahm. Kriminalität war damals in Norwegen nahezu unbekannt.

  23. #25 Bjarne
    6. November 2016

    https://gfx.nrk.no/c2QL-G2biYeW-kO4cBBLlQztdBsQd-nzeEanZILGlXAg

    Der Meldezettel enthält ja nicht nur “belgish” sondern auch “Antiquätenhändlerin”. Irgendeinen Bezug zu Deutschland muss die Isdalskvinne also gehabt haben.

    In Belgien wird allerdings an einigen Orten deutsch gesprochen. Könnte Sie nicht doch Belgierin gewesen sein?

    Dagegen spricht aber, dass es eher “belgian” auf englisch heißt, Belgish scheint aber recht verbreitet zu sein – scheinbar heißt es auch in den Niederlanden “belgisch”. Vielleicht konnte man das auch als Belgierin durcheinander bringen, wenn man nur schlechtes Englisch sprechen konnte?

  24. #26 Thomas
    6. November 2016

    Deutsch wird nur in Teilen Ostbelgiens (Eupen-Malmedy) gesprochen, nicht aber in Brüssel, das in dem Meldezettel vom 25.3.1970 als Geburts- und Wohnort eingetragen war. Eine “Kreisleitung” gibt es dort auch nicht, den Begriff gab es ( nach 1945) meines Wissens nur bei der SED und dem Deutschen Roten Kreuz.
    Übrigens ist in dem Meldezettel vom 30.10.1970 (https://www.nrk.no/dokumentar/xl/gaten-i-isdalen-1.12987220) die Nationalität mit ” belgisch”, also eindeutig in deutscher Sprache angegeben. Bei “belgish” auf dem anderen Formular muss es sich nicht um schlechtes Englisch (statt belgian) gehandelt haben, dies kann auch ein deutscher Schreibfehler (c ausgelassen) gewesen sein. Schließlich sind ja auch die anderen Eintragungen auf deutsch.

  25. #27 Klaus Schmeh
    6. November 2016

    @Bjarne:
    Vielen Dank für die ausführlichen Informationen!!!
    Der Fall ist ricchtig spannend, und im Moment ist wohl einiges in Bewegung. Mal sehen, was noch herauskommt. Schade, dass sich die deutschen Medien bisher überhaupt nicht für diesen Fall interessieren.

  26. #28 Bjarne
    8. November 2016

    @Klaus und Thomas
    Inzwischen gibt es ja ein neues Puzzleteilchen hier:

    https://www.nrk.no/dokumentar/xl/var-det-ein-som-visste_-1.13137949

    Ganze sechs Zeitzeugen hatten seinerzeit bei der Polizei angegeben, dass die Frau in Begleitung eines Mannes gesehen wurde – freilich mit unterschiedlicher Beschreibung von dessen Äußeren, so dass es nicht ein und derselbe gewesen sein. Oder vielleicht war er nur ebenso gut ausgestattet wie die Isdalsfrau mit Utensilien zur Manipulation des Aussehens? Der Begleiter soll französisch mit der Isdalsfrau gesprochen haben – freilich so schlecht, dass selbst die Norweger vor Ort hören konnten, dass er kein Franzose war.

    @Thomas:
    Danke für Deine Erläuterungen. Irgendwie deutet inzwischen gefühlt für mich immer mehr daraufhin, dass es sich entweder um eine Ostdeutsche gehandelt haben könnte oder eine Jüdin deutsch-belgischer Abstammung – vielleicht geboren in Israel? Beides könnte auch das “Verschwinden” ohne Nachfragen aus einem der Regime erklären.

    Vielleicht hatten auch die Norweger selbst ihre Finger im Spiel bei Ihrer Ermordung? Um ihr top-top-geheimes militärisches Rüstungsprojekt nicht zu gefährden? Oder als Racheakt für irgendetwas anderes, wovon die Öffentlichkeit mitten im kalten Krieg nichts wissen durfte?

    Mich fasziniert immer noch ihre Schreibweise der Zahlen: eins = “amerikanische” Schreibweise, sieben = typisch deutsche Schreibweise.

    Spricht vielleicht mehr für die belgisch-deutsch-jüdische Connection…? Selbst die Norweger haben damals 1 geschrieben und nicht I , wie man den amtlichen Dokumenten in der Sache entnehmen kann.

    Aber das könnte vielleicht ein Graphologe besser einschätzen?

    @Klaus:
    Norwegen ist generell nicht so im Fokus der deutschen Presse. 35 und 30 Stunden-Arbeitswoche passen vielleicht nicht so ganz in die “Leitkommunikation” großer Teile der deutschen Medien.

    Und es ist halt nach Bevölkerung ein sehr kleines Land.

    Die Presse ist schon gut., wenn die das hinkriegt mit dem Friedensnobelpreis, der eben – im Gegensatz zu den anderen Preisen gerade nicht in und auch nicht von Schweden verliehen wird… 😉

  27. #29 Abo
    9. November 2016

    :))

  28. #30 Thomas
    9. November 2016

    Das Interesse der deutschen Medien wäre sicher gegeben, wenn sich eine Verbindung mit den Stasi-Aktivitäten in Norwegen in den 60er/70er Jahren herausstellen würde. Durch die dort Anfang der 40er Jahre geborenen und noch vor Kriegsende nach Sachsen gebrachten Lebensborn-Kindern hatte gerade die Stasi besondere Möglichkeiten, Agenten in Norwegen unterzubringen, nämlich durch “Identitätsdiebstahl” (http://m.spiegel.de/spiegel/print/d-8724926.html). Seit diesem Spiegel-Artikel scheint jedenfalls in Deutschland hierüber aber nichts mehr berichtet worden zu sein.

  29. #31 Bjarne
    16. November 2016

    Es gibt mal wieder *etwas* Neues: https://tv.nrk.no/serie/gaaten-i-isdalen/MDSP11006316/sesong-1/episode-6

    Der Inhalt ist aber ansonsten recht dünn.

    Die Kriminaltechniker der Kripo Bergen (heute hat Bergen eine eigene Kripo iGgs. zu damals, wo die Kripo erst aus Oslo anreisen mußte), suchen mittels alter Aufnahmen und ungenauer Schrittzählerangaben nach dem Tatort – und werden fündig.

    Sie stellen fest, dass der Auffundort ein gutes Stück vom Bahnhof entfernt liegt, jedoch gar nicht so weit entfernt (“wenige 100 m”) von einer mit Auto befahrbaren Zufahrtsstraße und noch weniger weit vom Fußweg unterhalb der Auffinde-Stelle im unwegigen Gelände am Hang. An einer Stelle also, die die Isdalsfrau sowohl zu Fuß als auch gefahren werdend ohne weiteres hätte erreichen können.

    Vor Ort machen sie sich Gedanken über den möglichen Geschehensverlauf. Der Chef der Technik stellt fest, dass ihm an der Tatortbeschreibung besonders aufgefallen sei, dass der Schmuck (Ohrschmuck, Ring, Armbanduhr) abgenommen und beiseite gelegt aufgefunden wurde).

    Sein Kollege ergänzt, dass der Kriminalreport keine Anzeichen von Kampf- und Abwehrspuren an (Unter-)Armen und Händen erwähne, wie diese bei einem Angriff sonst typisch seien.

    Desgleichen wird darauf verwiesen, dass es an Ort und Stelle seinerzeit keine Zeichen eines Campings oder eines Lagerfeuers bzw. herangeschafften Brennholzes gegeben habe. Das einzige, was gebrannt habe, sei die Frau selbst gewesen.

    Auch das nachweislich eingeatmete Kohlenmonoxid kommt zur Sprache wie auch im Magen gefundenen und nicht aufgelösten 15 Kapseln des Barbiturats [Wieso stoppte mit dem Tod die Zersetzung der Kapseln? Müsste die Magensäure nicht weiterhin ihren ätzenden Job verrichten?]

    Die Kriminaler konkludieren, dass dem äußeren Anschein nach vieles auf ein selbstzugefügtes Geschehen deute.

    Im Ausblick wird auf einen Ausschnitt der nächsten Folge verwiesen, in welchem eine Zahnärztin aufgeregt erklärt, dass sie so etwas (den Zahnersatz) schon einmal gesehen habe – aus Russland.

