Unweit eines Geheimdienst-Gebäudes in England befinden sich zwei Skulpturen mit verschlüsselter Inschrift. Die Lösungen sind mir nicht bekannt.

In der westenglischen Stadt Cheltenham befindet sich ein futuristisches Gebäude, das oft scherzhaft als “Donut” bezeichnet wird. Dort hat die GCHQ ihren Sitz – Großbritanniens Gegenstück zur NSA.

GCHQ

Direkt neben dem GCHQ-Gebäude beginnt der Hesters Way Park. Dort stehen seit 2004 neun Stein-Skulpturen des britischen Künstlers Gordon Young. Sie werden als “Listening Stones” bezeichnet. Jeder Listening Stone hat eine Aufschrift. Hier sind einige der Steine zu sehen:

Listening-Stones-03-614

Hier ist ein weiterer Listening Stone (man beachte die beiden deutschen Sätze, die man darauf lesen kann):

Listening-Stones-02-614

Auf der Web-Seite von Gordon Young gibt es weitere Bilder. Zwei der Listening-Stones-Aufschriften sind verschlüsselt. Die Skulptur Kryptos, die vor dem Eingang des CIA-Gebäudes in den USA steht, ist damit also nicht das einzige kryptologische Kunstwerk in der Nähe eines Geheimdienstgebäudes. Doch während Kryptos inzwischen fast zu einer Berühmtheit geworden ist, sind die beiden verschlüsselten Listening Stones von Cheltenham bisher ziemlich unbekannt geblieben. Im Internet finden sich zwar zahlreiche Fotos der neun Skulpturen, doch zu den Verschlüsselungen konnte ich nichts finden.

Um mehr zu erfahren, habe ich dem Künstler Gordon Young eine E-Mail geschickt – er hat dankenswerterweise sofort geantwortet. Wie genau die Verschlüsselungen zustande gekommen sind und wie die Klartexte lauten, weiß er nach eigenen Angaben nicht mehr. Er hat mir aber Fotos und Transkriptionen zur Verfügung gestellt.

Im heutigen Artikel will ich mich auf eine der beiden Krypto-Skulpturen beschränken. Sie sieht wie folgt aus:

Listening-Stones-06-614

Das Kryptogramm besteht aus Buchstaben-Paaren, die in den Stein eingelassen sind. Laut Gordon Young kann man diese Paare an Hand von Pfeilen in folgende Reihenfolge bringen:

Listening-Stones-08

Die Verschlüsselung ist laut Young eine Playfair-Verschlüsselung. Mehr ist mir darüber nicht bekannt. Findet jemand die Lösung?

Zum Weiterlesen: Die Rätsel-Grabsteine von Monmoth und Wellesley

Kommentare (8)

  1. #1 BreitSide
    Beim Deich
    16. September 2015

    Die deutschen Sprüche sind super ausgewählt. Wonach wohl?

    Der Swahili-Spruch ist mir noch aufgefallen. Der ist wirklich so eine Art Weisheit:

    Mkosefu wa mali si maskini.
    Lacking money is not [necessarily the same as] being poor.

    Würde mich echt interessieren, was der Künstler sich bei den Sprüchen gedacht hat 😉

  2. #2 Dan Girard
    17. September 2015

    My hillclimber’s solution of the Playfair-stone cryptogram:

    Keyword: LECKHAMPTON

    Plaintext:
    leckhampton chimney has fallen down
    the birds of crickley have cried it it is known in the town
    the clifxfs have changed what will come next xto that line
    watcher of west england now that landmark oas falxlen
    severn has changed course it is known by barxrow
    malvern may heave up in other lines by tomorxrow
    but maisemore hill stable and rounded shalxl stay
    and strawberry flowers found surprise on christmas day
    clexeve will front sunset birdlip shalxl have its road
    flung angled and noble on its breast broad
    many things xshall stay but the stone chimney
    leckhamptons mark has falxlen like a stick or a trexex

    There seems to be one error in the ciphertext, making the word “was” come out as “oas”.

  3. #4 Dan Girard
    17. September 2015

    Correction: The word affected by the ciphertext error should be “has”, not “was”. The ciphertext bigram as given is “HT”, which deciphers to “ko”. The correct ciphertext bigram should be “HL”, resulting in the plaintext “kh”.

    I see that the plaintext is a poem by Ivor Gurney, about a well-known landmark near Cheltenham which has evidently not fallen down:
    https://www.poetryatlas.com/poetry/poem/1440/leckhampton-chimney-has-fallen-down.html

    In the texts of the poem I’ve been able to find online, the eighth line is “Not all the good influences will pass away”, not “And strawberry flowers found surprise on Christmas day”. I don’t know the reason for the difference. Is it possible that the artist, Gordon Young, inserted the line about the strawberry flowers in place of the original line, as a clue to some puzzle? Or is it just an alternate line in a different version by the original poet?

  4. #5 Flatty
    17. September 2015

    Für mich sieht zumindest der Stein mit den deutschen Sätzen sehr Gephotohopped aus. Das “Alles” scheint mir perspektivisch nicht zu stimmen und das A bei “Alle” beim 2. Satz sieht zu “gut” für den Untergrund aus. Zumal eine Bildersuche bei google mit “Listening Stones” keine wirklichen guten Treffer hervorbrachte. Denn ich denke mir, wenn es diesen Stein geben würde, fänden ihn die Leute wegen dem “Wurstsatz” photographisch interessant und würden den auch haufenweise im Internet posten.

    Ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren 🙂

    Liebe Grüße
    Flatty

  5. #6 Jerry McCarthy
    England
    17. September 2015

    Abo

  6. #7 Jörg
    18. September 2015

    Den “Wurststein” scheint es real zu geben. Es gibt ein weiteres Foto; hochgeladen 2012: https://www.panoramio.com/photo/74115139

  7. #8 Joachim
    3. Februar 2016

    Der Japanische Satz lautet:
    武士に二言はない
    (Bushi ni nigon wa nai)
    Literally : “A samurai or warrior(bushi) does not have a double tongue”
    (Geklaut von https://www.facebook.com/286814251668/posts/162138657154072)