    Nun gut. So richtig weitergekommen ist man damit noch nicht.

    Ich habe unverändert große Zweifel an der Schlussfolgerung der Polizei…

    Dass der Ort “an sich” “gut” erreichbar war, bedeutet auch, dass es einfach für andere gewesen wäre, die (bewusstlose) Frau dorthin per Auto zu verfrachten.

    Und das Fehlen von Abwehrspuren. Nun ja. Wenn sie bereits bewusstlos war, wäre das nicht so verwunderlich…

  30. #32 Thomas
    16. November 2016

    Vielen Dank für die Erklärungen! Ich hatte gestern mal kurz ins Video reingesehen, aber nur mitbekommen, dass zwei Uniformierte durch die Landschaft stapften und wohl den Leichenfundort suchten. Seltsam, dass die Barbituratkapseln bei der Obduktion noch nicht aufgelöst waren. Richtig interessant wird es aber sicher erst, wenn es etwas von den Isotopenanalysen an den Zähnen und damit über die Herkunft der Frau und aus irgendwelchen alten Akten zu berichten gibt.

  31. #33 Bjarne
    25. November 2016

    Ein nächstes Video ist für den 29.11.2016 – Die k. Woche avisiert. Aktuell auch auf der Website keine spannenden Neuigkeiten, nur ein Kurzabriss, was gerade geschieht:

    https://www.nrk.no/dokumentar/dette-skjer-i-isdalssaken-na-1.13196604

    ——-

    “Kripos arbeider nå med flere forskjellige undersøkelser av Isdalskvinnens tenner – der målet er å finne et omtrentlig geografisk område som hun kan ha kommet fra. De første resultatene kan komme i løpet av kort tid.”

    Die Kripo arbeitet jetzt mit verschiedenen Untersuchungen der Zähne der Isdalsfrau, bei welchen das Ziel darin besteht, ihr geografisches Herkunftsgebiet ungefähr einzugrenzen. Die ersten Resultate können in kürzester Zeit kommen.

    “Neste video i Isdalssaken er planlagt til tirsdag 29. november.”

    Das nächste Video ist für Dienstag, 29. Nov geplant.

    “Det jobbes også med nye analyser av håndskriften til Isdalskvinnen.”

    Es wird auch gearbeitet an neuen Analysen der Handschrift der Isdalsfrau.

    ————-

    Auch wenn letzteres vermutlich das unsicherste Indiz ist: Gerade diesen Ansatz finde ich besonders interessant, deutet doch einiges in die Richtung, dass es sich um eine (Ost-)Deutsche gehandelt hat…

    Auch wenn der Zahnersatz eine “russische Handschrift” tragen sollte, könnte das vielleicht ein Indiz für den “ostdeutschen” Herkunftstraum sein. Ich weiß das nicht, aber ist es nicht wahrscheinlich, dass die Zahnmedizin in Ostdeutschland anno domini 1965 sich vom westlichen Standard unterschied und auch an der einen oder Stelle russisch geprägt war? Ich denke auch an technischen Standard / Ausstattung in dieser Zeit…

  32. #34 Thomas
    29. November 2016

    Die NRK-Seite gibt es jetzt auch auf Deutsch: https://www.nrk.no/dokumentar/xl/das-ratsel-von-isdalen-1.13249266

  33. #35 Bjarne
    30. November 2016

    Nicht schlecht. Gute Idee von den Norwegern. Sollten sie komplett und auch in ein paar mehr Sprachen machen. Da ist meine Übersetzung ja bald überflüssig.

    Da es noch (?) keinen Subtext zum aktuellen Video gibt – weder auf norwegisch noch etwa deutsch, hier das Wichtigste in aller Kürze:

    ——————————-

    Die beiden Kiefer wurde an eine forensische Zahnmedizinerin in Oslo zur Begutachtung übermittelt.

    Diese schließt im Video mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aus, dass die konservierenden Zahnbehandlungen in Skandinavien oder im englischen Raum durchgeführt wurden.

    Dagegen sprächen vor allem die üppigen Goldarbeiten, die für England und Skandinavien völlig unüblich gewesen seien und sind. Die Zahnmedizinerin war selbst 1978 in England fertig ausgebildet und schließt vor ihrem eigenen Ausbildungshintergrund eine Herstellung des Zahnersatzes in England definitiv aus.

    In Deutschland dagegen würden selbst heute noch derartige Arbeiten – “Vollkronen” – sehr häufig angefertigt.

    Besonders auffällig erschien ihr aber eine kleinere Silikat-Füllung auf einer Kaufläche im Backenzahnbereich. Diese Füllungstechnik sei besonders in Osteuropa gebräuchlich gewesen. So etwas habe sie aus Russland gesehen.

    Einer der Kriminaler konkludiert – etwas zurückhaltend noch -, dass es sich wohl um einen nicht-westlichen Standard von Zahnbehandlung handele.

    Zwei Weisheitszähne werden extrahiert – einer mit, einer ohne Krone. Der Zahn ohne Krone wird zermahlen und für eine weitere DNA-Untersuchung verwendet – in der Hoffnung auf noch besser genetisch zu analysierendes Material (mitochondriale Analysen, etc.) Dieser Ansatz verläuft aber im Sande. Die Analyse weist eine “Nullinie” aus – extrem ungewöhnlich, wie die Biochemikerin erläutert – und wohl darauf zurückzuführen, dass die Kiefer nach der Entnahme aus dem Körper in einer Lauge gekocht worden waren (bzw. vermutlich auch noch anderen unbekannten Behandlungen unterzogen wurde).

    Die Krone auf dem anderen Zahn wird einer Materialanalyse unterzogen – zunächst mit einer Karbonschicht überzogen, um sie in einem Elektronenmikroskop untersuchen zu können.

    Die Materialanalyse zeigt, dass das Material hauptsächlich aus Aluminium und Silizium besteht sowie darüber hinaus aus Phosphor, Zink, Fluor und Calcium.

    Die Rechtsodontologin kann diese Legierung geographisch nicht einordnen, hat auch keine Idee zum Hersteller einer solchen Legierung.

    Im Ausblick: weitere Untersuchungen durch Kripo und durch das “Volksgesundheitsinstitut”

    —————

    Bis jetzt also wenig Neues. Immerhin scheint die Ostdeutschland-These mE weiterhin ein guter Favorit zu sein. Russland oder Osteuropa scheint mir als Herkunftsland der Frau eher unwahrscheinlich. Wäre sie Russin gewesen, hätte ihre Herkunft am Akzent erkennbar sein sollen – zumindest, falls Deutsch eine Fremdsprache für sie war.

    P.S.:
    Interessant wäre doch mal, wie ein ostdeutscher Zahnarzt, der seinerzeit ausgebildet worden war, den zahntechnischen Befund interpretieren würde – ?

  34. #36 Bjarne
    30. November 2016

    P.P.S.:
    Kleine Präzisierung.. Gegenstand der Materialanalyse ist nicht eine Krone, sondern eine “Füllung”.

    Ersichtlich handelt es sich ja auch nicht um eine Gold-Füllung (Inlay, Onlay), sondern eben irgendeinen anderen Werkstoff .

  35. #37 Bjarne
    2. Dezember 2016

    Inzwischen liegt auch die Textversion im Netz aus. Im Wesentlichen aber ohne weitere oder andere Informationen. https://www.nrk.no/dokumentar/her-starter-undersokelsen-av-isdalskvinnens-tenner-1.13244726

    Vielleicht wird in der Textversion noch etwas stärker der Bezug zu Osteuropa und insbesondere Rußland betont.

    Die bereits erwähnte weiße Füllung sei in Westeuropa damals unüblich gewesen. Dagegen erinnere diese Füllung die Rechtszahnmedizinerin sehr an Füllungen, die sie bei russischen Opfern der Flugzeugkatastrophe auf Spitzbergen 1996 gesehen habe.

    Im Artikel heißt es auch, dass der Zahnbehandlungsbefund “große Herkunftsgebiete” ausschließe wie Skandinavien und England.

    Nun ja ;-). Norwegen, Skandivanien und England sind weder der Nabel noch ein Großteil der Welt – da gibt es meiner Ansicht nach schon noch ein paar mehr Alternativen – von (Süd-)Afrika, über Südamerika, bis hin zu Asien, Nahost, Australien,…

    Nur weil die Frau ein kaukasisches Äußeres hatte, muss sie nicht unbedingt in Europa geboren oder aufgewachsen sein.

    Und dass die Frau nicht aus Skandinavien oder England kam, wussten wir vorher auch schon – zumindest wenn man den Zeitzeugenaussagen Glauben schenken darf, dass Ihr Englisch alles andere als “native” klang und wenn man an “beglish” denkt oder daran, dass eine englische oder gar skandinavische Fassade bestimmt vorzugswürdig gewesen wäre unter Aspekten der Unauffälligkeit – sofern man die Rolle denn sprachlich-kulturell überzeugend hätte geben können.

    Einmal mehr setze ich auf Ostdeutschland. Vielleicht hat die Frau in Russland eine Ausbildung erhalten und sich bei diesem Aufenthalt die Zähne behandeln lassen. Oder sie war in Ostdeutschland bei ostdeutschen Zahnärzten in Behandlung, die ihre Ausbildung ihrerseits in Rußland bekommen hatten. oder zumindest Zugang zur russischen Zahntechnik /-medizin hatten….

    Wäre nicht eine ostdeutsche Herkunft auch eine der unauffälligsten – im Hinblick auf Sprache und Kultur?

    Mit einer harten osteuropäischen Sprache konnte man damals wohl sicher sein, aufzufallen. Diesen Akzent hört man bei den meisten Osteuropäern selbst nach Jahrzehnten immer noch klar heraus. Wäre ich russischer Geheimdienstler gewesen, der in Norwegen spionieren lassen wollte, hätte auch ich ostdeutsches “Spionagepersonal” genutzt ;-),

  36. #38 Klaus Schmeh
    2. Dezember 2016

    @Bjarne: Vielen Dank für die Informationen.

  37. #39 Bjarne
    2. Dezember 2016

    P.S.: Die Zusammensetzung der Füllung wird im Artikel etwas anders beschrieben als im Film:

    Hauptbestandteile: fluor, aluminium og silisium.

    –Zusätzlich noch ein paar weiterer Inhaltsstoffe:
    Kalzium, Natrium, Zink, Phosphor und Schwefel,

  38. #40 Thomas
    2. Dezember 2016

    # 35
    Gute Idee! Einen älteren Zahnarzt, der noch in der DDR als Stomatologe diplomiert worden ist, könnte man zur Herkunft solcher Kronen/Füllungen befragen. Leider kenne ich keinen solchen.

  39. #41 Bjarne
    3. Dezember 2016

    @Klaus: Keine Ursache, gerne.

    Solange die Norweger nicht alles selbst in’s Deutsche übersetzen, will ich gerne auch weiterhin gelegentliche Übersetzungsdienste leisten ;-). Eigentlich kann man sich das meiste vermutlich auch so mit dem Originaltext zusammenreimen .

    Norwegisch ist ja recht simpel und dem Deutschen sehr ähnlich. Beim gesprochenen Wort dürfte es dann aber schon etwas schwieriger werden ;-).

    @Thomas:
    Auch die Äußerungen in den Videos werden verschriftet – allerdings meistens erst ein paar Tage, nachdem die Sendung eingestellt wurde. Die Redakteure kommen wohl nicht ganz nach.

    Zur Folge sechs findest Du den Text unter dem Link “Teksting” neben Programminformasjon oder hier von “mir”: https://tv.nrk.no/programsubtitles/MDSP11006316AW/html ;-).

    Ich habe die angeschrieben – auch mit Deinem Hinweis auf die nicht existierende Kreisleitung, die deutsche Schreibweise der Zahlen (zumindest der 7) und der Empfehlung für die Recherche im ostdeutschen Raum. Wahrscheinlich wird der Praktikant mit den Augen gerollt haben ob der EMail und sich beim Löschen gedacht haben: “Was für ein Depp. Da sitzen die besten norwegischen Forensiker an der Sache und der kommt nur mit irgendwelchen unsubstantiierten Spekulationen an.” ;-).

    Die scheinen aber nach eigener Aussage nicht in Zuschriften zu ertrinken, daher dachte ich mir, dass unsere Überlegungen zumindest nicht schaden würden…

    Schade, dass sie kein Forum dazu eingerichtet haben. Und schade auch, dass sie die Fakten nicht noch offensiver zur Verfügung stellen – beispielsweise Makroaufnahmen vom Zahn(ersatz-)Befund mit einer zahnärztlichen Beschreibung. Vielleicht liegen in irgendeinem verstaubten ostdeutschen Archiv einer Zahnarztpraxis noch Röntgenaufnahmen der Kiefer?

    Auch eine kleine Prämie für Hinweise, die zur Identifizierung der Frau führen – vielleicht in Höhe von 10.000 Euro oder so, könnten hilfreich sein. Insbesondere, wenn die Akten zum Fall etwa doch noch etwas weiter östlich in irgendeinem Staatsarchiv schlummern sollten.

    Vielleicht wäre es auch eine Idee die Stasi-Unterlagen-Behörde zu kontakten?

    Aber vielleicht macht es auch Sinn mit all diesen Ansätzen zu warten, bis das Ergebnis der Isoptopenanalyse vom Zahnschmelz vorliegt – ?

  40. #42 Thomas
    3. Dezember 2016

    @Bjarne

    Ich hatte auch schon mit einem Redakteur von NRK E-Mail Kontakt und bin daraufhin von der fließend Deutsch sprechenden Redakteurin des Isdal-Teams angerufen worden. Über die BStU hatten wir uns dabei auch unterhalten. Wie man deren Seite entnehmen kann, existieren noch Deck- und Klarnamenverzeichnisse (insbes. die “Rosenholz”-Datei), Akten/Dateien über einzelne operative Vorgänge sind aber wohl weitestgehend noch vor “Toresschluss” vernichtet worden. Ob bei der BStU aber doch noch was vorliegt, wer weiß.
    Mal sehen, was NRK noch unternimmt…

  41. #43 Bjarne
    3. Dezember 2016

    Da zeigt sich einmal mehr, dass man selten der einzige oder auch nur erste ist mit einer Idee ;-).
    Ich hatte auch schon befürchtet, dass die meisten Daten bei der Stasi-Unterlagen-Behörde weg sind…
    Falls sich die ostdeutsche Spur verdichtet, wäre es vielleicht auch mal etwas für eine Sondersendung in Aktenzeichen xy? Immerhin eine Deutsche, die da um die Ecke gebracht wurde. Vielleicht sogar jemand, der noch Eltern, Geschwister, vielleicht sogar Partner oder Kinder hatte, die nie die Wahrheit erfuhren… Mit der öffentlichen Aufmerksamkeit einer Sendung bei xy würden die Chancen nochmals deutlich steigen… noch leben möglicherweise Zeitzeugen..

  42. #44 Bjarne
    12. Dezember 2016

    Es gibt etwas Neues… Die graphologischen Gutachten – gleich aus den Laboren “einer Reihe europäischer Länder” liegen vor.

    https://www.nrk.no/dokumentar/_-handskriften-peker-mot-frankrike-og-belgia-1.13258871

    Danach weist die Handschrift nach Frankreich, Belgien oder ein anderes französischsprachiges Land.

    Die Experten aus Deutschland und den Niederlanden haben verneint, dass es sich um ein deutsches bzw. niederländisches Schriftbild handelt. Vier Labore kamen wohl übereinstimmend zur Auffassung, dass es sich um französische Schriftnorm handelt. Besonders maßgeblich waren wohl die “t” s und die “r”s. Bei den T’s der über dem Buchstaben liegende Querbalken.

    Ja, das ist ein herber Rückschlag für meine ostdeutsche These :-(.

    Der Leiter der ID-Gruppe meint, dass es interessanterweise nun Spuren in ganz unterschiedliche Richtungen gäbe – die Füllung, die nach Osteuropa wiesen und die Schriftanalyse, die nach Frankreich (bzw. ein französischsprachiges Land verwiese.

    P.S..:
    Im letzten Pod-Cast vom 02.12. zeigen sich die Moderatoren beeindruckt über die offensichtliche Fülle an Milieus außerhalb Norwegens, welche den Fall auch offensichtlich genau verfolgten. Die deutschen “Communities” werden ausdrücklich erwähnt – auch die Hinweise von mehreren Nutzern zur “Kreisleitung”.

    Man habe sich nicht annähernd vorstellen können, wie viele ausländische Internetnutzer Anteil an der Entwicklung nähmen. Aber es gäbe wohl viele Cold-Case-Foren, in denen die Isdalsfrau so eine Art “Könniginnenfall” darstelle. Was einige Nutzer dazu brächte, die norwegischen Texte selbst mit Google Translate zu übersetzen.

  43. #45 Bjarne
    14. Dezember 2016

    Vergleichsfälle:

    http://www.meinbezirk.at/klagenfurt/lokales/moerder-sind-unter-uns-d313472.html

    Ich habe darüber nachgedacht, dass am Tatort der abgenommene Schmuck der Frau gefunden wurde. Die Polizei folgert daraus noch heute, dass dies auf einen Suizid hindeuten könnte.

    Könnte es nicht auch genau umgekehrt sein?

    Ich habe schon an anderer Stelle davon gelesen, dass Suizidenten, die sich in die Tiefe stürzten, etwa vorher die Brille abnähmen. Das ergibt vielleicht Sinn.

    Aber welchen Sinn sollte es ergeben, sich vor einer Selbstverbrennung des Schmucks zu begeben? Hinterlassen wollte die Frau offensichtlich nichts, wenn sie die Tat wirklich selbst begangen hätte.

    Liegt es nicht näher anzunehmen, dass ein gerissener Profikiller der bewußtlosen Frau den Schmuck absichtlich abgenommen hat, um den Eindruck einer Selbsttötung zu erwecken.

    Es ist ja recht klar: Geht man davon aus, dass die Frau den Schmuck selbst abgenommen hat, liegt die Annahme eines Suizids nahe.

    Warum sollte man sonst mitten in den Bergen Ohrringe, Armbanduhr und Ring abnehmen? Das macht man doch normalerweise nicht, oder? Selbst wenn man sich zur Nachtruhe draußen im Freien bettete, würde man wohl nicht unbedingt die Armbanduhr und einen Ring abnehmen?

    Wenn man den Eindruck einer freiwilligen Handlung ohne Einwirkung äußerer Gewalt erzeugen wollte, wäre genau das wohl der schlaueste und einfachste Ansatz.

    Im gerichtsmedizinischen Gutachten ist wohl die Rede davon dass es bis auf ein Hämatom am Hals wie von einem Karateschlag keine Anzeichen äußerer Gewalteinwirkung gäbe.

    Das ist schon eine etwas eigenartige Interpretation des Gerichtsmediziners, finde ich. Wie kann man an einer stark verbrannten Leiche äußere Gewalteinwirkung sicher ausschließen? Und wie kann ausgerechnet am Hals ein blauer Fleck wie von einem Karateschlag unverdächtig sein?

    Pressure Point Knockout – ?

    Gibt es den tatsächlich?

    Wenn bei der verkohlten Leiche nach Tagen noch ein Hämatom feststellbar war, müsste es dann nicht von einem harten Schlag herrühren? Kann es sein, dass das Hämatom erst nach dem Tod sichtbar wurde, so dass der Mörder keinen Grund hatte, dieses speziell zu verdecken – etwa durch ein gezieltes Verbrennen speziell dieser Körpergegend?

  44. #46 Thomas
    15. Dezember 2016

    Viele Unklarheiten… Ob noch die Ermittlungsakten existieren?
    Mir ist – da man nur Zugang zu Internetquellen hat – auch die Sache mit dem italienischen Fotografen Giovanni Trimboli nicht recht verständlich:
    Dieser soll ausgesagt haben, er habe sie (wohl im Auto) mitgenommen und mit ihr im Hotel Alexandra in Loen zu Abend gegessen haben. An welchem Tag dies gewesen sein soll, habe ich nicht gefunden.
    Andererseits findet man im Internet immer wieder eine Zeittabelle, in welcher der Aufenthalt in Loen nicht zu finden ist, nach der sie aber am 3. Okt. in einem Hotel in Oppdal (einem Skiort in Norwegen) mit Trimboli übernachtet – was auch immer das heißt – haben soll.
    Sind die beiden also zweimal zusammengetroffen? Dann sollte der Aufenthalt in Loen dem in Oppdal (3. Okt.) vorausgegangen sein, weil sie ihm in Loen gesagt haben soll, sie stamme aus Johannesburg. Wie ist man überhaupt auf Trimboli gekommen? (Zeugen, gemeinsame Anmeldung? Wenn es die Ansichtskarte in ihrem Koffer war, muss Trimboli auch etwas darauf geschrieben haben, denn dass das Fotomotiv von ihm stammte, belegt für sich genommen ja noch keine Verbindung.) Hat man Trimboli nach Fotos von ihr befragt? (Porträtfotos von Frauen hat er neben Reisefotos auch gemacht, wie eine kurze Google-Suche zeigt.)

  45. #47 Bjarne
    15. Dezember 2016

    So, wie ich die Artikel auf NRK verstanden habe, existieren die Ermittlungsakten. Den bzw. einen Fotografen habe ich aber wohl vergessen. Ganz dunkel meine ich mich zu erinneren. Interessanter Gedanke. Dann wäre der “mystiske mannen”, der in ihrer Begleitung gesehen wurde, schon damals vielleicht gar nicht so mystisch gewesen?
    Es wäre vielleicht keine so abwegige These dass bei Fotoaufnahmen der Frau in malerischer Kulisse etwas aus dem Ruder gelaufen ist.
    Im Isdal selbst dürfte das aber eher nicht gewesen sein. Malerisch ist das nicht. Nicht für norwegische Verhältnisse.
    Aber die Fotografen-Spur würde all die anderen seltsamen Umstände des Falles nicht erklären… es sei denn, die ganze Fotografen-Vita wäre nur Tarnung für eine andere Tätigkeit gewesen.
    Was wäre unauffälliger als eine Fotografen-Legende für einen Spion?

  46. #48 Thomas
    15. Dezember 2016

    Mit #46 wollte ich nicht sagen, dass etwas für den Fotografen als Täter spricht, sondern nur einen weiteren Punkt aufzeigen, in dem die online zugänglichen Fakten widersprüchlich oder unvollständig sind. Wenn die alten Ermittlungsakten, oder zumindest Teile davon, ins Netz gestellt würden, gäbe es eine solidere Grundlage für das online-brainstorming und man könnte bestimmte Fakten eher in einen Zusammenhang bringen, so aber geistern überwiegend unkonkrete Einzelheiten im Netz herum.
    Bei dem Fotografen dürfte es sich um einen der wichtigsten Zeugen zur Identität der Frau – nicht zu ihrem Ableben – gehandelt haben, weil er anscheinend die intensivsten Gesprächskontakte (oder sonstige) mit ihr hatte. Die einzige im Netz wiedergegebene Aussage, sie habe ihm gesagt, sie stamme aus Südafrika, kann doch bei Weitem nicht alles gewesen sein.

    Übrigens hat Trimboli eine Ansichtskarte für das Hotel Alexandra kreiert, die junge Dame oben links ist aber wohl nicht die Isdal-Frau, und am Buffet ist sie auch nicht zu sehen: http://www.loen-bilder.info/bilde_sider/06818_00_side.html

    Zu den Schriftbildbegutachtungen würde man auch gerne Näheres wissen. Nur aus einzelnen Buchstaben wie r und t sowie bestimmten Querstrichen über dem t auf die Herkunft des Schreibers zu schließen, erscheint etwas “dünn”. Möglicherweise ist aber hier die Medienberichterstattung, wie häufig, zu verkürzt, um die Sache richtig nachvollziehen zu können.

  47. #49 Bjarne
    16. Dezember 2016

    Hallo Thomas,

    Du hast Recht. Die machen zwar sicher einen guten Job hinter den Kulissen.

    Aber die Offenlegung und Aufbereitung der damaligen Ermittlungsergebnisse könnte durchaus etwas offensiver vonstatten gehen.

    Ich habe mir Ähnliches auch schon mehrmals gedacht. Beispielsweise: Wäre es nicht sinnvoll, den professionell beschriebenen zahnmedizinischen Befund mit ein paar hochauflösenden Nahaufnahmen in’s Netz zu stellen?

    Nicht, dass ich etwas damit anfangen könnte. Aber vielleicht existieren wie durch ein Wunder die alten Aufnahmen von den Zähnen der Frau da draußen noch irgendwo? Vielleicht durchforstet irgendjemand irgendein altes Zahnarztpraxis-Archiv zufälligerweise nach Röntgen-Aufnahmen der Zähne von Frauen in den in Frage kommenden Geburtsjahren.

    Das hat aber deutlich mehr Aussicht auf Erfolg, wenn die Leute sich nicht selbst auf zig verschiedenen Videos Standbilder von den mal eben kurz in die Kamera gehaltenen Zähnen ziehen müssen.

    Aber die systematisch-chronologisch-umfassende Aufbereitung aller Daten kostet natürlich einiges an Zeit (und Geld).

    Was den Fotografen angeht: Wenn er zu den letzten gezählt haben sollte, die die Frau lebend gesehen haben, wäre er per se verdächtig…

    Danke für den Link. Wie witzig, dass noch Bilder existieren ;-). Hier hat schon einmal jemand großes Interesse an seiner Person bekundet: http://www.gamlavykort.nu/forum3/forum_posts.asp?TID=170

    (schwedisches Forum)

    Man scheint sehr wenig über ihn zu wissen im Netz…. Auch die Postkartensammler offensichtlich nicht…

  48. #50 Bjarne
    24. Dezember 2016

    Inzwischen ist Nr. 7 der Podcastserie herausgekommen. Aber der Podcast ist leider recht substanzlos. Nichts neues. Der scheinbar leitende Redakteur ståle hansen faßt den aktuellen Stand zusammen. Nochmals das Ergebnis der graphologischen Untersuchung (4 Labore verweisen auf französische schriftnorm) ohne weitere Details. Die Isotopen Analyse durch die UIB (Uni in Bergen) abgeschlossen, aber es braucht nun scheinbar internationale Experten, um das Ergebnis zu deuten. Ansonsten wird wohl bald eine sog. “Black notice” an alle entsprechenden kontaktstellen der Polizei in Europa gesendet mit den wesentlichen jetzt bekannt gewordenen Informationen und man hofft, dass die nationalen Polizeidienststellen jetzt größere Ressourcen bereitstellen, insoweit sich der Herkunftsort weiter eingrenzen ließ (die Andeutung kann sich wohl nur auf die Franzosen bzw. Belgier beziehen? ) Sonst leider nichts Neues. Auschnitte aus Interviews mit prominenten Bergensern, die ihre Sicht auf den Fall präsentieren bzw. erzählen, was seinerzeit für wilde Gerüchte in der ganzen Stadt im Umlauf waren.
    Am Ende noch grauenvolle Musik von einer Heavy Metall Band aus USA, die sich Isdalcadaver nennt.
    8-? Für Januar und Februar Ankündigung weiterer Ergebnisse…

  49. #51 Dampier
    24. Dezember 2016

    @Bjarne
    An dieser Stelle mal ein herzliches Dankeschön für deine Beiträge, von einem stillen Leser …

    & frohes Fest!
    Grüße
    Dampier

  50. #52 Bjarne
    24. Dezember 2016

    @Dampier, Thomas, Klaus und allen anderen:

    Auch von meiner Seite Danke und Euch allen god jul* – Schöne Weihnachten

    * ausgesprochen in etwa “guuh Jühl”

  51. #53 Bjarne
    5. Januar 2017

    Lesenswert: https://no.m.wikipedia.org/wiki/Isdalskvinnen

    Ich hatte diesen Eintrag längst vergessen, wenn ich ihn denn überhaupt jemals gründlich gelesen habe.

    Was ich daran bemerkenswert finde:

    Gegen den italienischen Fotografen lag aus gleichem Jahr eine eingestellte Vergewaltigungssache vor.

    Hat die Polizei damals das Alibi des Fotografen wirklich auf Herz und überprüft?

  52. #54 Thomas
    5. Januar 2017

    Habe schon länger nicht mehr in diesen thread geschaut, deshalb noch verspätet ein gutes neues Jahr!

    Ja, wenn man in die Ermittlungsakten sehen könnte!
    Dem NRK haben Akten vorgelegen, es wird wohl noch berichten. Hier ist eine von der NRK-Redakteurin fotografierte “Dokumentenlist” der POT, also des damaligen norwegischen Inlandsgeheimdienstes, zu sehen: https://www.nrk.no/hordaland/xl/isdalskvinnens-glemte-grav-1.13286520
    Hier fällt auf, dass am 11./15.12.1970 Fernschreiben mit irgendeiner Stelle in Köln ausgetauscht worden sind. Warum hat man schon recht kurze Zeit nach dem Leichenfund eine deutsche Stelle kontaktiert, die in Köln saß? Eine Interpol-bezogene Anfrage wäre wohl an das Bundeskriminalamt in Wiesbaden gerichtet worden. Köln hingegen war der Sitz des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Lediglich eine Spekulation, aber hat man vielleicht schon früh einen geheimdienstlichen Bezug zu Deutschland in Betracht gezogen? Die anderen Fernschreiben kamen aus bzw. gingen nach Bergen (wohl örtliche Polizei), Stockholm und Kopenhagen (Nachbarländer, wo sich die Frau aufgehalten hatte) sowie Brüssel (schon wegen der Wohnortangaben in den Hotelmeldeformularen naheliegend). Köln fällt dagegen aus dem Rahmen. Ein Bezug zu Deutschland ergab sich – aber man kennt ja nur die Fakten im Netz – nur daraus, dass ein Zeuge einen deutschen Satz von der Frau mitbekommen hatte und die Meldeformulare z.T. deutschsprachige Eintragungen enthielten.

  53. #55 Bjarne
    5. Januar 2017

    Hei Thomas,

    auch Dir noch ein gutes neues Jahr!

    Ich kann Dir “ein bisschen” auf Deine Fragen antworten, glaube ich. Auch wenn es mir inzwischen schwerfällt, anzugeben, wo was genau steht.

    Es gab wohl in der Tat schon recht früh einen ganz konkreten Bezugspunkt zu Deutschland.

    Ein Seitenfach (oder ein Geheimfach?) in einem der beiden Koffer der Isdalsfrau enthielt Geld – in deutscher Währung, genau wohl “500 Mark”. Wie viel auch immer das 1970 wert gewesen sein mag.

    Irgendein Norweger – meine ich – kritisierte, dass bei dieser Angabe nie präzisiert wurde, ob es sich um West- oder Ostmark handelte. Ich würde aber annehmen, dass es Westmark waren.

    Es dürfte aber einen ganz anderen Grund für die von Dir scharfsinnig erkannte Besonderheit der Anfrage in Köln geben. (Kompliment! Mir wäre das nicht einmal dann aufgefallen, wenn ich es wahrgenommen hätte):

    Irgendwo steht nämlich auch, dass auch an befreundete “Dienste” eine verklausulierte Anfrage nach evtl. Aktivitäten der Dienste in Norwegen gesendet wurde. Das könnte die Erklärung sein.

    Was die (Un-)Vollständigkeit Informationen als solche angeht: In der aktuellen Radiodokumentation ( https://radio.nrk.no/serie/radiodokumentaren/MDSP01005916/31-12-2016#t=23s ) wird für meine Begriffe ziemlich deutlich der Verdacht geäußert, dass der Geheimdienst bei der Freigabe der “Mappe” (Akte) Informationen unterschlagen haben könnte. Die dem NRK übermittelte Akte enthielt zwar 140 Seiten, davon bestanden aber 100 Seiten aus Kopien, die schon aus der Polizeiermittlungsakte bekannt waren. Nur rund 40 Seiten waren also echte POT-Seiten. Eine der NRK-Reporterinnen spricht daher davon, dass das vielleicht Auffälligste an der Akte sei, wie “mangelhaft” diese sei und äußert den Verdacht, dass “wir” (NRK) vielleicht noch nicht alles “gefunden” haben.

    Ihr Reporterkollege ergänzt, dass zudem ganz ersichtlich – sehr zum Bedauern des NRK – insbesondere viele Vernehmungsprotokolle fehlten.

    [Anm.: Deren Inhalte sind also nur noch indirekt und wenig belastbar rekonstruierbar über andere Quelle oder noch lebende Zeitzeugen, wie etwa die Frau des Fischers, der sich ganz sicher gewesen sein soll, die Frau in der Nähe eines Testgebiets für das ultramoderne, streng geheime Seeraketen-System der Norweger gesehen zu haben.]

    Insgesamt gibt die POT-Akte also nicht viel her. Insbesondere ließen sich keine Indizien für die damaligen Gerüchte finden, dass es eine Art “böses Spiel hinter den Kulissen” gegeben habe. Im Wesentlich neu sei nur die Erkenntnis gewesen, dass die Frau sehr wohl Gegenstand von Ermittlungen im Hinblick auf ganz konkrete Spionagetätigkeiten gewesen sei. [Anm.: Wie eben wohl des besagten Raketensystems].

    In diesem Zusammenhang ist nochmals von dem geheimnisvollen Umschlag mit dem mutmaßlichen Inhalt einer Tonbandaufzeichnung die Rede, der der Akte beigelegen haben soll, als ein renommierter Kriminalreporter schon früher einmal Gelegenheit hatte, die POT-Akte einzusehen. Auf dem Konvolut soll gestanden haben: “Dieses Konvolut darf nicht ohne die Zustimmung des Leiters des Geheimdienstes geöffnet werden.” (Amtssiegel, Datum, Unterschrift). Daran hat sich der Reporter gehalten. Die normale Mordkommission soll von der Existenz eines solchen Umschlags bei späteren Befragungen nicht die geringste Ahnung gehabt haben. Der interviewte Kriminalreporter mutmaßt (spekuliert) dazu, dass es sich um den Mitschnitt eines Telefonats der Isdalsfrau aus einem der Hotels in das Ausland gehandelt haben könnte. [Was natürlich ein recht schiefes Licht auf die Rolle des POT werfen würde, da dieser die Frau damit schon vor ihrem Ableben im Visier gehabt würde.]

    Zu deiner obigen Frage noch nach dem Zeitverlauf der Bekanntschaft der Isdalsfrau mit Giovanni Trimbaldi:

    Am Ende der von mir verlinkten norwegischen Wikipedia-Seite wird genau diese Frage beantwortet:

    “3. oktober: Reiser fra Stockholm til Oslo, og videre til Oppdal. Hun overnatter på Oppdal Turisthotell sammen med en italiensk fotograf. De spiser senere middag på Hotel Alexandra i Loen.”

    3. Oktober: reist von Stockholm nach Oslo und weiter nach Oppdal. Sie übernachtet im Oppdal Turistenhotel zusammen mit einem italienischen Fotografen. Später essen sie zu “Mittag” im Hotel Alexandra in Loen.

    Das “zu Mittag” ist in Anführungszeichen gesetzt, weil es zwar der direkten Übersetzung entspricht, die Norweger – für uns befremdlicherweise – jede warme Hauptmahlzeit als “middag” bezeichnen.

    Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist hier gerade also nicht das Mittagsessen, sondern eine Hauptmahlzeit am späteren Nachmittag oder Abend gemeint.

    Das ergibt sich schon daraus, dass die beiden Orte nach Google Maps je nach heutiger Route zwischen mindestens 296 km und maximal 375 km auseinander liegen. Dafür veranschlagt GM mindestens gute vier oder aber um die sechs Stunden:

    https://www.google.de/maps/dir/Oppdal,+Norwegen/6789+Loen,+Norwegen/@62.3115134,5.8304265,7z/data=!3m1!4b1!4m13!4m12!1m5!1m1!1s0x461357ebc35403cb:0xcf1037b397a0e91f!2m2!1d9.6911672!2d62.5942987!1m5!1m1!1s0x46167dcf431a6c01:0x4151c36ef4507057!2m2!1d6.8480176!2d61.8710579

    Diese Zeitangaben haben aber nichts mit den damaligen Straßenverhältnissen zu tun! (vielfach noch ungeteerte Rollsplittpisten, kaum Tunnels, wenn dann fast immer unbeleuchtet (!), extrem kurvig, extrem schmal, extrem steil, weit in das Gebirge hineinführend und extrem gefährlich, Zwang zum Rückwärtsfahren über mehrere hundert Meter bei Gegenverkehr – lokaler Transportbus – inbegriffen).

    Auch wenn ich natürlich nicht weiß, wie die Straßenverhältnisse genau damals vor Ort waren – ich glaube, man kann ohne weiteres die heutigen Zeitangaben verdoppeln. Mindestens! Das war also eine ausgedehnte Tagesfahrt von 8 bis 12 Stunden Dauer.

    Ich glaube, es würde sich lohnen, sich mit der Person dieses Herrn Trimbaldi etwas genauer auseinander zu setzen. Ja, Vergewaltigungsvorwürfe sind auch heute noch ein strafprozeßrechtliches Minenfeld – sowohl für Beschuldigten als auch das vermeintliche Opfer. Ich könnte mir aber vorstellen (Spekulation), dass damals auch in Norwegen, die rechtliche Position der Frau ähnlich schwierig war wie in Deutschland. Und deswegen viele Anzeigen einfach auch deswegen zurückgezogen wurden, weil die Opfer einsehen mussten, dass sie es nicht beweisen konnten.

    FALLS der damaligen Anzeige wirklich eine Vergewaltigung zugrunde lag, dann wäre es nicht abwegig zu glauben, dass das kurze Zeit später erneut geschah. Dieses Mal sollten aber vielleicht doch besser alle Spuren verschwinden. Zweimal innerhalb weniger Monate eine Anzeige wegen Vergewaltigung zu bekommen, dürfte auch in Norwegen damals Folgen gehabt haben.

    Man sollte mal öffentlich fahnden, wer von den damals abgelichteten jungen Frauen heute noch lebt. Und ob die vielleicht zum Ende ihres Lebens noch etwas zu berichten haben.

    Dass in dieser Sache fast – mE – alles (auch) auf eine Spionagetätigkeit deutet, schließt nicht aus, dass die Tat als solche einen völlig anderen Hintergrund haben kann. Oder dann es sogar eine Kombination aus beidem sein kann.

    Der genaue Fundort der Frau lautet übrigens nicht Isdal (Eistal), sondern sehr bezeichnend seit jeher “Dødsdal” – Tal des Todes. Und zwar weil genau dort schon zuvor öfter mal Menschen zu Tode kamen. Allerdings nicht durch “Selbst-“Vergiftung” und “-Verbrennung”, sondern weil sie von deutlich weiter oben an dem extrem steilen Berg abgestürzt waren.

    Noch ein letzter Punkt: NEBEN der Leiche wurden eine Vielzahl von verbrannten oder halbverbrannten Überresten von Gegenständen gefunden. Wie ist es möglich, dass neben der Leiche verbrannte Gegenstände – wie etwa ihre Gummistiefel – herumliegen, wenn noch nicht einmal die Leiche selbst mehr als ein bisschen angekokelt ist – die Füße mit Zehen zum Beispiel zumindest nach Morphologie noch recht intakt aussehen?

    Hat sich die Gummistiefel auch vorher ausgezogen? Und diese dann VORHER einzeln angezündet – so wie die anderen verkohlten Dinge neben ihr?

    Egal, was da passiert ist: Unfall und Selbstmord scheiden wohl aus – wenn die Frau nicht knallverrückt war. Dann bleiben nicht mehr so viele Alternativen.

    Es gab vor kurzem einen anderen Fall in der Umgebung von Bergen. Ein kleines Mädchen – acht Jahre alt – wurde von der Mutter erhängt zuhause vorgefunden. Mutter Ausländerin. Für die Polizei war die Sache nach einem dreiviertel Jahr: das kleine Kind hatte sich selbst getötet – vielleicht auch versehentlich:

    http://www.bt.no/nyheter/lokalt/Henlegger-sak-om-dod-jente-8-235752b.html

    Dabei fand die Polizei neben dem erdrosselten Mädchen selbst folgende Tatumstände vor:

    https://no.wikipedia.org/wiki/Monika-saken

    Hun ble funnet med et belte rundt halsen. På beltet ble det påvist DNA fra henne selv, samt fra en ukjent person[4]. Et vindu på ytterdøren var slått inn. Det var strødd krydder på kjøkkenet og i stuen. Syv telefonoppringinger på fem minutter gikk fra Monikas mobil til morens. Mobilen hennes ble aldri funnet. 15. august 2012 besluttet politiet å henlegge saken som intet straffbart forhold.

    =

    Sie wurde mit einem Gürtel um den Hals vorgefunden. Auf dem Gürtel wurde ihre eigene DNA nachgewiesen sowie die DNA einer unbekannten Person. Eine Fensterscheibe der Hauseingangstür war eingeschlagen. Ein Gewürz war in der Küche und im Wohnzimmer verstreut worden. Sieben (!) (versuchte) Telefonanrufe waren innerhalb von fünf Minuten vom Handy der Tochter auf dem Handy der Mutter eingegangen. Das Mobiltelefon der Tochter konnte zu keinem Zeitpunkt gefunden werden. Am 15 August beschloss die Polizei die Einstellung der Ermittlungen als Geschehen ohne strafbaren Hintergrund.

    Jetzt wird es interessant: Ein Polizeiermittler aus einem ganzen anderen Dezernat (Sitte und Gewaltverbrechen) forderte die Akte an in Zusammenhang mit Ermittlungen zu einem ganz anderen Tötungsdelikt im gleichen Milieu. Der Ermittler liest die Akte und erkennt schnell, dass da wohl etwas nicht so ganz richtig sein kann.

    Er informiert seine Vorgesetzten und ein paar Berichtsebenen darüber. Unter anderem fragend, wie es sein könne, dass ein gerade einmal achtjähriges Mädchen die massive Scheibe einer Außentür einschlagen könne, ohne dabei Fingerabdrücke an der Tür selbst zu hinterlassen und ohne sich selbst zu verletzen.

    Nichts passiert. Er informiert die oberste Polizeiführung im “Bundesland”. Diese versucht ihn davon abzubringen, die Sache als interne Revisionssache untersuchen zu lassen – “aus Rücksicht auf andere” .

    Er kündigt an, den Beistandsanwalt der Mutter über seine Untersuchungsergebnisse zu informieren. Dies wird ihm mehrfach untersagt.

    Erst als die Sache mit großen Lettern in der Stadtzeitung steht, wird die Sache – am nächsten Tag – wiederaufgenommen.

    Natürlich war es nicht das Mädchen. Mitte letzten Jahres wurde der ehemalige Liebhaber der Mutter zu 18 Jahren verurteilt (Indizienprozess, vermutetes Szenario Verdeckungsabsicht nach Einbruchsdiebstahl, Kind war unerwartet krank zuhause, noch nicht rechtskräftig).

    Eine völlig andere Geschichte. Aber sie wirft ein grelles Schlaglicht auf die Vertrauenswürdigkeit der norwegischen Polizei. Sie mag keine unaufgeklärten Fälle. Das ist nicht gut. Für das Renommee nicht. Für das Sicherheitsgefühl der Bürger nicht. Für den Rechtsfrieden nicht. Besser ein falscher Unfall oder ein Selbstmord als ein unaufgeklärter Mord.

  54. #56 Klaus Schmeh
    5. Januar 2017

    Bjarne:
    Ein Frohes Neues wünsche ich. Vielen Dank für das interessante Update!

  55. #57 Bjarne
    7. Januar 2017

    Hei Klaus,

    gerne.

    Gutes neues Jahr :-)

    Björn

  56. #58 Bjarne
    3. Februar 2017

    Meldung des NRK von gestern:


    Snart nye prøveresultater Undersøkelsene av isotoper fra Isdalskvinnens tenner har blitt utvidet, og resultatene av analysen er derfor litt forsinket. Det samme gjelder den utvidede DNA-undersøkelsen av kvinnen som gjøres i Østerrike. Resultatene ventes i løpet av kort tid.

    =

    Bald neue Untersuchungsergebnisse:
    Die Isotopenuntersuchung der Zähne der Isdalsfrau ist ausgeweitet worden und die Resultate der Untersuchung sind daher etwas verspätet. Das Gleiche gilt für die erweiterte DNA-Untersuchung der Frau, welche in Österreich vorgenommen wird. Die Ergebnisse werden im Laufe kurzer Zeit erwartet.

    —-

  57. #59 Bjarne
    25. März 2017

    Ich habe den NRK angeschrieben und gefragt, ob die Sache inzwischen ad acta gelegt ist. Einige Zeit später kam dann eine Antwort, dass dem keineswegs so sei und die Ergebnisse in absehbarer Zeit veröffentlicht würden. Inzwischen wurde Ähnliches auch auf der “Dies-passiert-in-der-Isdals-Sache-gerade-jetzt-Seite” veröffentlicht.

    Man kann den Eindruck gewinnen, als “bissen” sich die Experten doch die Zähne aus. Oder als ob man zu Erkenntnissen gelangt sei, die man vielleicht gar nicht veröffentlichen will.

    Etwa, wenn sich der Verdacht erhärten würde, dass *Norweger*, also staatliche Institutionen in die Sache verwickelt gewesen sein könnten. Das würde die empfindsam nationalstolze und moralistische norwegische Volksseele nur schwer verdauen können.

    Zwischenzeitlich bin ich durch Zufall auf einen ähnlich gelagerten Fall gestoßen.

    In einer Dokumentation hier: https://www.viafree.no/programmer/underholdning/elven/sesong-1/823819 (norwegisch) wird über den jungen libanesischen Chemiker “Adnan S. Maaslouf” berichtet, der zunächst in der Schweiz gearbeitet hatte und dort eines Tages über Nacht seine Stelle kündigte.

    Angeblich, weil er zurück in den Libanon wollte. Nur reiste er stattdessen an einen naheliegenden Ort wie das weltbekannte Bardufoss in Nordnorwegen. Mitten im Winter.

    Man fand ihn einen Tag später am 30.12.1962 an einen Baum angelehnt sitzend, die Augen offen, tot, vergiftet durch Zyankali.

    Es hätte vielleicht einfach nur irgendeine private tragische Geschichte sein können. Wären da nicht bei Maaslouf gefunden worden: eine farbige Signalleuchte sowie eine Karte der Umgebung mit Einzeichnungen in das Gelände des Militärlagers und Natostützpunktes Bardufoss.

    Und jetzt wiederholt sich die Geschichte, wie sie von der Isdalskvinne bekannt ist:

    Die Polizei schlussfolgert öffentlich Selbstmord als Todesursache.

    Aus den heute nach der Deklassifizierung der Geheimhaltungsstufe bekannt gewordenen Unterlagen geht indes hervor, dass die Polizei damals sehr wohl davon ausging, dass A. M. ein Spion war. Und umgebracht wurde.

    Ich möchte nicht wissen, wie viele solcher Geschichten es in Wirklichkeit gegeben hat und wohl auch heute noch gibt….

    Hier gibt es ein Hörspiel zu dieser Sache (mit verfremdeten Namen):

    https://www.nrkbutikken.no/digitalt-h%C3%B8respill/malkersaken

    Und hier kann man den fiktiven Geschehensverlauf auf Basis des Hörspiels nachlesen:

    https://issuu.com/macsimal/docs/brigadeavisa_-_2013_nr_1 (Ab Seite 12, “Der Spion ohne Auftrag”)

    Ob wohl noch etwas aus der Eistalsfrau-Sache herauskommt?

  58. #60 Thomas
    25. März 2017

    Merkwürdig, wenn ich mich recht erinnere, war der Name “Maalouf” Teil einer Schlagzeile auf einer Zeitung, die auf einem Foto des NRK teilweise unter der Dokumentenliste mit den Telegrammen der POT vom Dez. 1970 zu sehen war.

  59. #62 Bjarne
    26. März 2017

    Unter dem Link kommt leider nur der Artikel über das Grab und die Beisetzung der Frau. Die Dokumenten-Seite scheint der NRK auch schon vom Netz genommen zu haben. Kein gutes Zeichen…

    Edit:
    Doch noch gefunden. Weiß aber nicht, was für einen Artikel Du meinst. Wenn die Zeitungen damals Parallelen gezogen hätten, wäre das aber nicht so überrasched

  60. #63 Bjarne
    26. März 2017
  61. #64 Thomas
    26. März 2017

    Das Foto mit der Dokumentenliste ist weiter unten auf der verlinkten Seite (# 54 und #61) links neben dem Abschnitt “Salmene”. Rechts kann man einen kleinen Teil eines darunter liegenden Zeitungsartikels (nicht die Schlagzeile) sehen. In der linken Spalte ist “Maalouf flakket rundt Europe” und etwas von Berlin, Sylt, Kopenhagen und Bardufoss (?) zu lesen; in der rechten Spalte – möglicherweise aber ein anderer Text – “journalistenforbundet”. Das ist wohl kein Zufall, vielleicht hatte das NRK-Team die Parallele schon gesehen.

  62. #65 Thomas
    26. März 2017

    “Maalouf flakket rundt Europa” bedeutet wohl soviel wie “M. irrte in Europa umher”.

  63. #66 Bjarne
    26. März 2017

    Was für einen Bildschirm hast Du denn zuhause? 5 m breit?

    Im Leben nicht hätte ich das entdeckt, geschweige denn erinnert, wenn ich es zufällig gelesen hätte.

    Du meinst diese Grafik hier:
    https://gfx.nrk.no/aAuQpZBrhmMRUY8-cnArmwFcD_S1ChlxUOAMwJhTxjQg

    Wenn man die in der von Dir verlinkten Seite eingebettete Grafik allein aufruft und dann nochmals auf das Dreifache vergrößert, findet man in der Tat – halb verdeckt von dem eigentlich im Vordergrund liegenden Dokument – diesen Text..

    Deine Deutung des Textes stimmt. Statt “umherirren” würde ich vielleicht eher wählen: herumstreifen, umher ziehen. Gemeint ist ein Unbeständiges-in-der-Gegend-Herumreisen, ein “Sich-Herumtreiben”.

    Es scheint sich in der Tat um einen Zeitungsartikel zu handeln. Wie er unter die Akte gekommen ist – Bestandteil der Akte, eigenes Recherchematerial der Journalisten – darüber lässt sich nur spekulieren.

    Zumindest scheint aber schon jemand die Parallelen zwischen den beiden Fällen gesehen zu haben. Auch wenn Maalouf’s Identität ja bekannt ist.

    (Nord-)Norwegen soll während des (ersten) kalten Krieges ein Tummelplatz für Geheimagenten aller möglichen Nationen gewesen sein.

    Vielleicht muss man sich die Geschichte der Isdalskvinne ähnlich denken wie die Maaloufs. Beides junge, gutaussehende, gebildete Menschen, die von einem Geheimdienst geworben und mit finanziellen Mitteln ausgestattet worden waren, um schließlich vom eigenen oder einem fremden Dienst beseitigt zu werden. Zum Beispiel wegen vermuteter Doppelagententätigkeit. Gerade jene soll besonders brutal “bestraft” worden sein.

  64. #67 Thomas
    12. Mai 2017

    Es gibt Neues vom norwegischen Fernsehen: Nach dem Ergebnis der DNA-Analyse stammt die Frau aus Europa.
    https://translate.google.com/translate?hl=en&sl=auto&tl=de&u=https%3A%2F%2Fwww.nrk.no%2Fdokumentar%2Fdna-guru_-isdalskvinnen-var-europeisk-1.13507263

  65. #68 Bjarne
    12. Mai 2017

    Hei Thomas,

    Danke für den Hinweis! Endlich. Ich habe es auch gerade entdeckt. Nun wissen wir, was wir ohnehin schon immer vermutet hatten. Allerdings bedeutet die Tatsache, dass das Genmaterial aus Europa stammte, wohl nicht zwangsläufig, dass die IK auch eine europäische Staatsangehörigkeit hatte. Was ist mit den Buren, was mit den Juden, usw., usw.? Kann sie nicht einfach auch einer europäischen Familie entstammt sein, die als ganzes bspw nach Südamerika ausgewandert ist?

  66. #69 Simon
    Alabama
    17. Mai 2017

    Danke fuer die interessanten Informationen. Ich bin ueber folgenden Artikel auf diesen Fall aufmerksam geworden: http://www.bild.de/news/ausland/todesfall/norwegen-rollt-46-fall-um-tote-frau-wieder-auf-51725432.bild.html

  67. #70 Bjarne
    19. Mai 2017

    https://www.nrk.no/dokumentar/xl/de-kom-til-norge-og-dode-1.13428134

    Da tauchen nun immer mehr solcher Fälle auf, in welchen Ausländer auf sehr fragwürdige Art in Norwegen starben.

  68. #71 Thomas
    20. Mai 2017
  69. #72 Thomas
    20. Mai 2017

    Wenn ich die Karten richtig deute, scheint die Isotopenanalyse am ehesten für eine Kindheit in Franken (Bereich Würzburg/Nürnberg/Bayreuth) und für – dies allerdings nur in Verbindung mit der Handschriftuntersuchung – eine Jugend im östlichen Frankreich in der Nähe des Saarlandes zu sprechen.

  70. #73 Bjarne
    20. Mai 2017

    Ich habe die Kindheits-Karte als Overlay in Google Earth eingebunden. Der Hotspot der Kindheitskarte liegt exakt im Zentrum von Nürnberg, die Außengrenzen des roten Hotspots liegen bei Erlangen, Schwabach, Rothenbach und Zirndorf. Sollte die Analyse stimmen, wäre die Isdalsfrau also gebürtige Nürnbergerin (Großraum) gewesen oder hätte dort zumindest ihre frühe Kindheit verbracht…
    Interessant zu wissen wäre gewesen, ob die verschiedenen Hotspots für die Teenage-Karte bedeuten, dass die Isotopen-Signatur zu mehreren Orten passen könnte (nicht eindeutig ist) oder ob die aufgefundene Isotopen-Signatur Signaturen der verschiedenen Orte beinhaltet. Es ist ja durchaus vorstellbar, dass sie sich an mehreren Orten über einen längeren Zeitraum aufgehalten hat…

  71. #74 Bjarne
    20. Mai 2017

    Hier steht noch ein netter Artikel über den damaligen Chiffriercoden-“Brecher” : https://www.nrk.no/dokumentar/xl/kodeknekkaren-1.13502051
    Das ist aber nur nette Hintergrundgeschichte ohne viel Substanz…

  72. #75 Klaus Schmeh
    20. Mai 2017

    @Bjarne: Vielen Dank für die Informationen! Ich werde demnächst wieder über das Thema bloggen?

  73. #76 Andreas
    24. Mai 2017

    test

  74. #77 Eva
    I do not know what happened, but speculating..
    26. Juli 2017

    Nrk.no: Born in Germany. Lived in France near Paris when the last teeth were growing out. Script analyce show that she write whith French type of norm at that time. I belive it was murder and they burned her to complicate the identification. I also belive that the Norwegian Police closed the case as sucide, are a strong indication that she was a agent from a country that was allied with Norway. If she was KGB, Stasi…. or something like that it i belive they killed her maybe because she was in France and they want to eliminate that security treat. Are she talking with family or former friends she known before she started as agent??? Also it was a case in Bergen about a bootle with 85000kr under a tree. This was a huge fortune in that time. Can she hawe stolen the money for a secret mission??? It was found at Fløyen last year. Also a withness meet her at Fløyen, two men was chasing her. He felt that it was a danger situation. He talking with a person in the police, the police sad. Forget it, case will never be solved. She got assasigned.. She also was in Stavanger when NATO tested Peguin rockets. A fisher se her. So she was probaly running away from her own agency or get killed by a other part. Hairspray is not gasoline, they found gasoline this on her faux hat. Teeths are realy expensive to fill with gold. The dentist tells she have seen this before on the identification at this case: Operafjell-ulykken skjedde 29. august 1996 og kostet 141 mennesker livet. Dette er Norges verste flyulykke i antall omkomne. So also Sovjet spy from KGB born in Germany, lived in France and later become a spy. Because of gold in her mouth. I realy are not shure, but it also have simularity to Oslo Plaza Women 1995. I follow both cases ewery day. One day I hope all answers will come.

    Et russisk jetfly av typen Tupolev 154M, kjennetegn RA-85621 fra Vnukovo Airlines i Moskva styrtet i Operafjellet på Svalbard

  75. #78 pogi
    Deutschland
    21. November 2017

    Grade drauf gestoßen, passiert hier nichts mehr ?

    lg